LIBREAS: Was ist den eigentlich
BOBCATSSS?
Matti: BOBCATSSS ist ein alljährlich
stattfindendes Symposium auf dem Feld der Bibliotheks- und Informationswissenschaft.
Das Besondere daran ist, dass dieses Symposium in Zusammenarbeit von
einer west- und einer osteuropäischen Universität zusammen
organisiert wird und, das ist eigentlich viel wichtiger, das wird von
Studenten für Studenten organisiert.
Dieses Konzept hat sich schon so lange bewährt, da man das jetzt
im nächsten Jahr, letztendlich schon zum 16. Mal veranstaltet.
Und dieses Symposium im nächsten Jahr wird im Januar stattfinden,
vom 28. bis zum 30. Januar, und zwar in Zadar, in Kroatien.
Was man noch sagen kann: BOBCATSSS der Name besteht letztendlich aus
den Anfangsbuchstaben der Gründerstädte, BOBCATSSS wurde nämlich
1993 initiiert. Diese Gründerstädte sind: Budapest, Oslo,
Barcelona, Copenhagen, Amsterdam, Tampere, Stuttgart, Szombathely und
Sheffield.
LIBREAS: Und was hat denn Berlin jetzt
mit dem nächsten BOBCATSSS-Symposium
zu tun?
Diana: Unser Institut ist einer
der vier Organisatoren, wir haben zwei Universitäten in Kroatien,
die Universität
von Zadar [Department of Information Sciences]
und die Universität
von Osijek [Department of Library and Information
Science] und in Deutschland eben die FH-Potsdam,
[Fachbereich Informationswissenschaften] und unser Institut
für Bibliotheks- und Informationswissenschaft.
LIBREAS: Wie organisiert man denn
ein Symposium mit vier Universitäten?
Matti: Wir nutzen einfach die Möglichkeiten
des Internets, wir nutzen an dieser Universität
[Humboldt-Universität zu Berlin] und auch am Institut die Lehr-
und Kommunikationsplattform Moodle (http://www.moodle.de/). Das ist
ein Open Source-System, das auch an anderen Universitäten international
eingesetzt wird und wir haben uns entschieden das als Kommunikationsplattform
zu nutzen. Das funktioniert eigentlich ganz gut und so bringt man die
vier Mitorganisatoren auch zusammen.
LIBREAS: Ihr beide seid ja jeweils
Leiter einer Gruppe in dieser Organisation, vielleicht könnt ihr
uns ein bisschen davon erzählen.
Diana: Wir haben für jede Gruppe
einen so genannten Chair gewählt, der eigentlich dafür verantwortlich
ist, dass in der Gruppe auch was passiert, also der die Leute ein bisschen
animiert, wenn jetzt Aufgaben zu verteilen sind, ins Forum schreibt,
das und das ist zu tun und wer übernimmt das.
Und dass, wenn sich niemand meldet, er die Leute irgendwo auch gezielt
anspricht, nicht, dass sich das dann alles im Sande verläuft und
dann in der jeweiligen Gruppe nichts passiert.
Ich bin Chair der Financing Group und wir sind dafür
zuständig, dass Geld eingenommen wird, um das Symposium zu finanzieren,
weil es sich nicht allein aus den Teilnehmergebühren refinanzieren
lässt. Wir haben jetzt eine Liste gemacht mit potenziellen Sponsoren,
die angeschrieben werden, dann haben wir eine Preisliste gemacht, was
also gesponsort werden kann, was das in etwa kosten wird, haben dann
noch Ausgaben und Einnahmen gegengerechnet, so dass wir jetzt im Prinzip
ein Finanzmodell haben und einfach mal schauen müssen was sich
dadurch durchs Sponsoring finanzieren lässt.
LIBREAS: Sponsoren sind also noch
willkommen?
Diana: Ja, auf jeden Fall, also immer
ran.
Matti: Ich bin Chair der Coordination
and Integration Management Group. Meine Aufgabe ist es, oder die
Aufgabe der Gruppe ist es, vor allen Dingen zwischen den Gruppen und
Aufgaben zu koordinieren bzw. zu integrieren, dass man die Aufgaben
verknüpft um Doppelarbeit zu vermeiden.
Und die Coordination and Integration Management Group ist vor
allem für die technischen Belange zuständig. Sie ist dafür
zuständig, dass unser Kommunikationssystem Moodle richtig läuft,
dass Kommunikationsmöglichkeiten eingesetzt werden können,
dass auch Fehler gefunden werden bzw. Inhalte zusammengeführt werden
und sie ist auch für die technische Umsetzung der Konferenzwebsite
zuständig.
Man kann sagen, dass die Gruppe, der ich als Chair vorstehe,
eine so genannte Metagruppe ist, die sich nahezu um alle Belange kümmert,
also letztendlich von oben auf die Organisation ein Auge hat.
LIBREAS: Momentan läuft ja noch
der Call
for Papers, wer kann denn eigentlich an der Konferenz teilnehmen?
Diana: Teilnehmen können eigentlich
alle, die sich für das Symposium interessieren. Also: Unsere Zielgruppe
sind eigentlich Studenten, wir freuen uns über jeden Beitrag, der
von Studenten eingereicht wird. Natürlich können auch Dozenten
und Praktiker ihre Vorträge einreichen, weil uns natürlich
auch an dem Erfahrungsaustausch zwischen Studenten und bereits Berufstätigen
gelegen ist.
Ich kann nochmal die Unterthemen des Hauptthemas erwähnen, wir
wollen eben „Providing Access to Information for Everyone“
unter dem technischen Aspekt, dem politischen Aspekt, dem sozialen als
auch dem wirtschaftlichen Aspekt betrachten.
Momentan können bis zum 15. Juni noch Abstracts eingereicht werden,
die sollen [maximal] 400 Wörter umfassen und weitere Informationen
zu den Abstracts, wie man dises am Besten strukturiert, findet ihr auch
auf der Homepage unter www.bobcatsss2008.org
LIBREAS: Ihr beide habt ja auch schon
an vergangenen Konferenzen teilgenommen, erzählt uns doch mal ein
bisschen wie ihr die empfunden habt.
Diana: […] und ich habe das als
erstes wie eine große Familie empfunden, wo man herzlich willkommen
aufgenommen wird, man wird gleich in Gespräche verwickelt, die
Leute sind sehr interessiert wo man herkommt, was man dort so macht.
Und ich habe es einfach sehr genossen über den Tellerrand hinauszuschauen
und Leute aus der ganzen Welt zu treffen, also man fühlt sich dann
nicht wie sonst immer so ein bisschen als Exot mit seinem Fach, sondern
man findet einfach sehr viele Gleichgesinnte.
Matti: Also was mich besonders begeistert
hat ist, dass man über so eine Konferenzteilnahme, die auch noch
international ist, reisen kann, viele andere Kulturen kennen lernen
kann, andere Menschen kennen lernen kann, die dazu noch das gleiche
Fach studieren oder mit dem gleichen Thema vertraut sind und das man
noch Gespräche führen kann.
Aber, wie ich auch schon sagte, es ist interessant und vor allen Dingen
auch eine Bereicherung seines Studierendenlebens, wenn man auch noch
etwas von der Welt sehen kann. Und dass auch relativ günstig, indem
man auch Orte Sieht, Osteuropa, wo die Symposien ja in der Regel stattfinden,
die man vorher nicht kannte und sich damit auch den Horizont erweitert.
LIBREAS: Also definitiv ein Muss für
jeden Studierenden der Bibliotheks- und Informationswissenschaft.
Matti: Definitiv.
Diana: In jedem Fall.
LIBREAS: Vielen Dank für das
Gespräch und viel Erfolg bei der Organisation.
Diana: Wir danken dir für das Gespräch.
Matti: Wir hoffen auch, dass wir
durch unser kleines Interview hier noch Leute begeistern können
bei BOBCATSSS teilzunehmen oder sogar noch ein Paper einzureichen.