Zur Person von Dr. Margarete Rehm
Vorwort
Vom Anfang - 1. Jh. n. Chr.
............ 2. Jh. - 14. Jh.
............15. Jh.
............16. Jh.
............17. Jh.
............18. Jh.
..........1800 - 1834
..........1835 - 1869
..........1870 - 1899
..........1900 - 1934
..........1935 - 1969
..........1970 - 1993

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Information und Kommunikation in Geschichte und Gegenwart

von

Margarete Rehm

1935-1969

Als erste kanadische Enzyklopädie gilt "The Encyclopedia of Canada", 6 Bde., Toronto 1935-1937.

Die heutige Farbphotographie arbeitet mit subtraktiven Farbverfahren und mehrschichtigen Materialien, die chromogen (farbstoffbildend) entwickelt werden.
Obwohl die Grundlagen für diese Technik bereits 1909 von dem deutschen Agfa-Chemiker Rudolf Fischer (* 1881, † 1957) ausgearbeitet worden waren, kamen die ersten Mehrschichtenfilme (Dreischichten-Farbfilme) erst 1935 mit dem Film "Kodachrome" der Eastman Kodak Company, Rochester (N. Y.), (ab 1935 als 16-mm-Schmalfilm, ab 1936 als Diafilm) und 1936 mit dem Film "Agfacolor-Neu" (Film für farbige Diapositive) der Agfa AG, Leverkusen, in den Handel. Sowohl Agfa als auch Kodak produzierten zunächst nur Umkehr- (Dia-) Filme im Kleinbildformat.

Am 22. März 1935 wurde in Berlin der erste regelmäßige Fernsehprogrammdienst der Welt eröffnet. Ausgestrahlt wurde über den "Fernsehsender Paul Nipkow", in den der Fernsehsender Witzleben umbenannt wurde, ein gefilmtes Programm (Kurz- und Spielfilme sowie Wochenschauen, ab 1937 Fernsehspiele), anfangs dreimal wöchentlich (Montag, Mittwoch, Samstag, 20.30 bis 22.00 Uhr). Das deutsche Fernsehen war vollelektronisch.
Wegen des hohen Anschaffungspreises (2500 Reichsmark) der ersten von der Industrie auf den Markt gebrachten Fernsehempfänger richtete die Deutsche Reichspost in Berlin und Potsdam fünfzehn "öffentliche Fernsehstellen" ein, in denen seit April 1935 das Programm kostenlos betrachtet werden konnte.
1936 wurden von den Olympischen Spielen in Berlin die wichtigsten Phasen live übertragen. (Dabei wurde die elektronische Fernsehkamera erstmals für Außenaufnahmen benutzt.)
Der Sender strahlte weiterhin gefilmte Sendungen und direkt übertragene Szenen aus, bis er 1943 ausgebombt wurde.

Das (moderne) Taschenbuch als Typ des billigen, in großer Auflage, meist im Rotationsdruck hergestellten Buches ist broschiert, mit einem werbewirksamen Karton- oder Papierumschlag versehen und verfügt, oft als Bestandteil einer Schriftenreihe, über eine einheitliche Grundausstattung.
Die ersten Taschenbücher (im Format einer Jackettasche (engl.- pocket books) brachte in Großbritannien seit 1935 der Londoner Verlag Penguin Books Ltd. heraus. (Das erste Penguintaschenbuch [Penguin Books No. 1] war die von Ella D' Arcy ins Englische übersetzte Biographie "Ariel, ou La vie de Shelly" von André Maurois.)

War die Erfindung des Tonbandes durch den Deutschen Fritz Pfleumer (1928) für eine Vermarktung noch nicht ausgereift, so kam es zu einer Serienfertigung von Tonbandgeräten durch die Zusammenarbeit zweier deutscher Firmen, des Elektrokonzerns AEG, Berlin, und des Chemiekonzerns I.G. Farben, Frankfurt/M.
Während die I.G. Farben ein brauchbares Tonband (ein Kunststoffband mit einer magnetisierbaren Eisenoxidbeschichtung) herausbrachte, entwickelte die AEG für das Tonband ein Wiedergabegerät. 1935 wurde das erste Tonbandgerät der Welt, das "Magnetophon K1", auf der Berliner Funkausstellung öffentlich vorgeführt. Die Spieldauer einer (Tonband-) Spule von 30 cm Durchmesser betrug 20 Minuten. Das Magnetophon K1 wog mit drei Koffern (Laufwerk, Verstärker und Lautsprecher) fast einen Zentner. Die ersten Tonbandgeräte wurden zuerst bei Rundfunkanstalten zur Vorbereitung von Programmen und zum Mitschneiden von Direktsendungen eingesetzt.

Bildfernsprechen (Bildtelefonie) ist das Fernsprechen mit Übertragung des Fernsehbildes der Gesprächspartner oder von Bildvorlagen, Schriftstücken u.ä., die beide telefonierende Personen gleichzeitig auf einem Bildschirm sehen. Der erste öffentliche Bildfernsprechdienst der Welt wurde am 1. März 1936 von der Deutschen Reichspost zwischen Berlin und Leipzig eingeführt, 1937 bis Nürnberg, 1938 bis München ausgedehnt. 1940 stellte die Reichspost den Dienst Berlin - München wegen Unrentabilität ein.

In Großbritannien entwickelte eine Fernseh-Forschungsgruppe der Firma "Electric and Musical Industries Ltd. (EMI)", Hayes (Middlesex), in den Jahren 1931-1935 ein komplettes vollelektronisches Fernsehsystem. Dieses System (von ungewöhnlicher Bildqualität) konnte am 2. November 1936 die British Broadcasting Corporation (BBC) vom Alexandra Palace in London aus vorführen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Das live ausgestrahlte Eröffnungsprogramm begann mit einer Rede des BBC-Chefs; es folgten Darbietungen einer Sängerin und von zwei amerikanischen Tanzkomödianten u.a.
(In der ersten Zeit verwendete man bei der BBC neben dem elektronischen Fernsehsystem noch das mechanische System von John Logie Baird [1929], bis man es ein für allemal aufgab.)

Die erste moderne amerikanische Illustrierte (mit aktueller Berichterstattung, neuartiger Bildpublizistik und internationaler Verbreitung) schuf der amerikanische Verleger Henry Robinson Luce (* Penglai [Prov. Shandong] 1898, † Phoenix [Ariz.] 1967) mit der Wochenschrift "Life", New York 1936-1972 (1978 als Monatsschrift neugegründet).

Der Typ des Nachrichtenmagazins wurde in Großbritannien mit "News Review", London 1936 ff. eingeführt.

Eine der ältesten (der aktuellen Unterrichtung der Verbraucher über Preise und Qualität von Waren und Dienstleistungen u.ä. dienenden) Verbraucherzeitschriften sind die 1936 gegründeten "Consumer Reports", herausgegeben von der "Consumer Union of the United States" in Washington (D. C.).

Der Franzose Raymond Valtat meldete 1936 ein Patent an, welches das Prinzip einer mit Dualzahlen arbeitenden Rechenmaschine beschrieb. (Zur gleichen Zeit begann der Deutsche Konrad Zuse mit der Entwicklung einer mechanisch arbeitenden und programmgesteuerten dualen Rechenmaschine [1941].)

In Deutschland wurde mit dem Kurzfilm "Das Schönheitsfleckchen" (Regisseur: Carl Froelich [* Berlin 1875, † ebd. 1953]) der erste Farbfilm (in Agfacolor) hergestellt.

Das erste Wunschkonzert, ein aus Hörerwünschen (Wünschen aus dem Publikum) zusammengestelltes Konzert im Rundfunk, wurde am 25. Oktober 1936 vom Deutschlandsender, Zeesen, ausgestrahlt und danach in unregelmäßigen Abständen bis zum 26. März 1939 fortgesetzt.

Der Flugzeugkonstrukteur Heinrich Focke (* Bremen 1890, † ebd. 1979) entwickelte den ersten einsatzfähigen Hubschrauber (senkrecht startendes Drehflügelflugzeug) ("FW 61"; Erstflug am 26. Juni 1936 in Bremen).
1937 und 1938 wurden mit dieser Maschine Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h, Gipfelhöhen von 3900 m und Flugzeiten bis zu einer Stunde und 20 Minuten erreicht. 1940 baute Focke den größeren "FA-223", der sechs Passagiere befördern konnte und als erster Hubschrauber der Welt in Serie hergestellt wurde.

Das erste vollelektronische Fernsehen in Frankreich, entwickelt von dem französischen Fernsehpionier René Barthélémy (* 1889, † 1954) und seinen Mitarbeitern, wurde 1937 auf der Weltausstellung in Paris vorgeführt.

Kleinstbildkameras gab es schon für Daguerreotypien. In der Folgezeit waren viele Mini-Kameras mit Winzigformaten vorrangig als Geheimkameras gedacht, die in Ferngläsern oder Uhren, in Handtaschen, Spazierstöcken, Revolvern u.ä. eingebaut waren.
Die erste ernstzunehmende Kleinstkamera war die von Fritz Kaftanski 1932 in Berlin konstruierte "Minifex" mit einem Bildformat vom 13 x 18 mm.
Der bekannteste Mini-Vertreter aber wurde die von dem Letten Walter Zapp 1936 erfundene "Minox". Das erste, 15 x 18 x 76 mm große Modell dieser bis heute im Prinzip unverändert gebauten Kleinstbildkamera (50 Aufnahmen im Format 8 x 11 mm in Spezialkassette) wurde zunächst in Riga hergestellt und kam 1937 auf den Markt. Die Minox bestand ursprünglich aus rostfreiem Stahl. Seit 1949 wird sie mit einem Leichtmetallgehäuse in Gießen produziert.

"Die Schattenlinie" ist der Titel des ersten deutschen Fernsehspiels, das der deutsche Schriftsteller Horst (Wilhelm Ernst Max) Lange (* Liegnitz 1904, † München 1971) nach der Erzählung "The shadow line" des englischen Schriftstellers polnischer Herkunft Joseph Conrad (* Berditschew [Ukraine] 1857, † Bishpsbourne [Kent] 1924) (London 1916/1917) geschrieben hatte. Es wurde am 21. 4. 1938 aus Berlin übertragen.

Den Kugelschreiber, einen eine Farbmine enthaltenden Schreibstift, bei dem eine kleine rollende Kugel in der Minenspitze die Farbmasse auf das Schreibpapier überträgt, erfanden 1938 die ungarischen Brüder Laszlo und Georg Biró nach 18jähriger Entwicklungsarbeit in Budapest. Nach Erlangung des ungarischen Patents (1938) und Patentanmeldung des "Fountain Pen for Pulping Ink" in den USA am 27. 12. 1938 (US-Patent erteilt am 14. 10. 1941 für den nun "Ball Pen" genannten Schreibstift) fanden die Birós zur Auswertung ihrer Erfindung in dem Engländer Henry G. Martin einen Finanzier. Martin eröffnete (zusammen mit Frederick Miles) 1944 bei Reading (Berkshire) die erste Kugelschreiberfabrik der Welt, in welcher im ersten Jahr 30 000 für die Royal Air Force bestimmte Kugelschreiber hergestellt wurden.

Die erste noch erscheinende Mode- und Frauenzeitschrift der Schweiz gründete der Publizist Karl von Schumacher (* Luzern 1894, † Zürich 1957) in Zürich u.d.T. "Annabelle".

Der Amerikaner Chester Carlson (* 1906, † 1968), nach einem Physikstudium Mitarbeiter in der Patentabteilung einer New Yorker Elektrofirma, entwickelte ein elektrophotographisches Kopierverfahren (oder elektrostatisches Photokopierverfahren), das er Xerographie (griech.= Trockenschrift) nannte, da mit ihm Kopien ohne Entwicklungsbad, also "trocken" hergestellt wurden (Patentanmeldung: 27. 10. 1937).
Carlsons erster erfolgreicher Kopierversuch fand in seinem Laboratorium im New Yorker Vorort Astoria am 22. Oktober 1938 statt. Carlson legte unter eine Glasplatte, auf die er mit Tinte die Zeichen "10-22-38 Astoria" geschrieben hatte, eine Metallplatte mit Schwefelbelag, die er durch Reiben mit einem Tuch elektrisch auflud. Nach kurzer Belichtung nahm er die Metallplatte heraus und puderte sie mit staubfeinem Bärlappsamen ein, wonach die Schrift als Negativ zu erkennen war. Nach Abzug eines auf die Platte gedrückten Wachspapiers war auf ihm positiv zu lesen: "10-22-38 Astoria". Das war die erste xerographisch hergestellte Kopie (Xerokopie) der Welt. Zu einer Serienherstellung von Kopiergeräten, die nach Carlsons Trockenkopierverfahren arbeiteten (Xerox-Kopiergeräten), kam es allerdings erst 1959.

Die erste kriminalpolizeiliche Fernsehfahndung in Deutschland strahlte der Sender Berlin am 7. November 1938 aus. Er zeigte den Mantel eines Verbrechers, der am 12. Oktober desselben Jahres einen Droschkenfahrer ermordet hatte.

Am 30. April 1939 nahm die Radio Corporation of America (RCA), New York, den ersten vollelektronischen Fernsehbetrieb in den USA mit der Übertragung der Eröffnungsrede von Präsident Roosevelt bei der New Yorker Weltausstellung auf. Der Sender wurde von der National Broadcasting Company (NBC), New York, geleitet.

Die ersten Taschenbücher in den USA brachte seit 1939 der New Yorker Verlag Simon & Schuster heraus.

Durch die Entwicklung des Strahltriebwerks (Düsentriebwerks) - Gasturbine, Strahlrohr und Raketentriebwerk - als Antriebsaggregate für Fahrzeuge, insbesondere Flugzeuge Ende der 1930er Jahre wurde ein Flugzeugantrieb geschaffen, der den modernen Hochleistungsflugzeugen den Weg bereitete.
Das von dem Flugzeugkonstrukteur Ernst Heinrich Heinkel (* Grunbach [heute zu Remshalden] 1888, † Stuttgart 1958) gebaute erste Flugzeug mit Turbinenluftstrahltriebwerk ("He 178", Erstflug 27. August 1939) war das erste Düsenflugzeug der Welt.
Ebenfalls 1939 trat Heinkel mit dem ersten Raketenflugzeug ("He 176", Erstflug 20. Juni 1939) hervor.
Das erste Düsenverkehrsflugzeug "Comet" baute die britische De Havilland Aircraft Company Ltd. (Erstflug 1949), das als erstes seiner Art 1952 den Passagierliniendienst aufnahm.

Das erste komplette Farbfernsehsystem wurde von dem amerikanischen Medienunternehmen CBS (Columbia Broadcasting System Inc.), New York, entwickelt, das 1940 seinen täglichen Versuchsbetrieb aufnahm. (Kommerzielle Farbfernsehsendungen gab es erst ab 1951.)
Die Anlage, welche als erste seit der Vervollkommnung der elektronischen Kameras und Empfangsgeräte gebaut worden war, arbeitete (in Anlehnung an das System von John Logie Baird [1928]) mit rotierenden Farbfiltern in Rot, Grün und Blau in der Kamera und in der Wiedergabebildröhre. Der Chef des CBS-Entwicklungsteams war der 1933 in die USA ausgewanderte ungarische Elektroingenieur Peter Carl Goldmark (* Budapest 1906, † Westchester[N. Y.] 1977), der Schöpfer der ersten erfolgreichen Langspielplatte (1948).

Ein Terminal (zu engl.: terminal = End-, letzt-) ist eine Datenendstation mit einem Bildschirm und einer Tastatur für die Eingabe von Daten und deren Abruf aus einer EDV-Anlage. Zuweilen ist ihm ein Drucker angeschlossen, von dem kleine abgerufene Datenmengen ausgedruckt werden. Sonst sind Terminals als Peripheriegeräte nur mit einem Speicher ausgerüstet, in dem die eingegebenen Daten zur Überprüfung zwischengespeichert werden. Anschließend werden sie in einen Computer zur Speicherung, Verarbeitung oder Übertragung geschickt. Das erste Terminal ist 1940 in den Bell Laboratories in den USA entstanden. Es diente zur Demonstration einer für die damalige Zeit sensationellen Datenverarbeitung zwischen Hanover (N. H.) (Standort des Terminals) und New York (Standort einer zentralen Rechenanlage [Relais-Rechner]).

Den ersten funktionsfähigen und auch praktisch einsetzbaren programmgesteuerten elektromechanischen Digitalrechner der Welt und damit den ersten Computer der Welt schuf der deutsche Ingenieur Konrad Zuse (* Berlin 1910) mit seinem Relaisrechner "Zuse 3 (Z 3)".
Der aus zwei Entwicklungsmodellen "Z 1" (1937) und "Z 2" (1939) entstandene Rechner wurde am 12. Mai 1941 öffentlich vorgestellt. Er bestand aus rd. 2000 Relais (rd. 600 Relais im Rechenwerk und etwa 1400 Relais im Speicher); seine Speicherkapazität betrug 64 Zahlen zu je 22 Dualstellen. Das Rechenprogramm war in einen Kinofilmstreifen gelocht. Die Eingabe der Zahlen erfolgte über eine Tastatur, die Datenausgabe über ein Lampenfeld. Neben den vier Grundrechnungsarten (Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division) ermöglichte der Rechner auch die Multiplikation mit fest eingegebenen Faktoren und das Ziehen von Quadratwurzeln. (Eine Quadratwurzel zog der "Z 3" in 4 Sekunden.)

1941 lief in den deutschen Spielfilmtheatern mit "Frauen sind doch bessere Diplomaten" (Regisseur: Georg Jacoby[* München 1882, † ebd. 1964]) der erste deutsche Farbspielfilm an.(Uraufführung: 31. 10. 1941 in Berlin.) Er war zudem der erste nach dem Agfacolor-Negativ-Positiv-Verfahren gedrehte Kinofilm.

Die erste Schreibmaschine mit Proportionalschrift brachte die IBM (USA) 1941 mit ihrer elektrischen Maschine "Executive" auf den Markt. Bei ihr war der Typenschritt nicht mehr gleichbleibend, sondern der Buchstabenbreite angepaßt, d.h. bei breiten Buchstaben wie "m" rückte der Wagen ein entsprechend breites Stück weiter, bei schmalen wie "i" nur ein schmales Stück. Dadurch entstand ein druckähnliches Schriftbild.

Das erste erfolgreiche Verfahren zur stereophonischen Musikbegleitung beim Film wurde in den Walt Disney-Studios in Zusammenarbeit mit der RCA Corporation, New York, unter der Bezeichnung "Fantasound" entwickelt und erstmals für die Tonspur des 1941 von Walt Disney (* Chicago [Ill.] 1901, † Burbank [Calif. ] 1966) hergestellten Zeichentrickfilms "Fantasia" verwendet.

Der amerikanische Wissenschaftler bulgarischer Herkunft John Vincent Atanasoff (* 1903), Professor am Iowa State College, Ames (Ia.), stellte zusammen mit seinem Assistenten Clifford Berry 1942 den ersten (zur Lösung linearer Gleichungen vorgesehenen) funktionierenden, aber noch nicht voll einsatzfähigen elektronischen Digitalrechner in Elektronenröhrentechnik fertig. Das Rechenwerk für die Addition und Subtraktion von Dualzahlen bestand aus 300 Elektronenröhren. Nachdem Atanasoff und Berry zur Übernahme anderer Aufgaben in der Kriegsforschung abgerufen worden waren, geriet ihre Rechenanlage in Vergessenheit. Erst 1973 stieß man in einem Patentprozeß in den USA wieder auf den Atanasoff-Berry-Rechner und deckte auf, daß der ENIAC-Computer (1946), der weltberühmte erste elektronische Großcomputer, seinen Prioritätsanspruch zu Unrecht erhoben hatte. Vielfach gilt deshalb John Vincent Atanasoff als "Erfinder" des modernen Computers.

Nachdem die Firma Agfa AG, Leverkusen, bereits 1939 die Technik des Negativ-Positiv-Verfahrens veröffentlicht hatte, bot sie 1942 farbige Papierabzüge und -vergrößerungen von photographischen Aufnahmen an. Die Eastman Kodak Company, Rochester (N. Y.), folgte 1942 mit einer eigenen Negativ-Positiv-Technik (Kodacolor).

Emil Lumbeck (* Remscheid 1886, † 1979) hat die fadenlose, nur mit Leim arbeitende Klebeheftung von Büchern und Broschüren (bei der Einzelblätter oder einmal gefalzte Bogenteile durch Kunstharzstoff zu Buchblöcken verbunden werden) produktionsreif entwickelt (Lumbeckverfahren). Lumbeck trat mit seiner Klebetechnik erstmals 1942 an die Fachöffentlichkeit.

Verwendeten die ersten Computer, heute der sogenannten nullten Generation zugeordnet, ausschließlich mechanische bzw. elektromechanische Schaltelemente, so vollzog sich in der folgenden ersten Computergeneration ein grundlegender Wandel durch den Einsatz der Elektronenröhre für Schaltung und Speicherung und das Aufkommen neuer Speichermedien wie Magnetband und Magnettrommel. Militärische Interessen forcierten diese Entwicklung Anfang der 1940er Jahre in England und den USA. So wurde im Dezember 1943 von einer Gruppe englischer Wissenschaftler der erste vollelektronisch arbeitende, mit 1500 Elektronenröhren bestückte Digitalrechner fertiggestellt. Dieser Rechner mit dem Namen "Colossus" half dem britischen Geheimdienst, den von der deutschen Wehrmacht benutzten, fast unüberwindlichen "Enigma"-Code zu "knacken".
Da dieser erste elektronische Rechner nur ein spezialisierter Computer (im Gegensatz zu einem Mehrzweckrechner [Großcomputer]) war, gilt als erster Rechner der auf der Elektronenröhrentechnik gründenden ersten Computergeneration erst die elektronische Großrechenanlage "ENIAC" (1946).

Das erste Tonbandgerät mit Kassette baute die AEG, Berlin, 1943 für die Post zum stationären Einbau in Verstärkergestelle. Die Tonkassette mit den beiden Spulen hatte die beträchtliche Breite von 45 cm. Zur Serienfertigung kam es im Krieg nicht mehr.

Der Schweizer Franz Fischer, Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, entwickelte um 1943 ein Projektionsverfahren zur Wiedergabe von Schwarz-Weiß-Fernsehbildern auf großen Bildschirmen (z.B. Kinoleinwand [bei gemeinsamem Fernsehempfang auf einer Großveranstaltung]) ("Eidophor"-Verfahren).

Eine der berühmtesten Chiffriermaschinen war die von der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg verwendete "Enigma" (griech.= Geheimnis), auch wenn die Enigma-Chiffrierung durch eine Gruppe alliierter Kryptoanalytiker (u.a. den Mathematiker Alan Mathison Turing[* London 1912, † Wilmslow, Cheshire 1954]) gebrochen wurde, was einen nicht unerheblichen Einfluß auf den Kriegsverlauf hatte. Um den fast unüberwindlichen Enigma-Code zu knacken, verwendeten die Engländer riesenhafte elektronisch arbeitende Rechenmaschinen, die sie "Colossus" nannten. Die 1943 auf die Enigma angesetzten Colossus-Maschinen markierten eine neue Periode in der Geschichte der Kryptoanalyse.

Der amerikanische Mathematiker und Informatiker Howard Hathaway Aiken (* Hoboken [N. J.] 1900, † St. Louis [Mo. ] 1973) konstruierte in Zusammenarbeit mit den IBM-Ingenieuren Clair D. Lake, Frank E. Hamilton und Benjamin M. Durfee 1939-1944 den mit Relais arbeitenden Großcomputer "Automatic Sequence Controlled Computer (ASCC)", bekanntgeworden unter dem Namen "MARK I", der am 7. August 1944 in der Harvard University, Cambridge (Mass.),in Betrieb genommen wurde. Dieser Relaisrechner war der erste programmgesteuerte elektromechanische Rechenautomat der USA.
Für seinen Bau waren zum überwiegenden Teil Elemente der Lochkartentechnik, Relais, Zählräder und elektromagnetische Kupplungen verwendet worden. Er war fast 16 m lang, 2,5 m hoch, wog 35 Tonnen und bestand aus 765 299 Einzelteilen, 2204 Schaltvorrichtungen, 3304 Relais und 175 000 Steckkontakten. Die Dateneingabe erfolgte über ein Lesegerät für Lochstreifen und Lochkarten, die Datenausgabe mit einem Kartenlocher und elektrischen Schreibmaschinen. Das Programm war auf einem Lochstreifen gespeichert.
Der Rechner "MARK I" wurde zunächst für militärische Zwecke, später zur Lösung mathematischer Probleme aus der Physik, den Ingenieurwissenschaften und der Technik eingesetzt. Für eine Division benötigte er durchschnittlich 11 Sekunden.

Der amerikanische Mathematiker ungarischer Herkunft John von Neumann (eigtl. Johann Baron von Neumann) (* Budapest 1903, † Washington [D. C.] 1957), seit 1933 Professor am Institute for Advanced Study, Princeton (N. J.), hatte 1944 die Idee, in den Computer nicht nur die zu verarbeitenden Daten, sondern auch das Programm mitsamt den Operationsbefehlen und Adressen (der Speicherplätze) intern zu speichern, also im Arbeitsspeicher unterzubringen.
Er begann 1944 mit der Umsetzung dieser Idee in der Entwicklung des ersten Rechenautomaten mit Speicherprogramm, "EDVAC (Electronic Discrete Variable Automatic Computer)" genannt, der jedoch erst 1952 einsatzfähig war.
Das flexible Speicherprogramm (entgegen den fest verdrahteten oder auf Programmtafeln gesteckten Programmsteuerungen bei allen bisherigen Rechnern) wurde erstmals angewendet in dem von der IBM (USA) gebauten Computer "SSEC (Selective Sequence Electronic Calculator)", der am 24. Januar 1948 in New York der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Er war mit 12 500 Elektronenröhren und 21 400 Relais ausgerüstet. Die Programme wurden zwar von Lochstreifen gesteuert, aber der Bediener konnte zum ersten Mal die Programmabläufe an der Steuerkonsole verfolgen und, wenn notwendig, Korrekturen vornehmen. Die erste Aufgabe dieses Computers war die Berechnung der Mondlaufbahn. Seine Ergebnisse wurden zwanzig Jahre später beim Apollo-Raumfahrt-Programm eingesetzt.

"Expressen" ist der Titel der 1944 gegründeten, täglich abends in Stockholm erscheinenden ersten schwedischen Kaufzeitung.

High-Fidelity, Abk.: Hi-Fi (engl.- hohe [Original-] Treue) ist eine wahrscheinlich um das Jahr 1935 in den Vereinigten Staaten aufgekommene, aus dem Angloamerikanischen in die deutsche Sprache übernommene Qualitätsbezeichnung für elektroakustische Geräte (Rundfunkempfänger, Plattenspieler, Tonbandgeräte, Lautsprecher u.ä. sowie deren Bestandteile, also auch Tonträger[Schallplatten, Tonbänder, Kassetten]), die bestimmten objektiv meßbaren technischen Mindestanforderungen genügen und somit eine originalgetreue Wiedergabe aufgezeichneter oder übertragener Schallereignisse gewährleisten.
Da das menschliche Ohr Frequenzen im Bereich von 20 bis 20 000 Hz wahrnehmen kann, sollten die das Prädikat Hi-Fi beanspruchenden Geräte alle in diesem Bereich vorkommenden Frequenzen gleichmäßig verstärken und wiedergeben. Aufgrund der elektrischen Aufnahme- und Wiedergabeverfahren (seit 1925) konnten in den fünfziger Jahren die (Mono-) Schallplatten schon diesen Anspruch erfüllen.
Die ersten Schallplatten in High-Fidelity-Qualität wurden im Dezember 1944 von der englischen Firma Decca herausgebracht. Der erste Hi-Fi-Plattenspieler ("Decca Picadilly") wurde 1945 ausgeliefert. Er verfügte über einen Frequenzbereich von 50 bis 14 000 Hz.
(In der Bundesrepublik Deutschland sind die Mindestanforderungen für Hi-Fi nach DIN 45 500 festgelegt.)

Informationen, die elektronisch bearbeitet, gespeichert oder übertragen werden, werden überwiegend durch den Binärcode, einen aus einem Zeichenvorrat von nur zwei Zeichen (Binärzeichen) aufgebauten Code, dargestellt. Die kleinste Darstellungseinheit für Informationen und Daten, die aus der Binärentscheidung, d.h. der Alternativentscheidung zwischen nur zwei möglichen Zuständen (ja/nein; 0/1; Strom/kein Strom) besteht, wird als Bit (als Nachrichteneinheit bit geschrieben) (Abk. für engl.: binary digit = Binärziffer) bezeichnet.
Bit ist auch die Bezeichnung für die einzelne Stelle eines binär codierten Wortes.
Im Speicher einer elektronischen Datenverarbeitungsanlage belegt ein Bit eine sogenannte Speicherzelle mit den möglichen Inhalten 1 und 0.
In der Nachrichtentechnik ist 1 bit die Einheit für den Informationsgehalt einer Nachricht. Tausend Bit bilden ein Kilo-Bit, eine Million ein Mega-Bit und eine Milliarde ein Giga-Bit.
Die Nachrichteneinheit als "bit" zu bezeichnen, wurde auf einem Treffen von Physiologen, Rechenmaschinenkonstrukteuren und Mathematikern beschlossen, das gegen Ende des Winters 1943/1944 in Princeton (N. J.) stattfand. Zu dieser Zusammenkunft hatten die amerikanischen Mathematiker Norbert Wiener (* Columbia [Mo.] 1894, † Stockholm 1964) und John von Neumann (* Budapest 1903, † Washington [D. C.] 1957) Wissenschaftler eingeladen, die an Fragen der Nachrichtenübertragung in Verbindung mit Problemen der Steuerung und Regelung interessiert waren.
"Bit" als Einheit in der elektronischen Datenverarbeitung wurde von dem amerikanischen Mathematiker John W. Tukey im Zusammenhang mit der Arbeit am ENIAC-Computer 1946 eingeführt.

In Deutschland wurde in den Jahren 1945 und 1946 ein erstes Richtfunknetz aufgebaut, das von Frankfurt/M. nach Bremen, Nürnberg und München reichte.

Die ersten deutschen Tageszeitungen nach dem Zweiten Weltkrieg waren zunächst Nachrichtenblätter der örtlichen Militärverwaltungen, denen die in allen Besatzungszonen von den Militärregierungen für die deutsche Bevölkerung zentral herausgegebenen Tageszeitungen folgten: sowjetische Zone: "Tägliche Rundschau", Berlin (Ost) 15. 5. 1945 - 1955; amerikanische Zone: "Die Neue Zeitung", München 18. 10. 1945 - 30. 1. 1955; britische Zone: "Die Welt", Hamburg 2. 4. 1946 ff.; französische Zone; "Nouvelles de France", Baden-Baden (später Konstanz) 15. 9. 1946 - 1948 (französisch/ deutsch).
Gleichzeitig gaben die Kontrollbehörden der Militärverwaltungen Lizenzen für Zeitungen (und Zeitschriften) ab. Am 1. 8. 1945 erschien als erste Lizenzzeitung die "Frankfurter Rundschau".
Nach Aufhebung des Lizenzzwangs im September 1949 gründeten die Altverleger wieder ihre Zeitungen, was zu dem für Deutschland charakteristischen Bild einer vielfältigen Tagespresse mit kleinen Lokal- und mittleren Regionalzeitungen führte. In der sowjetischen Zone wurde die Presse nach einheitlichen Parteigesichtspunkten orientiert.

Der Verlagsbuchhändler Peter Suhrkamp (* Kirchhatten [Oldenburg] 1891, † Frankfurt/M. 1959) erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg im Oktober 1945 als erster deutscher Verleger in Berlin die Lizenz für einen Buchverlag.

Anfang 1945 brachte das Unternehmen Eterpen Co. in Buenos Aires die ersten Kugelschreiber für den Privatgebrauch nach Patenten der Brüder Laszlo und Georg Biró auf den Markt.

Der amerikanische Elektroingenieur John Presper Eckert (* Philadelphia [Pa.] 1919) und der amerikanische Physiker John William Mauchly (* Cincinatti [Oh.] 1907, † 1980) bauten zwischen 1942 und 1946 den ersten Rechenautomaten der USA mit Elektronenröhrentechnik, zugleich die erste elektronische Großrechenanlage der Welt, die den Namen "ENIAC (Electronic Numerical Integrator and Computer)" erhielt.
Der mit über 18 000 Elektronenröhren bestückte, 30 Tonnen schwere und einen 140 qm großen Raum füllende erste Großrechner der (auf der Röhrentechnik gründenden) ersten Computergeneration war ab Mai 1946 einsatzfähig. Er hatte eine etwa tausendmal schnellere Multiplikationszeit als der elektromechanische Rechner "MARK I" (1944).
Der ENIAC-Computer wurde zunächst für militärische Zwecke (ballistische Berechnungen von Geschossen, Atomwaffenentwicklung), später als Universalrechner eingesetzt und war bis Oktober 1955 im Betrieb. Heute steht er im historisch-technischen Museum der Smithsonian Institution, Washington (D. C.).
(1973 wurde in einem Patentprozeß in den USA der 1942 vollendete Atamasoff-Berry-Rechner bekannt und damit der Prioritätsanspruch von ENIAC, die erste elektronische Großrechenanlage der Welt zu sein, fragwürdig.)

1946 verlegten die Engländer von Lowestoft (Grafschaft Norfolk) nach der Insel Borkum das erste Koaxialseekabel mit Unterwasser-Röhrenverstärkern.

Am 15. Dezember 1946 brachte der Axel Springer Verlag, Berlin (West), mit dem Wochenblatt "Hör zu. Rundfunkzeitung des Nordwestdeutschen Rundfunks" die erste deutsche Nachkriegsillustrierte auf den Markt.

Der Typ des Nachrichtenmagazins wurde in Deutschland mit der Wochenzeitschrift "Der Spiegel" eingeführt (gegründet in Hannover am 16. 11. 1946 als "Diese Woche" von Offizieren der britischen Informationskontrolle zusammen mit deutschen Redakteuren, u.a. dem Publizisten Rudolf Augstein[* Hannover 1923], und vom 4. 1. 1947 an von diesem als Lizenzträger und Herausgeber als "Der Spiegel" weitergeführt, seit 1952 mit Sitz in Hamburg).

Der amerikanische Physiker und Industrielle Edwin Herbert Land (* Bridgeport [Conn.] 1909, † Cambridge [Mass.] 1991) stellte am 21. Februar 1947 auf einer Tagung der Optical Society of America ein von ihm entwickeltes Kamera- und Filmsystem vor, das innerhalb weniger Sekunden nach der Belichtung fertige schwarzweiße Papierbilder lieferte ("Polaroid-Verfahren"). Im November 1948 kam die erste Sofortbildkamera, die "Polaroid-Land-Kamera, Modell 95", auf den Markt, gebaut von der Polaroid Corporation, Cambridge (Mass.), die Land 1937 zur Herstellung von Polarisationsfiltern, vor allem für blendfreie Sonnenbrillen, Sicherheitsgläser u.ä. gegründet hatte. Diese erste (noch 1,8 kg schwere) Polaroidkamera warf kurze Zeit nach der Aufnahme fertig entwickelte 83 x 108 Millimeter große Papierbilder aus. Zahlreiche neue Kameramodelle folgten.

Nach 1945 erhielt die Entwicklung der Tonbandtechnik, die in Deutschland ihren Anfang genommen hatte (1935), bedingt durch den Totalverlust des deutschen Patentbesitzes, in aller Welt einen Aufschwung. So wurde in den USA sehr rasch eine Menge billiger Tonbandgeräte für den Heimgebrauch entwickelt.
Das erste Heimgerät war das Modell "Soundmirror", das von der Brush Development Co., Cleveland (Oh.), 1947 auf den Markt gebracht wurde.

Mit dem amerikanischen Raketenflugzeug "Bell X-1", gesteuert von dem Piloten Charles Yeager, wurde am 14. Oktober 1947 erstmals die Schallgeschwindigkeit überschritten.
Das erste Überschallverkehrsflugzeug, die sowjetische Tupolew Tu-144, startete am 31. Dezember 1968 zu seinem Jungfernflug. Das zweite überschallschnelle Verkehrsflugzeug, die britisch-französische "Concorde", machte am 2. März 1969 seinen Erstflug.

Der britische Physiker ungarischer Herkunft Dennis Gabor (* Budapest 1900, † London 1979) erfand 1948 die Holographie, ein Verfahren der Bildaufzeichnung und -wiedergabe mit kohärentem Licht, das, im Unterschied zur konventionellen Photographie, die Speicherung und Reproduktion von Bildern mit dreidimensionaler Struktur ermöglicht.
Gabor erhielt für seine Erfindung 1971 den Nobelpreis für Physik, nachdem in der Zwischenzeit sich die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Holographie abzeichneten. Praktische Bedeutung erlangte die Holographie nämlich erst, als mit dem Laserlicht (1960) eine kohärente Lichtquelle mit ausreichend hoher Intensität zur Verfügung stand.

Der Initiator der modernen Langspielplatte war der ungarisch-amerikanische Physiker Peter Carl Goldmark (* Budapest 1906, † Westchester [N. Y.] 1977), der seit 1936 Entwicklungsingenieur bei dem amerikanischen Medienunternehmen Columbia Broadcasting System Inc. (CBS), New York, war.
Goldmarks erste erfolgreiche Langspielplatte mit einer Spieldauer von 23 Minuten pro Seite, als Patent unter der Bezeichnung "LP" (Abk. für engl.; Long Playing Record) angemeldet, wurde am 21. Juni 1948 auf einer Händlertagung in Atlantic City (N. J.) vorgestellt. Sie war eine Schallplatte aus Kunststoff auf Vinylbasis (genauer eine Polyvinylchlorid-Platte) von einem Durchmesser von 30 cm mit 33 1/3 U/min und Mikrorillen (100 Rillen/cm). Sie löste bald die bisher gebräuchlichen Schellackplatten von 25 oder 30 cm Durchmesser mit 78 U/min und Normalrillen (36 Rillen/cm) ab.
Die nach dieser neuartigen Langspielplatte der CBS herausgebrachten ersten Platten enthielten das Violinkonzert von Mendelsohn Bartholdy und Tschaikowskys 4. Sinfonie. Aber erst die Platte mit dem Broadway-Musical "South Pacific" von Robert Rodgers und Oscar Hammerstein 1949 brachte für Goldmark und die CBS den Durchbruch. Die Musik für das ganze Musical paßte auf eine Platte ohne Wechsel.
Ende 1948 brachte die Radio Corporation of America (RCA), New York, eine Mikrorillenplatte mit 45 U/min und 16 cm Durchmesser heraus. Sie sollte zusammen mit einem billigen Abspielgerät die Langspielplatte übertrumpfen.

Die erste deutsche Sonntagszeitung wurde in Berlin am 1. August 1948 mit der "Welt am Sonntag" gegründet.

Eins der wichtigsten Bauelemente der Elektronik, der Transistor (bestehend aus einem Halbleiterkristall mit mindestens drei Elektroden), wurde 1948 von den amerikanischen Physikern John Bardeen (* Madison [Wis.] 1908, † Boston [Mass.] 1991), Walter Houser Brattain (* Amoy [China] 1902, † Seattle [Wash.] 1987) und William Bradford Shockley (* London 1910, † Stanford [Calif.] 1989) in den Bell Telephone Laboratories in Murray Hill (N. Y.) entwickelt, wofür sie 1956 den Nobelpreis für Physik erhielten.
Ihr erster Transistor (Spitzentransistor) war ein dünnes Plättchen des halbleitenden Materials Germanium.
Am 22. Dezember 1947 bauten die Wissenschaftler erstmals ein solches Element statt einer Elekronenröhre in einen Musikverstärker und erzielten mit ihm die gleiche Wirkung wie mit einer Verstärkerröhre. Der Transistor hat gegenüber der Elektronenröhre wesentliche Vorteile: Er ist beträchtlich kleiner, langlebiger und hat einen weit geringeren Energiebedarf.
Nach Verbesserung des Transistors in den nächsten Jahren (1952 war er noch zehnmal kleiner geworden als zu Anfang, das Baumaterial Germanium war durch reines, kristallines Silizium ersetzt worden u.a.) wurden 1955 die ersten Transistoren serienmäßig hergestellt. 1956 waren bereits 164 verschiedene Transistorarten auf dem Markt.
Transistoren sind nicht nur als Verstärkerelemente, sondern auch als elektronische Schalter zu verwenden und arbeiten mit den für moderne Computer erforderlichen Schaltgeschwindigkeiten. Sie haben Taschenrechner und Digitaluhren möglich gemacht und die Röhren in Rundfunk und Fernsehgeräten ersetzt.
Die Weiterentwicklung der Transistor-Technologie hat zur Miniaturisierung elektronischer Schaltkreise geführt (integrierte Schaltkreise [1959]).

1948 kam in den USA der erste Kugelschreiber mit auswechselbarer Schreibmine auf den Markt.

Die nach der Gründung des Staates Israel (1948) erschienene erste jüdische Enzyklopädie war die "Encyclopaedia Hebraica" in hebräischer Sprache, 32 Bde., Jerusalem 1949-1980.

Das erste vollelektronische Farbfernsehsystem wurde 1949 in den USA von einer Forschungsgruppe der RCA (Radio Corporation of America), New York, entwickelt. Die Technik war grundsätzlich die gleiche wie beim normalen Fernsehen, jedoch wurden entsprechend den Gesetzen der Farbmetrik mit elektronischen Mitteln je ein Rot-, ein Grün- und ein Blauauszug auf der Aufnahmeseite erzeugt, die am Ende des Übertragungsweges durch additive Farbmischung ein farbrichtiges Fernsehbild lieferten.
Das erstmals im März 1950 öffentlich demonstrierte RCA-Verfahren hatte noch einige Schwächen, weshalb man in den USA zunächst dem 1940 entwickelten CBS-Farbfernsehsystem den Vorzug gab.

Die ersten Ultrakurzwellenrundfunksender in Deutschland für den regulären Programmbetrieb wurden am 28. Februar 1949 in München und am 1. März 1949 in Hannover in Betrieb genommen.

Um die gleiche Zeit, als der Transistor erfunden wurde, setzte eine systematische Miniaturisierung, d.h. Verkleinerung der elektronischen Schaltungen durch kleine Baugruppen (Modul) und/oder besondere Herstellungsverfahren ein.
Der erste Schritt in die Verkleinerung war die um 1949 in den USA und um etwa 1955 in Deutschland eingeführte gedruckte Schaltung. Sie wurde bereits 1926 von dem französischen Techniker C. Parolini erfunden.
Bei ihr handelt es sich um eine in Miniaturbauweise ausgeführte elektrische Schaltung, die unter Verwendung eines Druckverfahrens auf eine Isolierstoffplatte aufgebracht ist.
Als Weiterentwicklung der gedruckten Schaltung wird die integrierte Schaltung (1958) angesehen.

1947 begann der Amerikaner Howard Hathaway Aiken (* Hoboken[N. J.] 1900, † St. Louis [Mo.] 1973), der mit seinen beiden Relaisrechnern MARK I (1944) und MARK II (vollendet Januar 1947) große technische Erfahrungen gesammelt hatte, mit dem Bau seines ersten Röhrenrechners MARK III. Dieser 1950 fertiggestellte Computer enthielt 5000 Röhren, 1500 Relais und 1300 Dioden; als Speicher arbeitete ein Magnettrommelwerk (1932) aus acht Trommeln mit 4200 Speicherplätzen. Der Rechner hatte eine Multiplikationszeit von 12 Millisekunden.
Der MARK III war der erste Computer, bei dem die Ein-und Ausgabe der Daten über Magnetbänder statt über Lochstreifen oder Lochkarten erfolgte, d.h. bei dem Magnetbänder als Peripheriespeicher fungierten.

Der von den ENIAC-Konstrukteuren John Presper Eckert (* Philadelphia [Pa.] 1919) und John William Mauchly (* Cincinatti [Oh.] 1907, † 1980) entworfene elektronische Rechner "UNIVAC (Universal Automatic Computer) I" war der eigentliche Startpunkt der Computerserienfertigung. Der erste UNIVAC verließ 1950 in Philadelphia (Pa.) das Fließband der Eckert and Mauchly Computer Company (gegr. 1948). Das Modell war sehr erfolgreich, auch nachdem 1950 die Firma Eckert-Mauchly von der Remington Rand Inc. übernommen worden war. In den Jahren 1951-1956 wurden 46 Maschinen dieses Typs verkauft. Die UNIVAC I-Anlage enthielt 5600 Röhren, 1800 Dioden und 300 Relais und benötigte für eine Addition nur noch 0,5 Millisekunden.

Der erste Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (seit 1969: Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels) wurde 1950 dem deutschen Schriftsteller Max Tau (* Beuthen [Oberschles.] 1897, † Oslo 1976) verliehen.

Am Anfang der heute elektronisch arbeitenden Reproduktionsanlagen zur Druckvorlagenherstellung stand der von Rudolf Hell (* Eggmühl 1901) entwickelte und von dem nachrichtentechnischen Unternehmen Dr.-Ing. Rudolf Hell, Kiel, (gegr. 1929) 1950 verwirklichte Klischograph, ein elektronisch gesteuertes Graviergerät, das (nur einfarbige) Strich- und Halbtonvorlagen unmittelbar (und für damalige Verhältnisse sehr schnell) in Metallfolien oder farbbeschichtete Kunststoffolien gravierte.

1950 führte der Rowohlt Verlag in Hamburg (seit 1959 in Reinbek bei Hamburg) in Deutschland die Taschenbücher ein. Die erste Nummer seiner Taschenbuchreihe "rororo" (Abk. für: rowohlts rotations romane) war der Roman "Kleiner Mann - was nun" von Hans Fallada (* Greifswald 1893, † Berlin 1947).

Schon vor Einführung der Kassettenrecorder kamen bespielte Tonbänder auf den Markt. Sie wurden erstmals 1950 von der Firma Recording Associates in New York angeboten.

Eine elektronische Datenverarbeitungsanlage kann jede in geeigneter Form binär verschlüsselte Information verarbeiten und dadurch Aufgaben aus verschiedenen Arbeitsbereichen übernehmen. Sie besitzt aber nicht die Fähigkeit, von sich aus Probleme zu lösen, sondern sie benötigt dazu einen genauen Rechenplan oder eine vollständige Anweisung in einer der Maschine verständlichen Form (Maschinensprache), nach der die zur Bearbeitung einer Aufgabe erforderlichen Arbeitsgänge nacheinander, zum Teil auch gleichzeitig, ablaufen sollen. Dieser Rechenplan ist als Programm (Computerprogramm) definiert. Beim Lösungsgang einer auszuführenden Aufgabe ist das Programm gespeichert (in Lochstreifen, Magnetbändern, Kernspeichern u.a.).
Während bei den ersten Computern die Programmierung darin bestand, das Programm rechnergerecht zu schreiben und die Lage (Adressen) der einzelnen Befehle im Speicher festzulegen, entwickelte man später maschinenorientierte und danach problemorientierte Programmiersprachen, d.h. künstliche, formale Sprachen zur Formulierung von Programmen, die von einer elektronischen Rechenanlage ausgeführt werden können. Die maschinenorientierte Sprache (Assembliersprache, Assembler zu engl. to assemble = sammeln) hat die Struktur wie die Befehle der Maschinensprache des Computer-Typs, unterscheidet sich aber von der Maschinensprache dadurch, daß anstelle eines für den Menschen unverständlichen Binärcodes (ein ablauffähiges Programm muß in einen Digitalrechner binär eingegeben werden) die Befehle und Operanden durch leichter verständliche mnemotechnische Symbole dargestellt sind. (Anstelle der Codierung der Maschinenoperation "Addieren", z.B. durch 00010111 festgelegt, lautet die entsprechende Additionsanweisung "ADD".)
Diese hardwareabhängige symbolische Assembler-Sprache ist erstmals 1950 von dem Engländer Maurice V. Wilkes (* 1913) für den von ihm an der Cambridge University entwickelten und unter seiner Leitung bis 1949 gebauten Röhrenrechner "EDSAC" (Electronic Delay Storage Automatic Computer) eingesetzt worden.

"Fernsehoper" ist die Bezeichnung für eigens für das Fernsehen komponierte Opern, aber auch für Fernsehinszenierungen und Fernsehübertragungen von Bühnenopern. Als erste Fernsehoper im eigentlichen Sinne wurde "Amahl and the night visitors", Oper von Gian Carlo Menotti (* Cadegliano [bei Varese] 1911) am 24. 12. 1951 im Sender NBC (National Broadcasting Company), New York, uraufgeführt. Das Libretto hatte der Komponist geschrieben.

Als erstes deutsches Fernsehspiel nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das "Vorspiel auf dem Theater" aus Goethes "Faust" vom Nord- und Westdeutschen Rundfunkverband, Hamburg, am 2. 3. 1951 gesendet.

In den USA wurde die erste transkontinentale Richtfunkstrecke im August 1951 in Betrieb genommen.
Am 4. September 1951 wurde über sie als erstes transkontinentales Fernsehprogramm für die Amerikaner die Eröffnung der historischen Friedensvertragskonferenz in San Francisco (Calif.) durch Präsident Harry S. Truman übertragen, auf der am 8. 9. 1951 Japan seine Souveränität nach dem Zweiten Weltkrieg wiedererlangte.

Die Micky Maus (engl.: Mickey Mouse), die von Walt Disney (* Chicago [Ill.] 1901, † Burbank [Calif.] 1966) 1928 erfundene Zeichentrickfilmfigur (seit 1930 amerikanische Comic-Figur), fand in Deutschland Verbreitung mit den Micky-Maus-Heften, die der Stuttgarter Ehapa-Verlag ab September 1951 u.d.T. "Walt Disney`s Micky Maus. Das bunte Monatsheft" auf den Markt brachte.
Das (heute wöchentlich erscheinende) Micky-Maus-Magazin war die erste deutsche Zeitschrift, die vollständig in Farbe gedruckt wurde.

Nach Versuchssendungen seit 1940 startete die CBS (Columbia Broadcasting System Inc.)von ihrer Station in New York aus am 25. Juni 1951 mit einer Varietéshow die erste kommerzielle Farbfernsehsendung. Das CBS-System hatte aber den entscheidenden Nachteil, daß es von den Millionen vorhandenen Schwarzweiß-Fernsehern nicht empfangen werden konnte; und die wenigen neuen, teuren Farbgeräte zeigten kein Bild, wenn schwarzweiß gesendet wurde. Daher wurden die Übertragungen im Oktober 1951 wieder eingestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Initiative für die Weiterentwicklung des deutschen Fernsehens vom Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR), Hamburg, (gegr. 1948) aus. Am 12. 7. 1950 wurde von Hamburg aus ein Testbild gesendet, am 27. 11. 1950 begann ein Versuchsbetrieb. Im September 1951 nahm die Philips GmbH, Hamburg, mit dem Tischgerät TD 1410 die erste Serienproduktion eines Heimfernsehempfängers auf. Am 25. 12. 1952 wurde das öffentliche Fernsehen aufgenommen. Neben Hamburg strahlten die über Richtfunk angeschlossenen Sender Hannover, Langenberg und Köln täglich von 20.00 bis 22.00 Uhr (bzw. 22.30 Uhr) ein Programm aus, zusätzlich ein halb- bzw. einstündiges Nachmittagsprogramm.

1952 wurde mit der von dem amerikanischen Autodidakten Frederick Waller aus Huntington (N. Y.) († 1954) entwickelten Cinerama-Technik ein neues Breitwandfilmverfahren eingeführt. Mit drei synchron laufenden Filmprojektoren und einer stark gewölbten Bildwand erhielt man bei einem Bildverhältnis 3 (Breite) zu 1 (Höhe) eine Raumillusion, die durch stereophone Tonuntermalung unterstützt wurde. Den Ton lieferte ein Magnetband; der Stereoton wurde durch fünf hinter der Bildwand angebrachte lautsprecher und mehrere Effektlautsprecher im Vorführungssaal bewerkstelligt.
Der erste Cinerama-Film hieß "This is Cinerama", wurde am 30. September 1952 in New York uraufgeführt und blieb 122 Wochen auf dem Programm. (Der erste Spielfilm in Cinerama folgte erst 1962.)

Im Jahr 1952 brachte die AEG, Berlin, das erste deutsche Tonbandgerät für private Haushalte (Heimgerät) unter der Bezeichnung "Magnetophon KL 15" auf den Markt.

"Inspektor Tondi", verfaßt von Siegfried Lenz (* Lyck 1926), war das erste deutsche Kriminalfernsehspiel nach dem Zweiten Weltkrieg. Es wurde am 11. 8. 1952 vom Nord- und Westdeutschen Rundfunkverband, Hamburg, gesendet.

Das erste deutsche (eigens für das Fernsehen konzipierte) Originalfernsehspiel nach dem Zweiten Weltkrieg war "Das Sparschwein" von A. Artur Kuhnert, das vom Nord- und Westdeutschen Rundfunkverband, Hamburg, am 9. 7. 1952 gesendet wurde.

Am 24. Juni 1952 erschien die erste Ausgabe der "Bild Zeitung" im Axel Springer Verlag, Hamburg. Sie war die erste deutsche (überregionale) Kaufzeitung nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde mit einer Startauflage von 250 000 Exemplaren zum Preis von 10 Pfennigen verkauft. (Ab 1972 u.d.T. "Bild".)

Nach den ersten in den dreißiger Jahren in den USA hergestellten kurzen 3D-Filmen war der erste dreidimensionale Spielfilm der von Arch Oboler in Hollywood produzierte Abenteuerfilm "Bwana Devil", gedreht nach dem "Natural-Vision"-Verfahren von M. L. Gunzburg. Bei ihm nahm die 3D-Kamera das Bild auf zwei Filmrollen durch zwei im Abstand der menschlichen Augen angeordnete Objektive auf. Bei der Betrachtung der auf der Leinwand erscheinenden Doppelkonturen durch eine Polarisationsbrille sahen die Augen die Bilder nicht flächig, sondern plastisch.

In Deutschland wurde die erste Blindenhörbücherei als Sammlung von Schallplatten und Tonbändern mit Buchtexten und Musikalien 1953/1954 in Marburg unter dem Namen "Deutsche Blinden-Hörbücherei GmbH" gegründet.

Als Gegenmaßnahme zum konkurrierenden Fernsehen versuchte die Filmindustrie das Breitwandfilmverfahren ständig zu verbessern. Auf der Suche nach dem immer noch größeren und breiteren Film stieß man bei der "Twentieth Century Fox-Film Corporation (Abk.: 20th Century Fox)", Los Angeles (Calif.), 1952 auf eine bereits 1925 von dem französischen Physiker Henri Jacques Chrétien (* Paris 1870, † Washington [D. C.] 1956) entwickelte Methode, das Kinobild bei der Aufnahme mit Hilfe eines sogenannten anamorphotischen Spezialobjektivs auf einen 35-mm-Film fast um die Hälfte seiner üblichen Breite zusammenzudrängen und es bei der Wiedergabe mit entsprechender Projektoroptik auf der Leinwand zur doppelten Breite zu dehnen(entzerren). Der zusätzliche Aufwand beschränkte sich auf eine konkave Großleinwand und das stereophonische Lautsprechersystem mit drei Lautsprechern hinter der Leinwand und einem Effektlautsprecher im Zuschauerraum. Die 20th Fox Century kaufte dieses, 1937 auf der Pariser Weltausstellung gezeigte System auf und brachte das Verfahren als "CinemaScope" (Cinemascope) heraus.
Den ersten Cinemascope-Breitwandfilm drehte sie nach dem Roman "The Robe" des amerikanischen Schriftstellers Lloyd Cassel Douglas (* Columbia City [Ind.] 1877, † Los Angeles [Calif.] 1951) (Regie: Henry Koster), der 1953 in den amerikanischen Filmtheatern anlief. (Uraufführung: Hollywood, 24. September 1953.)

In der Anfangszeit der elektronischen Datenverarbeitung arbeiteten die als Ausgabegeräte fungierenden Drucker (die die verarbeiteten Daten auf Papier druckten) nach konventionellen Hochdruckverfahren á la Schreibmaschine.
Als die Computer immer schneller wurden, reichte ihr Tempo nicht mehr aus. Es wurde der Drucker (engl.: Printer) entwickelt, ein Peripheriegerät für elektronische Datenverarbeitungsanlagen, das mit hoher Geschwindigkeit (daher auch als Schnelldrucker bezeichnet) Daten, Programme und andere Informationen in Form von Text, Graphiken u.a. auf Papier ausgibt. Den ersten Schnelldrucker brachte 1953 die Remington Rand Inc. für den Großrechner UNIVAC I (1950) heraus. Er konnte 600 Zeilen pro Minute ausdrucken.
Besondere Bedeutung erlangten in der Folgezeit wegen ihrer hohen Druckgeschwindigkeit die Matrixdrucker (1957).

Nach dem 1949 entwickelten ersten vollelektronischen RCA-Farbfernsehsystem wurde 1951 in den USA ein neuer Versuch gestartet, elektronische Fernsehbilder in Farbe zu senden: Das 1951 gegründete "National Television System Committee (Abk.: NTSC)" sollte ein einheitliches amerikanisches Farbfernsehsystem erarbeiten, das zudem kompatibel sein sollte, d.h. ein Schwarzweißfernsehgerät mußte eine Farbsendung in Schwarzweiß, ein Farbfernsehapparat eine Schwarzweißsendung empfangen können. 1953 war eine Lösung gefunden worden, die es möglich machte, Farbfernsehsignale auf demselben Kanal zu senden, über den auch Schwarzweißsendungen liefen.
Am 17. Dezember 1953 wurde dieses von dem amerikanischen Fernsehnormenausschuß NTSC vorgeschlagene Verfahren zur Übertragung von Farbfernsehsignalen ("NTSC-System") für den Fernsehsendebetrieb in den USA freigegeben. Später wurde es auch in Kanada und Japan eingeführt.

Magnetkernspeicher (Ringkernspeicher), bei denen ringförmige Ferrit"kerne" die Informationsträger sind (jeder Ringkern kann ein Bit speichern), wurden früher häufig als Arbeitsspeicher von Computern verwendet. Der amerikanische Großcomputer "Whirlwind", 1953 gebaut vom Digital Computer Laboratory am MIT (Massachusetts Institute of Technology), Cambridge (Mass.), (als zweites verbessertes Exemplar von "Whirlwind I", gebaut 1947-1950) war der erste Computer mit einem Magnetkernspeicher.
(Whirlwind war 1955 noch der schnellste Rechner der Welt; er multiplizierte zwei fünfstellige Zahlen in 0,00006 Sekunden.)

1953 gab der VEB Bibliographisches Institut / VEB Verlag Enzyklopädie, Leipzig, mit seinem "Lexikon A-Z in einem Band" das erste deutsche marxistische Lexikon heraus.

Der erste ganz in Stereophonie produzierte Film war der Gruselfilm "House of Wax", der 1953 von der Warner Brothers Pictures Inc., New York, hergestellt wurde.

Die Deutsche Grammophon GmbH, Hamburg, nahm 1954 im Düsseldorfer Schauspielhaus Goethes "Faust I." in der Gustaf Gründgens-Inszenierung (mit Paul Hartmann als Faust, Gustaf Gründgens als Mephisto, Käthe Gold als Gretchen, Elisabeth Flickenschildt als Marthe) auf. Damit wurde zum erstenmal ein deutsches Drama auf Schallplatte öffentlich zugänglich gemacht.

1954 wurde in den USA das Farbfernsehen nach dem NTSC-Verfahren (1953) eingeführt.

Als erstes Fernsehspiel der Deutschen Demokratischen Republik übertrug der Deutsche Fernsehfunk, Berlin-Adlershof, am 12. 9. 1954 "Die Entscheidung des Tilman Riemenschneider" nach einem Manuskript von Hermann Rodigast.

Wurden bisher die Rundfunkempfänger mit Röhrenverstärkern betrieben, so wurden nach der Erfindung des Transistors (1948) die Röhren durch Transistoren ersetzt. Dadurch wurde es möglich, Radios im Taschenformat herzustellen.
1954 entwickelte die amerikanische Firma Regency das erste Transistorradio.

Die ersten Stereo-Tonbandaufnahmen wurden 1954 von der Firma Livingston Electronics, New York, herausgebracht. Ihr erstes stereophones Tonband (zum Preis von 10 Dollar) enthielt die "Unvollendete" von Franz Schubert und die "Finlandia" von Jean Sibelius.

Nach den maschinenorientierten Programmiersprachen wurden von der Hardware unabhängige oder problemorientierte Programmiersprachen entwickelt, die auf ein bestimmtes Anwendungsgebiet zugeschnitten sind und sich in Bezeichnungen und Verknüpfungsregeln an die hier übliche Sprech- und Schreibweise anlehnen. Diese Sprachen sind einheitlich definiert und können für jeden Rechnertyp verwendet werden. Zur Übersetzung in die von der Rechenanlage interpretierbare Maschinensprache dienen Übersetzer-Programme.
Die erste problemorientierte Programmiersprache wurde von dem Amerikaner John W. Backus als reiner Formelübersetzer (engl.: Formula translator) konzipiert, von der Firma IBM (USA), die die Entwicklungskosten übernahm, 1954 in einer ersten vorläufigen Fassung veröffentlicht, 1957 fertiggestellt und unter dem Namen FORTRAN den Anwendern im mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Bereich zur Verfügung gestellt. In der Folgezeit wurde diese Sprache über mehrere, oft durch römische Ziffern gekennzeichnete Entwicklungsstufen dem Leistungsvermögen der Rechner angepaßt.

Zur Veranstaltung grenzüberschreitender Fernsehprogramme (z.B. Übertragung der Olympiaden) und für einen täglichen Fernsehnachrichtenaustausch gründete die Europäische Rundfunk-Union 1954 die Eurovision mit Sitz der Programmkoordination in Genf und der technischen Koordination in Brüssel. Die Mitgliedsländer sind durch direkte Bildleitungen miteinander verbunden. Der Gedanke eines solchen Zusammenschlusses war 1953 aufgekommen, als die Krönung der englischen Königin Elisabeth II. mit erheblichem technischem Aufwand in Westeuropa live übertragen wurde.
Interkontinentale Fernsehlivesendunden wurden erst durch Fernmeldesatelliten (ab 1962) möglich.

Die ersten Repräsentativumfragen zur Lesekultur in Deutschland erfolgten 1955 durch das "Institut für Demoskopie Allensbach (IfD)" (gegr. 1947 in Allensbach [Baden-Württ.]). Von da ab bedienen sich große Verlagshäuser (Herder, Freiburg/Br. 1959; Bertelsmann, Gütersloh 1961; Institut für Buchmarktforschung des Bertelsmann-Verlages, Hamburg, jetzt Gütersloh [gegr. 1961]; Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Frankfurt/M. seit 1968 u.a.) der neuen Methode der Demoskopie zur Erkundung des Buchmarktes.

Die zweite Computergeneration (seit 1955) arbeitete mit der Transistoren- und Diodentechnik, die raumsparender als die Elektronenröhrentechnik war.
Der erste mit Transistoren bestückte Computer, entwickelt in den Forschungslaboratorien der Bell Telephone Corporation, Murray Hill (N. Y.), wurde am 19. März 1955 fertiggestellt und erhielt den Namen "TRADIC" (Abk. für engl.: Transistorized Digital Computer). Der mit 800 Transistoren und 11 000 Germaniumdioden ausgestattete Digitalrechner ging an die US-Luftwaffe.
Computer der zweiten Generation konnten in einer Sekunde bis zu 15 000 Additionen ausführen.

Obwohl seit 1870 das Phänomen der Lichtausbreitung in einem gekrümmten Strahlenweg durch das Experiment des britischen Physikers John Tyndall (* Leighlin Bridge [Irland] 1820, † Hind Head bei Haslemere [England] 1893) bekannt war, das scheinbar dem Gesetz widersprach, daß sich Licht nur geradlinig ausbreitet, gab es die erste praktische Anwendung für Tyndalls Experiment erst 1955, als der Brite Narinder S. Kapany denselben Effekt bei Versuchen mit gebogenen feinen Glasfasern feststellte. Er hatte damit eine neue Art von Lichtleitern, den Glas-Lichtleiter erfunden und den Weg für eine vielseitige Anwendung der Glasfaseroptik in Wissenschaft und Technik gebahnt.
Heute werden bereits großtechnisch Lichtleiterfasern hergestellt, die biegsam und dünner als ein menschliches Haar sind. Sie bestehen aus zwei verschiedenen Glassorten unterschiedlicher Brechkraft, wobei der Faserkern (aus Glas mit geringen Zusätzen) etwa 0,01 mm und der Mantel (aus reinem Glas) etwa 0,1 mm stark ist. Mehrere Glasfasern können mit verschiedenen Schutz- und Stabilisierungsschichten zu einem Kabel (Glasfaserkabel) zusammengefaßt werden. Glasfaserkabel spielen in der optischen Nachrichtenübertragung eine bedeutende Rolle (1966).

Der Scanner (zu engl. to scan - abtasten) ist ein Gerät, das ein zu untersuchendes Objekt (Bild, Kopiervorlage, menschlicher Körper u.a.) mit einem Licht- oder Elektronenstrahl punkt- bzw. zeilenweise abtastet und die ermittelten Daten weiter verarbeitet, z.B. in einem Computer.
Die englische Firma EMI (Electric and Musical Industries Ltd.), Hayes (Middlesex), stellte 1955 die ersten Scanner (elektronische Bildabtaster mit integriertem Computer) her.

Nach Einführung des Taschenbuches in Deutschland 1950 durch den Rowohlt Verlag, Hamburg, stellten sich einige Verleger die Aufgabe, nicht nur Dichtung und Belletristik, sondern auch Bildung und Wissen durch diesen Buchtyp zu vermitteln.
Sieht man von den "Büchern des Wissens" innerhalb der Taschenbuchreihe "Fischer Bücherei" (seit 1951) des S. Fischer Verlages, Frankfurt/M., ab (begonnen mit: Lincoln Barnett, Einstein und das Universum, Dezember 1952 [Fischer Bücherei: Bd. 21]), so machte den Anfang die thematisch angelegte "Rowohlts deutsche Enzyklopädie. Das Wissen des 20. Jahrhunderts im Taschenbuch" (mit ihrem ersten Band: Hans Sedlmayr, Die Revolution der modernen Kunst), die sich bis heute zu einem gewaltigen Unternehmen entwickelt hat. Die Enzyklopädie in Taschenbuchform, bei der jeder Band ein Wissensgebiet umfaßt, hat den Vorteil, daß der Käufer nicht, wie beim Konversationslexikon, genötigt ist, alle vorhergehenden Bände zu erwerben. So gesehen ist die Taschenbuch-Enzyklopädie kein Lexikon im eigentlichen Sinne.

1956 stellte die IBM (USA) mit ihrem Rechner "IBM-305-RAMAC (Random Access Memory Accounting Computer)" den ersten Computer mit einem Magnetplattenspeicher vor.
Auf 50 schnell rotierenden Magnetplatten konnte ein einzelner Schreib-/Lesekopf bis zu 10 Millionen zweistellige Zahlen abrufen oder speichern.

Das erste deutsche Dokumentarfernsehspiel sendete der Bayerische Rundfunk, München, am 30. Mai 1956 mit "Termin Julia wird gehalten" von Helmut Winter. (Thema war das Problem Schiene und Straße.)

1956 war das erste transatlantische See-Telefonkabel ("TAT-1") zwischen Großbritannien (Oban [Schottland]) und Kanada (Clarenville [Neufundland], 3600 km) betriebsbereit. Das Kabel, das teilweise 4000 m tief unter dem Meeresspiegel lag und 102 Verstärker enthielt, übertrug zunächst gleichzeitig 36 Gespräche. Weitere Kabel erhöhten die Kapazität. Als 1976 das sechste Seekabel "TAT-6" zwischen Frankreich und den USA verlegt wurde, hatte dieses bei einer Länge von 6300 km und mit 693 Zwischenverstärkern 4 200 Fernsprechkreise. (Das Kabel TAT-1 funktionierte fehlerfrei bis 1978; dann ersetzte man es durch andere Seekabel.)

Die Videotechnik (video... zu lat. videre - sehen) umfaßt die Gesamtheit aller technischen Anlagen, Geräte und Verfahren zur Bild- und Tonaufzeichnung von Fernsehsendungen auf Magnetband und zu deren Wiedergabe über ein Fernsehgerät.
Wie das Magnetbandverfahren schon entscheidender Bestandteil der Schallaufzeichnungstechniken geworden war (Magnettonverfahren), unternahm man Anfang der 1950er Jahre Versuche auch zur magnetischen Bildaufzeichnung (MAZ) (1951 die US-Firma Minicom, ein Abkömmling der Scotch-3M-Company, 1954 die RCA[Radio Corporation of America]).
Das erste serienmäßige MAZ-Verfahren wurde von dem amerikanischen Ingenieur Charles P. Ginsburg und der Firma Ampex, Redwood (Calif.), (gegr. 1944) entwickelt.
Nach einer ersten gelungenen firmeninternen Vorführung einer funktionsfähigen magnetischen Bildaufzeichnung am 2. März 1955 (gearbeitet wurde mit einem 2 Zoll [5,08 cm]breiten Magnetband, das mit einer Geschwindigkeit von 38,1 cm/sec lief) stellte die Firma Ampex im April 1956 in Chicago ihr erstes Gerät zur Aufzeichnung von Fernsehbildern und zugehörigem Ton auf Magnetband (Videoaufnahmegerät, Videorecorder) unter der Bezeichnung "Ampex VR 1000" vor. (Es kam erst fünfzehn Jahre später in den Handel.)
Am 30. November 1956 wurde die erste Video-Bandaufzeichnung der Fernsehgeschichte (Fernsehaufzeichnung [des Programms "Douglas Edwards with the News"]) mit einem Gerät vom Typ Ampex VR 1000 über das gesamte US-Fernsehnetz ausgestrahlt.
Ursprünglich war der Videorecorder nur für Sendeanstalten gedacht, die ein Programm vorproduzieren und erst später senden wollten. Doch die Entwicklung führte zu Heimgeräten (Videokassettenrecordern), mit deren Hilfe jeder Fernsehteilnehmer Programme aufnehmen und wieder abspielen kann.

Das erste Videoband (zur magnetischen Aufzeichnung von Fernsehsendungen und deren Wiedergabe auf dem Bildschirm eines Fernsehgerätes), das auf den Markt kam, wurde von zwei Mitarbeitern der amerikanischen Firma Scotch-3M-Company, Mel Sater und Joe Mazzitello, entwickelt. Es gelang ihnen, ihre Erfindung, das "Scotch 179" (mit einer Breite von 2 Zoll [5,08 cm], einer Länge von fast 800 m und einem Gewicht von 10 kg) am gleichen Tag zu präsentieren, an dem die kalifornische Firma Ampex ihren ersten Videorecorder vorführte.

Die ersten Bildungsfernsehkurse mit Abschlußprüfung wurden von der Fernsehstation WTTW in Chicago (Ill.) angeboten. Die Sendereihe wurde unter der Bezeichnung "TV College" im Herbst 1956 gemeinsam mit dem Chicago Junior College gestartet. Der Fernsehunterricht wurde durch schriftliche Arbeiten, Zusammenkünfte zwischen den Fernsehschülern und den Fachlehrern sowie einen Telefondienst ergänzt.

Der erste volltransistorisierte und in Serie hergestellte Computer wurde 1957 von der Firma Siemens AG, Berlin, München, unter der Bezeichnung "Siemens 2002" herausgebracht.

1957 entwickelte in Frankreich der Elektrotechniker Henri de France (* Paris 1911, † ebd. 1986) das Farbfernsehsystem SECAM (Système électronique couleur avec mémoire), das wie das amerikanische NTSC-System (1953) mit dem Schwarzweißempfang kompatibel ist, aber die Mängel von NTSC (störende Einflüsse beim Übertragen und Farbfehler bei der Wiedergabe) weitgehend ausschaltet. Jedoch ist die französische Fernsehnorm empfindlich gegen Störungen bei schwachen Sendern und bei Schwarzweißsendungen.

Ab Anfang der 1960er Jahre erhielt der Reprint (engl.= Wiederabdruck, Neudruck), ein photographischer und dadurch meist originalgetreuer Neudruck eines älteren Werkes, wachsende Bedeutung für die Bibliotheken. Durch Reprints konnten nämlich durch Kriegseinwirkung dezimierte Bibliotheksbestände ergänzt oder im Falle von Bibliotheksneugründungen ältere Literaturbestände allererst aufgebaut werden. Der erste Reprint-Verleger war der 1939 in die USA emigrierte ehemals Wiener Antiquar Hans P. Kraus (* 1907), der in New York seine "Kraus Reprints" mit dem Nachdruck der beiden Zeitschriften "Jet Propulsion", Easton (Pa.) 1930-1958, und "Journal of the British Interplanetary Society", London 1934 ff., begann.
Mit der Auswahl gerade dieser beiden Periodika trug er dem Beginn einer neuen Ära in der Raumfahrtforschung Rechnung (4. 10. 1957: Start des ersten Erdsatelliten der Welt durch die UdSSR).

Mit dem Start des ersten künstlichen Satelliten der Welt, "Sputnik 1", durch die UdSSR am 4. Oktober 1957 begann das Satellitenzeitalter und damit eine neue Ära der Nachrichtentechnik.
Sputnik 1, eine metallene Hohlkugel von 58 cm Durchmesser und 86,3 kg Masse, umkreiste die Erde in 900 km Höhe und sendete 21 Tage lang Funksignale aus; der Satellit blieb 62 Tage auf seiner Umlaufbahn.

Den ersten Taschenbuchladen der Bundesrepublik Deutschland, der zugleich auch der erste Selbstbedienungsladen im deutschen Buchhandel war, eröffnete am 25. Juli 1957 der Kölner Bahnhofsbuchhändler Gerhard Ludwig.

1957 führte die IBM (USA) den zu den Schnelldruckern gehörenden Matrixdrucker ein. Bei ihm waren die zu druckenden Zeichen nicht fertig als Lettern vorhanden, sondern wurden beim Druckvorgang aus Rasterpunkten zusammengesetzt und mit Hilfe eines matrixförmig angeordneten Blocks von kleinen, mikroprozessorgesteuerten Nadeln neu gebildet. Die Druckgeschwindigkeit des ersten Matrixdruckers (Nadeldruckers) betrug bereits 1000 Zeilen pro Minute.
Je nach Bauweise und Drucktechnik können Matrixdrucker heute sehr verschieden sein: es gibt außer Nadeldruckern z.B. Thermodrucker, Tintenstrahldrucker oder Laserdrucker. Die Druckqualität eines Matrixdruckers ist umso besser, je kleiner der Durchmesser der Matrixpunkte und je größer ihre Zahl pro Flächeneinheit ist.

Im Oktober 1958 fertigte der Amerikaner Jack St. Clair Kilby (* Jefferson City [Mo.] 1923), Wissenschaftler bei der Firma Texas Instruments Inc., Dallas (Texas), die erste integrierte Schaltung (engl.: integrated circuit, Abk.: IC), eine neuartige, miniaturisierte elektronische Schaltung, deren Bauteile nicht mehr auf verschiedenen Plättchen, sondern innerhalb eines und desselben Halbleiterkristalls an verschiedenen Stellen angebracht (integriert) wurden. Verschiedene Abschnitte eines Siliziumplättchens wurden mit Unreinheiten, d.h. mit anderen Stoffen, versetzt, so daß jeder dieser Teile andere Eigenschaften bekam und die Funktion eines Transistors, eines Kondensators, eines Widerstandes usw. übernehmen konnte, wobei die Schaltelemente noch durch die notwendigen Leitungen verbunden wurden. Vier Monate nach der Herstellung seiner ersten auf einem Halbleiterkristall integrierten elektronischen Schaltung, die deshalb auch als monolithische integrierte Schaltung oder als Chip (engl.= Stückchen, Schnipsel) bezeichnet wurde, meldete Kilby seine Erfindung zum Patent an, das ihm aber erst 1964 erteilt wurde.
Denn das Schutzrecht wurde zunächst angefochten, da nahezu gleichzeitig mit Kilby der Amerikaner Robert Norton Noyce (* 1927) unter Verwendung der von dem Schweizer Physiker Jean Amedee Hoerni (* 1924) in den USA 1958 entwickelten sogenannten Planartechnik zur Herstellung von Halbleiterbauelementen auch die Integrations-Idee verwirklicht hatte. Noyce brachte die Planartechnologie zur Praxisreife und schuf damit die Grundlage für die Mengenfertigung der Chips.

1958 stellte die Firma Ampex, Redwood (Calif.), unter der Bezeichnung "VR 1000 B" den ersten Farb-Videorecorder vor.

Nach dem Start von "Sputnik 1" durch die UdSSR (1957) wurde am 31. Januar 1958 der erste US-Satellit "Explorer 1" gestartet. (Er registrierte die Existenz eines Strahlungsgürtels von 60000 km Dicke im Magnetfeld der Erde.)
Im Dezember 1958 begannen die USA Versuche mit Nachrichtensatelliten. Nachrichtensatelliten (Kommunikationssatelliten) umkreisen die Erde auf kreisförmigen oder elliptischen Bahnen und dienen der Übertragung öffentlicher und von privaten Betreibern angebotener Telekommunikationsdienste (Fernsprechen, Fernschreiben, Fernkopieren, Fernsehen, Hörfunk, Datenübertragung u.a.)
Am 18. Dezember 1958 starteten die Amerikaner den ersten (68 kg schweren) (Versuchs-) Nachrichtensatelliten "SCORE" (Signal Communication by Orbiting Relay Equipment). Er funkte u.a. am Weihnachtsabend eine vorher aufgenommene Weihnachtsansprache von US-Präsident Dwight D. Eisenhower automatisch aus dem Weltraum zur Erde; gegen Ende Januar 1959 verglühte er in der Erdatmosphäre.

Seit 1958 sind Stereoschallplatten im Handel. Gleich drei Firmen, Audio Fidelity (USA), Pye und Decca (Großbritannien), brachten sie erstmals auf den Markt. (Etwa um die gleiche Zeit begann die stereophone magnetische Aufzeichnung und Wiedergabe auf Bändern und Filmen.)

Der Amerikaner Grace Murray Hopper (* 1906) entwickelte für den Computer UNIVAC I bis 1958 die erste problemorientierte Programiersprache für kommerzielle Anwendungen, die er FLOWMATIC nannte. (Bekannter ist die ebenfalls von ihm 1959 konzipierte Programmiersprache COBOL [Abk. für engl.: Common business oriented language], die 1964 als standardisierte Fassung unter der Bezeichnung "USA Standard COBOL" veröffentlicht wurde.)

Seit 1959 besteht die in Zürich erscheinende erste Schweizer Kaufzeitung "Blick".

Für das von dem Amerikaner Chester Carlson entwickelte Trockenkopierverfahren (Xerographie) (1938) interessierte sich erst die Haloid Company, eine 1906 gegründete kleine Firma in Rochester (N. Y.). Sie brachte 1950 das erste, aber noch ziemlich unvollkommene Xerox-Gerät heraus.
1959
kam der erste, auf dem Verfahren der Xerographie basierende Kopierautomat ("Xerox 914") auf den Markt. (Mit ihm ließ sich erstmals auf normales unbeschichtetes Paper kopieren.)
Aus der Haloid Company wurde die Xerox Corporation (seit 1961 unter diesem Namen), heute einer der größten Hersteller von Kopier- und Vervielfältigungsgeräten.

Die am 4. Oktober 1959 gestartete sowjetische Mondsonde "Luna 3" lieferte beim Umfliegen des Erdtrabanten die ersten Photographien von der Rückseite des Mondes.

1959 fand der erste, vom Börsenverein des Deutschen Buchandels veranstaltete Vorlesewettbewerb für Schülerinnen und Schüler als wesentlicher Beitrag zur Leseerziehung statt. (Seitdem jährlich und vom Ausland nachgeahmt.)

In den 1960er Jahren kam als neuer Typ der Familienzeitschrift die Elternzeitschrift auf, die, vornehmlich für junge Eltern bestimmt, individuelle und soziale Probleme der Familie und Erziehung behandelt.
Die erste Elternzeitschrift in der Bundesrepublik Deutschland wurde 1960 in Krefeld gegründet. "Wir Babys", teilweise "Elternmagazin. Wir Babys", "Elternmagazin" (1965-1966) waren ihre ersten Titel; nach einer Neugründung 1966 erscheint sie in München u.d.T. "Eltern".

1960 konstruierte die japanische Firma Sony Corporation, Tokio, den ersten Fernsehempfänger, bei dem alle Elektronenröhren (außer der Bildröhre) durch Transistoren ersetzt waren (transistorisierter Fernsehempfänger). Dadurch konnten wesentlich kleinere, auch tragbare Fernsehgeräte als bisher gebaut werden.

Der amerikanische Physiker Theodore Harold Maiman (* Los Angeles [Calif.] 1927) baute 1960 für experimentelle Zwecke den ersten Laser (Abk. für engl.: Light amplification by stimulated emission of radiation [Lichtverstärkung durch stimulierte Strahlenemission]), ein Gerät zur Erzeugung und Verstärkung von kohärentem Licht. (Maimans erstes Lasergerät mit einem zylindrischen Stab aus synthetischem Rubin mit völlig planen und parallelen Endflächen lieferte einen kurzdauernden Strahl von reinem rotem Licht, das zehnmillionenmal so intensiv wie das Sonnenlicht war.)
Die Wirkungsweise des Lasers beruht auf der 1917 von Albert Einstein (* Ulm 1879, † Princeton [N. J. ] 1955) theoretisch vorausgesagten sogenannten induzierten Emission, d.h. ein Laser funktioniert, einfach ausgedrückt nach dem Prinzip: Ein geeigneter Stoff wird mit Lichtenergie so aufgeladen, daß er seinerseits wieder Energie, und zwar nicht derselben Phasenlänge, abgibt.
Den praktischen Nutzen der induzierten Emission erkannte man erst, als 1951 sowohl der amerikanische Physiker Charles Hard Townes (* Greenville [S. C.] 1915) als auch die sowjetischen Physiker Nikolaj Gennadijewitsch Bassow (Basov) (* Usman bei Woronesch 1922) und Aleksandr Michajlowitsch Prochorow (* Atherton [Australien] 1916) vorschlugen, auf diese Weise Mikrowellen (sehr kurzwellige elektromagnetische Wellen) zu verstärken, im Jahr 1953 Townes den ersten Mikrowellenverstärker nach dem Prinzip der induzierten Emission, den sogenannten Maser (Abk. für engl.: Microwave amplification by stimulated emission of radiation [Mikrowellenverstärkung durch stimulierte Strahlenemission]), baute und nachdem 1958 Townes und sein Schwager, der amerikanische Physiker Arthur Leonard Schawlow (* Mount Vernon [N. Y.] 1921) einen "optischen Maser" entwarfen, der nicht Mikrowellen, sondern sichtbares Licht ausstrahlt, woraus sich der Laser entwickelte.
Wegen der hohen Lichtintensität und der starken Bündelung gibt es für den Laserstrahl zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in Technik, Naturwissenschaften und Medizin. (Townes, Bassow und Prochorow erhielten für ihre Entwicklung der Maser- und Laserprinzipien 1964 den Nobelpreis für Physik.)

In der üblichen Computerklassifizierung (Groß-Computer, Mikro-Computer, Mini-Computer [Büro-Computer], Personal Computer [PC], Home-Computer [Heim-Computer]) liegt die Leistung des Minicomputers (heute bis zu 2 Mio. Operationen in der Sekunde) oberhalb der des PC und unterhalb der des Mikrocomputers.
Der amerikanische Elektroingenieur Kenneth Harry Olsen (* Bridgeport [Conn.] 1926) entwickelte in der von ihm 1957 gegründeten Firma "Digital Equipment Corporation (DEC)", Maynard (Mass.), 1960 den ersten Minicomputer, den "Programmed Data Processor (PDP-1)". Dank der raumsparenden Transistortechnik paßte er in vier 1,80 m hohe Schränke. Beim PDP-1 erfolgte die Eingabe über eine einfache Tastatur und die Ausgabe über einen kleinen Bildschirm oder einen Drucker. Im Grunde führte diese Ausstattung in direkter Linie zu den heutigen Personal Computern.

Der am 1. April 1960 gestartete US-Satellit "Tiros 1" war der erste meteorologische Satellit (Wettersatellit). Er übermittelte bis zum 17. Juni 1960 22962 Wolkenbilder.

Am 12. August 1960 starteten die USA in Des Moines (Ia.) mit "Echo 1" den ersten Ballonsatelliten (zu Testzwecken). Er bestand aus einer beim Start zusammengelegten dünnwandigen Plastikhülle, die auf seiner Umlaufbahn in einer Höhe von 1600 km durch chemische Gasentwicklung zu einem Ballon mit einem Durchmesser von 30 m aufgeblasen wurde. Ein dünner metallischer Überzug diente zur Reflexion der von der Erde ausgestrahlten Funksignale. Geräte zur Verstärkung enthielt er nicht, so daß Echo 1 noch ein passiver Nachrichtensatellit war.

Der erste mit Verstärker und Sender arbeitende aktive Nachrichtensatellit war der am 4. Oktober 1960 gestartete amerikanische "Courier 1B". Er sollte mehrere Jahre funktionieren, verstummte jedoch nach 18 Tagen.

Nach 1960 hielt die Elektronik auch in der Photographie Einzug. Die photographische Kamera entwickelte sich zu einer vollautomatischen Kamera, da durch elektronische Ausstattungen die wesentlichen Kamerafunktionen (Belichtungszeit, Blendenöffnung, Scharfeinstellung u.a.) automatisiert wurden.

Die Forschung zur automatischen Sprachübersetzung (maschinellen Sprachübersetzung), der Übersetzung von Texten einer Sprache in den entsprechenden Text einer anderen Sprache unter Verwendung elektronischer Rechenanlagen, begann mit Veröffentlichungen (seit 1946) und Experimenten (seit 1950) des Engländers Andrew Donald Booth (* 1918) und des Amerikaners William Weaver (* 1929). Nach 1960 entstanden die ersten Übersetzungsprogramme.
Zum Beispiel wurde Anfang der siebziger Jahre ein universelles Übersetzungsprogramm mit der Bezeichnung "SYSTRAN" entwickelt, das erstmals in der Vorbereitung des amerikanisch-sowjetischen Apollo-Sojus-Raumfahrtunternehmens 1975 angewendet und 1981 von der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft übernommen wurde.
Eine annähernd perfekte Übersetzungsarbeit verspricht man sich von dem Einsatz von Expertensystemen (1988).

1961 stellte die niederländische Firma Philips, Eindhoven, auf der Berliner Funkausstellung den ersten auf dem Eidophor-Verfahren (1943) gründenden Großbildprojektor mit einem Bildformat von acht mal zehn Metern vor.

Auf der Suche nach einem neuen Schreibmaschinensystem griff die IBM (USA) bei der Konstruktion ihrer im Jahre 1961 auf den Markt gebrachten (elektrischen) Kugelkopfschreibmaschine auf den Sammeltypenträger zurück, mit dem in der Frühzeit der Schreibmaschine schon einige Erfinder gearbeitet hatten: Statt, wie bei den konventionellen Maschinen, für jeden Buchstaben einen besonderen Typenhebel vorzusehen, verteilte sie den gesamten Schrifttypensatz auf der Oberfläche einer entlang der Schreibwalze beweglichen und beliebig austauschbaren Kunststoffkugel.
Ab 1964 arbeitete die verhältnismäßig leise und sehr schnell schreibende Kugelkopfmaschine mit nur einmal verwendbaren Spezialplastikfarbbändern in Kassette, und in der letzten Entwicklungsstufe konnten über eine Korrekturtaste und ein parallel zum Farbband geschaltetes Korrekturband falsch geschriebene Buchstaben oder auch ein ganzes Wort gelöscht werden.

Versuche zur drahtlosen stereophonen Übertragung (Rundfunk-Stereophonie) wurden ab 1934 unternommen, führten aber erst zum Erfolg, nachdem das Problem der Kompatibilität gelöst war, d.h. der Möglichkeit, stereophon ausgestrahlte Sendungen mit älteren Radiogeräten monophon bzw. monophone Sendungen mit Stereogeräten zu empfangen. Dies gelang mit einem von den Firmen "General Electric Company (GE)", New York, und "Zenith Radio Corporation", Chicago (Ill.), entwickelten Verfahren ("Pilotton-Verfahren"). Ab 1961 wurden in den USA (nach diesem Verfahren) die ersten Rundfunksendungen stereophon ausgestrahlt.

Die erste deutsche Verbraucherzeitschrift ist das Blatt "DM - Deutsche Mark", Stuttgart (1966 ff.: Frankfurt/M.) 1961 ff.

Ende 1961 wurden von den US-Firmen Texas Instruments und Fairchild erstmals integrierte Schaltkreise industriell hergestellt.
Im Oktober 1961 lieferte Texas Instruments an die amerikanische Luftwaffe einen Kleinrechner, der komplett mit integrierten Schaltungen bestückt war.

Die Physiker All Javan (* 1926), William Ralph Bennett (* 1930) und D. R. Herriott fertigten in den USA den ersten Gaslaser, den sie 1961 in Betrieb setzten. Gaslaser sind nicht so energiereich wie Rubinlaser (1960), dafür erzeugen sie einen kontinuierlichen Lichtstrahl, während der Rubinlaser nur kurze Lichtblitze abgibt.

Byte (engl. Kunstwort) ist in der elektronischen Datenverarbeitung eine zusammengehörige Folge von Bits zur Codierung von alphanumerischen Zeichen oder anderen Informationen (z.B. Schaltzuständen). Bei den meisten Programmiersprachen bilden acht Bits ein Byte, so daß durch ein Byte die Verschlüsselung von 28=256 verschiedenen Zeichen (Buchstaben, Ziffern, Sonderzeichen) ermöglicht wird. Das Byte ist die kleinste im Speicher eines Computers adressierbare Informationseinheit.
Das Byte ist auch die gebräuchliche Maßzahl zur Angabe der Speicherkapazität der verschiedenen Speicher einer Rechenanlage. Man gibt diese Kapazitäten in den Vielfachen Kilo-Byte (KByte, Abk.: KB), Mega-Byte (MByte, Abk.: MB) oder Giga-Byte (GByte, Abk.: GB) an. Dabei sind 1 KB = 210 Byte = 1024 Byte, 1 MB = 220 Byte - 1 048 576 Byte, 1 GB = 230 Byte = 1 073 741 824 Byte. Der Begriff Byte wurde im Zusammenhang mit dem von der IBM (USA) für das Los Alamos Laboratory der U.S. Atomic Energy Commission entwickelten und 1961 in den Dienst gestellten Großcomputer "STRETCH" eingeführt.

Eine Postleitzahl ist ein mehrstelliger Zahlenzusatz zur Ortsbezeichnung als Bestandteil der Postanschrift und dient der Beschleunigung und Vereinfachung des Postverkehrs. 1941 wurde in Deutschland der erste Versuch unternommen, Postleitzahlen einzuführen, indem Deutschland in 24 Leitgebiete aufgeteilt wurde.
Diese Vorform der Postleitzahl wurde 1961 in der Bundesrepublik Deutschland, in der Deutschen Demokratischen Republik 1965 durch ein vierstelliges Postleitzahlensystem ersetzt, dessen erste Ziffer die "Leitzone", die beiden ersten den "Leitraum", die drei ersten den "Leitbereich" und alle vier Ziffern den Postort angeben.
Der Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik machte neue Postleitzahlen erforderlich. Am 1. Juli 1993 führte die Deutsche Bundespost ein nunmehr fünfstelliges Postleitzahlensystem ein, in dem, wie im bisherigen System, jeder einzelnen Stelle eine besondere Leitaufgabe zukommt, jedoch mit feineren Unterscheidungen.
Nach dem deutschen Vorbild gibt es Postleitzahlen in der Schweiz seit 1964, in Österreich seit 1966 sowie in zahlreichen anderen Ländern.

Der erste abendfüllende Spielfilm in Cinerama war "The Wonderful World of the Brothers Grimm", der als Produktion der Metro-Goldwyn-Mayer Incorporated, New York, (unter der Regie von George Pal und Henry Levin) 1962 entstanden war.

1962 kamen in den USA die ersten integrierten Schaltungen auf den Markt.
Mit ihrem Baubeginn konnte man auf einem fünf Quadratmillimeter großen Siliziumplättchen acht Transistorfunktionen mit allen Verbindungsleitungen und Kontakten unterbringen. 1969 faßte ein Chip schon 64 Schaltkreise mit 664 Transistoren; 1970 wurden 14 000 Schaltelemente auf einen 17-Quadratmillimeter-Chip gebracht, womit die physikalischen Grenzen noch nicht erreicht waren.

Schon beim Übergang von der Elektronenröhre zum Transistor (auf vielen Gebieten seit Beginn der 1950er Jahre) war die Miniaturisierung auf ca. ein Zehntel verwirklicht worden. (Während die Röhren meist eine Länge von mehr als 10 cm hatten, war ein Transistor nicht viel größer als eine Erbse.)
Um 1962 schrumpften die Transistoren und die Dioden auf die Größe eines Salzkorns und führten bei elektronischen Rechen- und Datenverarbeitungsanlagen zu höherer Rechengeschwindigkeit und Leistung bei geringeren Herstellungskosten. Dies waren die Kennzeichen der dritten, durch die Miniaturtechnik bestimmten dritten Computergeneration (seit 1962).
Später arbeiteten die Rechner der dritten Generation mit Schaltkreisen in sogenannter Hybridtechnik, die teils aus Einzelbauelementen und teils aus Bauelementen bestanden, die in ihrer Kombination eine bestimmte Funktion erfüllten.
Etwa 15 000 Additionen pro Sekunde erreichten die Computer der zweiten Generation, 150000 Additionen in einer Sekunde schaffte die Nachfolgegeneration. (Beispiele für Rechner der dritten Generation waren der von der amerikanischen Computerfirma "Control Data Corporation" [gegr. 1957] konstruierte Großcomputer "CD 6600" [1964 ] und das IBM-System 360 mit verschiedenen Modellen [ab 1965].)

Nach der Erfindung des Lasers (1960) kamen die beiden amerikanischen Wissenschaftler Emmett N. Leith und Juris Upatnieks als erste auf die Idee, den Laser für die Holographie (1948) einzusetzen. 1962 bauten sie unter Benutzung eines Gaslasers das erste Holographiegerät zur Aufnahme und Wiedergabe eines holographischen Bildes.

Am 10. Juli 1962 starteten die Amerikaner von Cape Canaveral in Florida aus den ersten kommerziellen (aktiven) Nachrichten- und Fernsehsatelliten "Telstar 1", der weltweite Direktübertragungen von Fernsehsendungen und Ferngesprächen möglich machte. Am 20. Juli 1962 übertrug er erstmals Fernsehbilder zwischen den USA (Bodenstation Andover) und Frankreich (Bodenstation Pleumeur-Bodou nahe der nordfranzösischen Atlantikküste).
Im selben Jahr übermittelte Telstar auch die ersten über Satellit gefunkten Telefonate über den Atlantik. Am 23. Juli 1962 ermöglichte er die erste Live-Fernsehübertragung von Kontinent zu Kontinent, d.h. den ersten Fernsehprogrammaustausch zwischen Europa und den USA: Präsident Kennedy redete die Europäer über Telstar an; der Klang von Big Ben am Schluß der Europasendung kam in den USA nicht mehr an, da Telstar noch kein geostationärer TV-Satellit war und deshalb immer wieder für die Nutzung ausfiel.
Am 13. Dezember 1962 kam zu Telstar 1 noch der Nachrichtensatellit "Relay 1" hinzu. Er übertrug von 1963 an Farbfernsehprogramme zwischen Amerika und Europa sowie Telefongespräche zwischen den USA und Brasilien.

In den 1960er Jahren entwickelten die Telefongesellschaften elektronische Wählsysteme. Der erste vollelektronische Vermittlungsdienst wurde 1962 in England eingeführt.

Die ersten Versuche, die Einsatzmöglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung für den (wissenschaftlichen) Bibliotheksbetrieb theoretisch zu prüfen und praktisch zu erproben, begannen in der Bundesrepublik Deutschland ab 1963 an den Bibliotheken der Universität Bochum und der Technischen Universität Berlin.

Der Filzschreiber (Faserschreiber, Dochtschreiber), ein Schreibgerät, das aus einem Speicher mit Schreibflüssigkeit (Tinte) und einer Schreibspitze aus einem relativ breiten, hartgepreßten Filzdocht besteht, wurde 1963 von der japanischen Firma Pentel entwickelt. Sie exportierte ihre Filzstifte (mit Acrylspitze) in alle Welt.

Für die reine Unterhaltung bedeutend wurde der Schritt vom Tonbandgerät (1935) zum Kassettenrecorder. 1963 präsentierte der niederländische Philips-Konzern auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin die erste Tonkassette mit passendem Recorder.

1963 brachte der Amerikaner Edwin Herbert Land sein Polaroid-Verfahren (1947) jetzt auch für Farbbilder auf den Markt. Mit der Erfindung seines Farbfilms "Polacolor" ließ sich nach weniger als einer Minute ein Farbabzug herstellen.

1963 wurde das in den Vereinigten Staaten von Amerika 1961 eingeführte Verfahren zur stereophonen Rundfunkübertragung (Pilottonverfahren) von der Bundesrepublik Deutschland übernommen. Am 30. August 1963 übertrug der Sender Freies Berlin Deutschlands erstes Rundfunkkonzert in Stereo.

Ein wichtiger Sonderfall der Nachrichtensatelliten ist der geostationäre Satellit (Synchronsatellit), dessen Umlaufszeit mit der Rotationsperiode der Erde übereinstimmt, so daß er immer über demselben Punkt der Erdoberfläche bleibt. Mit drei um jeweils 120° gegeneinander versetzten Synchronsatelliten lassen sich alle Punkte der Erdoberfläche bis auf polnahe Gebiete erreichen.
Der erste Nachrichtensatellit mit synchroner Umlaufbahn wurde am 14. Februar 1963 mit dem amerikanischen Versuchssatelliten "Syncom 1" gestartet. Er erreichte mit 35 800 km zwar die erforderliche Höhe von etwa 36 000 km, aber bereits nach 24 Stunden riß die Verbindung mit ihm ab.

Das Zeitalter der geostationären Nachrichtensatelliten begann am 26. Juli 1963 mit dem Start des amerikanischen synchron umlaufenden Kommunikationssatelliten "Syncom 2", der sich besser bewährte als der Vorgänger-Satellit "Syncom 1".

1963 brachte die Firma Ampex, Redwood (Calif.), unter der Bezeichnung "VR 110" den ersten volltransistorisierten Videorecorder auf den Markt.

Die kompakten Kasten- oder Boxkameras hatten zur Popularisierung der Amateurphotographie beigetragen. Aber nicht jedem Amateur gelang es reibungslos, den Rollfilm in die Boxkamera einzulegen und nach Belichtung wieder herauszunehmen, ohne daß es zum Lichteinfall kam. Diesem Umstand trug die Eastman Kodak Company durch Entwicklung eines neuen Filmladesystems Rechnung: 1963 ersetzte sie den Rollfilm durch die Kodapak-Kassette und lieferte für sie eine Serie von "Instamatic"Kameras. Die Instamatic wurde innerhalb von fünfzehn Jahren zur erfolgreichsten Kamera der Photogeschichte.

Die erste Bibel auf einem Stückchen Mikrofilm von der Größe 46 x 44 mm (auf dem 1245 Seiten der Heiligen Schrift untergebracht sind) wurde 1964 von der National Cash Register Company in Dayton (Oh.) für Gäste des Grolier Clubs auf der New Yorker Weltausstellung herausgegeben.

Angesichts der heutigen Informationsflut sind eine der wichtigsten Möglichkeiten zum Auffinden von fachlichen Informationen die elektronischen Datenbanken (Informationsbanken), verfügbar als Literaturdatenbanken (enthalten bibliographische Daten, auch mit Inhaltsangaben), Faktendatenbanken (mit statistischen Daten, Wirtschaftsinformationen u.ä.) oder Volltextdatenbanken (mit vollständigem Text der Quellen). Dabei ist eine Datenbank ein zentral verwaltetes System großer Mengen von Daten, die so gespeichert sind, daß sie mit Hilfe eines Computers auf den neuesten Stand gehalten und jederzeit nach verschiedenen Kriterien durchsucht und ausgewählt werden können. Die Ausgabe der gewünschten Informationen erfolgt auf einem Bildschirm, durch einen Drucker u.a.
Eine der frühesten öffentlich zugänglichen Literaturdatenbanken ist das die internationale biomedizinische Zeitschriftenliteratur (auch einige Monographien und Reports) erfassende computerisierte Informations- und Recherchesystem MEDLARS (Abk. für engl.: Medical Literature Aalysis and Retrieval System), das von der National Library of Medicine, Bethesda (Md.), seit 1960 entwickelt wurde und seit 1964 arbeitsfähig ist. In der Bundesrepublik Deutschland war diese Datenbank erstmals 1969 über das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Köln, zugänglich.
(Datenbanken werden heute auch über Bildschirmtext [Btx] zugänglich gemacht und auf CD-ROM angeboten.)

Die Abwicklung des Nachrichtenverkehrs über Satelliten erfordert sogenannte Erdefunkstellen (Bodenstationen für den Funkverkehr mit den Nachrichtensatelliten), welche die relativ schwachen Signale der Nachrichtensatelliten auffangen und verstärken, aber auch selbst Funksignale zu den Satelliten senden.
Die erste deutsche, von der Deutschen Bundespost betriebene Erdefunkstelle wurde im Herbst 1964 im oberbayerischen Raisting ihrer Bestimmung übergeben.
Zuvor, am 8. November 1963, hatte der damalige Bundespostminister Richard Stücklen (* Heideck 1916) mit dem Leiter der amerikanischen Raumfahrbehörde NASA vermittelt vom Nachrichtensatelliten Relay 1, das erste "Weltraum-Ferngespräch" der Deutschen Bundespost geführt.

Der Typ des Nachrichtenmagazins wurde in Frankreich mit der in Paris 1953 von Jean-Jacques Servan-Schreiber (* Paris 1924) und Françoise Giroud gegründeten Wochenzeitschrift "L'Express" eingeführt, die seit 1964 ein Nachrichtenmagazin ist.

1964 brachte die Firma IBM (USA) die erste elektrische Schreibmaschine mit elektronischem Textspeicher (Magnetband) auf den Markt.
Derartige Schreibmaschinen, welche während des Schreibens den Text nicht nur auf Papier ausgeben, sondern auch elektronisch codiert auf einem Magnetband speichern, werden besonders für die Mengenfertigung von Werbebriefen und für die "programmierte Korrespondenz" eingesetzt, bei der immer wiederkehrende, formelhafte Textpassagen sowie ganze Standardbriefe als wesentlicher Teil der Geschäftskorrespondenz gespeichert sind, die bei Bedarf aus dem Speicher abgerufen und ausgeschrieben werden. Variable Textstellen (Datum, Adresse, ggf. Einzelheiten) können ausgespart und manuell eingetippt werden.

Globale Bedeutung für die internationale Kommunikation erlangten die Nachrichtensatelliten von INTELSAT (Abk. für engl.: International Telecommunications Satellite Consortium), einer 1964 in Washington (D. C.) von 14 Staaten unter der Führung der USA gegründeten internationalen Organisation für den Bau und Betrieb eines weltweiten Systems von geostationären Nachrichtensatelliten (1989; 112 Mitgliedstaaten). Die Staaten sind durch ihre Post- und Fernmeldeverwaltungen (z.B. die Bundesrepublik Deutschland durch die Deutsche Bundespost) oder durch private Fernmeldeunternehmen vertreten.
Der erste INTELSAT-Satellit war "Early Bird" (1965). Die Leistungsfähigkeit der INTELSAT-Serien (mit unterschiedlich vielen Satelliten) wurde ständig gesteigert. (Konnte z.B. Early Bird mit 39 kg Gewicht 240 Telefongespräche oder ein Fernsehprogramm übertragen, so stieg die Kapazität der Satelliten der INTELSAT-V-Serie [1. Start: 1981, Gewicht: 950 kg] auf 12 000 Gespräche und zwei Fernsehprogramme.)
Heute werden etwa zwei Drittel des gesamten internationalen Fernmeldeverkehrs (Telefon, Fernschreiben, Fernkopieren, Datenkommunikation) und fast die gesamte interkontinentale Fernsehprogrammverteilung über Satelliten von INTELSAT abgewickelt. (Seit 1991 wird die aus sieben Nachrichtensatelliten bestehende INTELSAT-VII-Serie vorbereitet.)

1965 brachte die Digital Equipment Corporation (DEC), Maynard (Mass.), mit ihrem "Programmed Data Processor 8 (PDP-8)" den ersten massenproduzierten Kleincomputer auf den Markt. Klein genug, um auf Labor- und Bürotischen Platz zu haben, setzte der PDP-8 nach den bisherigen Riesencomputern das Konzept der Minicomputer durch, womit der entscheidende Schritt der Dezentralisierung der Datenverarbeitung getan wurde.

Mit der Erfindung des "Digiset"-Systems durch den deutschen Ingenieur Rudolf Hell (* Eggmühl 1901) 1965 begann der computergesteuerte photoelektronische Lichtsatz die herkömmlichen Satztechniken in den Textdruckereien zu verdrängen.
Beim Lichtsatz sind keine materiellen Vorlagen (z.B. photographische Negative wie beim Photosatz [1930]) mehr vorhanden, sondern die Schriftzeichen sind in einem Magnetspeicher digital gespeichert. Aus ihm werden sie entsprechend dem ebenfalls magnetisch gespeicherten, d.h. auf Magnetbänder eingetasteten Text abgerufen, auf dem Leuchtschirm einer Kathodenstrahlröhre erzeugt (vergleichbar dem Aufbau eines Fernsehbildes) und auf photographisch empfindlichem Papier abgebildet, aus dem man nach der Entwicklung eine Druckvorlage zusammenstellen kann.
Inzwischen haben sich verschiedene Licht- bzw. Photosatzmethoden (Lichtsatz und Photosatz lassen sich heute begrifflich nicht mehr streng unterscheiden) entwickelt, und zwar, um möglichst hohe Arbeitsgeschwindigkeiten zu erzielen, in immer engerer Verbindung mit einer EDV-Anlage (Satzrechner).
Die Setzleistung beim Lichtsatz liegt bei über 1 Mio. belichtete Buchstaben je Stunde. Da die Photosetz- und Lichtsetzmaschinen in Leistungsfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten den Bleisetzmaschinen (mit Setzleistung: 5000-7000 Buchstaben/Stunde [Zeilenguß-Setzmaschinen] und über 8000 Buchstaben/Stunde[Typenguß-Setzmaschinen]) um ein Vielfaches überlegen sind, ist der seit Gutenberg verwendete Bleisatz in den Druckereien heute weitgehend durch den Photosatz und Lichtsatz ersetzt worden. (1976 gab die Linotype GmbH, Berlin, die Einstellung ihrer Bleisetzmaschinenproduktion bekannt.)

Der erste kommerzielle geostationäre Nachrichtensatellit für Fernsprech-, Fernseh- und Datenübertragung war der am 6. April 1965 von den USA gestartete Nachrichtensatellit "Early Bird" (engl.= Frühaufsteher), der später als erster INTELSAT-Satellit in INTELSAT I umbenannt wurde.
Er nahm am 28. Juni 1965 seinen Dienst als erster internationaler Nachrichtensatellit auf, der eine ständige Verbindung zwischen Europa und Amerika herstellte. Der 39 kg schwere Early Bird konnte gleichzeitig 240 Telefongespräche oder ein Farbfernsehprogramm übertragen. Er wurde im August 1969 abgeschaltet.

Seit 1965 stellte die UdSSR Nachrichtenverbindungen zu den Ostblockstaaten durch die Nachrichtensatelliten ihrer "Molnija"-Serie her. (23. April 1965: Start des ersten sowjetischen Kommunikationssatelliten "Molnija A".)

Die 1965 in Saint Louis (Mo.) gegründete Zeitschrift "Miniature Book News" ist die älteste, noch erscheinende Zeitschrift für Miniaturbuchsammler (Miniaturbuchfreunde).

In manchen Arbeitsgebieten gehören heute die "lesenden" Maschinen (Klarschriftleser, Zeichenleser, Lesemaschinen) schon zum Alltäglichen. Ein Klarschriftleser ist ein Gerät für das optische Erkennen von (auch für den Menschen lesbaren) Schriftzeichen (die meistens genormt sind) und deren Umsetzung in einen für die Eingabe in eine Datenverarbeitungsanlage geeigneten Code. Beispielsweise werden Beleglesern bei Banken einheitlich strukturierte Einzelbelege (Schecks, Zahlungsanweisungen u.a.) zugeführt, wodurch das Buchungsverfahren beschleunigt wird. Streifenleser übertragen die in einem Streifencode an der Ware angebrachten Vermerke über Preis, Artikelnummer u.a. unmittelbar in den Rechner der Registrierkasse und machen das Eintasten überflüssig. Blattleser lesen unstrukturierte Texte von Einzelblättern, z.B. die Angaben auf Bestellungen, Frachtbriefen, in die EDV ein.
Die Lesetechnik erfolgt im allgemeinen photoelektrisch, d. h. durch einen Lichtstrahl wird das auf dem Datenträger fixierte Zeichen abgetastet und der Hell-Dunkel-Unterschied zwischen dem dunklen Zeichen und dem hellen Grund in elektrische Signale umgewandelt. Die Maschine vergleicht die aufgenommenen Zeichen anhand bestimmter Merkmale mit den elektronisch gespeicherten Normzeichen und ordnet sie ein (Zeichenerkennung). Die so identifizierten Zeichen werden vom Computer weiter verarbeitet.
Um gedruckte oder geschriebene Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen für elektronische Zeichenleser erkennbar zu machen, sind verschiedene (auch für den Menschen lesbare) Spezialschriften entwickelt und international genormt worden, z.B. die weit verbreitete OCR-Schrift (Abk. für engl.: Optical Character Recognition [optische Zeichenerkennung]). Aus ihr gingen zwei Schriftfassungen hervor, die meist bei Beleglesern vorausgesetzte strenge OCR-A-Schrift, die neben einer Anzahl spezieller Zeichen und den Ziffern nur Großbuchstaben enthält, und die der üblichen Schreibmaschinenschrift stärker angepaßte OCR-B-Schrift mit Groß- und Kleinbuchstaben.
Einen der ersten Klarschriftleser brachte die Firma Siemens im Jahre 1965 heraus. Er war in erster Linie als Belegleser bestimmt, wurde aber auch für das Lesen von Postleitzahlen auf Briefen und Postkarten erprobt, da um diese Zeit die Deutsche Bundespost an der Einführung elektronisch gesteuerter Briefsortieranlagen arbeitete.
Heute gibt es "Scanner", die die gebräuchlichen Schreibmaschinen- und Druckschriften automatisch lesen, digitalisieren und einspeichern.

1965 kamen die ersten Musikkassetten auf den Markt.

Nachdem Mitte der 1950er Jahre die Periode der Maschinensprachen einschließlich ihrer Weiterentwicklung ihren Abschluß gefunden hatte, begann danach die systematische Entwicklung problemorientierter Programmiersprachen, die zu immer komplizierteren, aber dafür immer benutzerfreundlicheren Sprachen führte: ein Laie konnte sie nach kurzer Einarbeitung beherrschen. So entwickelten in den Jahren 1963-1965 John G. Kemeny und Thomas E. Kurtz am Dartmouth College in Hanover (N. H.) die leicht zu lernende problemorientierte Programmiersprache BASIC (Abk. für engl.: Beginner's All-purpose Symbolic Instruction Code [Symbolischer Allzweck-Befehlscode für Anfänger]), die sich besonders für die mathematisch-wissenschaftliche Programmierung (u.a. von Tischrechnern) eignet und sich mit verschiedenen Ergänzungen als Dialogsprache (d.i. eine für den Dialogbetrieb geeignete Programmiersprache) insbesondere bei Home- und Personal Computern bewährt hat.
1975 schrieben William H. Gates (* 1955), Student der Harvard University, und Paul Allan die Universal-Programmiersprache BASIC für Mikrocomputer um.

1966 kam der amerikanische Wissenschaftler Charles K. Kao auf die Idee, Glasfasern zur Übermittlung von Telefongesprächen zu verwenden, womit er die optische Nachrichtenübertragung als eine neue Technik einleitete. Bei ihr werden elektrische Sendesignale in elektrooptischen Wandlern in Lichtsignale umgewandelt und in einem Glasfaserkabel (1955) übertragen. Auf der Empfangsseite werden die optischen Signale durch optoelektronische Umsetzer wieder in elektrische verwandelt.
Vorteile der optischen Übertragungssysteme gegenüber den konventionellen, mit Kupfer- und Koaxialkabel arbeitenden sind größere Übertragungskapazität, geringerer Umfang, geringeres Gewicht, niedrigere Dämpfung und damit größere Reichweite ohne Zwischenverstärker, geringere Empfindlichkeit gegenüber Störungen; schließlich sind die Rohstoffe für Glas praktisch unbegrenzt vorhanden und preiswerter als Kupfer. Da zudem über das Glasfaserkabel alle Formen der Telekommunikation, die bisher über elektromagnetische Wellen durch die Luft oder durch Metallkabel übermittelt wurden, in digitaler Form geleitet werden können, wird das Glasfaserkabel zum wichtigsten Übertragungsmittel der Zukunft, das gleichermaßen für die Individual- wie Massenkommunikation genutzt werden kann.
Die Entwicklung der Glasfaserkabeltechnik begann mit Laborversuchen ab Anfang der 1970er Jahre.

Nach den ersten, noch thematisch ausgerichteten Taschenbuch-Lexika (Rowohlts deutsche Enzyklopädie, FischerLexikon) gab es bald auch das allgemeine Lexikon in Taschenbuchform: "Das Herder-Bücherei-Lexikon", 2 Bde., Freiburg/Br.: Herder 1965 (nicht bebildert); "Knaurs Lexikon a-z", München: Droemersche Verlagsanstalt 1966; "rororo-Taschenbuch-Lexikon", 9 Bde., Hamburg: Rowohlt Taschenbuchverlag 1966; schließlich erschienen im Deutschen Taschenbuch Verlag, München, (im November) 1966 "für alle, die sich teure Lexika nicht leisten können", die ersten 5 Bände des auf 20 Bände angelegten, nach lexikalischen Unterlagen von F. A. Brockhaus erarbeiteten "dtv-Lexikons", das (im Oktober) 1968 komplett vorlag und das hinsichtlich Zuverlässigkeit und Aktualität wohl als das erste echte deutsche Taschenbuch-Lexikon zu bezeichnen ist.

Die von der Deutschen Bibliothek, Frankfurt/M., (in verschiedenen Reihen und Kumulationen) 1947-1990 herausgegebene "Deutsche Bibliographie" (seit 1. 1. 1991 u.d.T. "Deutsche Nationalbibliographie und Bibliographie der im Ausland erschienenen deutschsprachigen Veröffentlichungen" als Vereinigung und Fortführung der "Deutschen Bibliographie" der Deutschen Bibliothek, Frankfurt/M., [1947-1990] und der "Deutschen Nationalbibliographie" der Deutschen Bücherei, Leipzig, [1931-1990]) begann 1966 als erste Nationalbibliographie der Welt ihre Herstellung mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung (und des Lichtsatzes).
(Ab Mai 1989 steht sie erstmals [beginnend mit den Daten der Reihen A, B, C, H, N des Jahrgangs 1986] als CD-ROM-Edition zur Verfügung.)

1966 wurde im dritten Fernsehprogramm des Bayerischen Rundfunks das Telekolleg, eine Einrichtung des Bildungsfernsehens im Rahmen der Erwachsenenbildung, vor allem des Zweiten Bildungsweges, (zunächst mit dem Ziel der Vorbereitung der mittleren Reife) eingeführt. Das Telekolleg verbindet zentrale Unterrichtssendungen, schriftliches Begleitmaterial und Gruppenarbeit von Fernsehschülern und ihren Lehrern an zentral gelegenen Orten (Kollegtage), zum Teil auch Einsendungen schriftlicher Arbeiten zur Kontrolle. Seither haben andere Sendeanstalten ebenfalls Programme entwickelt, die auch im Sinne des Fernstudiums auf Hochschulniveau arbeiten.

1966 brachte die Texas Instruments Inc., Dallas (Tex.), die ersten Thermodrucker in den Handel. Bei den zu den Matrixdruckern gehörenden Thermodruckern werden die zu druckenden Zeichen beim Druckvorgang mit Hilfe erhitzter Druckstifte eingebrannt.

Am 2. 1. 1967 wurde von der Deutschen Bundespost das Datexnetz (Kw. aus Data exchange-Netz; engl. = Datenaustausch), ein auf die besonderen Erfordernisse der Datenübertragung abgestimmtes öffentliches Wählnetz in Betrieb genommen, das eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit als das Telexnetz ermöglicht.
Es stehen zwei Arten je nach Vermittlungssystem zur Verfügung. Das Datexnetz mit Leitungsvermittlung (Datex-L) eignet sich besonders für den Dialogverkehr (Buchungsverkehr im Kreditgewerbe, Dialog mit Datenbanken u.a.). Die Leitungsvermittlung funktioniert im Prinzip wie im Telefonnetz; der Unterschied liegt in modernster Vermittlungstechnik mit digitaler Übertragung.
Das seit 1980 bestehende Datexnetz mit Paketvermittlung (Datex-P) ist ein für die Übertragung großer Datenmengen (z.B. im Computerverbund) besonders geeigneter Datendienst. Anders als bei der Leitungsvermittlung wird hier nicht für die gesamte Dauer einer Verbindung die Leitung blockiert, vielmehr werden die zu übermittelnden Daten zu kleinen Datenpaketen zusammengefaßt und diese über jeweils freie Leitungen übertragen.

Von 1961 an entwickelte der deutsche Elektroingenieur Walter Bruch (* Neustadt an der Weinstraße 1908, † Hannover 1990) das Farbfernsehsystem PAL (Abk. für engl.: Phase Alternation Line - Phasenänderung pro Zeile), das sich dadurch auszeichnet, daß es die Übertragungs- und Farbfehler der Systeme NTSC (1953) und SECAM (1957) ausgleicht. Am 3. Januar 1963 wurde das System in Hannover erstmals vorgeführt.
PAL wurde das offizielle Farbfernsehsystem in der Bundesrepublik Deutschland. Am 25. August 1967 startete der Bundeskanzler Willy Brandt auf der Berliner Funkausstellung das deutsche Farbfernsehen mit dem "historischen Knopfdruck".
PAL wurde auch von den westeuropäischen Ländern außer Frankreich eingeführt. Frankreich und die Ostblockländer wählten das SECAM-System.

1968 lösten die Monolith-Schaltkreise die Minitransistoren und die in Hybridtechnik hergestellten Schaltkreise in den Rechnern der dritten Computergeneration (1962) ab und leiteten die vierte Computergeneration ein.
Die monolithischen integrierten Schaltungen, die in ihrem Inneren keine eingesetzten diskreten Bauelemente enthalten, führten zu einer weiteren Verkleinerung in der Elektronik: Ganze Schaltkreise lassen sich jetzt in einem einzigen Siliziumplättchen, einem Chip (1958), unterbringen.
Während die Computer der dritten Generation etwa 150 000 Additionen pro Sekunde erreichten, bewältigten die neuen, auf den hochintegrierten Schaltungen (Chips) basierenden Rechner bereits über 300 000 Additionen in der Sekunde.
Den Fortschritten in der Mikroelektronik sowie auch Verbesserungen der Rechner-Architektur ist es zu verdanken, daß die Computer immer leistungsfähiger wurden. Die Leistungsfähigkeit von Großcomputern reicht heute über 100 Mio. Operationen in der Sekunde hinaus. Man kann sie deshalb schon als Supercomputer bezeichnen (1976).

Die erste Fernsehsendung (Livesendung) aus dem Weltraum wurde von der Mannschaft des amerikanischen Raumschiffs Apollo 8 von seinem Raumflug um den Mond (Start; 21. Dezember 1968, Rückkehr: 27. Dezember 1968) aus einer Entfernung von 222 000 km für eine Zeit von 13 Minuten ausgestrahlt. Während der Sendung zeigten die drei amerikanischen Astronauten Frank Borman (* Gary [Ind.] 1928), Kommandant von Apollo 8, James Arthur Lovell (* Cleveland [Oh. ] 1928) und William A. Anders, wie sie in der Raumkapsel arbeiteten und aßen; nebenbei machten sie kleine Scherze. Zum Abschluß verabschiedete sich Kommandant Frank.

Charles Aaron, Forschungsdirektor bei der Cameron Machine Co.in New Jersey (USA), entwickelte eine Maschine ("Cameron") zur integrierten Fließfertigung, d.h. zur automatisierten, lückenlosen Herstellung von Taschenbüchern, vom Druck über die Weiterverarbeitung der Druckbogen zu gehefteten Büchern bis hin zum Palettieren. Eine von nur sechs Mitarbeitern betreute 50 m lange Fertigungsstraße schaffte 8000 Taschenbücher mit bis zu 234 Seiten in der Stunde.
Eine Druckerei in Kingsport (Tenn.) nahm im Oktober 1968 das erste Modell der Cameron in Betrieb.
(In der Bundesrepublik Deutschland gibt es die Fließfertigung von Taschenbüchern seit 1982/1983.)

Das zweifellos größte Ereignis der bisherigen Fernsehgeschichte konnte am 21. Juli 1969 über die Bildschirme in aller Welt live miterlebt werden: Der Kommandant des Raumschiffes Apollo 11 Neil Alden Armstrong (* Wapakoneta [Oh.] 1930) verließ die Mondfähre "Eagle", mit der er zusammen mit dem amerikanischen Astronauten Edwin Eugene Aldrin (* Montclair [N. J.] 1930) am 20. Juli 1969 auf dem Mond gelandet war, und betrat um 3.56 Uhr MEZ als erster Mensch den Mond. Dabei sprach er die denkwürdigen Worte: "That's one small step for man, one giant leap for mankind" (engl.= Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer für die Menschheit). (Zwanzig Minuten später folgte ihm Aldrin aus der Fähre.)
Es war die erste Fernsehübertragung von einem anderen Himmelskörper, an der Menschen beteiligt waren. Dabei ging das Fernsehbild von einer an der Mondfähre "Eagle" angebrachten Fernsehkamera über rd. 380 000 km an eine Erdefunkstelle in Australien, von dort zum Fernsehsatelliten in 36 000 km Höhe, wieder zurück zur Erde, dann über Kabel und Richtfunkstrecken zur NASA nach Houston in Texas und alsdann in alle Welt.

Da die Blindenschrift (Brailleschrift) im allgemeinen nur von den in jüngeren Jahren Erblindeten erlernt wird, sind die auf Tonband gelesenen "sprechenden" Bücher sowie Zeitschriften und Zeitungen (Hörbücher, -zeitschriften, -zeitungen) sehr verbreitet.
Die von dem Blindenverein der Stadt Wuppertal e.V. in Zusammenarbeit mit der "Westdeutschen Zeitung" in Wuppertal seit März 1969 herausgegebene Tonbandkassettenzeitung "Tönende Wuppertaler Wochenschau" mit Nachrichten und Berichten aus Wuppertal ist vermutlich die älteste lokale Hörzeitung für Blinde und Seebehinderte in der Bundesrepublik Deutschland. (Jeden Samstag erscheint eine 90-Minuten-Ausgabe, die an die Bezieher [1991: rd. 260] mit der Post gebührenfrei ["Blindensendung"] geschickt wird.)

Die ISBN (Abk. für engl.: International Standard Book Number = Internationale Standard-Buchnummer) ist eine international eingeführte Identifikationsnummer für jedes Buch, vor allem zur Rationalisierung des Bestell-und Rechnungswesens im Buchhandel. Sie ist immer zehnstellig und setzt sich aus einer Gruppennummer für nationale, geographische, Sprach- oder ähnliche Gruppen, einer Verlags-, einer Buchnummer sowie einer Prüfziffer zur Verwendung in Computern zusammen. Die ISBN soll im Buch, in Bibliographien und Katalogen abgedruckt werden. In der Bundesrepublik Deutschland wurde die ISBN im Oktober 1969 eingeführt, nach dem britischen (seit 1967) und dem US-amerikanischen (seit 1968) Vorbild.
Analog erhalten fortlaufende Sammelwerke (Zeitschriften, zeitschriftenartige Reihen, Schriftenreihen u.ä.) eine international eingeführte Identifikationsnummer, die ISSN (Abk. für engl.: International Standard Serial Number = Internationale Standard-Seriennummer). Sie ist stets achtstellig und wird durch den "key title" (standardisierten Kurztitel) ergänzt. Im Gegensatz zur ISBN enthält die ISSN keine Schlüsselzahl für den Verlag oder die nationale, sprachliche o.ä. Herkunft.

1969 gelang es dem Amerikaner Marcian Edward Hoff (*Rochester [N. Y.] 1937), Computerwissenschaftler bei der amerikanischen Firma für Halbleiterelemente "Intel Corporation" (gegr. 1968 von Robert Norton Noyce [*1927] im Zentrum der amerikanischen Computer-Industrie "Silicon Valley", südöstlich von San Francisco [Calif.]), alle Komponenten einer (aus Rechen- und Steuerwerk bestehenden)Zentraleinheit, des Hauptbestandteils eines Computers, auf einen einzigen, einige Quadratmillimeter großen Chip unterzubringen. Er schuf damit den ersten sogenannten Mikroprozessor, einen standardisierten elektronischen Baustein, der für sich allein nicht arbeitsfähig ist, aber in Verbindung mit Speichern sowie Aus- und Eingabeeinheiten das Zentrum eines Mikrocomputers bildet. (Ein Mikrocomputer ist also ein Computer mit einem Mikroprozessor als Zentraleinheit.) Der Mikroprozessor ist keine neue technische Entwicklung, sondern die durch moderne technologische Verfahren zur Miniaturisierung von elektronischen Schaltkreisen möglich gewordene extrem verkleinerte Form eines Prozessors, der damit zum Steuern und Regeln in den unterschiedlichsten Geräten und Maschinen eingesetzt werden kann.

Das erste Videokassettensystem, bei dem das Bildaufzeichnungsband in einem Kunststoffkästchen untergebracht war, führte die Sony Corporation, Tokio, 1969 ein. Die (noch unhandlichen und teuren) Kassetten waren nicht für den Gebrauch durch jedermann (Heimgebrauch), sondern zur Verwendung in Schulen, Firmen, Behörden u.ä. gedacht.
(Erst sechs Jahre später brachte Sony ein erstes Heimsystem [Betamax] auf den Markt [1975].)

Am 9. Februar 1969 unternahm der erste Jumbo-Jet (amerik.= Großraumdüsenflugzeug), die von der Boeing Co., Seattle (Wash.), entwickelte Boeing 747, den Jungfernflug. 1970 wurde die Boeing 747 mit maximal 490 Sitzplätzen in den Dienst gestellt und eröffnete damit die Ära der Großraumflugzeuge.

 


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Last update: 2. May 2000 © by Walther Umstaetter