Back to the homepage Prof. Dr. Walther Umstätter


Alles Leben ist Problemlösen.

Über Erkenntnisse, Geschichte und Politik

Popper, K.

Piper Verl. München, (1994)

Sir Karl Raimund Popper 28.7.1902 Wien bis 17.9.1994 London, 1965 geadelt
S.15 „Kapitel I. Wissenschaftslehre in entwicklungstheoretischer und logischer Sicht"
 Rundfunkvortrag für den NDR, 7.3.1972
S.23 „Wissen als eine bestimmte Art des Glaubens , nämlich als eine Art des Glaubens , die auf zureichenden Gründen beruht. Die subjektive Interpretation des Wortes >>Wissen<< hat die ältere Wissenschaftstheorie zu stark beeinflußt, denn sie ist völlig unbrauchbar für eine Theorie der Wissenschaft, da die Wissenschaft aus objektiven,sprachlich formulierten Sätzen, aus Hypothesen und aus Problemen besteht und nicht aus subjektiven Erwartungen oder subjektiven Überzeugungen."
S.24 Dreistufiges „Schema des Erwerbs von neuem Wissen von der Amöbe bis zu Einstein anwendbar"
    „1. Problem;
     2. Lösungsversuche;
     3. Elimination,"
S.29 „Aber ich darf wohl Eccles selbst sprechen lassen *:>>Bis 1945 hatte ich folgende konventionelle Ideen über wissenschaftliche Forschung: Erstens, daß Hypothesen aus dem sorgfältigen und methodischen Sammeln von experimentellen Daten erwachsen. Das ist die induktive Idee über die Wissenschaft , die auf Bacon und Mill zurückgeht."
„* Siehe sein Buch >>Wahrheit und Wirklichkeit<<, 1975, S.143 ff."
S.32 Vierstufiges Schema:  „1. Das ältere Problem;
     2. versuchsweise Theorienbildnungen:
     3. Eliminationsversuche durch kritische Diskussion,
         einschließlich experimenteller Prüfung;
     4. die neuen Probleme, die aus der kritischen Diskus-
         sion unserer Theorien entspringen."
S.36 „Eine Theorie gehört zur empirischen Wissenschaft dann und nur dann, wenn sie mit möglichen Erfahrungen in Widerspruch steht, also im Prinzip durch Erfahrung falsifizierbar ist."

!- Damit existiert Wissen nur als Gedankengebäude mit einer mehr oder minder präzisen Entsprechung in der Erfahrung. (Umstätter) -!

S.47 „Kapitel 2. Wissenschaftliche Reduktion und die essentielle Unvollständigkeit der Wissenschaft"
 Zuerst Vortrag 1972, dann veröffentlicht in Studies in the Philosophy of Biology  1974.
S.74  Bereits 1969 „vertrat ich die Auffassung, daß ... das Bewußtsein eines Selbst, bei den Tieren fehlt."
         Durch Sperrys spätere Experimente gestützt: „Danach kann das rechte Gehirn als das eines sehr klugen Tieres beschrieben werden, während nur das linke Gehirn spezifisch menschlich zu sein scheint und seiner selbst bewußt."
S.85 „Warum-Fragen führen niemals zu einer letzten Antwort."
„Man kann jedoch leicht zeigen, daß die Erkenntnis des Universums, sofern sie selbst ein Teil des Universums ist (wie es tatsächlich der Fall ist), notwendigerweise nicht zu vervollständigen ist.
Stellen wir uns einen Mann vor, der eine genaue Karte des Zimmers zeichnet , in dem er arbeitet."
S.100 Die Reihe der natürlichen Zahlen hat kein Ende. Dies läßt sich durch a+1eicht zeigen.
!- In Wirklichkeit ist dies eher eine Frage der definition des Zahlenstrahls, der in gleichbleibende Teile geteilt ist. Daraus ergeben sich auch Division, Multiplikation und die Primzahlen zwangsläufig. -!

S.127 Kapitel „5. Die erkenntnistheoretische Position der Evolutionären Erkenntnistheorie"
„Ein spontaner Diskussionsbeitrag während eines Symposiums in Wien. April 1986" Abgedruckt bei Riedel/Wuketits „Die Evolutionäre Erkenntnistheorie" Parey 1987
S.129  „Alles Wissen ist seinem Inhalt nach a priori, nämlich genetisch apriori. Denn alles wissen ist
S.130  hypothetisch, konjunkturell: Es ist Unsere Hypothese. A posteriorisind nur Ausmerzungen der  Hypothesen."
S.133 „Ich gehe also davon aus, daß das Leben von seinem Anfang
S.134 an eine Antizipation eingebaut haben muß, die Antizipation fortdauernder Umweltbedingungen des  Lebens."
 „in diesem Sinne ist das allgemeine Wissen früher da als das momentane wissen, das besondere Wissen."
S.135 „Also die Blumen >>wissen<< etwas über allgemeine Regelmäßigkeiten."
 !- Siehe dazu Umstätter 1980 und 1990 -!

S.137 So gut wie alle Erkenntnistheoretiker gehen „davon aus, daß mein Wissen eine Folge meiner  Wahrnehmung ist. Nach Korrektur sehe ich die Dinge überhaupt ganz anders."
S.138 „Ich bin aktiv und suche, und indem ich suche, interpretiere ich gewisse Dinge in gewisser Weise"
S.141 Rudolf Carnap geht wie alle anderen davon aus, daß unseren Ansichten Wahrnehmungen zugrunde  liegen. „Ich aber behaupte, daß unser Wissen zu 99 Prozent, oder sagen wir zu 99,9 Prozent, biologisch  angeboren ist; und der Rest ist eine Modifikation,"
 „Angeborenses Wissen, aber nicht sicheres Wissen. Sicheres
S.142 Wissengibt es nicht."  Die Griechen wußten schon: „Die Götter haben sicheres Wissen - episteme, die Menschen haben nur Meinungen - doxa."

S. 217 „Ich vermute, daß das kulturelle Wunder, das Athen im 5. Jahrhundert vor Christus darstellt, zum großen Teil durch die athenische Erfindung des Büchermarkts zu erklären ist; und diese Erfindung erklärt wohl auch die athenische Demokratie."
S.218 „ 507 Demokratie in Athen.
 ...
 490 Schlacht von Marathon.
 ...
S.219 411 Zusammenbruch der athenischen Demokratie."
 404 Sieg Spartas über Athen..."  In 8 Monaten werden mehr athenische Bürger getötet als in 10 Kriegsjahrenn davor.
S.221 Der platonischen Frage: Wer soll herrschen?
    Monarchie  der Herrscher kann gut oder böse sein;
    Aristokratie  es herrschen einige wenige Gute;
    Oligarchie  es herrschen einige wenige nicht so Gute
    Demokratie in der menge gibt es immer auch viele Schlechte
S.223 setzt Popper die Frage entgegen: Wie soll regiert werden.
S.224  Herrschen soll nur das Gesetz.
S.227 Thomas Hobbes „Homo homini lupus."  erfordert einen starken schützenden Staat
S.229 Kant  setzte diesem Paternalismus einen Staat mit der Pflicht „unsere Rechte zu achten und zu garantieren." gegenüber.
Eine Idee die Wilhelm von Humboldt aufgriff  und 1851 in seinem Buch „Ideen, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen" veröffentlichte.
S.230 Durch dieses Buch wurde John Stuart Mills Buch „On Liberty (1859) inspiriert.
S.267 Bei Marx und Engels ist Geschichte bestimmt durch den historischen Materialismus. Dies war eine Umdeutung Hegels Geschichte von Rassenkämpfen zu Klassenkämpfen.
Für Marx war dies der Versuch wissenschaftlich zu beweisen, daß der Sozialismus bzw. Kommunismus siegen wird, durch die Macht der Arbeiter. „AlleRäder stehen still, wenn Dein starker Arm es will."
S.268 Die Gefahr dieser scheinbaren Wissenschaftlichkeit, der Popper mit 16 Jahren auch erlag, verführt zu Radikalität, weil man wieß, daß es richtig ist. Popper wendete sich bereits mit knapp17 J wieder ab, nachdem er Genossen bei einer Demonstration verloren hatte.
S.269 Daraus entstand die frage: „Weißt du denn, daß dieser angeblich wissenschaftliche Beweis wirklich stimm?"
S.285 Aussage im Spiegelinterview vom April 1992 Heft 13 - Intellektuelle sollten keine Prophezeiungen mach und auch nicht danach bewertet werden.
!- Dies ist aber der Sinn der Wissenschaft und eine klare Möglichkeit der Falsifikation. Wissenschaftler sollten allerdings ihre fehlerabschätzung nicht vernachlässigen. -!
S.297 Die bedeutsamsten Ereignisse
 28.6.14  >>Der Täter ein Serbe<< An seinem 12. Geburtstag Ausbruch des I Weltkriegs
S.298 1916 zeichnete sich bei Franz Josephs >>An meine Völker<< der verlorene Krieg ab,  den von Österreich  und Deutschland  angezettelte hatten.
 März 1917 Revolution in Rußland.  Lenins Putsch gegen Kerenski-Regierung - Bürgerkrieg
 März 1918 Friedensvertrag von Brest-Litowsk - Deutschland und Russland mit Lenin und Trotzki
 Oktober 1918 Zusammenbruch des deutschen und österreichischen Reiches
S.299 Die enormen Aufwendungen der Kommunisten für Propagandazwecke zur Weltrevolution polarisierten links und rechts in der westlichen Welt.


Last update: 11.8.1999 © by Walther Umstaetter