Bibliographie Bernsteinzimmer
Rezensionen
Erste Auflage:
[Rezension über] Internationale Bibliographie des Schrifttums über die Suche nach dem Bernsteinzimmer / zsgest. von Peter Bruhn. - Berlin; Fürstenwalde: Bock & Kübler, 1999. - 128 S.; 20 cm. - ISBN 3-86155-100-4 : DM 16,80.- (Literaturhinweise zu aktuellen Rußland-Themen;2)
In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. - Frankfurt/Main; Jg.46.1999, 5, S.542-543.
Nach seiner Bibliographie "Beutekunst", in der er Literatur verzeichnet hat, die sich mit Recht- und Unrechtmäßigkeit der von der sowjetischen Besatzungsmacht aus ihrem Herrschaftsbereich in die Sowjetunion verbrachten Kunst- und Bücherschätzen befaßt(1), hat sich der Bibliograph Peter Bruhn nunmehr auch dem Beutegut der deutschen Okkupanten zugewandt. Zwar betrifft der Gegenstand nur einen kleinen Teil der von den faschistischen Vernichtungs- und Raubzügen betroffenen Schätze - der Autor geht in seinem Vorwort auf die Literaturlage insgesamt kurz ein - , aber um einen in den letzten Jahren von Autoren jeder Couleur ins Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit gerückten. Das Bernsteinzimmer aus dem Katharinenpalast von Zarskoje Selo (Puschkin) ist zu einem Symbol für Kulturverlust und einem Mythos für Schatzgräber geworden, was sich in schriftlichen Hervorbringungen jeder Art, ganz besonders journalistischen Äußerungen niedergeschlagen hat. Ein im übrigen andauernder Prozeß. Im Unterschied zu den in der Bibliographie "Beutekunst" erfaßten Druckerzeugnissen, die zu einem großen Teil aus fachlicher und offizieller Sicht entstandene Darlegungen um die Frage von Kriegstrophäen und Restitution ausmachen, handelt es sich hier eher um Äußerungen, die aufgrund des Spektakulären, das dem Gegenstand und seinem ungeklärten Schicksal innewohnt, entstanden sind. Da fehlen auch ein Konsalik-Roman und ein Film nicht.
Der Bibliograph hat 915 in gedruckter Form vorliegende Publikationen zum Kunstwerk, Raub, Verschwinden und zu vermeintlichen Verstecken des Bernsteinzimmers erfaßt. Das chronologisch nach Erscheinungsjahren, darunter nach Büchern und Broschüren, Zeitschriftenaufsätzen und Zeitungsartikeln (nach Datum), geordnete Verzeichnis beginnt mit Beiträgen in der DDR-Zeitschrift "Freie Welt" aus dem Jahre 1959. Es folgen einige magere Jahre oder auch solche ohne jeden Quellennachweis, bis ab 1987 die Publikationsfolge immer dichter wird. Die Bibliographie wird bis zu ihrem Erfassungsschluß Oktober 1998 eine nachgerade spannende Lektüre, anhand deren man das Auf und Ab der Suche nach dem Schatz insgesamt, beim Auftauchen von Einzelstücken, aber auch der parallel dazu laufenden Rekonstruktion des Bernsteinzimmers einschließlich deren finanziell bedingter Rückschläge verfolgen kann. Gut zu wissen, daß zwischenzeitlich durch die Zuwendungen einer deutschen Firma die seit 1997 in Frage gestellten weiteren Arbeiten an dem bis dato zu 40% neugeschaffenen Kunstwerk fortgeführt werden können.
Erfaßt sind neben deutschen und russischen Quellen auch einige in englischer und französischer sowie in polnischer Sprache. Die Verzeichnung beruht nicht immer auf Autopsie, was bei den breitgestreuten Zeitungsartikeln nicht verwundert. Der Bibliograph hat fremde Datenbanken und Zeitungsausschnittsammlungen genutzt, so daß er auch schon einmal anstelle des Zeitungstitels Fragezeichen neben Nummer und Erscheinungsdatum angeben mußte, da dieser dort nicht festgehalten worden war. Die russischen Titel sind im Original, in transliterierter Form und als Übersetzung angegeben. Annotationen, die vielen Nachweisen beigegeben sind, finden sich bei diesen Titeln ebenfalls in Russisch und Deutsch. Bei den polnischen Nachweisen alles nur Polnisch. Daß die Nachweise bibliographisch und sprachlich exakt sind, versteht sich bei diesem Bibliographen von selbst. Ein Namenregister aller Autoren und vorkommenden Personen erschließt das Verzeichnis. Für russische Namen gibt es ein zusätzliches Register. Ein breites Interesse wird der Bibliographie ebenso wie dem Gegenstand gewiß sein.
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1)Vgl. ZfBB 45 (1998), 1, S.108-109
[Rezension über] Peter Bruhn: Internationale Bibliographie des Schrifttums über die Suche nach dem Bernsteinzimmer. - Berlin ; Fürstenwalde : Bock & Kübler, 1999. - 122 S. - (Literaturnachweise zu aktuellen Russland-Themen ; 2) - ISBN 3-86155-100-4- Kart.
In: Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken und Dokumentationsstellen der Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforchung (ABDOS)/ Mitteilungen. - Berlin, Herne, München: Kubon & Sagner, Jg.19.1999, 2/3, S.16-17
Das vom preußischen König Friedrich Wilhelm I. im Jahre 1716 dem russischen Kaiser Peter I. geschenkte "Bernsteinzimmer" wurde im Zweiten Weltkrieg von der Deutschen Wehrmacht demontiert, nach Königsberg verbracht und im dortigen Schloss gelagert. Damit verlieren sich die Spuren dieses barocken Bernsteinkunstwerks, was insbesondere in den letzten Jahren der Spekulation breiten Raum gegeben hat. Im Umfeld seiner Recherchen zur "Beutekunst" hat Peter Bruhn in bewährter bibliographisch zuverlässiger Weise 915 Titel in deutscher, russischer, polnischer und englischer Sprache aus den Jahren 1959 bis 1998 in chronologischer Ordnung zusammengetragen. Überwiegend handelt es sich dabei um Zeitungsartikel, deren Menge mit der Zeit zunimmt: Acht Titel aus dem Jahre 1959 stehen 119 im Jahre 1998 gegenüber. Und auch an dem Tag, als der Rezensent das für den, der Bibliographien zu lesen vermag, spannende Büchlein erhielt, ist zumindest ein weiterer Zeitungsbeitrag erschienen (Bernhard Honnigfort: Die Schatzsucher von Deutsch-Sibirien : Ein Dorfbürgermeister im Erzgebirge will mit dem Bernsteinzimmer seine neue Kanalisation bezahlen. - In: Frankfurter Rundschau : Deutschlandausgabe. 31. März 1999, S.3). Seit dem Frühjahr hat die publizistische Resonanz nachgelassen, aber das Thema wird immer wieder seine Autoren, ob für Roman oder Bericht, finden. Die russischen Titel sind in kyrillischer Schrift mit lateinischer Transliteration wiedergegeben, unter den heutigen technischen Möglichkeiten ein sehr akzeptables Verfahren. Annotationen erläutern in vielen Fällen den Inhalt der Beiträge. Dieser - so der Klappentext, dem man nur zupflichten kann - "optimale Wegweiser durch die Fülle der bisher erschienenen Publikationen" vermittelt tatsächlich "ein lebendiges Bild von den wechselvollen Ereignissen der Bernsteinzimmer-Suche".
- K.
[Rezension über] Internationale Bibliographie des Schrifttums über die Suche nach dem Bernsteinzimmer = Mezdunarodnaja bibliografija publikacij o poiske Jantarnoj Komnaty = International bibliography of publications on the search for The Amber Room / zsgest. von Peter Bruhn. - Berlin-Fürstenwalde : Bock & Kübler, 1999. - 128 S. ; 20 cm. - (Literaturnachweise zu aktuellen Russland-Themen ; 2). - Umschlagt.: Bibliographie Bernsteinzimmer. - ISBN 3-86155-100-4 : DM 16.80
[5454]
In: Informationsmittel für Bibliotheken (IFB), Jg. 7.1999, Heft 1/4
Der erfahrene Berliner Osteuropa-Bibliograph Peter Bruhn läßt seiner Bibliographie über die deutsche "Beutekunst", die während des Zweiten Weltkriegs in die Sowjetunion verschleppt wurde[1], nun gleichsam als Gegenstück eine über das Bernsteinzimmer folgen, also über ein russisches Kulturgut, dessen Original oder Kopie im Kriege deutscherseits aus dem Raum von Sankt-Petersburg (Leningrad) nach Königsberg verbracht worden ist und dem man bis heute vergeblich nachspürt. Bruhn erinnert an Kriegszerstörungen russischer Kunst und an das Faktum, daß "es in Deutschland keine aus der Sowjetunion stammende Beutekunst mehr geben dürfte". Der Verlag, der die Bibliographie veröffentlichte, brachte vorher von Tobias Mindner eine unterhaltsame Schilderung der Bernsteinzimmer-Suche, die allerdings nur auf einer Auswertung der deutschen Publikationen von 1990 bis 1998 basiert [2].
Bruhn hat 915 Titel von Büchern, Zeitschriften- und Zeitungsartikeln, die zwischen dem 26.02.1959 und 22.10.1998 erschienen sind, verzeichnet und durch Namenregister erschlossen. Einige Zitate aus Bruhns Kommentaren verbinden Information über sein Buch mit Einführung in die Problematik: "In Vilnius lebt ein Mensch, der versichert, daß er das Geheimnis des Bernsteinzimmers kennt" 1988 (Nr. 61), "Über Konsaliks neuesten Thriller Das Bernsteinzimmer, ...den der flinke Schriftsteller in nur 5 Monaten zu Papier gebracht hat", 10. Aufl. 1988, (Nr. 76), "gemeinsame Suche einer sowjetdeutschen Forschergruppe" 1990 (Nr. 90), "drei Milliarden Rubel für die Wiederherstellung" 1995 (Nr. 366a), "ein Teil ... auf dem Antiquariats-'Schwarzmarkt' gelandet" (Nr. 501), "Jahrmarkt der Sensationen" 1998 (Nr. 800), "Abteilung Bernsteinzimmer beim Ministerium für Staatssicherheit der DDR" 1998 (Nr. 825), "Spielfilm 'Cascadeur - die Jagd nach dem Bernsteinzimmer" 1998 (Nr. 881), "Grabung ... vorläufig aufgeschoben" 1998 (Nr. 909), "Suche kann eingestellt werden" 1998 (Nr. 912).
Es gibt keine vollständigen Bibliographien. Es sei das Buch des Rußlandexperten Wolfgang Strauss Unternehmen Barbarossa und der russische Historikerstreit (München, 1998, S.89-90) ergänzt, denn dort zitiert er eine Quelle, nach der Stalin eine Kopie des Bernsteinzimmers für Hitler als Geschenk anläßlich des Nichtangriffpakts herstellen ließ. Diese Kopie befände sich noch eingemauert in Zarskoje Selo, das Original sei 1941 mit Stalins Einverständnis in die USA an Armand Hammer übergeben worden. Jedoch: Strauss verweist als Quelle auf V. Lapskij (Rossijskaja gazeta. - 1997-03-07), den Bruhn bereits 1988 (Nr. 65) nennt.
Die Bibliographie ist hervorragend: sehr sorgfältig, hoch informativ, für weitere Forschung (und eigentlich auch für die Unterhaltungsliteratur) unabdingbar. Lediglich mit der Aufnahme russischer Titel kyrillisch, transliteriert und übersetzt hat der Autor vielleicht des Guten zuviel getan. Bruhns Dank an Bibliotheken in aller Welt und einzelne Wissenschaftler macht die Mühe deutlich, die hinter so gut ausgearbeiteten Nachschlagewerken steht.
Wolfgang Kasack
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[1] "Beutekunst" : Materialien zu einer
Bibliographie des neueren Schrifttums über das Schicksal des im Zweiten
Weltkrieg von der Roten Armee in Deutschland erbeuteten Kulturgutes (Museums-,
Archiv- und Bibliotheksbestände) = Trofejnoe iskusstvo = Looted art / zsgest. von Peter Bruhn. - Berlin : Staatsbibliothek zu
Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Osteuropa-Abteilung, 1997. - VI,146 S.; 30 cm. - (Veröffentlichungen der
Osteuropa-Abteilung, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz ;
21) (Literaturnachweise zu aktuellen Russland-Themen ; 1). - ISSN 3-88053-065-3. - (Staatsbibliothek zu Berlin -
Preußischer Kulturbesitz, Allgemeine Verwaltung, Publikationen, 10102 Berlin
[4184]. - Rez.: IFB 97-3/4-288. - Osteuropa. - 49(1999), 3, S.325
[2] Bernsteinzimmer-Suche : mit Presse und Trompeten / Tobias Mindner. - Berlin : Bock & Kübler, 1998. - 104 S.; 20 cm. - ISBN 3-86155-088-1 : DM 14.80.
Derselbe Verlag hat auch noch einen weiteren Titel zum selben Thema im Programm: Bernsteinzimmer-Komplott : die Enttarnung eines Mythos / Dietmar B. Reimann. - Berlin : Bock & Kübler, 1998. - 200 S.; 21 cm. - ISBN 3-86155-082-1 : DM 19.80.
[Rezension über] Bruhn, Peter: "Beutekunst": Materialien zu einer Bibliographie des neueren Schrifttums über das Schicksal des im Zweiten Weltkrieg von der Roten Armee in Deutschland erbeuteten Kulturgutes (Museums-, Archiv- und Bibliotheksbestände). Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin, 1997. 146 S. (Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz: Veröffentlichungen der Osteuropa-Abteilung; 21) - ISBN 3-88053-065-3 - ISSN 0175-5528
[Rezension über] Bruhn, Peter: Internationale Bibliographie des Schrifttums über die Suche nach dem Bernsteinzimmer. Berlin; Fürstenwalde: Bock & Kübler, 1999. 127 S. (Literaturnachweise zu aktuellen Russland-Themen; 2) - ISBN 3-86155-100-4
In: Bibliothek: Forschung und Praxis. Jg.23.1999, 3, S.424
Der Bibliothekar und Slawist Peter Bruhn, der sich mit seinem "Gesamtverzeichnis russischer und sowjetischer Periodika und Serienwerke in Bibliotheken der Bundesrepublik und Westberlins" (Bd 1-3, 1962-1973) und der "Bibliographien zum Schrifttum aus und über Osteuropa: Katalog des Bibliographischen Lesesaals des Osteuropainstituts Berlin" (zusammen mit Volkhard Thiede, 1992) große Verdienste weit über Deutschland hinaus erworben hat, legt zwei Veröffentlichungen zu aktuellen Rußland-Themen vor.
"Beutekunst" enthält chronologisch geordnet 1153 Titel von Monographien, Zeitschriftenbeiträgen und Presseartikeln aus den Jahren 1980-1997 zu einem Thema, dem wegen des Restitutionsstreits anhaltende Aktualität bescheinigt werden kann. Es ist die Vorstufe zu einer hoffentlich bald von Peter Bruhn vollendeten annotierten Bibliographie.
"Bernsteinzimmer" enthält chronologisch geordnet 915 annotierte Titel von Monographien, Zeitschriftenbeiträgen und Presseartikeln aus den Jahren 1959-1998 zum ungeklärten Schicksal eines Kunstwerks, das in vielfältiger Weise die Gemüter erregt, der Phantasie breiten Raum bietet und zu den merkwürdigsten Spekulationen Anlaß gibt.
Peter Bruhn hat in mühevoller Kleinarbeit Literatur zusammengetragen und zu Bibliographien "geformt", die nicht nur Bibliothekaren und Archivaren eine wertvolle Hilfe sind, sondern auch Politikern und Osteuropahistorikern wichtige Informationen vermitteln.
Rez.: Dieter Schmidmaier
Zweite Auflage:
04-2-472
[Rezension über] Das Bernsteinzimmer in Zarskoje Selo bei Sankt Petersburg
Bibliographie mit über 3800 Literaturnachweisen aus den Jahren 1790 bis 2003 ; von der Schenkung des Bernsteinzimmers durch den König von Preußen an den Zar, über das ungeklärte Verschwinden des Bernsteinzimmers im Zweiten Weltkrieg, bis zur Vollendung der Rekonstruktion des Bernsteinzimmers im Jahre 2003 = Meždunrarodnaja bibliografija publikacij o Jatarnoj Komnaty = International bibliography of publications about the Amber Room / Peter Bruhn. - 2., sehr vermehrte und erweiterte Aufl. - Berlin ; Erkner : Bock & Kübler, 2004. - 467 S. ; 23 cm. - (Literaturhinweise zu aktuellen Russland-Themen ; 5). - Umschlagt.: Bibliographie Bernsteinzimmer. - ISBN 3-86155-109-8 : EUR 24.80
Ersch. in: Informationsmittel (IFB): Digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft - http://www.bsz-bw.de/ifb
[8108]
Die vorliegende 2. Aufl. ist mit ihren 3815 Eintragungen in der Tat „sehr vermehrt und erweitert“, verzeichnete die 1. Aufl. 19991 doch nur 915 in den drei Jahrzehnten 1959 - 1998 erschienene Titel. Für dieselbe Berichtszeit weist die 2. Aufl. mit 1855 Eintragungen mehr als doppelt so viele Titel nach. Dazu kommen 56 Titel für die Erscheinungsjahre 1790 - 1958 sowie weitere 1903 für die Jahre 1999 - 2003, wobei für das letzte Berichtsjahr weitere Titel zu verzeichnen wären, da der Berichtsschluß auf den 30. Juni 2003 festgesetzt wurde. Die Publikationen über das Bernsteinzimmer vor dessen Überführung nach Königsberg umfassen nur 47 Nummern, während die restlichen acht des Jahres 1941 und der Jahre 1942 und 1943 über den Einbau des Bernsteinzimmers im Königsberger Schloß berichten. Anlage wie in der 1. Aufl. chronologisch, innerhalb desselben Jahres getrennt nach Monographien, Zeitschriftenaufsätzen und Zeitungsartikeln. Die allermeisten Titel sind mit knappen bis ausführlichen Annotationen versehen, russische Annotationen mit deutscher Übersetzung, ebenso russische Titel. Im Gegensatz zur 1. Aufl., die nur über ein Register der Verfasser und sonstiger beteiligter Personen verfügte (dazu, als Auszug, ein Register der Namen in kyrillischer Schrift), enthält die 2. Aufl. folgende Register: 1. Schwerpunkt-Themen, mit u.a. folgenden chronologisch geordneten Abschnitten: Allgemeines über das Bernsteinzimmer und (kunst-)historische Schriften; Das verschwundene Bernsteinzimmer und die Suche danach; Die 1996/97 aufgetauchten Fragmente und ihre Rückgabe; Die Rekonstruktionsarbeiten und das neuerstandene Bernsteinzimmer; wegen der zwangsweise groben Themenwahl entstehen allerdings wenig nützliche Zahlenkolonnen (für den zweiten hier genannten Abschnitt immerhin 1400 Nummern); 2. Register der Örtlichkeiten, an denen das verschollene Bernsteinzimmer vermutet wurde (nach Kontinenten, Staaten und Orten; am weitesten von Petersburg entfernt sind sicherlich die Fidschi-Inseln); 3. Register der Periodika und Serien; 4. Fremdsprachen-Register (von Armenisch bis Ukrainisch, mit Russisch als bei weitem längsten Abschnitt); 5. Autoren und sonstige beteiligte Personen.
Auch wenn man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, daß das Bernsteinzimmer bei der Eroberung Königsbergs durch die Sowjettruppen untergegangen ist, werden - wie bei anderen „ungelösten“ Rätseln der Geschichte à la Mayerling - weitere Publikationen mit „nicht gerade wenigen unseriösen und phantastischen Theorien“ (S. VII) erscheinen, die eine Fortschreibung dieser Bibliographie wahrscheinlich machen.
Klaus Schreiber
1 Internationale Bibliographie des Schrifttums über die Suche nach dem Bernsteinzimmer = Meždunrarodnaja bibliografija publikacij o poiske Jatarnoj Komnaty = International bibliography of publications on the search for the Amber Room / zsgest. von Peter Bruhn. - Berlin-Fürstenwalde : Bock & Kübler, 1999. - 128 S. ; 20 cm. - (Literaturnachweise zu aktuellen Russland-Themen ; 2). - Umschlagt.:Bibliographie Bernsteinzimmer. - ISBN 3-86155-100-4 : DM 16.80 [5454]. - Rez.: IFB 99-1/4-265.
[Rezension über] Peter Bruhn: Das Bernsteinzimmer in Zarskoje Selo bei Sankt Petersburg : Bibliographie mit über 3800 Literaturnachweisen aus den Jahren 1790 bis 2003 ; von der Schenkung des Bernsteinzimmers durch den König von Preußen an den Zar, über das ungeklärte Verschwinden des Bernsteinzimmers im Zweiten Weltkrieg bis zur Vollendung der Rekonstruktion des Bernsteinzimmers im Jahre 2003. – 2., sehr verm. und erw. Aufl. – Berlin ; Erkner : Bock & Kübler, 2004.- 406 S. – (Literaturnachweise zu aktuellen Russland-Themen ; 5) – ISBN 3-86155-109-8 – Geb. – Euro 24,80
In: ABDOS-Mitteilungen. – Herne, 25.2005, 1, S.18
Fünf Jahre nach der ersten Auflage (Internationale Bibliographie des Schrifttums über die Suche nach dem Bernsteinzimmer. – Berlin ; Fürstenwalde : Bock & Kübler, 1999.- 122 S.) hat Peter Bruhn eine wesentlich erweiterte Fassung dieser Spezialbibliographie zu einem viele Menschen faszinierenden Thema vorgelegt: "Denn unabhängig von der Frage nach der mangelnden Seriosität", schreibt der Autor, "ist nicht zu übersehen, daß das Thema selber offenbar in der Öffentlichkeit nicht nur unseres Landes eine bemerkenswerte Rolle spielt und daß die Berichterstattung in den Medien bei einem breiten Publikum, besonders auch in Russland, auf ein beachtliches Interesse gestoßen ist und ein vielfältiges Echo gefunden hat." Bruhn hat seine Bibliographie um die Werke der bis zum Zweiten Weltkrieg erschienenen Titel erweitert, konnte darüber hinaus außer die Literatur über die Suche nach dem verschollenen Kunstwerk jetzt um die Titel über die Rekonstruktion dieser kunsthandwerklichen Meisterleistung berücksichtigen, so dass er jetzt weit über die 915 Titel der Erstausgabe (vgl. ABDOS-Mitteilungen 19 <1999>, Nr.2/3, S.16-17) hinaus bis zum 30. Juni 2003 erschienene 3815 bibliographische Nachweise in bewährter bibliographischer Qualität (vgl. das am Ende abgedruckte Auswahlverzeichnis der Veröffentlichungen Peter Bruhns "im Bereich von rußlandkundlicher Bibliographie und rußlandkundlichem Bibliothekswesen") dokumentieren kann.
Auch dieses Mal überwiegen Zeitungsartikel die Monographien und die Zeitschriftenartikel. Die chronologische Ordnung ist sinnvoll, zumal Register die Schwerpunkt-Themen, die Örtlichkeiten, die berücksichtigten Periodika und Serien, die berücksichtigten Fremdsprachen sowie "Autoren und sonst beteiligte Personen" erschließen. Die bibliographischen Einträge hat Bruhn überwiegend annotiert, so dass mit diesem Band weit mehr als eine "reine" Bibliographie vorliegt und für sich schon eine spannende Lektüre darstellt. Dass das Thema in den Kontext der Frage der Beutekunst des Zweiten Weltkriegs gehört, zu der Bruhn seine wesentliche Bibliographie in vierter Auflage vorgelegt hat, braucht an dieser Stelle nicht betont zu werden, durch die Rekonstruktion hat das Thema aber auch eine neue kunstgeschichtliche Dimension gewonnen. Peter Bruhn ist für diese Grundlagenarbeit zu danken, die die Orientierung in einem komplexen Thema erst ermöglicht.
- W. Kessler
[Rezension über] Peter Bruhn: Bibliographie Bernsteinzimmer.
Zweite, erweiterte Auflage. Berlin: Verlag Bock und Kübler 2004. 468 S. Euro 24,80
Ersch. in: Osteuropa. - 2006, 1, S.483
1904 beschrieb der schwedische Mathematiker Helge von Koch (1870-1924) zum ersten Mal ein Fraktal in Form einer Schneeflocke. Dabei handelt es sich um eine Figur, die sich in einem stetig kleiner werdenden Maßstab in sich selbst wiederholt und damit letztlich aus zahlreichen verkleinerten Formen ihrer selbst besteht.
An dieses Fraktal der Kochschen Schneeflocke wird erinnert, wer die 3815 nationalen und internationalen Eintragungen betrachtet, die Peter Bruhn für den Zeitraum von 1790 bis zum 28. Juni 2003 in seiner Bibliographie zum legendären Bernsteinzimmer dokumentiert, das Friedrich Wilhelm I. 1716 Peter dem Großen schenkte und das seit 1941 verschollen ist.
Mit diesem Buch ist Bruhn, der bereits mit seiner mittlerweile in vierter Auflage vorliegenden Bibliographie zur Beutekunst (München 2003; Rezension in: OSTEUROPA, 7/2004, S.103ff.) einen zentralen und bedeutenden Beitrag zur Transparenz des Themas der kriegsbedingt verbrachten Kulturgüter geleistet hat, allein mit den Mitteln der Dokumentation ein gelungener Einblick in den Mythos Bernsteinzimmer gelungen.
Bruhn führt den Leser dabei sicher über die einzelnen historischen und bibliographischen Eckdaten wie etwa eine der ersten Erwähnungen des Bernsteinzimmers im Schrifttum, dessen Verlust, die zahl-, aber auch zugleich bis heute erfolglosen Versuche der Wiederauffindung, das Auftauchen der Kommode und des Mosaiks mit deren Übergabe an Rußland und dessen Rekonstruktion in St. Petersburg.
Dabei konnte Bruhn den Umfang gegenüber der ersten Auflage von 1999 mit damals 915 Titeln mehr als vervierfachen. Dies zeigt das ungebrochene in- und ausländische Interesse am Thema sowie die hohe Akribie, mit der Bruhn nationale und internationale Quellen zu Medienberichten, Büchern und Filmen zusammengetragen hat. Daß Bruhn dabei auch Skurriles (Nr.0625: "Tote bewachen Bernsteinzimmer", Nr.1100: "Führt ein Weg ins Nichts zum goldenen Zimmer?") berücksichtigt, dient der Vollständigkeit der Bibliographie und belegt, worin sich die Legende Bernsteinzimmer begründet und über Jahrzehnte am Leben gehalten wird.
Zur Erschließung der Bibliographie dienen mehrere Register, von denen eines auch Eintragungen zu den Orten verzeichnet, an denen das verschollene Bernsteinzimmer vermutet wird. Hier erfährt der Leser auch von den eher unbekannten, möglichen Belegenheitsorten wie etwa Sibirien, dem Ural, den USA und den Fidschi-Inseln. Löst man sich von den knapp 4000 Einzeleintragungen, eröffnet die Bibliographie Bruhns dem Leser mit Hilfe dieser Register zugleich eine Metaebene etwa im Hinblick auf die Jahrzehnte übergreifenden Beinahe-Erfolge (Nr.0242: "Die DDR will das Bernstein-Zimmer der Zaren gefunden haben", Nr.0616: "Bernsteinzimmer angeblich entdeckt", Nr.2909: "Bernsteinzimmer fast gefunden") und Mißerfolge (Nr.0368: "Da unten ist nichts", Nr.0415: "War es nur eine Ente? Suche nach Bernsteinzimmer beendet", Nr.1710: "Statt Bernstein nur Bruchstein"). Gerade Eintragungen wie die letztgenannten verdeutlichen, daß sich vieles in den vergangenen Jahrzehnten auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer wiederholt hat.
Bruhns Verdienst ist, daß er mit diesem in hoher bibliographischer Qualität gefertigten Findmittel zum Mythos Bernsteinzimmer Ordnung und Systematik in die nahezu unüberschaubare Menge von Publikationen gebracht hat. Dabei richtet sich die Bibliographie an alle diejenigen, die sich beruflich oder privat mit dem Bernsteinzimmer und dessen Schicksal auseinandersetzen.
Bei der Kochschen Schneeflocke ist die Zahl der ständig kleiner werdenden Kopien der Ausgangsfigur theoretisch unbegrenzt. Und so steht letztlich auch die Eintragung Nr.1094 von 1997 symbolisch für die bisherigen und auch wohl zukünftigen Aktivitäten um das verschollene "Achte Weltwunder": "Bernsteinzimmer und kein Ende."
Michael Franz
[Rezension über] Bruhn, Peter: Das Bernsteinzimmer in Zarskoje Selo bei Sankt Petersburg; Bibliographie, 2., sehr vermehrte und erweiterte Auflage. Berlin: Bock & Kübler, 2004. – X, 468 S. ISBN 3-86155-109-8 (Literaturhinweise zu aktuellen Russland-Themen; 5)
In: ProLibris. – 2005, 2, S.94
Es käme fast einer Beleidigung nahe, wollte man eine Rezension über Peter Bruhn mit einem Hinweis auf seine umfangreiche, akribische und einzigartige bibliographische Leistung bestreiten.1 Sie ist bekannt und anerkannt. Wem sie wirklich nicht bekannt sein sollte, der sehe sich die Seiten 464 bis 467 der anzuzeigenden Veröffentlichung an. Sie bieten eine gute Information darüber. Davor steht eine Würdigung anläßlich seines Eintritts in den Ruhestand (S.463).
Man kann aber einen nicht genügend beachteten Gesichtspunkt der Beurteilung seiner Arbeit betonen. Gemeint ist das Gespür für Aktualität. Die Bibliographie zum Bernsteinzimmer ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Die erste Auflage 1999 erschien kartoniert mit 122 Seiten. Sie enthielt 915 Titel in deutsch, russisch, polnisch und englisch, erschienen zwischen 1959 und 1998.2 Die zweite Auflage, fünf Jahre später, enthält 3.815, durch vier vom Rezensenten gefundene Exponenten, leicht erhöhte Zahl von Titeln, die zwischen 1790 und 2003 erschienen sind.
Das Material erschließen fünf Register (S.421-462), die je zweispaltig zehn Schwerpunktthemen (S.421-425), 101 Ortsangaben (S.426-428), 649 ausgewertete Periodika und Serien (S.429-443) und je dreispaltig vierzehn Sprachen (S.444-446) und schließlich Personen (S.447-462) nachweisen. Stichproben von allen Registern ergeben das bei Bruhn gewohnte und zu erwartende Bild. Ein einziger Druckfehler war in Nr.2241 zu entdecken, wo es ključi statt dljuči heißen muß. In der Transliteration ist er zudem richtig gedruckt.
Auf die immense geleistete Erschließungsarbeit des Bibliographen aber sollte man sehr wohl mit Nachdruck hinweisen. In diesem Zusammenhang sind die zahlreichen Übersetzungen und Annotationen zu erwähnen, die für den Benutzer von sehr großem Wert sind.
Einleitend bietet der Band "Aus dem Vorwort zur 1. Auflage" (S.III ff.), das Vorwort zur 2. Auflage (S.VII ff.) und Benutzungshinweise (S. X ).
Bleibt am Ende nur ein Wort zur eingangs erwähnten Aktualität zu sagen. Diese ist zweifellos durch den Gesamtkomplex der "Beutekunst" gesteigert. Das erschlossene Material beweist es. Kunst- und kulturhistorische Beiträge bilden die Minderheit.
Die Frage nach dem Verhältnis von Gewicht des Gegenstandes und Aktualität ist erlaubt. Es ist nicht zu übersehen, daß diese Fragestellung ein Problem sui generis enthält, nämlich die Entstehung von Aktualität an Fragen, die ohne das Vehikel einer politisch brisant gewordenen Problematik, nicht diese Bedeutung gewonnen hätte.
Das wiederum bringt den Bibliographen dazu, Publikationsorgane auszuwerten, denen es auch mit Rücksicht auf ihre Leserschaft betont auf die einem Problem innewohnende Spannung ankommt. Bibliographie als spannendes Geschäft ist dem Kundigen nicht fremd. Hier springt sie jedem ins Auge.
Horst Röhling, Witten
1 ProLibris, Heft 3/2003, S.154-155.
2 S. u.a. Wolfgang Keßler in: Mitteilungen der ABDOS. 19.1999, 2/3, S.16f.; und Wolfgang Kasack in: Informationsmittel für Bibliotheken 7.1999, 1/4, S.462f.