Zur Person von Dr. Margarete Rehm
Vorwort
Vom Anfang - 1. Jh. n. Chr.
............ 2. Jh. - 14. Jh.
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............18. Jh.
..........1800 - 1834
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..........1870 - 1899
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..........1935 - 1969
..........1970 - 1993

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Information und Kommunikation in Geschichte und Gegenwart

von

Margarete Rehm

1970-1993

Im Jahr 1970 wurden in Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland die erste Bildplatte (Videoplatte) und das zugehörige Abspielgerät (Bildplattenspieler) nach dem von einem Firmenkonsortium (AEG-Telefunken/ Teldec/Decca) gemeinsam entwickelten "TED"-System vorgestellt.
Die Bildplatte ist ein schallplattenähnlicher audiovisueller Informationsträger aus Kunststoff, der die Bild- und Tonsignale eines aufgezeichneten Fernsehprogramms, Films u.ä. festgespeichert enthält, die sich mit Hilfe eines Abspielgerätes lesen und über einem Fernsehgerät wiedergeben lassen.
Bei dem vorgestellten TED-System handelte es sich um Schwarzweißgeräte, die mit mechanisch abgetasteten Bildplatten aus dünnem, flexiblem Kunststoffmaterial arbeiteten und die zwölfmal so viele Rillen wie eine herkömmliche Schallplatte aufwiesen. Die Platten schwebten beim Abspielen auf einem Luftkissen und rotierten 45 mal so schnell wie die Schallplatten.
Das TED-System konnte sich wegen der Empfindlichkeit der Platten, der kurzen Spieldauer u.a. nicht durchsetzen; nach 400 Tagen wurde ihr Verkauf wieder eingestellt. Erst eine neue Technik brachte den Durchbruch der Bildplatte (1980).

1970 wurde die von der IBM (USA) entwickelte Diskette (zu engl. disk = Scheibe, Platte) oder Floppy Disk (engl. = biegsame Scheibe) eingeführt. Sie wird in kleineren elektronischen Datenverarbeitungsanlagen (vor allem Personalcomputern) sowie bei der Datenerfassung und Textverarbeitung als externer Massenspeicher (Direktzugriffsspeicher) verwendet.
Die Diskette ist eine in einer festen Hülle befindliche, schallplattenähnliche, aber flexible Kunststoffscheibe, beidseitig überzogen mit einer magnetisierbaren Schicht. Durch einen ovalen Ausschnitt in der Hülle hat der zum Diskettenlaufwerk gehörige Schreib-Lese-Kopf Zugang zu der Magnetscheibe; Informationen können so auf die rotierende Scheibe aufgeschrieben und ebenso wieder ausgelesen werden.
Üblich sind Disketten mit einem Durchmesser von 8 Zoll (etwa 200 mm), 5 1/4 Zoll (etwa 130 mm) ("Minifloppy") oder 3 1/2 Zoll (etwa 90 mm) ("Mikrofloppy"). Durchschnittlich hat eine solche Scheibe eine Kapazität bis zu 400 oder zweiseitig beschrieben bis zu 800 KByte (das entspricht etwa 500 Schreibmaschinenseiten).

Ab März 1970 konnten Fernsprechteilnehmer in Europa, 42 Jahre nach den ersten handvermittelten transatlantischen Telefongesprächen, einen Gesprächspartner in den USA erstmals selbst anwählen. Der Selbstwählbetrieb bediente sich der Nachrichtensatelliten.
(1979 waren bereits 90% aller internationalen Verbindungen automatisiert.)

1970 erkannten britische Ingenieure die bisher noch nicht genutzte Möglichkeit, zusammen mit dem Fernsehbild zusätzliche - zunächst verschlüsselte -Informationen auf einer Leerstelle ("Austastlücke") des Bildschirms für Fernsehteilnehmer erscheinen zu lassen. Die Lücke entsteht nämlich dadurch, daß der das Fernsehbild Punkt für Punkt und Zeile für Zeile von oben links bis rechts unten aufbauende Elektronenstrahl vom Ende des Bildschirms (rechts unten) zum Anfang (links oben) geführt werden muß, wenn das Bild fertig ist und ein neues begonnen werden soll. Dabei vergeht eine Zeit, in der sich etwa 20 weitere Bildzeilen übertragen lassen. Diese Zusatzinformationen - etwa Untertitel zu einem Film für Hörgeschädigte, Texte in Fremdsprachen oder Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport o.ä.-, die Videotext, umgangssprachlich Bildschirmzeitung genannt werden, lassen sich durch ein Zusatzgerät am gewöhnlichen Fernsehempfänger, einen Decoder, auf den Bildschirm bringen.
Dieser neue Informationsdienst wurde parallel von der British Broadcasting Corporation (BBC) und der Independent Broadcasting Authority (IBA) entwickelt.
Am 23. September 1974 begann die BBC ihr Versuchsprogramm unter der Bezeichnung "Ceefax", die IBA ein Jahr später; sie nannte ihre Videotext-Version "Oracle".

Neben den Fernsehanstalten zeigte sich auch die britische Post an dem in Großbritannien erfundenen Videotext interessiert. 1971 stellte das British Post Office ein "neues Medium" unter der Bezeichnung "Viewdata" vor, das aus der Verbindung zweier bisher getrennt arbeitender Kommunikationssysteme, nämlich Fernsehen und Telefon, entstanden war. Beides war zu einem dialogfähigen Datenterminal vereint worden.
1977 übernahm die Deutsche Bundespost das Verfahren als Bildschirmtext (Abk.: Btx), dessen internationale Bezeichnung heute "Interactive Videotex" ist.
Da Bildschirmtext im Gegensatz zu Videotext nicht parallel zum Fernsehbild, sondern über eine Telefonleitung übertragen wird, ist zu seinem Empfang nicht nur ein Decoder wie bei Videotext nötig,sondern noch ein zweites Zusatzgerät, ein sogenanntes Modem, das die über die Telefonleitung ankommenden verschlüsselten Informationen so übersetzt, daß der Decoder sie weiterverarbeiten kann. Btx bietet als Daten- und Textübertragungssystem die Möglichkeit, zentral oder dezentral gespeicherte Informationen verschiedenster Art über Telefon abzurufen, die dann auf dem Bildschirm des Fernsehgerätes in Form eines Textes oder als Graphik dargestellt werden.
Anwendungsmöglichkeiten von Btx (erweitert noch bei Kombination von Telekommunikation und Computertechnologie) sind neben dem Informationsabruf für mehrere Teilnehmer (Fahrplanauskünfte, Börsenkurse, Sportinformationen, lexikalische Auskünfte [Bildschirmlexikon]u.ä.) der Abruf von Informationen für Teilnehmergruppen (Veranstaltungshinweise, Informationen für Berufsgruppen u.ä.) oder von Informationen für einzelne Teilnehmer (z.B. Bankkontostand), der Dialog mit dem Rechner (Steuererklärung, Heimkurse, Computerspiele u.ä.) und der Austausch von Mitteilungen zwischen Btx-Teilnehmern (Warenbestellungen, Reservierungen u.ä.).

Im November 1971 stellte die amerikanische Firma Intel Corporation ihren ersten, erstmals industriell hergestellten Mikroprozessor "Intel 4004", einen 4-Bit-Mikroprozessor, vor. Auf einem 10 Quadratmillimeter großen Siliziumplättchen enthielt er das Äquivalent von 2250 Transistoren und besaß eine Leistungsfähigkeit, die mit der des Großrechners ENIAC (1946) vergleichbar war. Dieser benötigte allerdings eine Stellfläche von 140 m2.
Der Mikroprozessor wurde ab etwa 1972 kommerziell eingesetzt.

Taschenrechner, aus integrierten Schaltkreisen und Mikroprozessoren aufgebaute elektronische Rechner im Taschenformat, wurden erstmals von Texas Instruments Inc., Dallas (Tex.), 1971 auf den Markt gebracht. Der erste Taschenrechner beherrschte nur die vier Grundrechenarten, wog mehr als ein Kilogramm und kostete rd. 150 Dollar. In den folgenden Jahren wurden die Taschenrechner unter Zunahme ihrer Leistungen immer kleiner und immer billiger.

Nachdem beim professionellen Fernsehen die Magnetbandaufzeichnung von Fernsehsendungen als bequeme "Konserve" bald unentbehrlich wurde, gelang der Videotechnik der Einzug auch in den privaten Bereich, als Videokassettenrecorder (Videorecorder für Videokassetten) für das breite Publikum hergestellt wurden. In Europa begann der Siegeszug der Videokassettenrecorder 1971, als der niederländische Philips-Konzern sein VCR (Video Cassette Recording) - System auf den Markt brachte. Es war erstmals ausschließlich auf den Massenbedarf zugeschnitten. Doch der teure und noch nicht voll ausgereifte Kassettenrecorder schaffte den Durchbruch nicht. (Ähnlich erging es 1978 der Grundig AG mit dem Videorecorder SVR 4004[Super Video Recorder].)

Als erste deutsche Fachzeitschrift für Zahnarzthelferinnen gilt das "Quintessenz Journal", das seit 1971 in Berlin erscheint.

In den 1960er Jahren kam der Gedanke auf, die schon seit dem vorigen Jahrhundert bekannten Eigenschaften der Flüssigkristalle (sie können unter bestimmten Umständen ihre Orientierung [im Kristall] und durch Anlegen einer elektrischen Spannung ihre Lichtdurchlässigkeit ändern) zur Darstellung von Buchstaben, Ziffern und -Zeichen bei elektronischen Geräten (z.B. Taschenrechner [Zahlenanzeige], Digitaluhren [Ziffernblatt]) auszunutzen. 1971 stellte der Schweizer Chemiekonzern F. Hoffmann - La Roche & Co. AG, Basel, zusammen mit dem Unternehmen Brown, Boverie & Cie. AG, Baden (Kt. Aargau), die erste Flüssigkristallanzeige (engl.: Liquid Crystal Display [Abk.: LCD])her. Seit 1973 wird die Flüssigkristallanzeige routinemäßig in elektronischen Geräten verwendet.

Bildschirmspiele, Telespiele, Videospiele, Fernsehspiele, TV-Spiele ist die Bezeichnung für Spiele, die mit Hilfe eines an einen Fernsehempfänger oder an ein Datensichtgerät anschließbaren Zusatzgeräts auf dem Bildschirm (der als Spielfeld oder Spielbrett dient) gespielt werden können, wobei der Spielablauf von Hand gesteuert wird.
1971 erfand der amerikanische Ingenieur Nolan Bushnell aus Kalifornien das weltweit erste kommerzielle Videospiel. Das "Computer Space" genannte Spiel, untergebracht in einem Gehäuse von der Größe eines Flippers, simulierte den Kampf zwischen Raumschiffen und fliegenden Untertassen. Konnte Bushnell von diesem Telespiel nur 2000 Stück verkaufen, so expandierte das Geschäft ab dem folgenden Jahr mit dem TV-Spiel "Pong", einem elektronischen Ping-Pong. Bushnell stellte den ersten Spielautomaten öffentlich in der Kneipe eines Freundes ("Andy Capp's Tavern") in Sunnyvale (Calif.) auf. Nur wenige Stunden nach seiner Inbetriebnahme mußte der Apparat wegen Überfüllung des Münzbehälters abgeschaltet werden. Nach diesem Erfolg gründete Bushnell die Firma "Atari", benannt nach einem Begriff aus dem chinesischen Brettspiel Go, und etablierte seine Spiele in Spielsalons. 1976 brachte "Atari" auch Versionen für Heimanlagen auf den Markt. Seitdem brach eine Flut von mehr oder weniger kriegerischen Reaktions- und Konzentrationsspielen über die Welt herein, die heute von Spezialfirmen als Software geliefert werden.

Die topographischen Gegebenheiten, die unterschiedliche Bevölkerungsdichte und der Wunsch nach mehr Programmen sowie nach einem qualitativ einwandfreien Empfang haben in den Vereinigten Staaten und Kanada schon in den 1950er Jahren dazu geführt, daß neben der Fernsehversorgung durch Funk auch die über Kabel eingeführt wurde. Dabei hat sich das Kabelfernsehen als eigenständige Technik aus einer Mitte der 1940er Jahre in den USA als Notlösung gehandhabten Praxis entwickelt, die darin bestand, für abgelegene und geographisch ungünstig gelegene Ortschaften zur Verbesserung des Fernsehempfangs eine große Antenne aufzustellen und Kabel zu den Häusern zu verlegen.
In der Bundesrepublik Deutschland wurden seit Anfang der 1960er Jahre auch Gemeinschafts- und Großgemeinschaftsantennenanlagen zur gemeinsamen Versorgung mehrerer Fernsehteilnehmer (z.B. in einem Mietshaus) errichtet.
Nach dieser Vorstufe des Kabelfernsehens begann 1972 die Deutsche Bundespost den Bau von Kabel-Versuchsnetzen in Abschattungsgebieten der Städte Hamburg und Nürnberg mit einer Kapazität für je zwölf Fernseh- und Hörfunkprogramme; Ende 1974 wurden die Versuchsanlagen in Betrieb genommen.

In den 1970er Jahren kam die Quadrophonie, eine Spielart der Stereophonie ("Rundumstereophonie"), auf. Sie ist ein Übertragungsverfahren von Sprech- und Musikdarbietungen, das zur Verbesserung der akustischen Raumwirkung bei der Aufnahme statt mit zwei mit vier Mikrophonen und bei der Wiedergabe mit vier Lautsprechern arbeitet.
Die Quadrophonie ist einige Jahre bei Schallplatten angewendet worden, hat sich jedoch aus finanziellen und technischen Gründen nicht durchsetzen können. 1972 wurden von Plattengesellschaften in den USA und in Europa die ersten quadrophonischen Schallplatten angeboten.

Zur Erhöhung der Arbeitsgeschwindigkeit und Speicherkapazität, vor allem bei Personal Computern, wurde die Festplatte entwickelt. Mehrere starre Platten rotieren hier in einem hermetisch abgeschlossenen Gehäuse. 1972 brachte die IBM (USA) das erste Festplattenlaufwerk mit einer 14-Zoll-Platte und einer Speicherkapazität von 2 Megabyte (etwa 1000 Volle Schreibmaschinenseiten) heraus.

Piktogramme (lat.; griech.) sind allgemein verständliche Bildzeichen und dienen zur von Schrift und Sprache unabhängigen Informationsvermittlung (z.B. Totenkopf für Gift, Glühbirne für Lichtschalter). Derartige Bildsymbole wurden erstmals im großen Stil bei den Olympischen Sommerspielen in München 1972 öffentlich verwendet. Der Graphiker und Designer Otl Aicher (*Ulm 1922, †Rotis [Allgäu]1991) hatte für das Olympiagelände 155 Piktogramme entworfen.

Ausgehend von der Erkenntnis, daß das herkömmliche (Nur-) Lexikon für die heutigen Informations- und Bildungsbedürfnisse nicht mehr ausreicht, präsentierte die Bertelsmann AG, Gütersloh, der weltgrößte Medienkonzern, ab 1972 ihre "Lexikothek". (Der nach "Bibliothek" gebildete Begriff ist ein beim Deutschen Patentamt in München eingetragenes Warenzeichen.)
Bei der Lexikothek handelt es sich um eine Kombination des Lexikons mit systematisch gegliederten Themenbänden über die wichtigsten Wissensgebiete und seit 1984 begleitet und ergänzt durch Phonobände: "Bertelsmann Lexikothek", 10 Lexikonbände, 15 Themenbände, 1 "Atlas International", 1972-1974; "Die Große Bertelsmann Lexikothek", 36 Bände (15 Lexikonbände ["Bertelsmann Lexikon"], 16 Themenbände, 1 Atlas, 4 Phonobände "Unser Jahrhundert in Wort, Bild und Ton"), 1984-1985.
1988 wurde bei Bertelsmann damit begonnen, für die Lexikothek eine Datenbank mit dem Namen BEES (Abk. für: Bertelsmann Encyclopedia Editorial System) aufzubauen, aus der, stets auf den aktuellen Stand gehalten, Ergänzungs-, Teillexika, aktualisierte Ausgaben u.ä. erstellt werden können.

Im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung sind Bemühungen im Gange, spezifische Fähigkeiten des Menschen, besonders solche der menschlichen Intelligenz, maschinell nachzuahmen, auch unter dem Aspekt der völligen Ersetzung des Menschen durch die Maschine (künstliche Intelligenz, engl.: Artificial intelligence). Dieser Bereich der Computerentwicklung konzentriert sich vor allem auf die Themen: Verarbeitung natürlicher Sprache, Expertensysteme, Robotersteuerung, Bilderkennung und Intelligente Recherche. Die größte kommerzielle Bedeutung werden in absehbarer Zeit die Expertensysteme haben. Dabei ist ein Expertensystem ein Computer- und Programmsystem, das Expertenwissen (Fachliteratur und Erfahrungen von Fachleuten) über ein spezielles Fachgebiet speichert, aus dem Wissen Schlußfolgerungen zieht und zu konkreten Problemen des Gebietes im Dialog mit dem Benutzer Lösungen anbietet, d.h. Aufgaben übernehmen kann, die bisher von Experten gelöst werden mußten. Die häufig auch als "Computersysteme der fünften Generation" bezeichneten Expertensysteme entwickeln sich immer weiter und beziehen neu eingegebene Erfahrungen mit ein. Voraussetzung hierfür ist, daß die Fachleute ihre Kenntnisse möglichst vollständig formulieren und sie nach hierfür entwickelten neuartigen Programmiersprachen, z.B. LISP (Abk. für engl.: List processing language) und PROL0G (Abk. für engl.; Programming in logic), eingespeichert werden.
Expertensysteme werden heute schon in vielen Bereichen der Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung eingesetzt. Konzeptionen und prototypische Implementierungen von Expertensystemen gibt es bereits seit Ende der 1960er Jahre.
Als erstes großes System wird allgemein das seit 1972 an der Stanford University in Kalifornien entwickelte Expertensystem "MYCIN" angesehen, das zur Diagnose und Therapie von bakteriellen Infektionen dient. (Ein zweites um etwa die gleiche Zeit ebenfalls in Stanford entstandene System "DENDRAL" hilft bei der Analyse von Massenspektren organischer Stoffe.)

Nach der Herstellung der Kleinstbildkameras wurden in der Folgezeit Gebrauchswert und Bedienkomfort der photographischen Kamera ständig erhöht.
Da der berühmteste Mini-Vertreter, die Minox, nicht für alle erschwinglich und zudem zunächst als "Agentenkamera" nur speziellen Aufgaben vorbehalten war, gab ab 1972 die Eastman Kodak, Rochester (N. Y.), mit "Pocket-Instamatic-Kameras" für Kassettenfilm 12 x 18 mm die Handtaschenkamera für jedermann heraus. Sie wurden inzwischen zu den am weitesten verbreiteten Gebrauchskameras und in vielen Versionen auch von anderen Herstellern nachempfunden oder mit einer Lizenz aus Rochester nachgebaut.
Die jüngste Entwicklung brachte durch Einführung elektronischer und besonders mikroelektronischer Elemente bzw. Baugruppen in die Kameratechnik die Kompaktkameras mit elektronischer Vollautomatik.

Taschenrechner mit einer Vielzahl mathematischer Funktionen und mit speziellen Rechenoperationen für bestimmte Bereiche aus Wissenschaft, Finanzwesen, Wirtschaft u.a. brachte erstmals die Hewlett Packard Company, Palo Alto (Calif.), 1973 heraus.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde der erste Lehrstuhl für das Studienfach Bibliothekswissenschaft 1974 an der Universität Köln eingerichtet.

Mit der Einführung eines elektronisch gesteuerten Wählsystems (EWS) mit Zentralsteuerung und Speicherprogrammierung hielt 1974 in der Bundesrepublik Deutschland die Elektronik Einzug in die Fernsprechvermittlungstechnik.

Unter der Bezeichnung IDN (Abk. für engl.: Integrated Digital Network - Integriertes digitales [Nachrichten-] Netz) hat seit 1974 die Deutsche Bundespost ein integriertes digitales Fernschreib- und Datennetz aufgebaut, um für Text- und Datenkommunikation bessere Leistungen bieten zu können. Es ist ein öffentliches Wählnetz, welches das Telex-, Teletex-, Datex-L-, Datex-P- und Direktrufnetz umfaßt. 1978 wurde der Ausbau des IDN abgeschlossen.

In deutsch-französischer Zusammenarbeit entstanden die beiden Nachrichtensatelliten "Symphonie 1" (Start: Cape Canaveral, 19. Dezember 1974) und "Symphonie 2" (Start: Cape Canaveral, 26. August 1975).
"Symphonie 1" war der erste in Europa gebaute Nachrichtensatellit. Das Satellitensystem Symphonie wurde nur zu Testzwecken benutzt (so zur Erprobung neuer Übertragungsarten, wie digitales Fernsehen, Großrechnerverbund).

Personal Computer, Abk.: PC, sind Mikrocomputer, die hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und ihres Preises meist oberhalb der Heimcomputer (Home-Computer) und unterhalb der Minicomputer liegen. Personal Computer sind Arbeitsplatz-Computer, d.h. für den persönlichen, begrenzt auch für den professionellen arbeitsorientierten Anwendungsbereich bestimmt, während Home-Computer überwiegend für private Zwecke eingesetzt werden.
Das Zeitalter der Kleincomputer begann nicht bei größeren Computern, die verkleinert wurden, sondern bei einem nicht einmal fertigen Computer, einem Einzelteile-Computer: Der erste Personal Computer, der "MITS Altair 8800", wurde, basierend auf dem von der Intel Corporation im April 1974 herausgebrachten 8-Bit-Mikroprozessor "Intel 8080", in der zweiten Hälfte des Jahres 1974 von dem Unternehmen "Micro Instrumentation and Telemetry Systems (MITS)", Albuquerque (N. Mex.), als Bausatz entwickelt. Er erwies sich als durchschlagender Erfolg. Nachdem er im Dezember 1974 in der Zeitschrift "Popular Electronics" (New York) beschrieben worden war, verkaufte MITS 1975 bereits 2000 Bausätze.

1974 brachte die Hewlett Packard Company, Palo Alto (Calif.), mit dem Modell "HP-65" den ersten programmierbaren Taschenrechner auf den Markt.

Neben den vielen Anwendungsmöglichkeiten von Mikroprozessoren (Uhren, Taschenrechner, Photoapparate, Haushaltsgeräte, Büromaschinen, medizinische Geräte u.v.a.m.) versuchte man, den Mikroprozessor in Eurocards und Kreditkarten zu integrieren, die bisher auf der Rückseite einen Magnetstreifen enthalten, auf dem in codierter Form die Kontonummer und andere Angaben gespeichert sind.
Die Geburtsstunde der Chipkarte, einer einen programmierbaren Mikroprozessor eingeschweißt enthaltenden Kunststoffkarte, schlug 1974, als der französische Wirtschaftsjournalist Roland Moreno ein "System zur Speicherung von Daten in einem unabhängigen tragbaren Gegenstand" zum Patent anmeldete.
Die Bedeutung der Chipkarte, die zur Bedienung von Zugangskontrollsystemen, vor allem aber als Kreditkarte im bargeldlosen Zahlungsverkehr eingesetzt wird, besteht in der Sicherheit der Informationen gegen Fälschung und Reproduktion. Und mit der Chipkarte steht zum ersten Mal ein Medium zur Verfügung, bei dem die Sicherheit auf kryptologischen Mechanismen beruht.

Der Funkruf (-dienst) ist ein Funkdienst mit einseitig gerichteter Übertragung codierter Zeichen von ortsfesten Funkstellen an bewegliche (tragbare oder in Fahrzeugen eingebaute) Empfangsgeräte. Die Zeichen (empfangen als akustische oder optische Signale oder auch numerischer oder alphanumerischer Anzeigen), deren Bedeutung verabredet sein muß, übermitteln dem Empfänger eine Information oder veranlassen ihn zur Rückfrage über einen anderen Nachrichtenweg (z.B. Fernsprechen).
Der nichtöffentliche Funkruf wird zum Rufen von Personen in begrenzten Bereichen (z.B. Krankenhäusern) angewendet. Der öffentliche Funkruf gestattet das Rufen von Personen über Fernsprechanschlüsse. Vorteile des Funkrufdienstes gegenüber dem öffentlichen beweglichen Landfunkdienst (z.B. Autotelefon) sind die Einfachheit und Tragbarkeit des Empfangsgerätes.
Ein Beispiel für einen Funkrufdienst ist "Eurosignal", Europäischer Funkrufdienst (früher EFuRD), ein von den Post- und Fernmeldeverwaltungen der europäischen Staaten konzipierter drahtloser Personenruf, der aber nur in der Bundesrepublik Deutschland (1974), in Frankreich (1975) und in der Schweiz (1985) eingeführt wurde.
Im November 1988 nahm die Deutsche Bundespost Versuche mit einem Stadt-Funkrufdienst ("Cityruf") in Frankfurt/M. und Berlin (West) auf; im Frühjahr 1989 wurde Cityruf bundesweit eingeführt. Beim Cityruf werden drei Rufklassen angeboten: Nur-Ton, Numerik (bis zu 15 Ziffern) und Alphanumerik (bis zu 80 Zeichen). Der Zugang zum Cityruf ist über Telefon, Btx, Telex und Teletex möglich.

Durch die hohe Druckgeschwindigkeit ist der Laserdrucker besonders für den Einsatz als Datenausgabeeinheit an modernen Rechenanlagen geeignet. Mit diesen Schnelldruckern lassen sich heute über 1,2 Mio. Zeilen je Sekunde ausdrucken.
Bei dem zu den Matrixdruckern gehörenden Laserdrucker werden die zu druckenden Zeichen jeweils als Matrix von maximal 18 x 24 sich überlappenden Punkten dargestellt. Mit dem in seiner Richtung programmgesteuerten Strahl eines Helium-Neon-Lasers werden die Zeichen auf eine rotierende, mit einem photoleitfähigen Material beschichtete Trommel abgebildet. Wo der Laserstrahl auftrifft, entlädt er lokal die zuvor elektrostatisch aufgeladene Trommel; dadurch entsteht auf ihr ein elektrostatisches Negativbild der Zeichen. Dieses wird nach den Methoden von Xerox-Photokopiergeräten auf normales Papier umgedruckt und dort fixiert. Danach wird die Trommel durch totale Belichtung entladen und ist somit für die nächste Druckseite vorbereitet. Der Gesamtprozeß läuft während einer einzigen Trommelumdrehung ab. Der zu druckende Text wird in einem elektronischen Speicher zwischengespeichert und der Druckgeschwindigkeit entsprechend von einem Mikroprozessor abgerufen.
1975 brachte die IBM (USA) mit ihrem Laserdrucker, Typ IBM 3800, einen der ersten Hochleistungsdrucker heraus; er konnte in der Stunde bis zu 8580 DIN-A4-Seiten bedrucken.
Neuere Entwicklungen verzichten, obwohl noch immer unter der Bezeichnung "Laserdrucker" geführt, auf die Helium-Neon-Optik. Bei diesem neuen Druckertyp, der korrekt "Liquid Crystal Shutter (LCS)" heißt, der ähnlich wie bei den von Taschenrechnern und Digitaluhren bekannten Flüssigkristallanzeigen (LCD, Liquid Crystal Display) arbeitet, nur etwa 200mal so schnell, wird eine komplette Druckzeile durch die Flüssigkristalle dargestellt. Eine Quarzlampe durchleuchtet die Flüssigkristalldarstellung und lädt eine photoleitfähige Trommel elektrostatisch auf. Die weiteren Arbeitsvorgänge erfolgen wie beim Laserdrucker.

1975 präsentierte die japanische Sony Corporation für Heim-Videokassettenrecorder ihr Betamax-System (Beta-Format) und bot es ab Februar 1976 auf dem amerikanischen Markt an. (Zwei Jahre später waren bereits 400 000 Geräte verkauft.)
Sonys Heimsystem war weder mit dem älteren VCR-System von Philips (1971) noch mit dem später erscheinenden Video Home System (VHS) der japanischen Firma JVC (Victor Company of Japan Ltd.) (1977) und dem Video 2000-System von Philips/Grundig (1979) kompatibel. Alle Systeme konkurrierten miteinander, bis sich ab 1987 das System VHS für Videokassettenrecorder zum Hausgebrauch endgültig weltweit durchsetzen konnte.

Um die Mitte der 1970er Jahre kam die Glasfaser (nach dem Laborstadium) in die praktische Anwendung. 1976 demonstrierten die Bell Laboratories Inc. (USA) mit einem aus 144 einzelnen Glasfasern verspleißten Kabel (1,27 cm Drchmesser), das 50 000 Telefongespräche übertragen konnte, daß Glasfaserkabel für die Massenproduktion geeignet waren.

Großcomputer mit einer Leistungsfähigkeit von über 100 Mio. Operationen in der Sekunde haben sich inzwischen schon zu "Supercomputern" und "Super-Supercomputern" entwickelt.
Am Anfang dieser Reihe steht der von dem Amerikaner Seymour R. Cray (*1928) 1976 konstruierte Höchstgeschwindigkeitsrechner "Cray-1", der, bestückt mit 200000 integrierten Schaltungen, 150 Mio. Operationen pro Sekunde durchführen konnte. Dieser gut mannshohe und fünf Tonnen schwere Supercomputer war derart kompakt gebaut, daß er auf einem dreiviertel Quadratmeter Platz hatte. Die erste Maschine dieses Typs wurde 1976 im US-Atomforschungszentrum Los Alamos (N. Mex.) installiert.
(Dem "Cray-1" folgte 1982 der "Cray X-MP" mit einer Leistung von 400 Mio. Operationen in der Sekunde und 1986 der "Cray-2", der 1,6 Mrd. 0perationen in der Sekunde erreichte.)

Die erste öffentliche, 9 km lange Glasfaser-Telefonleitung wurde 1977 in Kalifornien zwischen Long Beach und dem kleinen Ort Artesia in Betrieb genommen.

Die Telefonkonferenzschaltung, eine Sammelschaltung, bei der die Teilnehmer (an verschiedenen Orten) miteinander verbunden sind und jeder einzelne mit allen übrigen sprechen kann, wurde 1977 von der Deutschen Bundespost (zunächst versuchsweise) eingeführt. Konferenzgespräche ermöglichen den gleichzeitigen telefonischen Kontakt bis zu 15 Teilnehmern an verschiedenen Orten im In- und Ausland. Eine solche Schaltung muß vorher für einen bestimmten Termin bei der Bundespost angemeldet werden.

Den ersten komplett erhältlichen Personal Computer, den "Apple II", brachten 1977 die beiden jungen Amerikaner Steven Paul Jobs (*1955) und Stephen Wozniak (*1951) aus dem Silicon Valley (Calif.) in ihrer 1977 gegründeten Computerfirma "Apple" heraus. (Ihm war als erster Prototyp eines PC 1977 der "Apple I" vorausgegangen, der aber die Nachfrage nicht decken konnte.)

In der Bundesrepublik Deutschland wurde Videotext erstmals auf der Berliner Funkausstellung 1977 vorgefürt. Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling (*Innsbruck 1930) diktierte ins Eingabegerät von ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland) und ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) den euphorischen Satz:"Heute und jetzt vollzieht sich die große medienpolitische Wende, ein neues Zeitalter beginnt, die Bildschirmzeitung ist geboren."
(Ende 1982 verfügten etwa 0,6%, Ende 1988 11% der bundesdeutschen Haushalte über videotexttaugliche Fernsehgeräte.)

Die klassischen Verfahren der Kryptologie haben den Nachteil, daß sich Sender und Empfänger über den zu verwendenden Schlüssel verständigen müssen, was eine zusätzliche Unsicherheit bedeutet. Dies entfällt bei den Public-key-Systemen, d.h. bei den mit öffentlichen Schlüsseln arbeitenden Systemen, die es seit 1976 gibt. Das bekannteste unter ihnen ist das 1977 von den Mathematikern Ronald Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman entwickelte, nach dem Anfangsbuchstaben ihrer Namen benannte RSA-Verfahren, das die Primfaktorzerlegung natürlicher Zahlen verwendet. Es ist nur so lange sicher, wie es keine wesentlich schnelleren Algorithmen zur Primfaktorzerlegung als die heute bekannten gibt; daneben setzt es die Kenntnis genügend vieler großer Primzahlen voraus.
Die RSA-Chiffre, die zwei Schlüssel hat, einen zum Verschlüsseln, den anderen zum Entschlüsseln, ist wie folgt organisiert: Der Empfänger der Nachricht bildet zwei sehr große Primzahlen (mit 100 bis 200 Stellen) P und Q und berechnet deren Produkt M. Während die beiden Primzahlen P und Q, die den Schlüssel für die Dechiffrierung durch den Empfänger darstellen, geheimgehalten werden müssen, wird ihr Produkt M in einer Art Telefonbuch öffentlich neben dem Namen des Empfängers bekanntgegeben. Mit diesem öffentlichen Schlüssel verschlüsselt der Sender eine geheime Nachricht an den Empfänger.
Wird die chiffrierte Nachricht von einem Unbefugten abgefangen, kann er zwar den Schlüssel (M) (aus dem Verzeichnis der öffentlichen Schlüssel) ermitteln, den der Sender verwendete. Aber da es noch keine schnellen Algorithmen zur Primfaktorzerlegung gibt, wenn die Primfaktoren nicht bekannt sind, kann er aus dem Produkt M die Primfaktoren P und Q, die nicht einmal der Sender kennt, nicht berechnen.

Die Deutsche Bundespost verlegte 1978 für Versuchszwecke in Berlin eine 130 km lange Glasfaserleitung.

Um 1978 kamen die elektronischen Schreibmaschinen auf. Wesentliches Merkmal dieser neuartigen (mit einem Schreibkopf oder mit einem Typenrad ausgestatteten) Schreibmaschinen ist der Einsatz von Mikroprozessoren, die eine Vielzahl von Funktionen automatisieren, z.B. Papiereinzug, Randausgleich, Blocksatz, Unterstreichung, Einzug, Fettdruck, Sperrung, Löschen und Korrigieren mit Hilfe interner Arbeitsspeicher und LCD-Textanzeige. Die Ausstattung elektronischer Schreibmaschinen mit einem Textspeicher bildet den Übergang zum Textautomaten (Schreibautomaten oder Wortprozessor, auch Text-Verarbeitungssystem). Er besteht in der Regel aus einer Tastatur, einem Bildschirm, einem Diskettenlaufwerk, einem Drucker und einem oder mehreren Textspeichern und dient zur rationellen Texterfassung, - speicherung, Textbearbeitung und -verarbeitung sowie der Ausgabe von Schriftgut auf Papier.
Die erste elektronische Schreibmaschine wurde 1978 von der amerikanischen Firma Qyx angeboten. In Europa brachte 1980 der italienische Büromaschinenkonzern Olivetti, Ivrea, die erste computerisierte Maschine (Speicherschreibmaschine mit Korrektur-Display) auf den Markt.

Das erste große Textverarbeitungssystem für Mikrocomputer gab 1978 die amerikanische Firma MicroPro unter dem Namen "Wordstar" heraus.

Für den Personal Computer (PC) ist ab etwa 1978 eine aus den USA stammende neue Form des Publizierens, das Desktoppublishing (engl.= Publizieren vom Schreibtisch aus), Abk.: DTP, entwickelt worden: Mit DTP-Programen können aus selbst gestalteten Text- und Graphikunterlagen Druckvorlagen mit einem PC erstellt werden. Der Vorteil des DTP besteht darin, daß man selbst auf dem Bildschirm die Text- und Bildgestaltung entwerfen kann.
Die Druckvorlagen kann man bei kleiner Auflage direkt auf einem Laserdrucker vervielfältigen; bei größeren Auflagen gibt man die Diskette oder den Ausdruck an eine Druckerei. Mit diesem Verfahren werden vor allem kurzlebige Druckerzeugnisse (Rundschreiben, Werbeschriften, Kundenzeitschriften u.ä. mittlerer Unternehmen) hergestellt; aber auch Autoren verwenden DTP für ihre Publikationen.

Nach der Schallplatte (nach dem Nadeltonverfahren) wurde auf der Grundlage der Computertechnik die Digitalschallplatte erfunden, die nach fast zehnjähriger Gemeinschaftsentwicklung des japanischen Sony- und des niederländischen Philips-Konzerns 1979 anwendungsreif war und Compact Disc (Abk.: CD), auch Audio-CD genannt wurde (in Europa vorgestellt von Philips in Eindhoven am 8. März 1979).
Die CD ist eine metallisierte Kunststoffplatte von 12 cm Durchmesser, 1,2 mm Dicke und einer Spieldauer bis zu einer Stunde mit digital aufgezeichneten Toninformationen (Musik, Sprache) in Form von spiralförmig angeordneten mikroskopisch kleinen Vertiefungen (anstelle der herkömmlichen Rillen). Diese werden von einem Laserstrahl (anstelle von der bisherigen Abspielnadel) berührungsfrei abgetastet und von der Elektronik des Abspielgerätes (CD-Players) wieder in akustische Signale umgesetzt.
Die Vorteile der CD gegenüber der Schallplatte alter Art sind (weitgehende) Verschleißfreiheit, geringerer Platzbedarf, bessere Tonqualität. Da die CDs wie die bisherigen Schallplatten gepreßt werden, ist eine nachträgliche Änderung des Inhalts nicht möglich.

1979 erhielt die japanische Fiirma Matsushita Electric Industrial Co. Ltd., Osaka, ein Patent für einen Flüssigkristall-Fernsehbildschirm. Durch seine Verwendung wurde der Taschenfernseher möglich. Denn die kompakte Bauweise der Kleinstfernsehgeräte mit LCD-Bildschirmen ist einmal der Miniaturisierung zu verdanken, zum anderen der Flüssigkristallanzeige, die nicht nur extrem wenig Raum benötigt, sondern auch wenig Strom verbraucht, wodurch ein großes Netzteil entfällt. Matsushita brachte erstmals ein solches Schwarzweiß-Minigerät 1979 heraus.

Am 1. Januar 1979 führte die Deutsche Bundespost (als Ableger der Bildtelegrafie) den Telefon-Fernkopierdienst, Telefax genannt, ein. Er ermöglicht die originalgetreue Übertragung von Schriftstücken, technischen Zeichnungen u.ä. in Schwarzweiß, begrenzt auch in Grautönen (und mit besonderen Mitteln in Farben) mit Fernkopierern (Zusatzgeräten zum Fernsprecher) über das öffentliche Fernsprechnetz. Die Vorlage wird im Gerät des Absenders zeilenweise Punkt für Punkt abgetastet; die Abtastwerte werden als elektrische Signale zum Empfänger übertragen und dort in der ursprünglichen Form auf Papier gebracht.

Im Frühjahr 1979 präsentierte die japanische Sony Corporation mit dem Modell "TPS L2" den ersten Walkman (engl.), einen kleinen, tragbaren Kassettenrecorder mit leichten Kopfhörern.

Die Kartographie erfuhr eine bedeutende Weiterentwicklung durch die Weltraum-Fernerkundung der Erdoberfläche, neuartige Bildaufnahmegeräte und die digitale Bildverarbeitung.
So arbeiten speziell für geowissenschaftliche Aufgaben Erderkundungssatelliten der amerikanischen Serie "ERTS" (Abk. für engl.: Earth Resources Technology Satellite), später "Landsat" genannt, deren erster am 23. Juli 1972 in eine sonnensynchrone Kreisbahn von 915 km Höhe gestartet wurde.
Die erste aus Satellitendaten erstellte Landnutzungskarte der Bundesrepublik Deutschland, Raum Mannheim, lag 1979 fertig vor. Die von einem der Landsat-Satelliten gelieferten Bilddaten waren von der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V. (DFVLR), Institut für Nachrichtentechnik, Abteilung Digitale Bildverarbeitung in Oberpfaffenhofen in eine Geländekarte im Maßstab 1: 200 000 umgesetzt worden. Die Karte enthält acht Landnutzungsklassen: Gewässer, dichte und lockere Bebauung, Laub- und Nadelwald, Gartenland, Weinbau und Ackerland.

Techniker des niederländischen Konzerns Philips entwickelten für die erstmals 1970 gleichzeitig in der Bundesrepublik Deutschland und in Großbritannien vorgestellte Bildplatte (Videoplatte) ein neues, mit Laserstrahlabtastung arbeitendes optisches System ("Laser Vision"). Bei diesem System sind die in eine digitale Form gebrachten Ton- und Bildinformationen unter einer glatten Schutzschicht als winzige längliche Vertiefungen ("Pits") in einem dünnen Metallfilm auf dem Kunststoffträger (Platte) entlang einer spiralförmigen Spur angeordnet. Der Informationsgehalt steckt in der Länge und dem Abstand der Pits, die von einem Laserstrahl völlig berührungsfrei abgetastet werden. Mittels einer Digitalelektronik im Abspielgerät werden die in die Bildplatte eingesiegelten Informationen in die von jedem Fernsehgerät verwertbaren Fernsehsignale zurückverwandelt. Auf einer Bildplatte mit 30 cm Durchmesser können auf jeder Seite bis zu 54000 Standbilder oder 34 Minuten Laufbilder, aber auch eine Mischung aus beiden gespeichert werden.
Die Bildplatte ("Laser Vision") kam erstmals 1980 in den USA auf den Markt. Im Herbst 1982 wurde die Philips-Platte in Deutschland und England angeboten. Die Bildplatte hat sich im privaten Bereich nicht durchsetzen können, doch wird sie gewerblich immer stärker genutzt. Die Weiterentwicklung der Laser Vision führte ab Anfang der 1980er Jahre dazu, auch Volltexte einschließlich sämtlicher Abbildungen auf Bildplatten zu speichern. Heute kann eine einseitige Bildplatte von 30 cm Durchmesser je nach Auflösungsvermögen 10000 bis 20000 Buchseiten speichern. Im Gegensatz etwa zu dem Videoband kann jedoch eine einmal in eine Bildplatte eingeschriebene Information nicht mehr geändert werden.
Eine Variante der Bildplatte und bisher kommerziell erfolgreicher ist die CD-ROM (1985).

Schon 1972 gab es von seiten der IFIP (Abk. für engl.: International Federation for Information Processing [gegr. 1960]) Überlegungen zur Entwicklung einer elektronischen Zeitschrift (d.i. einer in einem Computer vollständig gespeicherten Zeitschrift [Volltextdatenbank]). Nach verschiedenen Experimenten, die in Zusammenarbeit mit dem Verlag North Holland (Elsevier Science Publishers), Amsterdam, der Universität Nijmwegen und dem Fachinformationszentrum (FIZ) Karlsruhe durchgeführt wurden, konnte auf dem IFIP-Weltkongreß Tokio 1980 der erste Prototyp einer elektronischen Zeitschrift u.d.T. "IFIP Cormpact Journal" vorgestellt werden. Ab Februar 1983 wurde ergänzend zu der elektronischen Version eine zweimonatliche, gedruckte Zeitschrift u.d.T. "Computer Compacts" (in Amsterdam bis 1986) herausgegeben. Die elektronische Version, die über FIZ Karlsruhe online genutzt werden konnte, war nur in Teilen identisch mit der gedruckten Zeitschrift; vor allem längere Artikel waren lediglich in der Papierversion enthalten.

Homecomputer (Heimcomputer) sind kleinere Computer, die hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und ihres Preises unter den Personal Computern liegen. Sie verfügen über einen Mikroprozessor, einen Speicher und ein einfaches Betriebssystem. Als Eingabe dient meist eine Tastatur, als Ausgabe oft der Bildschirm eines Fernsehgerätes statt eines eigenen Monitors.
Heimcomputer werden überwiegend für private Zwecke eingesetzt (Computerspiele, Verarbeitung von Daten [z.B. Einnahmen und Ausgaben], Speicherung von Schachpartien, Bestandslisten an Schallplatten, Büchern u.ä.). Heute ist eine genaue Abgrenzung zwischen Homecomputer und Personal Computer kaum noch möglich.
Britische Ingenieure brachten den ersten Heimcomputer ("Sinclair ZX-80") 1980 auf den Markt. Er kostete fertig aufgestellt weniger als 500 DM.

1980 brachten japanische Firmen (Sharp, Casio, Sanyo und Panasonic) und das US-amerikanische Unternehmen Tandy die ersten Taschencornputer (engl.: Handheld-Computer, Laptop) auf den Markt. Diese Geräte, anfangs von der Größe einer Reiseschreibmaschine und mit einem Gewicht von etwa drei bis vier Kilogramm, kann man zusammengeklappt wie eine Aktentasche oder in einer Aktentasche mit sich tragen ("Aktentaschencomputer"). Sie haben die Leistungsfähigkeit eines Personal Computers, werden wahlweise mit Batterien, aufladbaren Akkus oder einem Netzteil betrieben und sind somit an jedem Platz zu benutzen. Als Speicher dient eine integrierte Magnetbandkassette oder eine Diskette. Im aufgeklappten Deckel ist der sehr flache Bildschirm meist mit Flüssigkristallanzeige untergebracht.
Seit der Einführung tragbarer Computer hat sich dieser Markt rasant entwickelt. Die Geräte wurden immer kleiner und leichter; z. B. bot die amerikanische Computerfirma Atari, Sunnyvale (Calif.), 1989 einen Laptop mit den Maßen 20 x 11 x 3 cm und dem Gewicht von 450 g an.

Telebrief (elektronische Briefübermittlung) ist eine 1980 in der Bundesrepublik Deutschland (zunächst versuchsweise) eingeführte Form der Telekommunikation zur besonders schnellen (immateriellen) Übersendung von Briefen mit kombinierter Anwendung von Fernkopierern und Teletex (Bürofernschreiben). Der Briefinhalt des Telebriefes wird vom Annahme- zum Empfangspostamt fernkopiert und dort nach automatischer Kuvertierung wie ein herkömmlicher Brief, jedoch durch Eilboten, zugestellt.

Die ursprünglich für die Fernsehstudiotechnik (zur Aufnahme von Filmen auf Videobändern entwickelte) elektronische Fernsehkamera (Videokamera) erfreut sich heute im Hausgebrauch immer größerer Beliebtheit.
Insofern nämlich die Videokamera, im Unterschied zur Filmkamera, die Bilder nicht direkt aufzeichnet, sondern das Bild in elektrische Impulse verwandelt, die entweder live im Fernsehen übertragen oder auf einem Magnetband aufgezeichnet werden, können die Aufnahmen sofort auf dem Monitor begutachtet und unter Umständen neu hergestellt werden. Ferner ist das Magnetband beliebig oft bespielbar; die Kosten sind dadurch im Vergleich zu dem nur einmal bespielbaren Film wesentlich günstiger.
Im Juli 1980 präsentierte die Sony Corporation den ersten Prototyp einer Aufnahmekamera mit eingebautem Bildaufzeichnungsgerät, den sogenannten Camcorder (Video-Camera kombiniert mit einem Videorecorder).
Wie bei den Videorecordern kam es auch bei den Videokameras zu einem Wettstreit der Systeme. Seit 1984 setzten sich jedoch die Camcorder in verschiedenen Versionen auf dem Markt durch. Für sie hatten am 20. 1. 1982 die Firmen Sony, Hitachi, JVC, Matsushita und Philips ein neues Format festgelegt, das sie (entsprechend der Bandbreite) 8-mm-Videoformat nannten. Die Camcorder verdrängten nach und nach die bis dahin von Hobby-Filmern verwendeten Super-8-Film-Kameras.

In der Bundesrepublik Deutschland wird seit Sommer 1980 Videotext von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten übertragen. Seitdem können bundesdeutsche Fernsehteilnehmer, deren Fernsehgerät mit einem Decoder ausgerüstet ist, Videotext empfangen.

Die Deutsche Bundesbahn führte ab 1. Juni 1980 Münzfernsprecher in Eisenbahnzügen ein. (Im Frühjahr 1983 waren alle Intercity- [IC] Züge und Trans-Europ-Expreß-[TEE-] Züge der Deutschen Bundesbahn mit Münz-Zugtelefonen ausgestattet.)

Ab 6. September 1981 wurden in der Bundesrepublik Deutschland erstmals Fernsehsendungen (des Zweiten Deutschen Fernsehens [ZDF]) mit Stereoton (nach dem Pilottonverfahren)ausgestrahlt.

Teletex (Bürofernschreiben) ist eine 1982 von der Deutschen Bundespost eingeführte Form des elektronischen Fernschreibens. Das Teletex-Endgerät ist eine elektronische Speicherschreibmaschine mit Textbearbeitungs- und Textverarbeitungsmöglichkeiten. Mit dem Teletex-Dienst läuft die Übermittlung des Textes etwa dreißig mal schneller als im Telex-Dienst ab; eine DIN-A4-Seite wird in rd. zehn Sekunden übertragen.

Die Glasfaser bewährte sich in der Nachrichtenübertragung nicht nur als Erdkabel, sondern auch als Unterwasserkabel. Schon 1982 nahm in einem ersten Versuch die französische Post ein zwischen Cagnes-sur-Mer und Juan-les-Pins verlegtes 20 km langes Glasfaserseekabel in Betrieb.

lm Herbst 1982 brachte die Eastman Kodak Company die erste Disc-Kamera auf den Markt. Sie war nicht viel größer als ein Taschenrechner und mit einer runden Filmscheibe (Disc) anstelle des Rollfilms ausgestattet. Auf der Scheibe haben 15 Farbphotos im Format 8 x 10,5 mm Platz; das lästige Filmeinfädeln entfällt. Das Prinzip der Filmscheibe erlaubt die Konstruktion sehr flacher Kameras.

1983 startete die Deutsche Bundespost in sieben bundesdeutschen Städten (Berlin, Hannover, Düsseldorf, Hamburg, München, Nürnberg, Stuttgart) ihr Pilotprojekt BIGFON (Abk. für: Breitbandiges integriertes Glasfaser-Fernmeldeortsnetz), einen Großversuch zur Erprobung des Einsatzes von Glasfaserkabeln zur optischen Nachrichtenübertragung in einem breitbandigen Kommunikationsnetz, über das gleichzeitig mehrere Fernmeldedienste (z.B. Fernsprechen, Fernschreiben, Teletex, Datendienste, Bildschirmtext, Bildfernsprechen) betrieben sowie sämtliche Rundfunk- und Fernsehprogramme übertragen werden können. Außerdem begann die Deutsche Bundespost in einem zweiten Versuch (BIGFERN [Abk. für: Breitbandiges integriertes Glasfaser-Fernnetz]) mit dem Bau eines Glasfaser-Fernnetzes mit dem Ziel, alle Fernmeldeämter der Bundesrepublik über Glasfaserstrecken miteinander zu verbinden (Overlay-Netz). 1983 wurde ein erstes solches Versuchsnetz zwischen Hamburg und Hannover in Betrieb genommen.

Um 1983 findet die als Bürocomputer bekannt gewordene elektronische Rechenanlage immer mehr Verbreitung in den Büros. Beim Bürocomputer handelt es sich um ein zu den Arbeitsplatzcomputern zählendes, meist für mehrere Bildschirmplätze ausgerichtetes Computersystem, das aus Mikrocomputer, Bildschirmgeräten, Druckern, Disketten und Magnetbandlaufwerken und ggf. weiteren peripheren Geräten besteht. Bürocomputer können über Datenfernverarbeitungssysteme an Großrechner oder Datenbanken angeschlossen werden; zudem sind sie im allgemeinen mit den Postdiensten (Datex-L, Datex-P, Bildschirmtext u.a.) kompatibel.

1983 kam die Compact Disc (CD) auf den europäischen Markt.

Die Compact Disc für das Auto präsentierte der niederländische Philips-Konzern 1983. Der kleine CD-Player wird von einer Art Wiege gegen Vibrationen geschützt.

1983 brachte die Polaroid Corporation, Cambridge (Mass.), den ersten Dia-Sofortbildfilm heraus, mit dem der Hobbyphotograph innerhalb von Minuten komplette Diapositive herstellen kann.

Der erste Wörterbuch-Computer wurde 1983 von der Firma Langenscheidt KG, Berlin und München, angeboten. Er erschien unter der Bezeichnung "alpha 8, Elektronisches Wörterbuch" für die Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch jeweils in Verbindung mit Deutsch mit einer Kapazität von zweimal 4000 Wörtern (4000 Wörter in Deutsch und 4000 Wörter in der jeweiligen Fremdsprache). Die Bedienung des elektronischen Wörterbuches erfolgt im wesentlichen über vier Tasten: mit den ersten drei Tasten wird "geblättert,", bis das gewünschte, zu übersetzende Wort auf der Anzeige erscheint; ein Druck auf die vierte Taste (Übersetzungstaste) macht das übersetzte Wort sichtbar.
(1984 folgten die italienischen und lateinischen Ausgaben. In der amerikanischen Firma Langenscheidt Publishers Inc., New York, erschienen 1984 unter der Bezeichnung "Translator 8000" elektronische Wörterbücher mit der gleichen Kapazität wie "alpha 8" in den Sprachkombinationen English-German, English-French, English-Spanish.)
Die "alpha 8"-Wörterbücher haben das Format etwa von einem Taschenrechner.

Aufgrund der positiven Feldversuche mit Bildschirmtext (1977-1980 intern, 1980-1982 mit begrenzter Teilnehmerzahl in Berlin und dem Raum Düsseldorf/Neuss) beschloß die Deutsche Bundespost, Btx bundesweit einzuführen und ein Rechnernetz für die Anbieter von Informationen und Angeboten aufzubauen. Für die Zugangsregelungen und die Inhalte erarbeiteten die Bundesländer einen Staatsvertrag, der am 18. 3. 1983 unterzeichnet wurde. Seit 1984 ist Bildschirmtext als interaktives Daten- und Textübertragungssystem in der Bundesrepublik Deutschland verfügbar. (Btx hat sich - im Gegensatz zu den Prognosen - im Privatbereich bisher nur wenig durchgesetzt, dafür aber mehr Nutzer in gewerblichen Kreisen gefunden.)

Die erste deutschsprachige elektronische Zeitschrift sind die "VDI-Nachrichten", das seit 1921 bestehende und in Düsseldorf erscheinende Organ des Vereins Deutscher Ingenieure e.V. (VDI). Neben der gedruckten Papierausgabe werden die VDI-Nachrichten seit 1984 auch als eine über einen elektronischen Speicher im Volltext (Volltextdatenbank) zugängliche Zeitschrift von dem Fachinformationszentrum (FIZ) Technik, Frankfurt/M., angeboten.

Der bundesweiten Einführung des Kabelfernsehens gingen regionale Versuche zur Übertragung von Fernsehprogrammen über ein Breitbandkabel (d.i. ein Kabel zur Übertragung von Informationen großer Frequenzbreite [mehrere MHz]) voraus, mit denen u.a. der Bedarf an neuen Programmen ermittelt werden sollte. Es nahmen vier Kabelpilotprojekte ihren Betrieb auf. Als erstes wurde im Januar 1984 das "Kabelprojekt Ludwigshafen" (und Umgebung) mit etwa 3000 an das Breitbandkabel angeschlossenen Teilnehmern gestartet; ihnen standen 24 Fernseh- und 24 Hörfunkkanäle zur Verfügung. Es folgten das Kabelprojekt in München (April 1984), Dortmund (Juni 1985) und Berlin-West (August 1985).
(1989 waren rd. 4 Mio. Wohneinheiten an Breitbandkabelnetze der Deutschen Bundespost angeschlossen.)

Kabeltext ist ein noch nicht realisiertes Informationssystem, bei dem Texte, Graphiken und Farbphotos nicht mehr über das Fernmeldenetz, sondern über Breitbandkabel übertragen werden, wodurch ein wesentlich schnellerer Bildaufbau und eine größere Übertragungskapazität erreicht werden.
Im Gegensatz zum Videotext, bei dem die Seiten individuell abrufbar sind und beliebig lange auf dem Fernsehschirm stehen gelassen werden können, läuft der Kabeltext zyklisch ab, ohne daß sich die Reihenfolge beeinflussen ließe.
Im Kabelprojekt Ludwigshafen (1984) wurde erstmals Kabeltext in der Bundesrepublik Deutschland erprobt. Dabei wurden die in der ersten Hälfte einer vollen Stunde alle fünf Minuten wechselnden Themen (Zum Tag - Sport - Aus aller Welt - Politik - Wirtschaft-Südwest) laufend aktualisiert, in der zweiten Hälfte wiederholt oder aktualisiert.

Die erste "sprechende" photographische Kamera war die von der japanischen Firma Minolta 1984 herausgebrachte automatische Kleinbildkamera "SF-Sv". Eine eingebaute Computerstimme (Sprach-Synthesizer) befiehlt dem Amateurphotographen etwa "Film einlegen", "Blitz einschalten", "An Entfernung denken".

1984 brachte die IBM (USA) die erste Lexikon-Schreibmaschine heraus, eine elektronische Schreibmaschine, welche die Rechtschreibung des eingegebenen Textes nach einem Computerlexikon überprüft. Stimmt die Orthographie nicht, gibt die Maschine einen Warnton von sich und verbessert den Fehler sofort.

Das 1984 von der Deutschen Bundespost erstmals vorgeführte schnurlose Telefon ist eine Endeinrichtung für das öffentliche Fernsprechnetz, das aus einem Basisapparat und einem im Umkreis von maximal 300 m zu diesem betreibbaren Handapparat besteht; die Übertragung zwischen beiden erfolgt drahtlos.
Schnurlose Telefone gab es aber schon vor 1984 in den USA und im asiatischen Raum. Sie waren jedoch in den europäischen Ländern nicht zugelassen und arbeiteten meistens in Frequenzbereichen, die hier anderen Funkdiensten vorbehalten waren. Daher wurde 1983 für Europa durch die CEPT (Abk. für frz.: Conférence Européenne des Administrations des Postes et des Télécommunications [Ausschuß der europäischen Post- und Fernmeldeverwaltungen]) (gegr. 1959) ein Standard für schnurlose Telefone entwickelt, der 1985 in der Bundesrepublik Deutschland eingeführt wurde.

Das Angebot des Rundfunks hat seit den Anfängen sowohl durch Vermehrung der Anzahl der Sender und ihrer Programme als auch durch ausgedehntere Sendezeiten ständig zugenommen. Diese Zunahme wurde neben der Zulassung privater Hörfunk- und Fernsehsender (Privatfunk) auch durch die technische Entwicklung (Kabel- und Satelliten-Rundfunk) begünstigt:
Seit dem 1. 12. 1984 bietet das ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) zusamrnen mit den Rundfunkanstalten ORF (Österreichischer Rundfunk) und SRG (Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft) ein länderübergreifendes, in die Kabelnetze eingespeistes Satellitenfernsehprogramm ("3sat") an. Seit März 1986 (bis 30. 11. 1993) verbreitet auch die ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland) ein Satellitenfernsehprograrmm ("Eins Plus"). Der Privatfunk (privatwirtschaftlich organisierter Rundfunk [Privatfernsehen und privater Hörfunk]) ist durch das Fernsehurteil des Bundesverfassungsgerichts vom 16. 6. 1981 in der Bundesrepublik Deutschland gesetzlich prinzipiell erlaubt. Er wird in Gegensatz zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk (duales Rundfunksystem) ausschließlich durch Werbeeinnalmen finanziert und ist, da in der Bundesrepublik Deutschland die Kulturhoheit Ländersache ist, länderunterschiedlich geregelt.
Die Einführung des Privatfernsehens begann parallel zum Start der Kabelpilotprojekte (1984). Seit 1. 1. 1985 sendet eine Arbeitsgemeinschaft aus Zeitungs-, Zeitschriften- und Großverlagen sowie der Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenfunk (PKS) ihr Satellitenfernsehprogramm "SAT 1" (als Nachfolgeprogramm des ersten deutschen privaten Satellitenfernsehens PKS/FAZ [Frankfurter Allgemeine Zeitung]); im August 1985 folgte das von der Bertelsmann AG zusammen mit Radio Luxemburg veranstaltete Satellitenprogramm RTLplus". Mit Beginn des Kabel- und Privatfernsehens gehörte das englischsprachige Privatprogramm "Sky Channel" des amerikanischen Medienunternehmers australischer Herkunft Rupert Murdoch (*Melbourne 1931) zum Angebot.
Auch das Hörfunkprogramm wurde seit Mitte der 1980er Jahre durch private Anbieter ausgeweitet.

1985 präsentierte die Sony Corporation, Tokio, den ersten tragbaren CD-Player. Er wiegt nur 500 g und ist kaum größer als eine Compact Disc selbst.

Die neue Compact Disc- (CD-) Technik mit digitaler Aufzeichnung von Musik und Sprache wurde auch für die Speicherung großer Datenmengen genutzt: 1985 brachten die Elektrokonzerne Philips (Niederlande) und Sony (Japan) das optische Speichermedium CD-ROM (Abk. für engl.: Compact Disc-Read Only Memory) heraus, eine im gleichen Verfahren wie die Audio-CD hergestellte Kompaktplatte, die, wie der Name sagt, nur gelesen werden kann, d.h. sie bewahrt die einmal auf sie gebrachten Informationen (Text, Bild u.a.) in unveränderter und unveränderbarer Form, um sie stets identisch wiederzugeben. Zudem kann sie in Auflagen vervielfältigt hergestellt werden.
Die CD-ROM-Platten können mit Hilfe eines Computers (PC) mit dem entsprechenden Programm sowie eines CD-ROM-Lesegerätes (entspricht weitgehend dem CD-Player) gelesen werden; ein überdies an den Computer angeschlossener Drucker ermöglicht es, die auf dem Bildschirm angezeigten Daten auf Papier auszudrucken.
Die CD-ROM ist ein geeignetes Medium für große (recherchierintensive) Informationsbestände, wie Enzyklöpädien, Bibliographien, Gesetzessammlungen, Bibliothekskataloge, Datenbanken u.ä.
Sehr große Informationsmengen auf kleinstem Raum (die Speicherkapazität einer CD-ROM von 12 cm Durchmesser beträgt über 600 MByte, das entspricht mehr als 250 000 DINA4-Schreibmaschinenseiten), sekundenschneller, selektiver Zugriff (und relativ niedrige Kosten) kennzeichnen diesen Datenträger, dessen Wissensvermittlung weit über das hinausreicht, was gedruckte Bücher und Zeitschriften leisten können.
Die erste CD-ROM, die 1985 im Handel vertrieben wurde, enthielt die (MARC [Abk. für engl.: Machine Readable Cataloging]-) Titelaufnahmen der Library of Congress, Washington [D. C.], ab Erscheinungsjahr 1965.
Eine Weiterentwicklung ist die CD-WORM (Abk. für engl.: Compact Disc-Write Only Read Many), die mit einem Laser selbst einmalig beschrieben und dann nur noch gelesen werden kann und die sich besonders zur Archivierung von Schriftstücken eignet. Sie hat die gleiche Kapazität wie die CD-ROM.

Chips mit besonders hochintegrierten Schaltungen werden vor allem als Steuer- und Rechenaufgaben ausführende Mikroprozessoren und als Datenspeicher (Speicherchips, meist als Direktzugriffsspeicher) verwendet.
Der Fortschritt des Integrationsgrades läßt sich am Beispiel der Speicherchips sehr gut verdeutlichen: Ihre Speicherkapazität stieg von 70 Bit (1968) über 16 kBit (1978), 64 kBit (1980) und 256 kBit (1984) in den Megabitbereich (1985) (mit 1000 Bit = 1 Kilo Bit [kBit],
1 Mio. Bit = 1 MegaBit [MBit]). 1-MBit-Chips können z.B. den Informationsgehalt einer größeren Tageszeitung speichern. (Ein Ende der immer stärkeren Integrationsdichte ist noch nicht abzusehen.)

Die Fernsehkonferenz (Videokonferenz) ist eine Form der Telekommunikation, bei der mit Mikrophon, Fernsehkamera, Lautsprecher und Bildschirm ausgerüstete Konferenzräume über Breitbandkabel miteinander verbunden sind, so daß zwischen allen Konferenzteilnehmern Hör- und Sehverbindung besteht.
Die Videokonferenz wurde von der Deutschen Bundespost im Mai 1985 als Betriebsversuch eingeführt.

Die 1980 im Verlag Grolier, New York, erschienene 21bändige "Grolier Academic American Encyclopedia" wurde 1985, ebenfalls von Grolier, als erstes Lexikon auf dem elektronischen Datenträger CD-ROM herausgebracht.

Seit 30. August 1985 bieten die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender das Video Programm System (VPS) an. Das System gestattet dem Benutzer eines mit einem VPS-Decoder ausgerüsteten Videorecorders, Aufzeichnungen von Fernsehsendungen so zu programmieren, daß sie genau vom Beginn bis zum Ende der Sendung laufen.
(Ab 1990 gehört der VPS-Decoder zur Standardausrüstung eines Videorecorders.)

Das Adreßbuch "Wer liefert was?", ein (etwa 50000 Anbieter mit Anschriften und über 180000 angebotene Produkte in fünf Sprachen umfassender) Hersteller- und Dienstleistungsnachweis aus dem Verlag Wer liefert was? GmbH, Hamburg, wurde 1986 auf CD-ROM angeboten. Dies war die erste CD-ROM, die in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt kam.

Die konsequente Weiterentwicklung der Audio-CD und der CD-ROM ist die CD-I (Abk. für engl.: Compact Disc-Interactive), die 1986 von Philips und Sony angekündigt wurde.
Auf der CD-I mit 12 cm Durchmesser und einer Speicherkapazität von ca. 600 MByte können wahlweise Musik, Sprache, Bilder (Stand- und Bewegtbilder) oder Text (digital) gespeichert werden. Als Abspielgerät dient ein Player, der an einen Computer (PC) angeschlossen oder in ihn integriert ist, und der noch mit einer HiFi-Anlage verbunden wird.
Die multimediale CD-I ist für den Konsumentenbereich gedacht, denn man rechnet damit, daß mit einer auf ihr gebotenen Mischung aus Information und Unterhaltung ein breites Publikum zu gewinnen ist.
Typische Anwendungen von CD-I werden sein: multimediale Nachschlagewerke (Lexika u.ä.), Reiseführer, Stadtführer, Kataloge, z.B. von Versandhäusern, professionelle Trainingskurse in allen möglichen Bereichen (z.B. Sprachkurse); interaktive Filme, die den Anwender in die Rolle eines Akteurs versetzen, (intelligente) Spiele, Lernprogramme für Kinder vom Vorschulalter bis zum Studenten.
Die Erstellung von Applikationen auf der CD-I ist relativ schwierig, so daß die ersten Testanwendungen auch erst 1989 vorgestellt werden konnten.
Seit Oktober 1992 schließlich können die CD-I-Geräte von Philips gekauft werden. Zur Verfügung stehen auch die ersten Programme (u.a. der erste interaktive Gitarrenkurs).

Seit 1986 wurden die 1-Megabit- Chips in Massenfertigung produziert. Die 1-MBit-Chips können z.B. den Informationsgehalt einer großen Tageszeitung speichern.

1986 lieferte die IBM (USA) die ersten Computer der Reihe "3090" mit 1-Megabit-Chips aus.

Electronic Mail (engl.: elektronische Post) ist die Übertragung von Nachrichten auf elektronischem Wege mit Hilfe eines Computers, Fernschreibers, von Teletex oder Bildschirmtext zu einem dafür eigens eingerichteten Zentralspeicher, in dem man einen persönlichen Speicherbereich - wie einen Briefkasten - mieten kann. Elektronische Briefkästen werden von privaten Betreibern (Mailbox) und seit 1986 von der Deutschen Bundespost (Telebox) angeboten. Die in einem elektronischen Briefkasten von Teilnehmern abgelegten Informationen können nur von dem berechtigten Empfänger mit einem Kennwort abgerufen werden, dieser kann seinerseits Teilnehmern an diesem Dienst in deren Briefkasten Nachrichten hinterlegen.
Dieses elektronische Mitteilungssystem wird zunehmend von Firmen, Institutionen und Wissenschaftlern genutzt. Es eignet sich auch zur Kommunikation zwischen Bibliothek und ihren Benutzern (Literaturbestellungen, Anfragen, Auskünfte) oder zwischen einzelnen Bibliotheken, ebenso können Buchhändler auf diese Weise ihre Bestellungen aufgeben.

ISDN (Abk. für engl.: Integrated Services Digital Network - dienstintegrierendes digitales [Nachrichten-] Netz) ist die Bezeichnung für ein im Aufbau befindliches Telekommunikationsnetz der Deutschen Bundespost, in dem digitale Vermittlungstechnik und digitale Üertragungstechnik vereinigt und unterschiedliche Fernmeldedienste aller Kommunikationsarten (Sprache, Text, Daten, Bild) in einem gemeinsamen öffentlichen Netz (über einen Universalanschluß) angeboten werden.
Die erste Aufbauphase ist das Schmalband-ISDN, in dem die bisher getrennt über das analoge Fernsprechnetz und das integrierte Text- und Datennetz (IDN) angebotenen Fernmeldedienste zusammengefaßt sind. Auf diese Weise können alle Kommunikationsmedien (Ausnahme breitbandiges Fernsehen, Bildfernsprechen und Fernsehkonferenz) mit einer Geschwindigkeit von 64 kbit/sec übertragen werden.
1986 begann der Aufbau der technischen Einrichtungen. Nach Pilotprojekten in Mannheim und Stuttgart 1987 erfolgte zunächst Anfang 1989 die Inbetriebnahme des ISDN zwischen den Ortsnetzen Hamburg und Stuttgart sowie sechs weiteren Ortsnetzen (Frankfurt/M., Düsseldorf, Hannover, Nürnberg, Berlin und München). Weitere Ortsnetze folgten.
Für die Zukunft ist ein Breitband-ISDN (Übertragungsgeschwindigkeit 140 Mbit/sec) mit zusätzlichen Möglichkeiten (Bildfernsprechen, Videokonferenz) geplant und als Fernziel das universelle digitale integrierte Breitbandfernmeldenetz (IBFN) aus Glasfaserkabeln mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von wahrscheinlich 140 Mbit/sec für die gesamte Individualkommunikation und die breitbandigen Dienste.

Seit 1986 wird von der Deutschen Bundespost der Sprachspeicherdienst (engl.: Voice Mail) erprobt: In einer individuellen "Sprachbox" (ähnlich einem elektronischen Briefkasten) beim Fernmeldeamt werden Mitteilungen für nicht anwesende Adressaten in natürlicher Sprache hinterlegt, die nur der berechtigte Empfänger (unter Benutzung eines Codes) von jedem Ort aus abrufen kann, sie lassen sich über die Sprachbox des Anrufers beantworten, auch in andere Sprachboxen weiterleiten.

Als geräuscharme Arbeitsplatzdrucker finden seit 1986 die Tintenstrahldrucker immer mehr Anwendung.
Bei den zu den Matrixdruckern gehörenden Tintenstrahldruckern (engl.: Ink Jet Printer) werden die zu druckenden Zeichen beim Druckvorgang mit Hilfe von Düsen aus feinsten Farbstrahltröpfchen zusammengesetzt. Der Farbstrahldruck ist das erste berührungsfreie "Druck"-Verfahren.

Seit Anfang 1987 gibt es auf dem japanischen und seit Ende 1987 auf dem europäischen Markt den in Japan entwickelten DAT (Abk. für engl.: Digital Audio Tape = Digitaltonband)-Kassettenrecorder mit zugehöriger DAT-Kassette.
Die Tonaufzeichnung erfolgt also in digitalisierter Form, wodurch die Wiedergabe die gleich hohe rausch- und verzerrungsfreie Tonqualität hat wie das Original, also auch wie eine Compact Disc (CD).
Die nur 20 g schweren Kassetten mit den Abmessungen 73 mm x 54 mm nehmen auf einem 3,8 mm schmalen Magnetband Musik und Sprache bis zu zwei Stunden auf und sind löschbar, also wiederverwertbar.
Da die Tongüte der auf DAT-Kassettenrecordern gefertigten Kopien (z.B. von CDs) voll erhalten bleibt, ist die Gefahr eines unautorisierten Kopierens groß.

Die Luther-Bibel (der gesamte Bibeltext in der Übersetzung von Martin Luther) erschien erstmals zur Frankfurter Buchmesse 1987 in der Computerversion CD-ROM sowie in einer Disketten-/Festplattenversion. Es waren die ersten deutschen Computerbibeln. (Bezugsquelle: Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.)

Das erste europäische Telefonbuch auf CD-ROM wurde 1987 von der Twix Equipment AG, Egg (Schweiz), unter der Bezeichnung "TwixTel" herausgebracht.
Sämtliche 3,75 Mio. schweizerische Fernsprechteilnehmer sind mit vollständigen Adressen und Postleitzahlen auf einer Platte gespeichert.

Als erste deutsche Universitätsbibliothek hat die Universitätsbibliothek Bielefeld ihr Bestandsverzeichnis als CD-ROM-Katalog 1988 herausgegeben.

Seit 1988 gibt es die Mini-Compact Disc (Mini-CD) mit einem Durchmesser von nur 8 cm und einer Spieldauer bis zu 20 Minuten. Diese "Schallplatte für die Westentasche" kann auch mit herkömmlichen CD-Geräten abgespielt werden.

1988 gaben Philips und Sony die CD-V (Abk. für engl.: Compact Disc-Video) heraus.
Die CD-V enthält eine für den Unterhaltungsmarkt bestimmte Kombination von Bild (Video) und Ton. Sie kann nicht verändert werden.
Auf einer 12 cm CD-V lassen sich maximal 6 Minuten Töne und Bilder sowie 20 zusätzliche Minuten Ton speichern. Der CD-V-Player muß an eine HiFi-Anlage für die Ausgabe der Töne und an einen Fernsehempfänger für die Ausgabe der Bilder angeschlossen werden.

Nachdem die Deutsche Bundespost im Juni 1983 in Frankfurt/M. ihren ersten Versuch mit Kartentelefonen gestartet hatte, wurden 1988 in der Bundesrepublik Deutschland Kartentelefone erstmals offiziell (und 1989 flächendeckend) eingeführt.
Kartentelefone sind öffentliche Fernsprecher, bei denen als Zahlungsmittel nicht Münzen, sondern entweder Telefonkarten (mit einem Guthaben von 40 bzw. 200 Gebühreneinheiten), Telekarten (mit persönlicher Kennziffer und Abrechnung über das Fernmeldekonto des Karteninhabers) oder bestimmte Kreditkarten (bisher in der Erprobung) dienen. Diese mit einem Chip versehenen Kunststoffkarten gehen auf eine Erfindung des Franzosen Roland Moreno von 1974 zurück.

Als neue Generation der Wörterbuch-Computer von Langenscheidt, nunmehr mit der Chip-Technologie arbeitend, erschien im September 1988 das auf einen Wortschatz von rd. 40000 Wörtern erweiterte elektronische Wörterbuch Englisch-Deutsch/Deutsch-Englisch "alpha 40", gefolgt von "alpha 40 Französisch" im März 1990.
Der flache (3,5 mm), leichte (55 g) und handliche (7,4 cm x 14 cm) Wörterbuch-Computer alpha 40 paßt in jede Jackentasche und kann deshalb als erstes elektronisches Taschenwörterbuch bezeichnet werden.
Die Bedienung von alpha 40 erfolgt über eine Tastatur. Das zu übersetzende Wort wird in voller Länge (ggf. nur mit den ersten Buchstaben) eingetippt. Durch Druck der "Übersetzungstaste" erscheint auf der Anzeige zum Wort die Übersetzung, u.U. auch mit Alternativen.

Das erste Transatlantiktelefonkabel in Glasfasertechnik ("TAT-8") wurde im Dezember 1988 in Betrieb genommen. Es kann gleichzeitig über 30000 Telefongespräche durch den Atlantik übertragen. Das Kabel führt von Tuckerton an der Ostküste der USA etwa 6000 km durch den Ozean bis zu einem Verzweigungspunkt etwa 300 km vor Europa. Von dort führen Stränge nach Penmarch in Frankreich und Widemouth in England.

In der Bundesrepublik Deutschland übertragen seit 1988 alle dritten Fernsehprogramme und einige private Sender eigene Videotext-Informationen für ihren Sendebereich.

Da selbst die aufwendigsten Programme und Computer keine perfekte automatische Sprachübersetzungsarbeit leisten können, versuchte man, bessere Ergebnisse durch Einsatz von Expertensystemen zu erzielen.
1988 wurde von der Firma Siemens in Zusammenarbeit mit der University of Texas, Austin, das Expertensystem "METAL" (Machine Evaluation and Translation of Natural Language) entwickelt, das vor allem technische Texte in andere Sprachen übersetzt. Verfügbar anfangs mit der Version Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch, liefert es von einer schriftlichen Vorlage zunächst nur eine Rohübersetzung, die durch Nacharbeiten auf dem Bildschirm die letzten Feinheiten erhalten muß.
Anders als die früheren Übersetzungssysteme analysiert "METAL" die ganzen Sätze, und die Entscheidung über die endgültige Übersetzung wird erst nach Vergleich aller Interpretationen der Satzteile getroffen.
Das Programm verarbeitet im Durchschnitt ein Wort je Sekunde und kann somit etwa 200 Seiten Text in acht Stunden übersetzen. Erste Einsätze von "METAL" haben ergeben, daß etwa 40% der Kosten und 70% der Zeit gespart werden.

Der erste deutsche geostationäre Nachrichtensatellit "DFS Kopernikus" wurde am 6. Juni 1989 (mit einer europäischen Trägerrakete) gestartet. Am 11. August 1989 nahm er den Betrieb auf. (Dieser Fernmeldesatellit mit einer Lebensdauer von zwölf Jahren hat eine rein nationale Bedeutung.)

Ein neues optisches Speichermedium kam mit der beliebig oft beschreibbaren Compact Disc (CD) heraus, die unterschiedlich benannt wird als CD-ER (Abk. für engl.: Compact Disc-Erasable/Recordable, d.h. löschbar/beschreibbar), Erasable Optical Disc, kurz Erasable oder nach ihrer Technik (sie arbeitet teilweise nach dem optischen, teilweise nach dem magnetischen Prinzip) Magneto-Optical Disc, kurz MO.
Eine Erasable ist eine mit einer Schutzschicht versehene und deshalb leicht handhabbare und transportierbare Scheibe mit einer großen Speicherdichte und als Massenspeicher im Computerbereich schon konkurrenzfähig. Seit 1989 sind in Japan beliebig oft beschreibbare 5,25 Zoll-Platten auf dem Markt, die das Volumen von etwa 600 konventionellen Disketten haben. Die Erasables werden wahrscheinlich die Disketten, vor allem bei den Personal Computern, ablösen.
In der Bundesrepublik Deutschland sind die magneto-optischen Speicherplatten erstmals auf der EDV-Industriemesse "CeBit" 1989 gezeigt worden.

Mit der "Lexikodisc" (einer CD-ROM, auf der das 15bändige Lexikon der "Großen Bertelsmann Lexikothek" abgespeichert war) stellte die Bertelsmann AG, Gütersloh, das erste deutsche enzyklopädische Lexikon auf dem elektronischen Datenträger CD-ROM der Öffentlichkeit vor.

1989 wurde auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin (West) als Neuheit der digitale Hörfunk vorgestellt (ab 1990 eingeführt).

Mit der Habilitationsschrift "Die Überlieferung deutscher Texte im Kölner Buchdruck des 15. und 16. Jahrhunderts", dem Habilitationsvortrag "Klösterliche Buchkultur auf neuen Wegen? Die Entstehungsbedingungen von Klosterdruckereien im ersten Jahrhundert nach Gutenberg" und der Einführungsvorlesung "Das Gutachten von Richard Lepsius über die Reorganisation der Kgl. Bibliothek Berlin aus dem Jahre 1884" wurde Wolfgang Schmitz (*Köln 1949) mit Urkunde vom 17. 1. 1990 von der Philosophischen Fakultät der Universität Köln die Lehrbefugnis für das Fach Bibliothekswissenschaft verliehen. Dies war die erste deutsche Habilitation im Fach Bibliothekswissenschaft.

Das erste Kochbuch für Analphabeten, verfaßt von den Autorinnen Malis Breuel-Steffens und Monika Wagener-Drecoll, brachte der Ernst Klett Verlag für Wissen und Bildung, Stuttgart, 1990 u.d.T. "Tausendmal gerührt ... Kochen von Anfang an" zum Internationalen Alphabetisierungsjahr (1990) heraus.

Nach den Zeitungen in Blindenschrift (Brailleschrift) und den Tonbandkassettenzeitungen (Hörzeitungen), die mit unterschiedlichem Zeitverzug arbeiten, wurde, unter Ausschaltung dieses Mangels, die weltweit erste elektronische Tageszeitung für Blinde ("ETAB") (konzipiert von der Stiftung Blindenanstalt [Polytechnische Gesellschaft], Frankfurt/M., und realisiert in Kooperation mehrerer Institutionen) mit einer vollständigen Ausgabe der "Frankfurter Rundschau" 1990 auf der CeBit-Messe in Hannover öffentlich vorgestellt.
Die elektronische Blindenzeitung ist prinzipiell von jedem Blinden oder hochgradig Sehbehinderten nutzbar, der einen Kabelanschluß oder eine Satellitenantenne (u.U. auch eine normale Antenne) besitzt und über einen Computer (mit bestimmten Auflagen) mit einigen Zusatzgeräten verfügt. Die Ausgabe der Zeitung kann alternativ über Braillezeile (zum Ertasten auf einer Schiene unterhalb der Computertastatur), synthetische Sprachausgabe (über Lautsprecher), Großschriftprozessor (der die Buchstaben auf dem Computer-Bildschirm stark vergrößert abbildet) oder Braille-Drucker (der die Blindenschrift auf Papier überträgt) erfolgen.
Da ETAB wie eine Datenbank aufgebaut ist, kann sich der blinde Leser mit Hilfe von Stichwörtern einen schnellen Überblick über das Gesamtspektrum der Zeitung verschaffen, gezielt zu einem Thema Artikel suchen und die Zeitung wie ein Sehender auch "durchblättern".
Für die Zukunft ist geplant, auch andere Zeitungen und Zeitschriften sowie Bücher auf diesem Wege zu verbreiten.

Die Sony Corporation, Tokio, hat (nach durchschlagenden Erfolgen in Japan) in Europa mit ihrem "Data Discman" das erste ausgereifte Produkt eines Abspielgerätes für das elektronische Buch auf der Mini-CD 1991 auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin und auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt.
Mit dem Data Discman bietet die Langenscheidt KG, Berlin und München, (mit Exklusivvertrieb für den deutschen Sortimentsbuchhandel) die "electronic books" mit Nachschlagewerken auf 8cm-CDs an, als deren erste Data Disc Langenscheidts Wörterbuch Englisch-Deutsch im Oktober 1991 auf den deutschen Markt kam. (Es folgten im November 1991 Langenscheidts Wörterbuch Deutsch-Englisch und das Bertelsmann Universal-Lexikon.)
Mit der "tragbaren Bibliothek", bestehend aus dem Sony Data Discman (in Postkartengröße, Gewicht: 55 g) und den Mini-CDs mit jeweils 7-10 Mio. gespeicherten Wörtern, verbinden sich für den Informationssuchenden ähnliche Vorteile wie für den Musikfreund mit dem Walkman, dem ebenfalls von Sony erstmals 1979 vorgestellten tragbaren kleinen Kassettenrecorder mit Kopfhörern:
Durch Eingabe von Suchbegriffen (Stichwörtern) über eine Schreibtastatur sucht das Gerät die gewünschten Informationen in Sekundenschnelle heraus. Texte und Graphiken werden auf einem beleuchteten Mini-Bildschirm wiedergegeben.

Der erste Kinderglobus der Welt wurde mit Förderung des "World Wildlife Fund (WWF)" (gegr. 1961) von der JRO Kartografischen Verlagsgesellschaft mbH., Ostfildern, zusammen mit der Otto Maier Verlag AG, Ravensburg, 1991 herausgebracht.
(Unbeleuchtet zeigt die in Handarbeit beklebte Globuskugel [mit 33 cm Durchmesser] die Kontinente in plastischer Darstellung; 406 detailgetreue Vignetten von Menschen, Tieren, Pflanzen und architektonischen Wahrzeichen vermitteln Informationen über die Lebensräume ethnischer Gruppen und biologischer Arten [zudem erläutert in einem Begleitheft]. In beleuchtetem Zustand sind die Ländernamen, politischen Grenzen, Meeeresströmungen u.ä. zu erkennen.)

Ein Lesezeichen, ein am oberen Kapital des Buches befestigtes und über den unteren Rand des Buchblocks reichendes Stoffbändchen, ein schmaler Karton-, Papierstreifen u.ä., dient als Merkzeichen zum Einlegen zwischen zwei Buchseiten, um eine bestimmte Stelle schneller wiederzufinden.
Das erste Lesezeichen-Museum Deutschlands wurde am 10. November 1991 in der Bezirksbibliothek Rheinhausen, einer Zweigstelle der Stadtbibliothek Duisburg, (mit 2950 Lesezeichen) eröffnet.

Während die ersten elektronischen Bücher Wörterbücher und andere Nachschlagewerke waren, war der erste "richtige" Volltext die Bibel. So bot 1992 die Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart, die Luther-Bibel als elektronisches Buch auf einer Mini-CD-ROM für den 1991 auf den Markt gebrachten Sony Data Discman (oder ein dazu kompatibles Gerät) an.

Auf der Photokina 1992 in Köln wurde die von den Firmen Eastman Kodak Co. und Philips gemeinsam entwickelte Photo CD vorgestellt. Auf ihr lassen sich bis zu 100 (in üblicher Form mit Kamera und Film aufgenommene) Kleinbilddiapositive oder Negative, in Farbe oder schwarzweiß, (oder entsprechend große Mengen an Graphiken, Musik und Text) digital speichern, mit Photo CD- oder CD-I-Playern bei hoher Bildqualität auf jedem Fernsehschirm präsentieren oder mit einem Spezialdrucker als Papierbilder ausdrucken, schließlich in einen Computer einlesen.
Die Photo CD läßt sich im privaten Bereich als elektronisches Photoalbum mit der Möglichkeit einer fortlaufenden Schau und Zugriff auf Einzelbilder sowie als Archivierungsmedium mit Sicherung der Photos vor Staub, Beschädigung u.a. einsetzen. Aber auch im professionellen Bereich (Bildarchive, Desktop Publisher, Multimedia-Produzenten) eröffnen sich viele Anwendungsmöglichkeiten, zumal, wenn die Photo CD auch als Träger von Text und Ton genutzt wird.

Die Popularität der Compact Disc (CD) in der Unterhaltungselektronik lieferte das Vorbild für ein neues verlegerisches Produkt: das elektronische Buch in Gestalt der 12- oder 8-cm-CD-ROM-Scheibe. Nachdem 1991 mit dem Data Discman von Sony und den dazu erhältlichen 8-cm-CDs mit auf ihnen abgespeicherten Wörterbüchern und Lexika eine neue Dimension in der Nutzung von Nachschlagewerken eröffnet worden war, stellte die Bertelsmann AG auf der Frankfurter Buchmesse 1992 die zweite Generation der CD-ROM-Nachschlagewerke vor, möglich geworden durch eine inzwischen fortgeschrittenere Hardware. Die sich den deutschen Electronic-Book-Player-Markt teilenden Computerfirmen Sony, Panasonic und Sanyo boten zu dieser Messe ein Gerät an, das nicht nur Text auf dem Bildschirm zeigen kann, sondern auch Geräusche (Musik, Vogelgezwitscher, Reden, Aussprachebeispiele u.a.) in CD-Qualität wiedergibt. Bertelsmann stellte gleich mehrere "BBE-Books" (Abk. für: Bertelsmann Encyclopdic Electronic Books) vor, die mit dem neuen Bookplayer zu "lesen" sind (das Bertelsmann Universallexikon, die Lexika Geschichte und Wirtschaft, einen "World Travel Guide" u.a.).

Nachdem die 1987 auf den Markt gekommenen Digital Audio Tape (DAT-) Geräte zur digitalen Tonaufzeichnung auf Magnetbandkassetten und ihrer Wiedergabe wegen zu hoher Gerätekosten im Konsumbereich sich nicht durchsetzen konnten, brachten 1992 in harter Konkurrenz zueinander der niederländische Philips-Konzern die Digital Compact Cassette (DCC) und die japanische Sony Corporation die Mini Disc (MD) mit zugehörigen Aufnahme- und Wiedergabegeräten heraus.
Mit dem zunächst vorrangig als Baustein für die HiFi-Anlage im Wohnzimmer gedachten DCC-Gerät können nicht nur die digitalen Kassetten (vorgesehene Spielzeit: 60, 75, 90, schließlich 120 Minuten), sondern auch die alten analogen Kassetten abgespielt, allerdings nicht aufgenommen werden.
Sonys mehrfach bespielbare und löschbare Mini Disc ist mit 6,4 cm Durchmesser nur halb so groß wie die CD (Spielzeit: 74 Minuten), kann aber auf CD-Playern nicht abgespielt werden. In einer Hülle wie bei Computer-Disketten verpackt wird sie ins MD-Gerät im Walkman-Format geschoben.
Es wird erwartet, daß mit den beiden neuen HiFi-Systemen die Zeit des Kassettenrecorders knapp dreißig Jahre nach seiner Einführung zu Ende geht.

Die in Zusammenarbeit zwischen Dornier / Deutsche Aerospace, Friedrichshafen, und Mairs Geographischen Verlag, Ostfildern, entstandene erste elektronische Landkarte von Deutschland wurde erstmals auf der CeBit 1993 in Hannover vorgestellt.
Als Trägermedium dient eine CD-ROM, von der die gesamte Karte, einzelne Gebiete oder jeder in der Karte verzeichnete Ort durch Eingabe seines Namens, aber auch über die Postleitzahl, die Telefonvorwahl oder sogar das Kfz-Kennzeichen abrufbar sind. Die Ortsdatei (130 000 Namen) entstand in Zusammenarbeit mit dem Post- und Ortsbuchverlag Müller, Wuppertal.


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Last update: 2. May 2000 © by Walther Umstätter