DAS

DOKUMENTATIONSZENTRUM

FÜR DAS SCHRIFTTUM AUS UND ÜBER RUSSLAND/UDSSR/GUS

 

TÄTIGKEITSBERICHT

 

Teil I. 1956 – 1996

 

 

Gliederung:

Vorwort

Kapitel I. 1956-1965: Redaktion des Gesamtverzeichnisses russischer und sowjetischer Periodika und Serienwerke

1. Vorgeschichte

2. Konzeption und Vorbereitung des Projektes

3. Ermittlungs- und Erfassungsarbeiten

3.0. Allgemeines, Methodik

3.1. Erfassung durch eigene Ermittlungen

3.1.1. Schwerpunkt Marburg

3.1.2. Schwerpunkt Göttingen

3.1.3. Schwerpunkt München

3.1.4. Frankfurt/Main

3.1.5. Hamburg

3.1.6. Kiel

3.1.7. Sonstige Bibliotheken

3.2. Erfassung durch Meldungen der Bibliotheken

3.3. Erfassung durch Auswertung publizierter Kataloge

3.4. Statistische Übersicht 

4. Redaktionelle Arbeiten

4.0. Anlage des Verzeichnisses und Drucklegung

4.0.1. Anlage des Verzeichnisses

4.0.1.1. Schriftart

4.0.1.2. Titelform

4.0.1.3. Ordnung 

4.0.1.4. Register

4.0.2. Drucklegung

4.1. Einzelaspekte der redaktionellen Arbeit

4.1.1. Besonderheiten russischer u. sowjetischer Periodika

4.1.1.1. Korporative Herausgeber

4.1.1.2. Zählungen

4.1.1.3. Erscheinungsorte

4.1.1.4. Titel in Sprachen nichtrussischer Nationalitäten

4.1.2. Besonderheiten der ermittelten Titelaufnahmen

5. Publikationstätigkeit

5.1. Gesamtverzeichnis...

5.2. Kleinere Publikationen

6. Auskunftstätigkeit

7. Sonstige Aktivitäten

8. Außenwirkung

9. Administratives

9.1. Status 

9.2. Personal

9.5. Räumliche Unterbringung

10. Sonstiges

Kapitel II. 1966-1969: Bibliographische Arbeitsstelle des Osteuropa-Instituts

1. Konzeption und Perspektiven

2. Arbeitsbereiche

2.1. Gesamtverzeichnis...

2.2. Bibliographische Auskunft

2.3. Bibliographische Sammlung

3. Publikationstätigkeit

3.1. Gesamtverzeichnis...

3.2. Russisch für Bibliothekare

3.3. Kleinere Publikationen

4. Außenwirkung und -beziehungen

4.1. Institution

4.2. Publikationen

4.2.1. Gesamtverzeichnis...

4.2.2. Russisch für Bibliothekare

5. Administratives

5.1. Statusfragen

5.2. Personalentwicklung

5.3. Räumliche Unterbringung

6. Sonstiges

Kapitel III. 1969-1991: Dokumentationszentrum für das Schrifttum aus und über Rußland/UdSSR

Erster Abschnitt: 1969-1975  Aufstieg und Niedergang

Zweiter Abschnitt: Mitte 1975-1979  Neubeginn

Dritter Abschnitt: 1980-1991  Konsolidierung


Literaturnachweise

Anlagen

Vorwort

Die Erstellung und Herausgabe eines Tätigkeitsberichtes ist für eine Einrichtung wie das "Dokumentationszentrum für das Schrifttum aus und über Rußland/UdSSR" normalerweise von nicht geringer Bedeutung. Ein Tätigkeitsbericht bietet einerseits Anlaß zur Selbstreflexion, um sich über das gesamte bisherige Tun und Lassen Rechenschaft abzulegen und darauf aufbauend sich Gedanken zu machen, in welche Richtung und auf welche Weise künftige Aktivitäten entwickelt werden sollten. Andererseits kann er als eine nicht unwichtige Informationsquelle dienen, vor allem für die Benutzer einer solchen Dienstleistungs-Einrichtung,  -  aber auch für diejenigen, deren Aufsicht sie unterstellt ist und die u.a. über ihre Ausstattung zu entscheiden haben. Darüber hinaus bietet er der Fachwelt Einblicke, die auf andere Weise nicht zu erhalten wären.

Das Dokumentationszentrum, wenn man seine Vorläufer mit einbezieht und bis zu den ersten Anfängen zurückgeht, blickt auf eine weit über vierzigjährige Existenz zurück. Im Laufe dieser Zeit hat es mehrmals den Versuch gegeben, einen solchen Tätigkeitsbericht herauszubringen, namentlich zu den "runden" Jubiläen. Die Situation erwies sich aber in der Regel jedesmal als so angespannt, daß alle Kraft auf die Funktionstüchtigkeit der Einrichtung und damit auf ihre Existenzsicherung konzentriert werden mußte, so daß keinerlei Zeit für irgendwelche Nebenaktivitäten blieb und an die Erstellung eines solchen ausführlichen Berichtes nicht zu denken war. In jüngerer Zeit ergab es sich, daß eine solche Arbeit nicht mehr ohne die wesentliche Beteiligung des "Dienstältesten" Peter Bruhn zu leisten war, weil unter den übrigen Angehörigen der Dienststelle auf Grund des personellen Wechsels Zeitzeugen für die frühen Epochen nicht mehr zur Verfügung standen. Bruhn hat sich wegen seiner starken beruflichen Beanspruchung die Realisierung dieser Aufgabe für die Zeit seines Ruhestandes aufsparen müssen. Der hiermit vorgelegte Teil I des Berichtes entstammt in weiten Teilen seiner Feder, namentlich für die Frühzeit, auch wenn darin aus Gründen eines einheitlichen Stiles von ihm durchgehend in der dritten Person die Rede ist. Die Berichtszeit reicht vom 1.2.1956 bis zum 31.9.1991 und gliedert sich chronologisch der Entwicklung der Dienststelle folgend in drei Abschnitte: 1. von 1957 bis 1966  -  Redaktion des Gesamtverzeichnisses russischer und sowjetischer Periodika, 2. von 1966 bis 1970  -  Bibliographische Arbeitsstelle des Osteuropa-Instituts, 3. von 1970 bis 1991 -   Dokumentationszentrum für das Schrifttum aus und über Rußland/UdSSR.

I

Redaktion

des Gesamtverzeichnisses russischer und sowjetischer Periodika und Serienwerke

in Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlins

(1956-1966)

1. Vorgeschichte

Die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts gehörten auch insofern noch zur Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges, als die gravierenden Verheerungen, welche die Kriegshandlungen auch im deutschen Bibliothekswesen angerichtet hatten, noch lange nicht überwunden waren. Zahlreiche Bibliotheken waren ganz oder teilweise zerstört, die zum Schutz gegen Luftangriffe auf einsam gelegene Schlösser und Landsitze, oder auch in stillgelegte Bergwerksstollen ausgelagerten Buchbestände waren großenteils noch nicht zurückgekehrt, - z.T. waren sie in ihren Ausweichquartieren verwüstet, geplündert oder von den Eroberern beschlagnahmt und abtransportiert worden[1]. Diese Umstände, die das wissenschaftliche Arbeiten in den auf die Verwertung von Literatur besonders angewiesenen geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen sehr erschwerte, trafen die deutsche Osteuropakunde in besonders gravierender Weise. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen waren als Folge des Krieges die wichtigsten auf osteuropäisches Schrifttum spezialisierten Sammlungen im Deutschen Reich, die Universitätsbibliotheken in Breslau und Königsberg, wie auch die Bibliothek des Breslauer Osteuropa-Instituts verloren gegangen. Zum anderen gab es auf Grund des in jener Zeit eskalierenden kalten Krieges zwischen West und Ost keinen funktionierenden internationalen Leihverkehr der Bibliotheken; niemand wäre damals auf den geradezu vermessenen Gedanken gekommen, von der Bundesrepublik Deutschland aus ein Buch etwa aus einer sowjetischen Bibliothek ausleihen zu wollen. Selbst im Leihverkehr zwischen den Bibliotheken der beiden deutschen Staaten gab es erhebliche Schwierigkeiten. Man war also im wesentlichen auf die eigenen bundesdeutschen Bibliotheken angewiesen, über deren erhalten gebliebene Bestände es häufig noch an verläßlichen Angaben fehlte, weil Revisionen großenteils noch nicht hatten vorgenommen werden können und die Kataloge noch nicht korrigiert waren. Die deutsche Osteuropa-Forschung, die  -  diskriminiert durch das Verhalten namhafter ihrer Vertreter zur Zeit des Nationalsozialismus  -  gerade im Begriff war, sich neu zu konstituieren, hatte erhebliche Probleme bei der Besorgung der benötigten Literatur, wobei sich namentlich russische und sowjetische Zeitschriften als eine besonders schwer zu beschaffende Literaturkategorie erwiesen. Immer wieder passierte es, daß die roten Fernleihscheine für Bestellungen von Jahrgängen russischer Periodika, die in Ermangelung von Standortnachweisen auf den routinemäßigen Leihverkehrsweg durch die Bibliotheken gebracht wurden, nach Monaten zurückkehrten mit dem Vermerk "Im Leihverkehr nicht zu beschaffen", was manches Forschungsprojekt scheitern ließ. Zwar gab es in den verbliebenen Bibliotheken durchaus einschlägige Bestände, doch waren sie großenteils sehr fragmentarisch. Dafür mag es verschiedene Gründe geben. Oft handelte es sich um Zufallserwerbungen, so etwa aus der älteren Zeit aufgrund dynastischer Verbindungen zwischen deutschen Herrscherhäusern und dem Hof in Sankt-Petersburg, oder aus späterer Zeit aufgrund wissenschaftlicher Kontakte einzelner Gelehrter nach Russland und den sich daraus ergebenden Tauschbeziehungen. Unregelmäßigkeiten gerade in der Zeitschriften-Erwerbung sind außerdem auf die Unterbrechung des Bezuges während der Zeiten von Krieg und Bürgerkrieg zurückzuführen und auf die nationalsozialistische Kulturpolitik ab 1933, die dem Erwerb sowjetischer Zeitschriften nicht gerade förderlich war. 

Jedenfalls lag der Gedanke nahe, die Schwierigkeiten bei der Literaturbeschaffung durch einen zentralen Nachweis der vorhandenen Bestände zu mildern und angesichts des bruchstückhaften Besitzes die Bestandslücken der einen Bibliothek durch den Besitz einer anderen auszugleichen und umgekehrt. Die Osteuropahistoriker Peter Scheibert (Marburg) und Werner Philipp (damals noch in Mainz) hatten sich schon relativ früh darum bemüht; so hatte Philipp schon bald nach Kriegsende bei der Mainzer Akademie der Wissenschaften die Herstellung eines Verzeichnisses russischer Zeitschriften in den uns verbliebenen Bibliotheken angeregt. Auf Initiative von Werner Markert (Tübingen) waren 1952 und 1953 für die Berichtszeit ab 1945 erste provisorische Bestandsverzeichnisse sowjetischer Zeitschriften erstellt und 1955 mit Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in einer dritten Fassung als Broschüre veröffentlicht worden.[2] In der darin enthaltenen Vorbemerkung hatte Markert "erneut auch die Dringlichkeit betont, mit der ein systematisch gegliederter Katalog der in Deutschland noch vorhandenen russischen Periodika vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart gewünscht und benötigt wird". Zum Start eines solchen umfassenden Katalogprojektes kam es dann gegen Ende des Jahres 1956 auf erneute Initiative von Werner Philipp, der inzwischen als Ordinarius für osteuropäische Geschichte beim Osteuropa-Institut in Berlin wirkte und dem es gelang, ein solches Projekt in Form eines von der DFG geförderten "Forschungsvorhabens" ins Leben zu rufen. Sein erstes Problem bestand darin, einen für dieses Projekt geeigneten Bearbeiter zu finden, der gleichzeitig im Bereich der Osteuropakunde wie auch im Bibliothekswesen hinreichend qualifiziert war, - eine Kombination, die zur damaligen Zeit in der Bundesrepublik Deutschland selten anzutreffen war. Da traf es sich gut, daß ihm durch den Direktor der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, Wieland Schmidt, in der Person von Peter Bruhn ein Kandidat vermittelt wurde, der beides in sich vereinigte. Bruhn hatte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ein Slawistikstudium abgeschlossen mit Schwerpunkt Russistik und anschließend eine bibliothekarische Fachausbildung erfolgreich absolviert. Am 1. Februar 1956 wechselte Bruhn von der Universitätsbibliothek der Freien Universität zum Osteuropa-Institut und nahm dort seine Arbeit auf, ein Datum, das darum als der offizielle Beginn des Dokumentationszentrums angesehen werden kann.

 
2. Konzeption und Vorbereitung des Projektes

Die dem Projekt zugrundeliegende Konzeption nahm sich anfangs noch recht bescheiden aus. Es sollten lediglich Bestände von einigen für dieses Schrifttum besonders relevanten Bibliotheken erfaßt und die Titel dann in Form einer hektographierten Fundliste an einen Kreis einschlägig interessierter Wissenschaftler aus dem Bereich der Osteuropa-Forschung versandt werden. Um den Umfang des Projektes in Grenzen zu halten, sollten auch nur solche russischen und sowjetischen Zeitschriften erfaßt werden, die inhaltlich überwiegend rußlandkundlichen Charakters waren. Glücklicherweise gelang es Bruhn, den als Herausgeber des Gesamtverzeichnisses fungierenden Werner Philipp, wie auch das Bibliotheksreferat der Deutschen Forschungsgemeinschaft davon zu überzeugen, daß die für eine solche Einschränkung bei der Erfassung der Titel notwendige Selektion mannigfaltige Probleme aufwerfen würde, so daß die pauschale Erfassung aller Periodika und Serien lediglich auf Grund ihrer russischen bzw. sowjetischen Provenienz sehr viel weniger Aufwand bedeuten würde und zudem noch viele Benutzerbedürfnisse weit über den Bereich der Osteuropa-Forschung hinaus befriedigen konnte.[3] Während also vom Inhalt der aufzunehmenden Schriften her keinerlei Abgrenzung vorgenommen wurde, waren Abgrenzungen formaler Art unumgänglich. Es wurde Einvernehmen erzielt, den Begriff Periodikum weitestgehend auszulegen und außer Zeitschriften und Zeitungen auch Jahrbücher, Kalender u. ähnl. aufzunehmen, bei den Serien aber auf ungezählte Reihen zu verzichten. Unabhängig von der Sprache wurden alle innerhalb der jeweiligen Grenzen des Russischen Reiches bzw. der Sowjetunion erschienenen Titel einbezogen mit Ausnahme der finnischen und polnischen Periodika, die in Finnland und in Polen während der Zugehörigkeit dieser Länder zum Russischen Reiche erschienen sind. Außerdem wurden die im Ausland von der Emigration oder auch von offiziellen und offiziösen russischen bzw. sowjetischen Stellen herausgegebenen Publikationen berücksichtigt. Einbezogen wurden ferner die später aufkommenden Übersetzungs-Ausgaben (cover-to-cover) sowjetischer Fachzeitschriften mit zumeist naturwissenschaftlicher oder technologischer Thematik, die in englischer Sprache überwiegend in den USA, teilweise auch in Israel und anderen Ländern publiziert wurden.

Die zeitliche Abgrenzung ergab sich rückwärts mit dem Jahre 1702, in dem das erste russische Periodikum erschien und in der Gegenwart mit dem Jahre 1956, in dem die Ermittlungsarbeiten begannen; zumindest reicht das Bemühen um Vollständigkeit nur bis 1956, doch wurden bis zur Vollendung des Werkes im Jahre 1973 natürlich alle weiteren bis zum Redaktionsschluß für die einzelnen Lieferungen des Werkes bekannt gewordenen Daten noch eingearbeitet. Die Begrenzung auf Titel im Besitz von Bibliotheken in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin ergab sich in dieser Zeit des Kalten Krieges eigentlich von selbst. Max Vasmer, der Nestor der deutschen Slawisten, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft um ein Gutachten zu dem Projekt gebeten, hatte zwar die politischen Kalamitäten der Zeit mißachtend mit weitblickender Perspektive die Einbeziehung der Bibliotheken der Deutschen Demokratischen Republik in das Projekt vorgeschlagen; doch wurde diese Auffassung unter den damaligen Verhältnissen bei den Verantwortlichen wohl eher als die skurrile Idee eines etwas weltfremden Gelehrten eingeschätzt. Jedenfalls ließ das damalige gespannte Verhältnis zwischen den beiden deutschen Staaten die Realisierung seines Vorschlages nicht zu. Der ursprünglich recht begrenzte Kreis der in das Projekt überhaupt einzubeziehenden Bibliotheken konnte auf Betreiben Bruhns noch während der Ermittlungsarbeiten ausgedehnt werden. Es blieb zwar bei der Auffassung, daß es trotz der später gewählten Titelformulierung "Gesamtverzeichnis..." nicht darum gehen konnte, systematisch alle im damaligen Sigelverzeichnis enthaltenen Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlins zu berücksichtigen; der dafür erforderliche Aufwand hätte in keinem angemessenen Verhältnis zum zu erwartenden Ergebnis gestanden. Die knappen finanziellen Mittel, die für die Durchführung des Projektes zur Verfügung standen, legten es vielmehr nahe, mit möglichst geringem Aufwand möglichst viele Bestände zu erfassen, wobei allerdings zu gewährleisten war, daß zumindest alles Wesentliche erfaßt wurde. Unter Beachtung dieser Maxime gelang es Bruhn, über die Universalbibliotheken hinaus auch kleinere Fach- und Spezialbibliotheken einzubeziehen, darunter nicht wenige, die wegen des Präsenzcharakters ihrer Bestände vom Gesamtverzeichnis ausländischer Zeitschriften und Serien (GAZS) nicht erfaßt wurden. Die zahlenmäßig meist sehr geringen Bestände dieser kleineren Bibliotheken an russischen und sowjetischen Periodika ließen sich in der Regel sehr schnell und ohne großen Aufwand erfassen. In vielen Fällen erwiesen sie sich als eine echte Bereicherung des Werkes, da die entsprechenden Titel auf Grund ihres speziellen Charakters in den Universalbibliotheken oft nicht vorhanden waren.


3. Ermittlungs- und Erfassungsarbeiten

3.0. Allgemeines, Methodik

Hinsichtlich der Frage, wie die Ermittlung der Titel bei diesem Großprojekt am rationellsten zu bewerkstelligen sei, gab es anfänglich recht unterschiedliche Vorstellungen. Seitens von der Deutschen Forschungsgemeinschaft konsultierter Gutachter bestand man auf dem Vorschlag, einen sogenannten Idealkatalog zu erstellen, d.h. ein Verzeichnis aller in Betracht kommenden Titel, in das dann durch Vergleich mit den Katalogen der Bibliotheken deren Besitzvermerke eingetragen werden sollten. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Verzeichnisse kopiert und durch zwei studentische Hilfskräfte verzettelt, zunächst die bekannte Bibliographie von Lisovskij, dann der einschlägige Katalogteil[4] aus dem Helsinki-Katalog und die Letopis' periodičeskich izdanij SSSR1950-1954. Zusätzlich wurden die infrage kommenden Titel aus dem alten GAZ exzerpiert. Es erwies sich aber sehr bald, daß Bruhns Bedenken gegen diese allzu theoretische Art des Vorgehens nur zu berechtigt waren, und zwar aus zweierlei Gründen. Einmal enthielt dieser sogenannte Idealkatalog vor allem für die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zunächst allzu große Lücken. Für diese Berichtszeit hatten nach Meinung der Gutachter die einschlägigen Titel aus der amerikanischen Union List of Serials und dem British Union Catalogue of Periodicals exzerpiert werden sollen. Das erwies sich aber auf Grund der im Bibliothekswesen der englischsprachigen Länder gebräuchlichen Katalogisierungsregeln bei den vielen sowjetischen sogenannten Formaltiteln u. ähnl. als problematisch, die dort bekanntlich unter dem korporativen Herausgeber bzw. unter dem Orts- oder Ländernamen verzeichnet werden und in ihrer ursprünglichen sprachlichen Titelformulierung oft nicht genau zu rekonstruieren sind. Zum anderen nahm der "Idealkatalog" schon sehr bald einen zahlenmäßigen Umfang an, der das Aufsuchen aller darin enthaltenen Titel in den Katalogen aller beteiligten Bibliotheken als viel zu aufwendig erscheinen ließ. Obwohl der Aufbau des Idealkataloges auf Drängen der DFG trotzdem fortgesetzt wurde, wurde hinsichtlich der Ermittlung der Titel schließlich doch der von Bruhn eingebrachte pragmatischere Vorschlag akzeptiert, demzufolge die einzubeziehenden Bibliotheken folgenden drei Kategorien zugeordnet wurden:


a) Bibliotheken, bei denen wegen besonders umfangreicher oder wichtiger Bestände an russischen und sowjetischen Zeitschriften Bruhn vor Ort selber bzw. mit Unterstützung durch lokale Hilfskräfte eigene Ermittlungs- und Erfassungsarbeiten vornahm, und zwar mittels einer auf Grund der an Ort und Stelle jeweils angetroffenen Katalogverhältnisse individuell entworfenen Suchstrategie.

b) Bibliotheken mit veröffentlichten Zeitschriftenkatalogen neueren Datums, aus denen die Angaben über ihre Bestände an russischen und sowjetischen Periodika entnommen wurden.

c) Sonstige Bibliotheken mit relevanten Beständen, die gebeten wurden, die einschlägigen Titel und Bestände aus ihrem Besitz zu melden.


3.1. Erfassung durch eigene Ermittlungen

Nach eingehenden Beratungen mit einschlägigen Experten (Fachwissenschaftlern und Fachbibliothekaren aus dem Bereich der Osteuropaforschung) schälten sich hinsichtlich der unter a) genannten Gruppe von Bibliotheken zunächst fünf lokale Schwerpunkte heraus: In erster Linie Marburg , München und Göttingen, - dann noch Frankfurt und Kiel. Später kam noch Hamburg dazu[5] und noch später, einige Zeit nach ihrer Gründung, die Technische Informationsbibliothek (TIB) in Hannover.

3.1.1. Marburg

Die Erfassungsarbeiten begann Bruhn in Marburg wegen der damals noch dort beheimateten Westdeutschen Bibliothek[6]. Dies geschah nicht nur auf Grund der umfangreichen Bestände dieser Bibliothek, sondern weil sie auch Sitz der Redaktion des Gesamtverzeichnisses ausländischer Zeitschriften und Serien (GAZS) war. Gerade zu Beginn der Arbeiten war es nützlich und wichtig, an den Erfahrungen von Herbert Rister, dem langjährigen Leiter des GAZS, und seiner Mitarbeiter zu partizipieren. Die Arbeiten in Marburg begannen im Juli 1956. Noch vor der beim GAZS damals gerade anstehenden Umordnung der Titel von den Preußischen Instruktionen zur mechanischen Wortfolge konnte Bruhn die insgesamt 160 Katalogkästen durcharbeiten. Es wurden dabei ca. 100.000 Katalogkarten von ihm gesichtet, wobei er eine Anzahl von 1049 Titeln russischer und sowjetischer Periodika ermitteln konnte.

Die anschließende Erfassung der einschlägigen Periodika aus den Beständen der Westdeutschen Bibliothek, mit der Bruhn am 26.09.1956 begann, gestaltete sich relativ problemlos, weil die Bibliothek über einen gesonderten Zeitschriftenkatalog verfügte. Dieser auch um die 100.000 Karten umfassende Katalog wurde im vierten Quartal 1956 ausgewertet, wobei eine Anzahl von 1624 Titeln russischer und sowjetischer Periodika ermittelt werden konnte.


3.1.2. Göttingen

Zu Beginn des Jahres 1957 begann Bruhn mit der Erfassung der einschlägigen Bestände der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek in Göttingen. Leider verfügte die Bibliothek nicht über einen den gesamten Bestand nachweisenden gesonderten Zeitschriftenkatalog. Der Vorschlag des damaligen Direktors, Wilhelm Martin Luther, an Hand bestimmter Akzessionsverzeichnisse zu arbeiten, die noch aus älterer Zeit vorhanden waren, erwies sich bei genauerem Hinsehen als leider nicht praktikabel, da sich herausstellte, daß in diesen Verzeichnissen zwar die Mehrzahl der Titel enthalten war, detailliertere Angaben über vorhandene Jahrgänge usw. jedoch zum größten Teil fehlten. So ergab sich die Notwendigkeit, die Erfassungsarbeiten auf der Basis einer der beiden Hauptkataloge vorzunehmen. Unter diesem Gesichtspunkt wurden zunächst sowohl der alte alphabetische, als auch der alte systematische Katalog auf ihre Eignung hin überprüft. Es handelt sich bei beiden um Bandkataloge, die bis ins Jahr 1927 bzw. 1930 reichen. Die Entscheidung fiel zugunsten des 799 Bände umfassenden systematischen Kataloges. Die Ermittlung der Titel an Hand dieses Kataloges gestaltete sich vor allem deswegen besonders rationell, weil sie es ermöglichte, weite Sachbereiche wie beispielsweise die Bände mit deutscher Regionalgeschichte oder die mit den Werken von Schriftstellern der Antike einfach zu überspringen, da in ihnen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit russische Periodika nicht zu erwarten waren. Aus den in diesem Katalog enthaltenen schätzungsweise insgesamt 1.000.000 Titeln konnten die Angaben für 641 russische und sowjetische Periodika entnommen werden. Um die Bedeutung dieses titelmäßig relativ kleinen Bestandes richtig zu beurteilen, muß man wissen, daß es sich hierbei im Gegensatz zu dem teilweise recht fragmentarischen Besitz anderer Bibliotheken um oft recht jahrgangsreiche Bestände handelte, darunter eine ganze Reihe recht seltener älterer und alter Publikationen. Im März 1957 konnten die Arbeiten in Göttingen abgeschlossen werden.


3.1.3. München

Hinsichtlich des Umfangs seiner Bibliotheksbestände an russischem Schrifttum stellte München den absoluten Schwerpunkt dar, wobei neben einer Anzahl kleinerer Bibliotheken in erster Linie die Bayerische Staatsbibliothek zu nennen ist. Nachdem Bruhn im Auftrag der DFG bereits im November 1956 den Leiter der Osteuropa-Abteilung der Bayerischen Staatsbibliothek, den in Fachkreisen bekannten und angesehenen Osteuropa-Bibliothekar Dr. Otto Mach in München zu einem ersten Informationsbesuch aufgesucht hatte, begann er hier gegen Ende April 1957 mit den eigentlichen Ermittlungsarbeiten, wobei er durch eine qualifizierte studentische Hilfskraft (Viktoria Pleyer, die spätere Leiterin der Osteuropa-Abteilung der Bayerischen Staatsbibliothek) unterstützt wurde. Auf Grund der Katalogverhältnisse gestalteten sich die Ermittlungsarbeiten als sehr kompliziert. Erschwerend kam hinzu, daß die Bayerische Staatsbibliothek während des Zweiten Weltkrieges nicht unerhebliche Zerstörungen erlitten hatte und die deswegen erforderliche Revision der Kataloge zu jener Zeit noch voll im Gange war. In ausführlichen Besprechungen mit der Bibliotheksleitung[7] wurde das zweckmäßigste Vorgehen bei der Ermittlung der gesuchten Titel erarbeitet. Der Gedanke, die Ermittlungsarbeiten an Hand der beiden alphabetischen Kataloge (des 57 Bände umfassenden Bandkataloges mit rund 32.000 Seiten für Anschaffungen vor dem Jahre 1840 und des Blattkataloges für die späteren Erwerbungen mit seinen 6500 Kapseln und rund 2.000.000 Blättern) vorzunehmen, wurde sehr bald aus mehreren Gründen verworfen. Es wurde beschlossen, die Arbeiten an Hand der sog. Standortrepertorien vorzunehmen, welche die Erwerbungen der Bibliothek bis zum Jahre 1936 enthalten und damit also beinahe den Anschluß erreichen an die mit dem Jahre 1939 beginnende Berichtszeit des Gesamtverzeichnisses ausländischer Zeitschriften. Da diese Standortrepertorien aber nur Titel anführen und keine Angaben enthalten über die zu den einzelnen Titeln vorhandenen Bände, Jahrgänge usw., mußte beim Auffinden des Titels eines einschlägigen Periodikums jedesmal in einer ebenfalls nach dem Standort geordneten "Revisionskartei für mehrbändige Schriften" nachgeschlagen werden, welche nach dem Krieg eigens für die Zwecke der Generalrevision von der Bibliothek angelegt worden war. Sie enthielt außer der Signatur nur Angaben über die Bestände, nicht aber die Titel und diente daher lediglich zur Ergänzung der Angaben in den Repertorien. Diese Art des Vorgehens war sicherlich am rationellsten und auch insofern günstig, als dabei wenigstens die bis dahin schon vorliegenden Ergebnisse der Revision berücksichtigt werden konnten, die zu diesem Zeitpunkt lediglich in der Revisionskartei, dagegen zu einem großen Teil noch nicht im alphabetischen Katalog festgehalten worden waren. Außerdem war es auf diese Weise möglich, sich zunächst auf die schon revidierten Bestände zu beschränken und soweit wie möglich im Gefolge der Revision zu arbeiten. Ein weiterer wichtiger Vorteil bei dieser Vorgehensweise lag darin, daß die Standortrepertorien systematisch in Gruppen geordnet sind, so daß es- ähnlich wie in Göttingen am Systematischen Katalog -möglich war, die Repertorien solcher Sachgebiete von vornherein auszulassen, auf denen die Existenz russischer Periodika mit Sicherheit auszuschließen war. Von den insgesamt 216 Repertorien brauchten auf diese Weise 77 nicht ausgewertet zu werden. Etwas umständlich gestaltete sich die Arbeit lediglich in den Fällen, in denen die Eintragung im Repertorium nicht erkennen ließ, ob es sich nun tatsächlich um eine Zeitschrift oder aber um eine Monographie handelte; solche Titel mußten zusätzlich im alphabetischen Katalog nachgeschlagen werden.

Nachdem im Juni 1957 die Ermittlung der bereits revidierten Bestände der Bayerischen Staatsbibliothek abgeschlossen war, wurde mit den noch nicht revidierten Beständen so verfahren, daß nach Durchsicht der Standortrepertorien die dabei festgestellten Titel vor Ort in den Magazinen auf ihr Vorhandensein und ihren Umfang überprüft wurden, wobei auch außerhalb des in der Ludwigstraße gelegenen Gebäudes der Staatsbibliothek gearbeitet werden mußte in einem ehemaligen, seit den Kriegsjahren als Ausweichmagazin dienenden Fabrikgebäude in Planegg (Kreis Starnberg). Bei den geretteten Resten der im Zweiten Weltkrieg "totalverbrannten" Fächer wurde aus Gründen der Rationalität die Ermittlung unabhängig von den Repertorien direkt im Magazin an den Regalen vorgenommen. Dabei war eine denkbare Fehlerquelle dadurch nicht ganz auszuschließen, daß an der Bayerischen Staatsbibliothek für gerade ausgeliehene Bände keine Vertreter ins Regal eingestellt wurden. 

Trotz der extrem schwierigen Katalogverhältnisse konnten Bruhn und Pleyer die Ermittlungsarbeiten an der Bayerischen Staatsbibliothek bereits im Juli 1957 zum Abschluß bringen. Sie erbrachten die stattliche Zahl von 1900 Titeln.

Im Anschluß daran übernahm Viktoria Pleyer die Bearbeitung zweier weiterer Münchener Bibliotheken, da Bruhn inzwischen bereits in Frankfurt erwartet wurde.


3.1.4. Frankfurt /Main

In Frankfurt befindet sich u.a. die Senckenbergische Bibliothek, die als die größte bundesdeutsche Spezialbibliothek für beschreibende Naturwissenschaften galt. Auf Grund lange gepflegter, umfangreicher Tauschbeziehungen auch mit russischen Institutionen verfügt sie auf ihrem Sammelgebiet über beachtliche Bestände russischer und sowjetischer Zeitschriften und Serien. Bruhn begann die Ermittlungsarbeiten hier im August 1957 und konnte sie zum Ende September abschließen. Auch an dieser Bibliothek war die Ermittlung der Titel nur möglich mittels der parallelen Benutzung zweier Kataloge. Zugrundegelegt wurde der alte alphabetische Zeitschriftenkatalog, dessen Bestandsangaben jedoch so unvollständig waren, daß zu ihrer Ermittlung der allgemeine Standortkatalog zusätzlich herangezogen werden mußte, der sich indessen in vielen Fällen als unzuverlässig erwies. Die Senckenbergische Bibliothek hatte nach Aussage ihres Direktors Dr. Mann damals zwar wegen dieser sehr unbefriedigenden Katalogsituation damit begonnen, ihren Zeitschriftenkatalog einer gründlichen Neubearbeitung zu unterziehen; aus Personalmangel ruhten jedoch diese Arbeiten zu jener Zeit. Nach Durchsicht des neubearbeiteten Teiles mußte deshalb an Hand des alten Zeitschriftenkataloges gearbeitet werden. Weitere Ergänzungen ergaben sich bei der zusätzlichen Auswertung des gedruckten Verzeichnisses von Thorn, und zwar des Exemplars der Bibliotheksverwaltung mit zahlreichen handschriftlichen Nachträgen und Ergänzungen, weil diese leider nicht alle in den alphabetischen Katalog der Bibliothek eingearbeitet worden waren. Insgesamt wurden auf diese Weise etwa 700 Titel ermittelt, denen um so größere Bedeutung zukommt, als es sich hierbei in der Mehrzahl der Fälle um sehr spezielle Fachzeitschriften handelt und sich die Bestände zu den einzelnen Titeln meist über eine ganze Reihe von Jahren, öfters über ganze Jahrzehnte, erstrecken.


3.1.5. Hamburg

Die Einbeziehung Hamburgs in die Reihe der zum Zwecke eigener Ermittlungs- und Erfassungsarbeiten aufzusuchender lokaler Schwerpunkte erwies sich an Ort und Stelle als nur bedingt gerechtfertigt. Der Umfang einschlägiger Bestände bei der Staats- und Universitätsbibliothek lohnte nicht die Durchsicht des gesamten Kataloges (entweder des alphabetischen oder des systematischen), was für eine lückenlose Erfassung unumgänglich gewesen wäre. Die Ermittlungsarbeiten wurden deshalb reduziert auf die Durchsicht zweier Bände des systematischen Kataloges, von denen der eine die Literatur aus dem Bereich der slawischen Philologie nachwies, während der andere die Aufschrift trug: "Bücher in russischer Sprache". Aus diesen beiden Bänden konnten 40 Titel russischer Periodika ermittelt werden. Bei weiteren darin enthaltenen Titeln handelte es sich zumeist um solche von Akademie- und Gesellschaftsschriften, die nach Auskunft der Bibliotheksleitung aber nicht mehr vorhanden, sondern bei Luftangriffen während des Zweiten Weltkrieges verbrannt waren. Das aus den beiden Bänden des systematischen Kataloges gewonnene Titelmaterial wurde dann noch ergänzt durch das gezielte Nachschlagen im alphabetischen Katalog unter den bei russischen und sowjetischen Zeitschriften und Serien am häufigsten vorkommenden Ordnungswörtern[8], was noch einmal 73 Titel erbrachte, so daß bei der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg insgesamt 113 Titel erfaßt werden konnten.


3.1.6. Kiel

Als zunächst letzter lokaler Schwerpunkt wurde die Bibliothek des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel aufgesucht, um die dortigen vorzüglichen Bestände zu erfassen, die von ihrer Bedeutung und ihrem Umfange her den Bestand vieler Universitätsbibliotheken in den Schatten stellen. Das unorthodoxe Katalogsystem dieser Bibliothek, vor allem die Existenz eines Regionalkataloges erleichterten die Ermittlungsarbeiten sehr. So wurden bei der Durchsicht des Regionalkataloges 247 in Betracht kommende geographische Begriffe eruiert[9]. Bei Durchsicht der unter diesen geographischen Schlagwörtern verzeichneten Titel konnten 1090 russische und sowjetische Zeitschriften und Serien ermittelt werden. Da der Regionalkatalog nur die Titel angibt und keine Bestandsangaben macht, war es erforderlich, diese Titel an Hand der Signaturen im Standortkatalog nachzuschlagen und die fehlenden Angaben (auch Titeländerungen) zu ergänzen. In einer Reihe von Fällen, insbesondere bei Serientiteln, mußten auch der Behörden- bzw. Körperschaftenkatalog und der Titelkatalog zu Rate gezogen werden.


3.1.7. Sonstige Bibliotheken

Natürlich wurde an den ohnehin aufgesuchten Orten die lokale Bibliothekslandschaft regelmäßig nach der Existenz weiterer in das Projekt einzubeziehender Objekte durchforstet, so daß dort jeweils nicht nur die Bestände der sogenannten Schwerpunktbibliotheken erfaßt wurden, sondern nach Möglichkeit auch die in ihrem Umfeld ansässigen kleineren Fach- oder Spezialbibliotheken, sofern bei ihnen nennenswerte Bestände an russischen und sowjetischen Periodika und Serien vorhanden waren. In diesem Zusammenhang wurden beispielsweise in Hamburg die Bibliotheken des Weltwirtschaftsarchivs[10], des Historischen Instituts und des Slavischen Seminars der Universität und des Staatsinstituts für angewandte Botanik von Bruhn in das Projekt einbezogen und in Marburg die Bibliotheken des Herder-Instituts und des Kunsthistorischen Seminars, so wie die Universitätsbibliothek. In München erfaßte Viktoria Pleyer die beachtlichen Bestände des dortigen Osteuropa-Instituts und des Slavischen Seminars.


3.2. Erfassung durch Meldungen der Bibliotheken

Neben den Schwerpunkten, die auf Grund umfangreicher Bestände aufgesucht werden mußten, wurde eine größere Anzahl weiterer Bibliotheken in das Projekt einbezogen, indem sie veranlaßt werden konnten, die Titel der in ihrem Besitz befindlichen russischen und sowjetischen Periodika und Serien selber zu ermitteln und die Bestände an die Redaktion des Gesamtverzeichnisses zu melden. Das bedeutete für manche, der unter unzureichender Personalausstattung leidenden Bibliotheken eine unangenehme zusätzliche Belastung. Das Ansehen und der Einfluß der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die das Projekt nicht nur finanzierte, sondern gleichsam eine Art Schirmherrschaft darüber ausübte, waren in diesem Punkte überaus hilfreich. Durch ein von Bruhn entworfenes Rundschreiben der DFG, wurden ca. 3 Dutzend weitere Bibliotheken zur Mitarbeit aufgefordert. Das Echo darauf war unterschiedlich. Zwar wurde von keiner der angeschriebenen Bibliotheken die Mitarbeit verweigert, doch lassen die Zahlen der von den einzelnen Bibliotheken abgegebenen Meldungen darauf schließen, daß der Grad der Intensität, mit der dort die Ermittlungen vorgenommen wurden, bei den einzelnen Bibliotheken wohl sehr verschieden gewesen sein muß. Natürlich läßt sich dieser Umstand auch zum Teil aus den an den einzelnen Bibliotheken bestehenden, sehr unterschiedlichen Katalogverhältnissen erklären; aber es gibt doch zu denken, wenn eine der angeschriebenen Universitätsbibliotheken lediglich 17 Titel bei ihr vorhandener russischer Periodika und Serien meldete.


3.3. Erfassung durch Auswertung publizierter Kataloge

Noch vor Beginn der redaktionellen Bearbeitung wurden die selber ermittelten oder von Bibliotheken gemeldeten Titel ergänzt durch solche, die mittels Auswertung der wichtigsten publizierten Verzeichnisse erlangt werden konnten. Neben den Katalogen für einzelne Bibliotheksorte, wie z.B. dem GöZN für Göttingen oder dem TZV für Tübingen, sind hier vor allem das TWZ[11] und das Verzeichnis von Krause[12] zu nennen.


3.4. Statistische Übersicht

Das bei Beginn der redaktionellen Arbeiten vorliegende Material belief sich seinem Umfang nach auf 39.197 Karteikarten. Neben den 26.027 Karten des sog. Idealkataloges (s. weiter oben) mit rein bibliographischen Daten enthielt die Kartei insgesamt 13.431 Katalogkarten mit Besitznachweisen, die sich ihrer Herkunft nach folgendermaßen zusammensetzten:

A. Besitznachweise aus Bibliotheken

 

 

1)

1a

Westdeutsche Bibliothek, Marburg

1624

2)

4

Universitätsbibliothek, Marburg

119

3)

5

Universitätsbibliothek, Bonn

37

4)

6

Universitätsbibliothek, Münster

25

5)

7

Niedersächs. Staats- undUniversitätsbibliothek, Göttingen

641

6)

8

Universitätsbibliothek, Kiel

31

7)

12

Bayerische Staatsbibliothek, München

1900

8)

16

Universitätsbibliothek, Heidelberg

128

9)

18

Staats- und Universitätsbibliothek, Hamburg

113

10)

19

Universitätsbibliothek, München

28

11)

20

Universitätsbibliothek, Würzburg

17

12)

21

Universitätsbibliothek, Tübingen

40

13)

38

Universitäts- und Stadtbibliothek, Köln

68

14)

48

Stadtbibliothek, Lübeck

38

15)

77

Universitätsbibliothek, Mainz

78

16)

188

Universitätsbibliothek der FU, Berlin

77

17)

206

Institut für Weltwirtschaft, Kiel

1090

18)

B23

Deutscher Wetterdienst, Offenbach

84

19)

B212

Max-Planck-Inst. f. ausld. u. internat. Privatrecht, Hamburg

32

20)

B554

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin

21

21)

B818

Osteuropa-Institut, Abt. Slavistik, Berlin

99

22)

B843

Osteuropa-Institut, Abt. Geschichte, Berlin

104

23)

B848

Osteuropa-Institut, Abt. Recht, Berlin

83

24)

B856

Osteuropa-Institut, Abt. Wirtschaft, Berlin

219

25)

B859

Osteuropa-Institut, Abt. Landeskunde, Berlin

169

26)

B863

Osteuropa-Institut, Abt. Bildungswesen, Berlin

58

27)

B864

Osteuropa-Institut, Abt. Medizin, Berlin

253

28)

B865

Osteuropa-Institut, GK, Berlin

1

29)

B866

Osteuropa-Institut, Abt. Soziologie, Berlin

13

30)

Bo27

Naturhistorischer Verein der Rheinlande, Bonn

134

31)

Bo107

Slavisches Seminar, Bonn

130

32)

Bs66

Biolg. Bundesanstalt f. Land- u.Forstwirtsch., Braunschweig

19

33)

Bs68

Physikalisch-technische Bundesanstalt, Braunschweig

20

34)

Ce4

Bundesforschungsanstalt für Kleintierzucht, Celle

5

35)

Er70

Seminar für Slavische Philologie, Erlangen

13

36)

F1

Senckenbergische Bibliothek, Frankfurt/Main

700

37)

Gi64

Inst. für kontinentale Agrar- und Wirtschaftsforschg, Gießen

101

38)

Gö40

Slavisches Seminar, Göttingen

331

39)

H2

Deutsches Hydrographisches Institut, Hamburg

8

40)

H3

Weltwirtschaftsarchiv, Hamburg

169

41)

H11

Bernhard-Nocht-Inst. f. Schiffs- u. Tropenkrankh., Hamburg

14

42)

H59

Slavisches Seminar, Hamburg

42

43)

H60

Historisches Institut, Hamburg

26

44)

H105

Bundesforschungsanstalt f.Holz- und Forstwirtsch. Reinbek

5

45)

He64

Slavisches Institut, Heidelberg

196

46)

Hv

Torfinstitut, Hannover

4

47)

Ka51

Bundesforschungsanst. f. Lebensmittelfrischhltg., Karlsruhe

2

48)

Kn121

Seminar für osteuropäische Geschichte, Köln

27

49)

M304

Seminar für slavische und baltische Philologie, München

72

50)

M357

Osteuropa-Institut, München

302

51)

Mb38

Kunstgeschichtliches Institut, Marburg

61

52)

Mb50

J.G.Herder-Institut, Marburg

108

53)

Mb67

Slavisches Seminar, Marburg

29

54)

Mü33

Slavisches Seminar, Münster

110

55)

Mz60

Institut für Osteuropakunde, Mainz

37

56)

Tü61

Arbeitsgemeinschaft für Osteuropakunde, Tübingen

454

57)

Tü62

Institut für osteurop. Geschichte u. Landeskunde, Tübingen

132

58)

Wi13

Institut zum Studium der Sowjetwirtschaft, Wilhelmshaven

19

 

 

Insgesamt

10460


B. Ergänzungen aus Zentral- und Gesamtkatalogen  

 

1)

Altes GAZ

647

2)

Neues GAZS

963

3)

Berliner Gesamtkatalog

634

4)

GöZN

35

5)

TZV

127

6)

TWZ

133

7)

Krause

432

 

 

 

 

Insgesamt

2971


Diese Statistik vermittelt zu diesem Zeitpunkt zwar schon einen gewissen Eindruck von der Verteilung der Bestände auf die Bibliotheken. Es ist aber dabei unbedingt zu beachten, daß es sich hier keineswegs um endgültige Zahlen handelt. Eine große Anzahl von Bibliotheksmeldungen traf erst nach Beginn der redaktionellen Arbeiten ein und wurde ohne statistische Erfassung in das Druckmanuskript eingearbeitet. Im Jahre 1960 wurde sogar noch eine weitere, inzwischen entstandene neue Schwerpunktbibliothek, die Technische Informationsbibliothek (TIB) in Hannover von Bruhn besucht, wo er trotz des damals gerade erst im Aufbau befindlichen Bestandes hunderte von Titeln für das Gesamtverzeichnis erfassen konnte. Mehrere hundert weitere Titel wurden von der TIB während der redaktionellen Arbeiten noch nachgemeldet und konnten, wenn auch nur zum Teil, noch eingearbeitet werden. Gegenüber den in der obigen Statistik aufgeführten 58 Einzelbibliotheken belief sich letztendlich die Gesamtzahl der mit eigenen Beständen am Gesamtverzeichnis beteiligten Bibliotheken auf nahezu 300[13].


4. Redaktionelle Arbeiten

4.0. Anlage des Verzeichnisses und Drucklegung


4.0.1. Anlage des Verzeichnisses

Bezüglich der Anlage des Verzeichnisses erwiesen sich detaillierte Regelungen als unumgänglich. Sie sind im ersten Band des Gesamtverzeichnisses auf den Seiten VII-XVII abgedruckt; hier kann nur auf die wesentlichsten Gesichtspunkte eingegangen werden.


4.0.1.1. Schriftart

Es bestand von Anfang an Einmütigkeit, die Titelaufnahmen ausschließlich in lateinischer Schrift vorzunehmen, wofür es viele Gründe gab. Genannt seien hier nur die Absicht, das ganze Material durchgehend in einem einzigen Alphabet anzubieten, unabhängig davon, ob die betreffenden Publikationen in lateinischer, kyrillischer, georgischer, armenischer, arabischer oder sonstiger Schrift abgefaßt waren, und die Tatsache, daß auf Grund der deutschen Bibliothekstradition die den Bibliothekskatalogen entnommenen Daten ohnehin bereits in transliterierter Form vorlagen.


4.0.1.2. Titelform

In Abweichung von der normalerweise im Bibliothekswesen üblichen Praxis, beim Vorliegen verschiedenartiger Titelfassungen der Titelaufnahme den Haupttitel zu Grunde zu legen, wurde in Anbetracht des speziellen Charakters dieses Gesamtverzeichnisses beschlossen, für den Fall der Existenz eines russischsprachigen Titels immer diesen zu Grunde zu legen, selbst wenn es sich bei ihm lediglich um einen Nebentitel handelte und von den anderssprachigen Titeln auf den russischen zu verweisen. Ferner wurde beschlossen, die einzelnen Jahrgänge und Hefte bei Titeländerungen jeweils unter der Titelform zu verzeichnen, unter der sie erschienen sind und die Verbindung zu Vorgänger- und Fortsetzungstiteln durch entsprechende Verweisungen zu gewährleisten. Änderungen des Untertitels oder der Bezeichnungen für korporative Herausgeber wurden, sofern letztere die alphabetische Einordnung des Titels nicht tangierten, ohne Hinweis auf die Geltungsdauer lediglich durch das Setzen in runde Klammern kenntlich gemacht.


4.0.1.3. Ordnung der Titel

Zu Beginn der redaktionellen Arbeiten gab es eine Diskussion zur Frage der Ordnung der Titel. Bruhn war von einer alphabetischen Anordnung ausgegangen, während Vertreter der DFG eine sachliche Ordnung vorschlugen, ergänzt durch ein alphabetisches Titelregister. Diese systematische Einteilung sollte möglichst einfach gehalten sein und auf keinen Fall mit einer zu detaillierten Untergliederung erfolgen. Beispielsweise sollten Geschichte, Politik, Staat und Recht in einer einzigen, nicht weiter gegliederten Gruppe zusammengefaßt werden. Dagegen argumentierte Bruhn, daß bei Zugrundelegung so weitgefaßter Sachgruppen die Zahl der innerhalb der einzelnen Sachgruppen anfallenden und in sich dann doch wieder alphabetisch zu ordnenden Titel allzu umfangreich ausfallen würde, so daß ein rein an sachlichen Gesichtspunkten orientiertes Nachschlagen für den fachwissenschaftlich interessierten Benutzer auf diese Weise ohnehin nicht gewährleistet sei; die Anwendung einer differenzierteren Systematik verbiete sich aber wegen des erheblichen Mehraufwandes einer zum Zwecke der Sachklassifizierung dann in vielen Fällen erforderlich werdenden De-visu-Bearbeitung. Eine Entscheidung wurde schließlich durch Werner Philipp getroffen, der sich von Bruhn überzeugen ließ, daß der Sinn eines solchen Kataloges in erster Linie darin bestehen muß, Auskunft zu geben, ob und in welchem Umfang Bibliotheksbesitz zu bestimmten gesuchten Titeln nachweisbar ist, was durch eine durchgehend alphabetische Ordnung der Titel am ehesten zu erreichen ist.


4.0.1.4. Register

Auf die Anlage eines Sachregisters wurde aus den vorstehend genannten Gründen verzichtet. Zu einem späteren Zeitpunkt entschloß sich Bruhn dann auf Grund der bei den redaktionellen Arbeiten gewonnenen Erfahrungen, das Werk durch zwei andere Register zu erschließen:

Mehrere Gründe gab es für die Erarbeitung eines Registers der korporativen Herausgeber. Hier ist vor allem der Umstand zu nennen, daß es wohl kein Land gibt, in welchem  -  bedingt durch die dortige Gesellschaftsstruktur -  korporative Herausgeber eine so herausragende Rolle spielten, wie in der Sowjetunion. Hinzu kommt, daß aus eben diesen Gründen der Anteil sogenannter Formaltitel (also etwa: Zapiski, Trudy, Bjulleteni, Izvestija, Soobščenija usw. usw.) unter den sowjetischen Periodika und Serien besonders groß ist und daß auf Grund der mechanischen Ordnung nach der gegebenen Wortfolge ein Auffinden solcher Titel mitunter schwierig wird, wenn, was ja sehr häufig vorkommt, ein Benutzer des Gesamtverzeichnisses zwar die wesentlichen Bestandteile eines von ihm gesuchten Titels kennt, nicht aber die exakte sprachliche Formulierung. So können die "Arbeiten" eines bestimmten Instituts, je nachdem wie der Titel formuliert wurde, an alphabetisch ganz unterschiedlichen Stellen stehen. Zu denken wäre dabei beispielsweise an Formulierungen wie: TRUDY. Institut po... oder: TRUDY INSTITUTA PO... oder: TRUDY IZDAVAEMYE INSTITUTOM PO... u. a. mehr. Ein Register der korporativen Herausgeber vermag in solchen Fällen sehr hilfreich zu sein[14].

Ein zweites Register hat die nicht unbedeutende Anzahl der im Gesamtverzeichnis nachgewiesenen Periodika zum Gegenstand, die außerhalb der russischen bzw. sowjetischen Grenzen erschienen sind. Für solche Titel kommt dem Gesamtverzeichnis eine über den Katalogcharakter hinausgehende bibliographische Bedeutung zu, weil sie in russischen, vor allem in sowjetischen Bibliographien in der Regel nicht nachgewiesen werden. Auch sonst war es mit bibliographischen Quellen für Schriften dieser Art damals nicht gut bestellt. Durch ein dem Gesamtverzeichnis... beigegebenes alphabetisch geordnetes Register aller ausländischen Erscheinungsort ist das Auffinden einschlägiger Titel ohne große Mühe möglich.


4.0.2. Drucklegung

Bis kurz vor Beginn der Erstellung des Druckmanuskriptes war die Frage der typographischen Gestaltung nicht geklärt. Hier ist aus heutiger Sicht daran zu erinnern, daß Computer für Textverarbeitung zu jener Zeit lange noch nicht im Gebrauch waren, so daß an Hand der handschriftlichen Aufzeichnungen auf den Karteikarten mittels einer mechanischen Schreibmaschine das Druckmanuskript zu tippen war. Dies diente in der Druckerei den Setzern als Vorlage. Nach vollendetem Satz (mit beweglichen Lettern) wurden dann die Druckbogen herkömmlicherweise im Offsetdruckverfahren hergestellt. Als moderne Errungenschaft galt demgegenüber damals die Möglichkeit, fertige mit der mechanischen Schreibmaschine getippte Vorlagen auf fotomechanischem Wege vervielfältigen zu lassen. Im Widerspruch zu den Vertretern der DFG, die aus Sparsamkeitsgründen für eine solche fotomechanische Vervielfältigung plädiert hatten, gelang es Philipp, die Herstellung im teureren herkömmlichen Offsetdruckverfahren durchzusetzen[15]. Das war keineswegs nur aus ästhetischen Gründen zu begrüßen, weil es durch Verwendung unterschiedlicher Drucktypen bzw. Schriftarten eine um vieles bessere Möglichkeit bot, mit typographischen Mitteln eine Reihe bibliographischer Tatbestände auf verhältnismäßig einfache und übersichtliche Weise zum Ausdruck zu bringen. Auch darüber geben die "Benutzungshinweise"[16]. detailliert Auskunft.

Finanzierungsprobleme, wie sie bereits bei der Wahl des Druckverfahrens aufgetaucht waren, spielten auch bei der weiteren Durchführung des Projektes eine nicht unwesentliche Rolle und sind vor allem psychologisch zu erklären. Zum Zeitpunkt der Beantragung des Forschungsvorhabens bei der DFG war man - vergleichbare Erfahrungswerte standen nicht zur Verfügung - von einer Finanzierung für die Dauer von zunächst lediglich zwei Jahren ausgegangen, - eine Frist, die sich dann sehr bald als völlig unrealistisch erwies, so daß von Mal zu Mal Verlängerungsanträge gestellt werden mußten, die dann jedesmal aufs neue die Entscheidungsgremien bei der DFG beschäftigten, wo sie mehr und mehr den Eindruck entstehen ließen, es handele sich bei diesem Vorhaben um eine Art Faß ohne Boden. Mehrfach drohte deshalb ernsthaft die Einstellung der Finanzierung, was natürlich das Scheitern des Projektes überhaupt bedeutet hätte. Die kluge, um nicht zu sagen listige Entscheidung des Herausgebers, angesichts dieser prekären Situation schon nach erfolgter Bearbeitung der Titel mit den Anfangsbuchstaben A und B eine erste Lieferung von sechs Druckbögen (=96 Seiten) zu veröffentlichen[17], war zweifellos von existentieller Bedeutung für die weitere Durchführung des Projektes. Die Publizierung in Form einzelner "Lieferungen" hatte indes arbeitsökonomisch ihren Preis, da sie eine genaue Durchsicht und teilweise Umordnung des gesamten Materials (ca. 70-80 Karteikästen) erforderte. Um bei der Bearbeitung späterer Buchstaben des Materials nicht noch auf Titel zu stoßen, die  - und sei es nur mit einer Verweisung -alphabetisch in eine bereits veröffentlichte Lieferung hineingehört hätten. mußten nun alle in irgendeinem bibliographischen Zusammenhang stehenden Titel (Vorgängertitel, Fortsetzungstitel, Nebentitel, Zitiertitel usw.) zu Titelkomplexen zusammengeführt und unter dem nach der alphabetischen Folge zuerst zu berücksichtigenden Titel eingeordnet werden. 


4.1. Einzelaspekte der redaktionellen Arbeit


4.1.1. Besonderheiten russischer und sowjetischer Periodika

Es ist sicherlich nicht übertrieben zu behaupten, daß russische und sowjetische Zeitschriften wie Serien eine ganze Reihe von Merkmalen und Besonderheiten aufweisen, die anderswo nicht oder zumindest nicht in diesem Ausmaß anzutreffen sind, und die bei der redaktionellen Bearbeitung besondere Beachtung erforderten.[18] Es würde zu weit führen, sie hier alle in extenso aufzuführen und zu erläutern. Doch sollen nachfolgend wenigstens typische Erscheinungen dieser Art an einigen Beispielen exemplifiziert werden:


4.1.1.1. Korporative Herausgeber

Angesichts der starken Institutionalisierung der sowjetischen Forschung war im Bereich der wissenschaftlichen Periodika die Zahl der sogenannten Formaltitel vom Typ Izvestija, Materialy, Trudy, Soobščenija, Učenye zapiski usw. besonders groß. Allein die Wiedergabe der für das Gesamtverzeichnis ermittelten Trudy erstreckt sich dort auf über 269 Seiten[19]. Bestimmend für die weitere Einordnung solch gleichlautender Formaltitel ist der Name der herausgebenden Institution. Ähnliches gilt auch für periodische Publikationen, die von sowjetischen Behörden herausgegeben wurden. Strukturveränderungen in der sowjetischen Wissenschaftsorganisation oder im Bereich der staatlichen Verwaltung, und es gab deren nicht wenige, brachten in der Regel automatisch Veränderungen in der Bezeichnung der betroffenen Institutionen mit sich. Jede noch so unbedeutende und aus welchen Gründen auch immer erfolgte Umbenennung bedeutet aber hinsichtlich solcher Formaltitel eine Titeländerung, die in der Mehrzahl der Fälle auch eine andere alphabetische Einordnung bewirkte. Mitunter war nicht leicht zu entscheiden, ob es sich nur um eine Titeländerung handelte oder aber um das Ende einer Publikation bei gleichzeitigem Neuanfang einer ganz anderen. Die Fortsetzung einer Zählung bedeutete natürlich das Vorliegen einer einfachen Titeländerung. Umgekehrt war aber der Abbruch einer Zählung und der Beginn einer neuen noch lange kein Indiz dafür, daß es sich um zwei voneinander völlig unabhängige Publikationen handelte, die nichts miteinander zu tun hatten. Eine besondere Eigenart von sowjetischen Zeitschriften, die unter einem solchen Formaltitel veröffentlicht wurden, war die häufig anzutreffende Existenz mehrerer korporativer Herausgeber für einunddieselbe Publikation. In der Regel handelte es sich darum, daß außer der herausgebenden Institution noch weitere genannt wurden, weil sie der herausgebenden Institution hierarchisch übergeordnet waren. Unabhängig von ihrer Plazierung auf dem Titelblatt durften sie normalerweise natürlich nicht bzw. nicht in erster Position zur weiteren alphabetischen Einordnung solcher Formaltitel herangezogen werden, sondern kamen allenfalls beim Vorliegen gleichnamiger herausgebender Institutionen als weiteres Ordnungselement zum Tragen.

Schließlich sei gerade auch hinsichtlich der korporativen Herausgeber sowjetischer Periodika oder Serien noch auf die Probleme hingewiesen, die sich aus der für die Titelaufnahme erforderlichen Auflösung von Abkürzungen und Akronymen ergaben. Besonders bei sowjetischen Publikationen aus den ersten Jahrzehnten nach der Oktoberrevolution treten sie in einer so inflationären Fülle auf, daß häufig gleiche Abkürzungsformen für ganz verschiedene Institutionen vorkommen. Die unkritische Benutzung moderner Abkürzungswörterbücher führt in solchen Fällen leicht in die Irre.


4.1.1.2. Zählungen

Was sich die Herausgeber russischer, vor allem aber sowjetischer Zeitschriften und Serien im Bereich der Zählung zum Teil geleistet haben, ist außergewöhnlich. Zwar kommen auch anderswo gelegentlich Inkonsequenzen bei der Zählung vor, sicherlich aber nicht in dieser Massierung. Zahlreich sind die Fälle, in denen die Zählung sowjetischer Serien Lücken aufweist, weil bestimmte nach dem Erscheinen des letzten gezählten Bandes von der herausgebenden Institution veröffentlichte ungezählte Monographien offenbar einfach nachträglich zu Bestandteilen der Serie deklariert wurden. Manche Institutionen haben sogar die Herausgabe ihrer Trudy nicht mit Band 1 begonnen, sondern mit einer zwei- oder gar dreistelligen Bandzahl, indem sie alles bis dahin von ihnen unter welchen Titeln, in welcher Form und mit welcher Zählung auch immer Publizierte bandmäßig addierten und im Nachhinein quasi zum Anfang der irgendwann neu geschaffenen Serienpublikation erklärten. Weit verbreitet ist ferner die gleichzeitige Zugehörigkeit eines Bandes zu zwei oder noch mehr verschiedenen Serien, wobei für jede eine andere Bandzahl gilt. Oft bestehen bei Zeitschriften mehrere durchgehende Zählungen nach Jahrgängen, Bänden, Heften oder ähnlichem parallel nebeneinander, von denen die eine plötzlich zu Gunsten der anderen aussetzt, um nach mehreren Jahren unvermittelt wieder aufzutauchen und vielleicht sogar als einzige fortgesetzt zu werden. Daß man sich sowjetischerseits gelegentlich bei Vergabe der Zählung für ein Heft irrte, diesen Irrtum zunächst nicht bemerkte und deshalb die nachfolgenden Hefte entsprechend falsch weiterzählte bis man irgendwann nach Feststellung des Irrtums zur richtigen Zählung zurückkehrte, ist allerdings kein spezifisch sowjetisches Phänomen, sondern begegnet einem auch anderswo.


4.1.1.3. Erscheinungsorte

Eine sowjetische Besonderheit, verglichen mit den Verhältnissen in westlichen Ländern, ist die Gepflogenheit von Ortsumbenennungen. So haben auch die Erscheinungsorte mancher sowjetischer Periodika im Laufe des Erscheinens der betreffenden Publikation den Namen geändert. Bei bekannteren Städten (Sanktpeterburg / Petrograd / Leningrad; Caricyn / Stalingrad / Volgograd) stellt das kein Problem dar, mitunter aber bei nicht ganz so bekannten Orten in der sowjetischen Provinz. So handelt es sich beispielsweise bei den Jahrgängen bis 1932 einer in Vladikavkaz erschienenen Zeitung mit dem Titel "Pod znamenem Lenina", bei den vielleicht von einer anderen Bibliothek gemeldeten Jahrgängen von 1933 bis 1944 und 1955 bis 1956 einer gleichnamigen in Ordžonikidze erschienenen Zeitung und schließlich bei den Jahrgängen 1945 bis 1954 einer in Dzaudžikau erschienenen dritten Zeitung mit gleichem Titel (es gibt noch einige Dutzend sowjetischer Blätter mit eben diesem Titel) in Wirklichkeit um die Bestände ein und derselben Publikation; nur hat ihr Erscheinungsort im Laufe der Zeit mehrfach seinen Namen geändert.


4.1.1.4. Titel in Sprachen nichtrussischer Nationalitäten

Eine Reihe in der Sowjetunion beheimateter Nationalitäten hat seit der Oktoberrevolution mehrfach das Alphabet gewechselt. Die Periodika bestimmter Nationalitäten erschienen zuerst in arabischer Schrift, wechselten dann zu einer eigenartigen Latinica, um schließlich eine auf der Basis des russischen Alphabetes entwickelte eigene Kyrillica zu verwenden. Die zeitweise angewandten Lateinschriften enthielten zur Wiedergabe lautlicher Eigenheiten der betreffenden Sprache ausgefallene Sonderbuchstaben, die das lateinische Alphabet normalerweise nicht kennt. Das ergab typographische Probleme bei der Druckerei; andererseits erschien es abwegig, eine auf dem lateinischen Alphabet fußende Schrift mit lateinischen Buchstaben transliterieren zu wollen. Bei den später eingeführten kyrillischen Alphabeten, wie sie zum Teil wohl bis heute noch benutzt werden, fehlte damals noch jegliche Normung für die zahlreichen, zur lautlichen Wiedergabe nationaler Eigenheiten dienender Sonderzeichen und abgewandelten russischen Buchstaben, die es in der russischen Schrift selbst nicht gibt. Die von Bruhn auf der S.XV des Gesamtverzeichnisses... veröffentlichte Transkriptionstabelle gewann deshalb sehr bald normativen Charakter, zum Teil sogar über das deutsche Bibliothekswesen hinaus.[20]


4.1.2. Besonderheiten der in den Bibliotheken ermittelten Titelaufnahmen

Die im Rahmen der Erfassungsarbeiten aus den Katalogen vieler Bibliotheken exzerpierten Titelaufnahmen für russische und sowjetische Periodika unterschieden sich qualitativ zum Teil ganz erheblich von den Titelaufnahmen für Publikationen in den bei uns bekannteren Sprachen, die auf Grund der deutschen Bibliothekstradition im allgemeinen mit großer Akkuratesse getätigt werden. Das galt für die Erwerbungen aus neuerer Zeit und erst recht natürlich für ältere Bestände. Die Gründe dafür dürften in dem Umstand zu suchen sein, daß russische Sprachkenntnisse in Deutschland früher ziemlichen Seltenheitswert besaßen. Das galt generell, aber auch für Bibliothekare. Erst in neuerer Zeit mit dem Aufkommen osteuropabezogener Disziplinen, wie der Slawistik, änderte sich die Situation und inzwischen gehört Russischunterricht zu den Lehrfächern bei der bibliothekarischen Berufsausbildung. Doch gab es in der Bundesrepublik, im Gegensatz zur DDR, noch während der Ermittlungsarbeiten für das Gesamtverzeichnis, also in den fünfziger Jahren, Bibliothekare mit ausreichenden Russischkenntnissen eigentlich nur bei den Bibliotheken einschlägiger Fachinstitute und natürlich bei den Osteuropa-Abteilungen der beiden großen Staatsbibliotheken. An fast allen anderen Bibliotheken mußten sich Bibliothekare um die Katalogisierung russischen Schrifttums bemühen, deren meist autodidaktisch erworbenen Elementarkenntnisse oft kaum über das Transkribieren hinausreichten[21]. An dieser Stelle muß daran erinnert werden, daß die Ermittlung der Titel, wie weiter oben dargestellt, wegen der Notwendigkeit einer möglichst rationellen Vorgehensweise vor allem bei den großen Universalbibliotheken, z.B. in Göttingen oder in München, an Hand der altehrwürdigen Kataloge und Repertorien hatte vorgenommen werden müssen mit ihren zeitgenössischen, bei der Erwerbung getätigten Eintragungen. Da nimmt es nicht wunder, daß z.B. bei Titelaufnahmen aus dem 18. oder der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts häufig überhaupt kein russisches Wort auftaucht, auch wenn es sich um Titel ausschließlich russischsprachiger Periodika handelt. Offensichtlich ließ sich der überforderte Bibliothekar den Titel von einem Sprachkundigen übersetzen und arbeitete fortan mit diesem deutschen Übersetzungstitel. In vielen derartigen Fällen trifft man am Ende der Eintragung eines so fingierten Titels auf den in Klammern beigefügten Vermerk "rossice", den gewissenhafte Bearbeiter zur Erklärung hinzugesetzt hatten. Es kam aber wohl auch vor, daß ein Titelaufnehmer niemanden fand, der ihm den Titel übersetzen konnte. Anders sind die in diesen alten Verzeichnissen angetroffenen Eintragungen, bei denen jemand fein säuberlich mit Tinte und Feder die originalen Druckbuchstaben des russischen Titels sorgfältig abgezeichnet hatte, nicht zu erklären. Natürlich sind Titelaufnahmen dieser Art bei Erwerbungen aus neuerer Zeit nicht mehr anzutreffen. Noch vor dem Ausgange des 19. Jahrhunderts gab es mit den sog. Preußischen Instruktionen bekanntlich umfassende und genaue Katalogisierungsvorschriften, die auch die Transkription einheitlich regelten[22]. Trotzdem blieb es wegen der sprachlichen Probleme häufig bei einer etwas "stiefmütterlichen" Behandlung russischer Titel. Die vorgefundenen Titelaufnahmen waren häufig auf das Notwendigste beschränkt. Kleinere Änderungen der Schreibung oder Formulierung beim Titel oder bei den Namen der korporativen Herausgeber blieben häufig unbemerkt, wenn letztere bei der Titelaufnahme überhaupt berücksichtigt wurden. So sind bei vielen Titelaufnahmen die sich aus der russischen Rechtschreibereform unmittelbar nach der Oktoberrevolution 1917 ergebenden Änderungen nicht zu erkennen. Wenn man sich aber auch bei der Zusammenstellung eines Gesamtverzeichnisses russischer Periodika von dem bibliothekarischen Grundsatz leiten läßt, die den Titelblättern der zu katalogisierenden Schriften entstammenden Angaben nicht zu manipulieren, sondern möglichst unverändert zu übernehmen, ist es schon wichtig zu wissen, ob es sich beispielsweise um "Učenyja zapiski..." (gemäß alter Rechtschreibung) handelt, oder um "Učenye zapiski..." (gemäß neuer Rechtschreibung). Das Gesamtverzeichnis enthält mehr als ein halbes Hundert Seiten allein mit Titeln dieser Kategorie, so daß die Art der Schreibung die Plazierung stark beeinflußt: Učenye zapiski findet man auf S.1420ff., Učenyja zapiski aber erst auf S.1450ff.

Sehr häufig war auch den Titelaufnahmen der Bibliotheken nicht zu entnehmen, um welche Sprache es sich handelte bzw. welcher Titel als Haupttitel anzusehen war; so etwa bei Publikationen, die bei wissenschaftlichen Institutionen in der Ukraine erschienen, und zwar mal in russischer Sprache mit ukrainischem Nebentitel, dann aber wieder umgekehrt in ukrainischer Sprache mit russischem Nebentitel.

Das größte Handicap bei der Bearbeitung der aus Bibliothekskatalogen stammenden Angaben bestand aber darin, daß viele Bibliotheken für sowjetische Periodika oft nur sehr fragmentarischen Besitz aufwiesen, so daß die davon hergestellten Titelaufnahmen gar nicht vollständig sein konnten. Während für die Darstellung im Gesamtverzeichnis natürlich die Daten für die gesamte Erscheinungsdauer der betreffenden Publikation benötigt wurden, erwiesen sich die Angaben vieler Bibliotheken, wenn sie nur Bruchstücke besaßen, eher als bibliographische Momentaufnahmen, wobei die Angaben einer Bibliothek mit Nachweisen aus der Frühzeit des Erscheinens einer Publikation häufig keinen Bezug erkennen ließen zu den Angaben einer anderen Bibliothek, die von der gleichen Publikation nur Teile aus einer späteren Phase ihrer Existenz besaß. Bei dem Bemühen, solche vor allem auch durch zwischenzeitliche Titeländerungen an oft völlig verschiedenen Stellen des alphabetisch geordneten Materials zu findenden Titel für die redaktionelle Bearbeitung wieder zusammenzuführen, erwies sich der ursprünglich eigentlich zu dem ganz anderen Zweck, nämlich für die Ermittlungsarbeiten erstellte Idealkatalog nachträglich doch noch als ein recht nützliches Hilfsmittel.

Obwohl bibliographische Zusammenhänge in der Regel auf diese Weise bei der Redaktion in Berlin geklärt werden konnten, blieben andererseits im Nachhinein doch eine große Anzahl von Fragen offen, die nur vor Ort bei den besitzenden Bibliotheken aufzuklären waren. Es ließ sich aus diesem Grunde nicht vermeiden, daß sich eine umfangreiche und zeitraubende Korrespondenz zwischen der Redaktion und einer Reihe von Bibliotheken entspann, wovon noch heute einige umfängliche Ordner in der Aktenablage des Osteuropa-Instituts zeugen. Trotz des Bemühens, diese Rückfragen möglichst zu formalisieren, um den damit verbundenen Aufwand so gering wie möglich zu halten, sahen sich einige Bibliotheken im Laufe der Zeit personell nicht länger zur Beantwortung in der Lage, so daß in solchen Fällen lokale Hilfskräfte auf Honorarbasis für diese Arbeiten angeheuert werden mußten.[23]


5. Publikationstätigkeit

5.1. Gesamtverzeichnis

Im Zeitraum zwischen 1960 und 1966 wurden die Teile A - T des Gesamtverzeichnisses in Form von fünfzehn Lieferungen publiziert. Es erschienen:

 

1960

Lieferung 1

S.I-XXV, 1-70

 

1964

Lieferung8

S. 665- 760

1960

Lieferung 2

S.71-166

 

1964

Lieferung9

S. 761- 856

1961

Lieferung 3

S.167-262

 

1965

Lieferung 10

S. 857- 952

1961

Lieferung 4

S.263-358

 

1965

Lieferung 11

S. 953-1048

1962

Lieferung 5

S.359-454

 

1966

Lieferung 12

S.1049-1144

1962

Lieferung 6

S.455-550

 

1966

Lieferung 13

S.1145-1240

1962

Lieferung 7

S.551-663,I-XXXV

 

1966

Lieferung 14

S.1241-1336

 

 

 

 

1966

Lieferung 15

S.1337-1417

1962

Band 1

S.I-XXXV,1-663

 

1966

Band 2

S.665-1417


Mit Ausnahme der in ihrem Umfange etwas abweichenden Lieferungen 7 und 15 bestanden die Lieferungen in der Regel aus acht Druckbögen zu je 96 Seiten. Die Lieferungen 1-7 wurden zum Band 1 (A-N) zusammengefaßt, weshalb der siebenten Lieferung ein römisch paginierter Vorspann beigefügt wurde mit Titelei, Vorwort, Benutzungshinweisen, Transkriptionstabellen und Sigelverzeichnis (S.I-XXXV). Die Lieferungen 8-15 bilden den zweiten Band (O-T), dessen Titelei der Lieferung 15 beigefügt war.


5.2. Kleinere Publikationen

Da Bruhn es für sinnvoll hielt, sich an der Diskussion fachspezifischer Probleme zu beteiligen und da er selber laufend mit Fragen der Transliteration bzw. Transkription befaßt war, veröffentlichte er 1961 in der Zeitschrift Osteuropa eine Stellungnahme zum Problem der Durchsetzung einer einheitlichen volkstümlichen Umschrift russischer Namen[24]. Auch ihm angetragene Besprechungen von Fachliteratur lehnte er, sofern es ihm seine Zeit erlaubte, nicht ab. Im hier behandelten Zeitraum publizierte er Rezensionen für das in der DDR erschienene Wörterbuch russischer Abkürzungen von E. Scheitz, unter allgemeinem Aspekt in der Zeitschrift Osteuropa[25] und mehr aus der Sicht des Übersetzers in der Zeitschrift Babel[26].


6. Auskunfts- und Beratungstätigkeit

Aufgrund der Existenz des Gesamtverzeichnisses... gingen - namentlich nach Erscheinen der ersten Lieferungen - viele Bibliotheken dazu über, Bestellungen auf russische Periodika im Rahmen des Fernleihverkehrs nicht mehr, wie damals üblich, auf den routinemäßigen Umlauf zu schicken, sondern mit Hilfe der Angaben im Gesamtverzeichnis gezielt an die besitzenden Bibliotheken. Sofern die Titel der zu bestellenden Periodika alphabetisch in die noch nicht publizierten Teile des Gesamtverzeichnisses gehörten, wurden die Bestellungen der Redaktion zur Erledigung übersandt. Auch Institute und Einzelpersonen richteten in zunehmendem Maße entsprechende Anfragen an die Redaktion.[27]

Der an sich mehr für die späteren Phasen charakteristische Umstand, daß zur Beratung, Hilfestellung oder Begutachtung von den Betreibern anderer bibliographischer Projekte an die Dienststelle herangetreten wurde, hatte Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre bereits erste Vorläufer[28].


7. Sonstige Aktivitäten

Nachdem es Ende der fünfziger Jahre Bundesbürgern und Westberlinern erstmals möglich wurde, ein Visum zum Besuch der Sowjetunion zu erhalten, war Bruhn bei Aufenthalten in der UdSSR bemüht, an Ort und Stelle bei den führenden sowjetischen Bibliotheken Nachforschungen anzustellen zu Fragen, auf die er brieflich keinerlei Antwort erhalten hatte (was damals im Umgang mit sowjetischen Stellen durchaus nicht ungewöhnlich war). So konnte er beispielsweise im persönlichen Gespräch mit dem sowjetischen Bibliographen JA.I. Dodzin von der Allunions-Bücherkammer in Moskau endlich Aufschluß darüber erlangen, wie in den unter dessen Leitung erschienenen Bänden der Periodičeskaja pečat' SSSR 1917-1949, die bei der Redaktion des Gesamtverzeichnisses ständig zu Rate gezogen werden mußten, die Transkription von Titeln in nichtrussischen Sprachen der UdSSR gehandhabt worden war.

Im September 1963 hat Bruhn eine private Reise nach Moskau und Leningrad im Zusammenwirken mit der Firma Kubon & Sagner, München, dazu genutzt, anhand der bereits erschienenen Teile seines Gesamtverzeichnisses wichtige in den bundesdeutschen Bibliotheken fehlende russische Zeitschriftenbestände aus den Dublettenfonds der Lenin-Bibliothek und der Saltykow-Schtschedrin-Bibliothek herauszusuchen und in die Bundesrepublik zu transferieren.[29]


8. Außenwirkung

Schon bald nach der Veröffentlichung der ersten Lieferungen zeigte sich, daß die Formulierungen, mit denen die Institutsleitung des Osteuropa-Instituts und der Verlag das Erscheinen des Gesamtverzeichnisses angekündigt hatten[30], nicht zu hoch gegriffen waren. Das Gesamtverzeichnis stieß bei der Fachöffentlichkeit auf reges Interesse und fand ein mannigfaltiges Echo. Das äußerte sich sowohl in den an Bruhn gerichteten Glückwunschschreiben von international hervorragenden Fachkollegen (so etwa von Rudolf Smits, USA, oder Herbert Rister, GAZS), wie an Meldungen in den Fachmedien, die das Erscheinen des Gesamtverzeichnisses signalisierten[31], oder darin anzutreffende Bezugnahmen bzw. Zitierungen schon nach Erscheinen der ersten Lieferungen[32]. Bemerkenswert waren besonders die relativ zahlreichen Besprechungen in den Fachblättern sowohl im Bereich des Buch- und Bibliothekswesens, als auch der Osteuropakunde, die als wichtiges Indiz anzusehen sind für die Aufnahme einer Publikation durch die Fachwelt. Rezensionen erschienen nicht nur in den führenden Fachorganen der deutschsprachigen Länder (Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Schweiz), sondern auch in internationalen Fachblättern und solchen des Auslandes. Ihr Tenor war durchgehend positiv. Die erste Rezension erschien in der Schweiz und befand: „Das vorliegende Verzeichnis gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten Werken auf dem Gebiet der russischen Zeitschriftenbibliographie“[33]. In den USA war die Rede von „the splendid, comprehensive Union List of Russian and Soviet Periodicals and sets in West German and West Berlin libraries“[34] und davon, daß „the often misused term ‘indispensable’ may be meanigfully applied to this West German Gesamtverzeichnis[35].

Das sowjetische Interesse an den Aktivitäten der Dienststelle war zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr groß. Es ist ja auch verständlich, daß man in Moskau die Publikation eines alphabetischen Kataloges russischer und sowjetischer Zeitschriften in westdeutschen Bibliotheken nicht gerade als besonders aufregend empfunden haben mag. Ganz anders in der DDR: Dort richtete man in dieser Hochzeit des kalten Krieges seine Aufmerksamkeit verschärft auf die Aktivitäten, die der „Klassenfeind“ im Bereich der „imperialistischen Ostforschung“ entwickelte. Dem in der „Frontstadt“ Westberlin beheimateten Osteuropa-Institut, dem man mit besonderen Vorbehalten begegnete, widmeten z.B. die in Ostberlin erschienenen „Informationen über die imperialistische Ostforschung“ im Jahre 1963 einen speziellen Artikel, in dem das Projekt des Gesamtverzeichnisses allerdings eine vergleichsweise milde Beurteilung fand („bedeutendes bibliographisches Unternehmen“).[36] Von der detaillierten Beobachtung, der das Gesamtverzeichnis von dieser Seite her auch weiterhin unterlag, zeugen die regelmäßig publizierten Hinweise in den dort erschienenen, von H. Schlesinger herausgegebenen „Literaturnachweisen“ der Abteilung für Geschichte der imperialistischen Ostforschung in Ostberlin.[37] Im Jahrgang 1963 der „Informationen über die imperialistische Ostforschung“ werden dem Gesamtverzeichnis dann sogar „wissenschaftliche Absichten“ konzidiert[38]. Dagegen erfuhr das Gesamtverzeichnis... seitens des Bibliothekswesens der DDR eine ambivalentere Einschätzung. Einerseits begrüßte man, „daß man im kapitalistischen Ausland, speziell aber in Westeuropa, begonnen hat, sich mit den Erkenntnissen sowjetischer Forscher und Wissenschaftler intensiv zu beschäftigen“[39], was das Erscheinen dieses Gesamtverzeichnisses erforderlich gemacht habe, - einer Veröffentlichung, „die von dem lebhaften Interesse zeugt, das man heute auch in Westdeutschland sowjetischer Literatur widmet“[40]. Andererseits kam man nicht umhin, es als Produkt der imperialistischen Ostforschung zu denunzieren. Die Rezension seitens des bibliothekarischen Fachblattes der DDR endet mit folgenden Worten: „...erweist es sich, auf welchem Boden Verfasser und Herausgeber stehen. Von einer Objektivität ist hier nichts mehr übriggeblieben. Hinter der Konzeption dieses Verzeichnisses verbirgt sich eine eindeutige, die Politik der Sowjetunion negierende Haltung, die um so bedauerlicher ist, als von Anlage und Form her eine wirklich gute Arbeit vorliegt“.[41] Die offenbar nicht geringe Aufmerksamkeit, die das Ministerium für Staatssicherheit der DDR dem Dokumentationszentrum widmete, betrifft einen anderen Zeitabschnitt, so daß später darauf einzugehen sein wird[42].

Als bemerkenswert sei ferner noch der Umstand erwähnt, daß das Werk mit seinem Fortschreiten in Form weiterer Lieferungen sehr bald schon Eingang fand in den Bibliographie-Unterricht der bibliothekarischen Ausbildungsstätten der Bundesrepublik[43].

Natürlich fand es auch Aufnahme in die Bibliographien der Bibliographien; und zwar nicht nur in die deutschen Verzeichnisse von Totok/Weizel oder Allischewski, sondern auch in die internationalen Standardwerke von Besterman, Malclès, Ottervik, Sheehy u.a.m.. Wie sehr das Werk auch über den Rahmen der Osteuropa-Forschung weit hinaus auf Interesse stieß, zeigte sich u.a. durch seine Aufnahme in zahlreiche Fach- und Spezialbibliographien, wo man es nicht nur in den einschlägigen Fachbibliographien zur Osteuropakunde[44], zum Kommunismus-Leninismus[45] und zum Bibliothekswesen[46] findet, sondern in Fachbibliographien davon weit entfernter Disziplinen; so beispielsweise im Botanico-Periodicum-Huntianum[47], in einer Bibliographie zum Dravänopolabischen[48] oder im Standortverzeichnis sportwissenschaftlicher Zeitschriften[49]. Schon bald gehörte das Werk zur Standard-Lesesaalausstattung fast aller großen Universalbibliotheken der Erde bis hin nach Ostasien.[50]

Die bibliographische Kompetenz, die dem Werk zukommt, wurde auch daraus ersichtlich, daß eine mit Recht so renommierte Publikation wie das Gesamtverzeichnis ausländischer Zeitschriften sich bei der Darlegung bestimmter komplizierter bibliographischer Sachverhalte eigener Angaben enthielt und stattdessen auf das Gesamtverzeichnis russischer und sowjetischer Periodika verwies.[51]

Das Interesse, auf das besonders die Art und Weise der Durchführung dieses Gesamtkatalog-Unternehmens in der internationalen Fachwelt der Osteuropa-Bibliothekare stieß, war später der Anlaß zu einer an Bruhn ergangenen Aufforderung, auf dem 3. Internationalen Weltkongreß für Osteuropastudien in Washington darüber einen Vortrag zu halten.[52]


9. Administratives

9.1. Status

Der Status der Einrichtung war die ganze Zeit der in diesem ersten Kapitel dargestellten Entwicklungsphase über gleichbleibend und recht provisorischer Natur. Er bestand in einem sogenannten "Forschungsvorhaben", das Werner Philipp, ordentlicher Professor am Osteuropa-Institut Berlin, auf seinen Antrag hin von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligt worden war. Die von Bruhn formulierte Bezeichnung "Redaktion des Gesamtverzeichnisses russischer und sowjetischer Periodika und Serienwerke in Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlins", die u.a. als Adresse bzw. als Absender benutzt wurde und auch als Stempel z.B. bei der Bearbeitung von Fernleihscheinen Verwendung fand, vermittelte zwar einen institutionellen Eindruck, doch handelte es sich genau genommen während dieser Zeit noch nicht um eine eigenständige Dienststelle, sondern lediglich um ein Projekt, das unter Philipps Aufsicht beim Osteuropa-Institut an der Freien Universität Berlin durchgeführt wurde. Die DFG stellte ihm die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung und ließ das Projekt auch durch ihr Bibliotheksreferat kontrollieren bzw. beraten.


9.2. Personal

Am 1. Februar 1956 wurde Peter Bruhn vor allem wegen seiner kombinierten russistisch-bibliothekarischen Qualifikation als Leiter des Projektes eingestellt. Die Einstellung erfolgte formal weder durch die DFG, noch durch die Freie Universität Berlin, noch durch das Osteuropa-Institut, sondern aus arbeitsrechtlichen Gründen mittels eines befristeten Privat-Dienstvertrages durch Professor Philipp persönlich. Bruhn erhielt den Status eines wissenschaftlichen Angestellten mit einer Vergütung nach TOA III, später BAT III. Befristet war der Vertrag zunächst auf ein halbes Jahr bis zum 31. Juli 1956 und wurde dann als Zeitvertrag jeweils um zwei, drei Monate, von 1962 bis 1965 jeweils um ein Jahr verlängert.

Weiteres Personal war zunächst nicht vorgesehen, doch konnten 1956 für die begrenzte Zeit weniger Wochen zwei studentische Hilfskräfte, stud.phil. Lange und cand.phil. Wilhelm Schulz (später Professor am Osteuropa-Institut) für bestimmte technische Arbeiten bei der Erstellung des sog. Idealkataloges engagiert werden. Als weitere studentische Mitarbeiterin wurde im Rahmen der Erfassungsarbeiten in München Viktoria Pleyer für die Zeit von Mai bis August 1957 eingestellt. Nach Abschluß der Erfassungsarbeiten in Westdeutschland und Rückkehr nach Berlin an das Osteuropa-Institut, wurde Bruhn auf Grund der Fülle des redaktionell zu bearbeitenden Materials die befristete Einstellung von Mitarbeitern genehmigt. Es gelang ihm, zunächst Georg Schwarzenberger für diese Tätigkeit zu gewinnen, der als ehemaliger Leiter der Bibliothek des Slawistischen Instituts der Humboldt-Universität beste Voraussetzungen dafür mitbrachte. Er war vom 1. April 1958 bis 31.03.1959 für die Redaktion des Gesamtverzeichnisses tätig, wo er sich neben der redaktionellen Arbeit auch noch der Erfassung weiterer Bestände widmete, u.a. aus dem damals noch im Gebäude der Universitätsbibliothek der FU untergebrachten Berliner Gesamtkatalog (BGK), wo er 634 Titel für das Gesamtverzeichnis ermitteln konnte, und eigener Bestände des Osteuropa-Instituts[53]. Als weitere Mitarbeiterinnen im Rahmen der redaktionellen Arbeiten waren zu verschiedenen Zeiten folgende Diplombibliothekarinnen bzw. Sachbearbeiterinnen tätig: Renate Palmowski ab 15.04.1959, später Hildegard Müßig und vom 01.11.1959 bis 30.04.1960 Johanna Fischbach. Im November 1959 wurde Charlotte Korthals eingestellt, mit der das Unternehmen eine qualifizierte Mitarbeiterin gewann, die nicht zuletzt durch ihre frühere Tätigkeit bei einer ostberliner Wörterbuch-Redaktion die Zähigkeit und Ausdauer mitbrachte, ohne die eine solche redaktionelle Arbeit auf Dauer kaum durchzuhalten ist.


9.3. Räumliche Unterbringung

Bei Beginn der Arbeiten stand auf Grund der beengten Raumsituation im Gebäude Ehrenbergstr. 35, wo das Osteuropa-Institut von seiner Gründung 1951 bis zum Umzug in das neuerstellte Institutsgebäude im Jahre 1961 untergebracht war, kein Arbeitsplatz zur Verfügung, so daß sich Bruhn, wenn er nicht gerade in einer Bibliothek[54] arbeitete, in der ersten Zeit mit dem Schreibtisch in seiner möblierten Zehlendorfer Privatunterkunft (Am Wieselbau 13) begnügen mußte. Im Juli 1956 begannen die Erfassungsarbeiten, deretwegen Bruhn die bundesdeutsche Bibliothekslandschaft von Kiel bis München zu bereisen hatte. Da die Dauer dieser Arbeiten in keiner Weise abzuschätzen war und Bruhn in dieser Phase des kalten Krieges auf Grund seines Status als politischer Flüchtling das Reisen von Westberlin in die Bundesrepublik auf dem Landweg durch die DDR verwehrt war, verlegte er seinen Wohnsitz ab dem 3. Juli 1956 in das zentral gelegene Marburg an der Lahn, von wo aus die einzelnen, zu besuchenden Bibliotheksstandorte am ehesten zu erreichen waren und wo er erforderlichenfalls auf die Ressourcen der Westdeutschen Bibliothek und auf das Know-how seiner dortigen Fachkollegen zurückgreifen konnte. In seiner Marburger Unterkunft (im Hause Mainzer Gasse 33, bei Prof. Ernst Birke) wurde auch die Kartei mit den eigens für dieses Vorhaben konzipierten Spezial-Karteikarten im Format DIN A5 aufgestellt, deren Zahl beständig anwuchs, so daß Bruhn nach Abschluß der Erfassungsarbeiten gegen Ende März 1958 mit insgesamt 30.000 Karteikarten, verpackt in 40 Paketen zu je 7 kg nach Berlin an das Osteuropa-Institut zurückkehrte. Dort bezog er zunächst einen Verschlag im ersten Stock des Institutsgebäudes Ehrenbergstr. 35, um dann noch im gleichen Jahr in eine von der Freien Universität angemietete, aus zunächst zwei kleinen Räumen (Zimmer 71/72) bestehende Dachmansarde des einer Berufsgenossenschaft gehörenden großen Gebäudes am benachbarten Corrensplatz, Nr.2 umzuziehen, wo ab 1959 noch ein weiterer Raum zur Verfügung stand. Dort verblieb die Redaktion des Gesamtverzeichnisses bis zur Fertigstellung des neuen Institutsgebäudes des Osteuropa-Instituts in der Garystr.55 im Jahre 1961, wo ihr zwei Räume im ersten Stock zugeteilt wurden. Da beide Räume im Januar 1965 für die Abteilung Slavistik freigemacht werden mußten, erfolgte vorübergehend eine reichlich provisorische Unterbringung im Raum 301 (Übungsraum der Abteilung Wirtschaft) im dritten Stock des Institutsgebäudes, wo aus Platzgründen das Material und Mobiliar nur zwischengelagert werden konnte, was zu Unzuträglichkeiten führte und den Fortgang der redaktionellen Arbeiten am Gesamtverzeichnis nicht unbeträchtlich verzögerte. Am Ende erfolgte schließlich der Umzug in zwei in der Nordwestecke im selben Stockwerk des Gebäudes gelegene Räume, wo die Redaktion bis zum Jahre 1969 verblieb.


10. Sonstiges

Maßgebend für die erfolgreiche Entwicklung des Projektes war neben mancherlei anderen Gründen das gute Verhältnis zwischen Prof. Philipp, dem Initiator des Unternehmens, dem offiziell die verantwortliche Leitung bzw. Aufsicht oblag und dem mit der Durchführung des Vorhabens betrauten Bearbeiter P. Bruhn. Philipp erkannte die fachliche Kompetenz von Bruhn und seine Verläßlichkeit. So ließ er, dem ohnehin eine sehr liberale Grundhaltung zu eigen war, Bruhn großzügig freie Hand. Bei erforderlichen Entscheidungen gegenüber der DFG, der Universität oder dem Osteuropa-Institut intervenierte er kraft seiner Autorität erfolgreich im Sinne Bruhns. Dabei kam ihm u.a. sein gutes Verhältnis zu der Leiterin des Bibliotheksreferates der DFG, Dr. Gisela von Busse, zustatten, die zusätzlich zur Finanzierung des Projektes eine Art Schirmherrschaft über das Projekt ausübte und für eine sinnvolle und nützliche Einbettung des Unternehmens in das bundesdeutsche Bibliothekswesen sorgte, was der unumgänglichen guten Kooperation mit den in dieses Katalogunternehmen einzubeziehenden Bibliotheken überaus dienlich war. Auf diese Weise erfuhr Bruhn mancherlei Hilfestellung und Förderung z.B. in Marburg bei der damaligen Westdeutschen Bibliothek, wo neben dem Direktor Prof. Martin Cremer sich vor allem der Leiter der Osteuropa-Sammlung, Dr. Wilhelm Witte, seiner annahm. Von besonderem Wert war auch die Unterstützung durch den Leiter des bei der Westdeutschen Bibliothek angesiedelten Gesamtverzeichnisses ausländischer Zeitschriften, Dr. Herbert Rister[55]. Nicht unerwähnt bleiben soll auch die Förderung des Projektes durch den Direktor der Universitätsbibliothek der Freien Universität, Prof. Wieland Schmidt, der sich als in Berlin ansässiges Mitglied der Bibliothekskommission der DFG mehrfach für das Projekt verwandte. Verwaltungsmäßig wurde das Unternehmen vom Osteuropa-Institut abgewickelt, dessen Geschäftsführer Dr. Georg Kennert sich weit über das rein Administrative hinaus für das Unternehmen einsetzte, weil er dessen hohen Stellenwert für das Image des von ihm mitbegründeten und betreuten Osteuropa-Institutes erkannt hatte.


 

II

Bibliographische Arbeitsstelle des Osteuropa-Instituts

(1966-1969)

1. Konzeption und Perspektive

Die Jahre von 1966 bis 1970 stellen eine Art Interimsphase dar. Es waren unterschiedliche Gründe, die 1966 dazu führten, daß sich die bisherige Redaktion des Gesamtverzeichnisses russischer und sowjetischer Periodika und Serienwerke... zu einer Bibliographischen Arbeitsstelle des Osteuropa-Instituts an der Freien Universität Berlin fortentwickelte[56]. Natürlich liefen die redaktionellen Arbeiten am Gesamtverzeichnis..., das zu dieser Zeit bis zum Buchstaben T erschienen war, weiter. Aber mit der zu Beginn des Jahres 1966 erfolgten offiziellen Übernahme Bruhns in den Dienst der Freien Universität entfiel die mit der Finanzierung durch die DFG verbundene Beschränkung allein auf das Gesamtverzeichnis-Projekt. Wenn es eine Stelle gibt, die ein verbreitetes Bedürfnis an Dienstleistungen auf einem speziellen Gebiet bedient, so wie die Redaktion des Gesamtverzeichnisses... dies mit dem Nachweis russischer Periodika betrieben hatte, dann werden erfahrungsgemäß in der Regel über kurz oder lang Wünsche an die betreffende Stelle herangetragen, die sich auf benachbarte Bereiche beziehen, - jedenfalls immer dann, wenn andere leistungsfähige Service-Einrichtungen dafür nicht existieren. So war es auch der Redaktion des Gesamtverzeichnisses... ergangen, die immer öfter mit Anfragen beschäftigt wurde, die sich zwar im Bereich des Schrifttums aus bzw. über Rußland/UdSSR bewegten, über den engen Kreis der Periodika und Serien indes weit hinausgingen. Das betraf sowohl Bedürfnisse externer Benutzer, wie auch institutseigene Erfordernisse. Als Leiter der Bibliographischen Arbeisstelle nahm Bruhn diesen Umstand zum Anlaß einer kleinen Denkschrift, in der er der Institutsleitung mitteilte... 


2. Arbeitsbereiche

2.1. Gesamtverzeichnis...

Die redaktionellen Arbeiten am Gesamtverzeichnis wurden in diesem Zeitraum kontinuierlich fortgesetzt und absorbierten auch weiterhin die meisten Arbeitskapazitäten. Dabei erwies es sich als sehr förderlich, daß mit dem Aufbau der Bibliographischen Sammlung für diese Arbeit besonders wichtige Basisbibliographien zur Verfügung standen, was vor allem die Bearbeitungsdauer, aber auch die Qualität der Titelaufnahmen günstig beeinflußte. Es konnten daher in diesem Zeitraum drei weitere Lieferungen des Werkes herausgebracht werden.


2.2. Auskunfts- und Beratungstätigkeit

Die sowohl aus dem Osteuropa-Institut, in weit größerer Zahl aber von externen Benutzern (Personen, vor allem aber Institutionen) an die Bibliographische Arbeitsstelle gerichteten Auskunftsersuchen nahmen zahlenmäßig in diesem Zeitraum ständig zu. Eine umfassende Statistik ist nicht überliefert; es gibt aber in den Institutsakten noch die Meldungen der Redaktion des Gesamtverzeichnisses an die Verwaltung über die Zahl der bearbeiteten roten Fernleihscheine, die im Rahmen des deutschen Leihverkehrs - sofern es sich um Bestellungen russischer bzw. sowjetischer Zeitschriften handelte - von vielen Bibliotheken seit dem Bekanntwerden des Gesamtverzeichnisses nicht mehr auf den eigentlich vorgeschriebenen, routinemäßigen Leitweg durch die dem Leihverkehr angeschlossenen Bibliotheken geschickt, sondern der Redaktion des Gesamtverzeichnisses jeweils direkt zugeleitet wurden. Sie besagen...

Aufschlußreich war dabei auch der Umstand, daß weit über die Hälfte der Leihscheine von naturwissenschaftlichen Institutionen kamen, die nach russischen Periodika auf Fachgebieten ihrer Disziplin suchten[57].


2.3. Bibliographische Sammlung

Die Institutionalisierung als Bibliographische Arbeitsstelle des Osteuropa-Instituts war auch Voraussetzung für den weiteren Ausbau eines im Laufe der Zeit bereits angelegten kleinen Handapparates[58] der wichtigsten Bibliographien für russische und sowjetische Periodika[59] zu einer umfassenderen bibliographischen Sammlung, mit der auch andere Bereiche des Schrifttums aus und über Rußland/UdSSR bibliographisch abgedeckt werden konnten. Zumindest wurde in dieser Phase eine entsprechende Konzeption entwickelt und in ersten Anfängen mit ihrer Realisierung begonnen. Erfreulich war auch die Bereicherung des Bestandes dieser Sammlung durch externe Förderer.[60]


3. Publikationen

3.1. Gesamtverzeichnis...

Es erschienen in diesem Zeitraum drei weitere Lieferungen des Werkes und zwar: 

1967 die Lieferung 16 mit dem alphabetischen Titelverzeichnis von „UFU Newsletter“ (S.1419) bis „Vestnik mašinostroenija“ (S.1514)

1967 die Lieferung 17 mit dem alphabetischen Titelverzeichnis von „Vestnik metallopromyšlennosti“ (S.1515) bis „Zapiski Imperatorskago Russkago geografičeskago obščestva“ (S.1610)

1968 die Lieferung 18 mit dem alphabetischen Titelverzeichnis von „Vestnik Imperatorskago Sankt-Peterburgskago mineralogičeskago obščestva“ (S.1611) bis „Žyttja“ (S.1694)

Damit war das alphabetische Titelverzeichnis zunächst einmal abgeschlossen[61].


3.2. Russisch für Bibliothekare

Während seiner Arbeitsaufenthalte an einzelnen westdeutschen Bibliotheken (vgl. Fußnote 18) hatte Bruhn immer wieder die Erfahrung gemacht, daß oftmals Bibliothekare mit der Bearbeitung russischsprachigen Schrifttums betraut werden mußten, die damit arge Probleme hatten, weil sie über keine Russischkenntnisse verfügten. Da in jener Zeit der sowjetischen Weltraumerfolge das Interesse an russischer, vor allem technologischer Fachliteratur im Ansteigen begriffen war und die Anzahl russischsprachiger Titel unter den Neuerwerbungen der Bibliotheken beständig zunahm, beschloß Bruhn dem Mangel fehlender Kenntnisse abzuhelfen durch die Erarbeitung eines kleinen, ganz auf die Bedürfnisse der bibliothekarischen Praxis zugeschnittenen Leitfadens. Bruhn, der sich vorab (im Jahre 1962) des Interesses des Verlegers versichert hatte, konnte sich aufgrund seiner beruflichen Auslastung nur nebenbei, also gelegentlich in seiner Freizeit dieser Arbeit widmen. Die Leitung des Osteuropa-Instituts hatte ihm angeraten, einmal im Hinblick auf die von ihm privat in diese Arbeit investierte Zeit, zum andern aber auch wegen des im engeren Sinne nicht wissenschaftlichen Charakters des Büchleins (Lehrbuch), es außerhalb der Institutsveröffentlichungen erscheinen zu lassen. Nachdem er das Manuskript im Sommer 1966 beim Verlag abgeliefert hatte, erschien es dann schließlich im Jahre 1968[62] und fand eine bemerkenswert weite Verbreitung.


3.3. Kleinere Publikationen

Namentlich bei den redaktionellen Arbeiten am Gesamtverzeichnis ergab sich fast täglich die Notwendigkeit zur Heranziehung von Spezialwörterbüchern für russische Abkürzungen, so daß sich sehr bald eine enge Vertrautheitheit mit diesen Hilfsmitteln einstellte. Ebenso wie das in der DDR erschienene Abkürzungswörterbuch von Scheitz, unterzog Bruhn im vorliegenden Zeitraum das sowjetische Abkürzungswörterbuch von Alexejew einer Rezension, die in der Zeitschrift „Babel“ erschien.[63]


4. Außenwirkung und -beziehungen

4.1. Institution

Die wesentliche Statusveränderung, der Schritt nämlich vom Projektcharakter des Unternehmens zu einer offiziellen Institution der Freien Universität Berlin fand ihren Niederschlag auch im einschlägigen Schrifttum, in den Veröffentlichungen des Osteuropa-Instituts und der Freien Universität natürlich sowieso. So wurde beispielsweise im Tätigkeitsbericht des Osteuropa-Instituts von 1967 unter "II. Organisation" die Bibliographische Arbeitsstelle neben den Fachabteilungen des Institutes aufgeführt[64] und an anderer Stelle über ihren Ausbau berichtet[65]; im Namen- und Vorlesungsverzeichnis der Freien Universität wurde die Bibliographische Arbeitsstelle erstmals für das Wintersemester 1967/68 als eigenständige Institution der FUB verzeichnet[66] und ist dort (inzwischen natürlich als "Dokumentationszentrum...") bis auf den heutigen Tag präsent. Im übrigen wurde von der Existenz dieser neuen Institution nicht nur in einschlägigen Fachzeitschriften berichtet[67], sondern sogar in einzelnen Tageszeitungen[68].


4.2. Publikationen

4.2.1. Gesamtverzeichnis...

Vom stark zugenommenen Bekanntheitsgrad des Gesamtverzeichnisses, das inzwischen in den Lesesälen so ziemlich aller Universalbibliotheken der Erde seinen Platz gefunden hatte[69], zeugt auch eine zunehmende Anzahl von Zitierungen in Fachzeitschriften des In-[70] und Auslandes[71] und von Nachweisen in zahlreichen Bibliographien. In seinem Literaturbericht u.d.T. "Russische Biographische und Bibliographische Nachschlagewerke 1955-68" machte Wolfgang Busch die Leser der Zeitschrift für slavische Philologie mit dem Gesamtverzeichnis bekannt.

Die schon auf S.27 berichtete Aufnahme des Werkes in Lehrmittel des Bibliographie-Unterrichts fand in diesem Zeitraum ihre Fortsetzung[72]


4.2.2. Russisch für Bibliothekare

Der Leitfaden "Russisch für Bibliothekare"[73], der im Jahre 1968 erschien, fand allgemein gute Aufnahme. Das gilt sowohl hinsichtlich der Absatzzahlen, wie auch der Rezensionen in den in- und ausländischen Fachzeitschriften des Bibliothekswesens (z.B. in: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, Mitteilungen der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen, Nachrichten für Dokumentation, Bulletin des bibliothèques de France u.a.)[74].


5. Administratives

5.1. Status

Am 1.1.1966 wurde Bruhn, nachdem er ein Jahrzehnt lang auf der Basis eines zeitlich befristeten Privat-Dienstvertrages beschäftigt worden war, aufgrund eines Antrages des Geschäftsführenden Direktors des Osteuropa-Institutes an den Kurator der FU offiziell in ein festes Dienstverhältnis (Planstelle) mit der Freien Universität Berlin übernommen. Dieser Umstand machte zusammen mit der neuen Konzeption der Einrichtung eine Regelung ihrer institutionellen Zugehörigkeit erforderlich. Die inzwischen zu erbringenden Dienstleistungen der Einrichtung gingen inhaltlich weit über die Arbeitsfelder der einzelnen, am Osteuropa-Institut damals bestehenden Fachabteilungen hinaus. So ergab sich für die Bibliographische Arbeitsstelle eigentlich von selbst der Status einer der Institutsleitung direkt unterstellten Einrichtung, parallel zum sog. Gesamtkatalog, den das Institut anstelle einer zentralen Institutsbibliothek zur Koordinierung der Buchbestände der einzelnen Fachabteilungen unterhielt.


6. Sonstiges

Die unter "1. Konzeption und Perspektive" angedeutete Entwicklung veranlaßte Bruhn, sich generell und intensiv über die Aktivitäten im Bereich der Osteuropa-bezogenen Bibliographie und Dokumentation auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene zu informieren. In der Erwartung, daß mit der Umwandlung der Einrichtung zur Bibliographischen Arbeitsstelle und der damit verbundenen Ausweitung der Arbeitsbereiche künftig mit zahlenmäßig sehr großen Titelzahlen umzugehen sein würde, machte sich Bruhn ferner mit den mechanischen Möglichkeiten der Speicherung und Wiedergewinnung von Daten mittels Lochkarten vertraut. Nach einigen, nicht gerade befriedigenden Versuchen u.a. mit Schlitzlochkarten, erhielt er erste Kunde von der Entwicklung neuartiger Geräte zur elektronischen Datenverarbeitung (EDV). Die genaueren Einzelheiten über den Stand der Entwicklung und die künftigen Einsatzmöglichkeiten, die ihm dankenswerterweise von Joachim Zeiler, dem damaligen Leiter des im Aufbau befindlichen Rechenzentrums der Freien Universität, erläutert wurden, alarmierten ihn ungemein und haben ihn nicht wieder losgelassen. Er hatte schnell erkannt, daß namentlich für die Durchführung bibliographischer Großprojekte mit dem Aufkommen der EDV eine völlig neue Ära anbrechen würde. Deshalb verfolgte er mit großem Interesse die Entwicklung in der Absicht, sich die EDV so bald wie möglich bei der Durchführung der geplanten Projekte dienlich zu machen.-

Auf ein Ersuchen seitens des Fachnormenausschusses Bibliotheks-, Buch- und Zeitschriftenwesen (Schreiben der Geschäftsführerin J. Eggert vom 21.10.1968) wurde Bruhn in seiner Eigenschaft als Leiter der Bibliographischen Arbeitstelle vom Osteuropa-Institut offiziell als Mitglied für den Fachnormenauschuß nominiert, wo er sich vornehmlich in der Arbeitsgruppe für Transliterationsfragen des späteren Fachnormenausschusses Bibliotheks- und Dokumentationswesen betätigte, aber auch als Gutachter wirkte[75].

 

 

 

 

Fortsetzung folgt

 

 

[1] Bibliographische Auskunft zu dieser Thematik bietet: "Beutekunst" - Trophy Art - Trofejnoe iskusstvo. Bibliographie des internationalen Schrifttums über das Schicksal des im Zweiten Weltkrieg von der Roten Armee in Deutschland erbeuteten Kulturgutes (Museums-, Archiv- und Bibliotheksbestände), zusammengestellt von Peter Bruhn. 4., völlig neu bearb. Auflage - Band 1 (494 S.) + Band 2 (292 S.) München: Verlag Otto Sagner, 2003. (=Literaturnachweise zu aktuellen Russland-Themen. 4.) (=Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz / Veröffentlichungen der Osteuropa-Abteilung. 30.)

[2] SOWJETISCHE ZEITSCHRIFTEN in wissenschaftlichen Bibliotheken der Bundesrepublik und Berlins 1945-1955. Material zu einem systematischen Verzeichnis der Bestände mit Signaturen, bearbeitet von Dr. Georg Krause. Tübingen; Auslieferung: Böhlau-Verlag Köln/Graz, 1955. 92 S. (=Arbeitsgemeinschaft für Osteuropaforschung. Nachweise und Dokumente zur Osteuropaforschung. Hrsg. von Prof. Dr. Werner Markert)

[3] Letzteres Argument hat sich später als überaus zutreffend herausgestellt. 

[4] Gearbeitet wurde mit Kopien, die von der Spule 18 (Periodica Rossica) der Mikrofilmausgabe angefertigt wurden.

[5] Auf Bitten des dortigen Bibliotheksdirektors Professor Tiemann.

[6] Es handelte sich bei der Westdeutschen Bibliothek um jene Teile der ehemaligen Preußischen Staatsbibliothek in Berlin, die während des Zweiten Weltkrieges zum Schutz vor Zerstörung durch Luftangriffe in Bergwerke und Schlösser verlagert waren, soweit diese im Bereich der späteren westlichen Besatzungszonen lagen. Die Bibliothek, die später unter der Bezeichnung "Staatsbibliothek der Stiftung Preußischer Kulturbesitz" firmierte, ist im Jahre 1978 von Marburg nach Berlin (West) umgezogen. Die nach Osten ausgelagerten Bestände der Preußischen Staatsbibliothek, kehrten - soweit erhalten geblieben - nach dem Krieg in das angestammte Gebäude in Ostberlin (DDR) zurück, wo sie zunächst unter der Bezeichnung "Öffentlich-Wissenschaftliche Bibliothek" und ab 1954 unter der Bezeichnung "Deutsche Staatsbibliothek" firmierten. Nach dem Ende der deutschen Teilung wurden beide Teile wieder zu einer Bibliothek (in zwei Häusern) vereint unter der Bezeichnung "Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz".

[7] Daran waren neben Dr. Mach, vor allem der Leiter der Katalog-Abteilung, Bibliotheksdirektor Dr. Hans Striedl beteiligt, sowie der Generaldirektor Dr. G. Hofmann und außerdem Dr. Middendorf, als Beauftragter für die Generalrevision.

[8] Nachgeschlagen wurde im alphabetischen Katalog unter folgenden Ordnungswörtern, gegebenenfalls auch unter den jeweiligen Singular- bzw. Pluralformen: al'manach - annaly - archiv - biblioteka - bjulleten' - doklady - dosledy - ežednevnik - ežegodnik - ežemesjačnik - eženedel'nik - gazeta - itogi - izdanie - izvestija - kalendar' - kniga - letopis' - litopis' - listy - magazin - materialy - materijali - obozrenie - otčet - praci - problemy - protokoly - sbornik - sobranie - sočinenija - spisok - trudy - vestnik - visnik - voprosy - vremennik - zapiski - žurnal.

[9] Der Regionalkatalog der Bibliothek des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel enthielt zu jener Zeit die folgenden in Betracht kommenden Begriffe: Adscharien, Altai, Amu Darja, Amurgebiet, Angarsk, Aralsee, Archangelsk, Arktis, Armenien, Aserbeidschan, Baikal, Baku, Baltische Randstaaten, Baranowitschi, Baschkirien, Berdjansk, Beresangebiet, Beringsee, Bessarabien, Bialystok, Birobidzan, Bljava, Bobruisk, Bottnischer Meerbusen, Brest-Litowsk, Buchara, Bug-Dnepr-Kanal, Bukowina, Burjat-Mongolien, Celjabinsk, Chabarowsk, Chajdarkan, Chakassien, Charbin, Charkov, Cholm, Czernigow, Dabrowa, Daghestan, Danilowka, Davydov, Don, Don-Gebiet, Donez-Gebiet, Düna, Ermland, Estland, Finnland, Galizien, Gamlakarleby, Gandja, Georgien, Gomel, Gori, Goroblagodskaja, Gorskoe, Graudenz, Groznyj, Helsinfors, Irkutsk, Jakutien, Jaroslavl, Jenissej, Jenissejsk, Kabardinische Republik, Kalinin, Kalmückische ASSR, Kaluga, Kama, Kamtschatka, Karaganda, Karakalpakien, Karavaevo, Karelische ASSR, Karpaten-Ukraine, Kasachische SSR, Kaspisches Meer, Kaukasien, Kaukasus, Kertsch, Kiew, Kirgisistan, Kirin, Kirov, Kirovakan, Kisel, Kischinew, Königsberg, Kola, Kolyma, Komi-Republik,Kommandeur-Inseln, Kostroma, Krasnodar, Krasnojarsk, Krim, Krivoj Rog, Kronstadt, Kuibyschew, Kulundinskische Steppe, Kunda, Kusnezk-Becken, Ladoga-Kanal, Lena, Leninabad, Leninakan, Leningrad, Lettland, Libau, Litauen, Magnitogorsk, Mari, Mariische Republik, Mariupol, Minsk, Mitau, Mittelfinnland, Mogilew, Moldaurepublik, Molotov, Monetnaja Daca, Mordwinen-Republik, Moskau, Moskau-Wolga-Kanal, Mugan-Steppe, Murman-(Gebiet), Murman-(Küste), Murmansk, Murom, Nachodka, Nadeschdinsk, Narimanov Rayon, Narwa, Nikolajew, Nischni-Nowgorod, Nord-Ossetische Republik, Nordrußland, Nordwestrußland, Norilsk, Novorossijsk, Novosibirsk, Ob, Odessa, Oka, Olonez, Omsk, Orel, Orenburg, Peipus-See, Pensa, Perm, Pernau, Petsamo, Petschora-Gebiet, Pinsk, Podmoskovnyj ugol'nyj bassejn, Podolien, Polen, Polessien, Poljarnoe, Polock, Poltawa, Pribylow-Inseln, Primorskij kraj, Pripet, Pskow, Reval, Rjazan, Riga, Rostow am Don, Russland, Russisch-Asien, Russische S. F. Sowjetrepublik, Russisch-Ostasien, Russisch Zentralasien, Ruthenien, Sachalin, Samara, Sankt Petersburg, Saratow, Sarepta, Schwarzerdegebiet, Schwarzes Meer, Serawschan, Serpuchow, Sewastopol, Shitomir, Sibirien, Simferopol, Sljudjanka, Smolensk, Soci, Sovetsk, Stalinabad, Stalingrad, Stalino, Stavropol, Südfinnland, Südwestfinnland, Sverdlovsk, Swir, Tadschikistan, Taganrog, Taiga, Tajmyr, Taman, Tambov, Tartu, Taskent, Tataren-Republik, Taurien, Tiflis, Tobolsk, Tomsk, Trechgorki, Tschita, Tschkalow-Gebiet, Tschuktschen, Tschuwaschische ASSR, Tula, Turkmenistan, Udmurtische Republik, Ukraine, Ural, Usbekistan, Viborg, Vorosilovgrad, Vtoroe Baku, Warschau, Weißmeerkanal, Weißrußland, Westukraine, Wetluga, Wilna, Witeksk, Wladimir, Wladiwostok, Wolga, Wolga-Don-Kanal, Wolgadeutscher Rätefreistaat, Wolgagebiet, Wologda-Gebiet, Woronesch, Zaporoz'e.

[10] Nicht unwesentliche Bestände der Bibliothek des Weltwirtschaftsarchivs, die in einem unmittelbar an einem Fleet gelegenen Magazin untergebracht waren, sind leider später bei der großen Flutkatastrophe vernichtet worden, von der Hamburg im Jahre 1962 betroffen war, so daß manche im Gesamtverzeichnis... aufgeführte Bestandsangaben mit dem Bibliothekssigel H3 dadurch inzwischen teilweise als obsolet zu betrachten sind.

[11] TWZ. Verzeichnis von Zeitschriftenbeständen und Serienwerken aus den Gebieten: Technik, Naturwissenschaften, Medizin, Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften. Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft der technisch-wissenschaftlichen Bibliotheken. Als Manuskript vervielfältigt. Essen 1.1951-6.1955.

[12] Siehe Fußnote Nr.2

[13] Eine genaue Übersicht über die beteiligten Bibliotheken bietet die im Band 1 des Gesamtverzeichnisses auf den Seiten XIX - XXXV enthaltene Sigelliste.

[14] Das Manuskript für das Register der korporativen Herausgeber wurde im wesentlichen durch Charlotte Plefka-Korthals bearbeitet.

[15] Satz und Druck erfolgten bei der Memminger Zeitung, weil deren Druckerei das preisgünstigste Angebot gemacht hatte. Das Hin und Her mit den Manuskriptteilen und Korrekturfahnen zwischen Memmingen im Allgäu und Westberlin war auf Grund der damaligen Verhältnisse allerdings etwas umständlich und auch nicht ganz ohne Risiko.

[16] Übersicht über die Besonderheiten des Druckes und über die verwendeten Zeichen und Abkürzungen; auf S.IX-XIV der Benutzungshinweise im ersten Band des Gesamtverzeichnisses.

[17] Peter Bruhn. Gesamtverzeichnis russischer und sowjetischer Periodika und Serienwerke. Herausgegeben von Werner Philipp. Lieferung 1. Wiesbaden: In Kommission bei Otto Harrassowitz, 1960. XXVI,70 S.

[18] Vgl. hierzu den Brief von Prof. Philipp vom... an den Kurator der Freien Universität Berlin, der auszugsweise in den Anlagen wiedergegeben ist.

[19] Gesamtverzeichnis... , Bd 2, S.1147-1415

[20] So schrieb beispielsweise Lennart Kjellberg in der Nordisk Tidskrift för Bok- och Biblioteksväsen (49.1962, 2, S.87): "Translittereringstabellen i denna tyska katalog upptar emellertid ej endast de ryska, vitryska och ukrainska alfabeten utan även de azerbejdjanska, basjkiriska, kalmuckiska, kazachiska, tadjikiska och tatariska varianterna av den cyrilliska skriften. Nagra translittereningsnormer för dessa existerar ej inom det svenska biblioteksväsendet; vi borde utan vidare kunna acceptera det system som här erbjudes."

[21] Es ergab sich immer wieder, daß Bruhn bei seiner Rundreise durch die westdeutsche Bibliothekslandschaft von diesen Kollegen häufig um Ratschläge, Auskünfte und Hilfe angegangen wurde, was in ihm den Plan reifen ließ, durch eine geeignete Publikation zu versuchen, diese Kenntnisdefizite zu mildern. (Vgl. die Ausführungen zu „Russisch für Bibliothekare“)

[22] Vgl. Anlagen für die Aufnahme der Titel, Anlage II: Schema zur Transkription fremder Schriftarten: 1. Russisch; 2. Kleinrussisch, auf S.142 der Instruktionen für die alphabetischen Kataloge der preuszischen Bibliotheken vom 10. Mai 1899. Zweite Ausgabe in der Fassung vom 10. August 1908. Berlin: Behrend & Co., 1909.

[23] So wurden beispielsweise bei der Bayerischen Staatsbibliothek von Oktober 1963 bis Oktober 1964 Elisabeth Uhr und daran anschließend Siegrid Richter tätig, während die Rückfragen an die Bibliothek des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel durch Sigrid Zakrzewsky bearbeitet wurden.

[24] Peter Bruhn. Zum Problem der Durchsetzung einer einheitlichen, volkstümlichen deutschen Umschrift russischer Namen. - In: Osteuropa. Zeitschrift für Gegenwartsfragen des Ostens. - Stuttgart, Jg.11.1961, Heft 6, S.413-414.

[25] Peter Bruhn.[Rez.über] Edgar Scheitz: Russische Akürzungen und Kurzwörter. VEB Verlag Technik, [Ost-]Berlin (1961). 4° XV,727 S. DM 40,- In: Osteuropa. Zeitschrift für Gegenwartsfragen des Ostens. Stuttgart, Jg.13.1963, Heft 2/3, S.197-199.

[26] Peter Bruhn. [Rez. über] Edgar Scheitz: Russische Abkürzungen und Kurzwörter. VEB-Verlag Technik. [Ost-]Berlin. (1961) 4° XV,727 S. DM 40,- In: Babel. Revue internationale de la Traduction / International Journal of Translation. Berlin und München, Jg IX.1963, No 4, S.207-209

[27] Erschöpfende Zahlenangaben sind nicht überliefert. Aus einer in der Aktenablage des Osteuropa-Instituts befindlichen Antwort der Redaktion des Gesamtverz. vom 21.02.1963 auf ein Rundschreiben des Geschäftsführers (dr.ke/Bi. Nr.1301 - 647/63) geht hervor daß allein im Kalenderjahr 1962 "schriftliche Auskunft erteilt wurde auf Anfragen nach dem Standort von schätzungsweise 800 bis 1000 bibliographischen Einheiten. Darin inbegriffen ist die Bearbeitung von roten Leihscheinen aus dem Fernleihverkehr der deutschen Bibliotheken. Die Anzahl der mündlichen Auskünfte mag schätzungsweise 500 bis 800 betragen."

[28] Siehe z.B. : Sidney Heitmann - Peter Knirsch. N.I. BUCHARIN.- Berlin; Wiesbaden: In Komm. bei O. Harrassowitz, 1959, Vorwort, S.I. oder:

Peter Knirsch. EUGEN VARGA. Berlin; Wiesbaden: In Komm. bei O. Harrassowitz, 1961. S.5

[29] Einzelheiten dazu enthält der in den Anlagen wiedergegebene Bericht.

[30] "...dieses für die gesamte deutsche Osteuropaforschung bedeutsamen Kataloges" (Aus: Osteuropa-Institut / Tätigkeitsbericht 1951/58, S.12) -„Wertvolles bibliographisches Nachschlagewerk“ (Werbeprospekt des Verlages O.Harrassowitz aus dem Jahre 1960)

[31] Zum Beispiel in den Zeitschriften: Biblos. Wien. - Jg.10.1962, Heft 4, S.212; und in: Technische Literatur aus der Sowjetunion. Mitteilungsblatt über naturwissenschaftliche und technische Veröffentlichungen aus der Sowjetunion und osteuropäischen Ländern. Zusammengestellt von der Direktion für Naturwissenschaft und Technik / Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD); Deutsche Fassung, herausgegeben von der Auswertungsstelle BDI/SV. - Paris; Köln, Jg.3.1962, Nr.5, S.22-23

[32] So z.B. in: Soviet Studies. A Quarterly Review of the Social and Economic Institutions of the USSR. Oxford, Vol.XIV-1963, S.343; - In: Slavic Review. American Quarterly of Soviet and East European Studies, published at the University of Washington for the American Association for the Advancement of Slavic Studies. - Washington, Vol.XXII.1963, S.614; - In: Cahiers du monde russe et soviétiqueRevue trimestrielle, publiée par le Centre d’Études sur l’U.R.S.S. et les Pays Slaves de l’École Pratique des Hautes Études - SorbonneParis, Vol.V.1964, S.567; Vol.VI.1965, S.107; S.135-136 u.a.m.

[33] Nachrichten.Vereinigung Schweiz.Bibliothekare / Schweiz. Vereinigung für Dokumentation. - Bern, Jg.36.1960, Nr.5, S.155

[34] Slavic Review. American Quarterly of Soviet and East European Studies. - New York, Vol.XXV. 1966, S.370

[35] The Slavic and East European Journal. - Bloomington, Indiana, Vol.VII.1963, No 3, S.333

[36] G. Voigt. Das Osteuropa-Institut in West-Berlin. In: Informationen über die imperialistische Ostforschung. Vertraulich. Als Manuskript gedruckt. Verantwortlich für den Inhalt: Hans Schlesinger, Abteilung für Geschichte der imperialistischen Ostforschung an der Humboldt-Universität, Berlin N113, Schönhauser Allee 110: Jg.3.1963, Nr.4 (Oktober-Dezember), S.1-29.

[37] Erstmals zu finden in: Literaturnachweise. Abteilung für Geschichte der imperialistischen Ostforschung an der Humboldt-Universität Berlin: Jg.2.1962, Nr.5, S.5

[38] „Nur bei einigen wenigen Bibliographien westdeutscher Provenienz kann man also wissenschaftliche Absichten voraussetzen. Zu ihnen möchte ich ...das Verzeichnis der russischen und der sowjetischen Periodika von Bruhn zählen.“ - Zitat aus: Rolf Robert Brückner. Bibliographien zur Ostforschung -Hilfsmittel der Wissenschaft oder Instrument der Revanchepolitik? Auswahl deutschsprachiger Veröffentlichungen nach 1945. In: Informationen über die imperialistische Ostforschung. Berlin, Jg.3.1963, Heft 4, S.4688

[39] Zentralblatt für Bibliothekswesen. Leipzig, Jg.77.1963, S.126

[40] Führer zum sowjetischen Schrifttum, von Gerhard Schwarz, Wissenschaftlicher Bibliothekar. - [Ost-] Berlin 1960, S.18, Fußnote 1

[41] Bruhn nahm diese Besprechung des Gesamtverzeichnisses... zum Anlaß für einen Briefwechsel mit dem Rezensenten Wolfgang Bernhagen. Als charakteristisches Zeitdokument werden die Briefe in den Anlagen wiedergegeben.

[42]  Einzelheiten wurden erst nach der sog. Wende mit der Öffnung der Unterlagen des MfS in den 90er Jahren bekannt.

[43] Auch in entsprechende Lehrmittel, z.B.: Herbert Buck / Margit Rützel. Grundlagen der Allgemeinbibliographie. Texte und Materialien zum Bibliographiekurs. Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main 1976 (=Studienhefte der Bibliotheksschule Frankfurt am Main. 6.) Darin wird auf den S.39, 189 und 212-213 ausführlich auf das Gesamtverzeichnis russischer und sowjetischer Periodika... eingegangen.

[44] Zum Beispiel in: Basic Russian PublicationsAn annotated Bibliography on Russia and the Soviet Union, edited by Paul L. Horecky. Chicago & London: The University of Chicago Press, 1962, S.12; in: Guide to Russian Reference Books, Vol.I: General Bibliographies and Reference Books, by Karol Maichel / Edited by J.S.G. Simmons. - Stanford, California: The Hoover Institution on War, Revolution, and Peace / Stanford University, 1962, S.62; in: Materialien zu einer Slawistischen Bibliographie. Arbeiten der in Österreich, der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland tätigen Slawisten (1945-1963), zusammengestellt von Irmgard Mahnken und Karl-Heinz Pollok. - München: Otto Sagner, 1963, S.30.

[45] Zum Beispiel in: Kommunismus in Geschichte und Gegenwart. Ausgewähltes Bücherverzeichnis, bearbeitet in Verbindung mit Werner John, Kurt Marko, Karl-Eugen Wädekin u.a. von Karl-Heinz Ruffmann. Stand: Herbst 1964. 1.Auflage. - Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 1964, S.15

[46] Zum Beispiel in: Library LiteratureAn Author and Subject Index to Selected Material on Library Science and Librarianship, edited by Helen Thornton Geer, Jane E. Stevens; Indexer: Stella V. Keenan. - New York: The H.W. Williams Company, 1961-1963(1964), S.119

[47] B-P-H / Botanico-Periodicum-Huntianum. Pittsburgh, Pa.: Hunt Botanical Library, 1968, S.21

[48] Bibliographie zum Dravänopolabischen, von Reinhold Olesch. - Köln, Graz: Böhlau Verlag, 1968. S.93

[49] Standortverzeichnis sportwissenschaftlicher Zeitschriften. Köln: Bundesinstitut für Sportwissenschaft, 1976. S.53

[50] Siehe beispielsweise die von Takako Akizuki herausgebrachte List of Foreign Periodicals at the Slavic Research Center Hokkaido University, Sapporo 1988. S.IV

[51] Siehe: Gesamtverzeichnis ausländischer Zeitschriften und Serien (GAZS), Hauptband 1939-1958. 4.Teil: Revista musica - Travaux astronomiques. Wiesbaden: Otto Harrassowitz, 1967. S.3936

[52] Der dem Vortrag zugundeliegende deutschsprachige Text wurde (leider unter Fortlassung des zum Verständnis unentbehrlichen umfangreichen Anmerkungsteiles) veröffentlicht auf den S.301-322 der: Proceedings of the Second International Conference of Slavic Librarians and Information Specialists. New York: Russica Publishers, Inc., 1986 

[53] Dabei handelte es sich um die Bestände der Abteilungen Landeskunde, Wirtschaft, Bildungswesen, Kunstgeschichte, Soziologie, Recht und Medizin. Die Kataloge der Bibliotheken des Seminars für osteuropäische Geschichte und des Slavischen Seminars waren bereits zu Beginn des Unternehmens im Februar 1956 von Bruhn zu Testzwecken ausgewertet worden.

[54] Die Universitätsbibliothek der Freien Universität hatte ihm ein sog. Doktorandenabteil eingeräumt.

[55] Später (am 14.09.1959) kam Rister sogar eigens nach Berlin, um für die DFG ein Gutachten über den Stand der Arbeiten am Gesamtverzeichnis zu erstellen.

[56] Mit dem 01.01.1966 wurde zwar mit der Institutionalisierung die Entwicklung zur Bibliographischen Arbeitsstelle offiziell sanktioniert, die aber - wie manche Unterlagen zeigen - schon in den vorausgehenden Jahren eingesetzt hatte. So wird bereits in einem Verzeichnis Berliner Dokumentationsstellen aus dem Jahre 1964 die Bezeichnung "Bibliographische Arbeitsstelle" verwendet (Vgl.: Verzeichnis von Berliner Dokumentationsstellen. Hrsg. vom Berliner Arbeitskreis der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation. - Berlin 1964, S.1)

[57] Eine diesbezügliche Spitzenstellung nahm das Gmelin-Institut in Frankfurt/Main ein, von wo über einen längeren Zeitraum wöchentlich Dutzende roter Leihscheine eintrafen.

[58] Er enthielt z.B. das für das 18. und 19. Jahrhundert unverzichtbare Werk von N.M. Lisovskij, die zeitlich anschließenden Bände der „Bibliografija periodičeskich izdanij Rossii 1901-1916“, die „Periodičeskaja pečat’ SSSR 1917-1949“ und die ersten Bände der Mehrjahreskumulation der „Letopisperiodičeskich izdanij SSSR“. Der bei den Redaktionsarbeiten für das Gesamtverzeichnis... jahrelang fast täglich gepflegte Umgang mit diesen Bibliographien führte zu einer intimen Vertrautheit mit diesen wichtigen Standardwerken. Da sie zumindest in Deutschland bislang kaum einer kritischen Würdigung unterzogen worden sind, sei das in den Anlagen zu diesem Bericht nachgeholt.

[59] Dieser Teil der Bibliographischen Sammlung konnte im Laufe der Jahrzehnte so entwickelt und ausgebaut werden, daß mit seiner Hilfe heute jede russische Zeitschrift seit dem Jahre 1703 (damals erschien das erste Periodikum im Russischen Reich) mit allen bibliographischen Details nachgewiesen werden kann.

[60] So erreichte die Bibliographische Arbeitsstelle beispielsweise am 15.04.1958 mit der Post ein Päckchen aus Leningrad, was in jener Zeit des kalten Krieges außergewöhnlich war. Es war adressiert an "Gospodinu Brunu, Berlin" und enthielt ein Dienstexemplar des Predvaritel'nyj spisok periodičeskich izdanij Rossii..., das die Saltykov-ŠCedrin-Bibliothek "po pros'be Doktora Šejberta" übersandte, der es dort anläßlich eines Forschungsaufenthaltes in Leningrad entdeckt und dank der ihm eigenen Forschheit für uns hatte loseisen können.

[61] Später wurde noch ein Nachtrag und ein Registerband veröffentlicht.

[62] Weitere Angaben zu „Russisch für Bibliothekare“  später

[63] Peter Bruhn [Rez. über] Slovarsokraščenij russkogo jazyka. 12500 sokraščenij. Sostavili D.I. Alekseev, I.G. Gozman, G.V. Sacharov pod rukovD.I. Alekseeva. Pod obščej redakciej B.F. Korickogo. Moskva. Gos. izd-vo inostr. i nacion. slovarej. 1963. 8° 486 S. - In: Babel. Revue Internationale de la Traduction / Organ trimestriel d’information et de recherche dans le domaine de la traduction. Organe officiel de la Fédération Internationale des Traducteurs, publié avec le concours de l’Unesco. - Avignon, Jg.XIII. 1967, No 3, S.189ff.

[64] Osteuropa-Institut an der Freien Universität Berlin /Tätigkeitsbericht 1951-1966.- Berlin 1967, S.8-9

[65] Osteuropa-Institut an der Freien Universität Berlin / Tätigkeitsbericht 1951-1966.- Berlin 1967, S.19. - Im Vorlesungsverzeichnis wurde im Sommersemester die Bibliographische Arbeitsstelle erstmals als Einrichtung der FUB aufgeführt und wird seitdem dort regelmäßig aufgeführt.

[66] Freie Universität Berlin / Namen- und Vorlesungsverzeichnis, Wintersemester 1967/68; Forschungs- und Lehrstätten, S.42

[67] z.B. in: Nachrichten für Dokumentation. Zweimonatsschrift für Forschung und Praxis der Dokumentation, hrsg. im Auftrage der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation. - Frankfurt am Main, Jg.18.1967, S.81-82.

[68] z.B.: Lucie Schauer: Dokumentation russischer Literatur. Das Osteuropa-Institut der FU Berlin baut ein neues Zentrum auf. In: Die Welt (Ausgabe B) vom 31.05.1967, S.10.

[69] Selbst in den Universitätsbibliotheken der DDR (Vgl.: Universitätsbibliothek Jena / Auswahl-Bestandsverzeichnis sowjetischer Bibliographien und Nachschlagewerke. - Jena 1967, S.4.)

[70] Vgl.: Zeitschrift für slavische Philologie. Band XXXIV.1969, S.367 und S.376

Vgl.: Kyrios. Jg. VI.1966, S.61.

Vgl.: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. Jg. XVI.1969, S.370.

[71] Vgl.: Slavic Review. Vol. XXV.1966, S.370 oder Vol. XXVII.1968, S.611-612.

[72] Vgl.: Formenlehre der bibliographischen Ermittlung. Eine Einführung in die Praxis der Literaturerschließung von Friedrich Domay. Mit einer Beispielsammlung, zahlreichen Einzelbeispielen im Text und dem Modell eines bibliographischen Apparates. - Stuttgart: Hiersemann, 1968, S.353.

                                                                                                                              

[73] Nähere Angaben in den Anlagen

[74] Link zu den vollen Texten der Rezensionen

[75] So wurde er beispielsweise um ein Gutachten betr. die Normung von Abkürzungen russ. Periodika-Titel gebeten.

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