Humboldt-Universität
zu Berlin
Philosophische Fakultät I, Institut für
Bibliotheks- und Informationswissenschaft
Prof.
Dr. Konrad Umlauf
Telefon: 030/2093-4493,
-4230, -4236, Telefax: 030/2093-4335, -4206
E-Mail: konrad.umlauf@rz.hu-berlin.de
Berlin: Institut
für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der
Humboldt-Universität zu Berlin 1999-2006
Letzte Änderung: 20.12.2006
(Berliner Handreichungen zur
Bibliotheks- und Informationswissenschaft. 67)
http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h67/
Die Einführung macht mit den Grundbegriffen der bibliothekarischen Klassifikationstheorie und -praxis sowie ausgewählten Bibliotheksklassifikationen bekannt. Eingangs wird die Problemstellung, für die Klassifikationen eine Lösung bieten sollen, umrissen. Dann werden anhand von Fragen die Aspekte zur Entwicklung und Beurteilung von Klassifikationen allgemein und Aufstellungssystematiken im besonderen umrissen (Sachgerechtheit und Zielgruppenentsprechung, Gliederung, Schlüsselung und Normung, Notation, Klassenbeschreibung und Terminologie, Umfang und Erweiterbarkeit, Anwendungsregeln, Register). Auch organisatorische Aspekte der Anwendung von Klassifikationen werden umrissen. Kurz beschrieben werden ausgewählte Klassifikationen: Die Internationale Universale Dezimalklassifikation UDK und die Dewey Decimal Classification DDC, die Regensburger Verbundklassifikation RVK, die Basisklassifikation, die Systematik für Bibliotheken SfB, die Klassifikation für Allgemeinbibliotheken KAB, die Allgemeine Systematik für Öffentliche Bibliotheken ASB. Es folgen ausgewählte Literaturhinweise. Ferner werden Übungen zum Klassifizieren ausgewählter Titel mit Hinweisen auf Möglichkeiten der Selbstüberprüfung und zur Notationsrevision gegeben.
Methodologische und praktische Gesichtspunkte bei der Erarbeitung und Überarbeitung (Revision) einer Klassifikation sind vor allem die folgenden, hier in Form von Fragen dargestellt.
Die schlechthin optimale Klassifikation gibt es nicht. Nohr (1996) betont, dass Klassifikationen Kommunikationsmittel sind. Ihre Ausgestaltung und Beurteilung ist deshalb nur mit Blick auf die im Schaubild wiedergegebenen Relationen möglich; dabei darf man nicht an Dokumente, Inhalte, Darstellungsformen allgemein denken, sondern an diejenigen, auf die die Klassifikation konkret angewendet werden soll; desgleichen darf man nicht an Benutzer schlechthin denken, sondern an die Fragestellungen gerade dieser Benutzer in dieser Bibliothek. Andererseits spielen auch praktische Gesichtspunkte (Arbeitsorganisation, Bestandspräsentation) eine Rolle.
Deshalb sind die Fragen in diesem Kapitel nicht so zu verstehen, dass diejenige Klassifikation die beste ist, bei der man die meisten Fragen mit JA oder mit NEIN beantworten könnte; teilweise erlauben die gar keine JA- bzw. NEIN-Antwort.
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Fragestellungen]
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Studientextvorgaben]
| Relation 1 | Relation 2 | Relation 3 | Relation 4 | Relation 5 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
Dokumente |
1 |
Klassen, |
2 |
Notationen |
3 |
Notationen |
4 |
Suchwörter |
5 |
Frage- |
| Hauptklasse | Unterklassen | |||
|---|---|---|---|---|
| 1. Ebene | 2. Ebene | 3. Ebene | 4. Ebene | 5. Ebene |
|
Lit |
Lit 1000 |
Lit 1100 Literatursoziologie |
||
| Lit 1300 Gattungen und Formen |
Lit 1310 Epik | |||
| Lit 1330 Lyrik | ||||
| Lit 1350 Dramatik | ||||
| Lit 5000 Geschichte |
Lit 5600 Englische Literatur |
|||
| Lit 5700 Deutsche Literatur |
.... | |||
| Lit 5750 Klassik | ||||
| Lit 5760 Romantik | .... | |||
| Lit 5763 Deutsche Lyrik der Romantik | ||||
| .... | ||||
| Lit 5770 Lit Realismus | ||||
| .... | ||||
| .... | ||||
In diesem Beispiel wird die Literaturwissenschaft in einem ersten Schritt in die beiden Gebiete Theorieund Geschichte untergliedert; die Geschichtewird in einem zweiten Schritt nach Sprachen bzw. Ländern aufgegliedert. Der dritte Schritt erzeugt Unterklassen, indem auf die Länderklassen das Untergliederungskriterium Epoche angewendet wird; schließlich erfolgt innerhalb der Epochen eine noch feinere Untergliederung nach Gattungen. So entsteht auf der untersten Ebene u.a. die Klasse Deutsche Lyrik der Romantik. Das Kriterium Gattung und Formwurde an anderer Stelle bereits zur Zergliederung der Klasse Theorie angewendet. Würde man in diesem Strang (Zweig) der Hierarchie die Kriterien Land und Epoche ebenfalls anwenden, käme man fälschlich ebenfalls zu einer Klasse Deutsche Lyrik der Romantik, die aber in einem anderen Zweig der Hierarchie stünde. Es entstünde mehr als eine Klasse für ein und denselben Sachverhalt. Wegen dieses Vorgehens - für jeden mehr oder minder umfänglichen Sachverhalt, der klassifiziert werden soll, stellt die Klassifikationstafel eine Klasse bereit - nennt man monohierarchische Klassifikationen auch präkombinierte oder synthetische Klassifikationen. Der Inhalt der Klassen umfasst teils einfache Begriffe (z.B. Lyrik), teils komplexe Sachverhalte (z.B. Deutsche Lyrik der Romantik). Beim Klassifizieren entnimmt man die Notation für die betreffende Klasse der Klassifikationstafel; jeder Klasse ist eine Notation zugeordnet.
Sachverhalte, die inhaltlich weniger umfangreich sind als die Klassen auf der untersten Hierarchieebene, werden gleichwohl dort in die am besten passende Klasse eingeordnet. Beispielsweise würde im obigen Beispiel der Sachverhalt Gebrauch von Naturmetaphern in der deutschen Lyrik der Romantik ebenfalls in die Klasse Lit 5763 Deutsche Lyrik der Romantik eingeordnet.
Bei einer polyhierarchischen Klassifikation enthält
die Klassifikationstafel nur eine begrenzte Zahl von Klassen. Jede
Klasse bildet nur einfache Begriffe ab. Der zu klassifizierende
Sachverhalt wird eingeordnet, indem man ihn im Sinn einer Unterstellung
unter mehrere Klassen mit den Notationen der relevanten Klassen belegt.
Beispiel:
Eine polyhierarchische Klassifikation stellt bereit:
für Lyrikdie Notation Lit-Ly,
für Deutschlanddie Notation (de),
fürRomantikdie Notation 1790-1830.
Der zu klassifizierende Sachverhalt Deutsche Lyrik der
Romantikbekommt die Notation
Lit-Ly(de)1790-1830.
Die Notation (de)lässt
sich auch auf Kunst, Allgemeine
Geschichteusw. anwenden.
Offensichtlich wird bei einer polyhierarchischen Klassifikation eine Regel zur Gliederung der Notation benötigt. Polyhierarchische Klassifikationen sind flexibler als monohierarchische, aber auch "komplizierter" in der Anwendung.
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| Beispiel A | Beispiel B |
|---|---|
|
|
| Teil der Klassenbeschreibung | Beispiele für die Form | |
|---|---|---|
| Notation | Klassenbenennung (Synonym: Klassenbezeichnung) |
RECHTSPFLEGE,
GERICHTSVERFASSUNG, ZIVILVERFAHRENSRECHT UND NEBENGEBIETE |
| Hochbaukonstruktion nach Konstruktionsart | ||
| Klassenerläuterungen.
Dazu gehören insbesondere: • nähere Angaben zur Extension der Klasse, die in der Klassenbeschreibung nicht unterzubringen sind und sich nicht aus der Einordnung der Klasse ergeben, • Verweisung auf verwandte Klassen • Abgrenzung zu anderen Klassen, soweit nicht aus der Klassenbenennung ersichtlich |
Hier auch: Ufos | |
| Geomorpologie s. N 412 | ||
| (alphabetisch nach Ländern) | ||
| (s.a. ZI 7400 Holzbau; Fachwerk) | ||
| Registerbegriffe, Schlagwörter, welche in die Klasse fallende Sachverhalte bezeichnen, auch wenn die Termini nicht in der Klassenbenennung oder Klassenerläuterung erscheinen | Registerform: Hochbau / Konstruktion | |
| Gruppe <Mathematik> | ||
| Eltern / Erwachsenes Kind / Ablösung | ||
| Bezeichnung der Disziplin | Bezeichnung des Gegenstandes | Kommentar |
|---|---|---|
| Geographie | Elemente, Strukturen, Beziehungsgefüge und Prozesse des weltweiten Geosystems Mensch-Erde | zu lang als Klassenbenennung, unverständlich |
| Sprachwissenschaft | Sprache | Bezeichnung der Disziplin könnte so verstanden werden, dass in dieser Klasse nur methodische und wissenschaftliche Werke stehen, keine Lehrbücher |
| Literaturwissenschaft | Literatur | Bezeichnung des Gegenstandes könnte so verstanden werden, dass hier Primärliteratur steht |
| ? | Zeitungen | Stehen hier Zeitungen oder Fachbücher über Zeitungen? |
| ? | Textverarbeitungssysteme | Stehen hier Softwarepakete oder Bücher über die Software? |
| Lit 300 Literatur | Ku 300 Kunst | Gesch 300 Geschichte |
|---|---|---|
| Lit
310 Skandinavische Literatur
Lit 320 Englische Literatur Lit 330 Französische Literatur Lit 340 Spanische Literatur Lit 350 Italienische Literatur Lit 390 Deutsche Literatur |
Ku
310 Skandinavische Kunst
Ku 320 Englische Kunst Ku 330 Französische Kunst Ku 340 Spanische Kunst Ku 350 Italienische Kunst Ku 390 Deutsche Kunst |
Gesch
310 Geschichte Skandinaviens
Gesch 320 Geschichte Großbritanniens Gesch 330 Geschichte Frankreichs Gesch 340 Geschichte Spaniens Gesch 350 Geschichte Italiens Gesch 390 Geschichte Deutschlands |
| Länderschlüssel |
Klassifikationstafeln |
|---|---|
| +10
Skandinavische Länder +20 Großbritannien +30 Frankreich +40 Spanien +50 Italien +90 Deutschland |
Lit 300 Literatur Ku 300 Kunst Gesch 300 Geschichte |
Beim Klassifizieren werden aus diesen Klassen Notationen wie
folgt gebildet:
Skandinavische Kunst = Ku 310
Geschichte Frankreichs = Gesch 330
Spanische Literatur = Lit 340
| Rechtsbündige Zahlen | Linkssbündige Zahlen |
|---|---|
| 1 3 6 9 22 31 66 71 84 113 211 846 |
1 113 211 22 3 31 6 66 71 84 846 9 |
| Lit 300 Literatur | Ku 300 Kunst |
|---|---|
| Lit 310 Skandinavische Literatur | Ku 310 Skandinavische Kunst |
| Lit 320 Englische Literatur | Ku 330 Englische Kunst |
| Lit 330 Französische Literatur | Ku 350 Französische Kunst |
| Lit 340 Spanische Literatur | Ku 370 Spanische Kunst |
| Lit 350 Italienische Literatur | Ku 380 Italienische Kunst |
| Lit 390 Deutsche Literatur | Ku 380 Deutsche Kunst |
| Notation | inhaltliche Gliederung |
|---|---|
| TH | Technik. Handwerk |
| TH 500 | Bautechnik |
| ... | ... |
| TH 510 | Bauberufe |
| TH 511 | Architekt. Bauingenieur |
| TH 512 | Maurer |
| TH 513 | Betonbauer. Stahlbetonbauer |
| TH 514 | Dachdecker |
| TH 515 | Zimmerer und Bautischler. Parkettleger |
| TH 516 | Bauschlosser. Bauklempner |
| TH 517 | Installateur. Isoliermonteur |
| TH 518 | Maler und Lackierer |
| TH 519 | Raumausstatter. Polsterer |
| ? | Fliesen-, Platten- und Mosaikleger |
| ? | Feuerungs- und Schornsteinbauer. Schornsteinfeger |
| ? | Steinmetz. Stuckateur |
| ? | Sonstige Berufe (z.B. Glaser. Estrichleger) |
| TH 520 | Hochbau |
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Kapitel 8. Studientextvorgaben]


Die UDK (Internationale Universale Dezimalklassifikation, engl. Universal Decimal Classification UDC) und die DDC (= Dewey Decimal Classification) gehen beide auf die 1873 von dem damals 22-jährigen amerikanischen Bibliothekar Melvil Dewey (1851-1931) konzipierte Dezimalklassifikation zurück; erste Veröffentlichung 1876. Seit 1895 wird in Europa eine Variante zur heutigen UDK fortentwickelt; diese soll im Unterschied zur DDC mit ihren vielen spezifisch amerikanischen Bezügen international verwendbar sein. Aber die internationale Verwendbarkeit der DDC wurde seit den 1970er-Jahren von Ausgabe zu Ausgabe durch inhaltliche Veränderungen verbessert. UDK und DDC haben sich auch auf der Ebene der Hauptklassen auseinanderentwickelt. Nur noch eine Minderheit der Notationen hat die gleiche Bedeutung, am ehesten noch in den technischen Fächern, beispielsweise 697 Heating, ventilating, air-conditioning oder 336 Public finance,aber die Untergliederungen auf der 4. Ebene sind wieder verschieden. Während in der DDC die 400er-Nummern das Thema Sprache enthalten, ist die Klasse 4 in der UDK unbesetzt; das Thema Sprache ist bei der UDK in der Klasse 8 Language. Linguistics. Literature mit enthalten. Von "der" Dezimalklassifikation zu sprechen ist deshalb irreführend, zumal es außer den verbreiteten UDK und DDC auch bibliotheksindividuelle Varianten gibt.
Allerdings stellt dieses Notationssystem auch eine enge Vorgabe für die inhaltliche Gliederung dar, denn im Rahmen dieses Systems kann jedes Gebiet (jede Klasse) in maximal zehn Untergebiete (Unterklassen) unterteilt werden. Es entstehen Hierarchieebenen allein aufgrund des Notationssystems, die keine Entsprechung in Buchinhalten oder in der Wissenschaftsgliederung haben (z.B. die Klasse 617 Surgery. Orthopaedics. Ophthalmology). Das dekadische Notationssystem ist faszinierend, entspricht aber nicht der Struktur des Universums. Gegen dieses Argument kann man freilich einwenden, dass die Welt und was darinnen ist wahrscheinlich kein durchgängiges Strukturierungsprinzip hat, so dass das Strukturierungsprinzip einer Klassifikation in jedem Fall willkürlich ist.
Ende der 1990er-Jahre beginnen in Deutschland Überlegungen zur Anwendung der DDC in Verbundkatalogen und in der Deutschen Nationalbibliografie. Im März 2000 hat die Arbeitsgruppe Klassifikatorische Erschließung der Konferenz für Regelwerksfragen eine Machbarkeitsstudievorgelegt, in der die Voraussetzungen und Möglichkeiten einer Anwendung der DDC in Deutschland, Österreich und der Schweiz erörtert und ihre Anwendung im deutschen Sprachraum empfohlen werden. Ihre Arbeit wird seit Anfang 2001 von der Expertengruppe DDC Deutsch weitergeführt. Seit 2000 besteht das Konsortium DDC Deutschals bibliothekspolitische Plattform für die Einführung und Anwendung der DDC in den deutschsprachigen Ländern. Die DFG fördert die Übertragung der DDC ins Deutsche und die Entwicklung einer deutschsprachigen Webversion; sie soll ab Oktober 2005 zugänglich sein. Die Anwendung der DDC auf Basis der Webversion mit Register u.a. Hilfen (WebDewey) ist an Lizenzgebühren gebunden. Die Deutsche Bibliothek hat eine Service-Seite eingerichtet.
Seit 2004 sind die Reihen der Deutschen Nationalbibliografie gemäß den obersten beiden Hierarchieebenen der DDC gegliedert, in einigen Bereichen (z.B. Reihen M und T) umfassen die Notationen bis zu sechs Stellen.
Im Rahmen des Bezugs von Fremddaten aus USA und Großbritannien sind bereits seit geraumer Zeit in den deutschen Verbünden Titeldaten mit DDC-Notationen vorhanden, allerdings i.d.R. nicht nach den Notationen recherchierbar.
Dewey Decimal Classification and
Relative Index (2003). Ed. 22. Dublin, Ohio: OCLC.
Dewey-Dezimalklassifikation und Register (2005). Ed. 22.
München: Saur.
Dies ist die aktuelle Ausgabe der DDC; sie umfasst über 30.000
Klassen. Daneben gibt es gekürzte Ausgaben, Ausgaben in
über 60 anderen Sprachen und CD-ROM-Ausgaben.
Das Thema Transport allgemein kann nicht nach 380 klassifiziert werden, weil diese Klasse zu allgemein ist. Von der Abfolge der Klassen her müsste es zwischen 384 und 385 seinen Platz haben, aber dort steht keine Notation auf der richtigen Hierarchie-Ebene zur Verfügung. Deshalb ist das Thema Transport allgemein der Klasse 388 zugeschlagen.
153.9 Intelligenz, Begabungen Eignungen
155 Differentielle Psycologie und Entwicklungspsychologie
Einschließlich: die Rolle des Spielens in der Entwicklung
697.02 Einzelheizung
697.04 Heizen mittels einzelner Wärmequellen
Hier auch: Brennstoffe
Klassenerläuterungen kommen in der DDC oft vor und tragen maßgeblich zur eindeutigen Zuordnung von komplexen Themen bei. Ein weiteres Mittel zur Erzeugung eindeutiger Notationsvergaben sind die Hinweise zur Vorzugsreihenfolge "preference tables", d.h. es wird angegeben, anhand von welcher Präferenzfolge Notationen zu vergeben sind, wenn sich eine Publikation in mehrere Unterklassen gleichermaßen einordnen ließe. Diese Präferenzfolge ist nicht notwendig durch die Abfolge der Unterklassen gegeben. Beispiel (hierin sind die weiteren Untergliederungen weggelassen, nur bei 305.2 und 305.5 ist die Anzahl der Unterklassen genannt):
305 Soziale Gruppen
...
In der Folge dieser Präferenzvorschrift wird ein Buch über "Farbige katholische männliche Jugendliche der Mittelschicht" nach 305.2 klassifiziert, nicht nach den ebenfalls in Frage kommenden Klassen 305.3 oder 305.5 oder 305.6 oder 305.8.
Die Beispiele zeigen auch, dass sich die DDC trotz der von Revision zu Revision fortschreitenden Internationalisierung noch nicht vom US-amerikanisch und christlich geprägten Blickwinkel gelöst hat, dass die Gewichtung der Gebiete nicht durchgängig zeitgemäß ist (z.B. 653 Stenografie auf derselben Hierachie-Ebene wie 616 Krankheiten).
305.235 Zwölf- bis zwanzigjährige Jugendliche
Synonyme Bezeichnungen: Heranwachsende, Teenager, junge Erwachsene
624.1 Ingenieurhochbau und Ingenieurtiefbau
.17 Baustatik und Bauplanung
Allerdings stellt dieses Notationssystem auch eine enge Vorgabe für die inhaltliche Gliederung dar, denn im Rahmen dieses Systems kann jedes Gebiet (jede Klasse) in maximal zehn Untergebiete (Unterklassen) unterteilt werden. In der Folge sind die Notationen im Großen und Ganzen, aber nicht ganz durchgängig hierarchieabbildend. Es entstehen mitunter Pseudo-Hierarchieebenen allein aufgrund des Notationssystems, die keine Entsprechung in Buchinhalten oder in der Wissenschaftsgliederung haben und willkürliche Zusammenfassungen sind (z.B. die Klasse 646 Nähen, Kleidung, Management des eigenen Lebens und des Familienlebens). Wiederholt ist kein Platz für im hierarchischen Gefüge erforderliche Oberklassen; dann ist ein zentrierter Eintrag ("centred entry") eingesetzt, der mehrere Notationen umfasst, aber keine Klasse bildet. Beispiele:
624.1 Ingenieurhochbau und Ingenieurtiefbau
.15 Grundbau
| Bereich | 400er Zahlen: Sprache | 800er Zahlen: Literatur | 900er Zahlen: Geschichte |
|---|---|---|---|
| Englisch | 420 | 820 | 941–942 |
| Amerikanisch | 427.973–427.979 | 810 | 973–979 |
| Deutsch | 430–438 | 830–838 | 943 (außer 943.7–943.9), 949.4 |
| Skandinavisch | 439.5–439.8 | 839.5–839.8 | 948 |
| Französisch | 440–448 | 840–848 | 944, 949.3, 949.4 |
| Italienisch | 450–458 | 850–858 | 945 |
| Spanisch | 460–468 | 860–868 | 946 (außer 946.9 ) |
| Griechisch | 480 | 880 | 949.5 |
| Osteuropäisch | 491.7–491.8 | 891.7–891.8 | 947 |
| Notation | Beschreibung |
|---|---|
| 659.2 | Öffentlichkeitsarbeit |
659.29 |
|
659.290 01–.299 99 |
...
|
378 |
Hochschulausbildung
=> Öffentlichkeitsarbeit in Universitäten 659.29378 |
| Notation | Beschreibung |
|---|---|
| 659.2 | Öffentlichkeitsarbeit |
659.28 |
|
659.281–.289 |
Unterklassen für Unternehmen nach Rechtsform
|
658.048 |
=> Öffentlichkeitsarbeit in gemeinnützigen Organisationen = 659.288 |
| Benennung | Beschreibung | |
|---|---|---|
T1 |
Standardschlüssel ("Standard Subdivisions") Standardschlüssel aus der Hilfstafel 1 können an jede Notation in den Haupttafeln angehängt werden, außer es gibt eine ausdrückliche gegenteilige Anweisung. [Eine chaotische Abfolge von Begriffen zur Kennzeichnung von Aspekten wie z.B. Publikations- und Darstellungsformen, Behandlung von Methoden oder historischen Fragen. Bei Anwendung auf der 1. Ebene der Hauptklassen werden zwei Nullen der Notationen gestrichen, bei Anwendung auf der 2. Ebene wird eine Null gestrichen.] |
|
| T2 | Geografische Gebiete,
Zeitabschnitte, Personen Schlüssel der Haupttafel 2 finden hauptsächlich Anwendung zusammen mit der Notation 09 der Hilfstafel 1. Sie können aber auch an andere Standardschlüssel angehängt werden. Dadurch können die Schlüssel der Hilfstafel 2 an jede Notation aus den Haupttafeln angehängt werden, außer es gibt gegenteilige Anweisungen. |
|
| T3 | Schlüssel für
Künste, für einzelne Literaturen, für
einzelne literarische Gattungen Diese Schlüssel werden in der Hauptklasse 800 nach Anweisung verwendet, in der Regel nach Notationen für einzelne Sprachen in 810–890. |
|
| T3A | Schlüssel für Werke von oder über Einzelautoren | |
| T3B | Schlüssel für Werke von mehr als einem oder über mehr als einen Autor | |
| T3C | Notationen zum Anhängen aufgrund von
Anweisungen in Hilfstafel 3B, 700.4, 791.4, 808–809 |
|
| T4 | Schlüssel für
einzelne Sprachen und Sprachfamilien Diese Schlüssel werden in der Hauptklasse 400 nach Anweisung verwendet, und zwar nach Notationen für ausdrücklich bezeichnete einzelne Sprachen oder Sprachfamilien im Bereich 420–490. |
|
| T5 | Ethnische und nationale Gruppen Eine Notation aus Hilfstafel 5 wird durch Gebrauch von Standdardschlüssel 089 aus Hilfstafel 1 angehängt. Sie kann auch direkt an Haupttafelnotationen angehängt werden, aber nur, wenn ausdrücklich angewiesen. |
|
| T6 | Sprachen Hauptzweck des Gebrauchs von Notationen aus Hilfstafel 6 ist es, die Grundlage für die Notationssynthese für eine einzelne Sprache in 490 und für eine einzelne Literatur in 890 zu liefern. |
|
| Auszug aus den Haupttafeln | Auszug aus den Standardschlüsseln (Haupttafel T1) | ||
|---|---|---|---|
| 150 | Psychologie | –02 | Verschiedenes |
| ... | –028 5 | DatenverarbeitungComputereinsatz | |
| 230 | Christentum, Christliche Theologie | ... | |
| ... | ... | –03 | Wörterbücher, Enzyklopädien, Konkordanzen |
| 624 | Ingenieurbau | ... | ... |
| ... | ... | –05 | Fortlaufende Sammelwerke |
| 796.912 | Eiskunstlauf | ... | ... |
| ... | ... | –07 | Ausbildung, Forschung, verwandte Themen |
| 808 | Rhetorik und Sammlungen von literarischen Texten aus mehr als zwei Literaturen | ... | ... |
| ... | ... | –071 | Ausbildung |
| ... | |||
| –09 | Historische, geografische, personenbezogene Behandlung | ||
| ... | |||
| –092 | Personen | ||
| ... | ... | ||
Aus den Notationen der Haupttafeln werden unter Hinzufügung der Nummern der Hilfstafeln ("Auxiliary Tables") (und ggf. Streichung von Nullen) die Notationen entsprechend komplexer Publikationen gebildet; dabei erscheint der Punkt stets nach der dritten Ziffer der präkoordinierten Notation:
| Inhalt | Notation |
|---|---|
| Zeitschriftzur Psychologie | 150.5 |
| Wörterbuchzum Christentum | 230.003 |
| Computereinsatzim Ingenieurbau | 624.028 5 |
| Biografieeines Eiskunstläufers | 796.912 092 |
| Unterrichtenvon Rhetorik | 808.007 1 |
Rätsel 398.6
Freizeit und Erholung 793.735
Volksliteratur 398.6
Witze
Literatur 808.882
Einzelne Literaturen T3B—802
Einzelautoren T3A—8
siehe Praxishilfe bei
T3A—8 + 02,
T3B—802Zur Verdeutlichung des hierarchischen Zusammenhangs sind häufig notationslose Zwischenüberschriften eingefügt; dennoch ist die Unter- und Überordnung der Klassen und Abschnitte nicht immer ohne weiteres erkennbar.
Eine kleine Anzahl Klassen ist durch Verweisungen von nicht dorthin gehörenden Themen auf die zuständigen Klassen eingegrenzt.
1. Person
2. ethnografischer oder geografischer Begriff
3. Sachbegriff
4. Epoche.
Systemstellen für Publikationsarten (z.B.
Bibliographie, Lexikon, Wörterbuch) sind selten und fast nur
bei den allgemeinsten Klassen vorgesehen. Mit anderen Worten,.
thematisch hoch spezialisierte Wörterbücher stehen
mit Sachbüchern desselben Themas nebeneinander in derselben
Klasse.
Musikalien (worunter hier grafische Musikaufzeichnungen, d.h. Musikdrucke = Noten, und akustische Musikaufzeichnungen, d.h. Musiktonträger bzw. Dateien, verstanden werden) können anhand folgender Facetten klassifiziert werden:
Das Problem besteht hier darin, dass in der aktuellen Popularmusik Stilrichtungen rasch wechseln, dass Benutzerfragestellungen zum Teil durch die Praxis des Schallplattenhandelns geprägt sind, der Tonträger oft mit einer Begrifflichkeit, die eine Mischung aus Gattung, Form und Stilrichtung abbilden soll, aber unterschiedlich tief differenziert, Musikrichtungen zuordnet, z.B. Klassik, Pop, Jazz, Heavy Metal, Sinfonische Musik.
Bei Noten sind hier u.a. zu unterscheiden: Partituren, wissenschaftliche Editionen (Noten in Form von gebundenen Büchern, mit Kommentar, nicht zum Auflegen auf dem Notenständer geeignet), Klavierauszüge.
Bei akustischen Musikaufzeichnungen zusätzlich:
Die Anwendung dieser Kriterien auf Tonträger führt zu mehr oder minder tief differenzierten Klassifikationen. Höchst selten werden die genannten Beschreibungskriterien extensiv angewendet; für die meisten Zwecke genügt eine Klassifikation, die einen Teil dieser Kriterien uneinheitlich kombiniert. Im Vordergrund stehen die Kriterien Besetzung und Stilrichtung.
Regensburger Verbundklassifikation RVK
Systematik des Musikschrifttums und der Musikalien SMM
Tonträger-Systematik Musik TSM
| Titel | Klasse nach TSM | |
|---|---|---|
| Hornkonzerte Nos. 1-4, KV 495, KV 417, KV 447, KV 412 | TG 1310 | Werke für Horn und Orchester |
| Così fan tutte | TD 50 | Schauspielmusik – Einzelne Komponisten |
| Eine kleine Nachtmusik KV 525 | TH 22 | Sinfonie |
| Klarinettenquintett KV 581 | TF 332 | Quintette – Streich- u. Blasinstrumente |
| Krönungsmesse KV 317 | TB 30 | Geistliche Chorwerke |
Klassifikationen für Kinder- und Jugendbibliotheken verwenden meistens folgende Gliederungskriterien:
Insgesamt ähneln Klassifikationen für Kinder- und Jugendbibliotheken mehr den Reader-Interest-Klassifikationen als differenzierten Universalklassifikationen.
An Klassifikationen für Kinder- und Jugendbibliotheken wird mitunter die Kritik geübt, sie seien nicht ausreichend auf die Fragestellungen von Eltern und Erziehern ausgerichtet, unterschieden beispielsweise nicht zwischen erzählenden und Sach-Bilderbüchern, leisteten für die Bilderbücher oder die erzählende Kinderliteratur keine thematische Erschließung.
Wenig verbreitet ist der Gedanke und noch weniger verbreitet die Praxis, für die Kinder- und Jugendbestände zwei Klassifikationen zugleich zu verwenden: eine einfache Klassifikation für die Freihandaufstellung mit der Zielgruppe Kinder und Jugendliche, eine zweite Klassifikation, die nur im OPAC angewendet wird, mit differenzierten Untergliederungen gemäß den Fragestellungen der Eltern und Erzieher. Die Alternative ist eine einfache Freihand-Klassifikation und eine differenzierte verbale Sacherschließung, die auch (wie die RSWK) Formschlagwörter verwendet, z.B. Sachbilderbuch.
Systematik für Kinder- und Jugendbibliotheken SKJ
Klassifikation für Allgemeinbibliotheken KAB/K
Umfassende Link- und Literatursammlung: Stumpf, Gerhard: Internet-Informationen zur Sacherschließung - Klassifikatorische Sacherschließung = http://www2.bibliothek.uni-augsburg.de/allg/swk/sacher5.html
1. Bertram (2005), Jutta: Einführung in die inhaltliche Erschließung. Würzburg: Ergon.
"Ein wesentliches Anliegen dieses Buches ist es, Licht in das terminologische Dunkel zu bringen, das sich dem interessierten Leser bei intensivem Literaturstudium darbietet. Denn der faktische Sprachgebrauch weicht häufig vom genormten ab, die Bibliothekare verwenden andere Ausdrücke als die Dokumentare und Informationswissenschaftler." Vorzügliches, umfassendes Lehrbuch, didaktisch exzellent.
2. Nohr (1996), Holger: Systematische Erschließung in deutschen Öffentlichen Bibliotheken. Wiesbaden: Harrassowitz (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen. 37).
Lesen Sie die Abschnitte
V.a) 1. Klassifikationen als Ordnungssysteme des Wissens
V.a) 2. Klassifikationen als Verständigungssysteme
V.a) 3. Begriffliche Grundlagen von Klassifikationen
= die Seiten 75-82.
Nohrs Buch beschäftigt sich mit verbreiteten Klassifikationen
in deutschen Öffentlichen Bibliotheken. Die genannten Kapitel
sind jedoch allgemeingültig; lediglich die Beispiele beziehen
sich auf ÖB-Klassifikationen. Dadurch wird die
Verständlichkeit wahrscheinlich erhöht. Nohr
erklärt, worum es bei Klassifikationen geht und hebt dabei
besonders den Gedanken hervor, dass Klassifikationen ein
Verständigungssystem (soll hier heißen:
Kommunikationssystem) zwischen Bibliothekaren und Benutzern darstellen.
Man könnte sagen: Bibliothekare haben die Aufgabe,
dafür zu sorgen, dass Bücher und Köpfe
aufeinandertreffen, machen aber das hohle Geräusch, das bei
diesem Zusammentreffen mitunter entsteht, zu selten zu ihrem Problem.
Dieser Gedanke wird in anderen Publikationen (so bei Manecke und
Lorenz, s.u.) vernachlässigt oder nur indirekt angesprochen.
3. Buchanan (1989), Brian: Bibliothekarische Klassifikationstheorie. München: Saur.
Buchanans Buch - zuerst englisch 1979 - gilt nach wie vor
als Klassiker. Es erklärt anhand anschaulicher
Beispiele die Grundbegriffe der Methodologie der
Klassifikation, die in die hier angegebene
Literatur eingegangen sind. Buchanan trennt
sorgfältig zwischen der Gliederung der Klassen
einerseits und der Abbildung dieser Gliederung im Notationssystem. Er
behandelt schwerpunktmäßig
präkoordinierende Klassifikationen. Der Nachteil des
Buches ist, dass es nicht besonders methodisch aufgebaut ist; der
Autor erklärt grundlegende Begriffe oft en passant in
anderen Zusammenhängen. Das Buch ist über
ein Register gut erschlossen.
4. Lorenz (2003), Bernd: Systematische Aufstellung in Vergangenheit und Gegenwart. Wiesbaden: Harrassowitz (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen. 45)
Die umfangreiche Monografie trägt
vielfältiges Material zusammen, besonders aus der Geschichte,
geht ausführlich auf die Regensburger Verbundklassifikation
ein, an der der Autor maßgeblich mitgearbeitet hat, ist
insgesamt gedankenreich, aber nicht immer klar in der
Gedankenführung und in der Terminologie.
Nohr (1996), Holger: Systematische Erschließung in deutschen Öffentlichen Bibliotheken. Wiesbaden: Harrassowitz (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen. 37).
Lesen Sie Kapitel VII bis Ende Abschnitt b)
= Seiten 99-116.
Nohr legt Anforderungen dar, die an Klassifikationen - insbesondere an
ihr Notationssystem - nach seiner Auffassung aus der Sicht von Opacs zu
stellen sind. Auch in diesem Kapitel sind die Aussagen
allgemeingültig, nur die Beispiele sind
ÖB-spezifisch. Beachten Sie, dass Nohr eine bestimmte "Schule"
vertritt: Er bevorzugt standortunabhängige klassifikatorische
Sacherschließung gegenüber anderen Formen der
Erschließung - eine Auffassung, die nicht der herrschenden
Praxis entspricht. Die herrschende Praxis neigt insgesamt zu einer
Kombination von Aufstellungssystematik mit verbaler
Sacherschließung im OPAC. Dies ist auch die Leitidee bei
Lorenz (1998). Die Erfahrung ist abweichend von Nohrs Aussagen, dass im
OPAC klassifikatorische Erschließung selbst dort, wo sie
angeboten wird, kaum genutzt wird.
Umlauf (1989a), Konrad: Bestandserschließung und Bestandspräsentation in der Öffentlichen Bibliothek. In: Bibliothek Forschung und Praxis 13, S. 269-275.
Umlauf behandelt zwei Verfahren zur Erschließung durch Aufstellung, die in Öffentlichen Bibliotheken Einzug gehalten haben: die Interessenkreiserschließung und die realer interest classification. In Interessenkreisen (mit Bezeichnungen ohne Notation in Klartext wie z.B. Für Eltern, Spannung, Gewalt, Ratgeber) werden Gruppen von Medien präsentiert, die unter dem Gesichtspunkt Thema, Zielgruppe, Niveau, Lesemotivation, Genre u.a. ausgewählt wurden. Die Interessenkreiserschließung wird bei überschaubaren Teilbeständen angewendet, sie wird auch zusätzlich zur Klassifikation angewendet. Reader interest classifications (RIC) für populäre kleine Bestände haben meistens unter 100 Klassen (Systemstellen) und sehr einfache, möglichst mnemotechnische Notationen; Kriterium der Klassenbildung sind nicht eine Wissenschaftsgliederung, sondern Leseinteressen und Fragestellungen aus dem Alltagsleben der Benutzer ungefähr wie in manchen Taschenbuchkatalogen. Zwei aktuelle Praxisberichte zur Anwendung beider Verfahren, teilweise in Verbindung mit Themeninszenierungen:
Klassifizieren Sie die nach nachstehenden Titel!
Dazu müssen Sie benutzen:
Suchen Sie dazu aus der jeweiligen Klassifikation (ggf. vermittels des Registers dieser Klassifikation) die relevanten Notationen (keine Signaturbildung, aber Anwendung der Schlüssel der RVK und der Anhängezahlen der DK, soweit es Ihnen sinnvoll erscheint). Wenn mehrere Notationen relevant sind, notieren Sie alle diese, legen Sie aber diejenige fest, die den Standort bei systematischer Freihandaufstellung hergeben soll.
Sie können Ihre Ergebnisse teilweise selbst überprüfen, wenn Sie die formalbibliographischen Daten in die Suchmaske eines Opacs eingeben, in dem Sie die zu klassifizierenden Titel möglicherweise finden, beispielsweise:
[Zu den Lösungen für diese Übungen]
[Zurück
zur Übersicht]
[Zurück zu Kapitel
4.1 Pflichtliteratur]
[Zurück zu Kapitel
5.1 Pflichtfragen]
[Zurück zu Kapitel 6
Fragestellungen]
Quelle der Annotationen (teilweise verändert): Informationsdienst der ekz.bibliotheksservice GmbH
| zu klassifizieren |
|---|
| 1 Access
2 im Detail / Zoller. - München : Hanser, 1995. - 1 CD-ROM ;
12 cm + Beih.
in Box ; 24 cm. - (Hanser digital book)
Voraussetzungen: PC, Betriebssystem Windows 3.x,
Peripherie CD-ROM-Laufwerk Kurzannotation: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
2 Beim Kinderarzt / [Text: Rosemarie
Künzler-Behncke. Ill.: Georgia]. - 1.
[Aufl.]. - Ravensburg : Ravensburger Buchverl., 1997. - [6]
Bl. : überw. Ill. (farb.) In neuer Rechtschreibung. - Dicke
Pappe Kurzannotation: RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
3 Carlzon, Jan:
Alles für den Kunden : Jan Carlzon revolutioniert e.
Unternehmen. - Frankfurt/Main : Campus-Verl., 1988. - 164 S. EST: Riv
pyramiderna. - Aus d. Schwed. übers. Besprechung: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
4 Dietze, Klaus: Alkohol und Arbeit Erkennen ; Vorbeugen ; Behandeln / Klaus Dietze. -
Zürich : Orell Füssli, 1992. - 271 S. : graph. Darst. ; 23 cm. - (Management heute) Besprechung: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
5 Englisch zum Zuhören : 30 Dialoge aus dem
Alltag. - 1. Aufl. - Ismaning : Hueber, 1993. - 2
MC + Begleith. (19 S.) in Tiefziehset ; 22 cm. - (Sprachen der
Welt) Kurzannotation: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
6 Europäische Kunst
seit 1850 [achtzehnhundertfünfzig] / [Metropolitain Museum of
Art. Einl. Gary Tinterow]. - Braunschweig
: Westermann, 1987. - 158 S. : Überw. Ill. (farb.)
EST: Modern Europe. - Aus d. Engl. übers. Kurzannotation: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
7 Fretwell, Barry: Clematis. - Münster :
Stedtfeld, 1990. - 168 S. : zahlr. Ill. ; 28 cm. - (Compo-Edition : Klass. Gartenpflanzen) EST: Clematis. - Aus
d. Engl. übers. Kurzannotation: Ratgeber zu Auswahl, Pflanzung,
Vermehrung und Pflege;
mit Kurzbeschreibungen von ca. 200 Arten und Sorten. Reich
illustriert. RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
8 Glanegger, Peter: Gewerbesteuergesetz / erl. von Peter
Glanegger ; Georg Güroff.
- München : Beck, 1988. - XVI, 676 S. ; 19 cm Besprechung: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
9 Ilzhöfer, Volker: Patent-, Marken- und
Urheberrecht : Leitfaden für Ausbildung
und Praxis / von Volker Ilzhöfer. - München : Vahlen, 1995. - XIV, 249 S. : graph. Darst. ; 23 cm Kurzannotation: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
10 Märchen der Azteken,
Maya und Tolteken : nebst einem Glossar der mexikanischen
Götter,
Städte und Symbole / hrsg. und mit einem Nachw. von
Frederik Hetmann. - Orig.-Ausg. - Frankfurt am Main :
Fischer-Taschenbuch-Verl., 1996. - 186 S. ; 20 cm. - (Fischer , 13361 : Märchen der Welt) Kurzannotation: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
11 Neis, Edgar: Erläuterungen zu William
Shakespeare, Romeo und Julia. - 6.,
erw. u. neubearb. Aufl. - Hollfeld : Bange, 1988. - 109 S. ; 16 cm. -
(Königs Erläuterungen und Materialien ;
55/55a) Kurzannotation: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
12 Neuordnung der
Abfallwirtschaft / Günter Burgbacher ... - Ehningen bei
Böblingen :
expert-Verl., 1991. - 247 S. : Ill., graph. Darst. ; 21 cm. -
(Innovative Abfallwirtschaft ; 1) Besprechung: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
13 Nin, Anaïs: Briefe der Leidenschaft : 1932 -
1953 ; d. Zeugnis e. einzigartigen
literar. u. erot. Beziehung / Anaïs Nin ; Henry
Miller. - 1. Aufl. - München [u.a.] : Scherz, 1989. -
432 S. ; 23 cm EST: A literate passion. - Aus d. Engl. übers. Besprechung: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
14 Pesch, Otto H.: Thomas von Aquin : Grenze u.
Grösse mittelalterl. Theologie ;
e. Einf. / Otto Hermann Pesch. - Mainz :
Matthias-Grünewald-Verl., 1988. - 452 S. Besprechung: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
15 Renner, Franz: Spinnen : ungeheuer, sympath. -
Kaiserslautern : Nitzsche, 1990. - 96
S. : zahlr. Ill. ; 21 cm. - (Reihe Natur ; 1) Kurzannotation: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
16 Schewe, Carola: Alleinerziehend - na und? : Rat und
Hilfe für Alltag,
Erziehung und seelische Krisen / Carola Schewe. - 1. Aufl. -
München : Gräfe und Unzer, 1995. - 96 S. :
Ill. ; 22 cm. - (Ratgeber Leben : Familie) Kurzannotation: RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
17 Biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder :
Vorträge der VDE-Fachtagung am 9. und 10. November 1993 in Bad
Nauheim / wiss. Tagungsleitung: Norbert Krause ... Veranst.: Verb.
Deutscher Elektrotechniker (VDE) e.V. ... - Berlin [u.a.] : vde-Verl.,
1993. - 180 S. : graph. Darst. ; 30 cm. - (VDE-Fachbericht ; 45) Eine Sammlung von Aufsätzen verschiedener Fachleute aus einigen Fachinstituten, Universitäten usw. aufgrund einer Tagung 1993 in Nauheim/Wetterau. Es sind durchweg sachliche Beiträge mit vielen Daten, Diagrammen usw., ähnlich wie in H.-J. Haubrichs Sammelband (ID 41/90) oder in "Schutz vor elektromagnetischer Strahlung beim Mobilfunk" (ID 31/93). Auch zum weitgefaßten Thema "mögliche Gefahren, Schäden durch Elektrizität": die nicht ganz so wissenschaftlichen Beiträge von W.-D. Rose (BA 9/87 sowie 9/90) und P. Brodeur (BA 3/91) oder "Elektrosmog" (BA 6/94). Trotz des hohen Preises möglichst neben den beiden Erstgenannten. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
18 Gutenberg digital : Göttinger
Gutenberg-Bibel, Musterbuch und Helmaspergersches Notariatsinstrument / Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek
Göttingen. - München [u.a.] : Saur, 2000. - 2 CD-ROM
+ Beil. in Box Anlässlich des 600. Geburtsjahres von Gutenberg findet in Göttingen eine Ausstellung statt, in der u.a. die Staats- und Universitätsbibliothek der 1. in beweglichen Lettern gedruckten Bibel von 1454 vorstellt, eines der wenigen Exemplare auf Pergament, die noch erhalten sind. Der Text von 1282 Seiten mit den Illustrationen wurde auf 2 CDs eingescannt und steht damit erstmalig einer breiten Öffentlichkeit in dieser Vollständigkeit zur Verfügung. Zusätzlich wurde das Göttinger Musterbuch für die Ausmalung der Handschriften sowie die Dokumentation eines Rechtsstreites Gutenbergs mit seinem Geldgeber eingegeben, das so genannte Helmaspergersche Notariatsinstrument. Installation und Bedienung sind einfach, Detailansichten sind möglich, gerade die Vergrößerungen der Verzierungen sind sehenswert. Zusätzlich erklärende Texte zu Gutenberg, zum Buchdruck und Übersetzungen der lateinischen Bibeltexte. Ein außergewöhnliches Unterfangen, das Beachtung und Anerkennung verdient. Zum Staunen für den Laien und zum Arbeiten für den Wissenschaftler. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
19 Schaefer, Beate: ¬Das¬ Orakel von
Cumae : eine sibyllinische Komödie / Beate Schaefer.
– Frankfurt am Main : Eichborn, 2000. - 301 S. ; 22 cm Ihr ungewöhnliches Romandebüt sieht die 1961 geborene deutsche Autorin als Hommage an 3 namhafte Autoren: R. Graves ("Ich, Claudius, Kaiser und Gott" BA 5/90), D. Adams ("Per Anhalter durch die Galaxis" BA 4/82,1) und Krimischriftstellerin D. L. Sayers. An der Ausgrabungsstätte des antiken Cumae treffen 2 skurille Computerfreaks aufeinander: der Amerikaner Theophilus Mittenzwei und der heimatlose Enea Potter (hat aber nichts mit Harry Potter zu tun!). Während Theo mit einem Stilledetektor versucht, den perfekten Ruheort zu finden, verdient Enea ein bisschen Geld mit ominösen Orakelsprüchen, die er per E-Mail von einer Cyber-Sybille erhält. Beide vereint allerdings das Wissen, dass in einer der Höhlen von Cumae eine Frau herzzerreißend weint. Theo macht sich auf die Suche nach dem mysteriösen Weinen, gerät dabei an eine faszinierende Frau, die ihn an der Seite Kaiser Augustus' auf geheimnisvolle Weise in das antike Rom mitnimmt. Der spannend und witzig erzählte Zeitreise-Roman spielt auf mehreren Handlungsebenen, lässt sich leicht lesen und wird Krimi- und Cyberfans sowie Freunde historischer Romane ansprechen. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
20 Albert, Thomas: Minolta Dynax 300si : [mit
ausführlichem Grundkurs Fotografie] / Thomas Albert. - Gilching : vfv, 1995. - 144 S. : zahlr. Ill. (z.T.
farb.), graph. Darst. ; 21 cm. - (Foto-Guide) Die "300" ist eine vor allem für Anfänger gedachte Autofocus-Spiegelreflexkamera mit eingebautem Blitzgerät, die die "si" - Reihe nach unten abrundet (vgl. z.B. T. Maschke: "Minolta Dynax 500 si", "Minolta Dynax 700 si" beide ID 46/94). Der Zielgruppe gemäß ist der Preis von etwa 500,-- für das Gehäuse ohne Objektiv recht moderat. Neben einer Beschreibung von Kamera, Zubehör u.a. findet sich noch eine ca. 60 Seiten umfassende Einführung in die Fotografie. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
21 Altern: äussere Realität, innere
Wirklichkeiten : psychoanalytische Beiträge zum Prozess des
Alterns / Martin Teising (Hrsg.). - Opladen [u.a.] : Westdt. Verl.,
1998. - 294 S. Sozialforscher, Therapeuten, Analytiker und Ärzte untersuchen aus psychoanalytischem Blickwinkel, wie sich die psychische Welt des alternden Menschen wandelt und unter welchen Umständen die innere Welt unverändert bestehen bleibt. Ein thematisch breit angelegter und anspruchsvoller Kongressbericht (Kassel 1996) . - Vorwiegend für Fachleute. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
22 Ackermann, Norbert: Lichttechnik : Systeme der
Bühnen- und Studiobeleuchtung
rationell planen und projektieren / Norbert Ackermann. -
München [u.a.] : Oldenbourg, 2001. - 231 S. : zahlr.
Ill. (z.T. farb.), graph. Darst. ; 25 cm Der Band bietet Grundlagen, praktische Antworten auf zahlreiche Fragen, viele Tipps und Tricks. Der hilfreiche Anhang enthält ein Lexikon der wichtigsten Fachbegriffe, das obligatorische Prüfbuch als Muster u.a., aber auch einiges an Werbung. Das Buch dient Studenten als Einführung, Planern in der Praxis bei Theatern und Fernsehstudios als Informations- und Nachschlagewerk, es kann auch schon von allgemein Interessierten genutzt werden. Dennoch erst nach dem preisgünstigeren M. Ebner, der sogar noch eine CD-ROM enthält und sich eher an Amateurmusiker wendet. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
23 Barockes Silber / [Gestaltung und Reprod.: Michael
Imhof]. - 1. Aufl. - Petersberg : Imhof, 1998. - 160 S. : zahlr. Ill.
(überw. farb.). - (Kataloge des Dom-Museums Hildesheim ; 1) Der Katalog wurde vom Dom-Museum in Hildesheim herausgegeben und bringt liturgische Silberarbeiten der Zeit 1600 bis ca. 1780. Er soll damit an die Hochblüte des Hildesheimer Stiftes und der Hildesheimer Gold- und Silberschmiede erinnern, die für Dom und Kirchen liturgische Geräte geschaffen haben. Einige Geräte sind heute zerstört, anderes ist noch vorhanden und wurde durch Leihgaben ergänzt. Das Katalogbuch bringt Beiträge über das Hochstift und den Hildesheimer Domschatz, der zu den bedeutendsten gehörte. Der Katalogteil verzeichnet knapp 90, z.T. hervorragende Silberarbeiten wie Silberantependien, Reliefs, Meßkelche, Monstranzen u.a. von Hildesheimern, Augsburger u.a. Silberschmieden. Die Exponate sind alle farbig abgebildet und ausführlich beschrieben. Abgeschlossen wird das Werk mit Kurzbiographien der genannten Gold- und Silberschmiede und einem Literaturverzeichnis. Katalog mit schönen Beispielen christlicher Kunst, dürfte aber nur von regionalem Interesse sein. (3) RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
24 Swaan, Wim: ¬Die¬ grossen Kathedralen :
Albi, Amiens, Bourges,
Burgos, Canterbury, Chartres, Coutances, Ely, Florenz, Freiburg,
Gloucester, Köln, Laon, Leon, Lincoln, Mailand, Orvieto, Palma
de Mallorca, Pamplona, Paris, Peterborough, Reims, Regensburg, Rouen,
Salisbury, Sevilla, Siena, Strassburg, Toledo, Ulm, Wells, Wien, York /
Win Swaan. - Sonderausg., unveränd. Nachdr. - Köln :
DuMont, 1996. - 328 S. : überw. Ill. (z.T. farb.), graph.
Darst. ; 32 cm Großformatiger Bildband zu den bedeutendsten gotischen Kathedralen in Frankreich, England, Deutschland, Spanien und Italien. Dieser Titel wurde 1969 schon einmal veröffentlicht (BA 273, 288), er kostete für damalige Zeiten schwer erschwingliche 98 Mark. Dieser unveränderte Nachdruck kann also, da nach 27 Jahren zum halben Preis zu haben, schon als Schnäppchen bezeichnet werden. Um so mehr, als es sich immer noch um ein sehens- und lesenswertes Buch handelt mit herausragendem Bilaterial und einem Text, der anschaulich und fundiert über die Bedeutung der gotischen Kathedralen für die mittelalterliche Gesellschaft und den Glauben, die Erbauer der Kathedralen und die Merkmale des gotischen Baustils informiert. Zahlreiche Ganz- und Detailaufnahmen der 33 beschriebenen Kathedralen. Die Bibliographie ist natürlich nicht mehr aktuell, der Text in einigen Punkten auch nicht. Aktueller und umfassender, aber viel teurer: Die Gotik-Bände des "Universum der Kunst" (zuletzt: "Das Jahrhundert der großen Kathedralen", ID 30/90). RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
25 Sengespeick-Roos, Christa:¬Das¬ ganz
Normale tun : Widerstandsräume in
der DDR-Kirche / Christa Sengespeick-Roos. - 1. Aufl. - Berlin : Ed.
Hentrich, 1997. - 211 S. : Ill. Besprechung: Die Autorin war in den letzten 7 Jahren der DDR Pfarrerin in der Ostberliner Auferstehungsgemeinde im Bezirk Friedrichshain, Anlaufstation und Sammelbecken für Menschen, die mit dem Staat in Konflikt geraten waren, Zwischenstation für Ausreisewillige, Freiraum für offenen Meinungsaustausch. Aktionen wie "Frauen für den Frieden", politische Nachtgebete sorgten für Spannungen auch mit der Kirchenleitung. Sie versucht, anhand von Tonbandnachschriften, Gedächtnisprotokollen, Stasi-Akten, Gesprächen mit damaligen IMs und einem Dialog mit der Frankfurter Literaturwissenschaftlerin Christa Bürger der Frage nachzugehen und sich bewußt zu werden: was war damals wirklich. – Ein Beitrag zum Verständnis der jüngsten deutschen Geschichte nicht nur für die, die dabei gewesen sind oder betroffen waren. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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26 Abfallwirtschaft und Umwelt / von Peter Dreher ...
- Bonn : Economica-Verl., 1998. - X, 186 S. : graph. Darst. -
(Umweltschutz - Grundlagen und Praxis ; 13) Ein weiterer Band des auf 17 Bände konzipierten Handbuches "Umweltschutz - Grundlagen und Praxis" (zuletzt "Schutz der Meere ...", ID 25/97), bislang wurden hier 13 Bände vorgestellt. In diesem Band geht es insbesondere um die Analyse und Bewertung von Stoffströmen, um Ansätze zur Stoffflußsteuerung allgemein sowie um Instrumente zur Steuerung gewünschter Stoffflüsse. Die Wiederverwertung von Stoffen, der Stoffkreislauf letztendlich ist das zentrale Thema. Davon kann man nach Ansicht der Autoren in Deutschland noch nicht sprechen; ihrer Auffassung nach ist Deutschland zur "Stoffsenke" geworden, in der sich alle möglichen Stoffe sammeln. Die Autoren stellen aber nicht nur die Entwicklung und den gegenwärtigen Stand der Abfallwirtschaft und Abfallpolitik in Deutschland dar, sondern zeigen auch Lösungsansätze auf; auch globale Aspekte werden einbezogen. Angesprochen sind Fachleute der Politik, Wirtschaft sowie in Behörden und in der Forschung. Bibliotheken, die sich das vorgestellte "Handbuch Abfall-Wirtschaft und Recycling" (BA 6/94) nicht leisten konnten, kann dieser Titel gute Dienste leisten. RVK: DK: DDC 21: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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27 Gott und Götter im alten Ägypten : [Sammlung Resandro, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung,
Staatliche Museen zu Berlin, 1992 ...] / [veröff.
anlässlich der gleichnamigen Sonderausstellung]. Sylvia
Schoske ; Dietrich Wildung. - 2. Aufl. - Mainz am Rhein : Zabern, 1993.
- VIII, 264 S. : überw. Ill. (überw. farb.), graph.
Darst., Kt. ; 30 cm Besprechung: Begleitband zu einer Ausstellung 1992/93 (Berlin, München, Hamburg), der vielfach noch nicht gezeigte altägyptische Götterdarstellungen in kleinformatigen Kunstwerken vorstellt. Das hat seinen erklärten Sinn darin, daß gerade diese "Kleinkunst" als bildliche Quelle einen besseren Eindruck von der Glaubenswirklichkeit der altägyptischen Bevölkerung gibt, als die ausschließlich durch die Auswertung von Textquellen gewonnenen Götterschemata. Daß diese Schemata nicht so starr zu sehen sind, zeigt die Vielfalt der hier vorgestellten Exponate. Geordnet ist das Material in 9 thematische Kapitel, denen jeweils nach kurzer Einführung die entsprechenden, ausführlich erläuterten und sehr gut abgebildeten Objekte zugeordnet sind (insgesamt gut 200 Abbildungen, in der Mehrzahl farbig). Register. Über die Ausstellung hinaus ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der altägyptischen Kultur. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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28 Hartmann, Jürgen: Westliche
Regierungssysteme : Parlamentarismus, präsidentielles und
semi-präsidentielles Regierungssystem / Jürgen
Hartmann. - Opladen : Leske + Budrich, 2000. - 221 S. : graph. Darst. ;
24 cm. - (Grundwissen Politik ; 29) Der Politikprofessor (Bundeswehr-Uni Hamburg) legt hier eine Einführung in die vergleichende Regierungslehre vor, die sich an den "Prototypen" westlicher Regierungssysteme orientiert: parlamentarisches System (Großbritannien), Präsidialsystem (USA) und semi-präsidentielles System (Frankreich). Der Untersuchung der einzelnen Systeme ist eine Einführung in Geschichte, Typologie und Terminologie der theoretischen Beschreibung von Regierungssystemen vorangestellt. Innerhalb der 3 Hauptkapitel behandelt der Autor die 3 prototypischen Regierungssysteme weitgehend analog: kurzer historischer Abriss, verfassungsrechtlicher Rahmen, Parlament, Staatsoberhaupt, Regierung und Verwaltung, Gerichtswesen, Parteien und Verbände. Leider fehlt ein Register. Das Lehrbuch geht auf einen Kurs der Feruni Hagen zurück und ist für das Selbststudium konzipiert. Daher auch für Schüler der gymnasialen Oberstufe geeignet. W. Röhrich (BA 1/00) geht über diese Typologie hinaus und beschreibt - allerdings kompakter – weitere politische Systeme. Hartmanns Einführung ist ein Lehrbuch im besten Sinne. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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29 Kurmann-Schwarz, Brigitte: Chartres - die
Kathedrale / Text von Brigitte Kurmann-Schwarz und Peter Kurmann.
Fotogr. von Claude Sauvageot. - Regensburg : Schnell + Steiner, 2001. -
311 S. : zahlr. Ill. (z.T. farb.), graph. Darst. ; 26 cm. - (Monumente
der Gotik) Ein weiterer Band der neuen Reihe "Monumente der Gotik" (vgl. auch B. van den Bossche: "Straßburg" und "Reims" in dieser Nr.). In der Art eines Rundgangs, in Text und Bild den Informationsgehalt durchschnittlicher Kunstführer weit überbietend, zeigt dieser umfangreiche Band eine Gesamtschau der Kathedrale einschließlich Architektur, Glasmalereien und Skulpturenausstattung. Allgemeinverständlich, neuere Forschungsansätze einschließend und diskutierend werden Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Baus, Ikonographie und Datierung der Glasmalereien und der Skulpturen dargestellt, begleitet von zahlreichen Illustrationen, Zeichnungen, Grund- und Aufrissen. Der Bedeutung des Baus angemessen detaillierter Band, in größeren Bibliotheken bei entsprechendem Etat neben "Die gotische Architektur in Frankreich" (ID 19/96) bzw. "Das Jahrhundert der großen Kathedralen" (ID 30/90) einsetzbar. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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30 Aktiengesetz GmbH-Gesetz. Mit Umwandlungsgesetz,
Publizitätsgesetz ... ;
Textausgabe mit ausführlichem Sachregister und einer
Einführung. Von Wolfgang Hefermehl. - Sonderausg., 31.,
überarb. Aufl., Stand: 20. März 1999. -
[München] : Dt. Taschenbuch-Verl., 1999. - XXXIX, 374 S. ; 20
cm. - (dtv ; 5010 : Beck-Texte im dtv) Textausgabe der beiden grundlegenden Gesetze zu den Kapitalgesellschaften in aktueller Neuausgabe (hier zuletzt 27. Auflage, Stand: 1. Dezember 1995, BA 7/96), mit einer Einführung in das Rechtsgebiet sowie einem brauchbaren Register im Anhang. Die Änderungen zu den Vorauflagen sind eher gering, deshalb vorwiegend zur Ersatzbeschaffung empfohlen. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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31 Dombrowski, Juri: ¬Der¬
Hüter der Altertümer : Roman / Jurij Dombrowskij. -
Hildesheim : Claassen, 1997. - 382 S. Im Frühjahr 1933 wird der Ich-Erzähler, ein Historiker aus Moskau, in ein Museum nach Alma Ata in Kasachstan abgeordnet. Er beschäftigt sich mit Ausstellungen und archäologischen Funden, befreundet sich mit dem Museumsdirektor und einem Schreiner, dem "Tischleropa", und kümmert sich nur wenig um die politischen Ereignisse. Doch zur Zeit des Stalinismus kann man sich auch in der sowjetischen Provinz und an einem vermeintlich so idyllischen Ort wie einem Museum den Auswüchsen der totalitären Ideologie nicht entziehen. Dombrowski verquickt in diesem Roman, wie schon in "Die Fakultät unnützer Dinge" (ID 50/90), auf meisterhafte Weise autobiographische und zeitgeschichtliche, fast bis zum Ende der Chruschtschow-Ära reichende Elemente zur literarischen Aufarbeitung einer tragischen Epoche der sowjetischen Geschichte. Für größere Bestände. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
|
32 Das
Affen-Buch / hrsg. von Thomas Schaefer ... -
Zürich : Haffmans, 1994. - 411 S. : Ill. ; 22 cm Eine Anthologie zum Thema Affe unter dem Motto "Bei den Affen ist es nämlich nicht anders als bei den Menschen". Gegenstand ist vornehmlich der Menschenaffe als literarische Figur, als Objekt der Naturgeschichte und Zoologie, der Philosophie, der Sprache und Sprechfähigkeit, der Erziehung durch den Menschen. Weitgespannt die Namen der Autoren, Schriftsteller, Philosophen, Naturwissenschaftler, darunter, in bunter Folge, u.a. Lessing, Goethe, Nietzsche, Tucholsky, Kästner, Schopenhauer, Musil, E. A. Poe, P. Highsmith, Kafka, Darwin, Brehm, F. Engels, Kant, W. Busch, D. E. Zimmer. Eine vergnügliche und nachdenklich stimmende, immer lohnende Lektüre. – Für möglichst viele Bibliotheken. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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33 Spieler, Reinhard: Max Beckmann : Bildwelt und
Weltbild in den Triptychen. - Köln : DuMont, 1998. - 285 S. :
Ill. (z.T. farb.) Besprechung: Beckmanns Triptychen zählen zu den bedeutendsten Bildensembles der modernen deutschen Kunst, sie befinden sich in der Hauptsache in amerikanischen Museen. Erst als 50jähriger malte Beckmann sein 1. Triptychon ("Abfahrt", 1933), das bekannteste dürften die "Argonauten" von 1949-50 sein, denen H. Belting einen eigenen Beitrag wiet. Spieler untersucht in seiner Dissertation Formales, Gestaltung, Motive und Mythologie, mit denen er die Bilder als Kulminationspunkt im Werk Beckmanns betrachtet und dessen Weltbild zuordnet. Die Triptychen sind kleinformatig in Farbe abgebildet, andere Bildbeispiele sind dem Text zugeordnet. Mit Anmerkungen, Literaturverzeichnis. Nicht leicht zugängliche Ergänzung zur anwachsenden Beckmann-Literatur. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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34 Pilgerziele der Christenheit : Jerusalem, Rom,
Santiago de Compostela / hrsg. von Paolo Caucci von Saucken. Mit Beitr.
von Fernando López Alsina ... - Stuttgart : Belser, 1999. -
384 S. : überw. Ill. (z.T. farb.), Kt. ; 31 cm Die biblischen Stätten zu Jerursalem, die Apostelgräber in Rom und Santiago de Compostela waren schon im Mittelalter bevorzugte Ziele christliche Pilgerziele. Über Bedingungen, Motive, Alltag und Bestimmung informierte N. Ohler in "Pilgerleben im Mittelalter" (BA 8/94). Das jetzige Pendant dazu ist ein großformatiger, in jeder Hinsicht gewichtiger Band mit 12 Beiträgen renommierter Fachleute aus Europa: wissenschaftlich gehandelt wird von Pilgerfahrt, Pilgern, Pilgerwegen und heiligen Orten, historische Hintergründe werden aufgehellt, allgemeinverständlich in das Pilgerwesen eingeführt. Trotz über 400 vielfach farbigen Abbildungen erlesener Auswahl, informativer Qualität und vorzüglicher Reproduktion, die die Darstellung des Themas in der Kunst anschaulich machen, ist das Buch aber kein reiner Schauband. Eine etwa 400 Titel umfassende Bibliographie gibt Hinweise zum Weiterstudium. Der aktuelle Band (Heiliges Jahr, Jakobsweg) führt inhaltlich über das als Einführung besser geeigneten Buch von Ohler hinaus. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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35 Pflumm, Walter: Biologie der Säugetiere :
mit 4 Tabellen / Walter Pflumm. In Zusammenarbeit mit Margarete
Pflumm-Eisbrenner. - 2., durchges. Aufl. - Berlin : Parey, 1996. - 565
S. : zahlr. Ill. und graph. Darst. ; 24 cm Spezielles Hochschullehrbuch der Säugetierkunde. Praktisch unverändert gegenüber der 1. Auflage (s. ID 47/89). Damaliges Urteil: "... behandelt Anatomie, Physiologie, Verhalten, Evolution, Systematik und kann bei dieser umfassenden Thematik häufig nur stichwortartig Auskunft geben ... eignet sich gut als Nachschlagewerk, vor allem für die allgemeine Säugetierkunde". RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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36 Fester, Thomas: Leben aus dem Feuer? : eine Reise
zu den Anwohnern der Vulkane unseres Planeten / Thomas Fester. - Aachen : Shaker, 2000. - 160 S. : Ill., graph. Darst., Kt. ; 21 cm. -
(Berichte aus der Biologie) Einige Bakterienarten sind in der Lage, bei Temperaturen bis zu über 100 Grad zu überleben. Diese Hochtemperaturspezialisten existieren z.B. in heißen vulkanischen Quellen, in Thermalquellen im Yellowstone National Park oder in Vulkanen der Tiefsee. Das Buch vermittelt einen Überblick über die systematische Zuordnung dieser Mikroben und beschreibt ihre speziellen Überlebensstrategien und ihre unterschiedlichen Energiequellen. Zudem erklärt der Autor die biochemische Beschaffenheit ihrer Baustrukturen, die diese Temperaturtoleranz ermöglichen, und die physiologischen Anpassungsmechanismen an diese thermischen Extremstandorte. Aufgezeigt werden Möglichkeiten der wirtschaftlich technischen Nutzung dieser Organismen. Einen breiten Raum nimmt die Diskussion um ihre Bedeutung für die Entstehung und Entwicklung des Lebens ein sowie über die Möglichkeiten einer Existenz im Weltall. Eine gut verständliche, konzentrierte Darstellung mit kurzgefassten Kapiteln, einer differenzierten Gliederung und didaktisch übersichtlichen Zusammenfassungen. Ergänzend zu M. Gross (BA 9/97) und "Extremophile" (BA 5/94). RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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37 Begon, Michael: Populationsökologie / Michael Begon, Martin Mortimer und David Thompson. - Heidelberg [u.a.] : Spektrum, Akad. Verl., 1997. - 380 S. : zahlr. graph. Darst. Die Populationsökologie, ein Teilgebiet der Theoretischen Ökologie, untersucht (biologische) Größen von Pflanzen- und Tierpopulationen, Dynamik und Wechselwirkungen innerhalb der Populationen (u.a. Konkurrenz, Räuber-Beute-Systeme, Wirt-Parasit). Dieses, im Original bereits in der 3. Auflage vorliegende, nicht ohne mathematische Kenntnisse verständliche Lehrbuch wendet sich in erste Linie an fortgeschrittene Studenten und Fachleute (vgl. M. Begon: "Ökologie", BA 4/92; von K. Bock seinerzeit sehr positiv beurteiltes umfangreiches Hochschullehrbuch). Zum Thema bisher wenig auf Deutsch erschienen. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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38 Wilkomirski, Binjamin: Bruchstücke : aus
einer Kindheit ; 1939 - 1948 / Binjamin Wilkomirski. - 1. Aufl. -
Frankfurt am Main : Jüdischer Verl., 1995. - 142 S. ; 21 cm Besprechung: Die Bilder von seiner Kindheit sind unscharf, Erinnerungsfetzen nur an Transporte, Lager, Waisenhäuser, Baracken des Dahinvegetierens, Tod in vielfältiger Drohung und Todesangst: Binjamin Wilkomirski kennt weder Geburtsdatum noch Herkunft oder Verwandte, assoziiert Kindheit mit Ankunft im Lager Maidanek, später Lublin, mit der "Hundehütte", erinnert sich dunkel an 4 oder 5 Brüder, 2 mit Namen, an den Tod der Mutter, die Aufseherin im Waisenhaus. Später dann die ersten Tage im Schweizer Exil, wieder Kinderheim, Pflegeeltern, die ihn alles vergessen lassen wollen, was vorher war; in der Schule das Bild vom Tell, der auf den Apfel zielt, was der Knabe (er faselt, sagt die Lehrerin) mit SS-Männern assoziiert, die auf Kinder schießen. Erst als 50jähriger macht er sich auf Spurensuche, Bruchstücke seiner Identität zu finden: jüdische Kindheit in Polen 1939-1948. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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39 Atkins, Peter W.: Im Reich der Elemente : ein
Reiseführer zu den Bausteinen der Natur / P. W. Atkins. -
Heidelberg [u.a.] : Spektrum, Akad. Verl., 1997. - 182 S. : graph.
Darst. "Selten sind grundlegende chemische Konzepte so phantasievoll und anregend erfahrbar gemacht worden wie auf dieser Lese-Expedition" heißt es im Klappentext, und das ist richtig. Thema ist das Periodensystem der chemischen Elemente, dessen Verständnis Schülern oft Schwierigkeiten bereitet. Es wird hier mit einem Königreich, bestehend aus westlichem und östlichem Block, Landenge und Südinsel (die den s-, p-, d- und f-Blocks der Elektronenschalen entsprechen) verglichen. Lebendig erläutert der Autor, der Professor für physikalische Chemie ist und bereits mehrere Bücher veröffentlicht hat, darunter ein Lehrbuch und eines über Moleküle (BA 6/89), die grundlegenden Strukturen des Periodensystems, und die entsprechenden physikalisch-chemischen Eigenschaften, die sich im wesentlichen aus der Elektronenstruktur ergeben. Darüber hinaus geht er auf die Geschichte dieser wichtigen Entdeckung ein. Allen Bibliotheken, auch Schulbibliotheken, zu empfehlen. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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40 Bernhard, Helmut: Wissensspeicher Astronomie / Bernhard ; Lindner ; Schukowski. - 1. Aufl. - Berlin :
Volk-und-Wissen-Verl., 1995. - 192 S. : zahlr. Ill. und graph. Darst. ;
22 cm Der Titel enthält in komprimierter Form mit vielen Tabellen und graphischen Darstellungen das Wichtigste bis zum Abitur. Der Stoff ist nach Gebieten und darin wieder in Stichworte gegliedert; bei der weiteren Erschließung hilft ein Register und eine Zeittafel. Es handelt sich (im Buch wird darauf hingewiesen) um eine erweiterte Neuauflage des gleichnamigen Titels, der in BA 1/87 besprochen war (lag zum Vergleich nicht vor). Zielgruppe sind Schüler der Sekundarstufe 1 wie auch Studienanfänger. Alte Auflagen können noch aufgebraucht werden, sollten aber möglichst ersetzt werden. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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41 Bioanalytik / Friedrich Lottspeich ... (Hrsg.). -
Heidelberg [u.a.] : Spektrum, Akad. Verl., 1998. - XXI, 1035 S. :
graph. Darst. - (Spektrum-Lehrbuch) Umfassendes Hochschul-Lehrbuch zu analytischen Methoden in den Biowissenschaften (Molekularbiologie, Protein(bio)chemie, z.T. auch moderne Cytogenetik). Es geht um die Analyse der Struktur und Funktion von Nucleinsäuren. Auf neuestem wissenschaftlichem Stand (z.B. Datenanalyse), unter Mitarbeit von mehr als 30 internationalen Wissenschaftlern (Forschung, Lehre, Entwicklung). Rot markierte Stichwort(quer)verweise auf dem sehr breiten Satzspiegel stellen Zusammenhänge her, mit weiterführender Literatur und ausführlichem Sachindex. Nützlich zur thematischen Übersicht das Flußdiagramm auf dem hinteren Vorsatzblatt. Für Naturwissenschaftler, fortgeschrittene Studierende, Mediziner, sachkundige interessierte Leser sowie in den aufgeführten Feldern beruflich Tätige. Also: an Hochschulstandorten für den speziellen Bedarf. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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42 Biologie des Menschen / hrsg. und mit einer Einf.
vers. von Volker Sommer. - Heidelberg [u.a.] : Spektrum, Akad. Verl.,
1996. - X, 163 S. : Ill. (z.T. farb.), graph. Darst. ; 30 cm. -
(Verständliche Forschung) Beiträge aus "Spektrum der Wissenschaft" zu Phylogenese, Ontogenese und Verhalten des Menschen. In den zwischen 1984 und 1995 erschienenen Artikeln werden u.a. folgende Themen abgehandelt: stammesgeschichtliche Entwicklung des Menschen vom Affen über den Bonobo bis hin zum Homo sapiens; Individualentwicklung, dargestellt etwa am Mutter-Kind-Stoffwechsel während der Schwangerschaft. Der letzte Abschnitt thematisiert das Verhalten des Menschen. Hier wird der Stellenwert von Anlage und Umwelt für die Entwicklung hinterfragt. In weiteren Kapiteln: Alterungsvorgänge, Kooperation und Konkurrenz im Sozialverhalten. Nützliche Zusammenstellung, allerdings kein Lehrbuch wie das Standard-Lehrbuch zu Anatomie, Entwicklungsgeschichte und Physiologie gleichen Titels (Quelle & Meyerverlag; BA 4/92). - Bei zusätzlichem Bedarf, vor allem für Schüler. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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43 Comins, Neil F.: ¬Der¬ Schweif des
Kometen : Irrtümer und Legenden über das Universum / Neil F. Comins. - Stuttgart [u.a.] : Dt. Verl.-Anst., 2002. - 317 S. :
Ill., graph. Darst. ; 21 cm Es gibt weitverbreitete irrtümliche Ansichten: Kometen ziehen einen Schweif hinter sich her, die Sonne scheint, weil in oder auf ihr Gas verbrennt; die Jahreszeiten gehen hauptsächlich auf den sich verändernden Abstand Erde-Sonne zurück, und mit der genauen Erklärung der Gezeiten tut man sich ebenfalls recht schwer. Auch über Schwarze Löcher existieren die sonderlichsten Ansichten, vom Einfluss der Sterne auf den Menschen ganz zu schweigen. Der Autor erklärt ausführlich, wie weit solche Irrtümer verbreitet sind, wie sie entstehen (psychologische Effekte, Begrenzung der Sinneswahrnehmung, unklare Begriffe, ungeprüftes Vorwissen, falsche Einschätzung des "gesunden Menschenverstandes") und was man dagegen tun kann (u.a. genau beobachten und analysieren, sorgsam hinterfragen, nichts ungeprüft übernehmen, sich über eingefahrene Denkweisen klar werden). Sehr klar, verständlich und engagiert geschrieben, ist das Buch zugleich eine Einführung in wissenschaftlich-kritisches Denken und weist darin Verwandtschaft auf zu Carl Sagan: "Der Drache in meiner Garage" (BA 12/97). RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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44 Heidi - Karrieren einer Figur / hrsg. von Ernst
Halter. - Zürich : Offizin, 2001. - 295 S. : zahlr. Ill. (z.T.
farb.) ; 25 cm Besprechung: RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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45 Asterix und seine Zeit : die grosse Welt des
kleinen Galliers / hrsg. von Kai Brodersen. - Orig.-Ausg. -
München : Beck, 2001. - 241 S. : zahlr. Ill. ; 20 cm. -
(Beck'sche Reihe ; 1404) Untertitel: Besprechung: RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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46 Mücke, Eberhard: Kennzeichen technischer
Regeln : ein kleines Nachschlagewerk für den
Praktiker / Eberhard Mücke. - 1. Aufl. - Berlin
[u.a.] : Beuth, 2001. – 336 S. ; 21 cm +
Inh.-Übersicht Besprechung: RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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47 Aufwachsen und Lernen in der sozialen Stadt :
Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebensräumen / Kirsten
Bruhns ... (Hrsg.). - Opladen : Leske + Budrich, 2001. - 356 S. :
graph. Darst. ; 22 cm Besprechung: RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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48 Jeni, Kurt: Modernisieren durch Umbauen : das Buch
der attraktiven Lösungen und Ausführungs-Beispiele / Kurt Jeni. - Taunusstein : Blottner, 2002. - 126 S. : überw.
Ill. (überw. farb.) ; 31 cm Untertitel: Zu jeder Umbau-Serie werden die
Planungs- und Sanierungsmaßnahmen detailliert im Text und mit
zahlreichen Fotos der Baufortschritte aufgezeigt. Einen besonderen
Schwerpunkt liegt auf den Themen Finanzierung, Kosten einzelner
Maßnahmen, Gesamtkosten und Tipps zum Sparen. RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
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49 England und die Detektive / Luise Berg-Ehlers
(Text) ... Mit Fotogr. von Horst Herzig ... - Berlin : Nicolai, 2002. -
127 S. : überw. Ill. (überw. farb.) ; 29 cm Untertitel: Besprechung: RVK: DK: DDC 22: KAB: ASB: SfB: zur Lösung |
Hier kommt ein Ausschnitt aus der SfB (Systematik für Bibliotheken 1997). Erfinden Sie hierarchieabbildende Notationen für diesen Ausschnitt und verändern Sie erforderlichenfalls die Klassifikation, soweit Ihre hierarchieabbildenden Notationen es unumgänglich machen! Die Unterklasse Bautechnik. Architektursoll die Notation Tech 900 bekommen (mit Nullen aufgefüllte, dreistellige linksbündige Zahlen); zur Verfügung steht der Notationsraum bis Tech 999.
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5.1.2 Pflichtfragen zur Notationsrevision]
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Fragestellungen]
| Ihr Vorschlag | SfB Systematik für Bibliotheken |
|---|---|
| TECHNIK ....
Tech 900 Zeitschriften. Bibliographien. Lexika
TechBaustatik. Festigkeitslehre. Tragwerke | |
Tech 916 Allgemeines. Gesamtdarstellungen
Tech 916,1 Bauplanung. Baustelleneinrichtung | |
Tech 919 Allgemeines. Gesamtdarstellungen
Tech 919,1
Eigenschaften. Umweltverträglichkeit | |
Tech 920 Architekt. Bauingenieur | |
Tech 920
Massivbau. Mauerwerksbau | |
Tech 963
Bauausführung | |
Tech 968
Allgemeines | |
Tech 985
Allgemeines | |
Tech
1010 Allgemeines | |
Tech
1100 Allgemeines |
Setzen Sie sich mit der Kritik Traugott Kochs an Internetkatalogen auseinander: "Die angebotenen Browsingstrukturen sind in keiner Weise an umfassenden, international verbreiteten, inhaltlich kontrollierten Systemen von Wissensstrukturierung, z.B. an etablierten Klassifikationssystemen, orientiert. Die vom Anbieter im Eigenbau konstruierte und veränderte Struktur ist von Zufällen gesteuert und nicht überpersonell und auf längere Zeit hinaus kalkulierbar. Sie ist darüber hinaus selten in der Lage, unterschiedliche Zuwachsraten in verschiedenen Teilen des Systems zu verkraften. Es herrschen Mängel in der Logik, der Hierarchie und Ausschöpfung der Kategorien, der Vollständigkeit, der Terminologie und der Art der internen Verknüpfungen und Mehrfachplazierungen, die eine korrekte und effiziente Nutzung meist unmöglich machen."