Zur Person von Dr. Margarete Rehm
Vorwort
Vom Anfang - 1. Jh. n. Chr.
............ 2. Jh. - 14. Jh.
............15. Jh.
............16. Jh.
............17. Jh.
............18. Jh.
..........1800 - 1834
..........1835 - 1869
..........1870 - 1899
..........1900 - 1934
..........1935 - 1969
..........1970 - 1993

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Information und Kommunikation in Geschichte und Gegenwart

von

Margarete Rehm

Das 18. Jh.

Der italienische Mediziner Bernardino Ramazzini (* Carpi [bei Modena] 1633, † Padua 1714), ab 1682 Professor in Modena, ab 1700 in Padua, begründete mit seinem Buch "De morbis artificum diatriba" (lat.= Abhandlung von den Krankheiten der Künstler und Handwerker), Modena 1700, die Arbeitsmedizin.

"Hundertjähriger Kalender" ist die Bezeichnung für vereinfachende Druckausgaben des "Calendarium oeconomicum practicum perpetuum" des Abtes Mauritius Knauer (* 1613, † 1664), in dem die von diesem in den Jahren 1652 - 1658 im Kloster Langheim bei Lichtenfels täglich vorgenommenen meteorologischen und astronomischen Beobachtungen in einem astrologisch begründeten und mit Bauernregeln vermischten System einer Witterungsperiode (7-Jahreszyklus) zusammengefaßt sind.
Der erste Hundertjährige Kalender, eine verkürzte Druckausgabe des Knauerschen Werkes, wurde unter Ausdehnung auf die hundert Jahre 1701 - 1801 unter Umgehung der lokalen Gegebenheiten von dem Arzt Christoph Hellwig 1700 in Erfurt u.d.T. "Auf Hundert Jahr gestellte Curiose Calender, nehmlichen von 1701 bis 1801" herausgegeben.

Nach einigen nicht ausgereiften Versuchen im 15. und 16. Jh., den Tanz "aufzuschreiben", gilt als Erfinder der bis heute richtungsweisenden linearen Tanzschrift (griech. Choreographie) (Aufzeichnung von Bewegungsabläufen im Tanz [Stellung, Haltung, Bewegungsrichtung] durch eigens dafür geschaffene Zeichen auf einem Liniensystem, mit Bewegungssymbolen oder mit Zeichen für musikalische Notenwerte) der französische Tänzer und Ballettmeister Charles Louis Beauchamps (Beauchamp) (* Versailles 1636, † Paris 1705 oder um 1719), dessen von ihm 1671 entwickelte und als "Choreographie" bezeichnete Methode aber erst sein Schüler, der französische Tänzer und Ballettmeister Raoul-Auger Feuillet (* um 1660, † 1710) durch sein Werk "Choréographie ou l'art d'écrire la danse, par caractères, figures et signes démonstratifs", Paris 1700, verbreitete.

Der Postverkehr wurde durch die Einführung des Zustelldienstes (Briefträger), der Briefkästen und der Postwertzeichen (Briefmarken) sowie schließlich der Postleitzahlen wesentlich verbessert.
Mußte ursprünglich der potentielle Empfänger einer Postsache auf der Postanstalt selbst nachsehen, ob eine unter den dort ausgestellten Postsendungen für ihn bestimmt war, so wurden diese bereits um 1700 im Bereich der preußischen Post gegen eine geringe Gebühr von Privatdienern dem Empfänger zugestellt. Hieraus entwickelte sich allmählich die Institution des Briefträgers, die namentlich erstmals in der "Post-Ordnung" von 1710 erwähnt wird. (Die erste deutsche Reichspostordnung war 1698 von Kaiser Leopold I. erlassen worden.)
Das erste bekannte Reglement für Briefträger stamt aus dem Jahr 1770. Fest angestellte und vom Staat besoldete Briefträger traten nach 1824 in Erscheinung. Dem Service der Postzustellung für den Empfänger entsprach der Briefkasten für den Absender. Bis zur allgemeinen Einführung von Briefkästen (in Preußen ab 1824) mußte man seine zu befördernde Post auf der Postanstalt abgeben.

Das erste deutsche städtische Adreßbuch erschien 1701 in Leipzig u.d.T. "Das ietzlebende Leipzig".

Der erste Sibirienatlas (1701) stammt von dem russischen Geographen und Kartographen Semjon Uljanowitsch Remesow (* Tobolsk 1642, † nach 1720).

Den Anfang der italienischen Lexika machte Vincenzo Maria Coronelli, Kosmograph, Kartograph, Globenbauer, Gründer der ersten geographischen Gesellschaft der Erde ("Accademia cosmografica degli argonauti", 1684) und Mitglied des Minoritenordens, (* Venedig 1650, † ebd. 1718) mit seiner auf 45 Bände mit 300.000 Stichwörtern geplanten alphabetischen Enzyklopädie "Biblioteca universale sacro-profana", von der aber nur die ersten sieben Bände (A-Caque) in Venedig in den Jahren 1701 - 1706 erschienen. (Allein der Buchstabe A umfaßte vier Bände mit fast 2700 Begriffen). Coronellis Enzyklopädie war eins der ersten Konversationslexika.

Der evangelische Theologe Valentin Ernst Löscher (* Sondershausen 1674, † Dresden 1749) gründete 1701 die erste deutsche theologische Zeitschrift: "Altes und Neues aus dem Schatz theologischer Wissenschaften", Wittenberg 1701. (Forts.: Unschuldige Nachrichten oder Sammlung von alten und neuen theologischen Sachen, Büchern, Urkunden ..., Leipzig 1702 - 1719; Forts.: Fortgesetzte Sammlung von alten und neuen theologischen Sachen, Leipzig 1720 - 1750; Forts.: Neue Beyträge von alten und neuen theologischen Sachen, Leipzig 1751 - 1761.)

Die erste englische Tageszeitung erschien u.d.T."Daily Courant" in London von 1702 bis 1735.

Der französische Komponist und Musiktheoretiker Sébastien de Brossard (getauft Dompierre [bei Argentan] 1665, † Meaux 1730) verfaßte das erste französische Musiklexikon ("Dictionnaire de musique ...", Paris 1703).

Das in Wien 1703 entstandene "Wiennerische Diarium", eine von der Regierung gestützte Gründung, die neben Nachrichten auch Anzeigen enthielt und seit 1780 in der "Wiener Zeitung" weiterlebt (1940 - 1947 nicht erschienen), ist die älteste heute noch erscheinende österreichische Tageszeitung. (Das "Wiennerische Diarium" war zugleich das älteste deutschsprachige Intelligenzblatt.)

Als erste "volkstümliche", d.h. der Erbauung und Unterhaltung dienende deutsche theologische Zeitschrift gelten die 1703 - 1706 in Leipzig anonym herausgegebenen "Menses reservati, oder Monathliche Übung bey Neben-Stunden zur Erbauung und Gemüths-Ergötzung".

Das erste Adreßbuch von Berlin erschien als reines Behördenhandbuch 1704 u.d.T. "Das jetztlebende Königlich Preußische und Churfürstlich-Brandenburgische Haus". (In der Ausgabe von 1777 waren erstmals Geschäfts- und Privatleute in einem Anhang aufgeführt; der Hauptteil blieb aber ein reines Behördenverzeichnis.)

Der Engländer John Harris (* Shropshire um 1666, † Norton Court 1719), Geistlicher, Mathematiker und ab 1709 Sekretär der Royal Society, London, brachte mit seinem technischen Nachschlagewerk "Lexicon technicum, or an Universal English dictionary of arts and sciences", London 1704, die erste alphabetisch angeordnete englische Enzyklopädie heraus.

Das erste große deutschsprachige Lexikon erschien unter einem aus über 100 Wörtern bestehenden Titel, in dem erstmals die Bezeichnung "Konversation" (in der Bedeutung von "gebildete Unterhaltung") im Zusammenhang mit einem Lexikon auftrat. Es war das "Reale Staats- und Zeitungs-Lexicon" (= Kurztitel), Leipzig 1704, herausgegeben von dem als Schulschriftsteller bekannten Lehrer Johannes Hübner (* Türchau [bei Zittau] 1668, † Hamburg 1731). Von diesem langlebigen Lexikon (31. [= letzte] Aufl., Leipzig 1824 - 1828) nahm die Entwicklung des Konversationslexikons in Deutschland ihren Ausgang.

Die älteste, heute noch erscheinende deutsche Tageszeitung ist die "Hildesheimer Allgemeine Zeitung". Sie wurde am 25. 6. 1705 als "Hildesheimer Relations-Courier" gegründet (seit 1922 unter dem heutigen Titel; 1943 - 1949 nicht erschienen).

Die erste englische Abendzeitung (d.i. eine abends erscheinende Zeitung) war die "Evening Post", London 1706 - 1740.

Nach der Gründung der ersten deutschen Kunstakademien (1662: Nunberg, 1696: Berlin) erschienen in Deutschland anatomische Lehrbücher für Künstler (Künstleranatomien) in deutscher Sprache sowie deutsche Übersetzungen von französischen und italienischen Lehrbüchern.
Die erste deutschsprachige Künstleranatomie (u.d.T. "Andreae Vesalii Bruxellensis, Deß Ersten, Besten Anatomici, Zergliederung Deß Menschlichen Körpers. Auf Mahlerey und Bildhauer-Kunst gericht") wurde 1706 in Augsburg von dem Buchhändler Andreas Maschenbauer verlegt. In deutscher Übersetzung erschienen; François Tortebat: Abrégé d'anatomie, accomodé aux arts de peinture et de sculpture ..., Paris 1667 (Berlin 1706) und Carlo Cesio: Anatomia dei pittori, Rom 1697 (Nürnberg 1706).

Die erste (und wohl einzige gedruckte) Grammatik der kornischen Sprache (einer gegen Ende des 18. Jh. ausgestorbenen keltischen Sprache in Kornwall [Cornwall], England) findet sich in der "Archaeologia Britannica", Oxford 1707, einer Pionierarbeit im Rahmen des vergleichenden Studiums keltischer Sprachen von Edward Lhuyd, einem walisischen Antiquar, Naturwissenschaftler und Philologen (* 1660, † Oxford 1709).

Zahlreiche Autoren sehen sich aus den verschiedensten Gründen veranlaßt, sich einer Identifizierung zu entziehen, indem sie ihre Werke entweder anonym (ohne Namensnennung) erscheinen lassen oder sich ein Pseudonym (einen Schein- oder Decknamen) zulegen. Die Entschlüsselung anonymer und pseudonymer Schriften sowie ihre bibliographische Verzeichnung setzte um die Mitte des 17. Jh. ein.
Das erste (namhafte) deutsche Anonymen- und Pseudonymenverzeichnis verfaßte Vincentius Placcius (Vincent Plakke) (* 1642, † 1699) mit "Theatrum anonymorum et pseudonymorum", Hamburg 1708, fortgesetzt von Johann Christoph Mylius (* 1710, † 1757) mit "Bibliotheca anonymorum et pseudonymorum detectorum", Tl. 1.2., Hamburg 1740.

Die moralischen Wochenschriften, ein Zeitschriftentypus der Aufklärung, erschienen in ihrer Blütezeit von 1720 bis 1770 in mehreren europäischen Ländern und dienten mit ihren Beiträgen der sittlichen Belehrung, Erziehung, literarisch-ästhetischen Geschmacksverbesserung (besonders in Deutschland) oder politischen Meinungsbildung (vor allem in England).
Vorbilder waren drei englische Blätter, die auf die Schriftsteller Richard Steele (* Dublin1672, † Carmathen [Wales] 1729) und Joseph Addison (* Milston [Wiltshire] 1672, † London 1719) zurückgingen: Der ersten englischen moralischen Wochenschrift "The Tatler" (Der Plauderer), London 1709 - 1711, folgten "The Spectator" (Der Zuschauer), London 1711 - 1712; 1714, und "The Guardian" (Der Wächter), London 12. März 1713 1. Oktober 1713.
Steele und Addison waren zugleich die ersten Schriftsteller, die mit ihren moralischen Wochenschriften den Essay (Zeitschriften-Essay) einführten, auf den das spätere Feuilleton zurückgeht.

Die von der englischen Schriftstellerin Mary Delariviere Manley (auch de la Riviere Manley) (* auf Jersey 1663, † London 1724) in London 1709 eingeführte Zeitschrift "The Female Tatler" war die erste von einer Frau herausgegebene Frauenzeitschrift. Sie erschien allerdings nur vom 8. Juli 1709 bis zum 31. März 1710.

Ein Ballon ist ein kugelförmiges unbemanntes oder bemanntes Luftfahrzeug, das durch den statischen Auftrieb eines Füllgases mit geringerer Dichte als Luft (Wasserstoff, Helium, Heißluft) getragen wird; das Gas ist in einer gasdichten Hülle eingeschlossen.
Die ersten Ballons waren die in China um 1300 bereits allgemein bekannten Heißluftballons.
In Europa führte, einem zeitgenössischen Bericht zufolge, erstmals der brasilianische Jesuitenpater Bartolomeu Laurenço de Gusmao am 8. August 1709 im Schloß des Königs Johann V. von Portugal in Lissabon den Aufstieg eines papierbespannten Heißluftballons vor. Er demonstrierte damit, 74 Jahre vor dem französischen Brüderpaar Montgolfier, den eigentlichen Begründern der Ballonfahrt (1783), das Fliegen mit einem Gerät, das leichter als Luft ist.

Der pietistische Theologe Carl Hildebrand Freiherr von Canstein (* Lindenberg [bei Frankfurt/Oder] 1667, † Berlin 1719) gründete 1710 in Halle/Saale die nach ihm benannte "Cansteinsche Bibelanstalt", die zugleich die älteste zur Verbreitung der Bibel im eigenen Lande dienende volkskirchliche Bibelgesellschaft der Erde ist. Die Cansteinsche Bibelanstalt (mit eigener Druckerei) stellte zum erstenmal in Deutschland Bibeln in Massenproduktion her. (Ihre ersten Ausgaben waren das Neue Testament [1712] und die ganze Bibel [1713].)

Der italienische Dichter und Literaturkritiker Apostolo Zeno (* Venedig 1668, † ebd. 1750) gründete zusammen mit anderen die erste kritische Literaturzeitschrift (literarische Zeitschrift) Italiens: "Giornale dei letterati d'Italia", Venedig 1710 - 1740.

Der Maler und Kupferstecher Jakob Christof Le Blon (* Frankfurt/M. 1667, † Paris 1741) entwickelte in London und Paris um 1710 den Vierfarbendruck, indem er sich dabei die Tatsache zunutze machte, daß sich jede Farbe aus drei Grundfarben zusammensetzen läßt. Er druckte zunächst (um 1710) mit drei Platten (Blau, Gelb, Rot); nach 1732 fügte er eine Schwarzplatte hinzu.

Die englischen Essayisten Richard Steele (* Dublin 1672, † Carmathen [Wales ] 1729) und Joseph Addison (* Milston [Wiltshire ] 1672, † London 1719) gelten als Begründer der heute im Feuilleton der Tageszeitungen, Wochenblätter, kulturellen Zeitschriften u.a. regelmäßig erscheinenden Theaterkritik (der inhaltlichen Würdigung eines Bühnenwerkes und Beurteilung seiner Aufführung): In der moralischen Wochenschrift "The Spectator", London 1711 - 1712, veröffentlichten sie die ersten kontinuierlichen Theaterkritiken.

Die erste Buchauktion in Amerika fand 1713 in Boston (Mass.) statt.

Auf Initiative des evangelischen Missionars und Gründers der evangelischen Mission in Südindien (1706) Bartholomäus Ziegenbalg (* Pulsnitz 1683, † Tranquebar 1719) konnte in Tranquebar 1713 die erste mit tamilischen Lettern druckende Buchdruckerei in Betrieb genommen werden. 1713 erschien bereits der Kleine Katechismus Martin Luthers in Tamil, die erste Katechismusübersetzung in einer asiatischen Sprache.

Das erste forstwissenschaftliche Buch veröffentlichte Hans Carl von Carlowitz (* 1645, † 1714) mit seiner "Sylvicultura oeconomica", Leipzig 1713.

Die erste deutsche moralische Wochenschrift (als Nachahmung der englischen Wochenschriften), herausgegeben von dem Musikschriftsteller Johann Mattheson (* Hamburg 1681, † ebd. 1764), erschien u.d.T. "Der Vernünfftler, das ist: Ein deutscher Auszug aus den engländischen Moral-Schriften des Tatler und Spectator". Nr. 1 - 101, Hamburg 31. Mai 1713 - 30. Mai 1714. (Das Blatt wurde aus unbekannten Gründen verboten; die letzte Nummer erschien handschriftlich.)

Zur Beschleunigung des Schreibvorgangs wurden schon lange vor Beginn des Industriezeitalters viele, zum Teil originelle Maschinen entwickelt, von denen aber die meisten für die Praxis unbrauchbar waren. Das erste Patent auf "eine Maschine zum Schreiben oder Drucken von Buchstaben einzeln oder hintereinander" wurde 1714 dem Engländer Henry Mill (* 1683, † 1771) in London erteilt.

Die Feldpost ist ein Zweig des Postwesens, der während eines Krieges die Postverbindungen zwischen Streitkräften und Heimat sowie innerhalb der Streitkräfte sicherstellt.
Ein Vorläufer der Feldpost war ein um 1509 eingerichteter Kurierdienst Kaiser Maximilians I. zwischen dem Heerlager in der Lombardei und dem Regierungssitz in Wien. Entsprechende Einrichtungen gab es während der Türkenkriege 1522/1524 sowie im Dreißigjährigen Krieg. Sie dienten aber ausschließlich der Nachrichtenübermittlung zwischen den obersten militärischen Kommandostellen, während persönliche Briefe der Soldaten nicht befördert und zugestellt wurden.
Die eigentliche Feldpost entwickelte sich zu Beginn des 18. Jh. in Preußen, wo 1715 die erste "Feldpost-Instruktion" erschien. In den Kriegen des 18. und 19. Jh. wurde dann die Feldpost überall zu einer festen Einrichtung.

Christian Freiherr von (seit 1745) Wolff (auch Wolf) (* Breslau 1679, † Halle/Saale 1754), Philosoph und Professor der Mathematik in Halle/Saale (seit 1707), hielt als erster mathematische Fachvorlesungen in deutscher Sprache und prägte dazu viele Fachausdrücke. Sie finden sich u.a. in seinem "Mathematischen Lexicon", Halle/Saale 1716, dem wohl ersten deutschsprachigen mathematischen Fachwörterbuch.

Vorläufer des für den regelmäßigen, abschnittsweisen Abdruck in Zeitungen und Zeitschriften gedachten und oft eigens hierfür verfaßten Fortsetzungsromans waren die in den moralischen Wochenschriften, Intelligenzblättern oder sonstigen Periodika des 18. Jh. veröffentlichten Erzählungen und Fabeln, Humoresken und Anekdoten, Gedichte und Sinnsprüche u.ä.
Als erster Roman in der Presse erschien "The life and strange surprising adventures of Robinson Crusoe" (engl.- Das Leben und die seltsamen Abenteuer des Robinson Crusoe) des englischen Schriftstellers Daniel Defoe (* London wahrscheinlich 1660, † ebd. 1731) als laufende Beilage in der "London Post" vom 17. Oktober 1719 bis 17.Oktober 1720. (Buchausgabe: 3 Tle., London 1719 - 1720.)

Die erste eigenständige deutschsprachige moralische Wochenschrift waren die von dem schweizerischen Historiker und Schriftsteller Johann Jakob Bodmer (* Greifensee [bei Zürich] 1698, † Gut Schönenberg [bei Zürich] 1783) und dem schweizerischen Gelehrten Johann Jakob Breitinger (* Zürich 1701, † ebd. 1776) in Zürich 1721 - 1723 herausgegebenen "Discourse der Mahlern".

Die frühesten Musikzeitschriften waren eher Bücher in Form von Lieferungen als eigentliche Zeitschriften. Das gilt auch für die erste "Musikzeitschrift" auf deutschem Boden, die von dem Musiktheoretiker und Komponisten Johann Mattheson (* Hamburg 1681, † ebd. 1764) herausgegebene "Critica musica, d.i. Grundrichtige Untersuchung und Beurteilung vieler, teils vorgefaßter, teils einfältiger Meinungen, Argumenten", Hamburg 1722 - 1725. (In ihr finden sich erste Anfänge einer deutschen Musikkritik.)

Als im 18. Jh. die Kalender unterhaltenden und belehrenden Stoff boten, sich mit Kunst, Theater, Mode u.ä. befaßten, wurde auch die bislang nicht berücksichtigte weibliche Leserschaft angesprochen.
Als vielleicht frühester deutschsprachiger Kalender für weibliche Personen ("Frauenzimmer") ist in Zürich in den Jahren 1724 - 1770 ein "Compendieuser Hand- und Sackkalender für das Frauenzimmer" erschienen.

Autor des ersten gedruckten Buches mit farbigen Kupferstichen ("Coloritto or the harmony of colouring in painting, reduced for mechanical practice" [engl. und frz.], London um 1725) war der Maler und Kupferstecher Jakob Christof Le Blon (* Frankfurt/M. 1667, † Paris 1741). Die Kupferstiche hatte er in einem von ihm ab 1710 entwickelten Verfahren (Vierfarbendruck) hergestellt.

Die erste deutsche Frauenzeitschrift waren "Die vernünftigen Tadlerinnen", Halle/Saale (später Leipzig) 1725 - 1726, eine von dem Gelehrten und Schriftsteller Johann Christoph Gottsched (* Juditten [heute zu Königsberg] 1700, † Leipzig 1766) begründete und herausgegebene moralische Wochenschrift.

Ein aus Cluj (Rumänien) stammender Renegat, nach seiner Bekehrung zum Islam unter dem Namen Ibrahim Müteferrika (* 1674, † 1745), richtete 1726 in Konstantinopel die erste Buchdruckerei zum Druck türkischer Werke in arabischer Sprache ein.

Die erste gedruckte chinesische (systematisch aufgebaute) Enzyklopädie ("Gujin tushu jicheng"[Sammlung von Tafeln und Schriften aus alter und neuer Zeit]) erschien mit 5020 Bänden in Peking 1726. Sie war mit aus Bronze gegossenen beweglichen Lettern in einer Auflage von 100 Exemplaren gedruckt worden; dafür waren mehr als 100 Millionen Schriftzeichen erforderlich. Ein fast vollständiges Exemplar befindet sich in der ehemals Preußischen Staatsbibliothek, Berlin (seit Januar 1992: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz).

Der schottische Dichter, Perückenmacher und Buchhändler Allan Ramsay (* Leadhills [Lanarkshire ] 1686, † Edinburgh1758) gliederte 1726 seinem Buchladen in Edinburgh einen Leihbuchhandel (Leihbücherei, Leihbibliothek), d.h. einen Bücher gegen Gebühr für eine befristete Zeit ausleihenden privaten gewerblichen Betrieb, an und war damit der Gründer der ersten britischen Leihbibliothek.

1726 wurde der erste Stenographenverein, die "Shorthand Society",. in London gegründet.

Die Methode, einen Ehepartner über ein Zeitungsinserat zu suchen, war zuerst ausschließlich ein männliches Vorrecht.
Die erste bekannte Heiratsannonce einer Frau erschien 1727 im "Manchester Weekly Journal". (Die Jungfer Helen Morison, welche die Annonce aufgegeben hatte, wurde auf Verlangen der aufgebrachten Buger für vier Wochen in eine Irrenanstalt geschickt.)

Die in der ersten Hälfte des 18. Jh. nach britischem und französischem Vorbild in Deutschland gegründeten Intelligenzblätter (zu engl.: intelligence = Nachricht) waren staatliche Anzeigenblätter mit amtlichen Bekanntmachungen, Nachrichten und Berichten für Handel, Handwerk und Landwirtschaft, vor allem mit gewerblichen und privaten Anzeigen, auch mit belehrenden und unterhaltenden Beiträgen, die sich aus den von (anfangs privaten) Anzeigen- und Adreßkontoren zusammengestellten und wöchentlich erschienenen Listen der Verkaufs- und Kaufangebote sowie Kundschaftsadressen entwickelt hatten.
In Preußen erschienen die Intelligenzblätter seit 1727 ("Wöchentliche Berlinische Frag- und Anzeigungsnachrichten"). Friedrich Wilhelm I. (1713 - 1740) machte die Intelligenzblätter als erster zu einer staatlichen Einnahmequelle. (Das staatliche Anzeigenmonopol in Preußen wurde erst 1850 aufgehoben. Von da an wurden die Intelligenzblätter durch Amtsblätter ersetzt, und der Anzeigenteil in den Zeitungen nahm an Umfang erheblich zu.)

Im 18. Jh. kamen in England kleine Bibeln (Miniaturbibeln, engl.: thumb bibles) in Mode, die gekürzte Geschichten aus der Bibel in Prosa oder Versen enthielten und hauptsächlich für Kinder bestimmt waren.
Die erste Miniatur-Kinderbibel war die "Biblia, or a Practical Summary of the Old and New Testaments", London 1727 (38 mm x 26 mm).

Bereits im 17. Jh. war bekannt, daß zahlreiche Substanzen, z.B. Silberverbindungen, sich im Sonnenlicht - verfärben oder schwärzen. Doch erst der deutsche Arzt Johann Heinrich Schulze (* 1687, † 1744) entdeckte in Halle/Saale 1727, daß nicht die Sonnenwärme, sondern die Lichtenergie Ursache der Veränderungen war. Diese Erkenntnis über lichtempfindliche Substanzen bildete später die chemische Grundlage der Photographie.
Zudem stellte Schulze die ersten, wenn auch noch nicht haltbaren Lichtbilder (photographischen Bilder) der Geschichte her: Er klebte ein Blatt Papier, aus dem er Wörter herausgeschnitten hatte, auf eine Glasflasche, die mit einer Silbernitrat enthaltenden Chemikalie gefüllt war. Nachdem die Flasche eine Zeitlang in der Sonne gestanden hatte, waren die Wörter im Flascheninhalt abgebildet, also durch das geschwärzte Silbernitrat "photographiert" worden.

Die erste (bedeutende) deutsche Fachzeitschrift für Rechtswissenschaft war die von dem Staats- und Völkerrechtler Johann Jakob Moser (* Stuttgart 1701, † ebd. 1785) (seit 1719 Professor in Tübingen) herausgegebene "Reichs-Fama", Frankfurt/M., Leipzig 1727 - 1738, ein Spezialorgan für staatsrechtliche Probleme.

Auf der Grundlage von John Harris' "Lexicon technicum" (1704) gab der englische Schriftsteller Ephraim Chambers (* Kendal [bei Penrith] um 1680, † Islington [heute zu London] 1740) mit der "Cyclopaedia, or An universal dictionary of arts and sciences", 2 Bde., London 1728, die erste große englische Enzyklopädie heraus. Sie arbeitete erstmals mit Querverweisungen und nahm Einfluß auf nachfolgende Enzyklopädien.

Das Singspiel nahm seinen Ausgang in England von "The Beggar's opera" (engl.= Die Bettleroper) (1728), einer Parodie auf die italienische Barockoper, mit Musik von Johann Christoph Pepusch (* Berlin 1667, † London 1752). Das Libretto zu diesem ersten Singspiel schrieb der englische Dichter John Gay (* Barnstaple [Devon] 1685, † London 1732).

Der Pariser Zahnarzt Pierre Fauchard (* 1678, † 1761) begründete mit seinem Lehrbuch "Le chirurgien dentiste", 2 Bde., Paris 1728, die wissenschaftliche Zahnheilkunde.

Nachdem bereits 1725 der Franzose Basile Bouchon in Lyon Versuche einer Webstuhlsteuerung mit durchbohrtem Papierband unternommen hatte, das sich jedoch dafür als nicht haltbar erwies, wurde die Steuerung von Webstühlen zum erstenmal mit Erfolg von M. Falcon und Jacques de Vaucanson angewendet.
Der Lyoner Seidenweber M. Falcon verwendete 1728 für eine Webstuhlsteuerung gelochte Holzbrettchen. Durch die Löcher wurden Haken, die das Heben und Senken der Kettfäden bewirkten, gesteuert. Weiter entwickelt wurden die in beiden Fällen noch halbautomatisch arbeitenden Webstühle (Holzbrettchen- und Papiervorschub geschahen von Hand) zu einem ersten Modell einer vollständig mechanischen, lochkartengesteuerten Webmaschine 1745 durch den Mechaniker und Automatenbauer Jacques de Vaucanson (* Grenoble 1709, † Paris 1782). Dieses Gerät, das die Anfertigung von gemusterten Stoffen erlaubte, wurde nie regelmäßig in Betrieb genommen, nicht einmal allgemein bekannt und erst sechzig Jahre später für den Franzosen Joseph-Marie Jacquard interessant (1805).
Die Bedeutung der Lochkartenwebstühle lag einmal in ihrem Beitrag zur Industrialisierung, zum anderen in der Entwicklung der Steuerungstechnik (Programmsteuerung), und zwar genau nach jener, nach der später die ersten Computer arbeiteten.

Die erste deutsche Zeitschrift für Numismatik (Münzkunde) begründete der Altdorfer Professor Johann David Köhler (* 1684, † 1755) mit "Historische Müntz-Belustigung", Nürnberg 1729 - 1765.

Das erste (größere) deutsche wirtschaftswissenschaftliche Fachblatt gab Justus Christoph Dithmar (* 1677, † 1737), Professor der Kameralwissenschaften in Frankfurt/Oder, heraus. Es war die "Oekonomische Fama von allerhand zu den oekonomischen Polizei- und Cameral-Wissenschaften gehörigen Büchern, auserlesenen Materien, nützlichen Erfindungen, Projekten, Bedenken und anderen dgl. Sachen handelnd", Leipzig, Frankfurt/Oder 1729 - 1733.

Der amerikanische Politiker, Naturwissenschaftler und Schriftsteller (ursprünglich Buchdrucker) Benjamin Franklin (* Boston [Mass.] 1706, † Philadelphia [Pa.] 1790) gründete 1731 in Philadelphia (Pa.) die erste Leihbibliothek Amerikas.

Die erste deutsche Zeitschrift für genealogische Forschungen gab Michael Ranfft (* 1700, † 1774) u.d.T. "Der genealogische Archivarius" heraus, die mit verschiedenen Fortsetzungen in Leipzig von 1731 bis 1777 erschien.

Die erste englische allgemeine kulturpolitische Monatsschrift (mit Essays, Rezensionen, kritischen Beiträgen u.a. sowie Parlamentsberichten [seit 1732]) war das von Edward Cave (* 1691, † 1754) gegründete "Gentleman's Magazine", London 1731 - 1914.

Die erste deutschsprachige Enzyklopädie und das größte bis dahin gedruckte Universallexikon des Abendlandes (mit rd. 750.000 Artikeln auf 62 571 Seiten) war das von dem Leipziger Buchhändler und Verleger Johann Heinrich Zedler (* Breslau 1706, † 1751) herausgegebene und von ihm auch verlegte "Große vollständige Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste ...", 64 Bde. und 4 Suppl.-Bde., Halle/Saale und Leipzig 1732 - 1754 (nach dem Verleger meist als "Zedler" zitiert). (Neudruck: Graz 1961 - 1964.)
Der "Zedler" war die erste Enzyklopädie, an der ein ganzer Stab von Fachgelehrten, u.a. Johann Christoph Gottsched, mitgearbeitet hatte, was dann bei traditionsreichen Lexikonverlagen Brauch wurde. Schließlich enthielt der "Zedler" als erste Enzyklopädie Biographien lebender Persönlichkeiten.

Die erste bekannte deutsche Heiratsanzeige (durch die ein Hochzeitspaar seine Heirat bekanntgab) erschien am 9. Juli 1732 in dem 1722 in Frankfurt/M. gegründeten Intelligenzblatt "Frankfurter Wöchentliche Frag- und Anzeigungsnachrichten". Damit hatte die Sparte "Familiennachrichten" in der deutschen Zeitung ihren Anfang genommen.

Der schwedische Schriftsteller und Geschichtsschreiber Olof von (seit 1751) Dalin (* Vinberg [Halland ] 1708, † Drottningholm [bei Stockholm ] 1763) gab nach dem Vorbild der englischen moralischen Wochenschriften und mit häufigen Anleihen aus ihnen die erste schwedische moralische Wochenschrift "Then Swänska Argus", Stockholm 1732 - 1734, heraus.

Johann Gottfried Walther (* Erfurt 1684, † Weimar 1748), seit 1707 Stadtorganist in Weimar und seit 1721 Hofmusikus, schrieb das erste umfassende deutsche Musiklexikon ("Musikalisches Lexicon", Dresden 1732).

Um die Mitte des 18. Jh. wurde der im 15. Jh. erfundene Naturselbstdruck, ein Verfahren zum Abdrucken von Naturobjekten, in den USA und in Europa erstmals kommerziell genutzt.
In Deutschland stellte als erster der Erfurter Arzt Johann Hieronymus Kniphof (* 1704, † 1765) in Zusammenarbeit mit einem Drucker ab 1729 von ihm eingesandten Pflanzen Naturselbstdrucke gegen Gebühr her und ließ ab 1733 in zahlreichen Bänden und in mehreren Ausgaben u.d.T. "Botanica in originali" verschiedene Abdrucke von gepreßten, eingefärbten Pflanzenblättern vor allem für Botaniker, Ärzte und Apotheker erscheinen.

Der von Ivan Kirilow (* 1689, † 1737) herausgegebene "Atlas vserossijskoj imperii" (russ.= Atlas des Allrussischen Reiches), St. Petersburg(?) 1734, war der erste in Rußland gestochene und gedruckte Atlas.

Die erste vollständige Bibel in litauischer Sprache erschien in Königsberg 1735.

Die erste deutsche Spezial- oder Fachbibliothek (die im Gegensatz zur Allgemein- oder Universalbibliothek nur ein bestimmtes Fachgebiet von größerem oder kleinerem Umfang pflegt) war die 1735 in Hamburg für die Kaufleute der Hansestadt gestiftete "Commerzbibliothek" für Handels- und Staatswissenschaften. (Sie wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf wenige Reste zerstört.)

Der erste in Grönland (1721 - 1736) wirkende norwegische evangelische Missionar Hans Egede (* Trondeness [bei Harstad] 1686, † Stubbekobing [auf Falster] 1758) ließ 1739 in Kopenhagen die erste grönländische Fibel drucken.

Wollte man in früherer Zeit für Neuauflagen eines Buches die Setzarbeiten sparen, so mußte man den Satz stehen lassen, was aber das anderweitig benötigte Typenmaterial blockierte. Eine Lösung dieses Problems brachte die Stereotypie, ein Verfahren zur mechanischen Abformung von Druckformen (Satz oder Druckplatten), das bereits im 15. und 16. Jh. für Metallschnittplatten und Holzstöcke bekannt war, aber erst im 18. Jh. weiterentwickelt wurde.
Fördernden Einfluß nahm die von dem schottischen Goldschmied William Ged (* 1690, † 1759) erfundene Gipsstereotypie: Er formte den Satz in Gips ab und goß diese Form mit Blei aus. Von so gewonnenen Platten druckte ihm sein Sohn, der Buchdrucker war, 1739 eine Sallustausgabe.
Geds Erfindung scheiterte am Widerstand der um ihr Auskommen fürchtenden schottischen Buchdrucker. Das Verfahren wurde erst wieder 1795 von dem Pariser Schriftgießer Firmin Didot (* 1764, † 1836) aufgegriffen und verbessert. (Einführung der Stereotypie in England 1804 durch Lord Charles Stanhope[* 1753, † 1816], in Deutschland 1816 durch den Leipziger Drucker und Verleger Karl Christoph Tauchnitz[* 1761, † 1836].)
Von durchschlagendem Erfolg war aber erst die Papiermatrize, die sich der Lyoneser Schriftsetzer Claude Genoux 1829 patentieren ließ.

Verfasser des ältesten deutschen Fachbuches über das Handwerk des Buchbindens ("Der in aller heut zu Tag üblichen Arbeit wohl anweisende accurate Buchbinder und Futteralmacher ...", 4 Tle., Ansbach u.a. 1741 - 1753) war der Buchbinder Christoph Ernst Prediger (* Ansbach 1701, † ebd. 1768).

Erst ab etwa 1750 wurde es allgemein üblich, auf Theaterzetteln den Theaterleiter (Prinzipal) namentlich zu nennen.
Der Schauspieler und Theaterleiter Johann Friedrich Schönemann (* Crossen 1704, † Schwerin 1782), der 1730 - 1739 der Neuberschen Truppe angehört hatte und 1739 Chef einer eigenen Wandertruppe wurde, setzte als erster Prinzipal seinen Namen auf den Theaterzettel.
Der Theaterzettel, welcher die Aufführung des Stückes "Die Unmöglichkeit, ein verliebtes Frauenzimmer zu hüten" in Güstrow am 12. 1. 1741 ankündigte, ist einer der ersten Zettel, der den Namen "Schönemann" trägt.
(Ab 1820 wird der Regisseur vereinzelt, ab etwa 1880 regelmäßig, der Bühnenbildner erst ab 1920 regelmäßig genannt.)

Die erste deutsche pädagogische Zeitschrift hat der Konrektor der Domschule in Naumburg Johann Gottlieb Biedermann (* 1705, † 1772) ins Leben gerufen. Es waren die "Acta Scholastica, worinnen ... der gegenwärtige Zustand derer berühmtesten Schulen und der dahin gehörigen Gelehrsamkeit entdecket wird", Leipzig 1741-1748 (Forts.: Nova Acta Scholastica, oder zuverlässige Nachrichten von Schulsachen ...,Leipzig 1749 - 1751; Forts.: Altes und Neues von Schulsachen, Halle/Saale 1752 - 1755).

Als erste deutsche philosophische Zeitschrift gilt das Blatt "Philosophischer Büchersaal, worinnen sowohl von alten als neuen dahin gehörigen Büchern eine grundlegende Nachricht ertheilet wird", Leipzig 1741 - 1744. Herausgeber war der Rektor des Chemnitzer Lyzeums Johann Georg Hager (* 1709, † 1777) und ab dem 4. Jg. der Professor der Rechts- und Kameralwissenschaft in Braunschweig Georg Heinrich Zincke (* 1692, † 1768).

Der Buchhändler und Verleger Theophil Georgi (* Eibenstock 1674, † Leipzig 1762) erarbeitete die erste europäische Gesamtbibliographie (aller im Zeitraum 1450 - 1750 erschienenen europäischen Bücher) ("Allgemeines europäisches Bücherlexicon", 5 Tle. und 3 Suppl., Leipzig 1742 - 1758; unvollendet).

Die erste (umfassende) programmatische Schrift zum Recht des akademischen Frauenstudiums in Deutschland verfaßte Dorothea Christiana Leporin (* Quedlinburg 1715, † ebd. 1762) mit "Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das Weibliche Geschlecht vom Studiren abhalten, Darin deren Unerheblichkeit gezeiget, und wie möglich, nöthig und nützlich es sey, Daß dieses Geschlecht der Gelahrtheit sich befleisse, umständlich dargeleget wird", Berlin 1742. (Die Autorin erwarb als erste Frau in Deutschland 1754 den Doktorgrad der Medizin.)
(Aber erst viel später erfolgte in Deutschland die Zulassung zum regulären Frauenstudium: 1901 in Baden, 1903/04 in Bayern, 1904/05 in Württemberg, 1906/09 in Sachsen und Thüringen, 1908 in Preußen.)

Der norwegische evangelische Theologe Paul Egede (* Vågen [Lofotinseln] 1709 oder 1708, † Kopenhagen 1789), 1721 - 1740 in Grönland, verfaßte für den Religionsunterricht der Eskimos 1742 den ersten grönländischen Katechismus.

Die erste in Amerika gedruckte deutsche Bibel (Lutherbibel) ging aus der Offizin des Buchdruckers Christoph (Christopher) Sauer d.Ä. (* Laasphe 1693, † Germantown [heute zu Philadelphia, Pa. ] 1758) hervor, der 1738 im der deutschen Siedlung Germantown eine Buchdruckerei gegründet hatte.

Die erste Zeitung in Peru war die "Gaceta de Lima", Lima 1744 - 1763.

In der Schweiz entstanden neben den hier verbreiteten deutschen Enzyklopädien national ausgerichtete Lexika. Am Anfang stand ein von dem Züricher Bürgermeister Johann Jacob Leu (* 1689, † 1768) herausgegebenes "Allgemeines, helvetisches, eydgenössisches, oder schweitzerisches Lexicon", 20 Bde., Zürich 1747 - 1765 nebst 6 Suppl., 1786 - 1795.

Der Altphilologe, Archäologe und Kunsthistoriker Johann Friedrich Christ (Coburg 1700, Leipzig 1756) verfaßte das erste kritisch gearbeitete Monogrammlexikon; "Anzeige und Auslegung der Monogrammatum, einzeln und verzogenen Anfangsbuchstaben der Namen, auch anderer Züge und Zeichen, unter welchen berühmte Mahler, Kupferstecher, und andere dergleichen Künstler, auf ihren Wercken verborgen haben ...", Leipzig 1747.

Johann Jakob Brucker (* Augsburg 1696, † ebd. 1770), Philosoph, Schulrektor in Kaufbeuren und Pastor in Augsburg, schrieb das erste deutsche philosophiegeschichtliche Schulbuch: "Institutiones historiae philosophicae usui academiae iuventutis adornatae"' Leipzig 1747.

Schreibfedern aus Kupfer, Messing, Silber, später auch aus Gold konnten sich gegen den Gänsekiel lange nicht durchsetzen. Das gelang erst der Stahlfeder.
Als man im 18. Jh. wieder auf die Metallfeder zurückkehrte, stellte 1748 der Aachener Bürgermeisterdiener Johannes Janssen stählerne Schreibfedern her; er verkaufte sie ins In- und Ausland. Mit Janssens Stahlfedern wurde als erstes Dokument der den österreichischen Erbfolgekrieg beendende Aachener Friedensvertrag vom 18.10.1748 unterschrieben.
In der Folgezeit stellten auch andere, wie Janssen noch im Handbetrieb, Stahlfedern her, z.B. der Schlüsselringmacher Samuel Harrison aus Birmingham (1780) und der Däne Jans Hammer (um 1800). Doch brauchte es noch über ein Jahrhundert, bis die Stahlfeder zur Perfektion entwickelt war.

Die vermutlich erste deutsche Zeitschrift für die Koch- und Backkunst war die Wochenschrift "Aufrichtige und bewährte Nachrichten von allem ersinnlichen Koch- und Backwerck, auch andern dem Frauenzimer dienlichen Mitteln nebst einer kleinen Hauß-Apothecke", Jg. 1 -2, Stuttgart 1748.

Die gegenüber der Fraktur lange Zeit als fremdartige Schrift empfundene Antiqua wurde zunächst nur für fremdsprachige und wissenschaftliche Texte verwendet.
Das erste in Antiqua gedruckte nichtwissenschaftliche deutsche Buch war die Versdichtung "Der Frühling", Berlin 1749, des Dichters Ewald Christian von Kleist (* Zeblin † Pommern 1715, * Frankfurt † Oder 1759).

Die von dem französischen Naturforscher Georges Louis Leclerc, Comte de Buffon, (* Montbard [bei Dijon] 1707, † Paris 1788) zusammen mit anderen Mitarbeitern verfaßte "Histoire naturelle generale et particuliere", 44 Bde., Paris 1749 - 1804, war die erste Naturkunde in gemeinverständlicher Form, die zu den weit verbreitetsten und meist übersetzten Werken jener Zeit gehörte. (Erste dt. Ausg.: "Allgemeine Historie der Natur nach allen ihren besonderen Theilen abgehandelt ...", 11 Bde., Hamburg und Leipzig 1750 - 1781.)

Die älteste heute noch erscheinende dänische Tageszeitung ist die 1749 in Kopenhagen von Ernst Heinrich Berling (* 1708, † 1750) gegründete "Berlingske Tidende".

Die erste deutsche landwirtschaftliche Zeitschrift erschien u.d.T. "Oeconomische Nachrichten", Leipzig 1749 - 1763 (Forts.: Neue oeconomische Nachrichten, Leipzig 1764 - 1773).

Die erste deutsche Theaterzeitschrift waren die von Gotthold Ephraim Lessing (* Koblenz 1729, † Braunschweig 1781) zusammen mit seinem Vetter, dem Schriftsteller Christlob Mylius (Reichenbach [Oberlausitz] 1722, † London 1754) herausgegebenen "Beyträge zur Historie und Aufnahme des Theaters", 4 Tle., Stuttgart 1750, fortgeführt in: "Theatralische Bibliothek" (Hrsg.: G. E. Lessing), Berlin 1754 - 1758.

Die erste Universitätszeitung erschien u.d.T. "Students" vom 31. Januar 1750 bis zum Jahre 1751 an der Universität Oxford unter dem Impressum des Verlegers und Buchhändlers John Newbery. Herausgeber war der englische Dichter Christopher Smart (* Shipbourne [Kent] 1722, † London 1771).

Der norwegische evangelische Theologe Paul Egede (* Vaågen [Lofotinseln] 1709 oder 1708, † Kopenhagen 1789), 1721 - 1740 in Grönland, verfaßte 1750 das erste grönländisch-dänische Wörterbuch.

Die erste maltesische Grammatik, von dem maltesischen Gelehrten Agius de Soldanis (* 1712, † 1770) auf italienisch verfaßt, erschien u.d.T. "Nuova scuola di grammatica per agevolmente apprendere la lingua maltese" in Rom 1750.

Die erste Buchdruckerei Kanadas wurde 1751 von Bartholomew Green aus Boston (England) in Halifax eingerichtet.

Die repräsentative Enzyklopädie der französischen Aufklärung, die "Encyclopédie ou dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers", 35 Bde., Paris 1751 - 1780, herausgegeben von dem französischen Schriftsteller Denis Diderot (* Langres [Dép. HauteMarne ] 1713, † Paris 1784) und dem französischen Philosophen und Mathematiker Jean-Baptiste le Rond d'Alembert, genannt d'Alembert, (* Paris 1717, † ebd. 1783), war durch Mitarbeit von Handwerkern und Technickern zugleich das erste namhafte Lexikon der Technik (bebildert mit einer 12bändigen Tafelsamlung).

Das Referate(n)blatt (Referier-, Rezensionsblatt) berichtet über die einschlägige wissenschaftliche (im allgemeinen Original-) Literatur umfassender oder einiger Fachgebiete.
Das erste medizinische Referateblatt in Deutschland, herausgegeben von Rudolph Augustin Vogel, war die "Medicinische Bibliothek", Erfurt und Leipzig 1751 - 1753 (Forts.: Neue medicinische Bibliothek, Göttingen 1754 - 1773).

Das erste deutschsprachige Singspiel war "Die verwandelten Weiber oder Der Teufel ist los" (1752) nach dem unter den zahlreichen Nachahmungsstücken der "Beggar's opera" (1728) hervorragenden "The devil to pay or The wives metamorphos'd", einem Arrangement von neuen Liedern und alten Balladenmelodien, gesetzt von dem Iren Charles Coffey († 1745). Die Übersetzung des Textes (Libretto) besorgte der Dichter Christian Felix Weiße (* Annaberg [Erzgebirge] 1726, † Leipzig 1804). Die Musik war von dem Komponisten Johann C. Standfuß († Hamburg um 1759).

Die ersten Zeitungen Kanadas waren die englischsprachigen Wochenblätter "Halifax Gazettes", Halifax 1752 - 1766, und "Nova Scotia", Halifax 1752 - 1768.

In Deutschland war die Post die erste Zentralstelle, die in sogenannten Postenverzeichnissen einen einheitlichen Überblick über alle verfügbaren Verkehrsmittel gab und später auch noch die ersten Eisenbahnkursbücher zusammenstellte. Historisch ist dies dadurch begründet, daß die Post die ersten öffentlichen und regelmäßigen Beförderungsmittel, die Postkutschen, betrieb.
Postenverzeichnisse wurden nicht nur lokal, sondern auch für mehrere Städte zusammen, selbständig oder auch in Reisehandbüchern, Kalendern o.ä. veröffentlicht.
Sie enthielten die Fahrpläne der Botenposten, Reitposten, Fahr- und Güterposten, Personenposten, Karriolposten (sie dienten mit leichten, zweirädrigen Fuhrwerken mit Kasten [Karriolen] der Postbeförderung auf Nebenlinien) oder Retourposten (sie boten die Gelegenheit zur Postbeförderung durch die Benutzung "ledig" zurückgehender Postpferde).
Eines der ersten amtlichen preußischen Postenverzeichnisse war die "mit Genehmhaltung des Königlich Preussischen Postamts und der Societät der Wissenschaften" herausgegebene, 1752 erschienene "Posttabelle von den vornehmsten Städten, darinnen das Abgehen und Ankommen der Posten nebst den Meilen und Porto für Briefe, Waaren und Gelder, auch die Post-Course und was von einem Ort bis zum anderen bezahlt wird". Dieses offizielle "Postkursbuch" enthielt "Postberichte" für die Städte "Berlin, Cleve, Cöslin, Colberg, Cüstrin, Duisburg, Emmerich, Frankfurt (Oder), Halberstadt, Hamburg, Lippstadt, Magdeburg, Minden, Pillau, Stargard, Stolp und Wesel".

Älter als die Todesanzeige in Form der Familienanzeige ist die Verbindung von Todesmitteilung und Geschäftsveränderung in der Presse. So erschienen die frühen Todesanzeigen entweder im Wirtschaftsteil einer Zeitung oder versteckt zwischen geschäftlichen Nachrichten, ohne äußere Kennzeichnung durch Trauerrand oder Hervorhebung des Namens.
Die älteste bisher entdeckte derartige Todesanzeige war 1753 im " Ulmer Intelligenzblatt" (d.i. " Ulmer Tagblatt [Beilage;] Ordentlich-Wöchentlicher Ulmischer Anzeigs-Zettel") unter der Rubrik "Vermischte Nachrichten" abgedruckt und hatte folgenden Wortlaut: "In der Nacht, unterm 14. huj. ist Totl. Herr Johann Albrecht Cramer, weiland des Raths, Zeugherr und Handelsmann allhier, in einem Alter von 70 Jahren an einem Schlagfuss gestorben".

Dorothea Christiana Erxleben, geb. Leporin (* Quedlinburg 1715, † ebd. 1762), der als Frau das Studium der Medizin an der Universität Halle/Saale zunächst verweigert, aber nach einem Gesuch durch Friedrich den Großen 1741 gestattet wurde, erwarb als erste Frau in Deutschland (an der Universität Halle/Saale) am 12. Juni 1754 mit Auszeichnung den medizinischen Doktorgrad. (Tag der mündichen Prüfung: 6. Mai 1754.)
(Der späte Zeitpunkt ihrer Promotion war bedingt durch ihre zwischenzeitliche Heirat eines Witwers mit fünf Kindern und die Erziehung dieser sowie noch vier eigener Kinder.)
Ihre in lateinischer Sprache abgefaßte Dissertation "Dissertatio inauguralis medica exponens quod nimis cito ac jucunde curare saepius fiat causa minus tutae curationis", Halle/Saale 1754, erschien etwas erweitert in deutscher Sprache u.d.T. "Academische Abhandlung von der gar zu geschwinden und angenehmen, aber deswegen öfters unsichern Heilung der Krankheiten", Halle/Saale 1755.

1755 gelang dem Drucker Johann Gottlob Immanuel Breitkopf (* 1719, † 1794) in Leipzig eine Verbesserung des Musiknotendrucks mit beweglichen Typen (Typendruck) durch Zerlegung von Noten und Notenlinien in einzelne Bestandteile, wodurch auch kompliziertere Werke gesetzt und gedruckt werden konnten. (Heute spielt der Druck mit zerlegbaren Notentypen nur noch im Buchdruck [Gesang-, Liederbücher] eine Rolle.)

Der englische Schriftsteller Samuel Johnson (* Lichfield 1709, † London 1784) schuf mit "A Dictionary of the English language", 2 Bde., London 1755, das erste Wörterbuch der englischen Sprache, indem es ihm gelang, bis zum Erscheinen des vorbildlich gebliebenen "Oxford English Dictionary" (seit 1884), Wortschatz, Aussprache, Rechtschreibung gültig festzulegen.

Das in Deutschland vor allem durch die Kriegskunst Friedrichs des Großen geweckte Bedürfnis nach militärwissenschaftlichen periodischen Schriften führte zu der von dem preußischen Offizier Georg Dietrich von der Gröben (* 1725, † 1794) herausgegebenen ersten deutschen militärwissenschaftlichen Zeitschrift: "Kriegs-Bibliohek oder gesammelte Beyträge zur Kriegswissenschaft", Breslau 1755 - 1772 (Forts.: Neue Kriegs-Bibliothek, Breslau 1774 - 1781).

Der russische Gelehrte und Dichter Michail Wassiljewitsch Lomonossow (* Denissowka 1711, † St. Petersburg 1765) verfaßte die erste wissenschaftliche Grammatik des Russischen ("Rossijskaja grammatika", 1755, gedruckt: St. Petersburg 1757).

Um die Mitte des 18. Jh. wurde es in England möglich, mit Schöpfsieben aus feinstem Draht ungeripptes, glattes, pergamentähnliches Papier, sogenanntes Velinpapier (frz.: vélin, lat.: vellum = Haut, Pergament) herzustellen (ungeklärt, ob durch den englischen Buchdrucker und Schriftkünstler John Baskerville oder den englischen Papiermacher James Whatman). John Baskerville (* Wolverley [Cty. Hereford and Worcester ] 1706, † Birmingham 1775) verwendete aber in seiner 1754 in Birmingham gegründeten Offizin als erster 1757 Velinpapier für den Druck einer Sammelausgabe von Vergils "Bucolica", "Georgica" und "Aenneis".

Als ältester Geschichtskalender (eine nach zeitlicher Abfolge geordnete Zusammenstellung wichtiger politischer Fakten, Daten und Ereignisse innerhalb eines Jahres) gilt "The Annual Register", London 1758 - 1800, begründet von dem britischen Publizisten und Politiker Edmund Burke († Dublin 1729, * Beaconsfield [bei London] 1797).

Die erste Modezeitschrift in deutscher Sprache war "Der neuen Mode- und Galanterie-Zeitung ... oder: unentbehrliches Handbuch, für alle diejenigen, welche in der galanten Welt und den Gesellschaften von gutem Geschmack erscheinen wollen", Erfurt 1758 - 1759. (Bedeutung erlangte aber erst die zweite deutsche Mode[und Frauen-] Zeitschrift, das von dem Schriftsteller und Verleger Friedrich Justin Bertuch [* Weimar 1747, † ebd. 1822] gegründete "Journal des Luxus und der Moden", Weimar 1786 - 1827 [Titel variierte].)

Die erste spanische Tageszeitung war das 1758 in Madrid gegründete "Diario Noticioso" (seit 1788 u.d.T. "Diario de Madrid"; bis mindestens 1809 erschienen).

Die populärmedizinischen Zeitschriften entwickelten sich aus den moralischen Wochenschriften, die auch medizinisch-hygienische Fragen behandelten.
Abgesehen von zwei anonym erschienenen Blättern (Der patriotische Medicus", Hamburg 1724 - 1727; "Der aufrichtige Medicus", o.O. 1726 - 1727) war die erste populärmedizinische Zeitschrift in Deutschland die von dem Arzt Johann August Unzer verfaßte und herausgegebene Zeitschrift "Der Arzt. Eine medicinische Wochenschrift", Hamburg 1759 - 1764. Sie wandte sich an"Leser, die keine Ärzte sind", erschien, wie die moralischen Wochenschriften, in mehreren Auflagen (2. Aufl. 1760 - 1764, 3. Aufl. 1763) und wurde ins Holländische, Schwedische, Dänische u.a. übersetzt.

Verfasser der ersten Grammatik der grönländischen Sprache (1760) war der norwegische evangelische Theologe Paul Egede (* Vågen [Lofotinseln] 1709 oder 1708, † Kopenhagen 1789).

Das erste französische Lehrbuch des Buchbindens verfaßte Capperonnier de Gauffecourt mit "Traité de la reliure des livres", o.O. 1763.

Die älteste heute noch bestehende deutsche Spezialbibliothek ist die von dem Arzt und Frankfurter Stadtphysikus Johann Christian Senckenberg (* Frankfurt/M. 1707, † ebd. 1772) in Frankfurt/M. 1763 aus eigenen Mitteln (als Teil der Senckenbergischen Stiftung) gegründete Senckenbergische Bibliothek, die sich im 20. Jh. zur bedeutendsten naturwissenschaftlichen Spezialbibliothek Deutschlands entwickelte. (Heute ist sie organisatorisch zusammengefaßt mit der Universitätsbibliothek zur "Stadt- und Universitätsbibliothek/ Senckenbergische Bibliothek", Frankfurt/M.)

Die erste deutsche forstwissenschaftliche Zeitschrift, herausgegeben von dem Forstmann Johann Friedrich Stahl (* 1718, † 1790), erschien u.d.T. "Allgemeines ökonomisches Forstmagazin", Frankfurt/M. und Leipzig 1763 - 1769 (Forts.: Forst- und Jagdbibliothek, Stuttgart 1788 - 1789).

Als erste norwegische Zeitung (Wochenblatt) erschien in Christiania (Oslo) das Intelligenzblatt "Norske Intelligenz-Seddeler" (1763 - 1920).

Für einen einwandfreien Satz und Druck von Büchern, Zeitschriften u.ä. ist ein nach gleichen Maßen gearbeitetes Druckmaterial Grundbedingung.
Die erste Normung der Typographie geht auf den französischen Schriftschöpfer und Schriftgießer Pierre Simon Fournier (* Paris 1712, † ebd. 1768) zurück, der in seinem "Manuel typographique", 2 Bde., Paris 1764 - 1768, ein typographisches System veröffentlichte, das der französische Schriftgießer und Drucker François Ambroise Didot (* 1730, † 1804) 1785 verbesserte.

Auf Initiative des Buchhändlers und Verlegers Philipp Erasmus Reich (* Laubach [Wetterau] 1717, † Leipzig 1787) wurde am 10. Mai 1765 in Leipzig die "Buchhandlungsgesellschaft in Deutschland" als die früheste Standesorganisation des deutschen Buch- und Verlagswesens gegründet (erster Sekretär: Ph. E. Reich). Sie war ein Vorläufer des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler.

Der erste Musenalmanach (eine jährlich erscheinende, oft illustrierte Anthologie meist unveröffentlichter Dichtungen) in Europa war der von Claude Sixte Sautreau de Marsy (für das Jahr 1764) herausgegebene "Almanach des Muses", Paris 1765.

Angeregt durch den Lumpenmangel im 18. Jh. bemühte sich u.a. auch der Theologe und Naturforscher Jacob Christian Schaeffer (* Querfurt [Sachsen] 1718, † 1790) in Regensburg um 1765, durch praktische Experimente die Verwendungsmöglichkeit der verschiedensten Materialien (wie Moos, Weinreben, Disteln, Kartoffelkraut, Tannenzapfen u.a.) für die Papierherstellung nachzuweisen.
Schaeffer veröffentlichte die Ergebnisse seiner Versuche in einem sechsbändigen Werk ("Versuche und Muster ohne alle Lumpen oder doch mit einem geringen Zusatze derselben Papier zu machen", Regensburg 1765 - 1771 [Bd. 3 -6 erschienen unter anderen Titeln]), dem im Anhang Papierproben aus den verschiedenen Stoffen beigegeben waren. Bemerkenswert ist, daß er in ihm erstmals die Eignung des Holzes als Papierrohstoff nachwies.

Auf  Theaterzetteln wurden ursprünglich die Schauspieler nicht namentlich genannt; lediglich die Rollen wurden erwähnt. Erst auf den Theaterzetteln des Schauspielers und Bühnenleiters Konrad Ernst Ackermann (* Schwerin 1712 [1710?], † Hamburg 1771), der in Hamburg das erste feste Theater Deutschlands begründete (eröffnet am 31. Juli 1765), sind die Namen der Darsteller zu finden.
Der Theaterzettel mit der Ankündigung von Molières "Tartuffe", gespielt von dem Ackermannschen Schauspielhaus, Hamburg, 5. 10. 1765, ist einer der ersten Zettel, auf dem die Schauspieler genannt wurden.

Der norwegische evangelische Theologe Paul Egede (* Vågen [Lofotinseln] 1709 oder 1708, † Kopenhagen 1789) vollendete 1766 die erste Übersetzung des Neuen Testaments in die grönländische Sprache.

Benedict Strauch (* Frankenstein [Schles.] 1724, † Sagan 1803), deutscher katholischer Theologe, Augustiner-Chorherr und Begründer des schulischen Bibelunterrichtes, war Herausgeber der ersten vollständigen deutschen Schulbibel ("Kern der biblischen Geschichte ...", Bamberg 1767).

Herausgeber der ersten historischen Zeitschriften in Deutschland ("Allgemeine historische Bibliothek", Halle/Saale 1767 - 1771, und "Historisches Journal", Göttingen 1772 - 1781) war der Geschichtsforscher Johann Christoph Gatterer (* Lichtenau [bei Ansbach] 1727, † Göttingen 1799) (seit 1759 Professor in Göttingen), der mit dem Staatsrechtslehrer Johann Stephan Pütter (* 1725, † 1807) und den Historikern August Ludwig von Schlözer (* 1735, † 1809) und Ludwig Timotheus Spittler (* 1752, † 1810) die Göttinger historische Schule und 1764 ein "Königliches Historisches Institut" in Göttingen gegründet hatte.

Ein 1767 in Trondheim gegründetes norwegisches Intelligenzblatt, heute u.d..T. "Adresseavisen", ist die älteste noch erscheinende Zeitung Norwegens.

Der Philosoph und Pädagoge Johann Georg Sulzer (* Winterthur 1720, † Berlin 1779) war der Herausgeber des ersten deutschen Lesebuches für Gymnasien, einer Sammlung von Lesestoff aus allen möglichen Gebieten: "Vorübungen zur Erweckung der Aufmerksamkeit und des Nachdenkens", Berlin 1768.

Waren die ersten Druckerpressen der amerikanischen Buchdrucker gewöhnlich aus England eingeführt worden, so stellte die erste Druckerpresse in Amerika Isaac Doolittle in New Haven (Conn.) 1769 für den Buchdrucker und Zeitungsverleger William Goddard in Philadelphia (Pa.) her.

Die erste schwedische Tageszeitung ("Dagligt Allehanda" [schwed.= Tägliches Allerlei]) erschien in Stockholm von 1769 bis 1944.

Die erste englische Modezeitschrift war "The Lady's Magazine", London 1770 - 1832.

Der erste deutsche Musenalmanach war der von dem Schriftsteller Heinrich Christian Boie (* Meldorf 1744, † ebd. 1806) und dem Dichter Friedrich Wilhelm Gotter (* Gotha 1746, † ebd. 1797) für das Jahr 1770 herausgegebene "Musenalmanach", Göttingen 1770 ("Göttinger Musenalmanach").

Der Verlag in Kopenhagen "Gyldendalske Bokhandel, Nordisk Forlag A./S.", gegründet 1770 von Sören Gyldendal (1903 mit "Det Nordisk Forlag" zusammengelegt), ist das älteste, heute noch bestehende Verlagshaus Dänemarks sowie des ganzen nordeuropäischen Raumes.

Die Verwendungsmöglichkeit des Naturkautschuks als Radiergummi, d.h. zum Auslöschen von Bleistiftstrichen, wurde erstmals von dem britischen Naturforscher Joseph Priestley (* Birstall Fieldhead [bei Leeds] 1733, † Northumberland [Pa.] 1804) 1770 erwähnt.
(Heute werden für diesen Zweck Plastikmaterial und synthetischer Kautschuk benutzt.)

Die Spezialisierung in der Medizin führte zur Gründung von solchen Referateblättern, die nicht mehr nur über die gesamte Medizin, sondern über ein einzelnes medizinisches Fachgebiet berichteten. Das früheste Beispiel hierfür war in Deutschland die von August Gottlieb Richter herausgegebene "Chirurgische Bibliothek", Göttingen und Gotha 1771 - 1797. Dieses Blatt war zugleich die erste deutsche Referatezeitschrift für Chirurgie.

"Der Wandsbecker Bothe", 1771 gegründet und verlegt von dem Schriftsteller, Drucker und Verleger in Hamburg Johann Joachim Christoph Bode (* Braunschweig 1730, † Weimar 1793), 1771 - 1775 von dem Dichter Matthias Claudius (* Reinfeld[Holstein] 1740, † Hamburg 1815) in Wandsbek herausgegeben, 1776 erloschen, war die erste deutsche Volkszeitung, die eine Mischung von politischen, wissenschaftlichen und literarischen Neuigkeiten bot.

Um 1771 unternahm Kaspar Faber in Stein bei Nürnberg, Gründer einer der ältesten deutschen Bleistiftfabriken (gegr. 1761), die ersten Versuche mit gemahlenem Graphit, den er mit Schwefel, Antimon und bindenden Harzen vermengte, damit die aus dieser Masse gebildeten dünnen Stifte nicht so leicht brachen und bröckelten wie die reinen Graphitstifte. Allerdings machte er von der in Nürnberg schon längst bekannten Technik, seine Schreibstifte in Holzstäbe einzuleimen, keinen Gebrauch.

Nachdem die äußerst einflußreiche Luthersche (ehemals Egenolffsche [seit 1530]) Schriftgießerei, Frankfurt/M., (erloschen 1810) noch im 18. Jh. ihre Schriften bis nach Philadelphia (Pa.) verkauft hatte, wurde dort erst 1772 durch Christoph Sauer d.J. (* 1721, † 1784), einen Kunden der Firma Luther, die erste amerikanische Schriftgießerei gegründet. (Sie bestand nur bis 1778, nachdem Sauer wegen Verrats verhaftet und sein Eigentum konfisziert worden war.)

Die erste deutsche Kinderzeitschrift war das von dem Polyhistor und Sprachforscher Johann Christoph Adelung (* Spantekow [bei Anklm, Pommern] 1732, † Dresden 1806) herausgegebene "Leipziger Wochenblatt für Kinder", Leipzig 1. Oktober 1772 - 27. Dezember 1774.

Der Göttinger Professor der Rechtswissenschaft Justus Claproth erfand 1774 das erste Verfahren zur Wiederverwertung von Altpapier. (Das Verfahren ist beschrieben in: Justus Claproth: Eine Erfindung aus gedrucktem Papier wieder neues Papier zu machen, und die Druckerfarbe völlig heraus zu waschen, Göttingen 1774.)

Die erste Rechenmaschine, die ab 1774 in größerer Stückzahl gebaut wurde, war eine Maschine mit Staffelwalzen und für die vier Grundrechenarten. Ihr Erfinder war der evangelische Pfarrer und Mechaniker Philipp Matthäus Hahn (* Scharnhausen [heute zu Ostfildern] 1739, † Echterdingen 1790). Obwohl Hahn eine Vielzahl fehlerfrei arbeitender Modelle herstellen ließ, fanden die Maschinen, z.B. bei Mathematikern und Astronomen, keine weite Verbreitung.

Die wissenschaftliche Grundidee für den Taubstummenunterricht nach der Gebärdensprache legte (nach verschiedenen anderen Versuchen seit 1550) der Franzose Charles Michel Abbé de l'Épée (* Versailles 1712, † Paris 1789) in seinem Werk "Institution des sourds et muets par la voie des signes méthodiques", 2 Bde., Paris 1776. (Épée gründete 1770 in Paris die erste Taubstummenschule.)

Dienten ursprünglich als Lesebuch auf der Grundstufe das ABC-Buch und die Fibel sowie die Bibel und der Katechismus, so verfaßte das erste die Lücke zwischen Fibel und Bibel schließende deutsche weltliche Lesebuch der Pädaoge Friedrich Eberhard von Rochow (* Berlin 1734, † Reckahn [Brandenburg] 1805) für die Dorfschulen seiner Gutsherrschaft. Es erschien u.d.T. "Der Kinderfreund. Ein Lesebuch zum Gebrauch in Landschulen", Brandenburg und Leipzig 1776. Dieses älteste deutsche Volksschullesebuch wurde mehrfach nachgedruckt, neu aufgelegt, übersetzt (u.a. ins Französische, Schwedische, Dänische, Polnische) und war noch im 19. Jh. in Gebrauch.

Das erste schwedische enzyklopädische Lexikon, herausgegeben von Jacob Johann Ankarström und Carl Christophersson Gjörwell, war die "Encyclopedie, eller Fransyskt och Swenskt real-och nominal-lexicon", die unvollendet (mit Tl. 1, Abt. 1,2) 1777 - 1778 in Stockholm erschien.

Die erste französische Tageszeitung war das "Journal de Paris", Paris 1777 - 1811.

Das erste deutsche Nachschlagewerk, das die Bezeichnung "Enzyklopädie" im Buchtitel übernommen hat, ist die von Heinrich Martin Gottfried Köster (ab Bd. 18 von Johann Friedrich Roos) herausgegebene, unvollendet gebliebene "Deutsche Encyclopädie oder allgemeines Real-Wörterbuch aller Künste und Wissenschaften", 23 Bde. (A-Ky), Frankfurt/M. 1778 - 1804 nebst 1 Tafelbd., 1807 ("Frankfurter Enzyklopädie").

Die erste deutsche Zeitschrift für den Buchhandel war die von der Heroldschen Buchhandlung in Hamburg herausgegebene "Buchhändlerzeitung", Hamburg 1778 - 1785.

Der Pädagoge Samuel Heinicke (* Nautschütz [bei Eisenberg] 1727, † Leipzig 1790) schuf den Taubstummenunterricht, der nicht auf Gebärdensprache, sondern auf artikulierte Lautsprache zielt. Seine Methode der nichtverbalen Kommunikation ist in seinem Hauptwerk "Beobachtungen über Stumme und über die menschliche Sprache", Hamburg 1778, niedergelegt.
(Heinicke gründete 1778 in Leipzig die erste deutsche Taubstummenschule.)

Die ersten deutschen chemischen Fachzeitschriften wurden von dem Chemiker Lorenz Florenz Friedrich von Crell (* Helmstedt 1744, † Göttingen 1816) herausgegeben. Am Anfang stand sein "Chemisches Journal für die Freunde der Naturlehre, Arzneygelahrtheit, Haushaltungskunst und Manufacturen", Lemgo 1778 - 1781 (Forts.: Die neuesten Entdeckungen in der Chemie, Leipzig 17811786).

Der Mediziner Johann Peter Frank (* Rodalben 1745, † Wien 1821) begründete mit seinem Werk "System einer vollständigen medicinischen Polizey", 6 Bde. und 3 Suppl.-Bde., Mannheim (später Wien, Tübingen, Leipzig) 1779 - 1827, die wissenschaftliche Hygiene und öffentliche Gesundheitspflege.

Als erstes deutschsprachiges Jugendbuch gilt "Robinson der Jüngere", 2 Tle., Hamburg 1779 - 1780, eine von dem Pädagogen, Sprachforscher und Verleger Joachim Heinrich Campe (* Deensen [Braunschweig] 1746, † Braunschweig 1818) als Erziehungsbuch für die Jugend umgearbeitete Fassung von Daniel Defoes "The life and strange surprising adventures of Robinson Crusoe", London 1719.

Die erste deutsche Jugendzeitschrift war die von Nikolaus Hüther, Konrektor des Gymnasiums in Wesel (Niederrhein), herausgegebene "Jugendzeitung", Wesel Januar 1779 - Dezember 1785.

In Deutschland kamen die selbständigen Kunstzeitschriften erst im ausgehenden 18. Jh. auf, während zuvor die bildenden Künste in den literarischen Journalen vertreten waren.
So gelten als erste (erfolgreiche) deutsche Kunstzeitschrift die von Johann Georg Meusel (* Eyrichshof bei Ebern [ Unterfranken] 1743, † Erlangen 1820), Professor der Geschichte in Erfurt und Erlangen, gegründeten und herausgegebenen "Miscellaneen artistischen Inhalts", Erfurt 1779 - 1787, die verschiedene Fortsetzungen hatten, von denen die erste, das "Museum für Künstler und Kunstliebhaber" in Mannheim bis 1792 erschien und die letzte u.d.T. "Archiv für Künstler und Kunstfreunde" in Dresden bis 1808 fortbestand.

Rechenschieber wurden ursprünglich fast ausschließlich von See- und Kaufleuten verwendet. Erst nachdem 1779 die Dampfmaschinen-Bauer Matthew Boulton (* Birmingham 1728, † Soho 1809) und James Watt (* Greenock-on-Clyde 1736, † Heathfield[bei Birmingham] 1819) die Genauigkeit der logarithmischen Teilung beim Rechenschieber erhöht hatten, hielt der Rechenstab auch Einzug in die Technik.

Kaufleute waren in Deutschland bis 1897 verpflichtet, ihre Handelskorrespondenz (empfangene Briefe im Original, abgeschickte als Kopie) mehrere Jahre aufzubewahren, weshalb früher die ausgehende Korrespondenz in ein Kopierbuch übertragen wurde. Diese zeitraubende Arbeit wurde hinfällig durch die erste von James Watt (* Greenock-on-Clyde 1736, † Heathfield [bei Birmingham] 1819) (dem Erfinder der Dampfmaschine) erfundene (Brief-) Kopierpresse, die er 1780 zum Patent anmeldete. Die Wattsche Presse, durch deren Druck ein mit einer abdruckfähigen Tinte (Kopiertinte) beschriebenes Schriftstück auf ein aufgelegtes befeuchtetes Blatt Papier übertragen werden konnte, war bis ins 20. Jh. ein notwendiges Bürorequisit, wenn mit ihr auch nur einige wenige Kopien angefertigt werden konnten.
(Höhere Auflagen durch mechanische Vervielfältigungstechnik wurden erst ab Ende des 19. Jh. erzielt, z.B. durch den "Hektographen" [griech.- Hundertschreiber] [bis zu 100 Abzüge] oder mit dem "Mimeographen" [1873] des amerikanischen Erfinders Thomas Alva Edison [* 1847, † 1931][1.000 und mehr Abzüge unter erstmaliger Verwendung von Papiermatrizen].)

Die Geschichte des Ramschbuchhandels, der die zu dem ursprünglichen Ladenpreis nicht mehr oder nur sehr schwer abzusetzenden Veröffentlichungen zu einem stark herabgesetzten Preis verkauft ("verramscht"), geht bis ins 18. Jh. zurück.
Der Ramschbuchhandel im großen Stil wurde erstmals in England von dem Londoner Buchhändler James Lackington (* 1746, † 1815) ab etwa 1780 betrieben.

Die Sonntagszeitung ist ein selbständiger oder als Sonntagsausgabe einer Tageszeitung speziell sonntags erscheinender Pressetyp.
Mit dem "British gazette and Sunday monitor" (Titel wechselnd), London 1780 - 1829, kam in Großbritannien die Sonntagspresse auf.

Der Apotheker Johann Friedrich August Göttling (* Derenburg 1755, † Jena 1809), der 1789 auf Vorschlag von Goethe erster selbständiger Professor für Chemie, Pharmazie und Technologie in Jena wurde, veröffentlichte als Mitherausgeber die erste Zeitschrift für Pharmazie ("Almanach oder Taschenbuch für Scheidekküstler und Apotheker", Weimar 1780 - 1829).

Die ersten Zeitungen in Indien waren die in englischer Sprache herausgegebenen Wochenblätter "The Bengal Gazette", Kalkutta 1780 - 1782, und "The Bombay Courier", Bombay 1780 - 1861.

Das älteste gedruckte deutsche Kommersbuch (Sammlung festlicher und geselliger Studentenlieder), ohne Noten, gab Christian Wilhelm Kindleben (* 1748, † 1785 [?]) mit dem Titel "Studentenlieder" in Halle/Saale 1781 heraus. (Als Titelwort findet sich die Bezeichnung "Kommers" zum erstenmal bei dem von Johann Christian Rüdiger zusammengestellten Liederbuch "Trink- oder Commerschlieder, nebst 19 Melodien auf Noten gesetzt", Halle/Saale 1791.)

Das erste färöische Wörterbuch (Färöisch-DänischLateinisch) verfaßte der Sprachwissenschaftler Jens Christian Svabo (* Färoer 1746, † Tórshavn 1824) in den Jahren 1781und 1782. (Erstdruck: "Dictionarium faeroense. Faerosk-dansk-latinsk", hrsg. von Christian Matras, 2 Bde., Kopenhagen 1966 - 1970.)

Die erste deutsche Zeitschrift für öffentliche Gesundheitspflege gab der Berliner Stadtphysikus Johann Theodor Pyl (* 1749, † 1794) zusammen mit dem Arzt Conrad Friedrich Uden heraus. Es war das "Magazin für die gerichtliche Arzneykunde und medicinische Polizey", Stendal 1781 - 1784 (Forts.[mit Pyl als alleinigem Herausgeber]: Neues Magazin für die gerichtliche Arzneykunde und medicinische Polizey, Stendal 1785 - 1788; Forts.: Repertorium für die öffentliche und gerichtliche Arzneywissenschaft, Berlin 1789 - 1793).

Die ersten Feldzeitungen (die für die Truppen [Heeresverbände] bestimmten Informationsblätter) erschienen bei den französischen Revolutionsheeren 1782 - 1794: "Argus du département et de l'armée du Nord" und "Le Postillon des armées".

In Deutschland wurde das erste Velinpapier 1783 von dem Papiermacher Georg Christoph Keferstein in seiner Papiermühle in Cröllwitz (bei Halle/Saale) hergestellt.

Die erste deutsche Zeitschrift der Archäologie war das von dem Halleschen Professor Christian Friedrich Prange (* 1756, † 1836) gegründete (in erster Linie für interessierte Laien bestimmte) "Magazin der Alterthümer", Halle/Saale 1783 - 1784.

Die erste deutsche geographische Fachzeitschrift war das von dem Jenaer Geographen Johannes Ernst Fabri (* 1755, † 1825) gegründete "Geographische Magazin", Dessau und Leipzig 1783 - 1784 (Forts.: Neues geographisches Magazin, Halle/Saale 1785 - 1789).

"Gnothi seauton (griech.- erkenne dich selbst) oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde", Berlin 1783 - 1793, hieß die erste deutsche Zeitschrift für Psychologie, die der Schriftsteller Karl Philipp Moritz (* Hameln 1756, † Berlin 1793) mit Unterstützung verschiedener Mitarbeiter herausgab.

Die erste deutsche Zeitschrift zur Urkundenlehre (Diplomatik) waren die von Philipp Ernst Spiess (* 1734, † 1794) herausgegebenen "Archivischen Nebenarbeiten und Nachrichten vermischten Inhalts mit Urkunden", Halle/Saale 1783 - 1785.

Eigentliche Begründer der Ballonfahrt wurden die französischen Brüder Michel Joseph de Montgolfier (* Vidalon-lès-Annonay [heute zu Annonay ] 1740, † Balaruc-les-Bains [Dép. Hérault] 1810) und Étienne Jacques de Montgolfier (* Vidalon-lès-Annonay 1745, † Serrières [Dép. Ardèche] 1799). Sie stellten in der väterlichen Papierfabrik Versuche mit leichten, rauchgefüllten Papiersäcken an, die sie aufsteigen ließen. Am 5. Juni 1783 stieg der erste unbemannte Heißluftballon, eine "Montgolfière", vom Marktplatz von Annonay vor Zuschauern zu einem Fesselflug auf. Der Ballon bestand aus einem mit Papier gefütterten und mit einem Hanfnetz überzogenen Leinensack, der über einem Feuer mit Heißluft gefüllt wurde.
Der zweite öffentliche Aufstieg erfolgte vom Schloßhof in Versailles am 19. September 1783; an Bord befanden sich als erste "Luftpassagiere" ein Schaf, ein Hahn und eine Ente, die wohlbehalten wieder landeten. Bereits am 27. August 1783 hatte der französische Physiker Jacques Alexandre César Charles (* Beaugency 1746, † Paris 1823) mit Hilfe zweier Handwerker, der Brüder Marie-Noél und Nicolas-Louis Robert, den ersten unbemannten Ballon in Paris gestartet. Die Hülle war durch Gummiimprägnierung abgedichtet und mit Wasserstoff gefüllt. (Entsetzte Bauern zerstörten das " Ungeheuer" nach der Landung mit Mistgabeln.) Es gab nun zwei Ballontypen; die "Charlière" und die "Montgolfière"; und seitdem konkurrierten Wasserstoff und Heißluft als Füllgas.
Der erste von Menschen ausgeführte freie Ballonflug gelang am 21. Novemer 1783. (Im Gegensatz zum durch Drahtseile über einen festen Ort gehaltenen Ballon [Fesselballon, Fesselflug] bewegte sich der Ballon jetzt ungefesselt und beschränkt steuerbar im Luftraum [Freiballon, Freiflug].): Der französische Physiker Jean-François Pilâtre de Rozier (* Metz 1754, † Wimereux [Dép. Pas-de-Calais ] 1785) und der Franzose François Laurent, Marquis d'Arlandes stiegen östlich von Paris in einer Montgolfière auf; 25 Minuten später landeten sie in einer Entfernung von 12 km. Die zweite bemannte Fahrt, diesesmal mit einer Charlière, folgte am 1. Dezember 1783 von Paris aus. An Bord befanden sich Jacques Alexandre César Charles und Nicolas-Louis Robert, die in zwei Stunden in einer Höhe von über 2.000 m eine Strecke von 40 km zurücklegten und unversehrt landeten. Danach unternahm Charles einen zweiten Flug, diesesmal allein, und erreichte eine Höhe bis zu 3000 m.
Die Charlière besaß bereits alle Kennzeichen eines modernen Freiballons und verdrängte wegen ihrer Zuverlässigkeit bald die Montgolfière völlig.

Das Schiff, ein größeres Wasserfahrzeug zur Beförderung von Gütern und Personen, zum Fischfang und zu anderen Zwecken, ist eine der Schlüsselerfindungen des frühen Menschen. Die Urtypen der seetüchtigen Schiffe waren Flöße, Einbäume und Flachboote, deren Verwendung schon um etwa 30.000 v.Chr. in einigen Gebieten nachweisbar ist. Der Antrieb des Schiffes erfolgt durch Maschinenkraft und Wind (beim Segeln), früher auch durch Muskelkraft (Rudern, Staken, Treideln). So unterscheidet man z.B. Segelschiffe (seit etwa 4.000 -3.000 v.Chr.), Dampfschiffe, Motorschiffe (nach 1910) und atomgetriebene Schiffe (seit 1958).
In der Zeit von 1783 bis 1802 wurde mit der Entwicklung des Dampfschiffes (Dampfers, eines durch Dampfkraft angetriebenen Schiffes) das vorläufige Ende der Segelschiffära eingeläutet. Mit dem Dampfschiff wurde für Güter-, Personen- und Nachrichtenbeförderung ein schnelleres und wirtschaftlicheres Verkehrsmittel gewonnen. 1783 baute Claude François Dorothée Marquis de Jouffroy d'Abbans (* 1751, † 1832) in Frankreich das erste funktionierende Dampfschiff mit dampfangetriebenem Schaufelrad. Jedoch war der erste wirtschaftlich erfolgreiche Schaufelraddampfer erst die von dem Briten William Symington (* etwa 1763, † 1831) gebaute "Charlotte Dundas" (benannt nach der Tochter des Geldgebers), die 1802 auf dem schottischen Forth-Clyde-Kanal ihre Probefahrt machte. 1824 nahmen auf der Ostsee Postdampschiffe ihren Dienst auf.

Die erste in Amerika gedruckte Bibel in englischer Sprache erschien 1784 in Philadelphia (Pa.) bei dem Drucker Robert Aitken (* 1734, † 1802). (Es soll allerdings bereits um 1752 eine englische Bibel heimlich in Boston [Mass.] gedruckt worden sein.)

Die erste ballonfliegende Frau war eine Madame Thible, die in Paris am 4. Juni 1784 in einer Montgolfière aufstieg und über den Köpfen der Zuschauer eine Arie sang.

In den USA wurde das erste städtische Adreßbuch für die Stadt und die nähere Umgebung von Philadelphia (Pa.) von John MacPherson am 1. Oktober 1785 herausgegeben.

Der Engländer David Low, ursprünglich Friseur, dann Hotelier (er gründete 1774 das erste Hotel in London), ab 1780 Fußpfleger (Hühneraugenschneider) in London, veröffentlichte das wohl erste Buch über Fußpflege ("Chiropodologia", London 1785).

Die erste deutsche bergbauwissenschaftliche Fachzeitschrift war das von dem Professor der Freiberger Bergakademie Johann Friedrich Lempe (* 1757, † 1801) herausgegebene "Magazin der (Jg. 2 ff.: für die) Bergbaukunde", Dresden 1785 - 1799.

Die erste deutsche Zeitschrift für Heraldik war die "Wochenschrift für die Noblesse und für Freunde der Wappen und adelichen Geschlechtskunde", Eisenach 1785 - 1786.

Die erste Zeitung, welche Stenographen als Berichterstatter beschäftigte, war der "Morning Chronicle and London Advertiser", London 1769 - 1865, der sie 1785 für die wortwörtliche Wiedergabe der Parlamentsdebatten eingestellt hatte.

Wenn auch schon im "Mercure galant", Paris 1672 - 1825, (Titel variierte) regelmäßig modische Neuheiten veröffentlicht wurden, erschien erst mit "Le Cabinet des Modes", Paris 1785 - 1793, (Titel wechselte) die erste eigenständige (bedeutende) französische Modezeitschrift.

Die erste Ärmelkanalüberquerung mit einem Ballon gelang am 7. Januar 1785. Die beiden Piloten, der Franzose Jean Pierre Blanchard (* Les Andelys 1753, † Paris 1809) und der mexikanische Arzt Dr. J. Jeffries, starteten mit einer Charlière von Dover aus und landeten nach einer Dreiviertelstunde etwa 12 Meilen östlich von Calais.

Das erste Adreßbuch von New York erschien 1786 als "The New York Directory".

Valentin Haüy (* Saint-Just-en-Chaussée [Dép. Oise] 1745, † Paris 1822), Gründer der ersten Blindenanstalt der Welt ("Institution Royale des Jeunes Aveugles", Paris [gegr. 1784]), wurde, ausgehend vom Reliefdruck (bei dem Schriftzeichen o.ä. erhaben auf Papier o.ä. geprägt werden), Erfinder des Blindenbuches. Seine von den Schülern des Pariser Blindeninstituts nach dem Prägedruckverfahren gedruckte Schrift "Essai sur l'éducation des aveugles" (frz.= Abhandlung über die Erziehung von Blinden), Paris 1786, war der erste in tastbaren Lettern hergestellte Blindendruck, der mit den Fingern "gelesen" werden konnte.

Die erste deutsche rein mathematische Zeitschrift wurde von dem Mathematiker Johann Bernoulli (* 1744, † 1807) und dem Leipziger Professor Carl Friedrich Hindenburg (* 1741, † 1808) als "Leipziger Magazin für reine und angewandte Mathematik", Leipzig 1786 - 1788, herausgegeben.

Am Anfang der Zeitschriftenentwicklung wurde die Tierheilkunde noch zusammen mit anderen Gebieten der Medizin in den Fachblättern behandelt.
Abgesehen von dem ersten Versuch eines deutschen tierärztlichen Periodikums eines unbekannten Verfassers, dem bereits nach dem ersten Band erloschenen "Magazin der Vieharzneykunst", Wien und Leipzig 1784, erschien die erste selbständige deutsche tiermedizinische Zeitschrift u.d.T. "Auserlesene Beyträge zur Thierarzneykunst", Leipzig 1786 - 1788. (Herausgeber war ein Chr. F. Ludwig.)

Der dritte Earl Charles of Stanhope (* London 1753, † Chevening [Kent] 1816) erfand 1787 eine ganz aus Metall (Eisen) bestehende Druckerpresse und löste damit die Holzkonstruktion der ersten Buchdruckerpressen ab.
(Durch die Ganzmetallpresse konnte der tägliche Ausstoß von ca. 300 Blatt verzehnfacht werden.)

Der Tübinger (ab 1810 Stuttgarter) Verleger Johann Friedrich Freiherr Cotta von Cottendorf (* Stuttgart 1764, † ebd. 1832), der 1787 den von seinem Urgroßvater Johann Georg Cotta (* 1631, † 1692) 1659 gegründeten Verlag übernahm, ist der erste deutsche Verleger, der mit einer Literaturepoche, der deutschen Klassik, identifiziert wurde. (Ähnliche, wenn auch anfechtbare Identifikationen sind: Georg Andreas Reimer[* 1776, † 1842] als Verleger der Romantik, Samuel Fischer[* 1859, † 1934] als Verleger des Naturalismus und Realismus, Kurt Wolff [-* 1887, † 1963 ]als Verleger des Expressionismus.)

Als das erste (bedeutende) deutsche botanische Fachblatt gilt das von Johann Jakob Römer (* 1763, † 1819), Direktor des Botanischen Gartens in Zürich, zusammen mit dem Mediziner Paul(us) Usteri (* Zuich 1768, † ebd. 1831) herausgegebene "Magazin für die Botanik", Zürich 1787 - 1790, welches Usteri allein mit den "Annalen der Botanik", Zürich 1791 - 1800, fortsetzte.

Die bisher in die Chirurgie einbezogene Geburtshilfe erhielt ihr erstes deutsches Fachorgan durch das von dem Jenaer Professor Johann Christian Starke (* 1753, † 1811) herausgegebene "Archiv für die Geburtshülfe, Frauenzimmer- und neugebohrner Kinder-Krankheiten", Jena 1787 - 1797 (Forts.: Neues Archiv für die Geburtshilfe, Frauenzimmer- und Kinderkrankheiten mit Hinsicht auf die Physiologie, Diätetik und Chirurgie, Jena 1798 - 1804).

Die erste deutsche Hausfrauenzeitschrift war das "Archiv weiblicher Hauptkenntnisse für diejenigen jedes Standes, welche angenehme Freundinnen, liebenswürdige Gattinnen, gute Mütter und wahre Hauswirthinnen seyn und werden wollen", herausgegeben von einer 42köpfigen Gesellschaft deutscher Frauen, Leipzig 1787 - 1790.

In Deutschland entstand die erste topographische Landkarte in Preußen mit Aufnahmen des Gebiets östlich der Weser und Mecklenburgs in den Jahren 1767 - 1787.
Initiator der Geländeaufnahmen und Inspekteur der Vermessungsarbeiten war General Friedrich von Schmettau (* 1743, † 1806). Das aus 272 großformatigen Blättern bestehende Kartenwerk (Privateigentum des Generals) wurde zur Garantie seiner dauernden Geheimhaltung vom preußischen Generalstab käuflich erworben (daher auch als "Kabinettkarte bezeichnet) und nie gedruckt.

Als erster deutscher Künstlerroman (Roman mit der Figur eines Künstlers im Mittelpunkt) gilt "Ardinghello und die glückseeligen Inseln", 2 Bde., Lemgo 1787, von Johann Jakob Wilhelm Heinse (* Langewiesen [bei Ilmenau] 1746, † Aschaffenburg 1803).

Als ein Vorläufer der Privatpressen, verstanden als Druckwerkstätten, die als Reaktion auf die maschinell hergestellten Bücher die handwerkliche Herstellung wieder in den Vordergrund stellen wollten, gilt die 1789 von dem Drucker Charles Whittingham d.Ä. (* 1767, † 1840) gegründete (nach dem Londoner Vorort Chiswick benannte) Chiswick Press, die vor allem unter seinem Neffen Charles Whittingham d.J. (* 1795, † 1876) und dem Verleger William Pickering (* 1796, † 1854) zu hohem Ansehen gelang und die besten Erzeugnisse der Zeit hervorbrachte.

Seit Mitte des 18. Jh. wurden in Europa und Übersee topographische Aufnahmearbeiten (d.i. genaue Vermessung und Wiedergabe von Gelände mit seinen Formen und auf ihnen befindlichen Gegenständen, wie Gewässer, Gebäude, Wege u.a.) in Angriff genommen. Beispielgebend hierfür war die von dem Astronomen und Geographen César François Cassini de Thury (* Paris 1714, † ebd. 1784) veranlaßte und unter seiner Leitung 1744 - 1789 auf der exakten Grundlage trigonometrischer Vermessungen (Triangulation) vorgenommene topographische Aufnahme Frankreichs, 1789 von seinem Sohn Jean Dominique Comte de Cassini (* Paris 1748, † Thury-sous-Clermont[bei Beauvais] 1845) vollendet, deren Ergebnis eine genaue topographische ("Carte géometrique de la France") war (im Druck mit 184 Blättern erst 1815 erschienen).

Die erste deutsche Architekturzeitschrift (für Laien und Fachleute) war das von Johann Gottfried Huth (* 1762, † 1813) gegründete "Allgemeine Magazin für die bürgerliche Baukunst", Weimar 1789 - 1796.

Als erstes chemisches Fachblatt, das sich von der alchimistischen Vergangenheit gelöst hat, gelten die "Annales de chimie", Paris 1789 - 1913. Mitarbeiter war u.a. der französische Chemiker Antoine Laurent de Lavoisier (* Paris 1743, † ebd. 1794).

Der Holzstich, eine Sonderform des Holzschnitts, bei der die Zeichnung nicht in Langholz (längs seiner Faser geschnittenes Holz) geschnitten, sondern mit dem Grabstichel in Hirnholz (quer zur Faser geschnittenes Holz) gestochen wird, wurde vornehmlich von dem englischen Graphiker Thomas Bewick (* Cherryburn 1753, † Gateshead 1828) entwickelt und zu einem künstlerischen Ausdrucksmittel gestaltet. Bewick veröffentlichte volkstümliche Bücher mit Tierdarstellungen in der Technik des Holzstiches. Sein erstes mit Holzstichen illustriertes Werk war "General history of quadrupeds", Newcastle upon Tyne 1790. Der Holzstich fand im 19. Jh. weite Anwendung zur Buch- und Zeitschriftenillustration.

Friedrich Albert Carl Gren (* Bernburg 1760, † Halle/Saale 1798), Apotheker und Chemiker, seit 1788 Professor in Halle, gründete mit dem "Journal der Physik", Halle/ Saale und Leipzig 1790 - 1794, die erste deutsche physikalische Fachzeitschrift. Mit ihren Nachfolgern "Neues Journal der Physik" (Hrsg.: F.A.C. Gren), Leipzig 1795 - 1798, "Annalen der Physik" (Hrsg.: Ludwig Wilhelm Gilbert), Halle/Saale, später Leipzig 1799 - 1824, "Annalen der Physik und Chemie" (Hrsg.: Johann Christian Poggendorff[* Hamburg 1796, † Berlin 1877 ]u.a.), Leipzig 1824 - 1899, und "Annalen der Physik", Leipzig 1900 ff., ist sie die älteste, heute noch erscheinende deutsche Zeitschrift der Physik.

Die moderne Bleistiftherstellung gründet auf der Erfindung des französischen Malers und Mechanikers Nicolas Jacques Conté (* 1755, † 1805) 1790 in Paris und der des Österreichers Joseph Hardtmuth (* Asparn a.d. Zaya [Niederösterreich] 1752, † Wien 1816) in Wien zur gleichen Zeit. Beide hatten herausgefunden, daß sich durch Mischen von Graphit mit Ton weitaus bessere Bleistiftminen herstellen und durch unterschiedliche Mischungsverhältnisse zudem verschiedene Härtegrade erzielen lassen. Die Minen sind jetzt fest in die beiden Hälften eines hölzernen Griffels eingeklebt, wodurch sich der Bleistift erstmals, zudem auch leicht Spitzen läßt.

Die älteste, heute noch erscheinende englische Sonntagszeitung "The Observer" wurde in London am 4. Dezember 1791 gegründet.

Das Manifest "A vindication of the rights of woman" (engl.= Eine Verteidigung der Rechte der Frau), London 1792, der englischen Schriftstellerin und der ersten Frauenrechtlerin Großbritanniens Mary Godwin geb. Wollstonecraft (* London 1759, † ebd. 1797) wurde zu einem Grundlagentext der Frauenbewegung.

Die erste polnische Tageszeitung ("Dziennek Patryotycznych Polityków" [poln.= Tageblatt patriotischer Politiker]) erschien in Lemberg von 1792 bis 1798.

Die älteste, heute noch erscheinende spanische Tageszeitung ist das 1792 in Barcelona gegründete "Diario de Barcelona".

Die Idee der optischen Telegrafie, die schon im Altertum in Form von Feuer- und Rauchsignalsystemen realisiert war, geriet danach zunächst in Vergessenheit und wurde erst im ausgehenden 18. Jh. wieder neu erfunden.
Der französische Abbé und Pionier des Telegrafenwesens Claude Chappe (* Brûlon [bei Le Mans] 1763, † Vaugirard [heute zu Paris] 1805) erfand 1791/1792 einen optischen Flügeltelegrafen, den Semaphor (griech.= Zeichenträger), mit weithin sichtbaren, beweglichen Armen (Flügeln), deren Stellungen bestimmten Zeichen (Buchstaben, Zahlen) entsprachen. Chappe stellte seinen Telegrafen erstmals am 22. März 1792 der gesetzgebenden Nationalversammlung vor, die sofort den Bau einer Telegrafenversuchslinie von Pelletier St. Fargeau über eine Strecke von 70 km nach St. Martin du Thertre veranlaßte.
Am 12. April 1793 wurden die beiden ersten Telegramme über den Chappe-Versuchssemaphor (in 11 Minuten) übertragen. (Wortlaut des ersten Telegramms in deutscher Übersetzung: "Daunou [war Delegierter der Kommission zur Prüfung des Chappe-Telegrafen]ist hier angekommen, er kündigt an, daß der Nationalkonvent seinen Sicherheitsausschuß autorisiert hat, die Papiere der Deputation zu siegeln." Antworttelegramm: "Die Bewohner dieser reizenden Gegend zeigen sich durch ihre Achtung gegen den Nationalkonvent und dessen Gesetze der Freiheit würdig.")

Die seit 1792 in Boston (Mass.) erscheinende Farmer-Zeitschrift "The Old Farmer's Almanac" (1792 - 1847 u.d.T. "The Farmer's Almanac [k]") ist die älteste, heute noch erscheinende Zeitschrift der USA.

Die erste Druckerpresse (Handpresse) in Grönland stellte der herrnhutische Missionar Jens Brodersen 1793 in Neuherrnhut bei Godthåb auf. (Jedoch war seinen Druckversuchen kein großer Erfolg beschieden.)

Die ersten authentischen Kriegsberichte in einer Zeitung erschienen 1793/1794 in "The Oracle or Bell's New World" (London 1789 - 1794). (Der Eigentümer der Zeitung, John Bell[ † 1831], konnte die Leser des "Oracle" aus erster Hand über den Fortgang des Koalitionskrieges zwischen Frankreich und Großbritannien dadurch unterrichten, daß er sich in den Niederlanden unter die Feinde gemischt hatte. Andere Zeitungen folgten bald diesem Beispiel, so die Londoner "Times" ab 1808.)

Ballons fanden militärische Verwendung für Aufklärungszwecke erstmals 1794 auf französischer Seite im Krieg gegen Österreich. Ein solcher, am 3. 9. 1796 von den Österreichern "eroberter" Aufklärungsballon ist heute im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum zu besichtigen.

Nach erfolgreichen Versuchen 1792/1793 mit dem von Claude Chappe erfundenen optischen Flügeltelegrafen (Semaphor) wurde die erste optische Telegrafenlinie von Paris nach Lille (270 km, 22 Stationen) am 15. August 1794 in Betrieb genommen. (Danach Verbindung aller wichtigen Städte Frankreichs durch ein optisches Telegrafennetz mit Paris; 1853 Einstellung der letzten optischen Telegrafenlinie in Frankreich nach Einführung der elektrischen Telegrafie.

Der deutsche Physiker (an der Fürstenschule zu Karlsruhe) Johann Lorenz Boeckmann (* 1741, † 1802), der sich mit dem Semaphor von Claude Chappe schriftlich ("Versuch über Telegraphie und Telegraphen", Karlsruhe 1794) und experimentell auseinandergesetzt hatte, übertrug von Karlsruhe aus am 22. November 1794 "aus einer Entfernung von 1 1/2 Wegstunden" das erste Telegramm Deutschlands mit einem selbstgebauten optischen Telegrafen. Empfänger dieses in Reimen abgefaßten Glückwunsches war der Markgraf Karl Friedrich von Baden (* 22. 11.1728, * † 811). Der Wortlaut war:
"Groß ist das Fest und schön! Triumph, der Gute lebt,
Um dessen Fürstenthron der Vorsicht Auge schwebt;
Den seines Volkes Lieb`, den Bürger-Treu beglückt,
Heil ihm, so tönt es fern und nah;
O Fürst, sieh' her, was Teutschland noch nicht sah,
Wie dir der Telegraph heut' Segenswünsche schickt."

In Rußland soll 1794 der russische Techniker Iwan Petrowitsch Kulibin (* 1735, † 1818) einen optischen Telegrafen erfunden haben.

Die erste pharmakologische Fachzeitschrift in Deutschland war das von Karl Gottlob Kühn herausgegebene "Magazin für die Arzneymittellehre", Chemnitz 1794, das im gleichen Jahr erlosch.

In England und den USA wurde der von Lord George Murray 1795 erfundene optische Telegraf, der "six shutter semaphor", eingeführt. Seine zwei mal drei achteckigen Klappen wurden zur Signalisierung senkrecht oder waagerecht gestellt, so daß sich das Alphabet aus den unterschiedlichen Klappeneinstellungen zusammensetzte. Eine hauptsächlich von Kaufleuten benutzte optische Telegrafenlinie zwischen New York und Philadelphia bestand bis 1846.

In Amerika verwendete erstmals Isaiah Thomas, Buchdrucker in Worcester (Mass.), 1795 (einheimisches) Velinpapier zum Druck eines kleinen Gedichtbandes.

Die älteste, heute noch erscheinende bergbauwissenschaftliche Fachzeitschrift wurde 1795 in Paris als "Journal des mines" gegründet. (Nach mehrfacher Titeländerung: "Annales des mines" [mit Teilungen, Unterreihen u.ä.], Paris 1948 ff.)

Ein Konversationslexikon war ursprünglich ein Nachschlagewerk, das bevorzugt dasjenige Wissen vermitteln wollte, das zur gebildeten Unterhaltung (Konversation) unerläßlich war. Im 19. Jh. wurde "Konversationslexikon" die übliche, heute veraltete Bezeichnung für eine alphabetisch gegliederte Enzyklopädie.
Das erste Lexikon, bei dem die Bezeichnung "Konversationslexikon" als selbständiges Titelwort erscheint, ist das "Conversationslexikon mit vorzüglicher Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeiten", herausgegeben von dem Leipziger Privatgelehrten Renatus Gotthelf Löbel (* 1767, † 1799) und dem Advokaten Christian Wilhelm Franke, 6 Bde., Leipzig 1796 - 1808 (Bd. 6 unvollständig).
(Mit diesem 1808 von Friedrich Arnold Brockhaus aufgekauften und in den folgenden Jahren vollständig umgearbeiteten Lexikon wurde das Fundament des [1805 in Amsterdam als Verlagsbuchhandlung gegründeten]Verlages F. A. Brockhaus gelegt.)

Der Buchhändler und Verleger Friedrich Christoph Perthes (* Rudolstadt 1772, † Gotha 1843) gründete 1796 in Hamburg eine Buchhandlung, die als erste reine Sortimentsbuchhandlung in Deutschland gilt. (Eine Sortimentsbuchhandlung nimmt mit Hilfe eines vielfältigen Lagers [Sortimentes] den Vertrieb der Bücher im Ladengeschäft vor.)

Im Jahre 1797 veröffentlichte John West in Boston (Mass.) mit "A Catalogue of Books published in America" einen Katalog mit über 600 Titeln von amerikanischen Büchern der Zeit, das wohl früheste amerikanische Buchhandelsverzeichnis.

Das wohl früheste deutsche Branchenadreßbuch (nach Branchen [Wirtschafts-, Geschäftszweigen, Unternehmen] geordnetes Adressenverzeichnis) gab in Weimar Johann Christian Gödecke u.d.T. "Fabriken- und Manufakturen-Adreß-Lexicon von Teutschland und einigen angrenzenden Ländern" im Selbstverlag 1798 heraus.

Nach verschiedenen Versuchen erfand der Theaterschriftsteller Alois Senefelder (* Prag 1771, † München 1834) in München 1798 die Lithographie (griech.= Steinzeichnung), das älteste, auf der Abstoßung von Wasser und Fett beruhende Flachdruckverfahren, bei dem die mit Fettkreide oder -tusche auf eine Steinplatte übertragene Zeichnung abgedruckt wird (Steindruck). Das Verfahren beschrieb Senefelder in: "Vollständiges Lehrbuch der Steindruckerey ...", München, Wien 1818.
Die Lithographie wurde zunächst nur für Text- und Notendruck sowie Reproduktionen, später auch für künstlerische Zwecke, so zur Buch- und Zeitschriftenillustration verwendet.

Als erster Initiator astronomischer Fachzeitschriften in Deutschland gilt Franz Xaver Freiherr von Zach (* Preßburg 1754, † Paris 1832), der Erbauer der Sternwarte auf dem Seeberg bei Gotha. Er gründete auf Vorschlag des Weimarer Verlagsbuchhändlers Friedrich Justin Bertuch (* Weimar 1747, † ebd. 1822) das geographisch-astronomische Journal "Allgemeine geographische Ephemeriden" (Hrsg.: Franz Xaver Freiherr von Zach, Jg. 3 ff.: Adam Christian Gaspari und Friedrich Justin Bertuch), Weimar 1798 - 1816 (Forts.: Neue allgemeine geographische Ephemeriden [Hrsg.: Georg Heinrich Hassel und Friedrich Justin Bertuch], Weimar 1817 - 1831).
(Zudem war Zach Herausgeber einer zweiten astronomischen Zeitschrift: "Monatliche Correspondenz zur Beförderung der Erd- und Himmelskunde", Gotha 1800 - 1813.)

Die maschinelle Papierherstellung begann mit der von dem Franzosen Nicolas-Louis Robert (* 1761, † 1828) 1798 erfundenen, am 18. 1. 1799 patentierten ersten Papiermaschine, die den kostspieligen langsamen Prozeß des handgeschöpften Papiers verdrängte. Die Maschine mechanisierte den Schöpfvorgang und stellte eine endlose Papierbahn (Rollenpapier) an Stelle des Einzelblattes her. Da Robert seine Erfindung nicht wirtschaftlich nutzen konnte, trat er sie an einen Angehörigen der Pariser Druckerfamilie Didot ab, der sie wiederum nach London verkaufte. Hier ließen sich zwei Brüder, die Buchhändler und Papiermacher Henry und Sealy Fourdrinier von dem englischen Mechaniker Bryan Donkin, der Roberts Erfindung noch verbesserte, 1804 die erste gebrauchsfähige Papiermaschine bauen. Das Prinzip von Donkins sogenannter Langsiebmaschine bestand darin, daß auf ein endloses, über mehrere Walzen laufendes Drahtgewebe der Papierbrei (Ganzzeug) kontinuierlich in breitem Strom aufgegossen wurde.

 


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Last update: 25. April 2000 © by Walther Umstaetter