Diese Datei (URL = http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h62/index3.html)
ist Teil des Dokuments
Umlauf, Konrad, Materialien zum Bibliotheksmarketing (Vorlesungsskript).
Berlin: Institut für Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin
2000.
Teil 1 = http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h62/index.html
Teil 2 = http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h62/index2.html
Teil 3 = http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h62/index3.html
Teil 4 = http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h62/index4.html
Teil 5 = http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h62/index5.html
Teil 6 = http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h62/index6.html
Teil 7 = http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h62/index7.html
4.4.1 Gemeinwesenanalyse
4.4.1.1 Methodik,
Fragestellungen
- Bevölkerungsentwicklung
- Haushaltsstruktur (Familiengröße, Kinder)
- Wohnsituation (Bebauung, Mieten, Eigentümerquote, Wohnflächen) - Problem: Pendler
- Arbeitssituation (Erwerbstätigkeit nach Statusgruppen, Arbeitslosenzahlen,
Branchenstruktur) - Problem: Pendler
- Sozialstruktur (Einkommen, Bildung, Alter, Ausländer)
- Bildungsangebote
- Kulturelle Angebote (Musikleben, Jugendzentren, Kulturhäuser)
- Freizeitangebote (Naherholung, Vereine)
- Verkehrsanbindungen (ÖPNV)
- Presse, Einzelhandel, Dienstleistungseinrichtungen
- Kommunalpolitik
- Stadtteilidentität, Einfluß benachbarter Orte und Stadtteile
- lokale Probleme und Besonderheiten
Datenquellen:
- Statistische Ämter, IHK
- Adreßverzeichnisse
- Stadtteilzeitungen
- Interviews mit Eingeborenen
intern - extern
vergleichend - lokal
4.4.2
Befragungen
4.4.2.1 Methodik, Fragestellungen
- Experteninterview
- Gruppendiskussion (Focusgroup)
- Schriftliche informelle Umfrage bei Experten
- Leitfadengespräch
- Gruppeninterview
- Schriftliche Experten-, Zielgruppenbefragung
- Einzelinterview
- Gruppeninterview
- schriftlicher Fragebogen (nicht selbermachen, sondern vorhandene verwenden)
- Zustimmung/Ablehnung abfragen
- Noten vergeben lassen
- 100 Punkte auf vorgegebene Handlungsalternativen verteilen
- Konjunktanalyse
[Zurück zur Übersicht]
4.4.2.2 Ergebnisse,
Beispiele
Benutzerbefragung UB Düsseldorf 1995, Unzufriedenheiten. Quelle: Controlling
und Marketing in wissenschaftlichen Bibliotheken (1998-1999). Berlin:
Deutsches Bibliotheksinstitut (Dbi-Materialien 177, 186, 193), Bd. 1 S. 34:

Häufige Ergebnisse bei Befragungen an UBen:
- Wichtigste Gründe für die Benutzung sind Ausleihe und
Literaturrecherchen.
- Arbeiten, Präsenzbestand und Kopieren werden von 50-60 % der Nutzer
genutzt.
- Freundlichkeit und Kompetenz des Personals werden positiv eingeschätzt.
- Literaturverfügbarkeit wird negativ bewertet.
- Öffnungszeiten werden als zu kurz angesehen, insbesondere wird längere
Abendöffnung gewünscht.
- Häufig wird bemängelt, dass Fernleihvorgänge zu lange dauern.
- Spezielle Dienstleistungen (wie z.B. Dokumentlieferdienste,
Datenbankrecherchen, CD-ROM-Netz, OPAC-Benutzung von zu Hause aus) kennen
bei weitem nicht alle Hochschulangehörigen.
- Nichtnutzer sehen als besonders wichtig an: Breites und aktuelles
Literaturangebot und hohe Servicebereitschaft des Personals.
Abbildung 36 Stiftung Lesen Prioritäten der Nutzer, aus: Leseverhalten in
Deutschland 1992/93 (1993). Mainz: Stiftung Lesen:
[Zurück zur Übersicht]
5.1.1 Leitbild,
Organisationsziele
Richmond Public Library Mission Statement
Quelle: http://www.rpl.richmond.bc.ca/Rplinfo/welcome/mission.html
The mission of the Richmond
Public Library is to provide access to informational, educational, cultural and
recreational library materials and services in a variety of formats and technologies; to
be responsive to the public library needs of the community; and to uphold the public's
freedom of access to information. |
| Roles of the Richmond Public Library |
Values of the Richmond Public Library |
| Lifelong
Learning The Library encourages lifelong
learning and is a place for personal development and discovery which enriches and empowers
every citizen in our community.
Resource Centre
The Library provides free and easy access to
information in print, audio, video, electronic and computer formats; equipment and
facilities for public use; and well trained and knowledgeable staff to meet the
informational needs of the public.
Building Community
The Library provides leadership and serves as a source of
information for citizens and community organizations, and is an avenue for local
organizations to reach the broader community.
Gathering Place
The Library is a warm and welcoming place for patrons
and community groups and their activities. |
The Library Board
and staff are committed to:
- providing free, equal and uncensored access to sources of
knowledge, information, programs and services that are responsive to the needs of the
community;
- reaching out directly to the community into homes, schools,
businesses and institutions;
- serving those members of our community with special needs
by providing specialized materials, equipment and services;
- recognizing and managing change in a positive way and using
technology to maximum advantage;
- extending information services beyond the Library's walls
through the use of digital media and telecommunications technology as they become widely
accepted in the community;
- providing ongoing training and development of our staff and
trustees as they are our most valuable resource;
- working together co-operatively by valuing diversity and
acknowledging each other with trust and respect.
|
Leitbild der Technischen
Informationsbibliothek Hannover
| |
|
- Die UB/TIB — d a s
innovative Kompetenz- und Service-Zentrum für Literatur- und
Informationsversorgung
Zufriedene Kunden sind unser Ziel
Wir sind Universitätsbibliothek und zugleich die Zentrale
Fachbibliothek für Technik und deren Grundlagenwissenschaften,
insbesondere Chemie, Informatik, Mathematik und Physik
Wir
- verfügen über einen umfassenden
Literaturbestand, der für unsere Kunden aus Wissenschaft,
Wirtschaft und Verwaltung sowie für Privatpersonen attraktiv ist.
- betreiben engagiert den Aufbau einer virtuellen
Fachbibliothek und bieten Zugriff auf elektronische Informationen
weltweit.
- sammeln, erschließen und archivieren die
wissenschaftlichen Veröffentlichungen des In- und Auslands in
allen Publikations- und Medienformen.
- kooperieren mit nationalen und internationalen
Einrichtungen und gestalten durch aktive Beteiligung in
Fachgremien aktuelle und zukünftige Entwicklungen mit.
- übernehmen soziale Verantwortung durch Schaffung
und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie durch
Integration Behinderter.
- setzen die uns zur Verfügung gestellten
Ressourcen verantwortungsbewußt ein.
Wir sind d i e Spezialisten für Literatur- und
Informationsversorgung
Wir
- bieten vielfältige, auf die Bedürfnisse unserer
Kunden zugeschnittene Benutzungsmöglichkeiten.
- beraten, beschaffen und liefern weltweit schnell,
zuverlässig und unkonventionell.
- stellen uns neuen Anforderungen und optimieren
unsere Angebote im ständigen Dialog mit den Kunden.
- bieten unseren Kunden bedarfsorientierte
Fortbildungen auf dem Gebiet der Bibliotheks- und
Fachinformationsnutzung an.
- führen Projekte mit Schwerpunkt auf
elektronischen Publikationen und Nutzungsformen durch, die dem
Fortschritt des Bibliotheks- und Informationswesens dienen.
- setzen bei unseren Dienstleistungen neueste
Techniken ein.
Wir sind e i n Team — leistungsstark, innovativ
und flexibel
- Unser Erfolg beruht auf unserer Kompetenz und
Motivation.
- Wir realisieren
- bestmögliche familienfreundliche
Arbeitsbedingungen.
- eine effektive Zusammenarbeit durch aktiven
Informationsaustausch auf allen Ebenen und eine gezielte
Optimierung der Arbeitsprozesse.
- einen kooperativen Führungsstil, der
eigenverantwortliches Handeln unterstützt und größtmögliche
Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleistet.
- qualifizierte Schulungen auf allen Ebenen.
Durch spezielle Weiterbildung fördern wir die Führungskompetenz.
- Wir setzen auf Leistungsanerkennung.
- Freundlichkeit und gegenseitige Rücksichtnahme
bestimmen unser Arbeitsklima.
- Unser Umgang miteinander ist durch Interesse,
Wertschätzung und Respekt geprägt.
|
[Zurück zur Übersicht]
| Rolle |
Unterziele |
Positive Maßnahmen |
Negative Maßnahmen |
| Kommunales
Infozentrum |
Die Angaben in dieser Tabelle sind als
beispielhafte Vorschläge zu verstehen. |
- Abos aller örtlichen Vereins-, Kirchen-, Initiativen-
publikationen
- Abos aller Lokal- und Bezirkszeitungen
- Abos aller dt. überregionalen
Zeitungen
- Broschürensammlung
mit den Schwerpunkten: Politik, Lokales, Umweltschutz,
Gesundheit, Kinder,
Kultur, Recht
- Online-Anschluß
Stelleninfo Arbeitsamt
- Sammlung Berufsbilder
- Adreßdatei Ausbildungsbetriebe
in Zusammenarbeit
mit der IHK
- Präsentation der Stelleninserate aus:
- allen abonnierten Zeitungen
- folgenden
Zeitschriften
- Stellenmarkt-
Zeitungen
- Einrichtung Verbraucher-
infothek
|
- Schaffung organi-
satorischer Zuständig-
keiten
bis 30.9.
- Aufbau neuer Angebote
bis 30.10.
zu 30 %
- Möbelrücken und Präsentation
der neuen Angebote
bis 30.11.
- Vorbereitung Presse-
konferenz
bis 15.11.
- Herstellung Infofalt-
blätter bis 20.11.
- Durch-
führung Presse-
konferenz 1.12.
|
- Verzicht auf Unterhaltungs-
videos
- Verzicht auf das
Abo folgender Zeitschriften,
weil diese
ohnehin in der Verbraucher-
infothek ausge-
wertet werden: ...
- Reduktion Musiktonträger
auf Standing-
Orders
- Reduktion bei Unterhaltungs-
literatur
|
| Bildungs-, Ausbildungs-
unterstützung |
- Abo folgender Schülerreihen:
- Königs
Erläuterungen
- Diesterweg Materialien
- ...
- Aufbau
Handapparate
Abitur-
vorbereitung
- ...
|
- Erkundung
nach Lehrbüchern
in örtl. Berufs-
bildungs-
einrichtungen bis 30.9.
- Erarbeitung der Bestellisten beruflicher Literatur
bis 30.10.
- ...
|
- Reduktion bei Hobbyliteratur
auf 30 %
- Verzicht auf Kindervideos
|
5.1.2 Corporate
Identity, Corporate Culture
Abbildung 43

[Zurück zur Übersicht]
Die Organisationsidentität ist das gewollte
Selbstverständnis der Organisation. Natürlich ist es zunächst die Betriebsleitung, die
gerade dieses Selbstverständnis will. Gut ist sie, wenn sie dieses Selbstverständnis
allen Mitarbeitern vermittelt, oder sie hat dieses Selbstverständnis gemeinsam mit den
Mitarbeitern erarbeitet dies erfordert einen innerbetrieblichen Prozeß der
Selbstverständigung, der in der Formulierung eines Leitbildes (synomym:
Organisationsmission, engl.: mission statement, basic belief) gipfelt.
Die Elemente der Organisationsidentität sind die
folgenden; sie werden in Abbildung 43 zusammengefaßt:
- die Organisationskultur, das sind die Normen, Werte,
Einstellungen der Mitarbeiter.
- die Organisationskommunikation, die
organisationsspezifische Nachrichtengestaltung in inhaltlicher und formaler Art, z.B.
- der einheitliche Telefongruß und das von allen
Mitarbeitern vorgetragene Angebot, wenn der gewünschte Gesprächspartner nicht erreichbar
ist: Bitte geben Sie uns Ihre Telefonnummer, wir rufen zurück.
- der Konsens, daß die Mitarbeiter nach außen nichts
Schlechtes über die Organisation sagen.
- die Vereinbarung, daß in den Materialien der
Öffentlichkeitsarbeit, z.B. zur Benutzerschulung, bibliothekarische Fachterminologie
nicht verwendet werden darf.
- das Organisationsdesign, das visuelle Erscheinungsbild.
Hierzu gehören vor allem
- das Logo (Signet),
- die Uniformen des Personals im Publikumsbereich oder der
einheitliche Bekleidungsstil,
- Farbe, Format, Qualität und Typographie der Drucksachen,
des Briefpapiers und der Website,
- das Organisationsimage, die Einstellungen, die Mitarbeiter
sowie die Öffentlichkeit und ihre Teilgruppen, insbesondere die Kunden zur Organisation
haben.
[Zurück zu
Gliederungspunkt 9, Corprate Design...]
[Zurück zur Übersicht]
5.1.3 Produkt-Märkte-Matrix
Abbildung 42 4-Felder-Matrix nach: Koppelmann (1993), Udo: Produktmarketing. 4.
Aufl. Berlin: Springer. S. 85 gibt die empfehlenswerten Strategien und damit die
angestrebte Plätze auf den Märkten an, je nach den Voraussetzungen bzgl. der Produkte
und der Märkte.
| |
Märkte
|
| alt |
neu |
| Produkte |
alt
|
Marktpenetration |
Marktentwicklung |
| neu
|
Produktentwicklung |
Diversifikation |
Benchmarking
"»Benchmarking ist die Suche nach Lösungen, die auf den besten Methoden und Verfahren der Industrie, den best practices, basieren und ein Unternehmen zu Spitzenleistungen
führen.« (Robert C. Camp) Die wesentlichen Elemente des
Benchmarking:
- Systematischer Leistungsvergleich auf Basis objektiver Leistungskriterien,
- Beurteilung der Stärken und Schwächen eines Unternehmens gemessen an einem Benchmark, der sich als Referenzwert aus dem
Leistungsvergleich ergibt,
- Identifikation der Best Practices, die Ursache für die Leistungsunterschiede sind,
- Formulierung und Realisierung von Zielen und Maßnahmen, die
zur nachhaltigen Leistungssteigerung des Unternehmens führen.
Benchmarking bezeichnet damit das systematische Vergleichen und Lernen vom anderen Unternehmen mit dem Ziel, durch die Adaption sog.
Best Practices zu einer nachhaltigen Verbesserung der eigenen Position zu gelangen bzw. Schwachstellen zu beseitigen.
Faktoren, die den BenchmarkingErfolg bestimmen:
- BenchmarkingObjekte mit strategischen Erfolgsfaktoren und Kernkompetenzen festlegen,
-
BenchmarkingTeam mit eigenen verantwortlichen Mitarbeitern
aus den beteiligten Bereichen bilden und trainieren,
- TopManagement führt / ist aktiv beteiligt,
- interne Analyse durchführen,
- Klassenbesten finden und quantifizieren,
- Lücken quantifizieren und analysieren,
- Ziele, Prozesse und Kennzahlen für die Verbesserung des
BenchmarkingObjektes festlegen,
- Zeitplan mit Druck und Geduld einhalten,
- umsetzen,
- wandeln,
- rekalibrieren und weiter verbessern." (Quelle: http://www.avk.fhg.de/bmc/was/index.htm
). In Deutschland befassen sich mit Benchmarking u.a.: Benchmarking-Center,
Deutsches Benchmarking Zentrum.
Benchmarking ist besonders geeignet für wettbewerbsfreie Einrichtungen.
Suche nach Benchmarking-Partnern:
- intern,
- konkurrenzbezogen,
- funktional,
- übertragen (generisch).
Insbesondere soll der Critical Success Factor (nicht formalisiert)
identifiziert werden. Aus den Methoden, der Organisation, den Prozessen der
Partner das Beste auswählen.
5.3.1 Bibliotheken 93
[Zurück zur Übersicht]
5.3.2 Voluntaristische
Verfahren
|
Bildung |
|
Kultur |
|
Information |
|
Unterhaltung |
|
5.3.6 Plazierung nach
Bock und Schneider
| 1. Priorität |
Informations-
und Medien-
angebote |
- für die Bürgerinformation
|
| 2. Priorität |
Informations-
und Medien-
angebote |
- für die Freizeitgestaltung
|
| 3. Priorität |
Bildungs-
und
Vermittlungs-
aufgaben |
- Literatur- und Autorenförderung
|
- Aufsuchende Bibliotheksarbeit
|
|
|
|
|
5.3.7 Conspectus
Definitionen für die Indexwerte beim Preservation
Commitment
DFG
Sondersammelgebiete, Richtlinien zur Abgrenzung der Sondersammelgebiete und zur Beschaffung von Literatur
5.3.8 Rollendefinitionen
[Zurück zur Übersicht]
[Voran zur Fortsetzung]