| Rezension
zu: Hildebrand, Knut und Josephine Hofmann [Hrsg.] (12/2006)
Social Software. Heidelberg: dpunkt-Verlag. 128 S., H. 252/43 (HMD),
23.50 €, ISBN: 978-3-89864-384-9, ISSN: 1436-3011
und
Rezension zu: Beck, Astrid, Michael Mörike und Heinz
Sauerburger [Hrsg.] (6/2007) Web 2.0. Heidelberg: dpunkt-Verlag.
128 S., H. 255/44 (HMD), 24.00 €, ISBN: 978-3-89864-453-2,
ISSN: 1436-3011
von Manuela Schulz (info)

Man begibt sich mittlerweile durchaus in schwieriges
Fahrwasser, wenn man mit den Begriffen Web 2.0 und Social Software
hantiert, geschweige denn darüber zu diskutieren. Nachdem sich
seit O’Reillys Begriffsprägung im Jahre 2004 beinahe
die ganze Welt gen 2.0 gedrehte, abertausende Nicht-Wissenschaftler
und Wissenschaftler mit den Begriffen an sich und deren Bedingungen
auseinandersetzten, ist nun seit einigen Monaten ein Gegentrend
festzustellen, nicht zuletzt die März-Ausgabe 2008 von First
Monday stellt sich einer kritischen Betrachtung.[Fn1]
Michael Zimmer sieht die Entwicklung in seinem Vorwort zur Ausgabe
düster: „But Web 2.0 also embodies a set of unintended
consequences, including the increased flow of personal information
across networks, the diffusion of one’s identity across fractured
spaces, the emergence of powerful tools for peer surveillance, the
exploitation of free labor for commercial gain, and the fear of
increased corporatization of online social and collaborative spaces
and outputs.“[Fn2]
Den rosaroten Zeiten des unbeschwerten Netzwerkens
über Webplattformen wird nun sehr deutlich das Ende eingeläutet,
was jedoch nicht zwingend die Abkehr vom Medium bedeuten muss. Zur
unbedingten Bejahung und dem Zeitgeist tritt jetzt ein kritischer,
überlegter und selektiver Umgang mit diesen Kommunikationswerkzeugen.
Daher komme ich auch nicht zu spät, wenn ich
dennoch zwei Hefte der Reihe HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik”
vorstelle, die an Webzeitaltern gemessen nicht mehr die alleraktuellsten
sind. Denn für den richtigen Umgang benötigt man tieferes
Wissen und für dieses erweisen sich die beiden Publikationen
als guter Ausgangspunkt.

Heft „Social Software“
Das Heft „Social Software“ gibt – wie es im Rückentext
richtig heißt – einen Überblick, betrachtet aktuelle
Trends (des Jahres 2006) und präsentiert erste Erfahrungsberichte
der Praxis. Die Herausgeber orientieren sich natürlich auf
ihre originäre Zielgruppe, die Wirtschaftsinformatiker, liefern
jedoch für den allgemein an diesem Thema Interessierten, Studierende
und Bibliothekare eine Reihe tiefere Einsichten und auch Impulse
für die eigene Arbeit bzw. den eigenen Umgang mit und Reflexion
über das WWW. „Erkenntniszuwachs“ wünschen
die beiden Herausgeber den Lesern, die zehn Artikel, ergänzt
durch ein Glossar und Notizen sowie für Zeitschriften üblichen
Rubriken, vor sich haben.
„So könnte langfristig das Internet eine
neue kooperative Gesellschaftsform einleiten. Die Alternative, so
scheint es, ist asozial“, endet der Einwurf Erik Möllers
zu Beginn der Ausgabe. Das Prinzip Daten gegen Dienstleistung gilt,
wer nicht mitmacht, wird belächelt. Angestoßen durch
diese Betrachtung, geht es für das aufgewühlte Gemüt
zu einem einführenden Beitrag von Hajo Hippner, Wirtschaftsinformatiker
an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt,
der Bedeutung, Anwendungen und Einsatzpotentiale von Social Software
beleuchtet. Hippner bedient sich einer einfachen, anschaulichen
Sprache unter Verwendung von grafischen Darstellungen. In seinem
Ausblick schätzt Hippner Social Software nicht als kurzfristigen
Trend ein, sondern als nachhaltige Entwicklung, die vor allem für
den unternehmerischen Einsatz „große Potenziale“
wie z. B. für den Einsatz des internen Wissensmanagement oder
der Projektsteuerung birgt.
Die folgenden Artikel beschäftigen sich jeweils
mit einem bestimmten Anwendungshintergrund bzw. einer bestimmten
Software wie Wiki oder Weblog:
- Stefan Smolnik, Gerold Riempp: Nutzenpotentiale,
Erfolgsfaktoren und Leistungsindikatoren von Social Software für
das organisationale Wissensmanagement
- Andreas Kuhlenkamp u.a.: Privatsphäre versus
Erreichbarkeit bei der Nutzung von Social Software
- Ayelt Komus: Social Software als organisatorisches
Phänomen. Einsatzmöglichkeiten in Unternehmen
- Claudia Müller, Peter Dibbern: Selbstorganisiertes
Wissensmanagement in Unternehmen auf Basis der Wiki-Technologie.
Ein Anwendungsfall
- Martina Göhring u.a.: Web 2.0 im Kundenmanagement
- Ralf Armbruster, Norbert Fröschle: Ortsbezogene
und mobile Communities
- Michael Bächle, Stephan Daurer: Potenziale
integrierter Social Software. Das Beispiel Skype
- Oliver Bendel: Wikipedia als Methode und Gegenstand
der Lehre
- Martin Böhlen, Reinhard Jung: Effektives
Customer Relationship Management durch Intermediation
- Jan M. Pawlowski: QSEL, das Qualitätssiegel
E-Learning: Qualitätsentwicklung für Aus- und Weiterbildung
Dem Artikel von Ayelt Komus (S. 36-44), der sich an
der FH Koblenz mit Virtuelle Organisation und Engineering beschäftigt,
widme ich mich etwas genauer, da hier der organisatorische Aspekt
im Zentrum steht und dieser, so denke ich, in Zukunft noch bedeutender
für alle Organisationsformen, also auch die Institution Bibliothek,
werden wird. Gerade das interne Wissensmanagement kann leicht unübersichtlich
werden, sofern mehrere Personen damit arbeiten und die dafür
notwendigen kommunikativen Regeln bestenfalls implizit definiert
sind.
Eine schöne eingängige Definition liefert
Komus gleich zu Beginn seines Beitrags: „Social-Software-Systeme
sind […] umfassende soziotechnische Systeme, die auf Basis
technischer und sozialer Vernetzung durch einfach zu bedienende
Informationssysteme gemeinsam in einem bestimmten Themenfeld Leistungen
generieren.“ (S. 36)
Unter der Überschrift Organisatorische Erklärungsansätze
führt Ayelt Komus, leider etwas oberflächlich und mit
der Voraussetzung, der Leser würde bereits alle Ansätze
kennen, aus, dass die traditionellen Organisationsansätze zur
Erklärung von Bedeutung und Funktion von Social-Software-Systemen
versagen. Dagegen seien die neueren Ansätze wie die verhaltensorientierten
Organisationsansätze, die den Menschen und seine Handlungen
fokussieren, vor allem die Systemtheorie, für die Erklärung
des Phänomens Social-Software-Systeme sehr gut anzuwenden.
Als weitere Ansätze hebt er das von James Surowiecki vertretene
Konzept der „Wisdom of Crowds“ (auch bekannt als „Schwarmintelligenz“
und Eric S. Raymonds viel diskutierten Artikel „The Cathedral
and the Bazaar“, in dem dieser alternative Organisationsmodelle
anhand von Open-Source-Softwareentwicklung vorstellt, hervor. In
diesem Abschnitt hätte man sich allerdings etwas ausführlichere
Erläuterungen gewünscht.
In seinem dritten Abschnitt geht Komus auf die
Nutzung von Social Software- Konzepten in Unternehmen ein, wobei
Wiki-Systeme im Vordergrund der Betrachtung stehen. Komus bespricht
zunächst die Verwendung eines Wiki-Systems für das Projektmanagement
und dessen einzelne Instrumente. Im Anschluss erläutert er
den Nutzen von Wikis für das Geschäftsprozessmanagement,
der darin liegt, dass gemeinsam Verfahren und Geschäftsprozesse
erarbeitet und weiterentwickelt werden können. Auch die Grenzen
eines solchen Systems zeigt der Autor auf: So werden die für
solche Prozesse wichtigen grafischen Abbildungen in der Wiki-Funktionalität
nicht zureichend berücksichtigt. Für Verfahrensanweisungen,
Dokumentationen und Ratgeberplattformen, der nächste Bereich,
den Komus für die Nutzung von Social-Software-Systemen nennt,
sind Wikis aufgrund ihrer kollaborativen Seitenbearbeitungen und
artikelbezogenen Diskussionen dagegen gut geeignet. Wikis erlauben
eine einfache Darstellung von Inhalten sowie deren Publikation und
Weiterentwicklung. Weitere Anwendungsfelder für Social-Software-Systeme
in Unternehmen sind das Ideenmanagement und das betriebliche Vorschlagswesen.
Auch hier werden Vor- und Nachteile nebeneinander gestellt. Wikis
sind als Instrumente weiterhin denkbar für die Produktentwicklung,
dem Customer Relationship Management und insbesondere für die
Kommunikation, wobei beim ersterem die Kunden an der Produktentwicklung
beteiligt werden – z. B. die australische Plattform Brewtopia,
die personalisierbare Getränke verspricht [Fn3]
– was die Aufmerksamkeit auf ein Produkt deutlich erhöht
und eine Alternative zu den teuren Marktforschungsaktivitäten
sein könnte. Am Ende dieser Aufzählung des Einsatzes von
Wiki-Systemen in Unternehmen gibt es eine sehr gute Übersicht,
die in einzelne Anwendungsfelder, Chancen, Risiko, besonders geeignet
und schwierig eingeteilt ist und es einfach macht, den konkreten
Einsatz bestimmter Anwendungen abzuwägen.
Die konkreten Anwendungsfelder für Social-Software-Konzepte
bilden den vierten Abschnitt von Komus’ Artikel. Als Kriterien
für die Eignung von Social-Software-Systemen in spezifischen
Aufgabenfeldern werden Teamarbeit, kreative Aufgaben, schlecht strukturierte
Aufgabenfelder und die Bearbeitung an verschiedenen Orten und zu
verschiedenen Zeitpunkten genannt. Als nur bedingt bis gar nicht
geeignet erweisen sich solche Systeme bei hochsicherheitsrelevanten
Aufgaben, bei standardisierten Prozessabwicklungen und Massenverarbeitungen,
bei fehlender oder unterschiedlicher Motivation sowie dann, wenn
multimediale Elemente eine große Rolle spielen. Pro und Contra
werden übersichtlich in einer Grafik dargestellt, was das Verständnis
der Problematik durchaus fördert.
Der letzte Abschnitt fasst schließlich die Potenziale
des Einsatzes von Sozialer Software in Unternehmen noch einmal kurz
zusammen. Die Stärke liegt im Einsatz für die Gruppenarbeit,
bei der „die Entwicklung und Fortführung von Konzepten
und Ideen im Vordergrund stehen“ (S. 42) gesehen wird. In
seinem Ausblick hebt Komus die mögliche Motivationssteigerung
von Mitarbeitern beim Einsatz Sozialer Software hervor.
Heft „Web 2.0“
Das im Sommer letzten Jahres herausgegebene Heft zum Web 2.0, das
nicht synonym mit Sozialer Software gesehen werden darf, setzt sich
vor allem mit unternehmerischen Interessen auseinander. Auch bei
Tim O’Reilly ging es vorrangig um Geschäftsmodelle und
daher überrascht es nicht sonderlich, wenn diese sowie der
Aspekt der Wertschöpfung und des geschäftsunterstützenden
Einsatzes der verschiedenen Technologie-Anwendungen im Zentrum stehen,
zumal es sich ja auch um eine Publikation aus dem Bereich der Wirtschaftsinformatik
handelt. Im Inhaltsverzeichnis findet man folgendes Spektrum an
Beiträgen aufgelistet:
- Astrid Beck: Web 2.0: Konzepte, Technologie,
Anwendungen
- Jürgen Karla: Implementierung von Regelkreisen
in Geschäftsmodellen für Web 2.0-Publikumsdienste
- Oliver Bohl u.a.: Unternehmerische Wertschöpfung
im Web 2.0
- Andy Bosch: Ajax-Grundlagen und Funktionsweise
- Christoph Schroth, Lars Kirchhoff: Web 2.0 und
SOA – verwandte Konzepte?
- Dan Theurer: Gegen den Willen des Browsers. Mashups
setzen sich über Crossdomain-Restriktionen hinweg
- Patrick Holz: Mashups – Motivation, Organisation
und Geschäftsmodelle
- Volker Hoyer u.a.: Web 2.0-Entwicklung - ewige
Beta-Version
- Nikolai Bauer, Peter Mandl: Agiles Informationsmanagement.
Informationsbereitstellung in Unternehmen mit Web 2.0
- Hans Brandt-Pook: Geschlossene Wikis als aktivierendes
Element in der Hochschullehre
Aus dieser Vielfalt greife ich mir „Agiles Informationsmanagement.
Informationsbereitstellung in Unternehmen mit Web 2.0“ von
Nikolai Bauer und Peter Mandl (S. 88-96) für eine etwas ausführlichere
Betrachtung heraus, da die Herausforderung an ein effektives Informationsmanagement
mit steigendem Angebot von Information stetig wächst. Das ist
auch der Teufelskreis des eifrigen Partizipierens an den Angeboten
des Web 2.0: Je mehr Inhalte wir produzieren, desto mehr müssen
wir auch überblicken. Die Autoren kennen das Problem und greifen
folgerichtig zum komparativen Beschleunigungsvokabular:
„Informationen werden immer dynamischer, der
Informationsbedarf wird immer individueller und heterogener, und
die Informationen müssen überall und zu jeder Zeit verfügbar
sein.“ (S. 90)
Die Grenzen dieses Wachstums sind nicht abzusehen
und das „immer“ verweist darauf, dass unsere dynamischen,
individuellen und heterogener Informationsbedarfe von heute uns
schon morgen in gesteigerter Form begegnen werden und das allgegenwärtig.
Strategie ist schön und gut, aber für die „Agilität
des Informationsbedarfs“ seien die gegenwärtigen, „in
der Regel auf strategische Aspekte“ (S. 88) konzentrierten
Ansätze des Informationsmanagement, so die Autoren, nicht ausreichend.
Deswegen möchten sie Überlegungen zu erweiterten Möglichkeiten
der Informationsversorgung in Unternehmen skizzieren und dabei vor
allem die Anwendung von Technologien des Web 2.0 diskutieren. Bauer
und Mandl bezeichnen Agiles Informationsmanagement als das „Management
der Bereitstellung allgegenwärtiger, dynamischer Informationen,
die auf eine ganz bestimmte Person in einem Unternehmen zugeschnitten
sind“. (S. 88)
So werden bisher gebräuchliche Verfahren wie
Content-Management-Systeme, Groupware und Portale, die der Organisation
von Informationen oder des Zugriffs darauf im Internet oder Intranet
dienen und den Anwendern bequem zur Verfügung zu stellen, dem
modernen Verständnis des Informationsmanagement mit zentralen
Aspekten wie Heterogenität und Flexibilität der Mitarbeiter
kaum gerecht. Konzeptionell etabliert sind diese in Unternehmen
bisher noch nicht. (vgl. S. 88)
Auf den folgenden Seiten stellen die Autoren einerseits
die Anforderungen an ein Informationsmanagement dar, und andererseits
konzeptionelle Überlegungen an bzw. Realisierungsansätze
vor. Die Anforderungen lassen sich hinsichtlich folgender Gesichtspunkte
zusammenfassen:
- Verfügbarkeit von heterogenen Informationen,
d. h., alle denkbaren Informationen müssen berücksichtigt
werden und sowohl die Präsentation von Informationen, die
Quellen und die Semantik der Informationen flexibel darzustellen
ist
- Dynamische Informationen, d. h., die Halbwertzeit
von Information muss berücksichtigt werden
- Persönlicher/Individueller Informationsbedarf,
d. h., das zur Verfügung stehende System muss flexibel sein,
eine Ad-hoc-Informationszustellung gewährleisten
- Heterogene Zielgruppen, d. h., für alle Mitarbeiter
sind Information ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit, allerdings
jeweils andere
Dieser individuell variable Informationsbedarf eines
Mitarbeiters erscheint als „neue Form des Informationsbedarfs“
(S. 90), wobei man den Grad der Neuigkeit dieser Form diskutieren
könnte. Den individuellen Informationsbedarf einer Person gibt
es sicher seit jeher, nur Art und Weise der Informationsvermittlung
hat sich inzwischen geändert bzw. weiterentwickelt.
Einen besonders hohen Anspruch legen die Autoren an
die IT-Systeme, die als ein unterstützendes System in der Lage
sein müssen, „Informationsangebot und -bedarf“
optimal miteinander zu verbinden (S. 90). Entsprechend folgen in
den konzeptionellen Überlegungen und Realisierungsansätzen
Betrachtungen zu den Anforderungen an ein Agiles Informationsmanagement,
wie z. B. ein passendes Organisationsmodell des Unternehmens, eine
Erläuterung zum Informationsmodell sowie zum Architekturmodell
der IT-Systeme. Auch hier werden Flexibilität, Mehrschichtigkeit
und Transparenz eines Systems betont. Als Veranschaulichung findet
sich in der Darstellung ein Architekturmodell, das zwischen dem
System Level, dem Application Level, dem Integration Level, dem
Portal Level und dem User Level ein Information Level integriert
und in diesem Anwendern das Anlegen individueller Informationsportfolios
ermöglicht (S. 92f.).
Als eine der deutlichsten Parallelen des Agilen Informationsmanagements
und Web 2.0 sehen die Autoren die Dynamik der jeweiligen Systeme,
die sich auch in den Benutzerschnittstellen wiederfinden muss. Die
Mashups, genuin auf sehr spezielle Informationsverschränkungen
hin entwickelt, werden dafür als Beispiel genannt. In Hinblick
auf die Aspekte „Social Software (Social Networking)“
und „Interactivity (Rich Web Clients)“ eröffnen
sich konkret für IT-Systeme wie Enterprise Information Portals,
Managementinformationssysteme, Community-Software sowie Suchmaschinen,
die in Unternehmen für die Informationsversorgung herangezogen
werden können, neue Perspektiven. Die Einbeziehung von Web
2.0-Anwendungen in das Informationsmanagement in einem nächsten
Schritt ist folgerichtig, wenn man bedenkt, welche Karriere der
soziale Aspekt nicht zuletzt in der Folge der Debatten um das Wissensmanagement
in den letzten Jahren im Bereich des Informationsmanagement erfahren
hat und wie auch im Web die individuelle Informationsverarbeitung
in den Mittelpunkt rückte – immer verbunden mit dem schnellen
und möglichst maßgeschneiderten Zugang zu den jeweiligen
Informationen.
Im Ausblick schließlich findet sich die Forderung,
dass das noch am Anfang stehende Agile Informationsmanagement umfassend
betrachtet werden sollte und dass die Realisierung aufgrund der
Ansprüche jüngerer Mitarbeiter fortschreiten muss. Das
überrascht nicht unbedingt, wenn man bedenkt, dass die Generation
Internet mit den als neu bezeichneten Verhaltensweisen der Web 2.0-vermittelten
Kommunikation z. T. bereits sozialisiert wurde, in jedem Fall diese
aber als selbstverständlichen Bestandteil ihres Alltags begreift.
Insgesamt lässt sich feststellen, dass beide
Hefte inhaltlich fundiert und verständlich einen guten Einstieg
in die jeweilige Thematik bieten und nicht nur für Wirtschaftsinformatiker
oder Softwareentwickler, sondern genauso gut für Bibliothekare
ein Impulsgeber sein können.
Neben der jeweils gelungenen inhaltlichen Zusammenstellung,
die von Überblickskapiteln bis hin zu Betrachtungen von konkreten
Anwendungsbeispielen reicht – ist die klare Struktur der Hefte
und die jeweils nach einem Schema gegliederten Artikel für
eine erste Orientierung beim Blättern und für das Verständnis
der Texte als positiv hervorzuheben. Das Glossar und ebenso das
Stichwortverzeichnis sind eine sinnvolle Hilfestellung. Das Gesamtglossar
der Reihe HDM wird seit der Ausgabe Oktober 2002 auch online angeboten.
Beide näher betrachteten Artikel können
durchaus für die eigenen internen Informations- und Wissensprozesse
in der Bibliothek herangezogen werden. Wie man im konkreten Fall
mit Sozialer Software und neuen Web-Anwendungen am besten verfährt,
muss allerdings mittels eigener praktischen Anwendung und der jeweiligen
Rückkopplung abgestimmt werden. Wie man aber in welcher Situation
die Balance hält, lernt man erst durch aktives eigenes Tun.
[Fn1] First
Monday, 13 (2008) 3: http://www.uic.edu/htbin/cgiwrap/bin/ojs/index.php/fm/issue/current/showToc
(zurück)
[Fn2]
Zimmer, Michael (2008) Preface: Critical Perspectives on Web 2.0.
In: First Monday, 13 (2008) 3: http://www.uic.edu/htbin/cgiwrap/bin/ojs/index.php/fm/article/view/2137/1943
(zurück)
[Fn3]
vgl. http://www.brewtopia.com.au/
(zurück)
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