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Rezension
Umstätter, Walther und Wagner-Döbler,
Roland: Einführung in die Katalogkunde. Vom Zettelkatalog zur
Suchmaschine. 3. Auflage des Werkes von Karl Löffler, völlig
neu bearbeitet. Stuttgart: Hiersemann 2005. XI, 172 S.. ca. 39,90
€
von Bernd Lorenz (info)
Die "Einführung in die Katalogkunde.
Vom Zettelkatalog zur Suchmaschine" erhebt den Anspruch, Inhalte
aus dem "Lehrbuch der Bibliotheksverwaltung" und aus der
"Katalogkunde" von Klaus Haller (1998) in wichtigen Punkten
zu ergänzen und zu erweitern (XI).
Inhaltliche Schwerpunkte des Werkes
sind "Probleme und Entwicklung der Katalogisierung" (17-68)
sowie "Katalogarten, -formen und -typen" (69-144). Dabei
enthält der erstgenannte Teil vieles von dem, was man in einer
"klassischen" Katalogkunde erwartet, einschließlich
aktueller Fragestellungen wie "RAK versus AACR" (45-49)
(es besteht immerhin ein Zeitabstand von sieben Jahren zum Buch
von Haller!) oder Hinweise zu Ontologien (58 u.a.), aber auch –
ziemlich überraschend – ausführlich den fürwahr
interessanten "Katalog von St.Gallen" (26-30). Bemerkenswert
sind weiter die unterschiedlichen Akzentsetzungen zwischen dem vorliegenden
Werk und der "Einführung" von Haller, nur wenige
Beispiele seien hierzu angeführt: Die Haupteintragung (Haller
155-160, hier 143), ISBN (Haller 130-133, hier Registerverweisung
auf die abgekürzte Form), Normdateien (Haller 215-231, hier
kein Abschnitt in Teil 2) und Retrokonversion (Haller 232-247, hier
XI). Es geht also durchaus nicht nur – wie angekündigt
(vgl. XI) – um Ergänzung und Erweiterung.
Überraschungen birgt auch
der zweite Teil (typisches Exempel der angestrebten "flachen
Hierarchie"): Er enthält in alphabetischer Folge nicht
nur Hinweise zu beispielsweise dem Bandkatalog, Dienstkatalog und
Zettelkatalog, sondern ein, neben dem systematischen Katalog (126-137)
in diesem Kontext wenig erwartete und recht ausführliche Darstellungen
der DDC (85-90) und der Gesamthochschulbibliothekssystematik (96-101),
die in vergleichbarer Form und Länge an anderer Stelle längst
verfügbar sind. Ergänzende Hinweise auf aktuelle Internet-Adressen
wie z.B. auf die RVK-Online und den systematischen Katalog auf RVK-Basis
BibScout des BSZ bei der Regensburger Verbundklassifikation (119
f.), die übrigens nicht "in Abstimmung mit den Teilnehmern
des BVB gepflegt" wird (119), sondern in Abstimmung mit derzeit
40 großen (von ca. 150) Anwenderbibliotheken aus dem deutschsprachigen
Bereich, sind durchaus vorstellbar. Als äußerst gelungen
empfindet der Rezensent neben dem ausführlichen Inhaltsverzeichnis
die Abschnitte "Abkürzungen" (145-156), "Bibliographie"
(157 f.) und "Register" (159-172).
Das Global Positioning System (GPS)
und dessen ausgeschriebene Form ist im Text (sogar zweimal 65),
im Abkürzungsverzeichnis (149) und, in beiden Formen sowie
mit Siehe-Verweisung, im Register (164) sehr reichlich genannt.
Dabei könnte es deutlich mehr derartige Beispiele in diesem
Band geben. Hilfreich ist auch die typographisch herausragende Gestaltung
von Festlegungen und Definitionen im ersten Abschnitt (und 70),
während die Definition der Digitalen Bibliothek (142) im Rahmen
des Abschnitts über die Zeitschriftenkataloge (140-142) wiederum
überraschend ist.
Allerdings mindern diese „Notizen“
keinesfalls den Wert dieses Neuansatzes einer "Einführung
in die Katalogkunde", die in Richtung "Bausteine der Erschließung"
weist.

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