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Die Bedeutung der Digitalen Bibliothek in den Medienwissenschaften


Vortrag am 19.11.2001 im Institut für Bibliothekswissenschaft der HU-Berlin

Powerpoint-Folien des Vortrags

Statement zur Positionierung der Bibliothekswissenschaft innerhalb des Wissenschaftssystems

Bibliothekswissenschaft war aus ihrer archivarischen Funktion heraus lange eine Geschichtswissenschaft. In dieser Funktion betrieb sie hauptsächlich eine historische Wissenschaftsforschung. Mit zunehmender Größe des Bibliothekswesens wurde sie am Beginn des letzten Jahrhunderts zu einer Verwaltungswissenschaft, die sich durch die Entstehung der Dokumentation und des daraus hervorgehenden Information Managements neuen Wirtschaftlichkeitsüberlegungen zugewandt hat, so dass es eine Zeit lang auch Überlegungen gab, sie im informationswirtschaftlichen Bereich der Wirtschaftswissenschaft anzusiedeln. Gleichzeitig hat aber die Digitalisierung in den Bibliotheken soweit Platz gegriffen, dass es entsprechende Tendenzen gab, sie eher im Bereich der Informationswissenschaft bzw. der Informatik anzusiedeln. Insbesondere durch den Anteil an Öffentlichen Bibliotheken kommt über die Wissenschaft hinaus eine Einbettung in die Kulturwissenschaft ebenso in Betracht, wie die Zuordnung zur neu entstehenden Medienwissenschaft, im Sinne einer Erweiterung der alten Buchwissenschaft.

In jedem Fall ist die Bibliothekswissenschaft ein hochgradig interdisziplinärer, aber auch eigenständiger Wissenschaftsbereich, der mit den modernen multimedialen Möglichkeiten Lehre, Forschung und Kulturmanagement rationalisiert, in dem überflüssige Doppelarbeiten in der Wissenschaft verhindert, Anstrengungen zur geistigen Zusammenarbeit unterstützt, Begabte gefördert und die allgemeine Aufklärung der Bevölkerung erhöht wird, um den Übergang von der Industriegesellschaft zur Wissenschaftsgesellschaft evolutionär und nicht revolutionär gestalten zu helfen.


erstellt: 20.11.2001 Ben Kaden (contextur@aol.com)