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Biblioteca Nazionale Medicea Laurenziana (BNML)

Diapositive (Serie 1)

(Vorlesung : Bedeutende Bibliotheken Europas)

(Die Filmnummern entsprechen größtenteils denen der LARS-Datenbank DIA)

Lfde. Nr. Film-Nr. Inhalt
1 073.41 Florenz, Blick von d. Domkuppel nach Süd
2 072.36 Florenz, von S. Trinità Richtg. Bargello
3 262.05 Florenz, S. Maria Novella, von Südwesten
4 072.33 Florenz, S. Miniato al Monte
5 261.49 Florenz, Dom S. Maria del Fiore,rechts Campanile
6 262.01 Florenz, Baptisterium S. Giovanni
7 261.50 Florenz, Campanile, von unten
8 073.40 Florenz, Blick von d. Domkuppel nach Süd (Belvedere)
9 072.39 Florenz, Blick von d. Domkuppel nach Süd:Dächer
10 073.42 Florenz, r. Campanile der Badia, Bargello, li. S. Croce
11 072.47 Florenz, Palazzo della Signoria, Front, li. ÆDavid" v. Michelangelo, re. ÆHercules u. Cacus" v. Baccio Bandinelli
12 072.48 Florenz, Palazzo della Signoria, Detail ÆDavid"
13 072.38 Florenz, Bargello, Innenhof
14 072.52 Florenz, Loggia dei Lanzi, Perseus v. Benvenuto Cellini
15 072.46 Florenz, Piazza Signoria, Neptunbrunnen, Satyr v. Giovanni da Bologna
16 072.45 Florenz, Piazza Signoria, Neptunbrunnen, Nymphe v. Giovanni da Bologna
17 072.55 Florenz, Klosterhof von S. Marco (von Michelozzo)
18 072.56 Florenz, S. Marco, Bibliotheksraum von Michelozzo
19 261.37 Florenz, S. Lorenzo von Nordost m. Kuppel d. Alten Sakristei von Brunelleschi
20 261.36 Florenz, S. Lorenzo von Nordost, Kuppel der Alten Sakristei von Brunelleschi
21 262.03 Florenz, S. Lorenzo, Fürstenkapelle v. Süd
22 261.31 Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Türinschrift
23 261.34 Florenz, Bibl. Laurenziana, Blick vom oberen Rundgang auf Brunelleschi's Domkuppel von S. Maria del Fiore
24 261.35 Florenz, Bibl. Laurenziana, Michelangelo-Bau
25 x20.18 Florenz, Bibl. Laurenziana, Treppenvorraum
26 x20.19 Florenz, Bibl. Laurenziana, Lesesal v. Michelangelo
27 x16.23 Florenz, Bibl. Laurenziana, Detail Lesesaal-Pult
28 x20.25 Florenz, Bibl. Laur., Hs. Fiesol. 18 (Augustinus, Enarr.)
29 x20.26 Florenz, Bibl. Laur., Augustinus 12. Jh. (Besitz Niccoli)
30 x20.28 Florenz, Bibl. Laur., Eusebius, trad. Trapezuntio,15. Jh.
31 x20.29 Florenz, Bibl. Laur., Anastasius, 15. Jh. (aus 84)

Bedeutende Bibliotheken Europas

Kap. 1 Florenz: Biblioteca Medicea Laurenziana

Diapositive (2)

  1. dia/za 514.31.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Bildnis Cosimo d.Ä. de' Medici. Aus Plut.71.7, 2r. - In Art einer goldenen Medaille auf Goldgrund geprägt. Medici, ein florentin. Patriziergeschlecht, ursprünglich Kaufleute u. Bankiers, das nach kurzer Verbannung 1434 entscheidenden Einfluß auf die Regierung der Stadtrepublik erhielt; 1494 -1512 u. 1527-1531 aus Florenz vertrieben. Die ältere Linie, auf der der Ruhm der M. beruht, starb 1537 mit Alessandro aus, der 1532 von Kaiser Karl V. zum Herzog der Republik Florenz erhoben worden war. Cosimo der Alte, * 27. 9. 1389 Florenz, ² 1. 8. 1464 Florenz; der "Vater des Vaterlands", der den Palazzo M. bauen ließ u. Kunst u. Wissenschaft förderte. In überlegener Weise wußte er sein Mäzenatentum mit seiner Politik u. dem Bankgeschäft zu verbinden. Politisch suchte er die Verbindung mit Mailand u. forderte 1450 die Erhebung Francesco Sforzas zum Herzog. Die Lega italica ist seine Schöpfung. - Lit.: M. Brion, Die M. 1970. - E. Cremer, Lorenzo de M. 1970. - J. R. Hale, Die M. u. Florenz. Stuttgart, Zürich. 1979. (Aus Bertelsmann-Lexicodisk 1995)
  2. dia/za 514.42.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Bildnis Lorenzo de' Medici (Il Magnifico) aus Plut.61.3, 3r. - Medici, Lorenzo I. (der Prächtige, il Magnifico), * 1. 1. 1449 Florenz, ² 8. 4. 1492 Florenz; er führte Florenz zu höchster wirtschaftl. u. kultureller Blüte. 1478 entkam er der Pazziverschwörung, der sein Bruder Giuliano zum Opfer fiel. Er verfeindete sich daraufhin mit Papst Sixtus IV., der die Verschwörer ermuntert hatte. Auch Neapel trat in den Kreis der Feinde. Doch konnte Lorenzo durch seinen Mut die Situation für sich entscheiden. Von da an regierte er unangefochten. Selbst Dichter, förderte er Gelehrte u. Künstler, gründete die Bibliotheca Laurenziana u. die platon. Akademie u. war ein großzügiger Mäzen der Maler u. Bildhauer (S. Botticelli, Michelangelo, Leonardo da Vinci u. a.). Politisch baute er die Verbindung mit Mailand aus, suchte aber auch den Ausgleich mit dem Königreich Neapel. Da an den Bankgeschäften kaum interessiert, verfiel unter ihm diese Basis der Medici. - Lit.: M. Brion, Die M. 1970. - E. Cremer, Lorenzo de M. 1970. - J. R. Hale, Die M. u. Florenz. Stuttgart, Zürich. 1979. (Aus Bertelsmann-Lexicodisk 1995)
  3. dia/za 513.34.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Francesco Petraca: Canzoniere e Trionfi, 15.Jh., Sign. Plut. 41.1, VIIv, IXr. - In Siena geschrieben von "Jacopus Macarius Venetus" (Bl. 183r), die Weißrankeninitialen erinnern an Florentiner Schulen. Wenig später durch zwei schöne Porträts von Petrarca und Laura ergänzt, von einem Maler der Schule de Pinturicchio und Ghirlandaio.
  4. dia/za 513.44.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Petrarca, Francesco: Rime, 15. Jh. Sign. Ashb. 1263. - Lombardische Hs., auf 7r. unten das Wappen von Hzg. Galeazzo Maria Sforza (Mailand). Bordüre mit Pflanzen und Früchten, musizierenden Genien. Mit der Sammlung Ashburnham 1884 in die Laurenziana. Die Miniatur zeigt den Dichter, mit dem Pfeil Amors in der Brust, wie er den goldenen Dichterlorbeer aus den Händen der Göttin Venus empfängt.
  5. dia/za 514.14.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Bildnis Poggio Bracciolini, aus Strozzi 50, 1r (Initiale C). Poggio Bracciolini, Gian Francesco, italien. Humanist, * 11. 2. 1380 Terranuova, Arezzo, ² 30. 11. 1459 Florenz; 1453 Kanzler von Florenz; verfaßte in latein. Sprache Briefe u. moralphilosoph. Traktate. Am bekanntesten wurde sein "Liber facetiarum" 1438-1452, eine Sammlung von Schwänken u. Anekdoten. (Aus Bertelsmann-Lexicodisk 1995)
  6. dia/za 514.13.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Aurelius Augustinus: Contra Iulianum Pelagianum. 14.Jh. Ende - 15.Jh. Anf.; San Marco 635, Ir, 27r, 46r. - Abschrift von der Hand Poggio Bracciolinis, aus dem Besitz von Niccolò Niccoli. Drei Beispiele der Schrift Poggios mit, wie Albinia de la Mare erkannt hat, den ersten Versuchen in der neuen humanistischen Schrift, geschrieben um 1400 "or even earlier" (De la Mare 1977). Wahrscheinlichste Hypothese ist, daß Poggio hier, auf Veranlassung Niccolis, die ersten "Experimente" mit der neuen Schrift machte, in Form von Schriftproben von unterschiedlicher Größe und Zeilenabstand, die zu unterschiedlicher Seitengestaltungen (Layouts) führen. Besitzvermerk Bl. Iv: "Conventus Sancti Marci de Florentia Ordinis Predicatorum. De hereditate Nicolai de Nicolis de Florentia viri doctissimi".
  7. dia/za 514.06.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Bildnis Coluccio Salutati, aus Strozzi 174,3v. Der Gelehrte, in rotem Mantel und roter Mütze, hält in den Händen eine aufgeschlagene griechische Handschrift mit zwei am Hinterdeckel befestigten Messingschließen. Am Podest zu seinem Füßen drei Kodizes, davon einer am Seitenschnitt beschriftet.
  8. dia/za 514.05.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Initiale "B" (Beatus vir ...) aus Fiesolano 18,136r. Die Hs enthält den Psalmenkommentar (Enarrationes in Psalmos) des Augustinus Aurelius. Im grün und rot unterlegten Initialkörper sitzend (der gekrönte) König David mit der Leier, daneben ein Musikant mit Fiedel, darunter sitzend ein Musikant mit Tamburin (Geistlicher ?, Tonsur) und ein Hornbläser. 11.Jh. Aus dem Besitz von Coluccio Salutati 1462 an die Badia Fiesolana, von dort 1783 an die Laurenziana.
  9. dia/za 514.10.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Bildnis Leonardo Bruni, aus Plut.42.76, 1r. - Leonardo Bruni Aretino (1370/74-1444) aus Arezzo, Humanist und Politiker, Autor der 12 Bücher Historiarum Florentini Populi. Fruchtbarster Vermittler griechischer Texte: er übersetzte Plutarch, Demosthenes, Aischines, sowie Platons Phaidros, Phaidon, Gorgias, Kriton und die Apologie. Größten Ruhm gewann er als Übersetzer der Nikomachischen Ethik sowie der ökonomischen und politischen Schriften des Aristoteles, Xenophons Hellenika verwandelte er in einen Commentarius rerum grecarum. (Nach H. Rüdiger, Die Wiederentdeckung d. antiken Lit. in der Renaissance, in: Textüberlieferung -DTV WR 4176- S. 570). - Bruni, Leonardo, genannt Aretino, italien. Humanist, * um 1370 Arezzo, ² 9. 3. 1444 Florenz; umfangreiche klass. Studien; übersetzte griech. Klassiker ins Latein. (Platon, Aristoteles, Demosthenes, Plutarch), verfaßte eine Geschichte von Florenz (1410) u. (in italien. Sprache), Biographien von Dante Alighieri u. F. Petrarca; forderte die Verbindung humanist. Ideale mit den Tugenden des Bürgers. - Humanist.-philosoph. Schriften, hrsg. 1928. (Aus Bertelsmann-Lexicodisk 1995)
  10. dia/za 514.18.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Guarino Veronese übergibt Papst Nikolaus V. seine von diesem in Auftrag gegebene lat. Übersetzung von Strabons "Geografika". Kopie von Antonio Sinibaldi Ende 15. Jh. - Aus Plut.30.7, 1r. - Guarino da Verona (1374-1460), Prinzenerzieher im Hause Este. Im Griechischen selbst Schüler von Manuel Chrysoloras, war er Hochschullehrer einer Generation von Humanisten und Organisator der "Studia humanitatis". In den Jahren 1403-1408 in Konstantinopel, auf Rhodos und an anderen Orten Griechenlands, von wo er Hss. mit nach Italien brachte und zu einer Slg. von mehr als 60 Kodizes erweiterte. Lehrt 1410-1414 in Florenz grieschisch nach der Methode der Interlinearversion. Entdeckte 1419 in Venedig die Plinius-Briefe und 1431 in Ferrara Aulus Gellius. - (Nach Rüdiger, Die Wiederentdeckung...1975)
  11. dia/za 514.19.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Nazionale Centrale. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Lactantius: Divinae institutiones. Perg.; Conventi soppr. B. IV.2609, 6r. - 1414-1415 von Ambrogio Traversari als seine erste bekannte Arbeit kopiert, mit Anmerkungen und den Einschüben in griechisch von Guarino Veronese. Schlußschrift Bl. 147r "Firmiani Lactantii Institutionum adversus Gentiles liber septimus et ultimus explicit feliciter. Scripsit Ambrosius monachus complevitque XVII Kalendas Februarias anno a nativitate Domini millesimo quadringentesimo quartodecimo". Die Hs., wohl später im Besitz von Antonio Corbinelli, gelangte mit dessen "libraria" in die Badia Florentina (es fehlt jedoch die Sigle "A.C"); dort ist sie im Katalog des 16 Jhs. als Nr. 489 (Lactantii Firmiani institutiones in membranis, volumine magno corio rubeo. S.20)
  12. dia/za 514.17.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele. - Beschreibg.: Dionysius Areopagita: Opera (griech.). Perg., 9. u. 15./16.Jh. Conventi soppr. 202, 122v-123r. - Aus dem Besitz von Antonio Corbinelli (vgl. 514.16), in den ersten Jahren des 16. Jhs. ergänzt vom Bibliothekar der Marciana, dem Dominikaner Zanobi Acciaioli; wahrscheinlich vorher annotiert von Guarino Veronese. Zur Ergänzung der Hs. benutzte Zanobi die Hs. San Marco 686 aus dem 10.Jh., wohl kurz vor 1513. Auf Bll. IIr, 1r und 206v die Initialen A.C. (Antonio di Tommaso Corbinelli) des Legats an die Badia in Florenz.
  13. dia/za 514.11.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Basilius Magnus: Oratio ad adolescentes, in der Übersetzung von Leonardo Bruni. Perg., 1460 ca., Ashburnham 133, 4r. (Ausschnitt siehe Dia/za 514.02). - Die Handschrift, in Humanistica geschrieben, enthält vier lateinische Übersetzungen kleinerer Werke des Autors. Die Miniatur in venezianischer Art Bl.4r zeigt Basilius an seinem Schreibpult. Eine der zahlreichen Abschriften von Brunis Übersetzung: es existieren 390 Hss. und über 50 Druckausgaben. Besitzvermerk Bl. 68v: "Presbiter Nicholaus de Villa hoc michi dono dedit, scilicet Hieronymo Maripetro, anno Domini 1490". - Von der Bibliothek des Veronesers Paolino Gianfilippi gelangte die Hs. in die des bekannten Sammlers Guglielmo Libri, von dort in die des Lord Ashburnham, von dort 1884 in dieLaurenziana.
  14. dia/za 514.24.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Bildnis Papst Nikolaus V., aus Plut.66.22, 1r (Initiale "V"). Nikolaus V., 1447-1455, eigentl. Tommaso Parentucelli, * 15. 11. 1397 Sarzana, ² 24. 3. 1455 Rom; 1446 Kardinal; der erste Renaissancepapst. Er schloß 1448 mit Friedrich III. (den er 1452 zum Kaiser krönte) das Wiener Konkordat u. erreichte 1449 die Unterwerfung des Gegenpapstes Felix V. u. die Auflösung des Basler Konzils. Mit Hilfe von Legaten (für Dtschld.: Nikolaus von Kues) war er für die Kirchenreform tätig. Nach dem Fall Konstantinopels 1453 rief er vergeblich zum Kreuzzug gegen die Türken auf. Förderte Humanisten u. Künstler (Fra Angelico), gründete die Vatikan. Bibliothek u. restaurierte viele Kirchen. (Aus Bertelsmann-Lexicodisk 1995)
  15. dia/za 514.25.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Bildnis Lorenzo Valla, aus Plut.63.32, 1r. Valla, Lorenzo, eigentl. L. della Valle, italien. Humanist, * 1406 oder 1407 Rom, ² 1. 8. 1457 Rom; Schüler von L. Bruni, Prof. für Rhetorik in Pavia; versuchte mit der Schrift "Elegantiarum linguae Latinae libri sex", entstanden 1435-1444, eine Erneuerung der latein. Sprache; erkannte die "Konstantinische Schenkung" als Fälschung.
  16. dia/za 514.26.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Giovanni Tortelli übergibt seinen Traktat "De Orthographia" dem Papst Nikolaus V. Aus Gaddi 5, 1r (Initiale "C"). - Giovanni Tortelli aus Arezzo (1400 ca.-1466), "dottissimo in greco et in latino", wie ihn Vespasiano da Bisticci in seiner dem Humansiten gewidmeten Vita nennt, hatte in Bologna bei Gaspare Sighicelli Theologie studiert, hatte sich mit einem Empfehlungsbrief Sighicellis 1438 von Bologna aus an Cosimo de' Medici (Il Vecchio) in Florenz gewandt, wegen einer Pfarrei in der Umgebung von Cortona. Von Papst Nikolaus V. (reg. 1447-1455) mit der Aufsicht über die Bibliotheca Vaticana und deren Erweiterung betraut. Sein Traktat "De ortographia" machte ihn weit bekannt. Im Jahr 1450 in Florenz, auf der Flucht vor der Pest in Rom zusammen mit dem Kardinal Ludovico Trevisan, übersetzte er ein aus Rom mitgebrachtes kleines Büchlein, den Kommentar des Iohannes Chrysostomos über einige Psalmen, für Cosimo d.Ä. Medici.

17. dia/za 514.27.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Iohannes Chysostomos: Homilia II in psalmum "Miserere mei Deus" (Lat. Übers. v. Giovanni Tortelli). Perg., 15.Jh. (1450). - Zu G. Tortelli und der Übersetzung vgl. Dia/za 514.26)

18. dia/za 514.30.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Bildnis Georgius Trapezuntius, aus Fiesolano 57,1r. Trapezuntius, aus Kreta, Humanist, Übersetzer, Lehrer des Griechischen in Italien, zusammen mit Theodor Gaza Hausgenosse Bessarions in dessen Haus in Rom.

19. dia/za 514.36.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Bildnis Marsilio Ficino. Aus Plut.82.15, 1r. - Ficino, Marsilio, lat. Marsilius Ficinus, italien. Humanist, Philosoph u. Arzt, * 19. 10. 1433 Figline Valdarno, ² 1. 10. 1499 Careggi; bedeutender Platon-Übersetzer, Lehrer an der Platonischen Akademie in Florenz; versuchte zwischen platonisch-aristotelischer Philosophie u. der christl. Religion zu vermitteln; zählte u. a. den späteren Papst Leo X. zu seinen Schülern. (Aus Bertelmann-Lexicodisk 1995).

20. dia/za 514.37.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele. - Beschreibg.: Eusebius von Caesarea: Historia ecclesiastica (lat. Übers. v. Rufinus von Aquileia); Hieronymus: De viris illustribus; Gennadios Scholarios: De viris illustribus (mit Anmerkungen von Marsilius Ficinus und Niccolò Niccoli). Perg., 11.Jh. San Marco 617, 97r (mit Randglosse von Marsilius Ficinus). Von Cosimo de' Medici an die Bibliothek von San Marco geschenkt (Vermerk Bl. IIIv). Schrift: karolingische Minuskel, wie sie als Vorbild ("Modell") für die Humanistica gedient haben konnte.

21. dia/za 514.38.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Bildnis Johannes Argyropulos, aus Plut.71.18, 1r. - Johannes Argyropulos (1410-1490). Kam zusammen mit Basilius Bessarion 1437 im (byzantinisch-) kaiserlichen Gefolge über Venedig zum Konzil von Ferrara-Florenz. Lehrer an der von Ianos Laskaris begründeten Griechischen Akademie in Rom. Bei ihm studierten Angelo Poliziano, Johannes Reuchlin, Platina, Lorenzo de' Medici und andere Angehörige des Hochadels Griechisch.

22. dia/za 514.39.- Kurztit.: Bibliotheca Apostolica Vaticana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Basilius Magnus: In Hexaëmeron (lat. Übers. von Georgius Trapezuntius). Perg., 15.Jh. (1481-1482). Vat.lat.301, 1r. - Humanistica von einer Hand. Bl. 1r in Architekturrahmen mit seitlichen Kandelabern der Text in Form eines an Löchern aufgehängten Pergamentblattes. Unter Wappen Papst Sixtus IV. Als Illuminator wird Petrus de Vimercate vermutet, der in den siebziger Jahren in Venedig und Padua arbeitete, in den achzigern in Rom. - Die Hs. wurde, wie die typographischen Zeichen erkennen lassen, als Vorlage für den Druck von Iacopo Mazzocchi 1515 verwendet.

23. dia/za 514.40.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Bildnis Pico della Mirandola, aus Aquisti e doni 288, 1r. - Pico della Mirandola, italien. Adelsfamilie, seit dem 12. Jh. bezeugt, 1311 mit der Stadt Mirandola belehnt; 1747 ausgestorben. - Bekanntestes Mitgl. der Familie war der Renaissancephilosoph Giovanni P. d. M., * 24. 2. 1463 Mirandola, ² 17. 11. 1494 Florenz. Er gehörte der platon. Akademie in Florenz an u. vertrat einen myst. Neuplatonismus, den er mit der jüd. Kabbala, aber auch mit Aristoteles zu verbinden suchte. Für einen von ihm einberufenen, vom Papst verbotenen Weltkongreß der Philosophen verfaßte er eine "Rede über die Menschenwürde" 1486 (Oratio de hominis dignitate). (Aus Bertelsmann-Lexicodisk 1995). - Als einer der aufgeklärten Geister war er ein Feind des astrologischen Aberglaubens ("Disputationes adversos astrologos"). Für ihn ist freie Willensentscheidung das Kriterium des Humanen schlechthin (Rüdiger, Die Wiederentdeckung ... In: Die Textüberlieferung 1975, 535, 572)

24. dia/za 514.43.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Bildnis Angelo Poliziano. Gemälde, Öl auf Holz. Oben beschriftet: AGNIOL POLITIANO. Inv.Nr. 301. - Poliziano, Angelo, eigentl. Angiolo Ambrogini, italien. Humanist, * 14. 7. 1454 Montepulciano, Siena, ² 29. 9. 1494 Florenz; Erzieher am Hof der Medici, seit 1480 Prof. für griech. u. röm. Literatur in Florenz; führte die Methoden der Textkritik in die klass. Philologie ein u. verfaßte zahlreiche philolog. Arbeiten; übersetzte Teile der "Ilias" ins Lateinische. Sein italien. Drama "La festa di Orfeo" 1494 war das erste weltl. Schauspiel in Italien. (Aus Bertelmann-Lexicodisk 1995)

Vorlesung : Bedeutende Bibliotheken Europas

Kap. 1 Florenz: Biblioteca Medicea Laurenziana, Diapositive (3)

1.3.1 Bau und Einrichtung

1. dia/za 513.02.- Kurztit.: Florenz. San Lorenzo. Klosterhof von Filippo Brunelleschi, 1446 von Antonio Manetti erneuert. Darüber Biblioteca Medicea Laurenziana von Michelangelo. Bauzeit 1525-1555.

2. dia/za 513.01.- Kurztit.: Florenz. San Lorenzo. Klosterkreuzgang, 1457 von Antonio Manetti erneuert

3. dia/za 513.06.- Kurztit.: Florenz. San Lorenzo. Biblioteca Medicea Laurenziana. Treppenhaus ("ricetto"), Ansicht von oben

4. dia/za 513.05.- Kurztit.: Florenz. San Lorenzo. Biblioteca Medicea Laurenziana. Treppenhaus ("ricetto"), Aufriss. Lesesaal (Bauphase 1550-55).-

5. dia/za 513.08. - Kurztitel: Florenz. San Lorenzo. Biblioteca Medicea Laurenziana. Lesesaal (Bauphase 1550-55) ; Beschreibg.: Lesesaal erst nach Michelangelos's Tod (1550) vollendet. Bei der Gestaltung der Balkendecke ging M. von der kleinteiligen Kassettenform ab. Der Marmorfußboden von Santi Buglioni nach Entwürfen von Tribolo spiegelt die Deckengliederung wider.

6. dia/za 513.12.- Kurztit.: Florenz. San Lorenzo. Biblioteca Medicea Laurenziana. Lesesaal-Fußboden und -Decke

7. dia/za 513.10.- Kurztit.: Florenz. San Lorenzo. Biblioteca Medicea Laurenziana. Lesesaalpulte

8. dia/za 513.09.- Kurztit.: Florenz. San Lorenzo. Biblioteca Medicea Laurenziana. Lesesaal, Stich von Zocchi, 18. Jh.

1.3.2Katalog. Wertvolle Bestände

9. dia/za 513.13.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Angelo Maria Bandini, geb. 1727. (Bibliothekar d. Laurenziana 1757-97) Leitete die Biblioteca Marucelliana bis 1757, war ab 1757 für 40 Jahre Präfekt der Laurenziana. Der Stich von Leonardo de Frati 1762 zeigt ihn im Alter von 35 Jahren, als "Sacrosanctae Basilicae Laurentianae Canonicus / Mediceae Bibliothecae Regius Praefectus". Auf ihn gehen die Handschriftenkataloge der Laurenziana zurück.

10. dia/za 513.14.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Kallimachus: Haar der Berenice. 1. Jh. - Papyrus PSI 1092. Fragment, griech. Unziale. - Mit der Sammlung Girolamo Vitelli 1906 (1904 in einem Antiquariat in Kairo gekauft) in die Bibliothek.

11. dia/za 513.15.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestandsbeispiele..- Beschreibg.: Gaius-Fragment, Pergament 4. Jh., lateinisch, Unziale. Aus einem juristischen Kodex, der älter ist, als die laurentianischen Pandekten. Taf. IV. - Sign. PSI 1182.

12. dia/za 513.16.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestandsbeispiele.- Beschreibg.: Vergil, Werke, lateinisch, 5. Jh.; Sign.: Plut. 39.1 fol. 37v; - Ältester und vollständigster Vergil-Kodex. Der Konsul Turcius Rufus Apronianus Asterius veranlasste i. J. 494 Text-Korrekturen. Blatt 157 befindet sich in der Bibl. Vaticana, wurde von Pietro Bembo im 15. Jh. ergänzt. Bis 1461 im Besitz von S. Columban in Bobbio, im 16.Jh. im Besitz der römischen Familie Del Monte, von der Francesco I. de' Medici die Hs. für seine Bibliothek kaufte. 1799 durch Napoleon nach Paris (Stempel der Bibliothèque Nationale), im Mai 1816, nach dem Wiener Kongress, zurück in die Laurenziana.

13. dia/za 513.17.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Biblia, lat., 7./8.Jh. "Codex Amiatinus" Sign. Amiat.1, 796v. - Auf Veranlassung des Abtes Ceolfrid in Jarrow, Northumberland, für S. Peter in Rom geschrieben, wohin die Hs. jedoch nie gelangte, sondern ein Jh. später ins Kloster S. Salvatore auf dem Monte Amiata, südöstlich von Siena. 1785 wurde er auf Befehl des Großherzogs Peter Leopold mit sechs anderen Hss. des Klosters der Laurenziana überstellt. - Vollständigstes und bedeutendstes Werk der angelsächsischen Buchkunst dieser Zeit. Der ags. Buchmaler war wohl in Italien ausgebildet worden. Berühmt ist Bl. Vr mit der Darstellung des Propheten Esra vor dem antiken Bücherschrank, Vorbild war Cassiodor. - Bl, 796v: Christus, von zwei Erzengeln flankiert, in den Ecken die vier Evangelisten mit ihren Symbolen.

14. dia/za 513.18.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Biblia, lat., 7./8. Jh. Jarrow/Nordhumbrien. Sign. Amiat.1 "Codex Amiatinus" Bl. Vr: der Prophet Esra vor dem Bücherschrank. Ausschnitt.

15. dia/za 513.19.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Horaz, Werke lat., 10.Jh. Sign. Plut. 34.1, 9r.- Francesco Petrarca kaufte am 28. Nov. 1347 auf dem Weg nach Rom in Genua die Hs., wie er auf Bl. 2r vermerkte. Auf 2v stehen andere Besitzvermerke des 15. und 16. Jhs., darunter der des Kanonikers bei S. Lorenzo, Antonio Petrei. Nach seinem Tod gelangte die Hs. mit 19 anderen in die Laurenziana. Am Anfang der Hs. einige Papierblätter mit Anmerkungen Petrarcas.

16. dia/za 513.20.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Evangeliar, griech., 10. Jh., aus der Bibliothek von Lorenzo il Magnifico. Der Evangelist vor dem Schreibpult, einem Bücherkasten (bibliothéké) mit aufgesetztem, schraub- und drehbarem Manuskripthalter: Buch und Rolle. Sign. Plut. 6.18, 139v.

17. dia/za 513.22.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Seneca, Tradödien lat., 11. Jh. Sign. Plut. 37.13, 1r. - Aus der Abtei Pomposa, die bedeutenste Hs. dieses Textes, bekannt als "Seneca etruscus". Aus der Bibliothek von Niccolò Niccoli über die von S.Marco in die Laurenziana.

18. dia/za 513.23.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Sophokles. Aeschylos. Appollonios von Rhodos: Werke, griech. 11. Jh., Sign. Plut. 32.9, 40v. - Der für die Aeschylos-Textüberlieferung wichtigste Kodex. Von Johannes Aurispa in Konstantinopel um 1422 auf Rechnung von Niccolò Niccoli gekauft. Von da über die Marciana in die Medicea Privata. Um 1555 im Besitz von Pier Vettori, der die Hs. für die Erstausgabe verwendete.

19. dia/za 513.24.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Evangeliar, griech. 11.Jh. - Sign. Plut.6.23, 4v.- Reich illuminiert, wohl aus der Bibl. von Lorenzo il Magnifico. Matthäus vor dem Schreibpult, Stilus (oder Feder) in der Linken. Bücherkasten mit drehbarem Manuskripthalter, der Ständer in Fischform.

20. dia/za 513.25.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Chinesisches Papiergeld, Ming-Dynastie, 2. Hälfte 14.Jh. Sign. Aqu. e doni 826. - Die Banknote im Wert von 1000 Sapeki war von dem ersten Kaiser der Ming-Dynastie T'ai Tsu ausgegeben worden, der von 1368 bis 1398 regierte. Holzschnitt, Fasern vom Maulbeerbaum. Die Inschrift oben lautet: "Umlaufnote des Kaiserreichs Ming". Die zehn Stapel zu je zehn Bronzemünzen (kwan), durch die quadratischen Löcher und Binsen miteinander verbunden, ergeben die Zahl "1000". Weitere Aufschriften enthalten eine Versicherung über die Gültigkeit der Regierungsnote", erinnern an die Todesstrafe für Fälscher und eine Belohnung von 250 taêl in Silber an denjenigen, der den Fälscher anzeigt. Mit dem dritten Ming-Kaiser Yunglo (1403-1425) endete die Ausgabe ähnlicher "Regierungsnoten", die erst wieder 1851 unter dem Kaiser Hieng-Feng aufgenommen wurde. Geschenk 1922 von A. Monaco an die Laurenziana.

21. dia/za 513.26.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Dante Alighieri: Commedia. 14. Jh., Sign. Tempi 1, 1r. - Der Kodex "Tempiano maggiore" wurde 1398 geschrieben, 91 Jahre nach Entstehen der Dichtung (1307). Florale Randleisten am Beginn eines jeden Gesanges. Auf Bl. 1 vier Bild-Szenen: Dante in der Wildnis, Dante und die wilden Tiere, Dante begegnet Vergil, und Dante und Vergil auf der gemeinsamen Wanderung. Florentiner Illuminator. Geschenk der Florentiner Familie Tempi 1839.

22. dia/za 513.27.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Vergil, Opera, lat., 15.Jh.; Sign. Med. Palat. 69, 64v. - Von Pierre de Lormel "de Alvernia (=Auvergne) librarius Universitatis Parisiensis" für den kgl. Rat Toureau 1403 geschrieben. Bl. 64v zeigt Aeneas auf dem Schiff bei seiner Ankunft in Italien. Im Hintergrund Bauhandwerker beim Bau einer Festung. Mehrfarbige Initialen auf Goldgrund. Schrift: regelmäßige Bastarda formata. Besitzvermerke auf dem letzten Blatt: "est Theodorj Spinielle (?) quondam Francisci Meliadus ..."; "Nunc vero est Johannis Pardi ..."

23. dia/za 513.30.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Avicenna, De medicina, lat. Übers. v. Gherardo Cremonese. 15.Jh., Sign. Gadd. Reliqui 24, 1r. - Die Hs wurde von Franz von Lothringen der Laurenziana übergeben und stammt aus Besitz der Familie Gaddi. Enthält drei Miniaturen von zwei verschiedenen Künstlern aus Ferrara. Auf dem Vorsatz: "Visto per me Kaetano Bardella a di 9 di marzo 1465". Breite florale Randleiste mit Genien und einem Wappen am unteren Rand. Die große, das obere Blattdrittel einnehmende historisierende Miniatur zeigt in einem Renaissance- Innenraum den gekrönten Autor an einem Tisch sitzend und schreibend. Rechts eine Kredenz mit Büchern im oberen Regal, ein aufgeschlagenes rotgebundenes Buch mit einem Messingleuchter darunter. Bücher liegen auch auf dem Bord über dem Fenster, in dessen Öffnung eine Landschaft angedeutet ist. Zwei Jünglinge reden miteinander, eine dritte Person tritt gerade ein.

24. dia/za 513.31.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Augustinus Aurelius: De civitate Dei, lat., 15.Jh.; Sign. Plut.12.19, 1r. - Die elegante Hs. trägt am Schluß den Vermerk "Liber Petri de Medicis Cos.(imi) f.(ilii)" und ist großzügig illuminiert. Bl.1 r Weißrankenbordüre, reich mit Fabeltieren, Genien, Löwen, Pfauen, Vögeln und Kentauren geschmückt. Die Miniaturen wurden früher Giovanni und Monte del Fora, danach der Werkstatt von Filippo und Matteo Torelli zugeschrieben, heute Riccardo di Nanni.

25. dia/za 513.35.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Francesco Petrarca: Canzoniere e Trionfi, 15.Jh., Sign. Plut.41.1, IXr (Laura). - In Siena geschrieben von "Jacopus Macarius Venetus" (Bl. 183r), die Weißrankeninitialen erinnern an Florentiner Schulen. Wenig später durch zwei schöne Porträts von Petrarca und Laura ergänzt, von einem Maler der Schule de Pinturicchio und Ghirlandaio.

26. dia/za 513.37.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Romuleon. Sammelhandschrift zur Geschichte Roms, franz. Übers. von Jean Mielot. 1460. Sign. Med. Palat. 156/1-2, 1r. - Zwei verschwenderisch ausgestattete Hss., geschrieben "a l'istance d'un tres vaillant Chevalier Espaignol nomme Monseigneur Cometz de Albornoce ... l'an de grace mil CCCC soixante par le comandement et ordonnance de tres hault trespuissant et tresexcellent Prince Philipe ... Duc de Bourgoigne..." - Große historisierende Miniaturen am Beginn eines jeden Buches, die dem Flamen Loyset Liedet zugeschrieben werden, Buchmaler am burgundischen Hof. Der Übersetzer Jean Mielot war Kanoniker in Lille. Bl. 1r zeigt den Herzog von Burgund Philipp den Guten mt Hofleuten beim Besuch des Schreib-Ateliers von David Aubert, dem Schreiber der Hss., der an seinem Schreibtisch sitzen bleibt (!)

27. dia/za 513.40.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Zacharias Ben Mahometis Ben Hacmutis: Die Wunder der Schöpfung, arab., 16. Jh. Sign. Orientali 45, 42v. - Geschrieben von Abdalla, Sohn Davids, im Jahr 961 der Hedschra (1553). Mit anderen orientalischen Hss. 1771 aus der Slg. des Kardinals Ferdinand de' Medici in die Laurenziana gelangt. Die Aquarelle stellen großenteils astronomische Illustrationen dar, hier das Sternbild Schütze.

28. dia/za 513.41.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Casetta Cesarini, Goldkassette. Florentiner Goldschmiedearbeit, der Stadt vom Kardinal Cesarini zur Aufbewahrung der Urkunden des Konzils von Florenz geschenkt (1439).

29. dia/za 513.42.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Claudius Ptolemaios: Geographia, lat., übers. v. Iacopo Angelo da Scarperia. 15. Jh.; Sign. PLut. 30.3. - Doppelblatt 91v-92r zeigt die Kugelgestalt der Erde, wie sie schon von Eratosthenes von Kyrene um 250 v.Chr. mit hoher Genauigkeit errechnet wurde. Ptolemaios (ca. 100-178 n.Chr.) übernahm diese älteren Erkenntnisse in seine Anleitung zum Zeichnen geographischer Karten, legte seinen Berechnungen aber einen von Marinos von Tyros errechneten zu geringen Erdumfang zugrunde. Die Renaissance führte auch zu einer Wiedergeburt des ptolemäischen (geozentrischen) Weltbildes und wurde unter dem Titel "Geographia" oder "Cosmographia" von den bedeutendsten Humanisten bearbeitet. Die Ausgaben enthalten in der Regel eine Weltkarte, die ein gewisser Agathodaimon am Museion von Alexandria gezeichnet haben soll, sowie eine Reihe von Regionalkarten. Im Bild die Karte Italiens. Florentiner Buchmalerei.

30. dia/za 513.43.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Curtius Rufus, Quintus: Geschichte Alexanders des Großen, französ., 15.Jh., Sign. Med. Palat.155, 13r. - Übersetzt von dem Portugiesen Vasque de Lucena, gweidmet Hzg. Karl dem Kühnen von Burgund. Die Miniatur Bl. 13r zeigt die Dedikation des Werkes durch den Übersetzer an den Herzog. Französ. Innenraum mit Thron, Anrichte mit Zinngeschirr, Schrank und vierarmigem Leuchter. Unter dem Gefolge des Herzogs zwei Falkner und mehrere Männer mit Sauspießen, dazu Hunde. Der Herzog trägt einen Fellhut mit Feder: alles deutet daraufhin, daß die Szene unmittelbar vor dem Aufbruch zur Jagd spielt. Florale Bordüre mit jagenden Kentauren. Schrift: burgundische Bastarda mittlerer Qualität.

31. dia/za 513.46.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Venezianischer Einband, 16.Jh. mit Supralibros Giustiniani. Ashb. 1576. Braunes Maroquin mit Goldprägung, roter und blauer Bemalung. Vier Bünde, zwei Leinenbänder als Schließen.

32 dia/za 513.47.- Kurztit.: Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. Bestand, Beispiele.- Beschreibg.: Einband, 16. Jh., Sign.: Ashb. 858. Supralibros des Kardinals Ghisleri, der 1566 Papst Pius V. wurde. Aus der Sammlung Ashburnham 1884 an die Laurenziana.

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