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Bertram, Jutta: Einführung in die inhaltliche Erschließung.
Grundlagen – Methoden – Instrumente. Würzburg:
ERGON Verlag 2005. 315 S. € 38.00
von Inge Lindtner (info)
Die zunehmende Literaturflut sowohl bei den Printmedien
als auch im digitalen Bereich erfordern eine neue und intensivere
Beschäftigung mit Problemen der inhaltlichen Erschließung,
einem Gebiet der Bibliotheks- und Informationswissenschaft, das
über viele Jahre nur sporadisch weiterentwickelt wurde. Dies
zeigt sich nicht nur im Bibliotheks-, Informations- und Dokumentationsbereich
hinsichtlich der zum Teil unterschiedlichen Aufgabenfelder –
der Mangel an einheitlichen Methoden macht sich vorrangig bei der
Nutzung des Internet als Informationsquelle bemerkbar.
Das vorliegende Buch verfolgt das Anliegen, die Vielfalt
der Entwicklungstendenzen unter einem einheitlichen Gesichtspunkt
zu betrachten, zusammenzuführen, zu analysieren und methodisch
einzuordnen. „Licht in das terminologische Dunkel zu bringen“,
ist seit langem überfällig.
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Jutta Bertrams Einführung in die
inhaltliche Erschließung in Berlin Mitte
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Das Ergebnis ist eine gelungene Grundlage, nicht nur
für die einführende Lehre an wissenschaftlichen Hochschulen,
sondern auch als gemeinsame Verständigungsbasis fachwissenschaftlicher
Diskussionen.
Beginnend mit der Beschreibung der Funktion und den
Zielen der Inhaltserschließung werden die Problemfelder von
Informationsanalyse und Informationsdarstellung im Einzelnen betrachtet.
Dabei geht Jutta Bertram anhand von Beispielen auf verschiedene
Anwendungsgebiete ein.
Ausgangspunkt für die weiteren Ausführungen
ist die Notwendigkeit der Eineindeutigkeit der Beziehung zwischen
Begriff und Bezeichnung, dem Grundproblem der inhaltlichen Erschließung.
Die Verfasserin stützt sich hier in ihren Aussagen auf nationale
und internationale Normen, was als eine wesentliche Voraussetzung
für die fachwissenschaftliche Verständigung besonders
zu begrüßen ist. Das Buch unterscheidet sich dadurch
positiv von anderen bereits vorliegenden Titeln, die durch ihre
Fachbezogenheit nicht immer zu verallgemeinerbaren Erkenntnissen
beitragen.
Die Beschreibung der Methoden des Referierens und
Indexierens orientiert sich ebenfalls im Wesentlichen an den DIN-Normen,
geht jedoch nur wenig darüber hinaus. Beispielsweise wird zwar
auf die Notwendigkeit der Erarbeitung von Strukturschemata eingegangen,
es fehlen jedoch methodische Ansatzpunkte zu deren Erarbeitung.
Das Kapitel zur automatischen Inhaltserschließung
beginnt mit einer Typologie und beschreibt im Anschluss die Ansätze
der einzelnen Verfahren. Ein gesondertes Kapitel widmet Bertram
den Registern und betont deren durchaus wesentliche Rolle als Methode
der inhaltlichen Erschließung. Ein sehr detaillierter Überblick
über die Grundprinzipien und Arten von Dokumentationssprachen
schließt sich an, immer wieder versehen mit Beispielen. Klassifikationen
werden nicht nur aus der Sicht des Bibliothekswesens betrachtet.
Deren Aufgabe, Dokumente bzw. Informationen zu ordnen, einerseits
und die Aufgabe, geordnetes Wissen darzustellen, andererseits, erstrecken
sich ebenso auf die Bereiche des Dokumentations- und Archivwesens.
Im Zusammenhang mit den Ausführungen zum Thesaurus
wird u.a. auf die Rolle von Definitionen eingegangen. Die Darstellung
der Arten von Definitionen als Mittel zur Klärung unterschiedlicher
Begriffsbeziehungen hätte die Funktion von Definitionen bei
der Erarbeitung von Begriffssystemen sicher noch unterstreichen
können. Dass im Vorfeld einer Revision eine Reihe von Tests
zum Beispiel zu Fragen der Konsistenz, der Benutzungsfrequenz usw.
wünschenswert ist, wird zwar erwähnt, leider fehlen jedoch
konkrete Methoden des Vorgehens.
Einer Auswahl aktueller Vertreter von Klassifikation
und Thesaurus wird ein gesondertes Kapitel gewidmet, was dem Charakter
als Lehrbuch besonders entgegenkommt, ebenso wie der sich anschließende
Vergleich von Dokumentationssprachen, der mit den verwendeten Unterscheidungsmerkmalen
der beiden Typen Klassifikation und Thesaurus gleichzeitig auch
allgemeine Anforderungskriterien formuliert.
Entsprechend der noch geringen spezifischen Erkenntnisse
des Fachgebiets fallen die Kapitel zur inhaltlichen Erschließung
von Internetquellen und Fachinformationsdiensten im Internet relativ
mager aus. Dennoch spiegeln sie die wesentlichen Entwicklungslinien
wider. Eine Gegenüberstellung von Suchmaschinen und Web-Verzeichnissen
unter dem Aspekt ihrer Voraussetzungen, ihrer Leistungsfähigkeit
hinsichtlich des Grades der inhaltlichen Erschließung und
ihrer Retrievalqualität ist Ausgangspunkt für die Darstellung
der Funktion von Metadaten. Als Instrument für den Zugriff
auf Internetquellen steht der Dublin Core als am weitesten verbreitetes
Metadatenformat im Mittelpunkt der Betrachtungen. Auf Fachinformationsdienste
im Internet geht die Autorin mit der Vorstellung der Typen der Subject
Gateways, der virtuellen Fachbibliotheken und der Fachportale wiederum
unter dem Aspekt ihrer Leistungsfähigkeit ein.
Das Buch, strukturiert in 15 Kapiteln, deren Abfolge
besonders in den unteren Gliederungsebenen zunächst irritiert,
spiegelt bei näherer Betrachtung jedoch genau den Entwicklungsstand
der Methoden der inhaltlichen Erschließung mit seinen vielfältigen
Facetten und Anwendungsbezügen wider. Die Ausführungen
folgen einem durchaus logisch nachvollziehbaren Konzept, das durch
die Demonstration von Beispielen zu den theoretischen Aussagen an
Anschaulichkeit gewinnt. Die Zusammenfassungen am Ende jedes Kapitels
unterstreichen aus methodisch-didaktischer Sicht seine Eignung als
Lehrbuch der Grundlagen auf dem Gebiet der inhaltlichen Erschließung.
Es wäre wünschenswert, dass dieses
Buch Anstoß für neue weiterführende wissenschaftliche
Untersuchungen gäbe, die nicht nur vereinzelte Anwendungen
im Blickfeld haben, sondern zu fach- und institutionsübergreifenden
wissenschaftlichen Erkenntnissen führen.
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