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TER: Modell
TERE: modell
DEF: Eine Abstraktion von Erscheinungen oder Problemen, die aufgrund ihrer Vereinfachung für den menschlichen Geist verständlich, bzw. für Computer bearbeitbar, werden und uns die Möglichkeit geben, die wesentlichen Zusammenhänge dessen, was modelliert wird, zu verstehen. Ihre Darstellung kann je nach Modelltyp auf beliebige Informationsträger transponiert werden. Modelle sind oft Vorstufen zu wissenschaftlichen Theorien, aber auch zunehmend Vereinigungen verschiedener Theorien zu eher ganzheitlichen komplexen Modellvorstellungen. Zwischen Modell und Modelloriginal besteht Analogie. Zwischen beiden existiert damit eine strukturell Identität.
HIS: Die Bedeutung des Wortes Modell als terminus technicus ist etwa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden. Im Sinne von Maßstab hat Marcus Vitruvius (etwa 27 v. Chr.) das Wort modulus in seinem in der Renaissance einflussreichen Buch "De Architectura" (1483) verwendet.
SCO: Modelle sollten, wenn möglich, nicht mit Simulationen verwechselt werden, deren Sinn es ist einen möglichst gleichen Eindruck zu dem zu erwecken, was sie simulieren, deren Ziel es aber im allgemeinen nicht ist, die Gründe für bestimmte Abläufe verständlich zu machen.
EXA: Ein Modelle zur Verständlichmachung der Planetenbewegungen muss deutlich machen, warum sich die Planeten auf bestimmten Bahnen bewegen. Eine Simulation muss dagegen einen möglichst originalgetreuen Eindruck der Dynamik dieser Himmelskörper liefern.

 


COP: (c) Umstaetter, W.
UPD: 12.12.2000