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Humboldt-Universität zu Berlin 
Philosophische Fakultät I, Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft
Prof. Dr. Konrad Umlauf 
Telefon: 030/2093-4493, -4230, -4236, Telefax: 030/2093-4335, -4206
E-Mail: konrad.umlauf@rz.hu-berlin.de 

Einführung
in die bibliothekarische
Klassifikationstheorie und -praxis

Mit Übungen

Berlin: Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin 1999-2006
Letzte Änderung: 06.03.2013
(Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft. 67)
http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h67/

Übersicht



Abstract:

Die Einführung macht mit den Grundbegriffen der bibliothekarischen Klassifikationstheorie und -praxis sowie ausgewählten Bibliotheksklassifikationen bekannt. Eingangs wird die Problemstellung, für die Klassifikationen eine Lösung bieten sollen, umrissen. Dann werden anhand von Fragen die Aspekte zur Entwicklung und Beurteilung von Klassifikationen allgemein und Aufstellungssystematiken im besonderen umrissen (Sachgerechtheit und Zielgruppenentsprechung, Gliederung, Schlüsselung und Normung, Notation, Klassenbeschreibung und Terminologie, Umfang und Erweiterbarkeit, Anwendungsregeln, Register). Auch organisatorische Aspekte der Anwendung von Klassifikationen werden umrissen. Kurz beschrieben werden ausgewählte Klassifikationen: Die Internationale Universale Dezimalklassifikation UDK und die Dewey Decimal Classification DDC, die Regensburger Verbundklassifikation RVK, die Basisklassifikation, die Systematik für Bibliotheken SfB, die Klassifikation für Allgemeinbibliotheken KAB, die Allgemeine Systematik für Öffentliche Bibliotheken ASB. Es folgen ausgewählte Literaturhinweise. Ferner werden Übungen zum Klassifizieren ausgewählter Titel mit Hinweisen auf Möglichkeiten der Selbstüberprüfung und zur Notationsrevision gegeben.


1 Einführung in die Methodologie der Klassifikation

Methodologische und praktische Gesichtspunkte bei der Erarbeitung und Überarbeitung (Revision) einer Klassifikation sind vor allem die folgenden, hier in Form von Fragen dargestellt.

Die schlechthin optimale Klassifikation gibt es nicht. Nohr (1996) betont, dass Klassifikationen Kommunikationsmittel sind. Ihre Ausgestaltung und Beurteilung ist deshalb nur mit Blick auf die im Schaubild wiedergegebenen Relationen möglich; dabei darf man nicht an Dokumente, Inhalte, Darstellungsformen allgemein denken, sondern an diejenigen, auf die die Klassifikation konkret angewendet werden soll; desgleichen darf man nicht an Benutzer schlechthin denken, sondern an die Fragestellungen gerade dieser Benutzer in dieser Bibliothek. Andererseits spielen auch praktische Gesichtspunkte (Arbeitsorganisation, Bestandspräsentation) eine Rolle.

Deshalb sind die Fragen in diesem Kapitel nicht so zu verstehen, dass diejenige Klassifikation die beste ist, bei der man die meisten Fragen mit JA oder mit NEIN beantworten könnte; teilweise erlauben die gar keine JA- bzw. NEIN-Antwort.

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[Zurück zu Kapitel 4 Literaturangaben]
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[Zurück zu Kapitel 8. Studientextvorgaben]

Beziehungen zwischen Dokumentinhalt, Notationsvergabe und Nutzeranfragen

Relation 1 Relation 2 Relation 3 Relation 4 Relation 5

Dokumente
Inhalte
Darstellungs-
formen

1

Klassen,
System-
stellen

2

Notationen

3

Notationen

4

Suchwörter
Klassifi-
kation

5

Frage-
stellungen der Benutzer

1.1 Sachgerechtheit, Zielgruppenentsprechung

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1.2 Gliederung

Beispiel: monohierarchische Klassifikation

Hauptklasse Unterklassen
1. Ebene 2. Ebene 3. Ebene 4. Ebene 5. Ebene

Lit
Literatur-
wissenschaft

Lit 1000
Theorie

Lit 1100
Literatursoziologie
Lit 1300
Gattungen und
Formen
Lit 1310 Epik
Lit 1330 Lyrik
Lit 1350 Dramatik
Lit 5000
Geschichte
Lit 5600
Englische Literatur
Lit 5700
Deutsche Literatur
....
Lit 5750 Klassik
Lit 5760 Romantik ....
Lit 5763 Deutsche Lyrik der Romantik
....
Lit 5770 Lit Realismus
....
....

In diesem Beispiel wird die Literaturwissenschaft in einem ersten Schritt in die beiden Gebiete Theorieund Geschichte untergliedert; die Geschichtewird in einem zweiten Schritt nach Sprachen bzw. Ländern aufgegliedert. Der dritte Schritt erzeugt Unterklassen, indem auf die Länderklassen das Untergliederungskriterium Epoche angewendet wird; schließlich erfolgt innerhalb der Epochen eine noch feinere Untergliederung nach Gattungen. So entsteht auf der untersten Ebene u.a. die Klasse Deutsche Lyrik der Romantik. Das Kriterium Gattung und Formwurde an anderer Stelle bereits zur Zergliederung der Klasse Theorie angewendet. Würde man in diesem Strang (Zweig) der Hierarchie die Kriterien Land und Epoche ebenfalls anwenden, käme man fälschlich ebenfalls zu einer Klasse Deutsche Lyrik der Romantik, die aber in einem anderen Zweig der Hierarchie stünde. Es entstünde mehr als eine Klasse für ein und denselben Sachverhalt. Wegen dieses Vorgehens - für jeden mehr oder minder umfänglichen Sachverhalt, der klassifiziert werden soll, stellt die Klassifikationstafel eine Klasse bereit - nennt man monohierarchische Klassifikationen auch präkombinierte oder synthetische Klassifikationen. Der Inhalt der Klassen umfasst teils einfache Begriffe (z.B. Lyrik), teils komplexe Sachverhalte (z.B. Deutsche Lyrik der Romantik). Beim Klassifizieren entnimmt man die Notation für die betreffende Klasse der Klassifikationstafel; jeder Klasse ist eine Notation zugeordnet.

Sachverhalte, die inhaltlich weniger umfangreich sind als die Klassen auf der untersten Hierarchieebene, werden gleichwohl dort in die am besten passende Klasse eingeordnet. Beispielsweise würde im obigen Beispiel der Sachverhalt Gebrauch von Naturmetaphern in der deutschen Lyrik der Romantik ebenfalls in die Klasse Lit 5763 Deutsche Lyrik der Romantik eingeordnet.

Bei einer polyhierarchischen Klassifikation enthält die Klassifikationstafel nur eine begrenzte Zahl von Klassen. Jede Klasse bildet nur einfache Begriffe ab. Der zu klassifizierende Sachverhalt wird eingeordnet, indem man ihn im Sinn einer Unterstellung unter mehrere Klassen mit den Notationen der relevanten Klassen belegt. Beispiel:
Eine polyhierarchische Klassifikation stellt bereit:
für Lyrikdie Notation Lit-Ly,
für Deutschlanddie Notation (de),
fürRomantikdie Notation 1790-1830.
Der zu klassifizierende Sachverhalt Deutsche Lyrik der Romantikbekommt die Notation
Lit-Ly(de)1790-1830.
Die Notation (de)lässt sich auch auf Kunst, Allgemeine Geschichteusw. anwenden.

Offensichtlich wird bei einer polyhierarchischen Klassifikation eine Regel zur Gliederung der Notation benötigt. Polyhierarchische Klassifikationen sind flexibler als monohierarchische, aber auch "komplizierter" in der Anwendung.

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Die folgenden Beispiele zeigen nur die Klassen mit * Dokumenten/Medien:

Beispiel A Beispiel B
  • Literaturwissenschaft
    • Allgemeines
      • Gesamtdarstellungen *
        Poetik *
      • Literaturgeschichte
        • Allgemeines, Gesamtdarstellungen *
          Antike *
          Mittelalter *
  • Literaturwissenschaft
    • Allgemeines, Gesamtdarstellungen *
      Poetik *
      Literaturgeschichte*
      • Antike *
        Mittelalter *

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1.3 Klassenbeschreibungen, Terminologie

Ausführliche Form einer Klassenbeschreibung: Notation und Klassenbenennung = Minimum

Teil der Klassenbeschreibung Beispiele für die Form
Notation Klassenbenennung
(Synonym: Klassenbezeichnung)
RECHTSPFLEGE, GERICHTSVERFASSUNG, ZIVILVERFAHRENSRECHT UND
NEBENGEBIETE
Hochbaukonstruktion nach Konstruktionsart
Klassenerläuterungen. Dazu gehören insbesondere:
• nähere Angaben zur Extension der Klasse, die in der Klassenbeschreibung nicht unterzubringen sind und sich nicht aus der Einordnung der Klasse ergeben,
• Verweisung auf verwandte Klassen
• Abgrenzung zu anderen Klassen, soweit nicht aus der Klassenbenennung ersichtlich
Hier auch: Ufos
Geomorpologie s. N 412
(alphabetisch nach Ländern)
(s.a. ZI 7400 Holzbau; Fachwerk)
Registerbegriffe, Schlagwörter, welche in die Klasse fallende Sachverhalte bezeichnen, auch wenn die Termini nicht in der Klassenbenennung oder Klassenerläuterung erscheinen Registerform: Hochbau / Konstruktion
Gruppe <Mathematik>
Eltern / Erwachsenes Kind / Ablösung

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Beispiele für Klassenbenennungen:

Bezeichnung der Disziplin Bezeichnung des Gegenstandes Kommentar
Geographie Elemente, Strukturen, Beziehungsgefüge und Prozesse des weltweiten Geosystems Mensch-Erde zu lang als Klassenbenennung, unverständlich
Sprachwissenschaft Sprache Bezeichnung der Disziplin könnte so verstanden werden, dass in dieser Klasse nur methodische und wissenschaftliche Werke stehen, keine Lehrbücher
Literaturwissenschaft Literatur Bezeichnung des Gegenstandes könnte so verstanden werden, dass hier Primärliteratur steht
? Zeitungen Stehen hier Zeitungen oder Fachbücher über Zeitungen?
? Textverarbeitungssysteme Stehen hier Softwarepakete oder Bücher über die Software?

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1.4 Umfang

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1.5 Schlüsselung

Beispiel für präkombinierte Anwendung:

Lit 300 Literatur Ku 300 Kunst Gesch 300 Geschichte
Lit 310 Skandinavische Literatur

Lit 320 Englische Literatur

Lit 330 Französische Literatur

Lit 340 Spanische Literatur

Lit 350 Italienische Literatur

Lit 390 Deutsche Literatur

Ku 310 Skandinavische Kunst

Ku 320 Englische Kunst

Ku 330 Französische Kunst

Ku 340 Spanische Kunst

Ku 350 Italienische Kunst

Ku 390 Deutsche Kunst

Gesch 310 Geschichte Skandinaviens

Gesch 320 Geschichte Großbritanniens

Gesch 330 Geschichte Frankreichs

Gesch 340 Geschichte Spaniens

Gesch 350 Geschichte Italiens

Gesch 390 Geschichte Deutschlands

Beispiel für präkoordinierte Anwendung:

Länderschlüssel
Klassifikationstafeln
+10 Skandinavische Länder
+20 Großbritannien
+30 Frankreich
+40 Spanien
+50 Italien
+90 Deutschland

Lit 300 Literatur

Ku 300 Kunst

Gesch 300 Geschichte

Beim Klassifizieren werden aus diesen Klassen Notationen wie folgt gebildet:
Skandinavische Kunst = Ku 310
Geschichte Frankreichs = Gesch 330
Spanische Literatur = Lit 340

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1.6 Notationen

Notationsangaben:

Rechtsbündige Zahlen Linkssbündige Zahlen
1
3
6
9
22
31
66
71
84
113
211
846
1
113
211
22
3
31
6
66
71
84
846
9
Notationen mit integrierter inhaltlicher Schlüsselung

Lit 300 Literatur Ku 300 Kunst
Lit 310 Skandinavische Literatur Ku 310 Skandinavische Kunst
Lit 320 Englische Literatur Ku 330 Englische Kunst
Lit 330 Französische Literatur Ku 350 Französische Kunst
Lit 340 Spanische Literatur Ku 370 Spanische Kunst
Lit 350 Italienische Literatur Ku 380 Italienische Kunst
Lit 390 Deutsche Literatur Ku 380 Deutsche Kunst
Beispiel: Notation – inhaltliche Gliederung

Notation inhaltliche Gliederung
TH Technik. Handwerk
TH 500 Bautechnik
... ...
TH 510 Bauberufe
TH 511 Architekt. Bauingenieur
TH 512 Maurer
TH 513 Betonbauer. Stahlbetonbauer
TH 514 Dachdecker
TH 515 Zimmerer und Bautischler. Parkettleger
TH 516 Bauschlosser. Bauklempner
TH 517 Installateur. Isoliermonteur
TH 518 Maler und Lackierer
TH 519 Raumausstatter. Polsterer
? Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
? Feuerungs- und Schornsteinbauer. Schornsteinfeger
? Steinmetz. Stuckateur
? Sonstige Berufe (z.B. Glaser. Estrichleger)
TH 520 Hochbau

1.7 Anwendungsregeln

1.8 Register

1.9 Organisation

1.10 Die 10 wichtigsten Anforderungen an Klassifikationen für die Freihandaufstellung

  1. Die Klassifikation soll einerseits sachgerecht und andererseits zielgruppenentsprechend sein.
  2. Die Klassifikation soll für einen möglichst hohen Anteil der zu klassifizierenden Medien die Zuordnung zu genau einer speziellen Klasse (Systemstelle) erlauben.
  3. Die Klassifikation soll monohierarchisch sein, aber überall da, wo es sinnvoll ist, Schlüsselungen aufweisen.
  4. Die Klassifikation soll so umfangreich sein, dass alle speziellen Klassen etwa gleich viel Titel enthalten, und zwar im Durchschnitt 15-30.
  5. Die Klassifikation soll hierarchieabbildende, leicht merkbare Notationen haben.
  6. Wenn verbale Notationszusätze verwendet werden, soll die Klassifikation Regeln für diese enthalten.
  7. Die Klassifikation soll ein ausführliches Register aufweisen.
  8. Es soll eine Instanz geben, die die Klassifikation und das Register weiter entwickelt.
  9. Die Klassifikation soll in unterschiedlichen Formen erhältlich sein, z.B. als gedrucktes Buch mit Register zum Auflegen im Publikumsbereich und als Hypertext zum Browsen im Zusammenhang mit dem OPAC.
  10. Es soll Instanzen geben, von denen man Titeldaten mit den Notationen dieser Klassifikation bekommen kann, z.B. Partnerbibliotheken oder Bibliothekslieferanten.

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2 Anwendung von Klassifikationen

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2.1 Makroebene

Klassifikationen wissenschaftliche Bibliotheken

Klassifikationen oeffentliche Bibliotheken

2.2 Mikroebene

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3 Einzelne Klassifikationen

3.1 Die UDK und die DDC

Die UDK (Internationale Universale Dezimalklassifikation, engl. Universal Decimal Classification UDC) und die DDC (= Dewey Decimal Classification) gehen beide auf die 1873 von dem damals 22-jährigen amerikanischen Bibliothekar Melvil Dewey (1851-1931) konzipierte Dezimalklassifikation zurück; erste Veröffentlichung 1876. Seit 1895 wird in Europa eine Variante zur heutigen UDK fortentwickelt; diese soll im Unterschied zur DDC mit ihren vielen spezifisch amerikanischen Bezügen international verwendbar sein. Aber die internationale Verwendbarkeit der DDC wurde seit den 1970er-Jahren von Ausgabe zu Ausgabe durch inhaltliche Veränderungen verbessert. UDK und DDC haben sich auch auf der Ebene der Hauptklassen auseinanderentwickelt. Nur noch eine Minderheit der Notationen hat die gleiche Bedeutung, am ehesten noch in den technischen Fächern, beispielsweise 697 Heating, ventilating, air-conditioning oder 336 Public finance,aber die Untergliederungen auf der 4. Ebene sind wieder verschieden. Während in der DDC die 400er-Nummern das Thema Sprache enthalten, ist die Klasse 4 in der UDK unbesetzt; das Thema Sprache ist bei der UDK in der Klasse 8 Language. Linguistics. Literature mit enthalten. Von "der" Dezimalklassifikation zu sprechen ist deshalb irreführend, zumal es außer den verbreiteten UDK und DDC auch bibliotheksindividuelle Varianten gibt.

UDK

Im Großen und Ganzen sind die Notationen hierarchieabbildend, aber nicht ganz konsequent.

Allerdings stellt dieses Notationssystem auch eine enge Vorgabe für die inhaltliche Gliederung dar, denn im Rahmen dieses Systems kann jedes Gebiet (jede Klasse) in maximal zehn Untergebiete (Unterklassen) unterteilt werden. Es entstehen Hierarchieebenen allein aufgrund des Notationssystems, die keine Entsprechung in Buchinhalten oder in der Wissenschaftsgliederung haben (z.B. die Klasse 617 Surgery. Orthopaedics. Ophthalmology). Das dekadische Notationssystem ist faszinierend, entspricht aber nicht der Struktur des Universums. Gegen dieses Argument kann man freilich einwenden, dass die Welt und was darinnen ist wahrscheinlich kein durchgängiges Strukturierungsprinzip hat, so dass das Strukturierungsprinzip einer Klassifikation in jedem Fall willkürlich ist.

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Dagegen erzeugt die Anwendung der Anhängezahlen eine ausgeprägt präkoordinierende Schlüsselung.
Die Allgemeinen Anhängezahlen der UDK drücken Aspekte wie zeitliche und geographische Bezüge, Publikationsform, Sprache der Publikation u.a. aus. Beispiel:
Zu klassifizieren ist eine Bibliografie über das russische Ballett des 19. Jahrhunderts.
Aus der Haupttafel entnimmt man über das Register die Notation für
Ballett: 792.8;
aus den Hilfstafeln entnimmt man die Allgemeinen Anhängezahlen für
Bibliographies: (01),
Russian Federation in Europe: (470)
und für
nineteenth centuries: "18".
Daraus kombiniert man die Notation 792.8(01)(470)"18".
Die Reihenfolge der Elemente in der Notation für die Regalordnung (filing order) ist vorgeschrieben; sie entspricht der Abfolge der Hilfstafeln. Sie kann aber auch anders gehandhabt werden.
In vielen Ausgaben der UDC sind präkoordinierte Klassen, die oft gebraucht werden, bereits mit abgedruckt, Beispiel:
94(4)"1945/..." History of Europe from 1945. Post-war Europe.

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DDC

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DDC-Beispiele aus den amerikanischen und deutschen Klassifikationstafeln

DDC-Ausgabe DDC-Beispiele
DDCEd. 22, First Sumary.The Ten Main Classes = Seite 9 bzw. 7 des PDF-Dokumentes
DDC deutsch Ed. 22, Erste Übersicht: Die zehn Hauptklassen
DDC Ed. 22, Third Summary. The Thousand Sections = ab Seite 11 bzw. 9 des PDF-Dokumentes = alle Klassen der 3. Ebene
DDC deutsch Ed. 22, Dritte Übersicht: Die tausend Klassen der dritten Ebene
DDC Ed. 22, Ausschnitt aus 330 Economics, Summary 330.01–335.8
DDC deutsch Ed. 22, Ausschnitt aus 330 Wirtschaft, Übersicht 330.01–335.8
DDC Ed. 22, Ausschnitt aus 330 Economics, Schedules 330.01–330.126
DDC deutsch Ed. 22, Ausschnitt 1 aus 330 Wirtschaft, Haupttafeln 330.01–330.092
Ausschnitt 2 aus 330 Wirtschaft, Haupttafeln 30.1–330.154 2
DDC Ed. 22, Ausschnitt aus 332 Economics, Summary 332.11–332.17
Ausschnitt aus 332 Economics, Schedules 332.1–332.122 4
DDC deutsch Ed. 22, Ausschnitt aus 332 Wirtschaft, Übersicht 332.11–332.17
Ausschnitt 2 aus 332 Wirtschaft, Haupttafeln 332.112–332.15
DDC Ed. 22, Ausschnitt aus 697 Heating, ventilating, air-conditioning, engineering, Summary 697.000 1–697.9
Ausschnitt aus 697 Heating, ventilating, air-conditioning, engineering, Schedules 697.000 1–697.045
DDC deutsch Ed. 22, Ausschnitt aus 697 Heizungs- Lüftungs– Klimatechnik, Übersicht 697.000 1–697.9
Ausschnitt aus 697 Heizungs- Lüftungs– Klimatechnik, Haupttafeln 697.000 1–697.045

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380  Handel, Kommunikation, Verkehr
381  Handel
382  Internationaler Handel (Außenhandel)
383  Postverkehr
384  Kommunikation (Nachrichtenübermittlung)  Telekommunikation
385  Schienenverkehr
386  Binnenschifffahrt und Fährverkehr
387  Schifffahrt; Luft-, Weltraumverkehr
388  Verkehr  Landverkehr
389  Metrologie und Normung

Das Thema Transport allgemein kann nicht nach 380 klassifiziert werden, weil diese Klasse zu allgemein ist. Von der Abfolge der Klassen her müsste es zwischen 384 und 385 seinen Platz haben, aber dort steht keine Notation auf der richtigen Hierarchie-Ebene zur Verfügung. Deshalb ist das Thema Transport allgemein der Klasse 388 zugeschlagen.

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Klassenerläuterungen kommen in der DDC oft vor und tragen maßgeblich zur eindeutigen Zuordnung von komplexen Themen bei. Ein weiteres Mittel zur Erzeugung eindeutiger Notationsvergaben sind die Hinweise zur Vorzugsreihenfolge "preference tables", d.h. es wird angegeben, anhand von welcher Präferenzfolge Notationen zu vergeben sind, wenn sich eine Publikation in mehrere Unterklassen gleichermaßen einordnen ließe. Diese Präferenzfolge ist nicht notwendig durch die Abfolge der Unterklassen gegeben. Beispiel (hierin sind die weiteren Untergliederungen weggelassen, nur bei 305.2 und 305.5 ist die Anzahl der Unterklassen genannt):

305  Soziale Gruppen

In der Folge dieser Präferenzvorschrift wird ein Buch über "Farbige katholische männliche Jugendliche der Mittelschicht" nach 305.2 klassifiziert, nicht nach den ebenfalls in Frage kommenden Klassen 305.3 oder 305.5 oder 305.6 oder 305.8.

331.4  Weibliche Arbeitskräfte
339.4  Einkommen und Vermögen beeinflussende Faktoren
370  Bildung und Erziehung
734  Bildhauerkunst von ca. 500 bis 1399
253  Pastoraltheologie
297  Islam, Babismus, Bahaismus
341  Völkerrecht
572  Biochemie
653  Stenografie
772  Entwicklungsverfahren mit Metallsalzen
947  [Geschichte und Geografie] Osteuropa, Russland
976  [Geschichte und Geografie] Südliche zentrale Staaten der USAGolfküstenstaaten
031  Allgemeinenzyklopädien in amerikanischem Englisch
034  Allgemeinenzyklopädien in Französisch, Okzitanisch, Katalanisch

022.7  Beleuchtung für Bibliotheksgebäude
641.5  Kochen

305.23  Junge Menschen
769.52  Exlibris [Arten von Drucken]

150.195  Psychoanalytische Systeme

Die Beispiele zeigen auch, dass sich die DDC trotz der von Revision zu Revision fortschreitenden Internationalisierung noch nicht vom US-amerikanisch und christlich geprägten Blickwinkel gelöst hat, dass die Gewichtung der Gebiete nicht durchgängig zeitgemäß ist (z.B. 653 Stenografie auf derselben Hierachie-Ebene wie 616 Krankheiten).

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621  Angewandte Physik

621.3  Elektro-, Magnettechnik, technische Optik, Kommunikations-,
  Computertechnik; Elektronik, Lichttechnik

621.38  Baustoffe

621.381  Elektronik, Kommunikstionstechnik

621.381 3  Elektronik

621.381 32  Schaltungen

621.381 325  Verstärker

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Beispiele für Dewey-Zahlen

Bereich 400er Zahlen: Sprache 800er Zahlen: Literatur 900er Zahlen: Geschichte
Englisch 420 820 941–942
Amerikanisch 427.973–427.979 810 973–979
Deutsch 430–438 830–838 943 (außer 943.7–943.9), 949.4
Skandinavisch 439.5–439.8 839.5–839.8 948
Französisch 440–448 840–848 944, 949.3, 949.4
Italienisch 450–458 850–858 945
Spanisch 460–468 860–868 946 (außer 946.9 )
Griechisch 480 880 949.5
Osteuropäisch 491.7–491.8 891.7–891.8 947
Notationbildung

Notation Beschreibung
659.2 Öffentlichkeitsarbeit
 

 

659.29

  • Öffentlichkeitsarbeit in Organisationen, die einzelne Arten von Produkten herstellen und einzelne Arten von Produkten herstellen und einzelne Arten von Dienstleistungen anbietenoder einzelne Ziele verfolgen
    • ...

659.290 01–.299 99

...

  • Hänge an die Grundnotation 659.29 eine der Notationen 001-999 an, z.B. Öffentlichkeitsarbeit für die Computerindustrie 659.29004, ...

378

Hochschulausbildung

  • Hier auch: Hochschulstudium, Universitätsstudium, Universitäten

=> Öffentlichkeitsarbeit in Universitäten 659.29378

Notationbildung

Notation Beschreibung
659.2 Öffentlichkeitsarbeit
 

 

659.28

Öffentlichkeitsarbeit in Unternehmen nach Rechtsform

  • ...

659.281–.289

Unterklassen für Unternehmen nach Rechtsform

  • Hänge an die Grundnotation 659.28 die Ziffern an, die 658.04 in 658.041–658.049 folgen, z.B. Kapitalgesellschaften 659.285.

658.048

  • Gemeinnützige Organisationen
  • Klassifiziere internationale gemeinnützige Organisationen in 658.049

=> Öffentlichkeitsarbeit in gemeinnützigen Organisationen = 659.288

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Beispiele

Auszug aus den Haupttafeln Auszug aus den Standardschlüsseln (Haupttafel T1)
150 Psychologie –02 Verschiedenes
... –028 5 DatenverarbeitungComputereinsatz
230 Christentum, Christliche Theologie ...
... ... –03 Wörterbücher, Enzyklopädien, Konkordanzen
624 Ingenieurbau ... ...
... ... –05 Fortlaufende Sammelwerke
796.912 Eiskunstlauf ... ...
... ... –07 Ausbildung, Forschung, verwandte Themen
808 Rhetorik und Sammlungen von literarischen Texten aus mehr als zwei Literaturen ... ...
... ... –071 Ausbildung
...
–09 Historische, geografische, personenbezogene Behandlung
...
–092 Personen
... ...

Aus den Notationen der Haupttafeln werden unter Hinzufügung der Nummern der Hilfstafeln ("Auxiliary Tables") (und ggf. Streichung von Nullen) die Notationen entsprechend komplexer Publikationen gebildet; dabei erscheint der Punkt stets nach der dritten Ziffer der präkoordinierten Notation:

Notationsbildung

Inhalt Notation
Zeitschriftzur Psychologie 150.5
Wörterbuchzum Christentum 230.003
Computereinsatzim Ingenieurbau 624.028 5
Biografieeines Eiskunstläufers 796.912 092
Unterrichtenvon Rhetorik 808.007 1

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3.2 Die SfB

Übersicht über die Hauptklassen    http://www.sfb-online.de/wiki/index.php/Sachgruppen%C3%BCbersicht
Auschnitt aus: Sprache                   http://www.sfb-online.de/wiki/index.php/Spra_138_-_250
Auschnitt aus: Technik                    http://www.sfb-online.de/wiki/index.php/Tech_1120_-_1150
Allg 444 WISSENSCHAFTLICHES ARBEITEN: Schriftliche Arbeit
Hier: Anleitungen zum Abfassen wissenschachtlicher Arbeiten wie Diplomarbeiten...
Hier auch: -
Hier nicht: Textproduktion allgemein, Schreiben im Beruf, Geschäftskorrespondenz...
Praxistendenz: -
Pä 507 BERUFSPÄDAGOGIK: Einzelne Berufsfelder
Hier: Branchenübergreifende Zusammenstellungen von Berufsbildern
Hier auch: -
Hier nicht: einzelne Berufsgruppen und Berufe, diese bei den Sachgruppen
Praxistendenz: Zweifelsfälle eher zu Pä als zum Fach
Beispiele: Titel wie "Berufe mit Mathematik", "... Geschichte", "Trendbranche Tourismus", "... Sport", "... Wellness"

Eine kleine Anzahl Klassen ist durch Verweisungen von nicht dorthin gehörenden Themen auf die zuständigen Klassen eingegrenzt.

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3.3 Die RVK

3.4 Die Basisklassifikation

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3.5 Die KAB

Systemstellen für Publikationsarten (z.B. Bibliographie, Lexikon, Wörterbuch) sind selten vorgesehen (bei geeigneten Hauptklassen sind bei den Unterklassen am Anfang der Hauptklasse Klassen für Formel- und Tabellensammlungen vorhanden; in der Hauptklasse Sprachwissenschaft sind Klassen für Wörterbücher und Lehr- und Lernmedien enthalten). Mit anderen Worten, Nachschlagewerke stehen mit Sachbüchern desselben Themas nebeneinander in derselben Klasse.

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3.6 Die ASB

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3.7 Klassifikationen für Musikalien

Musikalien (worunter hier grafische Musikaufzeichnungen, d.h. Musikdrucke = Noten, und akustische Musikaufzeichnungen, d.h. Musiktonträger bzw. Dateien, verstanden werden) können anhand folgender Facetten klassifiziert werden:

Das Problem bei der Bildung von Klassifikationen besteht hier darin, dass insbesondere die Musik seit dem 20. Jahrhundert nicht nur neue Formen erfunden hat, sondern sich teilweise kaum noch dem vorhandenen Repertoire zuordnen lässt, die überlieferten Formen vermischt und Formen aus der außereuropäischen Tradition aufgreift.

Das Problem besteht hier darin, dass in der aktuellen Popularmusik Stilrichtungen rasch wechseln, dass Benutzerfragestellungen zum Teil durch die Praxis des Schallplattenhandelns geprägt sind, der Tonträger oft mit einer Begrifflichkeit, die eine Mischung aus Gattung, Form und Stilrichtung abbilden soll, aber unterschiedlich tief differenziert, Musikrichtungen zuordnet, z.B. Klassik, Pop, Jazz, Heavy Metal, Sinfonische Musik.

Bei Noten sind hier u.a. zu unterscheiden: Partituren, wissenschaftliche Editionen (Noten in Form von gebundenen Büchern, mit Kommentar, nicht zum Auflegen auf dem Notenständer geeignet), Klavierauszüge.

Bei akustischen Musikaufzeichnungen zusätzlich:

Die Anwendung dieser Kriterien auf Tonträger führt zu mehr oder minder tief differenzierten Klassifikationen. Höchst selten werden die genannten Beschreibungskriterien extensiv angewendet; für die meisten Zwecke genügt eine Klassifikation, die einen Teil dieser Kriterien uneinheitlich kombiniert. Im Vordergrund stehen die Kriterien Besetzung und Stilrichtung.

Regensburger Verbundklassifikation RVK

RVK-Klasse Musikwissenschaft und ihre Unterklassen

Gliederung der Unterklassen Musica theoretica
LP 10000–LS 49950
Musica practica
LS 50000–LU 91020
Tonträger
LV 50000–LX 91020
Allgemeines LP 10000–LP 19950 u.a. LP 19500-LP 19950 (Musikgeschichte) entfällt entfällt
Volksmusik LS 10000–LS 49950 z.B. LS 21580 (Arbeiterlied) LS 50000–LS 79800 z.B. LS 51580 (Arbeiterlied) LV 50000–LV 79800 z.B. LV 51580 (Arbeiterlied)
Geographischer Teil LQ 80000–LQ 94500 z.B. LQ 81600 (Italien) LS 80000–LS 94500 z.B. LS 81600 (Italien) LV 80000–LV 94500 z.B. LV 81600 (Italien)
Sachteil u.a. LR 11080–LR 12230 Musikinstrumente z.B. LR 11510 (Cembalo)
u.a. LR 53000–LR 54700 Musikal. Gattungen, Formen, Termini z.B. LR 53350 (Chanson)
u.a. LT 11080–LT 12230 Musikinstrumente z.B. LT 11510 (Cembalo)
u.a. LT 53000–LT 54700 Musikal. Gattungen, Formen, Termini z.B. LT 53350 (Chanson)
u.a. LW 11080–LW 12230 Musikinstrumente z.B. LW 11510 (Cembalo)
u.a. LW 53100–LW 54700 Musikal. Gattungen, Formen, Termini z.B. LW 53350 (Chanson)
Formalgruppen ist enthalten in LP 10000-LP 19950 (Bibliographien, Lexika, Einführungen u.a.) LT 58000–LT 96000z.B. LT 60100 (Bärenreiter Taschenpartituren) LW 58000–LW 96000z.B. LW 60100 (Bärenreiter Taschenpartituren)
Chronologischer Teil
(Komponistenalphabete)
LP 20300–LP 95900 z.B. LP 63196 (über Beethovens Konzerte) LU 20300–LV 95900 z.B. LU 63196 (Konzerte Beethovens) LX 20300–LX 95900 z.B. LX 63196 (Konzerte Beethovens)

Systematik des Musikschrifttums und der Musikalien SMM

Tonträger-Systematik Musik TSM

Werke Wolfgang Amadeus Mozarts auf Tonträgern in der TSM

Titel Klasse nach TSM
Hornkonzerte Nos. 1-4, KV 495, KV 417, KV 447, KV 412 TG 1310 Werke für Horn und Orchester
Così fan tutte TD 50 Schauspielmusik – Einzelne Komponisten
Eine kleine Nachtmusik KV 525 TH 22 Sinfonie
Klarinettenquintett KV 581 TF 332 Quintette – Streich- u. Blasinstrumente
Krönungsmesse KV 317 TB 30 Geistliche Chorwerke

3.8 Klassifikationen für Kinder- und Jugendbibliotheken

Klassifikationen für Kinder- und Jugendbibliotheken verwenden meistens folgende Gliederungskriterien:

Diese Gliederungskriterien werden uneinheitlich kombiniert. Beispielsweise bietet die Klassifikation meistens erst ab der Altersstufe 9 Jahre verschiedene Klassen für erzählende und Sachliteratur. Weitere Gesichtspunkte sind:

Insgesamt ähneln Klassifikationen für Kinder- und Jugendbibliotheken mehr den Reader-Interest-Klassifikationen als differenzierten Universalklassifikationen.

An Klassifikationen für Kinder- und Jugendbibliotheken wird mitunter die Kritik geübt, sie seien nicht ausreichend auf die Fragestellungen von Eltern und Erziehern ausgerichtet, unterschieden beispielsweise nicht zwischen erzählenden und Sach-Bilderbüchern, leisteten für die Bilderbücher oder die erzählende Kinderliteratur keine thematische Erschließung.

Wenig verbreitet ist der Gedanke und noch weniger verbreitet die Praxis, für die Kinder- und Jugendbestände zwei Klassifikationen zugleich zu verwenden: eine einfache Klassifikation für die Freihandaufstellung mit der Zielgruppe Kinder und Jugendliche, eine zweite Klassifikation, die nur im OPAC angewendet wird, mit differenzierten Untergliederungen gemäß den Fragestellungen der Eltern und Erzieher. Die Alternative ist eine einfache Freihand-Klassifikation und eine differenzierte verbale Sacherschließung, die auch (wie die RSWK) Formschlagwörter verwendet, z.B. Sachbilderbuch.

Systematik für Kinder- und Jugendbibliotheken SKJ

Klassifikation für Allgemeinbibliotheken KAB/K

Die Klassenbenennungen sind teilweise altersgerecht angepasst, z.B.
für O Gesundheitswesen, Medizin. Sozialarbeit: O Der menschliche Körper, Gesundheit, Krankheit;
für L Geographie. Ethnographie: L Länder und Völker, Reisen.

4 Lektüreempfehlungen

Umfassende Link- und Literatursammlung: Stumpf, Gerhard: Internet-Informationen zur Sacherschließung - Klassifikatorische Sacherschließung = http://www2.bibliothek.uni-augsburg.de/allg/swk/sacher5.html

4.1 Grundlagen

1. Bertram (2005), Jutta: Einführung in die inhaltliche Erschließung. Würzburg: Ergon.

"Ein wesentliches Anliegen dieses Buches ist es, Licht in das terminologische Dunkel zu bringen, das sich dem interessierten Leser bei intensivem Literaturstudium darbietet. Denn der faktische Sprachgebrauch weicht häufig vom genormten ab, die Bibliothekare verwenden andere Ausdrücke als die Dokumentare und Informationswissenschaftler." Vorzügliches, umfassendes Lehrbuch, didaktisch exzellent.

2. Nohr (1996), Holger: Systematische Erschließung in deutschen Öffentlichen Bibliotheken. Wiesbaden: Harrassowitz (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen. 37).

Lesen Sie die Abschnitte
V.a) 1. Klassifikationen als Ordnungssysteme des Wissens
V.a) 2. Klassifikationen als Verständigungssysteme
V.a) 3. Begriffliche Grundlagen von Klassifikationen
= die Seiten 75-82.
Nohrs Buch beschäftigt sich mit verbreiteten Klassifikationen in deutschen Öffentlichen Bibliotheken. Die genannten Kapitel sind jedoch allgemeingültig; lediglich die Beispiele beziehen sich auf ÖB-Klassifikationen. Dadurch wird die Verständlichkeit wahrscheinlich erhöht. Nohr erklärt, worum es bei Klassifikationen geht und hebt dabei besonders den Gedanken hervor, dass Klassifikationen ein Verständigungssystem (soll hier heißen: Kommunikationssystem) zwischen Bibliothekaren und Benutzern darstellen. Man könnte sagen: Bibliothekare haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Bücher und Köpfe aufeinandertreffen, machen aber das hohle Geräusch, das bei diesem Zusammentreffen mitunter entsteht, zu selten zu ihrem Problem. Dieser Gedanke wird in anderen Publikationen (so bei Manecke und Lorenz, s.u.) vernachlässigt oder nur indirekt angesprochen.

3. Buchanan (1989), Brian: Bibliothekarische Klassifikationstheorie. München: Saur.

Buchanans Buch - zuerst englisch 1979 - gilt nach wie vor als Klassiker. Es erklärt anhand anschaulicher Beispiele die Grundbegriffe der Methodologie der Klassifikation, die in die hier angegebene Literatur eingegangen sind. Buchanan trennt sorgfältig zwischen der Gliederung der Klassen einerseits und der Abbildung dieser Gliederung im Notationssystem. Er behandelt schwerpunktmäßig präkoordinierende Klassifikationen. Der Nachteil des Buches ist, dass es nicht besonders methodisch aufgebaut ist; der Autor erklärt grundlegende Begriffe oft en passant in anderen Zusammenhängen. Das Buch ist über ein Register gut erschlossen.

4. Lorenz (2003), Bernd: Systematische Aufstellung in Vergangenheit und Gegenwart. Wiesbaden: Harrassowitz (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen. 45)

Die umfangreiche Monografie trägt vielfältiges Material zusammen, besonders aus der Geschichte, geht ausführlich auf die Regensburger Verbundklassifikation ein, an der der Autor maßgeblich mitgearbeitet hat, ist insgesamt gedankenreich, aber nicht immer klar in der Gedankenführung und in der Terminologie.

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4.2 Klassifikation im OPAC

Nohr (1996), Holger: Systematische Erschließung in deutschen Öffentlichen Bibliotheken. Wiesbaden: Harrassowitz (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen. 37).

Lesen Sie Kapitel VII bis Ende Abschnitt b)
= Seiten 99-116.
Nohr legt Anforderungen dar, die an Klassifikationen - insbesondere an ihr Notationssystem - nach seiner Auffassung aus der Sicht von Opacs zu stellen sind. Auch in diesem Kapitel sind die Aussagen allgemeingültig, nur die Beispiele sind ÖB-spezifisch. Beachten Sie, dass Nohr eine bestimmte "Schule" vertritt: Er bevorzugt standortunabhängige klassifikatorische Sacherschließung gegenüber anderen Formen der Erschließung - eine Auffassung, die nicht der herrschenden Praxis entspricht. Die herrschende Praxis neigt insgesamt zu einer Kombination von Aufstellungssystematik mit verbaler Sacherschließung im OPAC. Dies ist auch die Leitidee bei Lorenz (1998). Die Erfahrung ist abweichend von Nohrs Aussagen, dass im OPAC klassifikatorische Erschließung selbst dort, wo sie angeboten wird, kaum genutzt wird.

[Zurück zur Übersicht]

4.3 Interessenkreiserschließung und RIC

Umlauf (1989a), Konrad: Bestandserschließung und Bestandspräsentation in der Öffentlichen Bibliothek. In: Bibliothek Forschung und Praxis 13, S. 269-275.

Umlauf behandelt zwei Verfahren zur Erschließung durch Aufstellung, die in Öffentlichen Bibliotheken Einzug gehalten haben: die Interessenkreiserschließung und die realer interest classification. In Interessenkreisen (mit Bezeichnungen ohne Notation in Klartext wie z.B. Für Eltern, Spannung, Gewalt, Ratgeber) werden Gruppen von Medien präsentiert, die unter dem Gesichtspunkt Thema, Zielgruppe, Niveau, Lesemotivation, Genre u.a. ausgewählt wurden. Die Interessenkreiserschließung wird bei überschaubaren Teilbeständen angewendet, sie wird auch zusätzlich zur Klassifikation angewendet. Reader interest classifications (RIC) für populäre kleine Bestände haben meistens unter 100 Klassen (Systemstellen) und sehr einfache, möglichst mnemotechnische Notationen; Kriterium der Klassenbildung sind nicht eine Wissenschaftsgliederung, sondern Leseinteressen und Fragestellungen aus dem Alltagsleben der Benutzer ungefähr wie in manchen Taschenbuchkatalogen. Zwei aktuelle Praxisberichte zur Anwendung beider Verfahren, teilweise in Verbindung mit Themeninszenierungen:

[Zurück zur Übersicht]

5 Übungs- und Diskussionsaufgaben

5.1 Übungen zum Klassifizieren

Klassifizieren Sie die nach nachstehenden Titel!

Dazu müssen Sie benutzen:

Suchen Sie dazu aus der jeweiligen Klassifikation (ggf. vermittels des Registers dieser Klassifikation) die relevanten Notationen (keine Signaturbildung, aber Anwendung der Schlüssel der RVK und der Anhängezahlen der DK, soweit es Ihnen sinnvoll erscheint). Wenn mehrere Notationen relevant sind, notieren Sie alle diese, legen Sie aber diejenige fest, die den Standort bei systematischer Freihandaufstellung hergeben soll.

Sie können Ihre Ergebnisse teilweise selbst überprüfen, wenn Sie die formalbibliographischen Daten in die Suchmaske eines Opacs eingeben, in dem Sie die zu klassifizierenden Titel möglicherweise finden, beispielsweise:

[Zu den Lösungen für diese Übungen]

[Zurück zur Übersicht]
[Zurück zu Kapitel 4.1 Pflichtliteratur]
[Zurück zu Kapitel 5.1 Pflichtfragen]
[Zurück zu Kapitel 6 Fragestellungen]

Quelle der Annotationen (teilweise verändert): Informationsdienst der ekz.bibliotheksservice GmbH

Klassifikationsübung

zu klassifizieren
1

Access 2 im Detail / Zoller. - München : Hanser, 1995. - 1 CD-ROM ; 12 cm + Beih. in Box ; 24 cm. - (Hanser digital book) Voraussetzungen: PC, Betriebssystem Windows 3.x, Peripherie CD-ROM-Laufwerk
ISBN 3-446-18137-7 : 34,80

Kurzannotation:
Elektronisches Nachschlagewerk samt Begleitheft, das Installation und Bedienung ausführlich erklärt.
Besprechung:
Die Unterserie "... im Detail" der Hanser Digital Books behandelt Standardsoftware. Sie stellt für Gelegenheitsanwender alphabetisch aufgebaute elektronische Nachschlagewerke zur Verfügung, die parallel zur jeweils behandelten Software im Speicher gehalten werden können. Somit leichter kontextsensitiver Zugriff bei Problemen während des Arbeitens mit dem jeweiligen Programm. Gut gemachte Begleithefte, die Installation und Bedienung ausführlich erläutern. Aufgrund des Einsatzziels ist allerdings ein Einsatz nur im Ausleihbereich sinnvoll. Behandelt wird hier das relationale Datenbanksystem Access 2.0, das als ernsthafter Konkurrent des Quasistandards dBase betrachtet werden kann. Guter Zugriff über verschiedene "Register"; sehr einfaches Nachvollziehen von Querverweisen. Interessante "elektronische" Alternative etwa zu I. Schels (BA 6/95). (2) - Klaus Barckow

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
2

Beim Kinderarzt / [Text: Rosemarie Künzler-Behncke. Ill.: Georgia]. - 1. [Aufl.]. - Ravensburg : Ravensburger Buchverl., 1997. - [6] Bl. : überw. Ill. (farb.) In neuer Rechtschreibung. - Dicke Pappe
ISBN 3-473-30048-9 fest geb. : 15,80

Kurzannotation:
Bei Christian untersucht der Arzt Hals und Ohren, Sofie kommt zum Impfen, Anna braucht einen neuen Verband. - Pappbilderbuch.
Besprechung: Unglaublich! Dieser Kinderarzt hat sogar eine kleine Rutschbahn im Wartezimmer. Ansonsten aber geht es in der Praxis normal zu. Verschiedene Babys und Kinder werden untersucht, gemessen, abgehört. Bei Christian untersucht der Arzt Hals und Ohren, Sofie kommt zum Impfen, Anna braucht einen neuen Verband für ihre Brandwunde. Die Bilder sind zum Teil doppelseitig, grosszügig, gut gegliedert, in kräftigen Farben, solide gezeichnet. Begriffe wie Reflex, Stethoskop und Otoskop werden im beschreibenden Text sinnvollerweise benutzt, die Kinder werden ja auch in der Realität damit konfroniert. Das Pappbändchen im etwas grösseren Format ist in allen Bibliotheken gut einsetzbar, zumal es zum Thema länger nichts Brauchbares für Kleine gab. - Marlene Hammann

RVK:

DK:

DDC 22:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
3

Carlzon, Jan: Alles für den Kunden : Jan Carlzon revolutioniert e. Unternehmen. - Frankfurt/Main : Campus-Verl., 1988. - 164 S. EST: Riv pyramiderna. - Aus d. Schwed. übers.
ISBN 3-593-33975-7 fest geb. : 48.-

Besprechung:
Was Jan Carlzons Buch lesenswert macht, ist nicht die Grundidee der Delegierung von Befugnissen und Verantwortung an Mitarbeiter; dieses Führungsprinzip wird schon lange gepredigt. Es ist vielmehr die Art und Vorgehensweise bei der Umsetzung dieser und anderer Ideen. Über wirtschaftlichen Erfolg entscheiden vor allem die Mitarbeiter "an der Kundenfront", die tagtägliche und überraschend auftauchende Probleme meistern. Deren Befugnisse sind vorrangig zu erweitern, da ihre Kreativität und ihr schnelles Handeln die Alternative zu verpassten Gelegenheiten sind, das Firmenimage zu verbessern. Der Autor ist Präsident und Vorstandsvorsitzender der schwedischen Fluggesellschaft SAS, er berichtet nicht ohne Selbstkritik. Die Anschaffung des kompakten Buches ist eine Etatfrage. - Karl-Heinz Krüger

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
4

Dietze, Klaus: Alkohol und Arbeit Erkennen ; Vorbeugen ; Behandeln / Klaus Dietze. - Zürich : Orell Füssli, 1992. - 271 S. : graph. Darst. ; 23 cm. - (Management heute)
ISBN 3-280-02163-4 fest geb. : 58,00

Besprechung:
Dietze, Unternehmensberater mit dem Schwerpunkt Suchtberatung, bringt hier die in den USA und Grossbritannien seit Jahren bewährten Methoden der betrieblichen Alkohol- bzw. Suchtprävention allen Vorgesetzten, Betriebs- und Personalräten und betrieblichen Suchtbeauftragten zur Kenntnis. Nach einem Abriss über Entstehung, Auswirkungen und Möglichkeiten der Therapie des Alkoholismus steht im Mittelpunkt die Präsentation zweier bis in alle Feinheiten durchgespielten Hilfsprogramme in Unternehmen: das eine mit der Beschränkung auf den Alkoholismus, das andere mit übergreifender Ausrichtung auf Gesundheitsförderung und Mitarbeiterberatung. Am Schluss konkrete Praxishilfen zur Führung von Mitarbeitern mit Alkoholproblemen. Geht hinsichtlich Professionalität und Detailinformation über die Vergleichswerke von R. Russland (BA 11/86), H. Mühlbauer (BA 11/86) oder H. Lenfers (BA 12/88) hinaus. - Breit empfohlen für die o.g. Adressaten. - Uwe-F. Obsen

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
5

Englisch zum Zuhören : 30 Dialoge aus dem Alltag. - 1. Aufl. - Ismaning : Hueber, 1993. - 2 MC + Begleith. (19 S.) in Tiefziehset ; 22 cm. - (Sprachen der Welt)
ISBN 3-19-002397-2 (GW) - Best.-Nr.: 2.2397 (2 MC)

Kurzannotation:
30 Dialoge zu typischen Urlaubssituationen. Zum Auffrischen vorhandener Sprachkenntnisse.
Besprechung:
In gleicher Aufmachung wie "Französisch zum Zuhören" (s. in dieser Nr.) präsentiert sich die englische Ausgabe. Auf 2 Cassetten werden 30 meist kurze, einfache Dialoge (native speakers) zu Alltags-/ Urlaubssituationen vorgestellt, z.B. auf der Post/Bank, verreisen mit dem Zug/Flugzeug usw., und zwar einmal ohne und einmal mit Nachsprechpausen. Wichtige Redewendungen werden herausgegriffen, ins Deutsche übersetzt, z.T. Variationsmöglichkeiten angeboten und erläutert (auf deutsch). Das Begleitheft enthält lediglich alle englischen Dialoge. Idealer Sprachkurs zur Vorbereitung einer Urlaubsreise, englische Grundkenntnisse sollten jedoch vorhanden sein. In gleicher Aufmachung s.a. "Portugiesisch zum Zuhören", "Spanisch ...", "Griechisch ...", "Italienisch ..." (s. BA 10/93, 11/93). (2) - Margit Seeger-Meier

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
6

Europäische Kunst seit 1850 [achtzehnhundertfünfzig] / [Metropolitain Museum of Art. Einl. Gary Tinterow]. - Braunschweig : Westermann, 1987. - 158 S. : Überw. Ill. (farb.) EST: Modern Europe. - Aus d. Engl. übers.
ISBN 3-07-509071-9 fest geb. : 68.-
NE: Tinterow, Gary [Vorr.]; EST

Kurzannotation:
Als Schauband konzipierter, mit knappen Informationen versehener Querschnitt der europäischen Kunstsammlung im Metropolitan Museum of Art.
Besprechung:
Als Teil einer Serie, in der ein repräsentativer Querschnitt der rund 3 Millionen Kunstschätze aus den 18 Abteilungen des Metropolitan Museum of Art gezeigt wird, erscheint dieser 1. Band - ausführlicher als ein Museumsführer, dabei allgemeinverständlich. Ein kurzer, kenntnisreicher Text bezieht sich auf die Wurzeln der Moderne in den letzten 4 Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Der Abbildungsteil zeigt 136 ausgewählte Werke (auch Fotografie, Mode, Möbel etc.) seit 1860 in nicht immer eingehaltener Chronologie; mehr als die Hälfte stammen aus dem 20. Jahrhundert. Jede Abbildung ist mit einer Kurzbeschreibung versehen. In erster Linie wohlfeiler Schauband, das Buch zeugt vom Reichtum des Museums, vermittelt jedoch Kenntnisse nur in Minimaldosis. (3) - LK/OB: Esser

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
7

Fretwell, Barry: Clematis. - Münster : Stedtfeld, 1990. - 168 S. : zahlr. Ill. ; 28 cm. - (Compo-Edition : Klass. Gartenpflanzen) EST: Clematis. - Aus d. Engl. übers.
ISBN 3-927624-05-5 fest geb. : 39.80

Kurzannotation: Ratgeber zu Auswahl, Pflanzung, Vermehrung und Pflege; mit Kurzbeschreibungen von ca. 200 Arten und Sorten. Reich illustriert.
Besprechung:
Grossblumige Hybriden, Wildarten und die kleinblütigen Hybriden: Clematis-Sorten in Farbtafeln und kurzen Beschreibungen. Mit praktischen Hinweisen zu Fragen der Auswahl, der Pflanzung, der Vermehrung und Pflege. Aktuelle Orientierung über ca. 200 Arten und Sorten, vorgestellt von einem englischen Spezialisten. Gute Ergänzung zu A. Bärtels (BA 10/89). (2) - LK/MS: Glaas

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
8

Glanegger, Peter: Gewerbesteuergesetz / erl. von Peter Glanegger ; Georg Güroff. - München : Beck, 1988. - XVI, 676 S. ; 19 cm
ISBN 3-406-31617-4 fest geb. : 98.-
NE: Güroff, Georg:

Besprechung:
Handkommentar für Praktiker in Wirtschaft, Kommunalverwaltung, Steuerberatung, Justiz. Mit den neuesten Änderungen des GewStG durch das Steuerreformgesetz 1990. Der Band ersetzt bei Beck den Loseblatt-Kommentar von Müthling/Fock, der nicht mehr weitergeführt wird. Neben der systematischen Einführung von Spangemacher (ID 46/73; 8. Auflage 1986): (3) LK/E: Rehder

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
9

Ilzhöfer, Volker: Patent-, Marken- und Urheberrecht : Leitfaden für Ausbildung und Praxis / von Volker Ilzhöfer. - München : Vahlen, 1995. - XIV, 249 S. : graph. Darst. ; 23 cm
ISBN 3-8006-1948-2 kt. : 38,00

Kurzannotation:
Einführung in den gewerblichen Rechtsschutz und das Urheberrechtsgesetz insbesondere unter Berücksichtigung des Schutzes von Computerprogrammen und der europäischen Dimension.
Besprechung:
Im Mittelpunkt dieser Einführung für Studierende und Praktiker stehen der gewerbliche Rechtsschutz (Patent-, Gebrauchsmuster- und Geschmacksmuster- sowie Markengesetz) und das Urheberrechtsgesetz in der neuesten Fassung und nach dem neuesten Stand der Rechtsprechung, insbesondere unter Berücksichtigung des Schutzes von Computerprogrammen und der "europäischen Dimension". In formaler Hinsicht werden die Gesetze kommentierend erläutert und sind mit Beispielen versehen. Hervorzuheben sind Ablaufpläne über die Verfahren und tabellarische Übersichten sowie durchgängig zahlreiche Fälle mit Lösungen. - Breit einsetzbar neben dem Überblick von B. Steckler: "Kompendium gewerblicher Rechtsschutz" (BA 5/93), der wegen seiner Allgemeinverständlichkeit und vielseitigeren Darstellung den Vorzug verdient. Ferner neben H.-R. Reichel: "Gebrauchsmuster- und Patentrecht" (BA 10/89, 2. Auflage 1992). (2) - Gerhard Kempf

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
10

Märchen der Azteken, Maya und Tolteken : nebst einem Glossar der mexikanischen Götter, Städte und Symbole / hrsg. und mit einem Nachw. von Frederik Hetmann. - Orig.-Ausg. - Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verl., 1996. - 186 S. ; 20 cm. - (Fischer , 13361 : Märchen der Welt)
ISBN 3-596-13361-0 kt. : 12,90
NE: Hetmann, Frederik [Hrsg.]

Kurzannotation:
Eine Sammlung mit alten indianischen Texten, Mythen und Liedern, dazu historische Berichte (z.B. "Die Spanier in Tenochtitlan" von Diaz del Castillo, 1632).
Besprechung:
Hetmann hat bereits mehrfach Indianermärchen und -mythen verschiedenster Herkunft herausgegeben. Aus der früheren Veröffentlichung "Indianermärchen aus Mexiko" (zuletzt BA 10/94) in dieser Reihe wurden 4 Texte übernommen. Ansonsten sind statt der dort abgedruckten, in neuerer Zeit aufgezeichneten Volkserzählungen europäischer Prägung nur alte indianische Texte, Mythen und Lieder enthalten, dazu historische Berichte (z.B. "Der toltekische Architekt von Chichen Itza" und "Die Spanier in Tenochtitlan", letzteres von Diaz del Castillo 1632). Also ein fast ganz neues Buch. Ausserdem Glossar der mexikanischen Götter, Herrscher, Städte und Symbole, Nachwort "Die Kulturen Mesoamerikas", Quellen- und Literaturverzeichnis. Zur weiteren Ergänzung des Themas. - Brigitte Prorini D'Agata

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
11

Neis, Edgar: Erläuterungen zu William Shakespeare, Romeo und Julia. - 6., erw. u. neubearb. Aufl. - Hollfeld : Bange, 1988. - 109 S. ; 16 cm. - (Königs Erläuterungen und Materialien ; 55/55a)
ISBN 3-8044-0298-4 kt. : 7.95
NE: GT

Kurzannotation:
Materialien zur Entstehungsgeschichte des Dramas, Inhaltsangabe, Personencharakteristik, dazu ein Kapitel über "Romeo und Julia" im Spiegel der Literaturkritik.
Besprechung:
Zu den reihenüblichen Informationen über Entstehung, Handlung und Personencharakteristik tritt hier ein Kapitel "Shakespeare und die Tragödie 'Romeo und Julia' im Spiegel der Literaturkritik". Einzige Einzelinterpretation zum Stück. (2 S) - LK/PF: Krauter

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
12

Neuordnung der Abfallwirtschaft / Günter Burgbacher ... - Ehningen bei Böblingen : expert-Verl., 1991. - 247 S. : Ill., graph. Darst. ; 21 cm. - (Innovative Abfallwirtschaft ; 1)
ISBN 3-8169-0670-2 kt. : 68.-
NE: Burgbacher, Günter; GT

Besprechung:
Ein Sammelband mit Beiträgen von Fachleuten hauptsächlich aus der Industrie, vom TÜV, aus Ministerien sowie aus Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden. Aus verschiedenen Blickwinkeln wird der aktuelle Stand der abfallwirtschaftlichen Bemühungen der Kommunen beleuchtet, wie sie sich angesichts der Neuordnung des Abfallrechts (Ziele: Abfallminderung und ressourcensparende Verwendung von Roh- und Hilfsstoffen) darstellen. Am Beispiel des Landes Baden-Württemberg und einzelner Gemeinden und Landkreise werden nicht nur technische, sondern auch rechtliche Fragen und Massnahmen behandelt. Die Fragestellungen sind aber auch für Gemeinden ausserhalb Baden-Württembergs von Bedeutung. Angesprochen sind vor allem Fachleute, aber auch umweltbewusste Laien, Kommunalpolitiker, Lehrer. Denkbar als praxisnahe Ergänzung z.B. zu dem Hochschullehrbuch von B. Bilitewski: "Abfallwirtschaft" (ID 47/90). (3) - Leo Prawitt

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
13

Nin, Anaïs: Briefe der Leidenschaft : 1932 - 1953 ; d. Zeugnis e. einzigartigen literar. u. erot. Beziehung / Anaïs Nin ; Henry Miller. - 1. Aufl. - München [u.a.] : Scherz, 1989. - 432 S. ; 23 cm EST: A literate passion. - Aus d. Engl. übers.
ISBN 3-502-10510-3 fest geb. : 48.-
NE: Miller, Henry

Besprechung:
1931 traf A. Nin Henry Miller (s. a. "Henry, June und ich", ID 13/87), mit dem sie für ein Jahrzehnt eine tiefe Leidenschaft und lebenslange Literaten-Freundschaft verband. Aus einem riesigen Briefbestand (die Briefe H. Millers an A. Nin s. BA 245, 337) hat G. Stuhlmann 250 Briefe der Jahre 1932 bis 1953 herausgesucht, z.T. gekürzt und mit einigen Kommentaren sowie sorgfältigen biographischen Angaben und einem höchst interessanten Vorwort versehen. Die Briefe sind vornehmlich als Dokumente ihrer Sinnlichkeit, ihrer Zuneigung, ihres kreativen Gedankenaustausches ausgewählt worden. Hier wird - von H. Miller auch drastisch - ausgesprochen, was die Nin in ihren Tagebüchern und Romanen hinter sensiblen Reflexionen und Metaphern weiblicher Sinnlichkeit verbarg. Die Auswahl macht den Leser zum Voyeur, er erfährt viel über private Auslöser erotischer Dichtung. - Nur für grosse Bibliotheken. - Birgit Dankert

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
14

Pesch, Otto H.: Thomas von Aquin : Grenze u. Grösse mittelalterl. Theologie ; e. Einf. / Otto Hermann Pesch. - Mainz : Matthias-Grünewald-Verl., 1988. - 452 S.
ISBN 3-7867-1371-5 fest geb. : 48.-

Besprechung:
Der Hamburger Dogmatiker legt eine hervorragende Hinführung zur Theologie des Thomas (1225-1274) vor, die bisher in dieser Form fehlte. Hingegen gibt es mehrere Biographien, z.B. von J. A. Weisheipl (BA 12/70, 335), und philosophische Einleitungen, z.B. von J. Pieper: "Thomas von Aquin" (Kösel 1986), zu diesem Kirchenlehrer. Pesch stellt seine Theologie anhand von Fallbeispielen anschaulich und nachvollziehbar dar. Ein historisch-biographischer Vorspann, das ausführliche Sachregister und Hinweise zur Vertiefung des Erarbeiteten machen das Werk zu einem vorzüglichen Studienbuch für Theologen, Historiker und Studenten. Obwohl sicherlich ein Standardwerk, empfiehlt sich die Anschaffung wegen des begrenzten Interessentenkreises nur für ausgebaute Bestände. - Alfred Sobel

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
15

Renner, Franz: Spinnen : ungeheuer, sympath. - Kaiserslautern : Nitzsche, 1990. - 96 S. : zahlr. Ill. ; 21 cm. - (Reihe Natur ; 1)
ISBN 3-9802102-0-0 kt. : 15,-
NE: GT

Kurzannotation:
Behandelt allgemeinverständlich Biologie und Kulturgeschichte der Spinne(n); mit Zeichnungen und einigen Schwarzweissfotos.
Besprechung:
Ein sehr empfehlenswertes Büchlein über die interessanten Tiere. Behandelt zunächst die allgemeinen biologischen Tatsachen: Körperbau, Nahrung, Fortpflanzung, Entwicklung, Spinndrüsen und -fäden, es folgen einige besonders häufige einheimische Spinnen, schliesslich eine Kulturgeschichte auf 35 Seiten: Spinne in Aberglauben, in Karikatur und Literatur, Spinnen in der Völkerkunde. Gut geschrieben, breit interessant, sparsam ausgestattet (Zeichnungen, einige Schwarzweissfotos). (2 S) - Klaus Bock

RVK:

DK:

DDC 21:

KAB:

ASB:

SfB:

zur Lösung
16

Schewe, Carola: Alleinerziehend - na und? : Rat und Hilfe für Alltag, Erziehung und seelische Krisen / Carola Schewe. - 1. Aufl. - München : Gräfe und Unzer, 1995. - 96 S. : Ill. ; 22 cm. - (Ratgeber Leben : Familie)
Auch als "Ratgeber Leben : Frau" bezeichnet
ISBN 3-7742-2524-9 kt. : 19,80

Kurzannotation:
Die Autorin greift wesentliche Stichworte zum Thema auf, wobei sie Anstoss zur produktiven Auseinandersetzung mit sich selbst gibt.
Besprechung:
Der knappe, moderne Ratgeber einer neuen "Ratgeber Leben"-Reihe greift einfach und geschickt wesentliche Stichworte zum Thema auf. Die Autorin ist Pädagogin, selbst betroffen und im Vorstand des "Verband alleinerziehender Mütter und Väter". Sie stellt die Einelternfamilie als eine Lebensform unter vielen dar, mit spezifischen Vorteilen und Problemen. Ihre sicher hilfreichen Ratschläge und Tips zum pragmatischen Umgang mit Alltagsschwierigkeiten geben Anstoss zur produktiven Auseinandersetzung mit sich selbst, den oft zu hohen Ansprüchen an sich und daraus resultierenden Schuldgefühlen, streifen ebenso Erziehungsfragen wie Zeit-Management. Weniger hilfreich fand ich die allzu idealtypischen Fotos im Reklamestil. (2) - Heidrun Lembach-Küster

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Biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder : Vorträge der VDE-Fachtagung am 9. und 10. November 1993 in Bad Nauheim / wiss. Tagungsleitung: Norbert Krause ... Veranst.: Verb. Deutscher Elektrotechniker (VDE) e.V. ... - Berlin [u.a.] : vde-Verl., 1993. - 180 S. : graph. Darst. ; 30 cm. - (VDE-Fachbericht ; 45)
Enth.: Teil 1. Niederfrequente Felder. - Teil 2. Hochfrequente Felder
ISBN 3-8007-1964-9 kt. : 78,00

Eine Sammlung von Aufsätzen verschiedener Fachleute aus einigen Fachinstituten, Universitäten usw. aufgrund einer Tagung 1993 in Nauheim/Wetterau. Es sind durchweg sachliche Beiträge mit vielen Daten, Diagrammen usw., ähnlich wie in H.-J. Haubrichs Sammelband (ID 41/90) oder in "Schutz vor elektromagnetischer Strahlung beim Mobilfunk" (ID 31/93). Auch zum weitgefaßten Thema "mögliche Gefahren, Schäden durch Elektrizität": die nicht ganz so wissenschaftlichen Beiträge von W.-D. Rose (BA 9/87 sowie 9/90) und P. Brodeur (BA 3/91) oder "Elektrosmog" (BA 6/94). Trotz des hohen Preises möglichst neben den beiden Erstgenannten.

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Gutenberg digital : Göttinger Gutenberg-Bibel, Musterbuch und Helmaspergersches Notariatsinstrument / Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. - München [u.a.] : Saur, 2000. - 2 CD-ROM + Beil. in Box
Voraussetzungen: PC 486DX/66 MHz oder höher, Macintosh/Power-Macintosh, Arbeitsspeicher 32 MB RAM, Festplattenspeicher 6 MB frei, Betriebssystem Windows 95/98/NT, MAcOS ab Version 7.x, Linux, Grafikkarte, CD-ROM-Laufwerk (8x)
ISBN 3-598-40470-0

Anlässlich des 600. Geburtsjahres von Gutenberg findet in Göttingen eine Ausstellung statt, in der u.a. die Staats- und Universitätsbibliothek der 1. in beweglichen Lettern gedruckten Bibel von 1454 vorstellt, eines der wenigen Exemplare auf Pergament, die noch erhalten sind. Der Text von 1282 Seiten mit den Illustrationen wurde auf 2 CDs eingescannt und steht damit erstmalig einer breiten Öffentlichkeit in dieser Vollständigkeit zur Verfügung. Zusätzlich wurde das Göttinger Musterbuch für die Ausmalung der Handschriften sowie die Dokumentation eines Rechtsstreites Gutenbergs mit seinem Geldgeber eingegeben, das so genannte Helmaspergersche Notariatsinstrument. Installation und Bedienung sind einfach, Detailansichten sind möglich, gerade die Vergrößerungen der Verzierungen sind sehenswert. Zusätzlich erklärende Texte zu Gutenberg, zum Buchdruck und Übersetzungen der lateinischen Bibeltexte. Ein außergewöhnliches Unterfangen, das Beachtung und Anerkennung verdient. Zum Staunen für den Laien und zum Arbeiten für den Wissenschaftler.

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Schaefer, Beate: ¬Das¬ Orakel von Cumae : eine sibyllinische Komödie / Beate Schaefer. – Frankfurt am Main : Eichborn, 2000. - 301 S. ; 22 cm
ISBN 3-8218-0824-1 fest geb. : 39.80

Ihr ungewöhnliches Romandebüt sieht die 1961 geborene deutsche Autorin als Hommage an 3 namhafte Autoren: R. Graves ("Ich, Claudius, Kaiser und Gott" BA 5/90), D. Adams ("Per Anhalter durch die Galaxis" BA 4/82,1) und Krimischriftstellerin D. L. Sayers. An der Ausgrabungsstätte des antiken Cumae treffen 2 skurille Computerfreaks aufeinander: der Amerikaner Theophilus Mittenzwei und der heimatlose Enea Potter (hat aber nichts mit Harry Potter zu tun!). Während Theo mit einem Stilledetektor versucht, den perfekten Ruheort zu finden, verdient Enea ein bisschen Geld mit ominösen Orakelsprüchen, die er per E-Mail von einer Cyber-Sybille erhält. Beide vereint allerdings das Wissen, dass in einer der Höhlen von Cumae eine Frau herzzerreißend weint. Theo macht sich auf die Suche nach dem mysteriösen Weinen, gerät dabei an eine faszinierende Frau, die ihn an der Seite Kaiser Augustus' auf geheimnisvolle Weise in das antike Rom mitnimmt. Der spannend und witzig erzählte Zeitreise-Roman spielt auf mehreren Handlungsebenen, lässt sich leicht lesen und wird Krimi- und Cyberfans sowie Freunde historischer Romane ansprechen.

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Albert, Thomas: Minolta Dynax 300si : [mit ausführlichem Grundkurs Fotografie] / Thomas Albert. - Gilching : vfv, 1995. - 144 S. : zahlr. Ill. (z.T. farb.), graph. Darst. ; 21 cm. - (Foto-Guide)
ISBN 3-88955-086-X kt. : 29,80

Die "300" ist eine vor allem für Anfänger gedachte Autofocus-Spiegelreflexkamera mit eingebautem Blitzgerät, die die "si" - Reihe nach unten abrundet (vgl. z.B. T. Maschke: "Minolta Dynax 500 si", "Minolta Dynax 700 si" beide ID 46/94). Der Zielgruppe gemäß ist der Preis von etwa 500,-- für das Gehäuse ohne Objektiv recht moderat. Neben einer Beschreibung von Kamera, Zubehör u.a. findet sich noch eine ca. 60 Seiten umfassende Einführung in die Fotografie.

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Altern: äussere Realität, innere Wirklichkeiten : psychoanalytische Beiträge zum Prozess des Alterns / Martin Teising (Hrsg.). - Opladen [u.a.] : Westdt. Verl., 1998. - 294 S.
ISBN 3-531-13035-8 kt. : 56,00

Sozialforscher, Therapeuten, Analytiker und Ärzte untersuchen aus psychoanalytischem Blickwinkel, wie sich die psychische Welt des alternden Menschen wandelt und unter welchen Umständen die innere Welt unverändert bestehen bleibt. Ein thematisch breit angelegter und anspruchsvoller Kongressbericht (Kassel 1996) . - Vorwiegend für Fachleute.

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Ackermann, Norbert: Lichttechnik : Systeme der Bühnen- und Studiobeleuchtung rationell planen und projektieren / Norbert Ackermann. - München [u.a.] : Oldenbourg, 2001. - 231 S. : zahlr. Ill. (z.T. farb.), graph. Darst. ; 25 cm
ISBN 3-486-27026-5 kt. : 126.74, 64.80 - ISBN 3-7029-0454-9 (Oldenbourg, Wien)

Der Band bietet Grundlagen, praktische Antworten auf zahlreiche Fragen, viele Tipps und Tricks. Der hilfreiche Anhang enthält ein Lexikon der wichtigsten Fachbegriffe, das obligatorische Prüfbuch als Muster u.a., aber auch einiges an Werbung. Das Buch dient Studenten als Einführung, Planern in der Praxis bei Theatern und Fernsehstudios als Informations- und Nachschlagewerk, es kann auch schon von allgemein Interessierten genutzt werden. Dennoch erst nach dem preisgünstigeren M. Ebner, der sogar noch eine CD-ROM enthält und sich eher an Amateurmusiker wendet.

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Barockes Silber / [Gestaltung und Reprod.: Michael Imhof]. - 1. Aufl. - Petersberg : Imhof, 1998. - 160 S. : zahlr. Ill. (überw. farb.). - (Kataloge des Dom-Museums Hildesheim ; 1)
ISBN 3-932526-35-X fest geb. : 49,00

Der Katalog wurde vom Dom-Museum in Hildesheim herausgegeben und bringt liturgische Silberarbeiten der Zeit 1600 bis ca. 1780. Er soll damit an die Hochblüte des Hildesheimer Stiftes und der Hildesheimer Gold- und Silberschmiede erinnern, die für Dom und Kirchen liturgische Geräte geschaffen haben. Einige Geräte sind heute zerstört, anderes ist noch vorhanden und wurde durch Leihgaben ergänzt. Das Katalogbuch bringt Beiträge über das Hochstift und den Hildesheimer Domschatz, der zu den bedeutendsten gehörte. Der Katalogteil verzeichnet knapp 90, z.T. hervorragende Silberarbeiten wie Silberantependien, Reliefs, Meßkelche, Monstranzen u.a. von Hildesheimern, Augsburger u.a. Silberschmieden. Die Exponate sind alle farbig abgebildet und ausführlich beschrieben. Abgeschlossen wird das Werk mit Kurzbiographien der genannten Gold- und Silberschmiede und einem Literaturverzeichnis. Katalog mit schönen Beispielen christlicher Kunst, dürfte aber nur von regionalem Interesse sein. (3)

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Swaan, Wim: ¬Die¬ grossen Kathedralen : Albi, Amiens, Bourges, Burgos, Canterbury, Chartres, Coutances, Ely, Florenz, Freiburg, Gloucester, Köln, Laon, Leon, Lincoln, Mailand, Orvieto, Palma de Mallorca, Pamplona, Paris, Peterborough, Reims, Regensburg, Rouen, Salisbury, Sevilla, Siena, Strassburg, Toledo, Ulm, Wells, Wien, York / Win Swaan. - Sonderausg., unveränd. Nachdr. - Köln : DuMont, 1996. - 328 S. : überw. Ill. (z.T. farb.), graph. Darst. ; 32 cm
ISBN 3-7701-3817-1 fest geb. : 49,90

Großformatiger Bildband zu den bedeutendsten gotischen Kathedralen in Frankreich, England, Deutschland, Spanien und Italien. Dieser Titel wurde 1969 schon einmal veröffentlicht (BA 273, 288), er kostete für damalige Zeiten schwer erschwingliche 98 Mark. Dieser unveränderte Nachdruck kann also, da nach 27 Jahren zum halben Preis zu haben, schon als Schnäppchen bezeichnet werden. Um so mehr, als es sich immer noch um ein sehens- und lesenswertes Buch handelt mit herausragendem Bilaterial und einem Text, der anschaulich und fundiert über die Bedeutung der gotischen Kathedralen für die mittelalterliche Gesellschaft und den Glauben, die Erbauer der Kathedralen und die Merkmale des gotischen Baustils informiert. Zahlreiche Ganz- und Detailaufnahmen der 33 beschriebenen Kathedralen. Die Bibliographie ist natürlich nicht mehr aktuell, der Text in einigen Punkten auch nicht. Aktueller und umfassender, aber viel teurer: Die Gotik-Bände des "Universum der Kunst" (zuletzt: "Das Jahrhundert der großen Kathedralen", ID 30/90).

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Sengespeick-Roos, Christa:¬Das¬ ganz Normale tun : Widerstandsräume in der DDR-Kirche / Christa Sengespeick-Roos. - 1. Aufl. - Berlin : Ed. Hentrich, 1997. - 211 S. : Ill.
ISBN 3-89468-234-5 kt. : 29,80

Besprechung: Die Autorin war in den letzten 7 Jahren der DDR Pfarrerin in der Ostberliner Auferstehungsgemeinde im Bezirk Friedrichshain, Anlaufstation und Sammelbecken für Menschen, die mit dem Staat in Konflikt geraten waren, Zwischenstation für Ausreisewillige, Freiraum für offenen Meinungsaustausch. Aktionen wie "Frauen für den Frieden", politische Nachtgebete sorgten für Spannungen auch mit der Kirchenleitung. Sie versucht, anhand von Tonbandnachschriften, Gedächtnisprotokollen, Stasi-Akten, Gesprächen mit damaligen IMs und einem Dialog mit der Frankfurter Literaturwissenschaftlerin Christa Bürger der Frage nachzugehen und sich bewußt zu werden: was war damals wirklich. – Ein Beitrag zum Verständnis der jüngsten deutschen Geschichte nicht nur für die, die dabei gewesen sind oder betroffen waren.

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Abfallwirtschaft und Umwelt / von Peter Dreher ... - Bonn : Economica-Verl., 1998. - X, 186 S. : graph. Darst. - (Umweltschutz - Grundlagen und Praxis ; 13)
ISBN 3-87081-602-3 kt. : 29,80

Ein weiterer Band des auf 17 Bände konzipierten Handbuches "Umweltschutz - Grundlagen und Praxis" (zuletzt "Schutz der Meere ...", ID 25/97), bislang wurden hier 13 Bände vorgestellt. In diesem Band geht es insbesondere um die Analyse und Bewertung von Stoffströmen, um Ansätze zur Stoffflußsteuerung allgemein sowie um Instrumente zur Steuerung gewünschter Stoffflüsse. Die Wiederverwertung von Stoffen, der Stoffkreislauf letztendlich ist das zentrale Thema. Davon kann man nach Ansicht der Autoren in Deutschland noch nicht sprechen; ihrer Auffassung nach ist Deutschland zur "Stoffsenke" geworden, in der sich alle möglichen Stoffe sammeln. Die Autoren stellen aber nicht nur die Entwicklung und den gegenwärtigen Stand der Abfallwirtschaft und Abfallpolitik in Deutschland dar, sondern zeigen auch Lösungsansätze auf; auch globale Aspekte werden einbezogen. Angesprochen sind Fachleute der Politik, Wirtschaft sowie in Behörden und in der Forschung. Bibliotheken, die sich das vorgestellte "Handbuch Abfall-Wirtschaft und Recycling" (BA 6/94) nicht leisten konnten, kann dieser Titel gute Dienste leisten.

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Gott und Götter im alten Ägypten : [Sammlung Resandro, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin, 1992 ...] / [veröff. anlässlich der gleichnamigen Sonderausstellung]. Sylvia Schoske ; Dietrich Wildung. - 2. Aufl. - Mainz am Rhein : Zabern, 1993. - VIII, 264 S. : überw. Ill. (überw. farb.), graph. Darst., Kt. ; 30 cm
ISBN 3-8053-1409-4 fest geb. : 88,00

Besprechung: Begleitband zu einer Ausstellung 1992/93 (Berlin, München, Hamburg), der vielfach noch nicht gezeigte altägyptische Götterdarstellungen in kleinformatigen Kunstwerken vorstellt. Das hat seinen erklärten Sinn darin, daß gerade diese "Kleinkunst" als bildliche Quelle einen besseren Eindruck von der Glaubenswirklichkeit der altägyptischen Bevölkerung gibt, als die ausschließlich durch die Auswertung von Textquellen gewonnenen Götterschemata. Daß diese Schemata nicht so starr zu sehen sind, zeigt die Vielfalt der hier vorgestellten Exponate. Geordnet ist das Material in 9 thematische Kapitel, denen jeweils nach kurzer Einführung die entsprechenden, ausführlich erläuterten und sehr gut abgebildeten Objekte zugeordnet sind (insgesamt gut 200 Abbildungen, in der Mehrzahl farbig). Register. Über die Ausstellung hinaus ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der altägyptischen Kultur.

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Hartmann, Jürgen: Westliche Regierungssysteme : Parlamentarismus, präsidentielles und semi-präsidentielles Regierungssystem / Jürgen Hartmann. - Opladen : Leske + Budrich, 2000. - 221 S. : graph. Darst. ; 24 cm. - (Grundwissen Politik ; 29)
ISBN 3-8100-2915-7 kt. : 29.80

Der Politikprofessor (Bundeswehr-Uni Hamburg) legt hier eine Einführung in die vergleichende Regierungslehre vor, die sich an den "Prototypen" westlicher Regierungssysteme orientiert: parlamentarisches System (Großbritannien), Präsidialsystem (USA) und semi-präsidentielles System (Frankreich). Der Untersuchung der einzelnen Systeme ist eine Einführung in Geschichte, Typologie und Terminologie der theoretischen Beschreibung von Regierungssystemen vorangestellt. Innerhalb der 3 Hauptkapitel behandelt der Autor die 3 prototypischen Regierungssysteme weitgehend analog: kurzer historischer Abriss, verfassungsrechtlicher Rahmen, Parlament, Staatsoberhaupt, Regierung und Verwaltung, Gerichtswesen, Parteien und Verbände. Leider fehlt ein Register. Das Lehrbuch geht auf einen Kurs der Feruni Hagen zurück und ist für das Selbststudium konzipiert. Daher auch für Schüler der gymnasialen Oberstufe geeignet. W. Röhrich (BA 1/00) geht über diese Typologie hinaus und beschreibt - allerdings kompakter – weitere politische Systeme. Hartmanns Einführung ist ein Lehrbuch im besten Sinne.

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Kurmann-Schwarz, Brigitte: Chartres - die Kathedrale / Text von Brigitte Kurmann-Schwarz und Peter Kurmann. Fotogr. von Claude Sauvageot. - Regensburg : Schnell + Steiner, 2001. - 311 S. : zahlr. Ill. (z.T. farb.), graph. Darst. ; 26 cm. - (Monumente der Gotik)
ISBN 3-7954-1234-X fest geb. : 99.80

Ein weiterer Band der neuen Reihe "Monumente der Gotik" (vgl. auch B. van den Bossche: "Straßburg" und "Reims" in dieser Nr.). In der Art eines Rundgangs, in Text und Bild den Informationsgehalt durchschnittlicher Kunstführer weit überbietend, zeigt dieser umfangreiche Band eine Gesamtschau der Kathedrale einschließlich Architektur, Glasmalereien und Skulpturenausstattung. Allgemeinverständlich, neuere Forschungsansätze einschließend und diskutierend werden Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Baus, Ikonographie und Datierung der Glasmalereien und der Skulpturen dargestellt, begleitet von zahlreichen Illustrationen, Zeichnungen, Grund- und Aufrissen. Der Bedeutung des Baus angemessen detaillierter Band, in größeren Bibliotheken bei entsprechendem Etat neben "Die gotische Architektur in Frankreich" (ID 19/96) bzw. "Das Jahrhundert der großen Kathedralen" (ID 30/90) einsetzbar.

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Aktiengesetz GmbH-Gesetz. Mit Umwandlungsgesetz, Publizitätsgesetz ... ; Textausgabe mit ausführlichem Sachregister und einer Einführung. Von Wolfgang Hefermehl. - Sonderausg., 31., überarb. Aufl., Stand: 20. März 1999. - [München] : Dt. Taschenbuch-Verl., 1999. - XXXIX, 374 S. ; 20 cm. - (dtv ; 5010 : Beck-Texte im dtv)
ISBN 3-423-05010-1 kt. : 9,90 - ISBN 3-406-45238-8 (Beck)

Textausgabe der beiden grundlegenden Gesetze zu den Kapitalgesellschaften in aktueller Neuausgabe (hier zuletzt 27. Auflage, Stand: 1. Dezember 1995, BA 7/96), mit einer Einführung in das Rechtsgebiet sowie einem brauchbaren Register im Anhang. Die Änderungen zu den Vorauflagen sind eher gering, deshalb vorwiegend zur Ersatzbeschaffung empfohlen.

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Dombrowski, Juri: ¬Der¬ Hüter der Altertümer : Roman / Jurij Dombrowskij. - Hildesheim : Claassen, 1997. - 382 S.
ISBN 3-546-00113-3 fest geb. : 39,80

Im Frühjahr 1933 wird der Ich-Erzähler, ein Historiker aus Moskau, in ein Museum nach Alma Ata in Kasachstan abgeordnet. Er beschäftigt sich mit Ausstellungen und archäologischen Funden, befreundet sich mit dem Museumsdirektor und einem Schreiner, dem "Tischleropa", und kümmert sich nur wenig um die politischen Ereignisse. Doch zur Zeit des Stalinismus kann man sich auch in der sowjetischen Provinz und an einem vermeintlich so idyllischen Ort wie einem Museum den Auswüchsen der totalitären Ideologie nicht entziehen. Dombrowski verquickt in diesem Roman, wie schon in "Die Fakultät unnützer Dinge" (ID 50/90), auf meisterhafte Weise autobiographische und zeitgeschichtliche, fast bis zum Ende der Chruschtschow-Ära reichende Elemente zur literarischen Aufarbeitung einer tragischen Epoche der sowjetischen Geschichte. Für größere Bestände.

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Das Affen-Buch / hrsg. von Thomas Schaefer ... - Zürich : Haffmans, 1994. - 411 S. : Ill. ; 22 cm
ISBN 3-251-00246-5 fest geb. : 38,00

Eine Anthologie zum Thema Affe unter dem Motto "Bei den Affen ist es nämlich nicht anders als bei den Menschen". Gegenstand ist vornehmlich der Menschenaffe als literarische Figur, als Objekt der Naturgeschichte und Zoologie, der Philosophie, der Sprache und Sprechfähigkeit, der Erziehung durch den Menschen. Weitgespannt die Namen der Autoren, Schriftsteller, Philosophen, Naturwissenschaftler, darunter, in bunter Folge, u.a. Lessing, Goethe, Nietzsche, Tucholsky, Kästner, Schopenhauer, Musil, E. A. Poe, P. Highsmith, Kafka, Darwin, Brehm, F. Engels, Kant, W. Busch, D. E. Zimmer. Eine vergnügliche und nachdenklich stimmende, immer lohnende Lektüre. – Für möglichst viele Bibliotheken.

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Spieler, Reinhard: Max Beckmann : Bildwelt und Weltbild in den Triptychen. - Köln : DuMont, 1998. - 285 S. : Ill. (z.T. farb.)
ISBN 3-7701-4654-9 kt. : 49,90

Besprechung: Beckmanns Triptychen zählen zu den bedeutendsten Bildensembles der modernen deutschen Kunst, sie befinden sich in der Hauptsache in amerikanischen Museen. Erst als 50jähriger malte Beckmann sein 1. Triptychon ("Abfahrt", 1933), das bekannteste dürften die "Argonauten" von 1949-50 sein, denen H. Belting einen eigenen Beitrag wiet. Spieler untersucht in seiner Dissertation Formales, Gestaltung, Motive und Mythologie, mit denen er die Bilder als Kulminationspunkt im Werk Beckmanns betrachtet und dessen Weltbild zuordnet. Die Triptychen sind kleinformatig in Farbe abgebildet, andere Bildbeispiele sind dem Text zugeordnet. Mit Anmerkungen, Literaturverzeichnis. Nicht leicht zugängliche Ergänzung zur anwachsenden Beckmann-Literatur.

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Pilgerziele der Christenheit : Jerusalem, Rom, Santiago de Compostela / hrsg. von Paolo Caucci von Saucken. Mit Beitr. von Fernando López Alsina ... - Stuttgart : Belser, 1999. - 384 S. : überw. Ill. (z.T. farb.), Kt. ; 31 cm
ISBN 3-7630-2372-0 fest geb. : 198.00

Die biblischen Stätten zu Jerursalem, die Apostelgräber in Rom und Santiago de Compostela waren schon im Mittelalter bevorzugte Ziele christliche Pilgerziele. Über Bedingungen, Motive, Alltag und Bestimmung informierte N. Ohler in "Pilgerleben im Mittelalter" (BA 8/94). Das jetzige Pendant dazu ist ein großformatiger, in jeder Hinsicht gewichtiger Band mit 12 Beiträgen renommierter Fachleute aus Europa: wissenschaftlich gehandelt wird von Pilgerfahrt, Pilgern, Pilgerwegen und heiligen Orten, historische Hintergründe werden aufgehellt, allgemeinverständlich in das Pilgerwesen eingeführt. Trotz über 400 vielfach farbigen Abbildungen erlesener Auswahl, informativer Qualität und vorzüglicher Reproduktion, die die Darstellung des Themas in der Kunst anschaulich machen, ist das Buch aber kein reiner Schauband. Eine etwa 400 Titel umfassende Bibliographie gibt Hinweise zum Weiterstudium. Der aktuelle Band (Heiliges Jahr, Jakobsweg) führt inhaltlich über das als Einführung besser geeigneten Buch von Ohler hinaus.

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Pflumm, Walter: Biologie der Säugetiere : mit 4 Tabellen / Walter Pflumm. In Zusammenarbeit mit Margarete Pflumm-Eisbrenner. - 2., durchges. Aufl. - Berlin : Parey, 1996. - 565 S. : zahlr. Ill. und graph. Darst. ; 24 cm
ISBN 3-8263-3140-0 kt. : 48,00

Spezielles Hochschullehrbuch der Säugetierkunde. Praktisch unverändert gegenüber der 1. Auflage (s. ID 47/89). Damaliges Urteil: "... behandelt Anatomie, Physiologie, Verhalten, Evolution, Systematik und kann bei dieser umfassenden Thematik häufig nur stichwortartig Auskunft geben ... eignet sich gut als Nachschlagewerk, vor allem für die allgemeine Säugetierkunde".

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Fester, Thomas: Leben aus dem Feuer? : eine Reise zu den Anwohnern der Vulkane unseres Planeten / Thomas Fester. - Aachen : Shaker, 2000. - 160 S. : Ill., graph. Darst., Kt. ; 21 cm. - (Berichte aus der Biologie)
ISBN 3-8265-7973-9 kt. : 39.80

Einige Bakterienarten sind in der Lage, bei Temperaturen bis zu über 100 Grad zu überleben. Diese Hochtemperaturspezialisten existieren z.B. in heißen vulkanischen Quellen, in Thermalquellen im Yellowstone National Park oder in Vulkanen der Tiefsee. Das Buch vermittelt einen Überblick über die systematische Zuordnung dieser Mikroben und beschreibt ihre speziellen Überlebensstrategien und ihre unterschiedlichen Energiequellen. Zudem erklärt der Autor die biochemische Beschaffenheit ihrer Baustrukturen, die diese Temperaturtoleranz ermöglichen, und die physiologischen Anpassungsmechanismen an diese thermischen Extremstandorte. Aufgezeigt werden Möglichkeiten der wirtschaftlich technischen Nutzung dieser Organismen. Einen breiten Raum nimmt die Diskussion um ihre Bedeutung für die Entstehung und Entwicklung des Lebens ein sowie über die Möglichkeiten einer Existenz im Weltall. Eine gut verständliche, konzentrierte Darstellung mit kurzgefassten Kapiteln, einer differenzierten Gliederung und didaktisch übersichtlichen Zusammenfassungen. Ergänzend zu M. Gross (BA 9/97) und "Extremophile" (BA 5/94).

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Begon, Michael: Populationsökologie / Michael Begon, Martin Mortimer und David Thompson. - Heidelberg [u.a.] : Spektrum, Akad. Verl., 1997. - 380 S. : zahlr. graph. Darst.
ISBN 3-86025-258-5 fest geb. : 78,00

Die Populationsökologie, ein Teilgebiet der Theoretischen Ökologie, untersucht (biologische) Größen von Pflanzen- und Tierpopulationen, Dynamik und Wechselwirkungen innerhalb der Populationen (u.a. Konkurrenz, Räuber-Beute-Systeme, Wirt-Parasit). Dieses, im Original bereits in der 3. Auflage vorliegende, nicht ohne mathematische Kenntnisse verständliche Lehrbuch wendet sich in erste Linie an fortgeschrittene Studenten und Fachleute (vgl. M. Begon: "Ökologie", BA 4/92; von K. Bock seinerzeit sehr positiv beurteiltes umfangreiches Hochschullehrbuch). Zum Thema bisher wenig auf Deutsch erschienen.

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Wilkomirski, Binjamin: Bruchstücke : aus einer Kindheit ; 1939 - 1948 / Binjamin Wilkomirski. - 1. Aufl. - Frankfurt am Main : Jüdischer Verl., 1995. - 142 S. ; 21 cm
ISBN 3-633-54100-4 fest geb. : 32,00

Besprechung: Die Bilder von seiner Kindheit sind unscharf, Erinnerungsfetzen nur an Transporte, Lager, Waisenhäuser, Baracken des Dahinvegetierens, Tod in vielfältiger Drohung und Todesangst: Binjamin Wilkomirski kennt weder Geburtsdatum noch Herkunft oder Verwandte, assoziiert Kindheit mit Ankunft im Lager Maidanek, später Lublin, mit der "Hundehütte", erinnert sich dunkel an 4 oder 5 Brüder, 2 mit Namen, an den Tod der Mutter, die Aufseherin im Waisenhaus. Später dann die ersten Tage im Schweizer Exil, wieder Kinderheim, Pflegeeltern, die ihn alles vergessen lassen wollen, was vorher war; in der Schule das Bild vom Tell, der auf den Apfel zielt, was der Knabe (er faselt, sagt die Lehrerin) mit SS-Männern assoziiert, die auf Kinder schießen. Erst als 50jähriger macht er sich auf Spurensuche, Bruchstücke seiner Identität zu finden: jüdische Kindheit in Polen 1939-1948.

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Atkins, Peter W.: Im Reich der Elemente : ein Reiseführer zu den Bausteinen der Natur / P. W. Atkins. - Heidelberg [u.a.] : Spektrum, Akad. Verl., 1997. - 182 S. : graph. Darst.
ISBN 3-8274-0233-6 fest geb. : 39,80

"Selten sind grundlegende chemische Konzepte so phantasievoll und anregend erfahrbar gemacht worden wie auf dieser Lese-Expedition" heißt es im Klappentext, und das ist richtig. Thema ist das Periodensystem der chemischen Elemente, dessen Verständnis Schülern oft Schwierigkeiten bereitet. Es wird hier mit einem Königreich, bestehend aus westlichem und östlichem Block, Landenge und Südinsel (die den s-, p-, d- und f-Blocks der Elektronenschalen entsprechen) verglichen. Lebendig erläutert der Autor, der Professor für physikalische Chemie ist und bereits mehrere Bücher veröffentlicht hat, darunter ein Lehrbuch und eines über Moleküle (BA 6/89), die grundlegenden Strukturen des Periodensystems, und die entsprechenden physikalisch-chemischen Eigenschaften, die sich im wesentlichen aus der Elektronenstruktur ergeben. Darüber hinaus geht er auf die Geschichte dieser wichtigen Entdeckung ein. Allen Bibliotheken, auch Schulbibliotheken, zu empfehlen.

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Bernhard, Helmut: Wissensspeicher Astronomie / Bernhard ; Lindner ; Schukowski. - 1. Aufl. - Berlin : Volk-und-Wissen-Verl., 1995. - 192 S. : zahlr. Ill. und graph. Darst. ; 22 cm
ISBN 3-06-081705-7 kt. : 19,80

Der Titel enthält in komprimierter Form mit vielen Tabellen und graphischen Darstellungen das Wichtigste bis zum Abitur. Der Stoff ist nach Gebieten und darin wieder in Stichworte gegliedert; bei der weiteren Erschließung hilft ein Register und eine Zeittafel. Es handelt sich (im Buch wird darauf hingewiesen) um eine erweiterte Neuauflage des gleichnamigen Titels, der in BA 1/87 besprochen war (lag zum Vergleich nicht vor). Zielgruppe sind Schüler der Sekundarstufe 1 wie auch Studienanfänger. Alte Auflagen können noch aufgebraucht werden, sollten aber möglichst ersetzt werden.

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Bioanalytik / Friedrich Lottspeich ... (Hrsg.). - Heidelberg [u.a.] : Spektrum, Akad. Verl., 1998. - XXI, 1035 S. : graph. Darst. - (Spektrum-Lehrbuch)
ISBN 3-8274-0041-4 fest geb. : 148,00

Umfassendes Hochschul-Lehrbuch zu analytischen Methoden in den Biowissenschaften (Molekularbiologie, Protein(bio)chemie, z.T. auch moderne Cytogenetik). Es geht um die Analyse der Struktur und Funktion von Nucleinsäuren. Auf neuestem wissenschaftlichem Stand (z.B. Datenanalyse), unter Mitarbeit von mehr als 30 internationalen Wissenschaftlern (Forschung, Lehre, Entwicklung). Rot markierte Stichwort(quer)verweise auf dem sehr breiten Satzspiegel stellen Zusammenhänge her, mit weiterführender Literatur und ausführlichem Sachindex. Nützlich zur thematischen Übersicht das Flußdiagramm auf dem hinteren Vorsatzblatt. Für Naturwissenschaftler, fortgeschrittene Studierende, Mediziner, sachkundige interessierte Leser sowie in den aufgeführten Feldern beruflich Tätige. Also: an Hochschulstandorten für den speziellen Bedarf.

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Biologie des Menschen / hrsg. und mit einer Einf. vers. von Volker Sommer. - Heidelberg [u.a.] : Spektrum, Akad. Verl., 1996. - X, 163 S. : Ill. (z.T. farb.), graph. Darst. ; 30 cm. - (Verständliche Forschung)
ISBN 3-8274-0106-2 kt. : 48,00

Beiträge aus "Spektrum der Wissenschaft" zu Phylogenese, Ontogenese und Verhalten des Menschen. In den zwischen 1984 und 1995 erschienenen Artikeln werden u.a. folgende Themen abgehandelt: stammesgeschichtliche Entwicklung des Menschen vom Affen über den Bonobo bis hin zum Homo sapiens; Individualentwicklung, dargestellt etwa am Mutter-Kind-Stoffwechsel während der Schwangerschaft. Der letzte Abschnitt thematisiert das Verhalten des Menschen. Hier wird der Stellenwert von Anlage und Umwelt für die Entwicklung hinterfragt. In weiteren Kapiteln: Alterungsvorgänge, Kooperation und Konkurrenz im Sozialverhalten. Nützliche Zusammenstellung, allerdings kein Lehrbuch wie das Standard-Lehrbuch zu Anatomie, Entwicklungsgeschichte und Physiologie gleichen Titels (Quelle & Meyerverlag; BA 4/92). - Bei zusätzlichem Bedarf, vor allem für Schüler.

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Comins, Neil F.: ¬Der¬ Schweif des Kometen : Irrtümer und Legenden über das Universum / Neil F. Comins. - Stuttgart [u.a.] : Dt. Verl.-Anst., 2002. - 317 S. : Ill., graph. Darst. ; 21 cm
ISBN 3-421-05610-2 fest geb. : 19.90

Es gibt weitverbreitete irrtümliche Ansichten: Kometen ziehen einen Schweif hinter sich her, die Sonne scheint, weil in oder auf ihr Gas verbrennt; die Jahreszeiten gehen hauptsächlich auf den sich verändernden Abstand Erde-Sonne zurück, und mit der genauen Erklärung der Gezeiten tut man sich ebenfalls recht schwer. Auch über Schwarze Löcher existieren die sonderlichsten Ansichten, vom Einfluss der Sterne auf den Menschen ganz zu schweigen. Der Autor erklärt ausführlich, wie weit solche Irrtümer verbreitet sind, wie sie entstehen (psychologische Effekte, Begrenzung der Sinneswahrnehmung, unklare Begriffe, ungeprüftes Vorwissen, falsche Einschätzung des "gesunden Menschenverstandes") und was man dagegen tun kann (u.a. genau beobachten und analysieren, sorgsam hinterfragen, nichts ungeprüft übernehmen, sich über eingefahrene Denkweisen klar werden). Sehr klar, verständlich und engagiert geschrieben, ist das Buch zugleich eine Einführung in wissenschaftlich-kritisches Denken und weist darin Verwandtschaft auf zu Carl Sagan: "Der Drache in meiner Garage" (BA 12/97).

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Heidi - Karrieren einer Figur / hrsg. von Ernst Halter. - Zürich : Offizin, 2001. - 295 S. : zahlr. Ill. (z.T. farb.) ; 25 cm
ISBN 3-907496-09-4 fest geb. : 79.00

Besprechung:
Die internationale Erfolgsgeschichte der 1880 erschienenen Erzählung von dem armen Waisenkind, das mit der Schweizer Bergwelt verwachsen ist und in der Großstadt verkümmert, ist ebenso erstaunlich wie die vielen Verfilmungen des Stoffes, vornehmlich nach 1945. Zum 100. Todestag Johanna Spyris, der Schöpferin der ungebrochen lebendigen "Heidi"-Gestalt, erscheint diese Aufsatzsammlung Züricher Literaturwissenschaftler und Volkskundler, die vor allem die Entstehungsgeschichte und den Zeitkontext, zentrale Motive und die Rezeptionsgeschichte beleuchten. Die Beiträge sind in der Regel solide erarbeitet, bieten eine Fülle anregender Informationen und sind ansprechend illustriert. Leider aber lösen sich zu wenige der Autoren vom trockenen Referat- und Seminarstil einer interdisziplinären Hochschulveranstaltung, aus der heraus dieses Buch erwachsen ist. Vorrangig für Großstadtbibliotheken und kinderbibliothekarische Fachbuchbestände. (3) Ronald Schneider

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Asterix und seine Zeit : die grosse Welt des kleinen Galliers / hrsg. von Kai Brodersen. - Orig.-Ausg. - München : Beck, 2001. - 241 S. : zahlr. Ill. ; 20 cm. - (Beck'sche Reihe ; 1404)
ISBN 3-406-45944-7 kt. : 19.90

Untertitel:
Namhafte Altertumswissenschaftler beschreiben augenzwinkernd ihre Faszination über die Comicgeschichten des kleinen Galliers, die den Lesern weltweit unterhaltsam, facettenreich und wie ganz nebenbei die Geschichte der römischen Antike vermitteln.

Besprechung:
Wie viele literarische bzw. künstlerische Hervorbringungen von Rang zeitigt auch die Asterix-Serie zahlreiche Sekundärwerke. André Stoll befasste sich mit der "Bild- und Sprachartistik" (BA 328,245), "Das große Asterix-Lexikon" brachte Kurz-Infos zu einzelnen Abenteuern (BA 4/00), "Die spinnen, die ..." zeigte reale Beweise (BA 6/00). René van Royen (BA 8/98) arbeitete ebenso wie "Asterix - das Kultbuch" (BA 5/01) verschiedene Einzelaspekte auf, und Ähnliches tut auch der vorliegende Band. Er enthält Studien zu Asterix' Welt, zu einzelnen Figuren und "Berufsgruppen" sowie zu weiteren Themen althistorischer Forschung. Den Abschluss bildet ein "Werkstattbericht" der Asterix-Übersetzerin G. Penndorf. Sowohl der Herausgeber, Kai Brodersen (s. zuletzt "Metzler Lexikon Geschichte": BA 12/00), wie auch fast alle anderen der 13 Beiträger sind Altertumswissenschaftler. Diese beweisen hohe Kenntnis - von Altertum und Asterix -, ihre sparsam, doch treffend illustrierten Texte sind jedoch alles andere als trocken, sondern ebenso ernsthaft und informativ wie unterhaltsam. Neben den o.g. Werken empfohlen. (2) Roland Schwarz

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Mücke, Eberhard: Kennzeichen technischer Regeln : ein kleines Nachschlagewerk für den Praktiker / Eberhard Mücke. - 1. Aufl. - Berlin [u.a.] : Beuth, 2001. – 336 S. ; 21 cm + Inh.-Übersicht
ISBN 3-410-14905-8 kt. : 42.00

Besprechung:
Kurznachschlagewerk, das zunächst eine Auflistung von Abkürzungen ("Kennzeichen") technischer Regelwerke (von "AD-Merkblätter" der Arbeitsgemeinschaft Druckblätter bis zu "ZVH-Richtlinien" des Zentralverbandes Haustechnik), dann eine Liste der offiziellen Bezeichnungen sowie der Herausgeber, im Hauptteil eine Beschreibung der Regelwerke in alphabetischer Gliederung nach Kurzzeichen bereithält. Bringt Erläuterungen zum Inhalt und zum Umfang des Regelwerkes, enthält Anschriften von Herausgebern und weist auf Bezugsquellen hin. Außerdem werden Beispiele für offizielle und für Verlagspublikationen angegeben. Der Band wendet sich an Praktiker in Firmen und Behörden und setzt den Umgang mit Normen (sind hier nicht berücksichtigt) und Richtlinien voraus. Einsetzbar in Spezialbibliotheken und in größeren Nachschlagebeständen einer Öffentlichen Bibliothek. (3 A)

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Aufwachsen und Lernen in der sozialen Stadt : Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebensräumen / Kirsten Bruhns ... (Hrsg.). - Opladen : Leske + Budrich, 2001. - 356 S. : graph. Darst. ; 22 cm
ISBN 3-8100-3040-6 kt. : 29.80

Besprechung:
Der Band versammelt Beiträge und Ergebnisse einer gleichlautenden Tagung des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend vom November 1999. Beschrieben und analysiert werden Lebenssituationen und -bedingungen von Kindern und Jugendlichen in sozialen Brennpunkten. Zugleich wird versucht, Ansätze und Konzepte zum Abbau dieser problematischen Sozialisationsbedingungen und letztlich eine Politik für eine soziale Stadt zu entwickeln. Zielgruppe sind alle in den Bereichen Sozialarbeit, Stadtentwicklung und Bildung Tätigen. - Ergänzung zu "Armut im Jugendalter" (ID 21/98), "Kinderarmut in Deutschland" (BA 7/00) und "Kinder und Jugendliche in Armut" (ID 15/01). (3)

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Jeni, Kurt: Modernisieren durch Umbauen : das Buch der attraktiven Lösungen und Ausführungs-Beispiele / Kurt Jeni. - Taunusstein : Blottner, 2002. - 126 S. : überw. Ill. (überw. farb.) ; 31 cm
ISBN 3-89367-628-7 fest geb. : 25.00

Untertitel: Zu jeder Umbau-Serie werden die Planungs- und Sanierungsmaßnahmen detailliert im Text und mit zahlreichen Fotos der Baufortschritte aufgezeigt. Einen besonderen Schwerpunkt liegt auf den Themen Finanzierung, Kosten einzelner Maßnahmen, Gesamtkosten und Tipps zum Sparen.
Besprechung: Vom Autor existieren bereits Bücher mit Anregungen für den Umbau von Häusern/Landhäusern (BA 9/97; 8/99), zu denen es keine Überschneidungen gibt. Hier legt er einen attraktiv bebilderten Band vor, der sich detailliert mit den Möglichkeiten und Arbeiten beschäftigt, die beim Modernisieren vorhandener Bausubstanz durch Umbaumaßnahmen anfallen. Die umfassenden Beispiele betreffen einen alten Kotten, eine Doppelhaushälfte aus den 50er-Jahren, den Umbau eines älteren Einfamilienhauses in 3 eigenständige Wohnungen, sowie die Möglichkeiten einer ökologischen Altbausanierung und 5 kleinere Sanierungsbeispiele. Zu jeder Umbau-Serie werden die Planungs- und Sanierungsmaßnahmen detailliert im Text und mit zahlreichen Fotos der Baufortschritte aufgezeigt. Einen besonderen Schwerpunkt legt der Autor auf Finanzierung, Kosten einzelner Maßnahmen, Gesamtkosten und Tipps zum Sparen. Neben dem Einsatz von modernen Materialien und Technik wird auch das Recycling von Baustoffen erwähnt. Fazit: Fundgrube für umbauwillige Hausbesitzer bzw. Leser, die für den Erhalt alter Bausubstanz Ideen und Fakten suchen. (2) Elke Nibbrig

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England und die Detektive / Luise Berg-Ehlers (Text) ... Mit Fotogr. von Horst Herzig ... - Berlin : Nicolai, 2002. - 127 S. : überw. Ill. (überw. farb.) ; 29 cm
ISBN 3-87584-820-9 fest geb. : 24.90

Untertitel:
Bild-/Textband, der die unterschiedlichen Lebenswelten so berühmter Detektivfiguren wie Sherlock Holmes, Lord Peter Wimsey, Miss Marple u.a. vorstellt und dabei die typischen Aspekte englischen Lebens und Kultur vermittelt. Mit landestypischen Rezepten.

Besprechung:
Ein literarisch-kulinarischer Reiseführer durch England auf den Spuren berühmter Detektive wie Sherlock Holmes (Doyle), Lord Peter Wimsey (Sayers), Adam Dalgliesh (James), Bruder Cadfael (Peters), Miss Marple (Christie) u.a. Der reizvolle und üppig, mit liebevollem Blick für Typisches und Skurriles illustrierte Band macht neben London und Oxford als Hochburgen literarischer Morde auch mit der gar nicht geheuren ländlichen Idylle vertraut, bietet Charakteranalysen der oft exzentrischen Helden und präsentiert, hübsch arrangiert, die keineswegs komplizierten Rezepte jener Gerichte, an denen Holmes und andere sich hätten laben können. Vergleichbar mit Frank Göhre: "Frühstück mit Marlowe" (ID 46/91) und eine gelungene, auch kultur- und sozialgeschichtlich interessante buchenswerte Rundreise durch das literarische und mörderische England. (2) Erann Steinmetz

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5.2 Übungen zur Notationsrevision

Hier kommt ein Ausschnitt aus der SfB (Systematik für Bibliotheken 1997). Erfinden Sie hierarchieabbildende Notationen für diesen Ausschnitt und verändern Sie erforderlichenfalls die Klassifikation, soweit Ihre hierarchieabbildenden Notationen es unumgänglich machen! Die Unterklasse Bautechnik. Architektursoll die Notation Tech 900 bekommen (mit Nullen aufgefüllte, dreistellige linksbündige Zahlen); zur Verfügung steht der Notationsraum bis Tech 999.

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Übung zur Notationsrevision

Ihr Vorschlag SfB Systematik für Bibliotheken

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TECHNIK
....
  • BAUTECHNIK. ARCHITEKTUR

Tech 900 Zeitschriften. Bibliographien. Lexika
Tech 902 Allgemeines. Gesamtdarstellungen. Geschichte (h.a. Fachrechnen)
Tech 904 Hilfsmittel (Formelsammlungen. Tabellen. Normen)

  • Einzelfragen

TechBaustatik. Festigkeitslehre. Tragwerke
Tech 908 Bauentwurf. Baukonstruktionslehre
Tech 910 Bauzeichnen. Architekturzeichnungen
Tech 912 Ingenieurvermessung. Bauaufnahme
Tech 914 Kostenrechnung. Kalkulation

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  • BAUBETRIEBSLEHRE

Tech 916 Allgemeines. Gesamtdarstellungen

  • Einzelfragen

Tech 916,1 Bauplanung. Baustelleneinrichtung
Tech 916,2 Baumaschinen
Tech 916,3 Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB)

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  • BAUSTOFFKUNDE (h.a. natürliche Baustoffe)

Tech 919 Allgemeines. Gesamtdarstellungen

  • Einzelfragen

Tech 919,1 Eigenschaften. Umweltverträglichkeit
Tech 919,2 Bindemittel. Mörtel. Beton
Tech 919,3 Bausteine. Natursteine. Ziegel. Lehm
Tech 919,4 Kunststoffe
Tech 919,5 Sonstige Baustoffe (z.B. Glas, Bitumen)

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  • BAUBERUFE

Tech 920 Architekt. Bauingenieur
Tech 922 Maurer
Tech 924 Betonbauer. Stahlbetonbauer
Tech 925 Dachdecker
Tech 927 Zimmerer und Bautischler. Parkettleger
Tech 929 Bauschlosser. Bauklempner
Tech 931 Installateur. Isoliermonteur
Tech 934 Maler und Lackierer
Tech 936 Raumausstatter. Polsterer
Tech 938 Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
Tech 940 Feuerungs- und Schornsteinbauer. Schornsteinfeger
Tech 942 Steinmetz. Stuckateur
Tech 945 Sonstige Berufe (z.B. Glaser. Estrichleger)

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  • BAUWEISEN

Tech 920 Massivbau. Mauerwerksbau
...es folgen weitere Untergruppen auf derselben Hierarchieebene
Tech 960 Fertigbauweise...

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  • AUSBAU

Tech 963 Bauausführung
Tech 965 Bauphysik. Lärmschutz. Wärmeschutz

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  • TIEFBAU

Tech 968 Allgemeines
...es folgen weitere Untergruppen auf derselben Hierarchieebene

Zu den Lösungen für diese Übungen

  • HOCHBAU

Tech 985 Allgemeines
...es folgen weitere Untergruppen auf derselben Hierarchieebene

Zu den Lösungen für diese Übungen

  • ZWECKBAU

Tech 1010 Allgemeines
...es folgen weitere Untergruppen auf derselben Hierarchieebene

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  • BAUELEMENTE. BAUTEILE

Tech 1100 Allgemeines
...es folgen weitere Untergruppen auf derselben Hierarchieebene

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5.3 Diskussion

Setzen Sie sich mit der Kritik Traugott Kochsan Internetkatalogen auseinander: "Die angebotenen Browsingstrukturen sind in keiner Weise an umfassenden, international verbreiteten, inhaltlich kontrollierten Systemen von Wissensstrukturierung, z.B. an etablierten Klassifikationssystemen, orientiert. Die vom Anbieter im Eigenbau konstruierte und veränderte Struktur ist von Zufällen gesteuert und nicht überpersonell und auf längere Zeit hinaus kalkulierbar. Sie ist darüber hinaus selten in der Lage, unterschiedliche Zuwachsraten in verschiedenen Teilen des Systems zu verkraften. Es herrschen Mängel in der Logik, der Hierarchie und Ausschöpfung der Kategorien, der Vollständigkeit, der Terminologie und der Art der internen Verknüpfungen und Mehrfachplazierungen, die eine korrekte und effiziente Nutzung meist unmöglich machen."

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