| TER: (about) | Denken |
| TERE: | thought |
| DEF: | Die Fähigkeit Nachrichten assoziativ zu klassifizieren, sie damit vergleichend zu analysieren, und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen, die ihrerseits wieder auf ihre Richtigkeit vergleichend analysiert werden. |
| SCO: |
Während wir von der Assoziation in unserem menschlichen Gehirn eine recht gute Vorstellung haben, weil wir die neuronale Vernetzung des Gehirns eindrücklich sichtbar machen können, fehlt uns von der klassifikatorischen Leistungsfähigkeit des Gehirns fast jede Vorstellung. Im Gegensatz zur Assoziation und zur Klassifikation in Thesauri, die wir z.Z. noch auf einem äußerst niedrigen Niveau betreiben, ist das Gehirn auch in der Lage, in verschiedenen Zusammenhän gen sehr unterschiedlich scharf berandete Begriffsklassen zu bilden. |
| EXP: | Aus
den Beobachtungen in Thesauri und ebenso aus unseren Erkenntnissen über
die Gehirntätigkeiten können wir heute vermuten, dass sich die
Klassifikation von Begriffen aus den Assoziationen heraus, in einer Art
Clusterbildung, entwickelt. Damit enthält jede Klasse eine Reihe von
Elementen mit gewissen Gemeinsamkeiten, die unter bestimmten Aspekten als
redundant angesehen werden können. Andererseits wird jede Klasse durch
die benachbarten Begriffe berandet, bzw. definiert. Im Gehirn von Mensch
und Tier kann je nach Zeit, Thematik, Eigeninteresse oder Ausgangsposition
ein Begriff zu Tausenden von Assoziationen führen, als auch nur zu
einer einzigen. Dies in Thesauri zu realisieren ist z.Z. noch schwierig,
lässt sich allerdings ansatzweise mit Hilfe der Computer anstreben.
Dass das Denken, im engeren Sinne das logische Denken des Menschen, über
die reine Assoziation von Begriffen hinaus gehen muss, zeigt sich daran,
dass Assoziationen immer wieder auf ihren Sinn hin überprüft werden
müssen. Wenn dieser wichtige zweite Teil des Denkens fehlt, kommt es
zwangsläufig zu völlig irrelevanten Assoziationen, die unkontrolliert
bleiben. Diese Kontrolle der Assoziationen und der damit verbundenen Begriffsbildung
muss allerdings nicht unbedingt auf logischer Basis ablaufen. Sie kann auch
rein heuristischer Art sein, indem sich bestimmte Assoziationen als erfahrungsgemäß
hilfreich erweisen. In diesem Sinne kann Denken sogar zu gezielt unlogischen
Ergebnissen führen, weil sich bestimmte Begriffe als logisch unsinnig
erweisen, d.h. sie kollidieren mit allen bisherigen Vorstellungen und Theorien
unseres Weltbildes, erweisen sich aber trotzdem als hilfreich in bestimmten
Situationen. Wir müssen beim Denken auch noch bewusstes, unterbewusstes
und unbewusstes Denken unterscheiden, weil wir einige dieser Erfahrungen
völlig unbewusst machen bzw. ererbt haben. Einige unserer assoziativen
Festlegungen liegen eher in der Grauzone an der Grenze unsers Bewusstseins,
und nur relativ wenige werden der Analyse unseres bewussten Nachdenkens
unterzogen. Je nachdem wie weit es uns gelingt, die Assoziationen bestimmter
Begriffsfelder aufzudecken, kann ein Wissen das wir haben bzw. gezielt erwerben,
mehr oder weniger bewusst durchdacht werden. Denkfunktionen
: Repräsentation, Begriffsbildung, Kombination, Operation (vgl. Brockhaus,
d. Enzyklopädie in 24 Bänden, 20. überarbeitete und aktualisierte
Auflage, Band 5. Leipzig: 2001. S. 222) |
| EXA: | Insbesondere bei der diskriminierend sog. Bauernschläue, die wir auch bei Kindern und sogar bei Tieren beobachten können, finden wir unter wiederholbaren Gegebenheiten die Tatsache, dass den Probanden bei der Nennung bestimmter Begriffe immer nur die Assoziationen einfallen, die zu ihrem Vorteil dienen. Dies kann auch unter Ausschaltung jeder Logik geschehen. Hier kann man nicht von Denken im eigentlichen Sinne sprechen, es sind reine Assoziationen, die eher reflexartig zum Selbstschutz dienen. |
| BRO: | Philosophie |
| REL: | Epistemologie , Informations- und Kommunikationstheorie |
Sein
- Philosophie - Denken
Denken - Denkmaschine
Denken - Denken bei Menschen
Denken - Denken bei Tieren
| COP: (c) Umstaetter, W. UPD: 12.12.2000 Change: 10.04.2002, Ben Kaden (contextur@aol.com) |