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of Prof. Walther Umstätter
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von
1935-1969
Als erste kanadische Enzyklopädie gilt "The Encyclopedia of Canada", 6 Bde., Toronto 1935-1937.
Die heutige Farbphotographie arbeitet mit
subtraktiven Farbverfahren und mehrschichtigen Materialien, die chromogen
(farbstoffbildend) entwickelt werden.
Obwohl die Grundlagen für diese Technik bereits 1909 von dem
deutschen
Agfa-Chemiker Rudolf Fischer (* 1881, 1957) ausgearbeitet worden
waren,
kamen die ersten Mehrschichtenfilme (Dreischichten-Farbfilme) erst
1935 mit dem Film "Kodachrome" der
Eastman
Kodak Company, Rochester (N. Y.), (ab 1935 als 16-mm-Schmalfilm, ab 1936
als Diafilm) und 1936 mit dem Film "Agfacolor-Neu" (Film für farbige
Diapositive) der Agfa AG, Leverkusen, in den Handel. Sowohl Agfa als auch
Kodak produzierten zunächst nur Umkehr- (Dia-) Filme im
Kleinbildformat.
Am 22. März 1935 wurde in Berlin
der erste regelmäßige
Fernsehprogrammdienst der Welt
eröffnet.
Ausgestrahlt wurde über den "Fernsehsender Paul Nipkow", in den der
Fernsehsender Witzleben umbenannt wurde, ein gefilmtes Programm (Kurz-
und
Spielfilme sowie Wochenschauen, ab 1937 Fernsehspiele), anfangs dreimal
wöchentlich (Montag, Mittwoch, Samstag, 20.30 bis 22.00 Uhr). Das
deutsche
Fernsehen war vollelektronisch.
Wegen des hohen Anschaffungspreises (2500 Reichsmark) der ersten von der
Industrie auf den Markt gebrachten Fernsehempfänger richtete die
Deutsche
Reichspost in Berlin und Potsdam fünfzehn "öffentliche
Fernsehstellen"
ein, in denen seit April 1935 das Programm kostenlos betrachtet werden
konnte.
1936 wurden von den Olympischen Spielen in Berlin die wichtigsten Phasen
live übertragen. (Dabei wurde die elektronische Fernsehkamera
erstmals
für Außenaufnahmen benutzt.)
Der Sender strahlte weiterhin gefilmte Sendungen und direkt
übertragene
Szenen aus, bis er 1943 ausgebombt wurde.
Das (moderne) Taschenbuch als Typ des
billigen,
in großer Auflage, meist im Rotationsdruck hergestellten Buches ist
broschiert, mit einem werbewirksamen Karton- oder Papierumschlag versehen
und verfügt, oft als Bestandteil einer Schriftenreihe, über
eine
einheitliche Grundausstattung.
Die ersten Taschenbücher (im Format einer Jackettasche (engl.-
pocket
books) brachte in Großbritannien seit
1935 der Londoner Verlag Penguin
Books
Ltd. heraus. (Das erste Penguintaschenbuch [Penguin Books No. 1] war die
von Ella D' Arcy ins Englische übersetzte Biographie "Ariel, ou La
vie
de Shelly" von André Maurois.)
War die Erfindung des Tonbandes durch den
Deutschen
Fritz Pfleumer (1928) für eine Vermarktung noch nicht ausgereift, so
kam es zu einer Serienfertigung von Tonbandgeräten durch die
Zusammenarbeit
zweier deutscher Firmen, des Elektrokonzerns AEG, Berlin, und des
Chemiekonzerns
I.G. Farben, Frankfurt/M.
Während die I.G. Farben ein brauchbares Tonband (ein Kunststoffband
mit einer magnetisierbaren Eisenoxidbeschichtung) herausbrachte,
entwickelte
die AEG für das Tonband ein Wiedergabegerät.
1935 wurde das erste
Tonbandgerät
der Welt, das "Magnetophon K1", auf der Berliner Funkausstellung
öffentlich
vorgeführt. Die Spieldauer einer (Tonband-) Spule von 30 cm
Durchmesser
betrug 20 Minuten. Das Magnetophon K1 wog mit drei Koffern (Laufwerk,
Verstärker und Lautsprecher) fast einen Zentner. Die ersten
Tonbandgeräte wurden zuerst bei Rundfunkanstalten zur Vorbereitung
von
Programmen und zum Mitschneiden von Direktsendungen eingesetzt.
Bildfernsprechen (Bildtelefonie) ist das Fernsprechen mit Übertragung des Fernsehbildes der Gesprächspartner oder von Bildvorlagen, Schriftstücken u.ä., die beide telefonierende Personen gleichzeitig auf einem Bildschirm sehen. Der erste öffentliche Bildfernsprechdienst der Welt wurde am 1. März 1936 von der Deutschen Reichspost zwischen Berlin und Leipzig eingeführt, 1937 bis Nürnberg, 1938 bis München ausgedehnt. 1940 stellte die Reichspost den Dienst Berlin - München wegen Unrentabilität ein.
In Großbritannien entwickelte eine Fernseh-Forschungsgruppe der
Firma
"Electric and Musical Industries Ltd. (EMI)", Hayes (Middlesex), in den
Jahren
1931-1935 ein komplettes vollelektronisches
Fernsehsystem. Dieses System (von
ungewöhnlicher Bildqualität) konnte am 2. November
1936 die British Broadcasting
Corporation
(BBC) vom Alexandra Palace in London aus vorführen und der
Öffentlichkeit zugänglich machen. Das live ausgestrahlte
Eröffnungsprogramm begann mit einer Rede des BBC-Chefs; es folgten
Darbietungen einer Sängerin und von zwei amerikanischen
Tanzkomödianten u.a.
(In der ersten Zeit verwendete man bei der BBC neben dem elektronischen
Fernsehsystem noch das mechanische System von John Logie Baird [1929],
bis
man es ein für allemal aufgab.)
Die erste moderne amerikanische Illustrierte (mit aktueller Berichterstattung, neuartiger Bildpublizistik und internationaler Verbreitung) schuf der amerikanische Verleger Henry Robinson Luce (* Penglai [Prov. Shandong] 1898, Phoenix [Ariz.] 1967) mit der Wochenschrift "Life", New York 1936-1972 (1978 als Monatsschrift neugegründet).
Der Typ des Nachrichtenmagazins wurde in Großbritannien mit "News Review", London 1936 ff. eingeführt.
Eine der ältesten (der aktuellen Unterrichtung der Verbraucher über Preise und Qualität von Waren und Dienstleistungen u.ä. dienenden) Verbraucherzeitschriften sind die 1936 gegründeten "Consumer Reports", herausgegeben von der "Consumer Union of the United States" in Washington (D. C.).
Der Franzose Raymond Valtat meldete 1936 ein Patent an, welches das Prinzip einer mit Dualzahlen arbeitenden Rechenmaschine beschrieb. (Zur gleichen Zeit begann der Deutsche Konrad Zuse mit der Entwicklung einer mechanisch arbeitenden und programmgesteuerten dualen Rechenmaschine [1941].)
In Deutschland wurde mit dem Kurzfilm "Das Schönheitsfleckchen" (Regisseur: Carl Froelich [* Berlin 1875, ebd. 1953]) der erste Farbfilm (in Agfacolor) hergestellt.
Das erste Wunschkonzert, ein aus Hörerwünschen (Wünschen aus dem Publikum) zusammengestelltes Konzert im Rundfunk, wurde am 25. Oktober 1936 vom Deutschlandsender, Zeesen, ausgestrahlt und danach in unregelmäßigen Abständen bis zum 26. März 1939 fortgesetzt.
Der Flugzeugkonstrukteur Heinrich Focke (* Bremen 1890, ebd. 1979)
entwickelte den ersten einsatzfähigen
Hubschrauber (senkrecht startendes
Drehflügelflugzeug) ("FW 61"; Erstflug am 26. Juni
1936 in Bremen).
1937 und 1938 wurden mit dieser Maschine Geschwindigkeiten bis zu 140
km/h,
Gipfelhöhen von 3900 m und Flugzeiten bis zu einer Stunde und 20
Minuten
erreicht. 1940 baute Focke den größeren "FA-223", der sechs
Passagiere
befördern konnte und als erster Hubschrauber der Welt in Serie
hergestellt
wurde.
Das erste vollelektronische Fernsehen in Frankreich, entwickelt von dem französischen Fernsehpionier René Barthélémy (* 1889, 1954) und seinen Mitarbeitern, wurde 1937 auf der Weltausstellung in Paris vorgeführt.
Kleinstbildkameras gab es schon für
Daguerreotypien. In der Folgezeit waren viele Mini-Kameras mit
Winzigformaten
vorrangig als Geheimkameras gedacht, die in Ferngläsern oder Uhren,
in Handtaschen, Spazierstöcken, Revolvern u.ä. eingebaut waren.
Die erste ernstzunehmende Kleinstkamera war die von Fritz Kaftanski 1932
in Berlin konstruierte "Minifex" mit einem Bildformat vom 13 x 18 mm.
Der bekannteste Mini-Vertreter aber wurde die von dem Letten Walter Zapp
1936 erfundene "Minox". Das erste, 15 x 18 x 76 mm große Modell
dieser
bis heute im Prinzip unverändert gebauten Kleinstbildkamera (50
Aufnahmen
im Format 8 x 11 mm in Spezialkassette) wurde zunächst in Riga
hergestellt
und kam 1937 auf den Markt. Die Minox
bestand ursprünglich aus rostfreiem Stahl. Seit 1949 wird sie mit
einem
Leichtmetallgehäuse in Gießen produziert.
"Die Schattenlinie" ist der Titel des ersten deutschen Fernsehspiels, das der deutsche Schriftsteller Horst (Wilhelm Ernst Max) Lange (* Liegnitz 1904, München 1971) nach der Erzählung "The shadow line" des englischen Schriftstellers polnischer Herkunft Joseph Conrad (* Berditschew [Ukraine] 1857, Bishpsbourne [Kent] 1924) (London 1916/1917) geschrieben hatte. Es wurde am 21. 4. 1938 aus Berlin übertragen.
Den Kugelschreiber, einen eine Farbmine enthaltenden Schreibstift, bei dem eine kleine rollende Kugel in der Minenspitze die Farbmasse auf das Schreibpapier überträgt, erfanden 1938 die ungarischen Brüder Laszlo und Georg Biró nach 18jähriger Entwicklungsarbeit in Budapest. Nach Erlangung des ungarischen Patents (1938) und Patentanmeldung des "Fountain Pen for Pulping Ink" in den USA am 27. 12. 1938 (US-Patent erteilt am 14. 10. 1941 für den nun "Ball Pen" genannten Schreibstift) fanden die Birós zur Auswertung ihrer Erfindung in dem Engländer Henry G. Martin einen Finanzier. Martin eröffnete (zusammen mit Frederick Miles) 1944 bei Reading (Berkshire) die erste Kugelschreiberfabrik der Welt, in welcher im ersten Jahr 30 000 für die Royal Air Force bestimmte Kugelschreiber hergestellt wurden.
Die erste noch erscheinende Mode- und Frauenzeitschrift der Schweiz gründete der Publizist Karl von Schumacher (* Luzern 1894, Zürich 1957) in Zürich u.d.T. "Annabelle".
Der Amerikaner Chester Carlson (* 1906, 1968), nach einem
Physikstudium
Mitarbeiter in der Patentabteilung einer New Yorker Elektrofirma,
entwickelte
ein elektrophotographisches Kopierverfahren (oder elektrostatisches
Photokopierverfahren), das er Xerographie
(griech.=
Trockenschrift) nannte, da mit ihm Kopien ohne Entwicklungsbad, also
"trocken"
hergestellt wurden (Patentanmeldung: 27. 10. 1937).
Carlsons erster erfolgreicher Kopierversuch fand in seinem Laboratorium
im
New Yorker Vorort Astoria am 22. Oktober
1938 statt. Carlson legte unter eine
Glasplatte, auf die er mit Tinte die Zeichen "10-22-38 Astoria"
geschrieben
hatte, eine Metallplatte mit Schwefelbelag, die er durch Reiben mit einem
Tuch elektrisch auflud. Nach kurzer Belichtung nahm er die Metallplatte
heraus
und puderte sie mit staubfeinem Bärlappsamen ein, wonach die Schrift
als Negativ zu erkennen war. Nach Abzug eines auf die Platte
gedrückten
Wachspapiers war auf ihm positiv zu lesen: "10-22-38 Astoria". Das war
die
erste xerographisch hergestellte Kopie (Xerokopie) der Welt. Zu einer
Serienherstellung von Kopiergeräten, die nach Carlsons
Trockenkopierverfahren arbeiteten (Xerox-Kopiergeräten), kam es
allerdings
erst 1959.
Die erste kriminalpolizeiliche Fernsehfahndung in Deutschland strahlte der Sender Berlin am 7. November 1938 aus. Er zeigte den Mantel eines Verbrechers, der am 12. Oktober desselben Jahres einen Droschkenfahrer ermordet hatte.
Am 30. April 1939 nahm die Radio Corporation of America (RCA), New York, den ersten vollelektronischen Fernsehbetrieb in den USA mit der Übertragung der Eröffnungsrede von Präsident Roosevelt bei der New Yorker Weltausstellung auf. Der Sender wurde von der National Broadcasting Company (NBC), New York, geleitet.
Die ersten Taschenbücher in den USA brachte seit 1939 der New Yorker Verlag Simon & Schuster heraus.
Durch die Entwicklung des Strahltriebwerks (Düsentriebwerks) -
Gasturbine,
Strahlrohr und Raketentriebwerk - als Antriebsaggregate für
Fahrzeuge,
insbesondere Flugzeuge Ende der 1930er Jahre
wurde ein Flugzeugantrieb geschaffen, der den modernen
Hochleistungsflugzeugen
den Weg bereitete.
Das von dem Flugzeugkonstrukteur Ernst Heinrich Heinkel (* Grunbach
[heute
zu Remshalden] 1888, Stuttgart 1958) gebaute erste Flugzeug mit
Turbinenluftstrahltriebwerk ("He 178", Erstflug 27. August
1939) war das erste
Düsenflugzeug
der Welt.
Ebenfalls 1939 trat Heinkel mit dem ersten Raketenflugzeug ("He 176",
Erstflug
20. Juni 1939) hervor.
Das erste Düsenverkehrsflugzeug "Comet" baute die britische De
Havilland
Aircraft Company Ltd. (Erstflug 1949), das als erstes seiner Art 1952 den
Passagierliniendienst aufnahm.
Das erste komplette Farbfernsehsystem wurde
von dem amerikanischen Medienunternehmen CBS (Columbia Broadcasting
System
Inc.), New York, entwickelt, das 1940
seinen täglichen Versuchsbetrieb aufnahm. (Kommerzielle
Farbfernsehsendungen
gab es erst ab 1951.)
Die Anlage, welche als erste seit der Vervollkommnung der elektronischen
Kameras und Empfangsgeräte gebaut worden war, arbeitete (in
Anlehnung
an das System von John Logie Baird [1928]) mit rotierenden Farbfiltern in
Rot, Grün und Blau in der Kamera und in der
Wiedergabebildröhre.
Der Chef des CBS-Entwicklungsteams war der 1933 in die USA ausgewanderte
ungarische Elektroingenieur Peter Carl Goldmark (* Budapest 1906,
Westchester[N. Y.] 1977), der Schöpfer der ersten erfolgreichen
Langspielplatte (1948).
Ein Terminal (zu engl.: terminal = End-, letzt-) ist eine Datenendstation mit einem Bildschirm und einer Tastatur für die Eingabe von Daten und deren Abruf aus einer EDV-Anlage. Zuweilen ist ihm ein Drucker angeschlossen, von dem kleine abgerufene Datenmengen ausgedruckt werden. Sonst sind Terminals als Peripheriegeräte nur mit einem Speicher ausgerüstet, in dem die eingegebenen Daten zur Überprüfung zwischengespeichert werden. Anschließend werden sie in einen Computer zur Speicherung, Verarbeitung oder Übertragung geschickt. Das erste Terminal ist 1940 in den Bell Laboratories in den USA entstanden. Es diente zur Demonstration einer für die damalige Zeit sensationellen Datenverarbeitung zwischen Hanover (N. H.) (Standort des Terminals) und New York (Standort einer zentralen Rechenanlage [Relais-Rechner]).
Den ersten funktionsfähigen und auch praktisch einsetzbaren
programmgesteuerten elektromechanischen Digitalrechner der Welt und damit
den ersten Computer der Welt schuf der
deutsche
Ingenieur Konrad Zuse (* Berlin 1910) mit seinem Relaisrechner "Zuse 3 (Z
3)".
Der aus zwei Entwicklungsmodellen "Z 1" (1937) und "Z 2" (1939)
entstandene
Rechner wurde am 12. Mai 1941
öffentlich vorgestellt. Er bestand aus rd. 2000 Relais (rd. 600
Relais
im Rechenwerk und etwa 1400 Relais im Speicher); seine
Speicherkapazität
betrug 64 Zahlen zu je 22 Dualstellen. Das Rechenprogramm war in einen
Kinofilmstreifen gelocht. Die Eingabe der Zahlen erfolgte über eine
Tastatur, die Datenausgabe über ein Lampenfeld. Neben den vier
Grundrechnungsarten (Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division)
ermöglichte der Rechner auch die Multiplikation mit fest
eingegebenen
Faktoren und das Ziehen von Quadratwurzeln. (Eine Quadratwurzel zog der
"Z
3" in 4 Sekunden.)
1941 lief in den deutschen Spielfilmtheatern mit "Frauen sind doch bessere Diplomaten" (Regisseur: Georg Jacoby[* München 1882, ebd. 1964]) der erste deutsche Farbspielfilm an.(Uraufführung: 31. 10. 1941 in Berlin.) Er war zudem der erste nach dem Agfacolor-Negativ-Positiv-Verfahren gedrehte Kinofilm.
Die erste Schreibmaschine mit Proportionalschrift brachte die IBM (USA) 1941 mit ihrer elektrischen Maschine "Executive" auf den Markt. Bei ihr war der Typenschritt nicht mehr gleichbleibend, sondern der Buchstabenbreite angepaßt, d.h. bei breiten Buchstaben wie "m" rückte der Wagen ein entsprechend breites Stück weiter, bei schmalen wie "i" nur ein schmales Stück. Dadurch entstand ein druckähnliches Schriftbild.
Das erste erfolgreiche Verfahren zur stereophonischen Musikbegleitung beim Film wurde in den Walt Disney-Studios in Zusammenarbeit mit der RCA Corporation, New York, unter der Bezeichnung "Fantasound" entwickelt und erstmals für die Tonspur des 1941 von Walt Disney (* Chicago [Ill.] 1901, Burbank [Calif. ] 1966) hergestellten Zeichentrickfilms "Fantasia" verwendet.
Der amerikanische Wissenschaftler bulgarischer Herkunft John Vincent Atanasoff (* 1903), Professor am Iowa State College, Ames (Ia.), stellte zusammen mit seinem Assistenten Clifford Berry 1942 den ersten (zur Lösung linearer Gleichungen vorgesehenen) funktionierenden, aber noch nicht voll einsatzfähigen elektronischen Digitalrechner in Elektronenröhrentechnik fertig. Das Rechenwerk für die Addition und Subtraktion von Dualzahlen bestand aus 300 Elektronenröhren. Nachdem Atanasoff und Berry zur Übernahme anderer Aufgaben in der Kriegsforschung abgerufen worden waren, geriet ihre Rechenanlage in Vergessenheit. Erst 1973 stieß man in einem Patentprozeß in den USA wieder auf den Atanasoff-Berry-Rechner und deckte auf, daß der ENIAC-Computer (1946), der weltberühmte erste elektronische Großcomputer, seinen Prioritätsanspruch zu Unrecht erhoben hatte. Vielfach gilt deshalb John Vincent Atanasoff als "Erfinder" des modernen Computers.
Nachdem die Firma Agfa AG, Leverkusen, bereits 1939 die Technik des Negativ-Positiv-Verfahrens veröffentlicht hatte, bot sie 1942 farbige Papierabzüge und -vergrößerungen von photographischen Aufnahmen an. Die Eastman Kodak Company, Rochester (N. Y.), folgte 1942 mit einer eigenen Negativ-Positiv-Technik (Kodacolor).
Emil Lumbeck (* Remscheid 1886, 1979) hat die fadenlose, nur mit Leim arbeitende Klebeheftung von Büchern und Broschüren (bei der Einzelblätter oder einmal gefalzte Bogenteile durch Kunstharzstoff zu Buchblöcken verbunden werden) produktionsreif entwickelt (Lumbeckverfahren). Lumbeck trat mit seiner Klebetechnik erstmals 1942 an die Fachöffentlichkeit.
Verwendeten die ersten Computer, heute der
sogenannten nullten Generation zugeordnet, ausschließlich
mechanische
bzw. elektromechanische Schaltelemente, so vollzog sich in der folgenden
ersten Computergeneration ein grundlegender Wandel durch den Einsatz der
Elektronenröhre für Schaltung und Speicherung und das Aufkommen
neuer Speichermedien wie Magnetband und Magnettrommel. Militärische
Interessen forcierten diese Entwicklung Anfang der 1940er Jahre in
England
und den USA. So wurde im Dezember 1943
von einer Gruppe englischer Wissenschaftler der erste
vollelektronisch
arbeitende, mit 1500 Elektronenröhren bestückte Digitalrechner
fertiggestellt. Dieser Rechner mit dem Namen "Colossus" half dem
britischen
Geheimdienst, den von der deutschen Wehrmacht benutzten, fast
unüberwindlichen "Enigma"-Code zu "knacken".
Da dieser erste elektronische Rechner nur ein spezialisierter Computer
(im
Gegensatz zu einem Mehrzweckrechner [Großcomputer]) war, gilt als
erster
Rechner der auf der Elektronenröhrentechnik gründenden ersten
Computergeneration erst die elektronische Großrechenanlage "ENIAC"
(1946).
Das erste Tonbandgerät mit Kassette baute die AEG, Berlin, 1943 für die Post zum stationären Einbau in Verstärkergestelle. Die Tonkassette mit den beiden Spulen hatte die beträchtliche Breite von 45 cm. Zur Serienfertigung kam es im Krieg nicht mehr.
Der Schweizer Franz Fischer, Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, entwickelte um 1943 ein Projektionsverfahren zur Wiedergabe von Schwarz-Weiß-Fernsehbildern auf großen Bildschirmen (z.B. Kinoleinwand [bei gemeinsamem Fernsehempfang auf einer Großveranstaltung]) ("Eidophor"-Verfahren).
Eine der berühmtesten Chiffriermaschinen war die von der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg verwendete "Enigma" (griech.= Geheimnis), auch wenn die Enigma-Chiffrierung durch eine Gruppe alliierter Kryptoanalytiker (u.a. den Mathematiker Alan Mathison Turing[* London 1912, Wilmslow, Cheshire 1954]) gebrochen wurde, was einen nicht unerheblichen Einfluß auf den Kriegsverlauf hatte. Um den fast unüberwindlichen Enigma-Code zu knacken, verwendeten die Engländer riesenhafte elektronisch arbeitende Rechenmaschinen, die sie "Colossus" nannten. Die 1943 auf die Enigma angesetzten Colossus-Maschinen markierten eine neue Periode in der Geschichte der Kryptoanalyse.
Der amerikanische Mathematiker und Informatiker Howard Hathaway Aiken (*
Hoboken [N. J.] 1900, St. Louis [Mo. ] 1973) konstruierte in
Zusammenarbeit mit den IBM-Ingenieuren Clair D. Lake, Frank E. Hamilton
und
Benjamin M. Durfee 1939-1944 den mit Relais arbeitenden
Großcomputer "Automatic Sequence
Controlled
Computer (ASCC)", bekanntgeworden unter dem Namen "MARK I", der am 7.
August
1944 in der Harvard University,
Cambridge
(Mass.),in Betrieb genommen wurde. Dieser Relaisrechner war der erste
programmgesteuerte elektromechanische Rechenautomat der USA.
Für seinen Bau waren zum überwiegenden Teil Elemente der
Lochkartentechnik, Relais, Zählräder und elektromagnetische
Kupplungen
verwendet worden. Er war fast 16 m lang, 2,5 m hoch, wog 35 Tonnen und
bestand
aus 765 299 Einzelteilen, 2204 Schaltvorrichtungen, 3304 Relais und 175
000
Steckkontakten. Die Dateneingabe erfolgte über ein Lesegerät
für
Lochstreifen und Lochkarten, die Datenausgabe mit einem Kartenlocher und
elektrischen Schreibmaschinen. Das Programm war auf einem Lochstreifen
gespeichert.
Der Rechner "MARK I" wurde zunächst für militärische
Zwecke,
später zur Lösung mathematischer Probleme aus der Physik, den
Ingenieurwissenschaften und der Technik eingesetzt. Für eine
Division
benötigte er durchschnittlich 11 Sekunden.
Der amerikanische Mathematiker ungarischer Herkunft John von Neumann
(eigtl.
Johann Baron von Neumann) (* Budapest 1903, Washington [D. C.]
1957),
seit 1933 Professor am Institute for Advanced Study, Princeton (N. J.),
hatte
1944 die Idee, in den
Computer nicht nur die zu verarbeitenden
Daten,
sondern auch das Programm mitsamt den Operationsbefehlen und Adressen
(der
Speicherplätze) intern zu speichern, also im Arbeitsspeicher
unterzubringen.
Er begann 1944 mit der Umsetzung dieser Idee in der Entwicklung des
ersten
Rechenautomaten mit Speicherprogramm, "EDVAC (Electronic Discrete
Variable
Automatic Computer)" genannt, der jedoch erst 1952 einsatzfähig
war.
Das flexible Speicherprogramm (entgegen den fest verdrahteten oder auf
Programmtafeln gesteckten Programmsteuerungen bei allen bisherigen
Rechnern)
wurde erstmals angewendet in dem von der IBM (USA) gebauten Computer
"SSEC
(Selective Sequence Electronic Calculator)", der am 24. Januar 1948 in
New
York der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Er war mit 12 500
Elektronenröhren und 21 400 Relais ausgerüstet. Die Programme
wurden
zwar von Lochstreifen gesteuert, aber der Bediener konnte zum ersten Mal
die Programmabläufe an der Steuerkonsole verfolgen und, wenn
notwendig,
Korrekturen vornehmen. Die erste Aufgabe dieses Computers war die
Berechnung
der Mondlaufbahn. Seine Ergebnisse wurden zwanzig Jahre später beim
Apollo-Raumfahrt-Programm eingesetzt.
"Expressen" ist der Titel der 1944 gegründeten, täglich abends in Stockholm erscheinenden ersten schwedischen Kaufzeitung.
High-Fidelity, Abk.: Hi-Fi (engl.- hohe
[Original-]
Treue) ist eine wahrscheinlich um das Jahr 1935 in den Vereinigten
Staaten
aufgekommene, aus dem Angloamerikanischen in die deutsche Sprache
übernommene Qualitätsbezeichnung für elektroakustische
Geräte (Rundfunkempfänger, Plattenspieler, Tonbandgeräte,
Lautsprecher u.ä. sowie deren Bestandteile, also auch
Tonträger[Schallplatten, Tonbänder, Kassetten]), die bestimmten
objektiv meßbaren technischen Mindestanforderungen genügen und
somit eine originalgetreue Wiedergabe aufgezeichneter oder
übertragener
Schallereignisse gewährleisten.
Da das menschliche Ohr Frequenzen im Bereich von 20 bis 20 000 Hz
wahrnehmen
kann, sollten die das Prädikat Hi-Fi beanspruchenden Geräte
alle
in diesem Bereich vorkommenden Frequenzen gleichmäßig
verstärken
und wiedergeben. Aufgrund der elektrischen Aufnahme- und
Wiedergabeverfahren
(seit 1925) konnten in den fünfziger Jahren die (Mono-)
Schallplatten
schon diesen Anspruch erfüllen.
Die ersten Schallplatten in
High-Fidelity-Qualität wurden im Dezember
1944 von der englischen Firma Decca
herausgebracht. Der erste Hi-Fi-Plattenspieler ("Decca Picadilly") wurde
1945 ausgeliefert. Er verfügte über einen Frequenzbereich von
50
bis 14 000 Hz.
(In der Bundesrepublik Deutschland sind die Mindestanforderungen für
Hi-Fi nach DIN 45 500 festgelegt.)
Informationen, die elektronisch bearbeitet, gespeichert oder
übertragen
werden, werden überwiegend durch den Binärcode, einen aus einem
Zeichenvorrat von nur zwei Zeichen (Binärzeichen) aufgebauten Code,
dargestellt. Die kleinste Darstellungseinheit für Informationen und
Daten, die aus der Binärentscheidung, d.h. der
Alternativentscheidung
zwischen nur zwei möglichen Zuständen (ja/nein; 0/1; Strom/kein
Strom) besteht, wird als Bit (als
Nachrichteneinheit
bit geschrieben) (Abk. für engl.: binary digit = Binärziffer)
bezeichnet.
Bit ist auch die Bezeichnung für die einzelne Stelle eines
binär
codierten Wortes.
Im Speicher einer elektronischen Datenverarbeitungsanlage belegt ein Bit
eine sogenannte Speicherzelle mit den möglichen Inhalten 1 und 0.
In der Nachrichtentechnik ist 1 bit die Einheit für den
Informationsgehalt
einer Nachricht. Tausend Bit bilden ein Kilo-Bit, eine Million ein
Mega-Bit
und eine Milliarde ein Giga-Bit.
Die Nachrichteneinheit als "bit" zu bezeichnen, wurde auf einem Treffen
von
Physiologen, Rechenmaschinenkonstrukteuren und Mathematikern beschlossen,
das gegen Ende des Winters 1943/1944
in Princeton (N. J.) stattfand. Zu dieser Zusammenkunft hatten die
amerikanischen
Mathematiker Norbert Wiener (* Columbia [Mo.] 1894, Stockholm
1964)
und John von Neumann (* Budapest 1903, Washington [D. C.] 1957)
Wissenschaftler eingeladen, die an Fragen der Nachrichtenübertragung
in Verbindung mit Problemen der Steuerung und Regelung interessiert
waren.
"Bit" als Einheit in der elektronischen Datenverarbeitung wurde von dem
amerikanischen Mathematiker John W. Tukey im Zusammenhang mit der Arbeit
am ENIAC-Computer 1946 eingeführt.
In Deutschland wurde in den Jahren 1945 und 1946 ein erstes Richtfunknetz aufgebaut, das von Frankfurt/M. nach Bremen, Nürnberg und München reichte.
Die ersten deutschen Tageszeitungen nach dem
Zweiten Weltkrieg waren zunächst Nachrichtenblätter der
örtlichen
Militärverwaltungen, denen die in allen Besatzungszonen von den
Militärregierungen für die deutsche Bevölkerung zentral
herausgegebenen Tageszeitungen folgten: sowjetische Zone: "Tägliche
Rundschau", Berlin (Ost) 15. 5. 1945
- 1955; amerikanische Zone: "Die Neue Zeitung", München 18. 10. 1945
- 30. 1. 1955; britische Zone: "Die Welt", Hamburg 2. 4. 1946 ff.;
französische Zone; "Nouvelles de France", Baden-Baden (später
Konstanz)
15. 9. 1946 - 1948 (französisch/ deutsch).
Gleichzeitig gaben die Kontrollbehörden der Militärverwaltungen
Lizenzen für Zeitungen (und Zeitschriften) ab. Am 1. 8. 1945
erschien
als erste Lizenzzeitung die "Frankfurter Rundschau".
Nach Aufhebung des Lizenzzwangs im September 1949 gründeten die
Altverleger
wieder ihre Zeitungen, was zu dem für Deutschland charakteristischen
Bild einer vielfältigen Tagespresse mit kleinen Lokal- und mittleren
Regionalzeitungen führte. In der sowjetischen Zone wurde die Presse
nach einheitlichen Parteigesichtspunkten orientiert.
Der Verlagsbuchhändler Peter Suhrkamp (* Kirchhatten [Oldenburg] 1891, Frankfurt/M. 1959) erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg im Oktober 1945 als erster deutscher Verleger in Berlin die Lizenz für einen Buchverlag.
Anfang 1945 brachte das Unternehmen Eterpen Co. in Buenos Aires die ersten Kugelschreiber für den Privatgebrauch nach Patenten der Brüder Laszlo und Georg Biró auf den Markt.
Der amerikanische Elektroingenieur John Presper Eckert (* Philadelphia
[Pa.]
1919) und der amerikanische Physiker John William Mauchly (* Cincinatti
[Oh.]
1907, 1980) bauten zwischen 1942 und 1946 den ersten
Rechenautomaten
der USA mit Elektronenröhrentechnik, zugleich die erste
elektronische
Großrechenanlage der Welt, die den Namen "ENIAC (Electronic
Numerical
Integrator and Computer)" erhielt.
Der mit über 18 000 Elektronenröhren bestückte, 30 Tonnen
schwere und einen 140 qm großen Raum füllende erste
Großrechner
der (auf der Röhrentechnik gründenden) ersten
Computergeneration
war ab Mai 1946 einsatzfähig. Er
hatte eine etwa tausendmal schnellere Multiplikationszeit als der
elektromechanische Rechner "MARK I" (1944).
Der ENIAC-Computer wurde zunächst für militärische Zwecke
(ballistische Berechnungen von Geschossen, Atomwaffenentwicklung),
später
als Universalrechner eingesetzt und war bis Oktober 1955 im Betrieb.
Heute
steht er im historisch-technischen Museum der Smithsonian Institution,
Washington
(D. C.).
(1973 wurde in einem Patentprozeß in den USA der 1942 vollendete
Atamasoff-Berry-Rechner bekannt und damit der Prioritätsanspruch von
ENIAC, die erste elektronische Großrechenanlage der Welt zu sein,
fragwürdig.)
1946 verlegten die Engländer von Lowestoft (Grafschaft Norfolk) nach der Insel Borkum das erste Koaxialseekabel mit Unterwasser-Röhrenverstärkern.
Am 15. Dezember 1946 brachte der Axel Springer Verlag, Berlin (West), mit dem Wochenblatt "Hör zu. Rundfunkzeitung des Nordwestdeutschen Rundfunks" die erste deutsche Nachkriegsillustrierte auf den Markt.
Der Typ des Nachrichtenmagazins wurde in Deutschland mit der Wochenzeitschrift "Der Spiegel" eingeführt (gegründet in Hannover am 16. 11. 1946 als "Diese Woche" von Offizieren der britischen Informationskontrolle zusammen mit deutschen Redakteuren, u.a. dem Publizisten Rudolf Augstein[* Hannover 1923], und vom 4. 1. 1947 an von diesem als Lizenzträger und Herausgeber als "Der Spiegel" weitergeführt, seit 1952 mit Sitz in Hamburg).
Der amerikanische Physiker und Industrielle Edwin Herbert Land (* Bridgeport [Conn.] 1909, Cambridge [Mass.] 1991) stellte am 21. Februar 1947 auf einer Tagung der Optical Society of America ein von ihm entwickeltes Kamera- und Filmsystem vor, das innerhalb weniger Sekunden nach der Belichtung fertige schwarzweiße Papierbilder lieferte ("Polaroid-Verfahren"). Im November 1948 kam die erste Sofortbildkamera, die "Polaroid-Land-Kamera, Modell 95", auf den Markt, gebaut von der Polaroid Corporation, Cambridge (Mass.), die Land 1937 zur Herstellung von Polarisationsfiltern, vor allem für blendfreie Sonnenbrillen, Sicherheitsgläser u.ä. gegründet hatte. Diese erste (noch 1,8 kg schwere) Polaroidkamera warf kurze Zeit nach der Aufnahme fertig entwickelte 83 x 108 Millimeter große Papierbilder aus. Zahlreiche neue Kameramodelle folgten.
Nach 1945 erhielt die Entwicklung der
Tonbandtechnik, die in Deutschland ihren
Anfang
genommen hatte (1935), bedingt durch den Totalverlust des deutschen
Patentbesitzes, in aller Welt einen Aufschwung. So wurde in den USA sehr
rasch eine Menge billiger Tonbandgeräte für den Heimgebrauch
entwickelt.
Das erste Heimgerät war das Modell "Soundmirror", das von der Brush
Development Co., Cleveland (Oh.),
1947 auf den Markt gebracht wurde.
Mit dem amerikanischen Raketenflugzeug "Bell
X-1", gesteuert von dem Piloten Charles Yeager, wurde am 14. Oktober
1947 erstmals die
Schallgeschwindigkeit
überschritten.
Das erste Überschallverkehrsflugzeug, die sowjetische Tupolew
Tu-144,
startete am 31. Dezember 1968 zu seinem Jungfernflug. Das zweite
überschallschnelle Verkehrsflugzeug, die britisch-französische
"Concorde", machte am 2. März 1969 seinen Erstflug.
Der britische Physiker ungarischer Herkunft Dennis Gabor (* Budapest
1900,
London 1979) erfand 1948 die
Holographie, ein Verfahren der
Bildaufzeichnung
und -wiedergabe mit kohärentem Licht, das, im Unterschied zur
konventionellen Photographie, die Speicherung und Reproduktion von
Bildern
mit dreidimensionaler Struktur ermöglicht.
Gabor erhielt für seine Erfindung 1971 den Nobelpreis für
Physik,
nachdem in der Zwischenzeit sich die vielfältigen
Anwendungsmöglichkeiten der Holographie abzeichneten. Praktische
Bedeutung
erlangte die Holographie nämlich erst, als mit dem Laserlicht (1960)
eine kohärente Lichtquelle mit ausreichend hoher Intensität zur
Verfügung stand.
Der Initiator der modernen Langspielplatte
war
der ungarisch-amerikanische Physiker Peter Carl Goldmark (* Budapest
1906,
Westchester [N. Y.] 1977), der seit 1936 Entwicklungsingenieur bei
dem amerikanischen Medienunternehmen Columbia Broadcasting System Inc.
(CBS),
New York, war.
Goldmarks erste erfolgreiche Langspielplatte mit einer Spieldauer von 23
Minuten pro Seite, als Patent unter der Bezeichnung "LP" (Abk. für
engl.;
Long Playing Record) angemeldet, wurde am 21. Juni
1948 auf einer Händlertagung in
Atlantic City (N. J.) vorgestellt. Sie war eine Schallplatte aus
Kunststoff
auf Vinylbasis (genauer eine Polyvinylchlorid-Platte) von einem
Durchmesser
von 30 cm mit 33 1/3 U/min und Mikrorillen (100 Rillen/cm). Sie
löste
bald die bisher gebräuchlichen Schellackplatten von 25 oder 30 cm
Durchmesser mit 78 U/min und Normalrillen (36 Rillen/cm) ab.
Die nach dieser neuartigen Langspielplatte der CBS herausgebrachten
ersten
Platten enthielten das Violinkonzert von Mendelsohn Bartholdy und
Tschaikowskys
4. Sinfonie. Aber erst die Platte mit dem Broadway-Musical "South
Pacific"
von Robert Rodgers und Oscar Hammerstein 1949 brachte für Goldmark
und
die CBS den Durchbruch. Die Musik für das ganze Musical paßte
auf eine Platte ohne Wechsel.
Ende 1948 brachte die Radio Corporation of America (RCA), New York, eine
Mikrorillenplatte mit 45 U/min und 16 cm Durchmesser heraus. Sie sollte
zusammen
mit einem billigen Abspielgerät die Langspielplatte
übertrumpfen.
Die erste deutsche Sonntagszeitung wurde in Berlin am 1. August 1948 mit der "Welt am Sonntag" gegründet.
Eins der wichtigsten Bauelemente der Elektronik, der
Transistor (bestehend aus einem
Halbleiterkristall
mit mindestens drei Elektroden), wurde
1948 von den amerikanischen Physikern
John Bardeen (* Madison [Wis.] 1908, Boston [Mass.] 1991), Walter
Houser Brattain (* Amoy [China] 1902, Seattle [Wash.] 1987) und
William
Bradford Shockley (* London 1910, Stanford [Calif.] 1989) in den
Bell
Telephone Laboratories in Murray Hill (N. Y.) entwickelt, wofür sie
1956 den Nobelpreis für Physik erhielten.
Ihr erster Transistor (Spitzentransistor) war ein dünnes
Plättchen
des halbleitenden Materials Germanium.
Am 22. Dezember 1947 bauten die Wissenschaftler erstmals ein solches
Element
statt einer Elekronenröhre in einen Musikverstärker und
erzielten
mit ihm die gleiche Wirkung wie mit einer Verstärkerröhre. Der
Transistor hat gegenüber der Elektronenröhre wesentliche
Vorteile:
Er ist beträchtlich kleiner, langlebiger und hat einen weit
geringeren
Energiebedarf.
Nach Verbesserung des Transistors in den nächsten Jahren (1952 war
er
noch zehnmal kleiner geworden als zu Anfang, das Baumaterial Germanium
war
durch reines, kristallines Silizium ersetzt worden u.a.) wurden 1955 die
ersten Transistoren serienmäßig hergestellt. 1956 waren
bereits
164 verschiedene Transistorarten auf dem Markt.
Transistoren sind nicht nur als Verstärkerelemente, sondern auch als
elektronische Schalter zu verwenden und arbeiten mit den für moderne
Computer erforderlichen Schaltgeschwindigkeiten. Sie haben Taschenrechner
und Digitaluhren möglich gemacht und die Röhren in Rundfunk und
Fernsehgeräten ersetzt.
Die Weiterentwicklung der Transistor-Technologie hat zur Miniaturisierung
elektronischer Schaltkreise geführt (integrierte Schaltkreise
[1959]).
1948 kam in den USA der erste Kugelschreiber mit auswechselbarer Schreibmine auf den Markt.
Die nach der Gründung des Staates Israel (1948) erschienene erste jüdische Enzyklopädie war die "Encyclopaedia Hebraica" in hebräischer Sprache, 32 Bde., Jerusalem 1949-1980.
Das erste vollelektronische Farbfernsehsystem
wurde 1949 in den USA von einer
Forschungsgruppe der RCA (Radio Corporation of America), New York,
entwickelt.
Die Technik war grundsätzlich die gleiche wie beim normalen
Fernsehen,
jedoch wurden entsprechend den Gesetzen der Farbmetrik mit elektronischen
Mitteln je ein Rot-, ein Grün- und ein Blauauszug auf der
Aufnahmeseite
erzeugt, die am Ende des Übertragungsweges durch additive
Farbmischung
ein farbrichtiges Fernsehbild lieferten.
Das erstmals im März 1950 öffentlich demonstrierte
RCA-Verfahren
hatte noch einige Schwächen, weshalb man in den USA zunächst
dem
1940 entwickelten CBS-Farbfernsehsystem den Vorzug gab.
Die ersten Ultrakurzwellenrundfunksender in Deutschland für den regulären Programmbetrieb wurden am 28. Februar 1949 in München und am 1. März 1949 in Hannover in Betrieb genommen.
Um die gleiche Zeit, als der Transistor erfunden wurde, setzte eine
systematische
Miniaturisierung, d.h. Verkleinerung der elektronischen Schaltungen durch
kleine Baugruppen (Modul) und/oder besondere Herstellungsverfahren ein.
Der erste Schritt in die Verkleinerung war die um
1949 in den USA und um etwa 1955 in
Deutschland eingeführte gedruckte
Schaltung.
Sie wurde bereits 1926 von dem französischen Techniker C. Parolini
erfunden.
Bei ihr handelt es sich um eine in Miniaturbauweise ausgeführte
elektrische
Schaltung, die unter Verwendung eines Druckverfahrens auf eine
Isolierstoffplatte
aufgebracht ist.
Als Weiterentwicklung der gedruckten Schaltung wird die integrierte
Schaltung
(1958) angesehen.
1947 begann der Amerikaner Howard Hathaway Aiken (* Hoboken[N. J.] 1900,
St. Louis [Mo.] 1973), der mit seinen beiden Relaisrechnern MARK I
(1944) und MARK II (vollendet Januar 1947) große technische
Erfahrungen
gesammelt hatte, mit dem Bau seines ersten Röhrenrechners MARK III.
Dieser 1950 fertiggestellte
Computer enthielt 5000 Röhren, 1500
Relais
und 1300 Dioden; als Speicher arbeitete ein Magnettrommelwerk (1932) aus
acht Trommeln mit 4200 Speicherplätzen. Der Rechner hatte eine
Multiplikationszeit von 12 Millisekunden.
Der MARK III war der erste Computer, bei dem die Ein-und Ausgabe der
Daten
über Magnetbänder statt über Lochstreifen oder Lochkarten
erfolgte, d.h. bei dem Magnetbänder als Peripheriespeicher
fungierten.
Der von den ENIAC-Konstrukteuren John Presper Eckert (* Philadelphia [Pa.] 1919) und John William Mauchly (* Cincinatti [Oh.] 1907, 1980) entworfene elektronische Rechner "UNIVAC (Universal Automatic Computer) I" war der eigentliche Startpunkt der Computerserienfertigung. Der erste UNIVAC verließ 1950 in Philadelphia (Pa.) das Fließband der Eckert and Mauchly Computer Company (gegr. 1948). Das Modell war sehr erfolgreich, auch nachdem 1950 die Firma Eckert-Mauchly von der Remington Rand Inc. übernommen worden war. In den Jahren 1951-1956 wurden 46 Maschinen dieses Typs verkauft. Die UNIVAC I-Anlage enthielt 5600 Röhren, 1800 Dioden und 300 Relais und benötigte für eine Addition nur noch 0,5 Millisekunden.
Der erste Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (seit 1969: Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels) wurde 1950 dem deutschen Schriftsteller Max Tau (* Beuthen [Oberschles.] 1897, Oslo 1976) verliehen.
Am Anfang der heute elektronisch arbeitenden Reproduktionsanlagen zur Druckvorlagenherstellung stand der von Rudolf Hell (* Eggmühl 1901) entwickelte und von dem nachrichtentechnischen Unternehmen Dr.-Ing. Rudolf Hell, Kiel, (gegr. 1929) 1950 verwirklichte Klischograph, ein elektronisch gesteuertes Graviergerät, das (nur einfarbige) Strich- und Halbtonvorlagen unmittelbar (und für damalige Verhältnisse sehr schnell) in Metallfolien oder farbbeschichtete Kunststoffolien gravierte.
1950 führte der Rowohlt Verlag in Hamburg (seit 1959 in Reinbek bei Hamburg) in Deutschland die Taschenbücher ein. Die erste Nummer seiner Taschenbuchreihe "rororo" (Abk. für: rowohlts rotations romane) war der Roman "Kleiner Mann - was nun" von Hans Fallada (* Greifswald 1893, Berlin 1947).
Schon vor Einführung der Kassettenrecorder kamen bespielte Tonbänder auf den Markt. Sie wurden erstmals 1950 von der Firma Recording Associates in New York angeboten.
Eine elektronische Datenverarbeitungsanlage kann jede in geeigneter Form
binär verschlüsselte Information verarbeiten und dadurch
Aufgaben
aus verschiedenen Arbeitsbereichen übernehmen. Sie besitzt aber
nicht
die Fähigkeit, von sich aus Probleme zu lösen, sondern sie
benötigt dazu einen genauen Rechenplan oder eine vollständige
Anweisung
in einer der Maschine verständlichen Form (Maschinensprache), nach
der
die zur Bearbeitung einer Aufgabe erforderlichen Arbeitsgänge
nacheinander,
zum Teil auch gleichzeitig, ablaufen sollen. Dieser Rechenplan ist als
Programm
(Computerprogramm) definiert. Beim Lösungsgang einer
auszuführenden
Aufgabe ist das Programm gespeichert (in Lochstreifen,
Magnetbändern,
Kernspeichern u.a.).
Während bei den ersten Computern die
Programmierung darin bestand, das Programm rechnergerecht zu schreiben
und
die Lage (Adressen) der einzelnen Befehle im Speicher festzulegen,
entwickelte
man später maschinenorientierte und danach problemorientierte
Programmiersprachen, d.h. künstliche, formale Sprachen zur
Formulierung
von Programmen, die von einer elektronischen Rechenanlage ausgeführt
werden können. Die maschinenorientierte Sprache (Assembliersprache,
Assembler zu engl. to assemble = sammeln) hat die Struktur wie die
Befehle
der Maschinensprache des Computer-Typs, unterscheidet sich aber von der
Maschinensprache dadurch, daß anstelle eines für den Menschen
unverständlichen Binärcodes (ein ablauffähiges Programm
muß
in einen Digitalrechner binär eingegeben werden) die Befehle und
Operanden
durch leichter verständliche mnemotechnische Symbole dargestellt
sind.
(Anstelle der Codierung der Maschinenoperation "Addieren", z.B. durch
00010111
festgelegt, lautet die entsprechende Additionsanweisung "ADD".)
Diese hardwareabhängige symbolische Assembler-Sprache ist erstmals
1950 von dem Engländer Maurice
V.
Wilkes (* 1913) für den von ihm an der Cambridge University
entwickelten
und unter seiner Leitung bis 1949 gebauten Röhrenrechner "EDSAC"
(Electronic
Delay Storage Automatic Computer) eingesetzt worden.
"Fernsehoper" ist die Bezeichnung für eigens für das Fernsehen komponierte Opern, aber auch für Fernsehinszenierungen und Fernsehübertragungen von Bühnenopern. Als erste Fernsehoper im eigentlichen Sinne wurde "Amahl and the night visitors", Oper von Gian Carlo Menotti (* Cadegliano [bei Varese] 1911) am 24. 12. 1951 im Sender NBC (National Broadcasting Company), New York, uraufgeführt. Das Libretto hatte der Komponist geschrieben.
Als erstes deutsches Fernsehspiel nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das "Vorspiel auf dem Theater" aus Goethes "Faust" vom Nord- und Westdeutschen Rundfunkverband, Hamburg, am 2. 3. 1951 gesendet.
In den USA wurde die erste transkontinentale
Richtfunkstrecke im August
1951 in Betrieb genommen.
Am 4. September 1951 wurde über sie als erstes transkontinentales
Fernsehprogramm für die Amerikaner die Eröffnung der
historischen
Friedensvertragskonferenz in San Francisco (Calif.) durch Präsident
Harry S. Truman übertragen, auf der am 8. 9. 1951 Japan seine
Souveränität nach dem Zweiten Weltkrieg wiedererlangte.
Die Micky Maus (engl.: Mickey Mouse), die
von
Walt Disney (* Chicago [Ill.] 1901, Burbank [Calif.] 1966) 1928
erfundene
Zeichentrickfilmfigur (seit 1930 amerikanische Comic-Figur), fand in
Deutschland
Verbreitung mit den Micky-Maus-Heften, die der Stuttgarter Ehapa-Verlag
ab
September 1951 u.d.T. "Walt Disney`s
Micky Maus. Das bunte Monatsheft" auf den Markt brachte.
Das (heute wöchentlich erscheinende) Micky-Maus-Magazin war die
erste
deutsche Zeitschrift, die vollständig in Farbe gedruckt wurde.
Nach Versuchssendungen seit 1940 startete die CBS (Columbia Broadcasting System Inc.)von ihrer Station in New York aus am 25. Juni 1951 mit einer Varietéshow die erste kommerzielle Farbfernsehsendung. Das CBS-System hatte aber den entscheidenden Nachteil, daß es von den Millionen vorhandenen Schwarzweiß-Fernsehern nicht empfangen werden konnte; und die wenigen neuen, teuren Farbgeräte zeigten kein Bild, wenn schwarzweiß gesendet wurde. Daher wurden die Übertragungen im Oktober 1951 wieder eingestellt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Initiative für die Weiterentwicklung des deutschen Fernsehens vom Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR), Hamburg, (gegr. 1948) aus. Am 12. 7. 1950 wurde von Hamburg aus ein Testbild gesendet, am 27. 11. 1950 begann ein Versuchsbetrieb. Im September 1951 nahm die Philips GmbH, Hamburg, mit dem Tischgerät TD 1410 die erste Serienproduktion eines Heimfernsehempfängers auf. Am 25. 12. 1952 wurde das öffentliche Fernsehen aufgenommen. Neben Hamburg strahlten die über Richtfunk angeschlossenen Sender Hannover, Langenberg und Köln täglich von 20.00 bis 22.00 Uhr (bzw. 22.30 Uhr) ein Programm aus, zusätzlich ein halb- bzw. einstündiges Nachmittagsprogramm.
1952 wurde mit der von dem
amerikanischen
Autodidakten Frederick Waller aus Huntington (N. Y.) ( 1954)
entwickelten
Cinerama-Technik ein neues Breitwandfilmverfahren eingeführt. Mit
drei
synchron laufenden Filmprojektoren und einer stark gewölbten
Bildwand
erhielt man bei einem Bildverhältnis 3 (Breite) zu 1 (Höhe)
eine
Raumillusion, die durch stereophone Tonuntermalung unterstützt
wurde.
Den Ton lieferte ein Magnetband; der Stereoton wurde durch fünf
hinter
der Bildwand angebrachte lautsprecher und mehrere Effektlautsprecher im
Vorführungssaal bewerkstelligt.
Der erste Cinerama-Film hieß "This is
Cinerama", wurde am 30. September 1952 in New York uraufgeführt und
blieb 122 Wochen auf dem Programm. (Der erste Spielfilm in Cinerama
folgte
erst 1962.)
Im Jahr 1952 brachte die AEG, Berlin, das erste deutsche Tonbandgerät für private Haushalte (Heimgerät) unter der Bezeichnung "Magnetophon KL 15" auf den Markt.
"Inspektor Tondi", verfaßt von Siegfried Lenz (* Lyck 1926), war das erste deutsche Kriminalfernsehspiel nach dem Zweiten Weltkrieg. Es wurde am 11. 8. 1952 vom Nord- und Westdeutschen Rundfunkverband, Hamburg, gesendet.
Das erste deutsche (eigens für das Fernsehen konzipierte) Originalfernsehspiel nach dem Zweiten Weltkrieg war "Das Sparschwein" von A. Artur Kuhnert, das vom Nord- und Westdeutschen Rundfunkverband, Hamburg, am 9. 7. 1952 gesendet wurde.
Am 24. Juni 1952 erschien die erste Ausgabe der "Bild Zeitung" im Axel Springer Verlag, Hamburg. Sie war die erste deutsche (überregionale) Kaufzeitung nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde mit einer Startauflage von 250 000 Exemplaren zum Preis von 10 Pfennigen verkauft. (Ab 1972 u.d.T. "Bild".)
Nach den ersten in den dreißiger Jahren in den USA hergestellten kurzen 3D-Filmen war der erste dreidimensionale Spielfilm der von Arch Oboler in Hollywood produzierte Abenteuerfilm "Bwana Devil", gedreht nach dem "Natural-Vision"-Verfahren von M. L. Gunzburg. Bei ihm nahm die 3D-Kamera das Bild auf zwei Filmrollen durch zwei im Abstand der menschlichen Augen angeordnete Objektive auf. Bei der Betrachtung der auf der Leinwand erscheinenden Doppelkonturen durch eine Polarisationsbrille sahen die Augen die Bilder nicht flächig, sondern plastisch.
In Deutschland wurde die erste Blindenhörbücherei als Sammlung von Schallplatten und Tonbändern mit Buchtexten und Musikalien 1953/1954 in Marburg unter dem Namen "Deutsche Blinden-Hörbücherei GmbH" gegründet.
Als Gegenmaßnahme zum konkurrierenden Fernsehen versuchte die
Filmindustrie
das Breitwandfilmverfahren ständig zu verbessern. Auf der Suche nach
dem immer noch größeren und breiteren
Film stieß man bei der "Twentieth
Century
Fox-Film Corporation (Abk.: 20th Century Fox)", Los Angeles (Calif.),
1952
auf eine bereits 1925 von dem französischen Physiker Henri Jacques
Chrétien (* Paris 1870, Washington [D. C.] 1956)
entwickelte
Methode, das Kinobild bei der Aufnahme mit Hilfe eines sogenannten
anamorphotischen Spezialobjektivs auf einen 35-mm-Film fast um die
Hälfte
seiner üblichen Breite zusammenzudrängen und es bei der
Wiedergabe
mit entsprechender Projektoroptik auf der Leinwand zur doppelten Breite
zu
dehnen(entzerren). Der zusätzliche Aufwand beschränkte sich auf
eine konkave Großleinwand und das stereophonische
Lautsprechersystem
mit drei Lautsprechern hinter der Leinwand und einem Effektlautsprecher
im
Zuschauerraum. Die 20th Fox Century kaufte dieses, 1937 auf der Pariser
Weltausstellung gezeigte System auf und brachte das Verfahren als
"CinemaScope"
(Cinemascope) heraus.
Den ersten Cinemascope-Breitwandfilm drehte sie nach dem Roman "The Robe"
des amerikanischen Schriftstellers Lloyd Cassel Douglas (* Columbia City
[Ind.] 1877, Los Angeles [Calif.] 1951) (Regie: Henry Koster), der
1953 in den amerikanischen
Filmtheatern
anlief. (Uraufführung: Hollywood, 24. September 1953.)
In der Anfangszeit der elektronischen Datenverarbeitung arbeiteten die
als
Ausgabegeräte fungierenden Drucker (die die verarbeiteten Daten auf
Papier druckten) nach konventionellen Hochdruckverfahren á la
Schreibmaschine.
Als die Computer immer schneller wurden, reichte ihr Tempo nicht mehr
aus.
Es wurde der Drucker (engl.: Printer) entwickelt, ein
Peripheriegerät
für elektronische Datenverarbeitungsanlagen, das mit hoher
Geschwindigkeit
(daher auch als Schnelldrucker bezeichnet)
Daten,
Programme und andere Informationen in Form von Text, Graphiken u.a. auf
Papier
ausgibt. Den ersten Schnelldrucker brachte 1953
die Remington Rand Inc. für den Großrechner UNIVAC
I (1950) heraus. Er konnte 600 Zeilen pro Minute ausdrucken.
Besondere Bedeutung erlangten in der Folgezeit wegen ihrer hohen
Druckgeschwindigkeit die Matrixdrucker (1957).
Nach dem 1949 entwickelten ersten vollelektronischen
RCA-Farbfernsehsystem
wurde 1951 in den USA ein neuer Versuch gestartet, elektronische
Fernsehbilder in Farbe zu senden: Das 1951
gegründete "National Television System Committee (Abk.: NTSC)"
sollte
ein einheitliches amerikanisches Farbfernsehsystem erarbeiten, das zudem
kompatibel sein sollte, d.h. ein Schwarzweißfernsehgerät
mußte
eine Farbsendung in Schwarzweiß, ein Farbfernsehapparat eine
Schwarzweißsendung empfangen können.
1953 war eine Lösung gefunden
worden,
die es möglich machte, Farbfernsehsignale auf demselben Kanal zu
senden,
über den auch Schwarzweißsendungen liefen.
Am 17. Dezember 1953 wurde dieses von dem amerikanischen
Fernsehnormenausschuß NTSC vorgeschlagene Verfahren zur
Übertragung
von Farbfernsehsignalen ("NTSC-System") für den Fernsehsendebetrieb
in den USA freigegeben. Später wurde es auch in Kanada und Japan
eingeführt.
Magnetkernspeicher (Ringkernspeicher), bei
denen
ringförmige Ferrit"kerne" die Informationsträger sind (jeder
Ringkern
kann ein Bit speichern), wurden früher häufig als
Arbeitsspeicher
von Computern verwendet. Der amerikanische Großcomputer
"Whirlwind",
1953 gebaut vom Digital Computer
Laboratory
am MIT (Massachusetts Institute of Technology), Cambridge (Mass.), (als
zweites
verbessertes Exemplar von "Whirlwind I", gebaut 1947-1950) war der erste
Computer mit einem Magnetkernspeicher.
(Whirlwind war 1955 noch der schnellste Rechner der Welt; er
multiplizierte
zwei fünfstellige Zahlen in 0,00006 Sekunden.)
1953 gab der VEB Bibliographisches Institut / VEB Verlag Enzyklopädie, Leipzig, mit seinem "Lexikon A-Z in einem Band" das erste deutsche marxistische Lexikon heraus.
Der erste ganz in Stereophonie produzierte Film war der Gruselfilm "House of Wax", der 1953 von der Warner Brothers Pictures Inc., New York, hergestellt wurde.
Die Deutsche Grammophon GmbH, Hamburg, nahm 1954 im Düsseldorfer Schauspielhaus Goethes "Faust I." in der Gustaf Gründgens-Inszenierung (mit Paul Hartmann als Faust, Gustaf Gründgens als Mephisto, Käthe Gold als Gretchen, Elisabeth Flickenschildt als Marthe) auf. Damit wurde zum erstenmal ein deutsches Drama auf Schallplatte öffentlich zugänglich gemacht.
1954 wurde in den USA das Farbfernsehen nach dem NTSC-Verfahren (1953) eingeführt.
Als erstes Fernsehspiel der Deutschen Demokratischen Republik übertrug der Deutsche Fernsehfunk, Berlin-Adlershof, am 12. 9. 1954 "Die Entscheidung des Tilman Riemenschneider" nach einem Manuskript von Hermann Rodigast.
Wurden bisher die Rundfunkempfänger mit
Röhrenverstärkern betrieben, so wurden nach der Erfindung des
Transistors (1948) die Röhren durch Transistoren ersetzt. Dadurch
wurde
es möglich, Radios im Taschenformat herzustellen.
1954 entwickelte die amerikanische
Firma
Regency das erste Transistorradio.
Die ersten Stereo-Tonbandaufnahmen wurden 1954 von der Firma Livingston Electronics, New York, herausgebracht. Ihr erstes stereophones Tonband (zum Preis von 10 Dollar) enthielt die "Unvollendete" von Franz Schubert und die "Finlandia" von Jean Sibelius.
Nach den maschinenorientierten
Programmiersprachen wurden von der Hardware
unabhängige oder problemorientierte Programmiersprachen entwickelt,
die auf ein bestimmtes Anwendungsgebiet zugeschnitten sind und sich in
Bezeichnungen und Verknüpfungsregeln an die hier übliche
Sprech-
und Schreibweise anlehnen. Diese Sprachen sind einheitlich
definiert und
können für jeden Rechnertyp verwendet werden. Zur
Übersetzung
in die von der Rechenanlage interpretierbare Maschinensprache dienen
Übersetzer-Programme.
Die erste problemorientierte Programmiersprache wurde von dem Amerikaner
John W. Backus als reiner Formelübersetzer (engl.: Formula
translator)
konzipiert, von der Firma IBM (USA), die die Entwicklungskosten
übernahm,
1954 in einer ersten vorläufigen
Fassung veröffentlicht, 1957 fertiggestellt und unter dem Namen
FORTRAN
den Anwendern im mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen
Bereich zur Verfügung gestellt. In der Folgezeit wurde diese Sprache
über mehrere, oft durch römische Ziffern gekennzeichnete
Entwicklungsstufen dem Leistungsvermögen der Rechner angepaßt.
Zur Veranstaltung grenzüberschreitender
Fernsehprogramme (z.B. Übertragung der
Olympiaden) und für einen täglichen Fernsehnachrichtenaustausch
gründete die Europäische Rundfunk-Union
1954 die Eurovision mit Sitz der
Programmkoordination in Genf und der technischen Koordination in
Brüssel.
Die Mitgliedsländer sind durch direkte Bildleitungen miteinander
verbunden.
Der Gedanke eines solchen Zusammenschlusses war 1953 aufgekommen, als die
Krönung der englischen Königin Elisabeth II. mit erheblichem
technischem Aufwand in Westeuropa live übertragen wurde.
Interkontinentale Fernsehlivesendunden wurden erst durch
Fernmeldesatelliten
(ab 1962) möglich.
Die ersten Repräsentativumfragen zur Lesekultur in Deutschland erfolgten 1955 durch das "Institut für Demoskopie Allensbach (IfD)" (gegr. 1947 in Allensbach [Baden-Württ.]). Von da ab bedienen sich große Verlagshäuser (Herder, Freiburg/Br. 1959; Bertelsmann, Gütersloh 1961; Institut für Buchmarktforschung des Bertelsmann-Verlages, Hamburg, jetzt Gütersloh [gegr. 1961]; Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Frankfurt/M. seit 1968 u.a.) der neuen Methode der Demoskopie zur Erkundung des Buchmarktes.
Die zweite Computergeneration (seit 1955)
arbeitete
mit der Transistoren- und Diodentechnik, die raumsparender als die
Elektronenröhrentechnik war.
Der erste mit Transistoren bestückte Computer, entwickelt in den
Forschungslaboratorien der Bell Telephone Corporation, Murray Hill (N.
Y.),
wurde am 19. März 1955
fertiggestellt
und erhielt den Namen "TRADIC" (Abk. für engl.: Transistorized
Digital
Computer). Der mit 800 Transistoren und 11 000 Germaniumdioden
ausgestattete
Digitalrechner ging an die US-Luftwaffe.
Computer der zweiten Generation konnten in einer Sekunde bis zu 15 000
Additionen
ausführen.
Obwohl seit 1870 das Phänomen der Lichtausbreitung in einem
gekrümmten
Strahlenweg durch das Experiment des britischen Physikers John Tyndall (*
Leighlin Bridge [Irland] 1820, Hind Head bei Haslemere [England]
1893)
bekannt war, das scheinbar dem Gesetz widersprach, daß sich Licht
nur
geradlinig ausbreitet, gab es die erste praktische Anwendung für
Tyndalls
Experiment erst 1955, als der Brite
Narinder
S. Kapany denselben Effekt bei Versuchen mit gebogenen feinen Glasfasern
feststellte. Er hatte damit eine neue Art von
Lichtleitern, den Glas-Lichtleiter erfunden
und den Weg für eine vielseitige Anwendung der Glasfaseroptik in
Wissenschaft und Technik gebahnt.
Heute werden bereits großtechnisch Lichtleiterfasern hergestellt,
die
biegsam und dünner als ein menschliches Haar sind. Sie bestehen aus
zwei verschiedenen Glassorten unterschiedlicher Brechkraft, wobei der
Faserkern
(aus Glas mit geringen Zusätzen) etwa 0,01 mm und der Mantel (aus
reinem
Glas) etwa 0,1 mm stark ist. Mehrere Glasfasern können mit
verschiedenen
Schutz- und Stabilisierungsschichten zu einem Kabel (Glasfaserkabel)
zusammengefaßt werden. Glasfaserkabel spielen in der optischen
Nachrichtenübertragung eine bedeutende Rolle (1966).
Der Scanner (zu engl. to scan - abtasten)
ist
ein Gerät, das ein zu untersuchendes Objekt (Bild, Kopiervorlage,
menschlicher Körper u.a.) mit einem Licht- oder Elektronenstrahl
punkt-
bzw. zeilenweise abtastet und die ermittelten Daten weiter verarbeitet,
z.B.
in einem Computer.
Die englische Firma EMI (Electric and Musical Industries Ltd.), Hayes
(Middlesex), stellte 1955 die ersten
Scanner (elektronische Bildabtaster mit integriertem Computer) her.
Nach Einführung des Taschenbuches in Deutschland 1950 durch den
Rowohlt
Verlag, Hamburg, stellten sich einige Verleger die Aufgabe, nicht nur
Dichtung
und Belletristik, sondern auch Bildung und Wissen durch diesen Buchtyp zu
vermitteln.
Sieht man von den "Büchern des Wissens" innerhalb der
Taschenbuchreihe
"Fischer Bücherei" (seit 1951) des S. Fischer Verlages,
Frankfurt/M.,
ab (begonnen mit: Lincoln Barnett, Einstein und das Universum, Dezember
1952
[Fischer Bücherei: Bd. 21]), so machte den Anfang die thematisch
angelegte
"Rowohlts deutsche Enzyklopädie. Das
Wissen
des 20. Jahrhunderts im Taschenbuch" (mit ihrem ersten Band: Hans
Sedlmayr,
Die Revolution der modernen Kunst), die sich bis heute zu einem
gewaltigen
Unternehmen entwickelt hat. Die Enzyklopädie in Taschenbuchform, bei
der jeder Band ein Wissensgebiet umfaßt, hat den Vorteil, daß
der Käufer nicht, wie beim Konversationslexikon, genötigt ist,
alle vorhergehenden Bände zu erwerben. So gesehen ist die
Taschenbuch-Enzyklopädie kein Lexikon im eigentlichen Sinne.
1956 stellte die IBM (USA) mit ihrem
Rechner "IBM-305-RAMAC (Random Access Memory Accounting Computer)" den
ersten
Computer mit einem Magnetplattenspeicher
vor.
Auf 50 schnell rotierenden Magnetplatten konnte ein einzelner
Schreib-/Lesekopf
bis zu 10 Millionen zweistellige Zahlen abrufen oder speichern.
Das erste deutsche Dokumentarfernsehspiel sendete der Bayerische Rundfunk, München, am 30. Mai 1956 mit "Termin Julia wird gehalten" von Helmut Winter. (Thema war das Problem Schiene und Straße.)
1956 war das erste transatlantische See-Telefonkabel ("TAT-1") zwischen Großbritannien (Oban [Schottland]) und Kanada (Clarenville [Neufundland], 3600 km) betriebsbereit. Das Kabel, das teilweise 4000 m tief unter dem Meeresspiegel lag und 102 Verstärker enthielt, übertrug zunächst gleichzeitig 36 Gespräche. Weitere Kabel erhöhten die Kapazität. Als 1976 das sechste Seekabel "TAT-6" zwischen Frankreich und den USA verlegt wurde, hatte dieses bei einer Länge von 6300 km und mit 693 Zwischenverstärkern 4 200 Fernsprechkreise. (Das Kabel TAT-1 funktionierte fehlerfrei bis 1978; dann ersetzte man es durch andere Seekabel.)
Die Videotechnik (video... zu lat. videre -
sehen) umfaßt die Gesamtheit aller technischen Anlagen, Geräte
und Verfahren zur Bild- und Tonaufzeichnung von Fernsehsendungen auf
Magnetband
und zu deren Wiedergabe über ein Fernsehgerät.
Wie das Magnetbandverfahren schon entscheidender Bestandteil der
Schallaufzeichnungstechniken geworden war (Magnettonverfahren), unternahm
man Anfang der 1950er Jahre Versuche auch zur magnetischen
Bildaufzeichnung
(MAZ) (1951 die US-Firma Minicom, ein Abkömmling der
Scotch-3M-Company,
1954 die RCA[Radio Corporation of America]).
Das erste serienmäßige MAZ-Verfahren wurde von dem
amerikanischen
Ingenieur Charles P. Ginsburg und der Firma Ampex, Redwood (Calif.),
(gegr.
1944) entwickelt.
Nach einer ersten gelungenen firmeninternen Vorführung einer
funktionsfähigen magnetischen Bildaufzeichnung am 2. März 1955
(gearbeitet wurde mit einem 2 Zoll [5,08 cm]breiten Magnetband, das mit
einer
Geschwindigkeit von 38,1 cm/sec lief) stellte die Firma Ampex im April
1956 in Chicago ihr erstes Gerät
zur Aufzeichnung von Fernsehbildern und zugehörigem Ton auf
Magnetband
(Videoaufnahmegerät, Videorecorder)
unter
der Bezeichnung "Ampex VR 1000" vor. (Es kam erst fünfzehn Jahre
später in den Handel.)
Am 30. November 1956 wurde die erste Video-Bandaufzeichnung der
Fernsehgeschichte
(Fernsehaufzeichnung [des Programms "Douglas Edwards with the News"]) mit
einem Gerät vom Typ Ampex VR 1000 über das gesamte
US-Fernsehnetz
ausgestrahlt.
Ursprünglich war der Videorecorder nur für Sendeanstalten
gedacht,
die ein Programm vorproduzieren und erst später senden wollten. Doch
die Entwicklung führte zu Heimgeräten
(Videokassettenrecordern),
mit deren Hilfe jeder Fernsehteilnehmer Programme aufnehmen und wieder
abspielen
kann.
Das erste Videoband (zur magnetischen Aufzeichnung von Fernsehsendungen und deren Wiedergabe auf dem Bildschirm eines Fernsehgerätes), das auf den Markt kam, wurde von zwei Mitarbeitern der amerikanischen Firma Scotch-3M-Company, Mel Sater und Joe Mazzitello, entwickelt. Es gelang ihnen, ihre Erfindung, das "Scotch 179" (mit einer Breite von 2 Zoll [5,08 cm], einer Länge von fast 800 m und einem Gewicht von 10 kg) am gleichen Tag zu präsentieren, an dem die kalifornische Firma Ampex ihren ersten Videorecorder vorführte.
Die ersten Bildungsfernsehkurse mit Abschlußprüfung wurden von der Fernsehstation WTTW in Chicago (Ill.) angeboten. Die Sendereihe wurde unter der Bezeichnung "TV College" im Herbst 1956 gemeinsam mit dem Chicago Junior College gestartet. Der Fernsehunterricht wurde durch schriftliche Arbeiten, Zusammenkünfte zwischen den Fernsehschülern und den Fachlehrern sowie einen Telefondienst ergänzt.
Der erste volltransistorisierte und in Serie hergestellte Computer wurde 1957 von der Firma Siemens AG, Berlin, München, unter der Bezeichnung "Siemens 2002" herausgebracht.
1957 entwickelte in Frankreich der Elektrotechniker Henri de France (* Paris 1911, ebd. 1986) das Farbfernsehsystem SECAM (Système électronique couleur avec mémoire), das wie das amerikanische NTSC-System (1953) mit dem Schwarzweißempfang kompatibel ist, aber die Mängel von NTSC (störende Einflüsse beim Übertragen und Farbfehler bei der Wiedergabe) weitgehend ausschaltet. Jedoch ist die französische Fernsehnorm empfindlich gegen Störungen bei schwachen Sendern und bei Schwarzweißsendungen.
Ab Anfang der 1960er Jahre erhielt der Reprint
(engl.= Wiederabdruck, Neudruck), ein photographischer und dadurch
meist originalgetreuer Neudruck eines älteren Werkes, wachsende
Bedeutung
für die Bibliotheken. Durch Reprints konnten nämlich durch
Kriegseinwirkung dezimierte Bibliotheksbestände ergänzt oder im
Falle von Bibliotheksneugründungen ältere
Literaturbestände
allererst aufgebaut werden. Der erste Reprint-Verleger war der 1939 in
die
USA emigrierte ehemals Wiener Antiquar Hans P. Kraus (* 1907), der in New
York seine "Kraus Reprints" mit dem Nachdruck der beiden Zeitschriften
"Jet
Propulsion", Easton (Pa.) 1930-1958, und "Journal of the British
Interplanetary
Society", London 1934 ff., begann.
Mit der Auswahl gerade dieser beiden Periodika trug er dem Beginn einer
neuen
Ära in der Raumfahrtforschung Rechnung (4. 10.
1957: Start des ersten Erdsatelliten
der Welt durch die UdSSR).
Mit dem Start des ersten künstlichen Satelliten
der Welt, "Sputnik 1", durch die UdSSR am 4. Oktober
1957 begann das Satellitenzeitalter
und
damit eine neue Ära der Nachrichtentechnik.
Sputnik 1, eine metallene Hohlkugel von 58 cm Durchmesser und 86,3 kg
Masse,
umkreiste die Erde in 900 km Höhe und sendete 21 Tage lang
Funksignale
aus; der Satellit blieb 62 Tage auf seiner Umlaufbahn.
Den ersten Taschenbuchladen der Bundesrepublik Deutschland, der zugleich auch der erste Selbstbedienungsladen im deutschen Buchhandel war, eröffnete am 25. Juli 1957 der Kölner Bahnhofsbuchhändler Gerhard Ludwig.
1957 führte die IBM (USA) den zu
den Schnelldruckern gehörenden
Matrixdrucker
ein. Bei ihm waren die zu druckenden Zeichen nicht fertig als Lettern
vorhanden,
sondern wurden beim Druckvorgang aus Rasterpunkten zusammengesetzt und
mit
Hilfe eines matrixförmig angeordneten Blocks von kleinen,
mikroprozessorgesteuerten Nadeln neu gebildet. Die Druckgeschwindigkeit
des
ersten Matrixdruckers (Nadeldruckers) betrug bereits 1000 Zeilen pro
Minute.
Je nach Bauweise und Drucktechnik können Matrixdrucker heute sehr
verschieden sein: es gibt außer Nadeldruckern z.B. Thermodrucker,
Tintenstrahldrucker oder Laserdrucker. Die Druckqualität eines
Matrixdruckers ist umso besser, je kleiner der Durchmesser der
Matrixpunkte
und je größer ihre Zahl pro Flächeneinheit ist.
Im Oktober 1958 fertigte der
Amerikaner
Jack St. Clair Kilby (* Jefferson City [Mo.] 1923), Wissenschaftler bei
der
Firma Texas Instruments Inc., Dallas (Texas), die erste integrierte
Schaltung
(engl.: integrated circuit, Abk.: IC), eine neuartige, miniaturisierte
elektronische Schaltung, deren Bauteile nicht mehr auf verschiedenen
Plättchen, sondern innerhalb eines und desselben Halbleiterkristalls
an verschiedenen Stellen angebracht (integriert) wurden. Verschiedene
Abschnitte
eines Siliziumplättchens wurden mit Unreinheiten, d.h. mit anderen
Stoffen,
versetzt, so daß jeder dieser Teile andere Eigenschaften bekam und
die Funktion eines Transistors, eines Kondensators, eines Widerstandes
usw.
übernehmen konnte, wobei die Schaltelemente noch durch die
notwendigen
Leitungen verbunden wurden. Vier Monate nach der Herstellung seiner
ersten
auf einem Halbleiterkristall integrierten elektronischen Schaltung, die
deshalb
auch als monolithische integrierte Schaltung oder als
Chip (engl.= Stückchen, Schnipsel)
bezeichnet
wurde, meldete Kilby seine Erfindung zum Patent an, das ihm aber erst
1964
erteilt wurde.
Denn das Schutzrecht wurde zunächst angefochten, da nahezu
gleichzeitig
mit Kilby der Amerikaner Robert Norton Noyce (* 1927) unter Verwendung
der
von dem Schweizer Physiker Jean Amedee Hoerni (* 1924) in den USA 1958
entwickelten sogenannten Planartechnik zur Herstellung von
Halbleiterbauelementen
auch die Integrations-Idee verwirklicht hatte. Noyce brachte die
Planartechnologie zur Praxisreife und schuf damit die Grundlage für
die Mengenfertigung der Chips.
1958 stellte die Firma Ampex, Redwood (Calif.), unter der Bezeichnung "VR 1000 B" den ersten Farb-Videorecorder vor.
Nach dem Start von "Sputnik 1" durch die UdSSR (1957) wurde am 31. Januar
1958 der erste
US-Satellit "Explorer 1" gestartet. (Er
registrierte
die Existenz eines Strahlungsgürtels von 60000 km Dicke im
Magnetfeld
der Erde.)
Im Dezember 1958 begannen die USA Versuche mit Nachrichtensatelliten.
Nachrichtensatelliten (Kommunikationssatelliten) umkreisen die Erde auf
kreisförmigen oder elliptischen Bahnen und dienen der
Übertragung
öffentlicher und von privaten Betreibern angebotener
Telekommunikationsdienste (Fernsprechen, Fernschreiben, Fernkopieren,
Fernsehen,
Hörfunk, Datenübertragung u.a.)
Am 18. Dezember 1958 starteten die Amerikaner den ersten (68 kg schweren)
(Versuchs-) Nachrichtensatelliten "SCORE" (Signal Communication by
Orbiting
Relay Equipment). Er funkte u.a. am Weihnachtsabend eine vorher
aufgenommene
Weihnachtsansprache von US-Präsident Dwight D. Eisenhower
automatisch
aus dem Weltraum zur Erde; gegen Ende Januar 1959
verglühte er in
der
Erdatmosphäre.
Seit 1958 sind Stereoschallplatten im Handel. Gleich drei Firmen, Audio Fidelity (USA), Pye und Decca (Großbritannien), brachten sie erstmals auf den Markt. (Etwa um die gleiche Zeit begann die stereophone magnetische Aufzeichnung und Wiedergabe auf Bändern und Filmen.)
Der Amerikaner Grace Murray Hopper (* 1906) entwickelte für den Computer UNIVAC I bis 1958 die erste problemorientierte Programiersprache für kommerzielle Anwendungen, die er FLOWMATIC nannte. (Bekannter ist die ebenfalls von ihm 1959 konzipierte Programmiersprache COBOL [Abk. für engl.: Common business oriented language], die 1964 als standardisierte Fassung unter der Bezeichnung "USA Standard COBOL" veröffentlicht wurde.)
Seit 1959 besteht die in Zürich erscheinende erste Schweizer Kaufzeitung "Blick".
Für das von dem Amerikaner Chester Carlson entwickelte
Trockenkopierverfahren (Xerographie) (1938) interessierte sich erst die
Haloid
Company, eine 1906 gegründete kleine Firma in Rochester (N. Y.). Sie
brachte 1950 das erste, aber noch ziemlich unvollkommene Xerox-Gerät
heraus.
1959 kam der erste, auf dem Verfahren der Xerographie
basierende
Kopierautomat ("Xerox 914") auf den Markt.
(Mit
ihm ließ sich erstmals auf normales unbeschichtetes Paper
kopieren.)
Aus der Haloid Company wurde die Xerox Corporation (seit 1961 unter
diesem
Namen), heute einer der größten Hersteller von Kopier- und
Vervielfältigungsgeräten.
Die am 4. Oktober 1959 gestartete sowjetische Mondsonde "Luna 3" lieferte beim Umfliegen des Erdtrabanten die ersten Photographien von der Rückseite des Mondes.
1959 fand der erste, vom Börsenverein des Deutschen Buchandels veranstaltete Vorlesewettbewerb für Schülerinnen und Schüler als wesentlicher Beitrag zur Leseerziehung statt. (Seitdem jährlich und vom Ausland nachgeahmt.)
In den 1960er Jahren kam als neuer Typ der
Familienzeitschrift die Elternzeitschrift
auf,
die, vornehmlich für junge Eltern bestimmt, individuelle und soziale
Probleme der Familie und Erziehung behandelt.
Die erste Elternzeitschrift in der Bundesrepublik Deutschland wurde
1960 in Krefeld gegründet. "Wir
Babys", teilweise "Elternmagazin. Wir Babys", "Elternmagazin" (1965-1966)
waren ihre ersten Titel; nach einer Neugründung 1966 erscheint sie
in
München u.d.T. "Eltern".
1960 konstruierte die japanische Firma Sony Corporation, Tokio, den ersten Fernsehempfänger, bei dem alle Elektronenröhren (außer der Bildröhre) durch Transistoren ersetzt waren (transistorisierter Fernsehempfänger). Dadurch konnten wesentlich kleinere, auch tragbare Fernsehgeräte als bisher gebaut werden.
Der amerikanische Physiker Theodore Harold Maiman (* Los Angeles [Calif.]
1927) baute 1960 für
experimentelle
Zwecke den ersten Laser (Abk. für
engl.:
Light amplification by stimulated emission of radiation
[Lichtverstärkung
durch stimulierte Strahlenemission]), ein Gerät zur Erzeugung und
Verstärkung von kohärentem Licht. (Maimans erstes
Lasergerät
mit einem zylindrischen Stab aus synthetischem Rubin mit völlig
planen
und parallelen Endflächen lieferte einen kurzdauernden Strahl von
reinem
rotem Licht, das zehnmillionenmal so intensiv wie das Sonnenlicht
war.)
Die Wirkungsweise des Lasers beruht auf der 1917 von Albert Einstein (*
Ulm
1879, Princeton [N. J. ] 1955) theoretisch vorausgesagten
sogenannten
induzierten Emission, d.h. ein Laser funktioniert, einfach
ausgedrückt
nach dem Prinzip: Ein geeigneter Stoff wird mit Lichtenergie so
aufgeladen,
daß er seinerseits wieder Energie, und zwar nicht derselben
Phasenlänge, abgibt.
Den praktischen Nutzen der induzierten Emission erkannte man erst, als
1951
sowohl der amerikanische Physiker Charles Hard Townes (* Greenville [S.
C.]
1915) als auch die sowjetischen Physiker Nikolaj Gennadijewitsch Bassow
(Basov)
(* Usman bei Woronesch 1922) und Aleksandr Michajlowitsch Prochorow (*
Atherton
[Australien] 1916) vorschlugen, auf diese Weise Mikrowellen (sehr
kurzwellige
elektromagnetische Wellen) zu verstärken, im Jahr 1953 Townes den
ersten
Mikrowellenverstärker nach dem Prinzip der induzierten Emission, den
sogenannten Maser (Abk. für engl.: Microwave amplification by
stimulated
emission of radiation [Mikrowellenverstärkung durch stimulierte
Strahlenemission]), baute und nachdem 1958 Townes und sein Schwager, der
amerikanische Physiker Arthur Leonard Schawlow (* Mount Vernon [N. Y.]
1921)
einen "optischen Maser" entwarfen, der nicht Mikrowellen, sondern
sichtbares
Licht ausstrahlt, woraus sich der Laser entwickelte.
Wegen der hohen Lichtintensität und der starken Bündelung gibt
es für den Laserstrahl zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in
Technik,
Naturwissenschaften und Medizin. (Townes, Bassow und Prochorow erhielten
für ihre Entwicklung der Maser- und Laserprinzipien 1964 den
Nobelpreis
für Physik.)
In der üblichen Computerklassifizierung
(Groß-Computer, Mikro-Computer, Mini-Computer [Büro-Computer],
Personal Computer [PC], Home-Computer [Heim-Computer]) liegt die Leistung
des Minicomputers (heute bis zu 2 Mio. Operationen in der Sekunde)
oberhalb
der des PC und unterhalb der des Mikrocomputers.
Der amerikanische Elektroingenieur Kenneth Harry Olsen (* Bridgeport
[Conn.]
1926) entwickelte in der von ihm 1957 gegründeten Firma "Digital
Equipment
Corporation (DEC)", Maynard (Mass.),
1960 den ersten Minicomputer, den
"Programmed
Data Processor (PDP-1)". Dank der raumsparenden Transistortechnik
paßte
er in vier 1,80 m hohe Schränke. Beim PDP-1 erfolgte die Eingabe
über
eine einfache Tastatur und die Ausgabe über einen kleinen Bildschirm
oder einen Drucker. Im Grunde führte diese Ausstattung in direkter
Linie
zu den heutigen Personal Computern.
Der am 1. April 1960 gestartete US-Satellit "Tiros 1" war der erste meteorologische Satellit (Wettersatellit). Er übermittelte bis zum 17. Juni 1960 22962 Wolkenbilder.
Am 12. August 1960 starteten die USA in Des Moines (Ia.) mit "Echo 1" den ersten Ballonsatelliten (zu Testzwecken). Er bestand aus einer beim Start zusammengelegten dünnwandigen Plastikhülle, die auf seiner Umlaufbahn in einer Höhe von 1600 km durch chemische Gasentwicklung zu einem Ballon mit einem Durchmesser von 30 m aufgeblasen wurde. Ein dünner metallischer Überzug diente zur Reflexion der von der Erde ausgestrahlten Funksignale. Geräte zur Verstärkung enthielt er nicht, so daß Echo 1 noch ein passiver Nachrichtensatellit war.
Der erste mit Verstärker und Sender arbeitende aktive Nachrichtensatellit war der am 4. Oktober 1960 gestartete amerikanische "Courier 1B". Er sollte mehrere Jahre funktionieren, verstummte jedoch nach 18 Tagen.
Nach 1960 hielt die Elektronik auch in der Photographie Einzug. Die photographische Kamera entwickelte sich zu einer vollautomatischen Kamera, da durch elektronische Ausstattungen die wesentlichen Kamerafunktionen (Belichtungszeit, Blendenöffnung, Scharfeinstellung u.a.) automatisiert wurden.
Die Forschung zur automatischen
Sprachübersetzung
(maschinellen Sprachübersetzung), der
Übersetzung von Texten einer Sprache in
den entsprechenden Text einer anderen Sprache unter Verwendung
elektronischer
Rechenanlagen, begann mit Veröffentlichungen (seit 1946) und
Experimenten
(seit 1950) des Engländers Andrew Donald Booth (* 1918) und des
Amerikaners
William Weaver (* 1929). Nach 1960
entstanden
die ersten Übersetzungsprogramme.
Zum Beispiel wurde Anfang der siebziger Jahre ein universelles
Übersetzungsprogramm mit der Bezeichnung "SYSTRAN" entwickelt, das
erstmals
in der Vorbereitung des amerikanisch-sowjetischen
Apollo-Sojus-Raumfahrtunternehmens 1975 angewendet und 1981 von der
Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft übernommen wurde.
Eine annähernd perfekte Übersetzungsarbeit verspricht man sich
von dem Einsatz von Expertensystemen (1988).
1961 stellte die niederländische Firma Philips, Eindhoven, auf der Berliner Funkausstellung den ersten auf dem Eidophor-Verfahren (1943) gründenden Großbildprojektor mit einem Bildformat von acht mal zehn Metern vor.
Auf der Suche nach einem neuen Schreibmaschinensystem griff die IBM (USA)
bei der Konstruktion ihrer im Jahre
1961 auf den Markt gebrachten
(elektrischen)
Kugelkopfschreibmaschine auf den Sammeltypenträger zurück, mit
dem in der Frühzeit der Schreibmaschine
schon einige Erfinder gearbeitet hatten: Statt, wie bei den
konventionellen
Maschinen, für jeden Buchstaben einen besonderen Typenhebel
vorzusehen,
verteilte sie den gesamten Schrifttypensatz auf der Oberfläche einer
entlang der Schreibwalze beweglichen und beliebig austauschbaren
Kunststoffkugel.
Ab 1964 arbeitete die verhältnismäßig leise und sehr
schnell
schreibende Kugelkopfmaschine mit nur einmal verwendbaren
Spezialplastikfarbbändern in Kassette, und in der letzten
Entwicklungsstufe
konnten über eine Korrekturtaste und ein parallel zum Farbband
geschaltetes
Korrekturband falsch geschriebene Buchstaben oder auch ein ganzes Wort
gelöscht werden.
Versuche zur drahtlosen stereophonen Übertragung (Rundfunk-Stereophonie) wurden ab 1934 unternommen, führten aber erst zum Erfolg, nachdem das Problem der Kompatibilität gelöst war, d.h. der Möglichkeit, stereophon ausgestrahlte Sendungen mit älteren Radiogeräten monophon bzw. monophone Sendungen mit Stereogeräten zu empfangen. Dies gelang mit einem von den Firmen "General Electric Company (GE)", New York, und "Zenith Radio Corporation", Chicago (Ill.), entwickelten Verfahren ("Pilotton-Verfahren"). Ab 1961 wurden in den USA (nach diesem Verfahren) die ersten Rundfunksendungen stereophon ausgestrahlt.
Die erste deutsche Verbraucherzeitschrift ist das Blatt "DM - Deutsche Mark", Stuttgart (1966 ff.: Frankfurt/M.) 1961 ff.
Ende 1961 wurden von den US-Firmen Texas
Instruments
und Fairchild erstmals integrierte Schaltkreise industriell hergestellt.
Im Oktober 1961 lieferte Texas Instruments an die amerikanische Luftwaffe
einen Kleinrechner, der komplett mit
integrierten
Schaltungen bestückt war.
Die Physiker All Javan (* 1926), William Ralph Bennett (* 1930) und D. R. Herriott fertigten in den USA den ersten Gaslaser, den sie 1961 in Betrieb setzten. Gaslaser sind nicht so energiereich wie Rubinlaser (1960), dafür erzeugen sie einen kontinuierlichen Lichtstrahl, während der Rubinlaser nur kurze Lichtblitze abgibt.
Byte (engl. Kunstwort) ist in der
elektronischen
Datenverarbeitung eine zusammengehörige Folge von Bits zur Codierung
von alphanumerischen Zeichen oder anderen Informationen (z.B.
Schaltzuständen). Bei den meisten Programmiersprachen bilden acht
Bits
ein Byte, so daß durch ein Byte die Verschlüsselung von
28=256 verschiedenen Zeichen (Buchstaben, Ziffern,
Sonderzeichen)
ermöglicht wird. Das Byte ist die kleinste im Speicher eines
Computers
adressierbare Informationseinheit.
Das Byte ist auch die gebräuchliche Maßzahl zur Angabe der
Speicherkapazität der verschiedenen Speicher einer Rechenanlage. Man
gibt diese Kapazitäten in den Vielfachen Kilo-Byte (KByte, Abk.:
KB),
Mega-Byte (MByte, Abk.: MB) oder Giga-Byte (GByte, Abk.: GB) an. Dabei
sind
1 KB = 210 Byte = 1024 Byte, 1 MB = 220 Byte - 1
048
576 Byte, 1 GB = 230 Byte = 1 073 741 824 Byte. Der Begriff
Byte
wurde im Zusammenhang mit dem von der IBM (USA) für das Los Alamos
Laboratory der U.S. Atomic Energy Commission entwickelten und
1961 in den Dienst gestellten
Großcomputer "STRETCH" eingeführt.
Eine Postleitzahl ist ein mehrstelliger
Zahlenzusatz
zur Ortsbezeichnung als Bestandteil der Postanschrift und dient der
Beschleunigung und Vereinfachung des Postverkehrs. 1941 wurde in
Deutschland
der erste Versuch unternommen, Postleitzahlen einzuführen, indem
Deutschland
in 24 Leitgebiete aufgeteilt wurde.
Diese Vorform der Postleitzahl wurde
1961 in der Bundesrepublik
Deutschland,
in der Deutschen Demokratischen Republik 1965 durch ein vierstelliges
Postleitzahlensystem ersetzt, dessen erste Ziffer die "Leitzone", die
beiden
ersten den "Leitraum", die drei ersten den "Leitbereich" und alle vier
Ziffern
den Postort angeben.
Der Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik machte neue
Postleitzahlen
erforderlich. Am 1. Juli 1993 führte die Deutsche Bundespost ein
nunmehr
fünfstelliges Postleitzahlensystem ein, in dem, wie im bisherigen
System,
jeder einzelnen Stelle eine besondere Leitaufgabe zukommt, jedoch mit
feineren
Unterscheidungen.
Nach dem deutschen Vorbild gibt es Postleitzahlen in der Schweiz seit
1964,
in Österreich seit 1966 sowie in zahlreichen anderen Ländern.
Der erste abendfüllende Spielfilm in Cinerama war "The Wonderful World of the Brothers Grimm", der als Produktion der Metro-Goldwyn-Mayer Incorporated, New York, (unter der Regie von George Pal und Henry Levin) 1962 entstanden war.
1962 kamen in den USA die ersten
integrierten
Schaltungen auf den Markt.
Mit ihrem Baubeginn konnte man auf einem fünf Quadratmillimeter
großen
Siliziumplättchen acht Transistorfunktionen mit allen
Verbindungsleitungen
und Kontakten unterbringen. 1969 faßte ein
Chip schon 64 Schaltkreise mit 664
Transistoren;
1970 wurden 14 000 Schaltelemente auf einen 17-Quadratmillimeter-Chip
gebracht,
womit die physikalischen Grenzen noch nicht erreicht waren.
Schon beim Übergang von der Elektronenröhre zum Transistor (auf
vielen Gebieten seit Beginn der 1950er Jahre) war die Miniaturisierung
auf
ca. ein Zehntel verwirklicht worden. (Während die Röhren meist
eine Länge von mehr als 10 cm hatten, war ein Transistor nicht viel
größer als eine Erbse.)
Um 1962 schrumpften die Transistoren
und die Dioden auf die Größe eines Salzkorns und führten
bei elektronischen Rechen- und Datenverarbeitungsanlagen zu höherer
Rechengeschwindigkeit und Leistung bei geringeren Herstellungskosten.
Dies
waren die Kennzeichen der dritten, durch die Miniaturtechnik bestimmten
dritten
Computergeneration (seit 1962).
Später arbeiteten die Rechner der dritten Generation mit
Schaltkreisen
in sogenannter Hybridtechnik, die teils aus Einzelbauelementen und teils
aus Bauelementen bestanden, die in ihrer Kombination eine bestimmte
Funktion
erfüllten.
Etwa 15 000 Additionen pro Sekunde erreichten die Computer der zweiten
Generation, 150000 Additionen in einer Sekunde schaffte die
Nachfolgegeneration.
(Beispiele für Rechner der dritten Generation waren der von der
amerikanischen Computerfirma "Control Data Corporation" [gegr. 1957]
konstruierte
Großcomputer "CD 6600" [1964 ] und das IBM-System 360 mit
verschiedenen
Modellen [ab 1965].)
Nach der Erfindung des Lasers (1960) kamen die beiden amerikanischen Wissenschaftler Emmett N. Leith und Juris Upatnieks als erste auf die Idee, den Laser für die Holographie (1948) einzusetzen. 1962 bauten sie unter Benutzung eines Gaslasers das erste Holographiegerät zur Aufnahme und Wiedergabe eines holographischen Bildes.
Am 10. Juli 1962 starteten die
Amerikaner
von Cape Canaveral in Florida aus den ersten kommerziellen (aktiven)
Nachrichten-
und Fernsehsatelliten "Telstar 1", der
weltweite
Direktübertragungen von Fernsehsendungen und Ferngesprächen
möglich machte. Am 20. Juli 1962 übertrug er erstmals
Fernsehbilder
zwischen den USA (Bodenstation Andover) und Frankreich (Bodenstation
Pleumeur-Bodou nahe der nordfranzösischen Atlantikküste).
Im selben Jahr übermittelte Telstar auch die ersten über
Satellit
gefunkten Telefonate über den Atlantik. Am 23. Juli 1962
ermöglichte
er die erste Live-Fernsehübertragung von Kontinent zu Kontinent,
d.h.
den ersten Fernsehprogrammaustausch zwischen Europa und den USA:
Präsident
Kennedy redete die Europäer über Telstar an; der Klang von Big
Ben am Schluß der Europasendung kam in den USA nicht mehr an, da
Telstar
noch kein geostationärer TV-Satellit war und deshalb immer wieder
für
die Nutzung ausfiel.
Am 13. Dezember 1962 kam zu Telstar 1 noch der Nachrichtensatellit "Relay
1" hinzu. Er übertrug von 1963 an Farbfernsehprogramme zwischen
Amerika
und Europa sowie Telefongespräche zwischen den USA und Brasilien.
In den 1960er Jahren entwickelten die Telefongesellschaften elektronische Wählsysteme. Der erste vollelektronische Vermittlungsdienst wurde 1962 in England eingeführt.
Die ersten Versuche, die Einsatzmöglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung für den (wissenschaftlichen) Bibliotheksbetrieb theoretisch zu prüfen und praktisch zu erproben, begannen in der Bundesrepublik Deutschland ab 1963 an den Bibliotheken der Universität Bochum und der Technischen Universität Berlin.
Der Filzschreiber (Faserschreiber, Dochtschreiber), ein Schreibgerät, das aus einem Speicher mit Schreibflüssigkeit (Tinte) und einer Schreibspitze aus einem relativ breiten, hartgepreßten Filzdocht besteht, wurde 1963 von der japanischen Firma Pentel entwickelt. Sie exportierte ihre Filzstifte (mit Acrylspitze) in alle Welt.
Für die reine Unterhaltung bedeutend wurde der Schritt vom Tonbandgerät (1935) zum Kassettenrecorder. 1963 präsentierte der niederländische Philips-Konzern auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin die erste Tonkassette mit passendem Recorder.
1963 brachte der Amerikaner Edwin Herbert Land sein Polaroid-Verfahren (1947) jetzt auch für Farbbilder auf den Markt. Mit der Erfindung seines Farbfilms "Polacolor" ließ sich nach weniger als einer Minute ein Farbabzug herstellen.
1963 wurde das in den Vereinigten Staaten von Amerika 1961 eingeführte Verfahren zur stereophonen Rundfunkübertragung (Pilottonverfahren) von der Bundesrepublik Deutschland übernommen. Am 30. August 1963 übertrug der Sender Freies Berlin Deutschlands erstes Rundfunkkonzert in Stereo.
Ein wichtiger Sonderfall der Nachrichtensatelliten ist der
geostationäre
Satellit (Synchronsatellit), dessen
Umlaufszeit
mit der Rotationsperiode der Erde übereinstimmt, so daß er
immer
über demselben Punkt der Erdoberfläche bleibt. Mit drei um
jeweils
120° gegeneinander versetzten Synchronsatelliten lassen sich alle
Punkte
der Erdoberfläche bis auf polnahe Gebiete erreichen.
Der erste Nachrichtensatellit mit synchroner Umlaufbahn wurde am 14.
Februar
1963 mit dem amerikanischen
Versuchssatelliten "Syncom 1" gestartet. Er erreichte mit 35 800 km zwar
die erforderliche Höhe von etwa 36 000 km, aber bereits nach 24
Stunden
riß die Verbindung mit ihm ab.
Das Zeitalter der geostationären Nachrichtensatelliten begann am 26. Juli 1963 mit dem Start des amerikanischen synchron umlaufenden Kommunikationssatelliten "Syncom 2", der sich besser bewährte als der Vorgänger-Satellit "Syncom 1".
1963 brachte die Firma Ampex, Redwood (Calif.), unter der Bezeichnung "VR 110" den ersten volltransistorisierten Videorecorder auf den Markt.
Die kompakten Kasten- oder Boxkameras hatten zur Popularisierung der Amateurphotographie beigetragen. Aber nicht jedem Amateur gelang es reibungslos, den Rollfilm in die Boxkamera einzulegen und nach Belichtung wieder herauszunehmen, ohne daß es zum Lichteinfall kam. Diesem Umstand trug die Eastman Kodak Company durch Entwicklung eines neuen Filmladesystems Rechnung: 1963 ersetzte sie den Rollfilm durch die Kodapak-Kassette und lieferte für sie eine Serie von "Instamatic"Kameras. Die Instamatic wurde innerhalb von fünfzehn Jahren zur erfolgreichsten Kamera der Photogeschichte.
Die erste Bibel auf einem Stückchen Mikrofilm von der Größe 46 x 44 mm (auf dem 1245 Seiten der Heiligen Schrift untergebracht sind) wurde 1964 von der National Cash Register Company in Dayton (Oh.) für Gäste des Grolier Clubs auf der New Yorker Weltausstellung herausgegeben.
Angesichts der heutigen Informationsflut sind eine der wichtigsten
Möglichkeiten zum Auffinden von fachlichen Informationen die
elektronischen
Datenbanken (Informationsbanken),
verfügbar
als Literaturdatenbanken (enthalten bibliographische Daten, auch mit
Inhaltsangaben), Faktendatenbanken (mit statistischen Daten,
Wirtschaftsinformationen u.ä.) oder Volltextdatenbanken (mit
vollständigem Text der Quellen). Dabei ist eine Datenbank ein
zentral
verwaltetes System großer Mengen von Daten, die so gespeichert
sind,
daß sie mit Hilfe eines Computers auf den neuesten Stand gehalten
und
jederzeit nach verschiedenen Kriterien durchsucht und ausgewählt
werden
können. Die Ausgabe der gewünschten Informationen erfolgt auf
einem
Bildschirm, durch einen Drucker u.a.
Eine der frühesten öffentlich zugänglichen
Literaturdatenbanken
ist das die internationale biomedizinische Zeitschriftenliteratur (auch
einige
Monographien und Reports) erfassende computerisierte Informations- und
Recherchesystem MEDLARS (Abk. für engl.: Medical Literature Aalysis
and Retrieval System), das von der National Library of Medicine, Bethesda
(Md.), seit 1960 entwickelt wurde und seit 1964 arbeitsfähig ist. In
der Bundesrepublik Deutschland war diese Datenbank erstmals 1969
über
das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information
(DIMDI), Köln, zugänglich.
(Datenbanken werden heute auch über Bildschirmtext [Btx]
zugänglich
gemacht und auf CD-ROM angeboten.)
Die Abwicklung des Nachrichtenverkehrs über Satelliten erfordert
sogenannte
Erdefunkstellen (Bodenstationen für den Funkverkehr mit den
Nachrichtensatelliten), welche die relativ schwachen Signale der
Nachrichtensatelliten auffangen und verstärken, aber auch selbst
Funksignale zu den Satelliten senden.
Die erste deutsche, von der Deutschen Bundespost betriebene
Erdefunkstelle
wurde im Herbst 1964 im
oberbayerischen
Raisting ihrer Bestimmung übergeben.
Zuvor, am 8. November 1963, hatte der damalige Bundespostminister Richard
Stücklen (* Heideck 1916) mit dem Leiter der amerikanischen
Raumfahrbehörde NASA vermittelt vom Nachrichtensatelliten Relay 1,
das
erste "Weltraum-Ferngespräch" der Deutschen Bundespost geführt.
Der Typ des Nachrichtenmagazins wurde in Frankreich mit der in Paris 1953 von Jean-Jacques Servan-Schreiber (* Paris 1924) und Françoise Giroud gegründeten Wochenzeitschrift "L'Express" eingeführt, die seit 1964 ein Nachrichtenmagazin ist.
1964 brachte die Firma IBM (USA) die
erste elektrische Schreibmaschine mit
elektronischem
Textspeicher (Magnetband) auf den Markt.
Derartige Schreibmaschinen, welche während des Schreibens den Text
nicht
nur auf Papier ausgeben, sondern auch elektronisch codiert auf einem
Magnetband
speichern, werden besonders für die Mengenfertigung von Werbebriefen
und für die "programmierte Korrespondenz" eingesetzt, bei der immer
wiederkehrende, formelhafte Textpassagen sowie ganze Standardbriefe als
wesentlicher Teil der Geschäftskorrespondenz gespeichert sind, die
bei
Bedarf aus dem Speicher abgerufen und ausgeschrieben werden. Variable
Textstellen
(Datum, Adresse, ggf. Einzelheiten) können ausgespart und manuell
eingetippt
werden.
Globale Bedeutung für die internationale Kommunikation erlangten die
Nachrichtensatelliten von INTELSAT (Abk.
für
engl.: International Telecommunications Satellite Consortium), einer
1964 in Washington (D. C.) von 14
Staaten
unter der Führung der USA gegründeten internationalen
Organisation
für den Bau und Betrieb eines weltweiten Systems von
geostationären
Nachrichtensatelliten (1989; 112 Mitgliedstaaten). Die Staaten sind durch
ihre Post- und Fernmeldeverwaltungen (z.B. die Bundesrepublik Deutschland
durch die Deutsche Bundespost) oder durch private Fernmeldeunternehmen
vertreten.
Der erste INTELSAT-Satellit war "Early Bird" (1965). Die
Leistungsfähigkeit
der INTELSAT-Serien (mit unterschiedlich vielen Satelliten) wurde
ständig
gesteigert. (Konnte z.B. Early Bird mit 39 kg Gewicht 240
Telefongespräche
oder ein Fernsehprogramm übertragen, so stieg die Kapazität der
Satelliten der INTELSAT-V-Serie [1. Start: 1981, Gewicht: 950 kg] auf 12
000 Gespräche und zwei Fernsehprogramme.)
Heute werden etwa zwei Drittel des gesamten internationalen
Fernmeldeverkehrs
(Telefon, Fernschreiben, Fernkopieren, Datenkommunikation) und fast die
gesamte
interkontinentale Fernsehprogrammverteilung über Satelliten von
INTELSAT
abgewickelt. (Seit 1991 wird die aus sieben Nachrichtensatelliten
bestehende
INTELSAT-VII-Serie vorbereitet.)
1965 brachte die Digital Equipment Corporation (DEC), Maynard (Mass.), mit ihrem "Programmed Data Processor 8 (PDP-8)" den ersten massenproduzierten Kleincomputer auf den Markt. Klein genug, um auf Labor- und Bürotischen Platz zu haben, setzte der PDP-8 nach den bisherigen Riesencomputern das Konzept der Minicomputer durch, womit der entscheidende Schritt der Dezentralisierung der Datenverarbeitung getan wurde.
Mit der Erfindung des "Digiset"-Systems durch den deutschen Ingenieur
Rudolf
Hell (* Eggmühl 1901) 1965
begann
der computergesteuerte photoelektronische Lichtsatz die
herkömmlichen
Satztechniken in den Textdruckereien zu
verdrängen.
Beim Lichtsatz sind keine materiellen Vorlagen (z.B. photographische
Negative
wie beim Photosatz [1930]) mehr vorhanden, sondern die Schriftzeichen
sind
in einem Magnetspeicher digital gespeichert. Aus ihm werden sie
entsprechend
dem ebenfalls magnetisch gespeicherten, d.h. auf Magnetbänder
eingetasteten
Text abgerufen, auf dem Leuchtschirm einer Kathodenstrahlröhre
erzeugt
(vergleichbar dem Aufbau eines Fernsehbildes) und auf photographisch
empfindlichem Papier abgebildet, aus dem man nach der Entwicklung eine
Druckvorlage zusammenstellen kann.
Inzwischen haben sich verschiedene Licht- bzw. Photosatzmethoden
(Lichtsatz
und Photosatz lassen sich heute begrifflich nicht mehr streng
unterscheiden)
entwickelt, und zwar, um möglichst hohe Arbeitsgeschwindigkeiten zu
erzielen, in immer engerer Verbindung mit einer EDV-Anlage (Satzrechner).
Die Setzleistung beim Lichtsatz liegt bei über 1 Mio. belichtete
Buchstaben
je Stunde. Da die Photosetz- und Lichtsetzmaschinen in
Leistungsfähigkeit
und Einsatzmöglichkeiten den Bleisetzmaschinen (mit Setzleistung:
5000-7000
Buchstaben/Stunde [Zeilenguß-Setzmaschinen] und über 8000
Buchstaben/Stunde[Typenguß-Setzmaschinen]) um ein Vielfaches
überlegen sind, ist der seit Gutenberg verwendete Bleisatz in den
Druckereien heute weitgehend durch den Photosatz und Lichtsatz ersetzt
worden.
(1976 gab die Linotype GmbH, Berlin, die Einstellung ihrer
Bleisetzmaschinenproduktion bekannt.)
Der erste kommerzielle geostationäre
Nachrichtensatellit für Fernsprech-,
Fernseh-
und Datenübertragung war der am 6. April
1965 von den USA gestartete
Nachrichtensatellit "Early Bird" (engl.= Frühaufsteher), der
später
als erster INTELSAT-Satellit in INTELSAT I umbenannt wurde.
Er nahm am 28. Juni 1965 seinen Dienst als erster internationaler
Nachrichtensatellit auf, der eine ständige Verbindung zwischen
Europa
und Amerika herstellte. Der 39 kg schwere Early Bird konnte gleichzeitig
240 Telefongespräche oder ein Farbfernsehprogramm übertragen.
Er
wurde im August 1969 abgeschaltet.
Seit 1965 stellte die UdSSR Nachrichtenverbindungen zu den Ostblockstaaten durch die Nachrichtensatelliten ihrer "Molnija"-Serie her. (23. April 1965: Start des ersten sowjetischen Kommunikationssatelliten "Molnija A".)
Die 1965 in Saint Louis (Mo.) gegründete Zeitschrift "Miniature Book News" ist die älteste, noch erscheinende Zeitschrift für Miniaturbuchsammler (Miniaturbuchfreunde).
In manchen Arbeitsgebieten gehören heute die "lesenden" Maschinen
(Klarschriftleser, Zeichenleser, Lesemaschinen) schon zum
Alltäglichen.
Ein Klarschriftleser ist ein Gerät
für
das optische Erkennen von (auch für den Menschen lesbaren)
Schriftzeichen
(die meistens genormt sind) und deren Umsetzung in einen für die
Eingabe
in eine Datenverarbeitungsanlage geeigneten Code. Beispielsweise werden
Beleglesern bei Banken einheitlich strukturierte Einzelbelege (Schecks,
Zahlungsanweisungen u.a.) zugeführt, wodurch das Buchungsverfahren
beschleunigt wird. Streifenleser übertragen die in einem
Streifencode
an der Ware angebrachten Vermerke über Preis, Artikelnummer u.a.
unmittelbar
in den Rechner der Registrierkasse und machen das Eintasten
überflüssig. Blattleser lesen unstrukturierte Texte von
Einzelblättern, z.B. die Angaben auf Bestellungen, Frachtbriefen, in
die EDV ein.
Die Lesetechnik erfolgt im allgemeinen photoelektrisch, d. h. durch einen
Lichtstrahl wird das auf dem Datenträger fixierte Zeichen abgetastet
und der Hell-Dunkel-Unterschied zwischen dem dunklen Zeichen und dem
hellen
Grund in elektrische Signale umgewandelt. Die Maschine vergleicht die
aufgenommenen Zeichen anhand bestimmter Merkmale mit den elektronisch
gespeicherten Normzeichen und ordnet sie ein (Zeichenerkennung). Die so
identifizierten Zeichen werden vom Computer weiter verarbeitet.
Um gedruckte oder geschriebene Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen für
elektronische Zeichenleser erkennbar zu machen, sind verschiedene (auch
für
den Menschen lesbare) Spezialschriften entwickelt und international
genormt
worden, z.B. die weit verbreitete OCR-Schrift (Abk. für engl.:
Optical
Character Recognition [optische Zeichenerkennung]). Aus ihr gingen zwei
Schriftfassungen hervor, die meist bei Beleglesern vorausgesetzte strenge
OCR-A-Schrift, die neben einer Anzahl spezieller Zeichen und den Ziffern
nur Großbuchstaben enthält, und die der üblichen
Schreibmaschinenschrift stärker angepaßte OCR-B-Schrift mit
Groß- und Kleinbuchstaben.
Einen der ersten Klarschriftleser brachte die Firma Siemens im Jahre
1965 heraus. Er war in erster Linie
als
Belegleser bestimmt, wurde aber auch für das Lesen von
Postleitzahlen
auf Briefen und Postkarten erprobt, da um diese Zeit die Deutsche
Bundespost
an der Einführung elektronisch gesteuerter Briefsortieranlagen
arbeitete.
Heute gibt es "Scanner", die die gebräuchlichen Schreibmaschinen-
und
Druckschriften automatisch lesen, digitalisieren und einspeichern.
1965 kamen die ersten Musikkassetten auf den Markt.
Nachdem Mitte der 1950er Jahre die Periode der Maschinensprachen
einschließlich ihrer Weiterentwicklung ihren Abschluß
gefunden
hatte, begann danach die systematische Entwicklung problemorientierter
Programmiersprachen, die zu immer
komplizierteren,
aber dafür immer benutzerfreundlicheren Sprachen führte: ein
Laie
konnte sie nach kurzer Einarbeitung beherrschen. So entwickelten in den
Jahren
1963-1965 John G. Kemeny und Thomas
E.
Kurtz am Dartmouth College in Hanover (N. H.) die leicht zu lernende
problemorientierte Programmiersprache BASIC (Abk. für engl.:
Beginner's
All-purpose Symbolic Instruction Code [Symbolischer Allzweck-Befehlscode
für Anfänger]), die sich besonders für die
mathematisch-wissenschaftliche Programmierung (u.a. von Tischrechnern)
eignet
und sich mit verschiedenen Ergänzungen als Dialogsprache (d.i. eine
für den Dialogbetrieb geeignete Programmiersprache) insbesondere bei
Home- und Personal Computern bewährt hat.
1975 schrieben William H. Gates (* 1955), Student der Harvard University,
und Paul Allan die Universal-Programmiersprache BASIC für
Mikrocomputer
um.
1966 kam der amerikanische
Wissenschaftler
Charles K. Kao auf die Idee, Glasfasern zur Übermittlung von
Telefongesprächen zu verwenden, womit er die optische
Nachrichtenübertragung als eine neue Technik einleitete. Bei ihr
werden
elektrische Sendesignale in elektrooptischen Wandlern in Lichtsignale
umgewandelt
und in einem Glasfaserkabel (1955)
übertragen.
Auf der Empfangsseite werden die optischen Signale durch
optoelektronische
Umsetzer wieder in elektrische verwandelt.
Vorteile der optischen Übertragungssysteme gegenüber den
konventionellen, mit Kupfer- und Koaxialkabel arbeitenden sind
größere Übertragungskapazität, geringerer Umfang,
geringeres
Gewicht, niedrigere Dämpfung und damit größere Reichweite
ohne Zwischenverstärker, geringere Empfindlichkeit gegenüber
Störungen; schließlich sind die Rohstoffe für Glas
praktisch
unbegrenzt vorhanden und preiswerter als Kupfer. Da zudem über das
Glasfaserkabel alle Formen der Telekommunikation, die bisher über
elektromagnetische Wellen durch die Luft oder durch Metallkabel
übermittelt
wurden, in digitaler Form geleitet werden können, wird das
Glasfaserkabel
zum wichtigsten Übertragungsmittel der Zukunft, das
gleichermaßen
für die Individual- wie Massenkommunikation genutzt werden kann.
Die Entwicklung der Glasfaserkabeltechnik begann mit Laborversuchen ab
Anfang
der 1970er Jahre.
Nach den ersten, noch thematisch ausgerichteten Taschenbuch-Lexika (Rowohlts deutsche Enzyklopädie, FischerLexikon) gab es bald auch das allgemeine Lexikon in Taschenbuchform: "Das Herder-Bücherei-Lexikon", 2 Bde., Freiburg/Br.: Herder 1965 (nicht bebildert); "Knaurs Lexikon a-z", München: Droemersche Verlagsanstalt 1966; "rororo-Taschenbuch-Lexikon", 9 Bde., Hamburg: Rowohlt Taschenbuchverlag 1966; schließlich erschienen im Deutschen Taschenbuch Verlag, München, (im November) 1966 "für alle, die sich teure Lexika nicht leisten können", die ersten 5 Bände des auf 20 Bände angelegten, nach lexikalischen Unterlagen von F. A. Brockhaus erarbeiteten "dtv-Lexikons", das (im Oktober) 1968 komplett vorlag und das hinsichtlich Zuverlässigkeit und Aktualität wohl als das erste echte deutsche Taschenbuch-Lexikon zu bezeichnen ist.
Die von der Deutschen Bibliothek, Frankfurt/M., (in verschiedenen Reihen
und Kumulationen) 1947-1990 herausgegebene "Deutsche
Bibliographie" (seit 1. 1. 1991 u.d.T.
"Deutsche
Nationalbibliographie und Bibliographie der im Ausland erschienenen
deutschsprachigen Veröffentlichungen" als Vereinigung und
Fortführung
der "Deutschen Bibliographie" der Deutschen Bibliothek, Frankfurt/M.,
[1947-1990]
und der "Deutschen Nationalbibliographie" der Deutschen Bücherei,
Leipzig,
[1931-1990]) begann 1966 als erste
Nationalbibliographie der Welt ihre Herstellung mit Hilfe der
elektronischen
Datenverarbeitung (und des Lichtsatzes).
(Ab Mai 1989 steht sie erstmals [beginnend mit den Daten der Reihen A, B,
C, H, N des Jahrgangs 1986] als CD-ROM-Edition zur Verfügung.)
1966 wurde im dritten Fernsehprogramm des Bayerischen Rundfunks das Telekolleg, eine Einrichtung des Bildungsfernsehens im Rahmen der Erwachsenenbildung, vor allem des Zweiten Bildungsweges, (zunächst mit dem Ziel der Vorbereitung der mittleren Reife) eingeführt. Das Telekolleg verbindet zentrale Unterrichtssendungen, schriftliches Begleitmaterial und Gruppenarbeit von Fernsehschülern und ihren Lehrern an zentral gelegenen Orten (Kollegtage), zum Teil auch Einsendungen schriftlicher Arbeiten zur Kontrolle. Seither haben andere Sendeanstalten ebenfalls Programme entwickelt, die auch im Sinne des Fernstudiums auf Hochschulniveau arbeiten.
1966 brachte die Texas Instruments Inc., Dallas (Tex.), die ersten Thermodrucker in den Handel. Bei den zu den Matrixdruckern gehörenden Thermodruckern werden die zu druckenden Zeichen beim Druckvorgang mit Hilfe erhitzter Druckstifte eingebrannt.
Am 2. 1. 1967 wurde von der Deutschen
Bundespost das Datexnetz (Kw. aus Data
exchange-Netz; engl. = Datenaustausch), ein auf die besonderen
Erfordernisse
der Datenübertragung abgestimmtes öffentliches Wählnetz in
Betrieb genommen, das eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit
als
das Telexnetz ermöglicht.
Es stehen zwei Arten je nach Vermittlungssystem zur Verfügung. Das
Datexnetz
mit Leitungsvermittlung (Datex-L) eignet sich besonders für den
Dialogverkehr (Buchungsverkehr im Kreditgewerbe, Dialog mit Datenbanken
u.a.).
Die Leitungsvermittlung funktioniert im Prinzip wie im Telefonnetz; der
Unterschied liegt in modernster Vermittlungstechnik mit digitaler
Übertragung.
Das seit 1980 bestehende Datexnetz mit Paketvermittlung (Datex-P) ist ein
für die Übertragung großer Datenmengen (z.B. im
Computerverbund)
besonders geeigneter Datendienst. Anders als bei der Leitungsvermittlung
wird hier nicht für die gesamte Dauer einer Verbindung die Leitung
blockiert, vielmehr werden die zu übermittelnden Daten zu kleinen
Datenpaketen zusammengefaßt und diese über jeweils freie
Leitungen
übertragen.
Von 1961 an entwickelte der deutsche Elektroingenieur Walter Bruch (*
Neustadt
an der Weinstraße 1908, Hannover 1990) das
Farbfernsehsystem PAL (Abk. für engl.:
Phase Alternation Line - Phasenänderung pro Zeile), das sich dadurch
auszeichnet, daß es die Übertragungs- und Farbfehler der
Systeme
NTSC (1953) und SECAM (1957) ausgleicht. Am 3. Januar 1963 wurde das
System
in Hannover erstmals vorgeführt.
PAL wurde das offizielle Farbfernsehsystem in der Bundesrepublik
Deutschland.
Am 25. August 1967 startete der
Bundeskanzler
Willy Brandt auf der Berliner Funkausstellung das deutsche Farbfernsehen
mit dem "historischen Knopfdruck".
PAL wurde auch von den westeuropäischen Ländern außer
Frankreich
eingeführt. Frankreich und die Ostblockländer wählten das
SECAM-System.
1968 lösten die
Monolith-Schaltkreise
die Minitransistoren und die in Hybridtechnik hergestellten Schaltkreise
in den Rechnern der dritten Computergeneration (1962) ab und leiteten die
vierte Computergeneration ein.
Die monolithischen integrierten Schaltungen, die in ihrem Inneren keine
eingesetzten diskreten Bauelemente enthalten, führten zu einer
weiteren
Verkleinerung in der Elektronik: Ganze Schaltkreise lassen sich jetzt in
einem einzigen Siliziumplättchen, einem Chip (1958), unterbringen.
Während die Computer der dritten Generation etwa 150 000 Additionen
pro Sekunde erreichten, bewältigten die neuen, auf den
hochintegrierten
Schaltungen (Chips) basierenden Rechner bereits über 300 000
Additionen
in der Sekunde.
Den Fortschritten in der Mikroelektronik sowie auch Verbesserungen der
Rechner-Architektur ist es zu verdanken, daß die Computer immer
leistungsfähiger wurden. Die Leistungsfähigkeit von
Großcomputern
reicht heute über 100 Mio. Operationen in der Sekunde hinaus. Man
kann
sie deshalb schon als Supercomputer bezeichnen (1976).
Die erste Fernsehsendung (Livesendung) aus dem Weltraum wurde von der Mannschaft des amerikanischen Raumschiffs Apollo 8 von seinem Raumflug um den Mond (Start; 21. Dezember 1968, Rückkehr: 27. Dezember 1968) aus einer Entfernung von 222 000 km für eine Zeit von 13 Minuten ausgestrahlt. Während der Sendung zeigten die drei amerikanischen Astronauten Frank Borman (* Gary [Ind.] 1928), Kommandant von Apollo 8, James Arthur Lovell (* Cleveland [Oh. ] 1928) und William A. Anders, wie sie in der Raumkapsel arbeiteten und aßen; nebenbei machten sie kleine Scherze. Zum Abschluß verabschiedete sich Kommandant Frank.
Charles Aaron, Forschungsdirektor bei der Cameron Machine Co.in New
Jersey
(USA), entwickelte eine Maschine ("Cameron") zur integrierten
Fließfertigung, d.h. zur
automatisierten,
lückenlosen Herstellung von Taschenbüchern, vom Druck über
die Weiterverarbeitung der Druckbogen zu gehefteten Büchern bis hin
zum Palettieren. Eine von nur sechs Mitarbeitern betreute 50 m lange
Fertigungsstraße schaffte 8000 Taschenbücher mit bis zu 234
Seiten
in der Stunde.
Eine Druckerei in Kingsport (Tenn.) nahm im Oktober
1968 das erste Modell der Cameron in
Betrieb.
(In der Bundesrepublik Deutschland gibt es die Fließfertigung von
Taschenbüchern seit 1982/1983.)
Das zweifellos größte Ereignis der bisherigen
Fernsehgeschichte konnte am 21. Juli
1969 über die Bildschirme in
aller
Welt live miterlebt werden: Der Kommandant des Raumschiffes Apollo 11
Neil
Alden Armstrong (* Wapakoneta [Oh.] 1930) verließ die
Mondfähre
"Eagle", mit der er zusammen mit dem amerikanischen Astronauten Edwin
Eugene
Aldrin (* Montclair [N. J.] 1930) am 20. Juli 1969 auf dem Mond gelandet
war, und betrat um 3.56 Uhr MEZ als erster Mensch den Mond. Dabei sprach
er die denkwürdigen Worte: "That's one small step for man, one giant
leap for mankind" (engl.= Dies ist ein kleiner Schritt für einen
Menschen,
aber ein großer für die Menschheit). (Zwanzig Minuten
später
folgte ihm Aldrin aus der Fähre.)
Es war die erste Fernsehübertragung von einem anderen
Himmelskörper,
an der Menschen beteiligt waren. Dabei ging das Fernsehbild von einer an
der Mondfähre "Eagle" angebrachten Fernsehkamera über rd. 380
000
km an eine Erdefunkstelle in Australien, von dort zum Fernsehsatelliten
in
36 000 km Höhe, wieder zurück zur Erde, dann über Kabel
und
Richtfunkstrecken zur NASA nach Houston in Texas und alsdann in alle
Welt.
Da die Blindenschrift (Brailleschrift) im allgemeinen nur von den in
jüngeren Jahren Erblindeten erlernt wird, sind die auf Tonband
gelesenen
"sprechenden" Bücher sowie Zeitschriften und Zeitungen
(Hörbücher, -zeitschriften, -zeitungen) sehr verbreitet.
Die von dem Blindenverein der Stadt Wuppertal e.V. in Zusammenarbeit mit
der "Westdeutschen Zeitung" in Wuppertal seit März
1969 herausgegebene
Tonbandkassettenzeitung "Tönende
Wuppertaler
Wochenschau" mit Nachrichten und Berichten aus Wuppertal ist vermutlich
die
älteste lokale Hörzeitung für Blinde und Seebehinderte in
der Bundesrepublik Deutschland. (Jeden Samstag erscheint eine
90-Minuten-Ausgabe,
die an die Bezieher [1991: rd. 260] mit der Post gebührenfrei
["Blindensendung"] geschickt wird.)
Die ISBN (Abk. für engl.: International
Standard Book Number = Internationale Standard-Buchnummer) ist eine
international
eingeführte Identifikationsnummer für jedes Buch, vor allem zur
Rationalisierung des Bestell-und Rechnungswesens im Buchhandel. Sie ist
immer
zehnstellig und setzt sich aus einer Gruppennummer für nationale,
geographische, Sprach- oder ähnliche Gruppen, einer Verlags-, einer
Buchnummer sowie einer Prüfziffer zur Verwendung in Computern
zusammen.
Die ISBN soll im Buch, in Bibliographien und Katalogen abgedruckt werden.
In der Bundesrepublik Deutschland wurde die ISBN im Oktober
1969 eingeführt, nach dem
britischen
(seit 1967) und dem US-amerikanischen (seit 1968) Vorbild.
Analog erhalten fortlaufende Sammelwerke (Zeitschriften,
zeitschriftenartige
Reihen, Schriftenreihen u.ä.) eine international eingeführte
Identifikationsnummer, die ISSN (Abk. für engl.: International
Standard
Serial Number = Internationale Standard-Seriennummer). Sie ist stets
achtstellig
und wird durch den "key title" (standardisierten Kurztitel) ergänzt.
Im Gegensatz zur ISBN enthält die ISSN keine Schlüsselzahl
für
den Verlag oder die nationale, sprachliche o.ä. Herkunft.
1969 gelang es dem Amerikaner Marcian Edward Hoff (*Rochester [N. Y.] 1937), Computerwissenschaftler bei der amerikanischen Firma für Halbleiterelemente "Intel Corporation" (gegr. 1968 von Robert Norton Noyce [*1927] im Zentrum der amerikanischen Computer-Industrie "Silicon Valley", südöstlich von San Francisco [Calif.]), alle Komponenten einer (aus Rechen- und Steuerwerk bestehenden)Zentraleinheit, des Hauptbestandteils eines Computers, auf einen einzigen, einige Quadratmillimeter großen Chip unterzubringen. Er schuf damit den ersten sogenannten Mikroprozessor, einen standardisierten elektronischen Baustein, der für sich allein nicht arbeitsfähig ist, aber in Verbindung mit Speichern sowie Aus- und Eingabeeinheiten das Zentrum eines Mikrocomputers bildet. (Ein Mikrocomputer ist also ein Computer mit einem Mikroprozessor als Zentraleinheit.) Der Mikroprozessor ist keine neue technische Entwicklung, sondern die durch moderne technologische Verfahren zur Miniaturisierung von elektronischen Schaltkreisen möglich gewordene extrem verkleinerte Form eines Prozessors, der damit zum Steuern und Regeln in den unterschiedlichsten Geräten und Maschinen eingesetzt werden kann.
Das erste Videokassettensystem, bei dem das
Bildaufzeichnungsband in einem Kunststoffkästchen untergebracht war,
führte die Sony Corporation, Tokio, 1969
ein. Die (noch unhandlichen und teuren) Kassetten waren nicht
für den Gebrauch durch jedermann (Heimgebrauch), sondern zur
Verwendung
in Schulen, Firmen, Behörden u.ä. gedacht.
(Erst sechs Jahre später brachte Sony ein erstes Heimsystem
[Betamax]
auf den Markt [1975].)
Am 9. Februar 1969 unternahm der erste Jumbo-Jet (amerik.= Großraumdüsenflugzeug), die von der Boeing Co., Seattle (Wash.), entwickelte Boeing 747, den Jungfernflug. 1970 wurde die Boeing 747 mit maximal 490 Sitzplätzen in den Dienst gestellt und eröffnete damit die Ära der Großraumflugzeuge.