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Published in: Bibliothek in Forsch. u. Prax. 13 (2) S.206-215 (1989)

Was verändert die Informationstechnologie in den Universitätsbibliotheken?

Walther Umstätter

Einleitung

Es ist sicher nicht reine Rhetorik, wenn die Frage nach der Notwendigkeit von Bibliotheken gestellt wird. Es ist eher symptomatisch. So fragt J. Blagden in seinem Buch "Do we really need libraries"(1) auch, ob die Nutzung von Bibliotheken zu einer Zeitersparnis führt. Und die King Research Group beschäftigt sich seit längerem mit der wirtschaftlichen Bedeutung von wissenschaftlicher Literatur und kommt zu dem Ergebnis, daß der gesamte Aufwand der Vereinigten Staaten von Amerika für wissenschaftlich-technische Kommunikation, hinsichtlich veröffentlichter Literatur, 20 Milliarden Dollar beträgt(2). Dies schließt das Schreiben, Publizieren, Verbreiten und Lesen, wie auch die Bibliotheksarbeit mit ein. Dabei sollen durch das Lesen 300 Milliarden Dollar pro Jahr eingespart werden. Alle Wissenschaftler, Ingenieure, Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer und Wirtschaftler in den USA lesen jährlich etwa 1 Milliarde Aufsätze(3). In diesem Bereich spielen Bibliotheken unbestreitbar eine wichtige Rolle.

Geht man davon aus, daß in einer deutschen Universitätsbibliothek ein Buch durchschnittlich 4,5 Mal im Jahr ausgeliehen(4) und bei Freihandaufstellung sicher noch öfter genutzt wird, so ist dies, zumindest bei Büchern, die sich nicht jeder der Nutzer kaufen kann, eine bemerkenswerte Ersparnis. Donald W. King rechnet mit etwa 10 % Verlust in der wissenschaftlichen Arbeit, wenn man auf Bibliotheken verzichten müßte, und dies, obwohl nach W. Gränzer 15 Milliarden DM jährlich dadurch verloren gehen, weil Informationen nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort vorliegen(5). Die Bedeutung von Bibliotheken ist oft aus kulturellen oder wirtschaftlichen Gründen heraus belegt worden, so daß P.S. Richards kürzlich sogar davor warnte, die strategische Bedeutung der Information zu stark zu betonen, um nicht staatlichen Restriktionen aus Gründen der Geheimhaltung unterzogen zu werden(6).

In der allgemeinen Diskussion um die Rolle der Bibliotheken steht also zur Zeit weniger die Frage nach ihrer Notwendigkeit als vielmehr die nach ihrer Anpassungsfähigkeit im Vordergrund. Neben den Scenarios, die ein Bild der Bibliothek 2000 zu zeichnen versuchen(7), ist das aktuelle Thema der Einfluß der Informationstechnologie auf die Bibliotheken. Hierzu hat G. Wilbert, eingehend definitorische Fragen behandelt(8), die deutlich machen, daß sich Bibliothekare natürlich seit längerem mit der gestellten Problematik kritisch auseinadersetzen.

An dieser Stelle soll dagegen ein anderer Ansatz gemacht werden, der nicht wie Wilbert versucht, Aussagen einer großen Zahl von mehr oder minder bekannten Autoren zusammenzutragen und gegenüberzustellen, sondern, ausgehend von der arbeitsteiligen Aufgabe der Universitätsbibliotheken in unserer Gesellschaft, ihr Tätigkeitsfeld zu umreißen. Wieweit Informationstechnologie die Arbeit in diesem Tätigkeitsfeld beeinflußt, ergibt sich dann zwangsläufig. Dabei kann sich allerdings der Aufgabenbereich einer Institution durch die veränderten Umstände durchaus verschieben. So ist in den Universitäten, ebenso wie in der Industrie, deutlich zu beobachten, daß sowohl die inzwischen klassischen Rechenzentren als auch die Bibliotheken und mancherorts auch die Dokumentationszentren Ansprüche auf Tätigkeitsbereiche anmelden, die noch keine eindeutige Zuordnung haben. Auch die Aufsehen erregende englische Transbinary Group kam 1986 zu dem Ergebnis, daß der stark umworbene Markt der Informationstechnologie erhebliche Veränderungen im Bibliotheksbereich mit sich bringt und eine viel größere Kooperation als bisher erfordert(9).

Aufgaben der Universitätsbibliotheken

Bibliotheken haben in erster Linie die Aufgabe, allgemein wichtige Information zu sammeln, zu ordnen und verfügbar zu machen.

In der Zurverfügungstellung, also der Benutzung, unterscheiden sie sich von Museen, Galerien, Buchhandlungen, Archiven oder Ausstellungen. Sieht man davon ab, daß Dokumentationen im allgemeinen dadurch charakterisiert sind, das Schrifttum inhaltlich tiefer zu erschließen als Bibliotheken, so deckt sich ihr Tätigkeitsbereich mit diesen völlig.

Es ist also nicht verwunderlich, daß Informationsverarbeitende Systeme in zunehmendem Maße zum zentralen Thema in den Bibliotheken und Dokumentationseinrichtungen gleichermaßen werden, und daß damit die Tiefe der inhaltlichen Erschließung immer weniger trennendes Merkmal sein kann. Vielmehr beobachtet man, daß moderne Informationstechnologie den Charakter der Bibliotheken beeinflußt.

Zukünftige Aufgaben des Katalogs

War und ist der Bibliothekskatalog in seiner ursprünglichen Form ein Hybrid zwischen formaler und inhaltlicher Erschließung, so bietet sich in Zukunft eine Trennung in Dokumentation des Objektes und Dokumentation des Inhaltes an.

Die Dokumentation des Objektes, die bislang in erster Linie als formale Erfassung ein Instrument des Besitznachweises darstellt, bietet mit heutigen Mitteln nicht nur die Möglichkeit, sehr viel weiter gehende Angaben zu machen (z. B. die detailierte Beschreibung eines Buches), sie eröffnet in absehbarer Zeit auch die Integration von Grafik in Datenbanken.

Ebenso muß die Datenkommunikation als ein Mittel gesehen werden, das es teilweise überflüssig macht, jedes dokumentierte Objekt in allen Einzelheiten nachzuweisen und zu beschreiben. Vielmehr würde es bei allen Objekten mit Massencharakter, die in einem zentralen Katalog nachgewiesen sind, ausreichen, ihre Signatur und, wenn nötig, die Konkordanz zum eigenen Bestand zu verzeichnen. Nur bei Erwerbung und gegebenenfalls bei Verlust des Objektes wäre ein Zugriff auf diesen Zentralkatalog notwendig. Bei Objekten wie Rara ließe sich für jedes Exemplar neben fest definierten Angaben auch eine genaue Beschreibung mit allen wesentlichen Einzelheiten anlegen. Vermerke über Wert, Lagerbedingungen, Zugangsbeschränkungen, Verfilmung oder vergleichbare Objekte wären u.a. für die Bibliotheksarbeit und für den Schutz der Objekte wichtig.

Insbesondere bei Fragen wie der der Ausscheidung, der besonderen Schutzbedürftigkeit oder einer notwendigen Restaurierung wird eine Datenbank der Bibliotheksobjekte mit zentralem Charakter unumgängliches Werkzeug für sinnvolle Entscheidungen sein. In den USA zeigt RLIN bereits Ansätze hierfür. Darüber hinaus muß eine solche Überlegung unter dem Aspekt von "Expert Systems" und "Decision Support Systems" gesehen werden, die aufgrund der gespeicherten Information mithelfen könnten, Werte unserer Buchkultur zu erhalten.

Im Vergleich zur Dokumentation des Objektes, die sicher eine klassische Aufgabe der Bibliotheken darstellt, wurde die Dokumentation des Inhaltes bereits weitgehend außerhalb der Bibliotheken von Dokumentaren übernommen, womit sicher nicht gemeint sein kann, daß hier die Bibliothekare nicht mehr gefordert wären.

Logistik des Informationsangebotes

Universitätsbibliotheken haben im allgemeinen per Hochschulgesetz die Aufgabe, den Zentralkatalog aller Bücher, Zeitschriften sowie anderer Informationsträger der Universität zu führen. Sie sind somit beauftragt, die Voraussetzung zu schaffen, alle Informationsquellen, die sich im Besitz einer Universität befinden, möglichst optimal verfügbar zu machen. Ideal hierfür war die Universitätsbibliothek als große Zentralbibliothek, in der sich alle im Zentralkatalog verzeichneten Informationsquellen frei zugänglich befanden. Sie bot den geringsten Zeitaufwand bei der Recherche zwischen bibliografischem Apparat und verzeichneter Quelle und galt daher berechtigterweise als erstrebenswertes Ziel - zumindest bei den neu gegründeten Universitäten mit geschlossener Bauweise.

Mit großer Vehemenz mußte dieses Ideal nicht nur erkämpft, sondern, soweit erreicht, auch gegen die vielen Privatinteressen mancher Nutzer verteidigt werden. So mancher Bibliothekar hat sich dem Druck einflußreicher Hochschullehrer gebeugt oder beugen müssen.

Nach Nina W. Matheson, die sich auf Allen beruft, soll die Bibliotheksnutzung eine inverse Funktion des Abstands sein(10). Dies konnte in eigenen Untersuchungen, zumindest für die Bibliothek des British Council in Köln, bestätigt werden. D.h., daß die Zahl der Bibliotheksbenutzer N mit dem Abstand s in Metern, umgekehrt proportional der Konstanten C abnimmt.

N = C/s

Für einen Campus oder eine Universitätsstadt bedeutet dies, daß die Wahrscheinlichkeit, eine herkömmliche Zentralbibliothek aufzusuchen, für einen Nutzer in 200 Metern Entfernung 50 % geringer ist, als in 100 Metern Entfernung.

Die Funktion erklärt, warum ein Bestand von 1000 Bänden im direkten Zugriff eines Institutsleiters ebenso attraktiv ist wie die halbe Million freihändig aufgestellter Bände in der 500 Meter entfernten Zentralbibliothek, oder auch, warum eine Institutsbibliothek mit 10000 Bänden im Einzugsbereich von 100 Metern attraktiver ist, als die mehr als 5 Kilometer ferne Zentralbibliothek.

Mit dem Gefühl für einen solchen Zusammenhang, aber ohne klare Kenntnis seiner Hintergründe, war es nicht immer leicht, auch absurde Forderungen von Nutzern abzulehnen.

Insofern ist es, da an vielen Stellen das Ziel einer Zentralbibliothek noch immer nicht erreicht werden konnte, heute besonders schwer zu verstehen, daß es durch die neue Informationstechnologie bereits überholt wird.

In einem Universitätsnetz, in dem jeder Wissenschaftler von seinem Institut aus auf den gesamten Bibliothekskatalog online zugreifen kann, und in dem sozusagen der Standort eines Buches jederzeit veränderten Gegebenheiten anzupassen ist, sollte jedes nachgewiesene Objekt den logistisch optimalen Platz mit der höchsten Nutzerfrequenz erhalten. Ein starres, zentralisiertes Konzept wird dann noch weniger durchsetzbar sein. In Verbindung mit einer hilfreichen inhaltlichen Erschließung, die über die Institutsterminals angeboten wird, und dem Nachweis der jeweiligen Verfügbarkeit verliert die zentrale Aufstellung an Attraktivität. Bob Taylor bezeichnete diesen Wandel sehr bildhaft als den Wechsel vom Ptolemäischen zum Kopernikanischen System. Besonders, durch den Ausbau der Rechnerleistungen in unseren Universitäten ist diese Entwicklung greifbarer als mancher Bibliothekar glauben mag.

Auch die Übermittlung vollständiger Texte und Grafiken über ein breitbandiges lokales Netz muß hier in Betracht gezogen werden.

Inormationsmanagement

Informationsmanagement ist die eigentlich reale Aufgabe des Bibliothekars von heute. Es fordert von ihm, daß er die richtige Entscheidung beim Erwerben und beim Angebot von Informationsquellen trifft. Dabei kann er nicht mehr wie früher davon ausgehen, daß beispielsweise ein Tabellenwerk in einem Buch nur in dieser Form vorliegt. Vielmehr muß er sich darüber im klaren sein, daß es auch als CD-ROM, als Mikrofiche, online bei einem internationalen Host oder als Datenbestand des eigenen Rechenzentrums verfügbar ist. Als Bibliothekar hat man somit aus wirtschaftlichen Überlegungen nicht mehr nur die Kosten der Erwerbung, sondern auch die heutige und zukünftige Verfügbarkeit der zu beschaffenden Informationen abzuwägen. Solange Information sozusagen standardmäßig in Papierform erschien, waren solche Überlegungen weitgehend zu vernachlässigen. Durch die Diversifizierung des Angebotes müssen aber heute zunehmend auch andere Datenträger in Betracht gezogen werden.

Als wichtigste, für den Einsatz in absehbarer Zeit zu prüfende Technologien sind ohne Anspruch auf Vollständigkeit die folgenden zu nennen:

CD-ROM

Hier hat sich seit März 1986 der sog. High Sierra File/Software-Standard herausgebildet, unter dem inzwischen ein interessantes Datenbankngebot existiert. Die Nutzung beispielsweise von MEDLARS über CD-ROM für rund 5000 DM (vier zurückliegende Jahrgänge und das laufende Jahr mit vierteljährigem Update) pro Jahr muß sorgfältig erwogen werden, da auf diese Weise bereits etliche tausend Mark aus den Online-Ausgaben jährlich einsparbar sind. Die Recherchekosten vieler aktiver Informationsvermittler in den Universitätsbibliotheken liegen bei dem Doppelten bis Zehnfachen.

Die zunehmende Verbreitung der CD-Player in den letzten Monaten ist ein Indiz für den Bedarf solcher Informationsquellen. Daneben bestünde die Möglichkeit, in einem elektronischen Lexikon mit 9 Millionen Wörtern auf CD-ROM für etwa 500 DM jedes gezielt suchen zu können und darüber hinaus Texte und Fakten direkt in der eigenen Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation weiterzuverarbeiten. Außerdem könnten die Nutzer ihre Recherchen selbst durchführen.

Da auch spezielle Einsatzmöglichkeiten wie CD-I (CD-Interactive), DVI (Digital Video Interactive), OROM (Optical ROM) oder WORM (Write Once Read Many) teilweise zu bedeutsamen Hoffnungen Anlaß geben, kann dieser Weg in die Lasertechnologie schon jetzt mit großer Zuversicht und geringem Risiko beschritten werden. Bis 1990 werden nach verschiedenen Schätzungen 284000, 500000 oder 1 Million Laufwerke und 13-18 Millionen Disks weltweit im Einsatz sein.

Waren 1985 noch 50 % der CD-ROMs in den Bibliotheken, so rechnet Schulte-Hillen für 1990 nur noch mit einen Anteil von 2 %. In den Universitäts-, Behörden- und Betriebsbibliotheken wird es zumindest notwendig sein, daß ihre Zentralkataloge nachweisen, welche Informationsbestände wo im Einsatz sind. Dies gilt für den Hoppenstedt oder die Bibel auf CD-ROM ebenso, wie für Teile der Chemical Abstracts. Gerade der Verkauf von sog. Subsets oder das mehrfache Angebot einer Datenbank mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit, wie wir es bei MEDLARS bereits beobachten, macht eine zentrale Katalogisierung in einer Universität notwendig, die Inhalt, Verfügbarkeit und Aktualität verzeichnet.

Nach einer Schätzung bei "Link Resources" werden 1992 30 Millionen PC's allein in Westeuropa stehen. Viele von diesen werden, sobald sie Zugang zu Verbundnetzen und entsprechenden Massenspeichern haben, sozusagen als potentielle "Eingänge" zu den "electronic libraries" anzusehen sein.

Wie rasch die Entwicklung groß angelegte Projekte zunichte machen kann, zeigt ADONIS, das in den letzten Jahren wiederholt Abwandlungen und Startverschiebungen erlebte und nun seit Mai 1988 mit 220 gescannten Zeitschriften sein Debüt feiert. Eine Workstation für 67000 DM(10) dürfte heute allerdings kaum mehr zeitgemäß sein. Ebenso dürfte die CD-ROM-Entwicklung auch die europäischen Planungsergebnisse von ARTEMIS und APOLLO mit ihrem Document Delivery stark relativiert haben. Die Copyright-Problematik verschiebt sich durch ein Trägermaterial, das je nach Speicherart ein Zehntel bis ein Hundertstel desjenigen von Papier beträgt, ebenfalls erheblich. Dazu kommt eine entsprechende Einsparung bei den Transportkosten.

Image Recognition Reader (ICR)

Auch im Falle der ICR muß der bereits existierende Markt auf sein Angebot einsatzfähiger Lesegeräte hin beobachtet werden. So wird bereits ein Handscanner für rund 2000 DM angeboten, der etwa 200 Fonds erkennen können soll. Ein solches System könnte hilfreich sein, um beispielsweise von Büchern die Autoren und alle Kapitelüberschriften in einen Computer einzulesen und damit recherchierbar zu machen, auch wenn hier die Problematik der diversen Schrifttypen und -größen sowie die der Proportionalschrift nicht übersehen werden darf.

Für Karteikarten besteht eine neue Chance, sie leichter elektronisch erfaßbar zu machen, während sich für die sachliche Erschließung hier sicher neue Ansätze ergeben, wie beispielsweise beim halbautomatischen Exzerptieren oder Indexieren.

Der Personal Scanner 2000 für rund 6000 DM kann bereits verschiedene Schriftarten lesen lernen, und beim Smart Reader lassen sich auch Text und Grafik kombiniert verarbeiten. Berücksichtigt man, daß die durchschnittliche Zeit für das Verschlagworten eines Buches durch einen Fachreferenten mit etwa 20 Minuten angesetzt wird, so können unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit solche ICR-Geräte heute durchaus schon attraktiv sein.

Wie bereits die Cranfield Studie II 1966 unerwartet deutlich machte, ist, bei Berücksichtigung der Recall- und Precision-Ratio, eine Indexierung mit Einzelwörtern aus der natürlichen Sprache des Originaltextes, in Information-Retrieval-Systemen allen anderen Indexierungsformen (von 29 untersuchten) gegenüber im Vorteil.

Thesauri und Klassifikationen helfen bei der Verkürzung der Recherchezeiten, aber nicht bei der Präzision und der Vollständigkeit eines Suchergebnisses. Eigene Untersuchungen haben gezeigt, daß ein ausgefeilter Thesaurus, wie der von MEDLARS, hilfreich ist, um hinsichtlich der Recall-Ratio relativ konstante Werte zu erhalten, aber keineswegs, um diese Werte besonders hochzutreiben. Onlinekataloge würden also in Verbindung mit Handscannern, die in der Lage sind, Stichworte aus einem Text zu exzerptieren, erhebliche Vorteile bringen.

Auf diese Weise eingelesene Stichwörter könnten heute mit einem semantischen Wörterbuch verglichen und dann in eine Klassifikation eingeordnet werden. Bei BIOSIS ist ein entsprechendes Verfahren bereits im Test(11).

Online Katalog

Zweifellos sollte auf absehbare Zeit der Zugriff auf die Bestände der Universitätsbibliotheken online möglich sein. Dies ist nicht nur im Interesse der Nutzer erforderlich, sondern auch die Voraussetzung für alle Planungen hinsichtlich einer sog. "electronic library". Da durch die Verbundkatalogisierungen die meisten Bücher formal bereits elektronisch erfaßt sind, liegt das Hauptproblem nicht in der arbeitsintensiven Eingabe, sondern vielmehr in der Übernahme der Daten. Interessant in diesem Zusammenhang ist, daß die Library of Congress bereits rund 7 Millionen Katalogisate für rund 4000 DM auf 8 CD-ROMs anbietet. Auf mehreren hundert Laufwerken wurden diese Daten in den amerikanischen Bibliotheken bereits 1986 genutzt. Es gibt keine technischen Probleme, Katalogisate auf einen PC oder Supermicro herunter zu laden, und damit voll retrievalfähig zu machen. Weniger als ein zehntel Pfennig für ein Katalogisat ist auch dann noch preiswert, wenn man nur jedes tausendste übernimmt. Es ist also damit zu rechnen, daß in den kommenden Jahren auch hier entsprechende Entwicklungen in den Bibliotheken wirksam werden.

Unter dem Aspekt, daß das Bibliothekspersonal zunehmend gezwungen ist, an Bildschirmarbeitsplätzen zu arbeiten, hat sich in den USA die Übernahme von etwa 95 % Fremddaten bei der Verbundkatalogisierung als hilfreiche Entlastung der Katalogisierer erwiesen. Ungelerntes Personal kann hier beispielsweise nach Katalogdaten älterer Bücher, soweit vorhanden, auf den eigenen CD-ROMs recherchieren und bei Neuerscheinungen von OCLC abrufen. Lediglich die restlichen 5 % an Titeln sind dann von Fachkräften am Bildschirm abzuarbeiten. OCLC hatte 1986 bereits 6738 Teilnehmer mit 7413 Terminals bei insgesamt 24,6 Millionen katalogisierten Büchern. Solche Zahlen sind für die Bundesrepublik Deutschland selbstverständlich nicht erreichbar. Durch den oben erwähnten Image Recognition Reader könnte ein solcher Onlinekatalog durch eine tiefere sachliche Erschließung sinnvoll ergänzt werden.

Die zunehmende Zahl an Mikrocomputern und Terminals in den Universitäten erzeugt den verständlichen Druck auf die Universitätsbibliotheken, ihre Kataloge online anzubieten.

Es wird in den letzten Jahren viel von den sog. OPACs gesprochen. Eine Reihe von ihnen ist im Vergleich zu dem, was wir vom On-line-Retrieval gewöhnt sind, äußerst begrenzt in ihrem Suchkomfort und kaum zeitgemäß. Darüber hinaus hat auch der Wissenschaftsrat festgestellt, daß die DV-Anlagen der Universitätsbibliotheken vielfach dem technischen Stand der zweiten Hälfte der 70er Jahre entsprechen. Dies gilt bedauerlicherweise in noch verstärktem Maße für die Datenformate, die in ihrer Grundkonzeption aus den 60er Jahren stammen.

Man muß sich klar machen, daß Kategorienschemata wie MAB oder MARC aus einer Zeit stammen, in der ihr Format fast ausschließlich darauf zielte, möglichst speicherplatzsparend Kategorien nach festgelegten Druckparametern anzubieten. In dieses Schema sind die entsprechendenKatalogisierungsregeln möglichst genau eingepaßt worden. Unter heutigen Bedingungen lassen sich die Probleme allerdings sehr viel eleganter mit einer Software lösen, die auf ein wirklich optimales Online-Retrieval-System zielt und die Karteikarten, den COM-Fiche oder die gewünschten Bandkataloge flexibel über den sog. Reportgenerator erstellt.

Da heute noch immer viele Bibliothekare von Onlinekatalogen sprechen, aber eigentlich nur von Computern erstellte Karteikartensysteme meinen, zielen die Regeln der Katalogisierung, wie sich leicht erkennen läßt, weitgehend auf die gedruckte Ausgaben.

Natürlich können und müssen die bisher erstellten und damit digitalisiert vorliegenden Katalogisate weiter Verwendung finden. Darüber hinaus ist aber eine schrittweise Anpassung an wirkliche Onlinekataloge d. h. an Kataloge, die im Online-Retrieval abfragbar sind, dringend notwendig. Dazu gehört die Verbesserung der formalen Erfassung hin zur Dokumentation der Objekte und die Verbesserung der inhaltlichen Erschließungstiefe.

Die Bibliotheken hinken hier den bereits existierenden Online-Dokumentationssystemen um einen Faktor von einem Hundertstel hinterher. D. h., daß in einer durchschnittlichen Datenbank (von Abstracts noch abgesehen) für einen Aufsatz von 10 Seiten etwa 10 Keywords vergeben werden, während Bibliothekare für ein Buch von 200-300 Seiten eher 2-3 Schlagwörter vergeben. Bei OCLC ergab sich in einer Stichprobe von 50213 Records sogar ein Durchschnitt von nur 1,4 LC Headings(12).

Diese Indexierungstiefe war sicher unter den bisher gegebenen Bedingungen, unter Nutzung von Karteikästen, bei denen das Einlegen von Karteikarten personalintensiv war, erfahrungsgemäß gut. Allein die Eingabe der Inhaltsverzeichnisse von Büchern, z.B. mit Scannern, wäre aber ein immenser Fortschritt auf diesem Weg.

Online Recherchen

Seit 1976 gibt es in bundesdeutschen Universitätsbibliotheken Informationsvermittlungsstellen (IVS). Trotz der dort gut arbeitenden Invormationsvermittler ist damit zu rechnen, daß in den kommenden Jahren mehr und mehr Endnutzer ihre Recherchen durchführen werden, und zwar da

1. Hosts, wie z. B. BRS und STN, durch reduzierte Preise für abendliche Recherchen hoffen, neue Anreize zu schaffen,

2. die Studenten Recherchekenntnisse erwerben wollen, um ihre Einstellungsvoraussetzungen im späteren Beruf zu verbessern, und

3. die Universitätsbibliotheken auf Dauer nicht in der Lage sein werden, alle Ansprüche zu erfüllen.

Besonders deutlich zeigt sich dies schon heute in den Bereichen Chemie, Jura und Wirtschaft. Auch aus diesem Grund ist es notwendig, die teuren Telekommunikationskosten so weit möglich durch CD-ROM-Angebote und eigene Datenbanken zu senken. Die IVS übernehmen dann die Aufgabe der Einweisung in solche Retrievalsysteme, beraten bei der Auswahl der Hosts und recherchieren für dieAbteilungen, die keinen eigenen "Search Specialist" für die entsprechende Datenbank haben. Bei zahlenmäßig ausreichenden CD-ROM-Playern in den Bibliotheken bestünde für jeden Studenten die Möglichkeit, das Retrieval selbständig zu lernen und zu üben, um gegebenenfalls mit derselben Suchstrategie im Online-Zugriff die neusten Daten von internationalen Hosts kostengünstig abzurufen. Auch aus dieser Überlegung heraus sollten Bibliothekskataloge vergleichbare Retrievalangebote wie Boolsche Logik, Kontextoperatoren, Feldkennungen u.ä. zur Verfügung stellen.

Es ist kein Problem, bei einem Inhouse-System über Menüsteuerung einen Neuling an diese Möglichkeiten heranzuführen, während nebenher auf dem Bildschirm die Suchformulierungen so zu sehen sind, wie sie der erfahrene Onliner eingegeben hätte. Die Wahlmöglichkeit für erfahrene und unerfahrene Benutzer wird ohnehin mehr und mehr Allgemeingut in den entsprechenden Softwarepaketen. Neue Bedeutung gewinnt damit die künstliche Intelligenz bei den Retrievalsystemen, die insbesondere auf CD-ROM angeboten werden.

Künstliche Intelligenz und Expertensysteme

Der Einsatz von Expertensystemen ist schon für zahlreiche Anwendungen in der bibliothekarischen Literatur der letzten Jahre diskutiert worden. Insbesondere bei "Managemant Information Systems" und "Decision Support Systems", wie sie auch in der Wirtschaft zunehmendes Interesse finden, ist computerisiertes Expertenwissen zur Optimierung eines Betriebes zunehmend wichtig.

Bereits existierende Ansätze für Expertensysteme gibt es im bibliothekarischen Bereich auf dem Gebiet des Online Retrievals. So helfen Programme mit beschränktem Expertenwissen bei der Recherche in Datenbanken wie MEDLARS. Auch im Bereich der Kaufentscheidungen, der Katalogisierung, der formalen Erfassung, der sachlichen Erschließung und der Nutzerberatung werden Expertensysteme in Bibliotheken einsetzbar sein.

Es wäre allerdings zu prüfen, ob die Katalogisierungsregeln die Möglichkeiten von Expertensystemen nicht von vornherein mit berücksichtigen sollten, um diese besser nutzen zu können und damit Kataloge zu erhalten, die dem Nutzer ein höheres Maß an Komfort bieten.

Expertensysteme sind sicher dem menschlichen Erkennungsvermögen (Cognition) weit unterlegen, sie haben aber in anderen Bereichen, wie beim Vergleich ähnlicher Einträge, bei der Berücksichtigung von Ausnahmeregelungen und der Abfrage stumpfsinniger Prüfroutinen, dem Menschen gegenüber Vorteile. Insbesondere die erhöhte Einheitlichkeit ihrer Entscheidungen läßt sich für die Katalogisierung nutzen.

Der Umgang mit dem Informationsinstrument Bibliothek erfordert, daß die Nutzer, ebenso wie das Bibliothekspersonal, genügend Zeit und Möglichkeiten haben, mit den modernen Gegebenheiten zu wachsen. Gerade weil die Entwicklungsperspektiven der Universitäten in das kommende Jahrzehnt reichen müssen, besteht hier die Chance, durch schrittweise Anpassung an die neuen Gegebenheiten die Zukunft in gewünschte Bahnen zu lenken.

Mailbox

Sowohl für die Bestellungen in der Bibliothek als auch bei Anfragen an diese und zum Erhalt von Information über diese bieten sich Electronic Mail und Bulletinboard an. Sie sparen den Nutzern Wege und Zeit, haben den Vorteil, daß sie im Gegensatz zu Telefonanrufen jederzeit zugriffsbereit sind, daß verbale Übertragungsfehler entfallen und die jeweiligen Eingaben direkt weiterverarbeitbar sind. Das wachsende Angebot im Mailboxsystem der American Library Association (ALA) macht den Trend auch in dieser Richtung deutlich. Berücksichtigt man die Entwicklung hin zum Desktop Publishing und zum Volltextretrieval, so ist die Zielrichtung recht deutlich vorgezeichnet.

Solche Mailboxsysteme, wie sie bereits in vielen Rechenzentren zur Verfügung stehen, sollten zwischen den verschiedenen Nutzergruppen der Universitätsbibliotheken unterscheiden. Sie könnten je nach Netzzugang und gegebenenfalls Password den Zugriff vom Campus aus oder auch weltweit zulassen. Auch durch die Einrichtung eines einfachen Datex P 10 Hauptanschlusses ist es sicher kein unüberwindbares Hindernis für eine moderne Universitätsbibliothek, hier auch ein eigenes einfaches Mailboxsystem auf einem PC anzubieten. Dieser Weg kann aus Sicherheitsgründen gegenüber der Mailbox in einem Großrechner vorteilhaft sein.

Rechnergesteuerte Lagerverwaltung

Durch die zunehmende Raumnot vieler Universitätsbibliotheken, wie sie der Wissenschaftsrat in seiner Empfehlung zum Magazinbedarf deutlich macht, ergibt sich heute allgemein die Notwendigkeit, nach verwendbaren Stellflächen zu suchen. Dabei könnten in einzelnen Fällen ungenutzte trockene Kellerräume der Universitäten als Magazine Verwendung finden. Da das Bibliothekspersonal in solchen Räumen nicht längere Zeit arbeiten darf, müßte mit Hilfe einfacher Roboter, nach dem Vorbild der Erasmus Bibliothek in Rotterdam, verfahren werden. Es könnte sozusagen eine automatische virtuelle Freihandbibliothek geschaffen werden, bei der der Nutzer in einem Lesesaal am Terminal das gewünschte Fachgebiet eingibt und damit automatisch eine Reihe von entsprechenden Hinweisen und Büchern direkt auf seinen Leseplatz über ein Telelift System zur Auswahl bekommt. Kodak Information Management System (KIMS) integriert bereits Mikrofilm, Optische Platte und Magnetplatte in einer Workstation. Die Integration der Printmedien sollte dabei nicht vernachlässigt werden.

Mit dem Ziel einer optimalen Informationsversorgung sollte auf diese Weise die Nähe der Bibliothek zu den Abteilungen und Sektionen in besonders günstiger Weise erreichbar sein. Voraussetzung wäre, daß über das Local Area Network sowohl eine ausreichende inhaltliche Erschließung als auch die genaue Positionierung des Buches verfügbar ist.

Daß es sich bei einem solchen System nicht um eine Notlösung,sondern um eher eine zukunftweisende Realisation modernen Bibliothekswesens handelt, ist einleuchtend. Die Erfahrungen des klassischen Randtrieversystems wären teilweise zu übernehmen. Auch der Zugriffsautomat von Datev für Bandkasettenarchivierung, der aus 14000 Kassetten (Boxen mit je zehn Kassetten) auswählt, ist nur teilweise als Vorbild geeignet. Bei Storage Technology kostet ein solches System für 3500 Kassetten etwa 1,5 Mio. DM. Der Roboter schafft 300 Bandbewegungen pro Stunde(13). Obwohl die beiden letztgenannten Systeme als Massenspeicher in Rechenzentren konzipiert sind, könnten sie durchaus auch für Bücherspeicher als Vorbild dienen.

Mit Hilfe von Kompaktusanlagen (1250 Kg/qm) wären Keller und entsprechend belastbare Lagerräume optimal nutzbar. Darüber hinaus ließen sich auch klimatische Bedingungen schaffen, die für Bücher (insbesondere säurehaltiges Papier) optimal wären, ohne daß auf die Arbeitsbedingungen von Menschen geachtet werden müßte.

Entsprechendes gilt auch für Mikrofiche und Mikrofilm. Ein Robotersystem für 372 Mikrofilmrollen (vier Millionen Seiten) wird bereits angeboten. Es dürfte wirtschaftlich gesehen oft sinnvoller sein, große Speichermengen auf Mikrofilm aufzubewahren und erst bei Bedarf über Scanner zu digitalisieren. Voraussetzung ist aber in allen Fällen einer Magazinierung eine vorherige gute Indexierung.

Sowohl Bücher als auch Mikroformen ohne ausreichende sachliche Erschließung und ohne freien Zugang sind für die Wissenschaft so gut wie verloren. Ihre Aufbewahrung findet nur dadurch eine Berechtigung, daß wir

1. mehr oder minder unbewußt hoffen, in späterer Zeit doch noch einen Zugang dazu zu schaffen, und

2. indem wir uns auf die inhaltliche Erschließung der Wissenschaftler selbst verlassen, die in ihrem Netz von Referenzen möglicherweise auch diese Quellen nennen.

Vernetzung

Durch die zunehmende Zahl unterschiedlicher Netze, wie ARPANET,BITNET, CSNET, CYCLADES, DFN, EARN, NETNORTH, RARE, TELENET, TYMNET, UNINET u.a., die teilweise durch Schnittstellen oder Gateways verbunden sind, wächst ein Kommunikationsnetz, das nach John Maddox zu einem globalen Kommunikationsnetz zusammenwachsen sollte(14). Daneben entstehen in immer mehr Universitäten Local Area Networks, die, wie bei der Brown University(15), der Carnegie Mellon University und beim MIT zum sog. Electronic Campus führten. In diesen Netzwerken tauschen Wissenschaftler internationaler Forschungsgebiete mehr und mehr ihre Ergebnisse elektronisch aus. Ihre Mitteilungen nehmen bereits den Charakter von Publikationen in einem Electronic Journal an. Wo die "opinion leaders" der "scientific community" im Netz erreichbar sind, kann diese Form der Publikation sogar wichtiger sein, als eine verspätete Veröffentlichung in einer kleinen Zeitschrift. Die Prüfung der Zuverlässigkeit von Informationen in einem solchen Electronic Journal erfordert ebenso wie bei herkömmlichen Zeitschriften ein entsprechendes Editorial. Es ist auch hier Aufgabe der Bibliotheken, mit Hilfe der teilnehmenden Wissenschaftler wichtige Informationen zu sammeln und zu archivieren bzw., zumindest im entsprechenden Moment, auf Zugriffsmöglichkeiten zu den "Electronic Journals" hinzuweisen.

Als ein Beispiel für diese neue Entwicklung kann das vom National Institute of Health (NIH) unterstützte BIONET genannt werden. Für 400 Dollar pro Jahr können amerikanische Biochemiker und Molekularbiologen an ihm teilnehmen und damit Software für Nukleinsäure- und Proteinsequenzanalyse abrufen. Daneben erlaubt BIONET den Zugriff auf die NIH GenBank, die EMBL Nucleic Acid Databases und die NBRF Protein Sequence Databank. Für deutsche Wissenschaftler sollen lediglich die Kommunikationskosten anfallen. Fast fünfhundert Laboratorien mit 1750 Wissenschaftlern waren bereits Anfang 1987 beteiligt(16). Das System ist, ebenso wie MINET (Medical Information Network), über TELENET erreichbar und bietet selbstverständlich auch eine Mailbox mit Bulletinboard an. Schnittstellen zu BITNET und ARPANET bestehen auch. Bibliotheken müssen sich im Kontakt mit ihren Nutzern und den Rechenzentren darüber informieren, ob diese Zugang zu solchen Netzen haben und wieweit dies die Erwerbungspolitik beeinflußt.

Die vier von der National Library of Medicine (NLM) unterstützten Pilotprojekte der sog. Integrated Academic Information Management Systems (IAIMS) in Utah, Columbia, Georgtown und Maryland(17,18,19), die seit Herbst 1985 laufen, zeigen die sinnvolle Einbindung der Bibliotheken in ein Gesamtkonzept und damit auch die notwendige Zusammenarbeit von Rechenzentrum und Bibliothek(20). In einem Unified Medical Language System (UMLS), das von der NLM in den nächsten 20 Jahren erstrebt wird, sollen Literaturfiles, Dateien klinischer Daten und Fakten sowie Wissensbanken (knowledge bases) durch IAIMS in Verbindung gebracht werden(21). Dazu ist eine Fortentwicklung der klassischen Thesauruskenntnisse erforderlich.

Entsprechend dem medizinisch ausgerichteten IAIMS gibt es in den USA auch vergleichbare Bestrebungen im Wirtschaftsbereich (Information Resource Management) und in Bibliotheken (Comprehensive Electronic Service Systems).

Vergleicht man die amerikanischen Universitätsbibliotheken mit einem Mittelwert von zweieinhalb Millionen Bänden (Harvard 11 Mio.; Yale 8 Mio. Bde.), mit den bundesdeutschen Universitätsbibliotheken (0,3 Mio. bis 2,3 Mio. Bde.) so zeigen sich allerdings auch die Begrenzungen eines solchen Vergleichs. Ähnliches gilt auch für moderne Technologien. Während die Zahl der Homecomputer in den USA auf 60 Millionen geschätzt wird, dürfte sie hier etwa bei 2,5 Millionen liegen. Trotzdem verzeichnen wir gerade in den letzten Jahren einen erheblichen Aufschwung an Interesse, an Kenntnissen und an Einsatz im Bereich der Informationsverarbeitenden Medien. Systeme mit einer mehr oder minder ausgeprägten künstlichen Intelligenz, wie HELP (Health Evaluation through Logical Processes), COSTAR (COmputer STored Ambulatory Record) oder CARE, machen den deutlichen Vorsprung bei Krankenhaus-Management-Systemen sichtbar. Insbesondere aus der Notwendigkeit einer Kostendämpfung und einer optimalen Gesundheitsversorgung heraus erhofft man sich auf diesem Gebiet begründete Verbesserungen. Durch das Fortschreiten der Entwicklungen hin zur sog. Fünften Computergeneration kann an der Richtung dieser Evolution kaum gezweifelt werden.

Das Angebot an Transputern für IBM-AT-kompatible und die Abaq Prototypen von Atari sind erste Realisationen einer Entwicklung, die auch zu neuen Betriebssystemen wie OCCAM oder ähnlichen parallel verarbeitenden Systemen führen.

Die Einbindung von Computermodellen in weltweit zugängliche Netze führt auch dazu, daß die Teilnehmer sogenannter invisible Colleges am Aufbau bestimmter Modelle beteiligt sind und sich so internationale Schulen bilden. Solche Modelle lassen gezwungenermaßen nur bestimmte Versuchsergebnisse zu und erhöhen damit ihre Zuverlässigkeit oder sie erzwingen einen Paradigmenwechsel und damit ein neues Modell. Entwicklungen dieser Art werden selbstverständlich auch nicht ohne Einfluß auf die Bibliotheken bleiben, wenn diese nicht zwangsläufig den rein "buchzentrierten"(22) Teil eines umfassenden Informationssystems darstellen. Dies bedeutete aber eindeutig eine Beschneidung ihrer Aufgaben, Pflichten und Rechte.

Ganz abgesehen davon, daß die Trennung von "buchzentrierter" und elektronischer Information einen Anachronismus darstellt, wird dadurch ein ökonomisch sinnvolles Handeln in einer Universität behindert. Die bisherigen amerikanischen Erfahrungen bei solchen Integrationsbemühungen zeigen aber, daß vor zu großen Erwartungen gewarnt werden muß. Es ist wichtig zu betonen, daß wir uns in den kommenden Jahren in einem Übergang befinden werden und daß es daher notwendig ist, schrittweise die Planung jeweils auf den neusten Stand zu bringen. Die evolutionäre Entwicklung der Bibliothek muß zu einer stetigen Verbesserung führen und darf nicht von bestimmten Nutzern unzumutbare Einschränkungen fordern.

Ziel der Veränderungen

Für Bibliotheken gibt es drei wesentliche Aspekte, unter denen sie die Informationen sammeln, ordnen und verfügbar machen.

1. den archivarischen,

2. den synoptischen und

3. den ökonomischen Aspekt.

1. Archivfunktion

Obwohl die archivische Funktion der Universitätsbibliotheken, verglichen mit der einer Nationalbibliothek, auf den ersten Blick gering erscheint, ist sie nicht zu unterschätzen. Die Schenkungen, ihre Pflichtexemplare, antiquarischen Käufe und Zeitungs- sowie Zeitschriftenerwerbungen sind z.B. durch säurehaltiges Papier nicht weniger gefährdet als anderenorts auch. Insbesondere bei der Nutzung neuer Technologien wie der CD-ROM ist dieser Aspekt wichtig. Während optische Speicher mit einem Trägermaterial aus Metall eine überaus hohe Haltbarkeit haben, wird bei CD-ROM meist nur von etwa zehn oder zwanzig Jahren gesprochen. Da aber die Bitfehlerrate bei eins zu einer Billion liegt, sollte auch bei mehrfachem Kopieren, in Abständen von zehn Jahren, dies kein Problem sein. Auch die rasche Fortentwicklung bei den Geräten muß nicht unbedingt ein Problem werden, wenn die Daten jeweils auf neuen Speichern rekreierbar sind. Das Hauptproblem der nächsten Jahrzehnte wäre vielmehr der zeitliche und finanzielle Aufwand, so große Datenmengen wiederholt zu kopieren. Auch aus diesem Grund wird es immer notwendiger, nicht nur alle Informationen unbesehen aufzuheben, sondern die Redundanz weitestgehend zu eliminieren. Dieser Aufgabe hat sich hinsichtlich der Methodik die Bibliothekswissenschaft zu stellen.

Die amerikanischen Bemühungen um den Aufbau sog. Knowledge Bases sind auch aus dieser Überlegung heraus zu sehen. Sie haben die Funktion, die Redundanz in der Fachliteratur zu reduzieren und können daher auch in der Bundesrepublik Deutschland nicht umgangen werden.

2. Synoptische Funktion

Während die klassische Bibliothek mit dem Papier als einzigem Datenträger notwendigerweise ein strikt zentrales Konzept verfolgt hat und damit das einschichtige Bibliothekssystem in den Universitäten mit gutem Grund erstrebt wurde, verändert die neue Informationstechnologie, wie bereits angedeutet, hier Grundlegendes.

Das Ziel der modernen Bibliothek als Informations-Management-Zentrale muß sein, eine Übersicht über alle verfügbaren Informationen der Universität zu erzeugen und zu erhalten. Dabei ist gleichgültig, ob es sich um Informationen in der Zentralbibliothek, im Rechenzentrum, in fremden Hosts oder in bestimmten Abteilungen handelt, solange sie für die Lehre, Forschung oder beispielsweise auch für die Patientenbetreuung in der Universitätsklinik direkte Relevanz haben. Desgleichen sind Informationen auf Papier, Mikrofilm, optischen oder magnetischen Speichern sowie solche, die online erreichbar sind, zu erfassen. Diese Funktion kann und muß auftragsgemäß nur die Universitätsbibliothek durch formale Erfassung und sachliche Erschließung zweckentsprechend erfüllen. Als Folge dessen ist sie in zunehmendem Maße auf die Zusammenarbeit mit den zentralen Einrichtungen und den Nutzern angewiesen.

Daß die Bibliotheken den Zuwachs an Arbeit und Leistungen nur durch massive Automatisierung erreichen können, ist selbstverständlich, da die Personalkosten in den Universitätsbibliotheken (nicht nur in Deutschland)über 50 % ihres Gesamtetats ausmachen. Zur Zeit fließen bei den bundesdeutschen Universitätsbibliotheken etwa 37 % in die Erwerbung. Bei den steigenden Preisen für das Produkt Information muß zunehmend die Wirtschaftlichkeit in Betracht gezogen werden. Durch das wachsende Angebot an Datenbankprogrammen, Expertsystem-Shells und Softwarepaketen sind, soweit möglich, Fremdleistungen nutzbar zu machen.

3. Ökonomische Funktion

Die King Research Inc. hat im Auftrag der amerikanischen Regierung festgestellt, daß amerikanische Wissenschaftler ohne Bibliotheken 40 % mehr Zeit bei der Informationsbeschaffung brauchten. Insgesamt würde ohne die Bibliotheken die wissenschaftliche Produktivität um 10 % sinken. Die Wissenschaftler und Ingenieure lesen durchschnittlich 96 Artikel, 44 Reports und 15 Bücher pro Jahr. Man muß davon ausgehen, daß sich die meisten dieser Quellen in ihrem Privatbesitz befinden und den regulären Zuwachs im eigenen Bücherregal ausmachen.

Im Informationsmanagement spielt natürlich die wirtschaftliche Seite der Bibliothek die wichtigste Rolle. Hier muß neuerdings neben den Speicherkosten auch auf die Zugriffskosten geachtet werden. Dazu gehören die Zeitverluste der Wissenschaftler, die möglicherweise anfallenden Übertragungskosten (z. B. beim Online Delivery, Online Ordering oder Telefax) und die Arbeitszeit des Biblisthekspersonals. Maier-Leibnitz hat 1977(23) daran erinnert, daß der Aufwand pro aktivem Forscher (schon damals) bei 200000 DM pro Jahr lag. Das ist umgerechnet immerhin eine Größenordnung von 100 DM pro Stunde. Auch wenn wir berücksichtigen, daß ein Forscher während seiner wiederholten Bibliotheksbesuche, bei denen er ein Buch im Katalog sucht, bestellt, erwartet und abholt, zwischendurch immer wieder Zeit findet, um über seine Probleme nachzudenken, so wird doch deutlich, daß die stark gestiegenen Personalkosten Bibliotheken zwingen, dies verstärkt zu berücksichtigen.

Es wäre, wie erwähnt, denkbar und sinnvoll ein sog. Decision Support System aufzubauen, das bei der Entscheidung über zu archivierendes Material Unterstützung leistet. In unkomplizierter Weise wäre dies im Zusammenhang mit der Datenbank eines Onlinekatalogs möglich. Ein Programm, das Fakten und Relationen über Haltbarkeit, Nutzungshäufigkeit, Vergleichsinformationen, Erwerbungswert etc. enthält, könnte den Fachreferenten Hinweise darauf geben, welche Informationen und Werte gesichert oder möglicherweise zur Probe ausgesondert werden könnten. Abschätzungen über den Wertverlust bzw. Gewinn ließen sich, zumindest besser als bisher, ermitteln.

Entscheidungshilfen für solche Fragen sind in Faktenbanken aus externen Files und internen Erhebungen zu sammeln. Entsprechendes Zahlenmaterial läßt sich zunächst in Tabellenkalkulationsprogrammen beliebig auswerten und in Grafikprogrammen entsprechend darstellen. So lassen sich mit Programmpaketen wie Lotus 1-2-3, Framework o.a. Werte aus der Bibliotheksstatistik in einer Datenbank sammeln, über Tabellenkalkulationsprogramme beliebig auswerten und in geeigneten Grafiken darstellen. Durch die Programmierung solcher Abläufe ist es möglich, bestimmte Auswertungen in regelmäßigen Abständen oder nach Bedarf sozusagen per Knopfdruck abzurufen.

Um ein einfaches Beispiel hierfür zu liefern, sei auf den nichtlinearen Zusammenhang zwischen Erwerbungsetat und Studentenzahl hingewiesen, der sich in einer Grafik deutlich zeigt. Bei einer Studentenzahl von fünftausend, ist danach ein Erwerbungsetat von rund 540,- DM pro Student durchaus angemessen. Während bei 50000 Studenten eher 54,- DM/Student eingesetzt werden müssen. Daß dabei die Fächerverzahnung und die Preisunterschiede bei Natur und Geisteswissenschaften noch nicht in Betracht gezogen sind, ist selbstverständlich. Dies ließe sich aber durchaus entsprechend berückschtigen.

Dieses kleine Beispiel fördert ein erstaunliches Ergebnis zutage. In der Bundesrepublik besteht kein Zusammenhang zwischen den Erwerbungsetats der Bibliotheksstatistik und den dazugehörigen Studentenzahlen - was man eigentlich annehmen sollte. Völlig unabhängig von den Studenten betrug demnach 1986 der durchschnittliche Erwerbungsetat der Universitätsbibliotheken 2,7 Millionen DM.

Interessanterweise läßt sich, in erwartungsgemäßer Entsprechung auch erkennen, daß die Ausleihen pro Student mit der Universitätsgröße abnehmen, was vermutlich damit zusammenhängt, daß in großen Universitäten anderweitige Angebote die zentrale Universitätsbibliothek stärker entlasten, als in kleinen.

So kommen bei 5000 Studenten rein rechnerisch 47,6 Ausleihen der Universitätsbibliothek auf jeden Studenten pro Jahr, während es bei 50000 Studenten nur 6,8 Ausleihen sind. Diese Beobachtungen geben zu der Vermutung Anlaß, daß unsere Universitätsbibliotheken unter den heutigen Gegebenheiten und mit den existierenden Strukturen bei durchschnittlich 66,- DM pro neu erworbenem Band (1986) mit rund 40000 Bänden Neuzugang pro Jahr eine Größe erreichen, die eher durch bibliotheksinterne und finanzpolitische Gründe bedingt sind, als durch die Zahl der Nutzer.

Statistische Auswertungen über Tabellenkalkulation und Grafik, wie die beiden genannten, könnten problemlos in gewünschter Weise programmiert werden und jedes Jahr automatisch interessante Veränderungen anzeigen, um die Wirtschaftlichkeit von Bibliotheken zu optimieren.

Solche Ergebnisse müssen in funktionale Zusammenhänge gebracht werden, um sie im Laufe der Zeit Expertensystemen zuzuführen. Ansätze hierfür existieren bei der Abschätzung von Nutzungshäufigkeiten für Bücher durch Markov Ketten (24). Dazu gehören auch die Zeitschriftenauswahl über das bekannte Bradford's Law of Scattering oder die SCI Journal Citation Reports (25), die Wiederkehrrate von Nutzern (26) oder die Bestimmung des Satisfaction Levels (27/28). Insbesondere die Halbwertszeituntersuchungen bei zunehmendem Alter der Information und damit bei Magazinierungen, sind hier von Bedeutung (29).

Schluß:

Ich habe versucht deutlich zu machen, welche Aufgaben in den uns bevorstehenden Jahren auf die Universitätsbibliotheken zukommen, und wie nach meiner Vorstellung dieser Herausforderung begegnet werden kann. Diese neuen Aufgaben können die zur Zeit laufenden bibliothekarischen Funktionen nur ablösen, wenn sie einen befriedigenden Ersatz darstellen. Daher erfordert die Einführung von Informationstechnologie am Anfang ein erhebliches Maß an Mehrleistung, die nicht zu Überlastungen führen darf.

Die bibliothekarische Ausbildung ist in den letzten Jahren erheblich modernisiert worden. Sie wird bei konsequenter Ausnutzung der bestehenden Möglichkeiten ausreichen, um die nachfolgenden Absolventen in den Stand zu versetzen, die Herausforderungen der sog. Electronic Library anzunehmen. Somit ist es nun Zeit, daß die Universitätsbibliotheken auch die praktische Durchführbarkeit und die Vorteile einer solchen Konzeption unter Beweis stellen. Ausbildung kann nicht auf eine ferne Zukunft gerichtet sein. Sie braucht das Vorbild der Praxis. Hier reicht auf die Dauer der Hinweis auf die USA, die Niederlande oder Großbritannien je nach Bedarf nicht aus.

Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates für die Universitätsbibliotheken der Bundesrepublik sind eindeutig und teilweise auch unumgänglich, ihre Realisation erfordert die Bereitschaft, die Erfahrung und den Kooperationswillen aller Beteiligten. Es ist mit Sicherheit noch nicht entschieden, wie, wo und wann sich modernes Informationsmanagement etabliert. So wird immer wieder (auch in den USA) die Befürchtung geäußert, daß die Bibliotheken zu Buchmuseen werden könnten, wenn sich die Bibliothekare nicht zeitig umstellen (30). Desweiteren wird der Bibliothekscharakter sicher auch von der Frage abhängen, wie man in Zukunft den Wert von Information einschätzt. Nach Kibirige(31) ist die Frage in den wissenschaftlichen Bibliotheken nicht mehr "fee or free. It is rather How soon? How much? and How?".

Bibliothekare, Dokumentare und Archivare müssen sich ihrer ureigensten arbeitsteiligen Aufgabe in dieser Gesellschaft klar werden.

Literatur:

(1) Blagden, J.: Do we realy need libraries?
Saur, Bingley (1988)

(2) Griffiths, J.-M.; King, D.W.: The contribution of online database services to the productivity of their users.
10th Online Information Meeting '86 S.69-76 (1987)

(3) King, D.W.; McDonald, D.D.; Roderer, N.K.: Scientific Journals in the United States - Their Production, Use, and Economics.
Hutchinson Roß Publ. Comp. Stroudsburg (1981)

(4) Umstätter, W.; Rehm, M.: Bibliothek und Evolution
Nachr. f. Dok. 35 (6) S.237-249 (1984)
(Aufsatz im Volltext)

(5) Gränzer, W.: Was uns bewegt.
IBM Nachrichten 37 (288) S.18 (1987)

(6) Richards, P.S.: Die historische Rolle von Bibliotheken in der wissenschaftlichen Kommunikation.
Bibliothek 11 (1) S.3-7 (1987)

(7) Davis, R.M.: Where will technology put the library of the 21st century?
Bull. Med. Libr. Assoc. 75 (1) S.1-6 (1987)

(8) Wilbert, G.: Bibliothek - Information - neue Medien
Bibliothek 11 (1) S.73-97 (1987)

(9) Report of the Transbinary Group on Librarianship and Information Studies. June (1986)

(10) Tehnzen, J.:Von der Bibliothek zur Discothek? ADONIS nimmt den zweiten Anlauf.
ABI-Technik 7 (2) S.171-178 (1987)

(11) Vleduts-Stokolov, N.: Concept recognition in an automatic text processing system for the life sciences.
JASIS 38 (4) S.269-287 (1987)

(12) O'Neill, E.T.; Aluri, R.: Subject heading patterns in OCLC monographic records.
Research Report ERIC ED-183 167

(13) Wesseler, B.: Speicher laufen den Rechnern den Rang ab.
online 87 (7) S.26-32 (1987)

(14) Maddox, J.: What is an electronic journal?
Nature 328 6. Aug. S.471 (1987)

(15) Moran, B.; Surprenant, T.T; Taylor, M.E.: The electronic campus: The impact of the scholar's Workstation project on the libraries at brown.
College & Res. Lib. Jan. '87 S.7-16 (1987)

(16) Kristofferson, D.: The BIONET electronic network
Nature 325 5. Feb. S.555 (1987)

(17) Hendrickson, G.L.F.; Goldstein Anderson, R.K.; Long, A.C. and Levy, R.I.: IAIMS at Columbia: A Strategic Plan and Model Project.
Bull. Med. Libr. Assoc. 74 (3) S. 243-248 (1986)

(18) Broering, N.C.: Beyond the Library: IAIMS at Georgetown University
Bull. Med. Libr. Assoc. 74 (3) S. 249-256 (1986)

(19) Wilson, M.P.; Ball, M.J.; Zimmermann, J.L.; Douglas, J.V.: The IAIMS Initiative at the University of Maryland at Baltimore
Bull. Med. Libr. Assoc. 74 (3) S. 257-263 (1986)

(20) Warner, H.R.: Clinikal Linkages: IAIMS at the University of Utah
JASIS 39 (2) S.135-137 (1988)

(21) Broering, N. C.; Feng, C.; Matheson, N.W.: Integration
acros Institutions: IAIMS Extended
JASIS 39 (2) S 131-134 (1988)

(22) Die Informationssysteme der Universitäten in Baden-Württemberg
ZfBB 34 S.257-275 (1987)

(23) Maier-Leibnitz, H.: Information und Gesellschaft: Die Verantwortung des Wissenschaftlers gegenüber der Öffentlichkeit.
in: Information und Gesellschaft - Bedingungen wissenschaftlicher Publikation. Hrsg.: Philipp, F.-H., Wiss. Verl. Stuttgart (1977)

(24) Morse, P.M.: Library Effectivenes. A Systems Approach.
M.I.T. Press, Cambridge (1968)

(25) Umstätter, W. und Rehm, M.: Entscheidungshilfen für Bibliotheken zum Kauf medizinischer Zeitschriften.
DFW 29 (5) S.123-125 (1981)

(26) Umstätter, W.; Rehm, M.: Die Universitätsbibliothek als Informationsvermittlungsstelle - Erfahrungen mit DIMDINET.
Nachr. f. Dokum. 31 (4/5) S.172-176 (1980)
(Aufsatz im Volltext)

(27) Buckland, M.K: An operations research study of a variable loan and duplication policy at the university of Lancaster.
The Library Quarterly 42 (1) S.97-106 (1972)

(28) Umstätter, W.: Öffentliche Bibliotheken und ihre Nutzung.
ABI-Technik 6 (1) S.1-12 (1986)

(29) Umstätter, W.; Rehm, M.; Dorogi, Z.: Die Halbwertszeit in der naturwissenschaftlichen Literatur.
Nachr. f. Dok. 33 (2) S.50-52 (1982)

(30) Koenig, M.E.D.: Education for Information Management: Competition or Cooperation
Library Trends Spring 1986 S.715-728 (1986)

(31) Kibirige, H.M.: The Information Dilemma. A Critical Analysis of Information Pricing and the Fees Controversy
Greenwood Press, Westport (1983)


Last update: 26. June 1997 © by Walther Umstaetter