Frauen in Russland / UdSSR / GUS

Materialien zu einer Bibliographie des Schrifttums 1974 bis 1998

V o r w o r t

 

In der zweiten Hälfte der 90er Jahre hatten meine Frau Hanne Bruhn und ich den Plan ins Auge gefaßt, gemeinsam ein Projekt "Frauen in Russland" in Angriff zu nehmen. Im Rahmen der sich generell verstärkt entwickelnden Frauenforschung (gender studies) sollte es ein Russland-spezifischer Beitrag dazu sein. Eine grundlegende Bibliographie des einschlägigen Schrifttums sollte als Band 3 der von mir damals neubegründeten Serie "Literaturnachweise zu aktuellen Russland-Themen" erscheinen. Dazu ist es indessen aus verschiedenen Gründen bislang nicht gekommen und es ist ungewiß, ob wir das Thema jemals überhaupt wieder aufgreifen werden. Allein das im Rahmen der Vorbereitung dieses Projektes angesammelte bibliographische Material in Gestalt von mehreren tausend Titelnachweisen, so unvollkommen es hinsichtlich des Standes seiner Bearbeitung auch noch ist, stellt doch für jeden an dieser Thematik Interessierten eine nicht uninteressante Quelle dar. Ich habe mich daher entschlossen, es hier im Rahmen des Internet der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Ein nicht unbeträchtlicher Teil der nachgewiesenen Titel stammt aus Datenbanken, Primärbibliographien u. ähnl. und wurde ohne de-visu-Nachprüfung übernommen. Natürlich ist die sachliche Gliederung von auf solche Weise gewonnenen Schrifttumsnachweisen ohne Autopsie immer problematisch, insbesondere bei einem Verzeichnis wie diesem, das bewußt auch Schriften nicht-wissenschaftlicher Art (mit ihren häufig wenig aussagekräftigen oder unpräzisen Titelformulierungen) erfaßt. Andererseits schien im Interesse der Benutzer des Verzeichnisses eine sachliche Gliederung unumgänglich. Die dafür erarbeitete Systematik ergab sich auf Grund des Inhaltes der ermittelten Schriften, so wie er in der Formulierung des jeweiligen Titels, oft mehr noch des Untertitels, zum Ausdruck kam. Mehrfacheintragungen unter verschiedenen sachlichen Gesichtspunkten sind nach Möglichkeit vermieden worden und blieben auf wenige zwingende Fälle beschränkt. Innerhalb der in der Hierarchie jeweils untersten Sachgruppe sind die Titel zunächst nach Erscheinungsjahren, innerhalb eines Erscheinungsjahres ohne besondere Kennzeichnung formal nach Monographien, Zeitschriftenbeiträgen und Zeitungsartikeln untergliedert, die Monographien in sich alphabetisch, die Zeitschriftenbeiträge in sich zunächst nach dem Zeitschriftentitel und die Zeitungsartikel chronologisch nach dem Erscheinungsdatum. Die starke Berücksichtigung des chronologischen Moments bei der Anordnung der Titel innerhalb der Sachgruppen wurde nicht ohne Grund gewählt. Handelt es sich bei der Berichtszeit des vorliegenden Verzeichnisses doch um eine Epoche, in der die Sowjetunion und später dann die Russische Föderation und die anderen Nachfolgestaaten der UdSSR einschneidende politische und gesellschaftliche Umwälzungen erlebten, die natürlich auch auf die hier in Frage stehende Thematik einen nicht zu übersehenden Einfluß ausübten. Das machte sich nicht nur im russischsprachigen Schrifttum bemerkbar, sondern auch in einem Teil des deutschsprachigen Schrifttums, weil wir es dabei ja bis zur sogenannten Wende auch mit DDR-Publikationen zu tun haben, in denen bekanntlich in der Regel weitgehend sowjetische Positionen vertreten wurden. Durch die chronologische Anordnung der Titel entsprechend ihrem Erscheinungszeitpunkt läßt sich der Gang der Entwicklung und die Art der Veränderungen sicherlich am besten verfolgen. Eine Ausnahme davon bildet die Sachgruppe "7. Schrifttum mit historischem Bezug", innerhalb der versucht wurde, die Titel nicht nach ihrem Erscheinungszeitpunkt sondern in etwa chronologisch gemäß der darin behandelten historischen Thematik anzuordnen. Die nicht wenigen Schriften, die einen längeren Zeitraum behandeln und dadurch auch die für diese Sachgruppe vorgesehene Einteilung in Untergruppen überschreiten, wurden dort eingeordnet, wo ihre Berichtszeit beginnt. Anzumerken ist noch, daß bei einzelnen Sachgruppen die sonst überall im Verzeichnis anzutreffende Trennung in mehr oder weniger gegenwartsbezogene Schriften und solche mit eindeutig historischem Bezug nicht vorgenommen wurde.

Über die bisherige Situation der bibliographischen Erfassung des Schrifttums zum Thema Frauen in Russland/UdSSR/GUS gibt die Sachgruppe "1. Bibliographien und Literaturverzeichnisse" Auskunft. Gegenüber den meisten der dort verzeichneten Bibliographien ist das vorliegende Verzeichnis um eine breiteres Spektrum hinsichtlich der thematischen Abgrenzung bemüht und vermeidet bewußt die Fixierung auf einen bestimmten Sprachraum.

 
Peter Bruhn

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