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Philosophische Fakultät I, Institut für Bibliothekswissenschaft |
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Telefon
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030/2093-4493, -4230,
-4236 030/2093-4335, -4206 konrad.umlauf@rz.hu-berlin.de |
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Materialien zum
Bibliotheksmarketing
(Vorlesungsskript - Version zum Ausdrucken)
URL der Version zur Bildschirmanzeige: http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h62
Berlin: Institut für Bibliothekswissenschaft der
Humboldt-Universität zu Berlin 2000
(Berliner Handreichungen zur
Bibliothekswissenschaft. 62)
| Abstract Berufsbild 2000 1
Einordnung, Fragestellungen |
3 Nichtkommerzielles Marketing 3.1 Generisches Marketing (Transaktionsansatz) 3.2 Marketing, Daseinsvorsorge, Subsidiarität, Partizipation 3.3 Kommunales Marketing und Verwaltungsreform 4 Marktanalyse 4.1 Instrumente und Dimensionen der Marktanalyse 4.1.1 Rechtliche Restriktionen 4.1.2 Konkurrenzanalyse 4.1.3 Organisationspotenzialanalyse 4.1.4 Marktpotenzialanalyse 4.1.5 Marktsegmentierung 4.1.6 Produktlebenszyklusanalyse 4.1.7 Programmstrukturanalyse 4.1.8 Portfolioanalyse 4.4 Bibliothekarische Marktanalyse 4.4.1 Gemeinwesenanalyse 4.4.1.1 Methodik, Fragestellungen 4.4.1.2 Ergebnisse, Beispiele 4.4.2 Befragungen 4.4.2.1 Methodik, Fragestellungen 4.4.2.2 Ergebnisse, Beispiele 4.4.3 Bibliothekarische Kontaktarbeit 4.4.4 Nutzungsanalysen 4.5 Marktanalyse und Handlungsstrategien |
| 5 Marktplatzierung 5.1 Instrumente und Dimensionen 5.1.1 Leitbild, Organisationsziele 5.1.2 Corporate Identity, Corporate Culture 5.1.3 Produkt-Märkte-Matrix 5.1.4 Penetrationsstrategie 5.1.5 Marktentwicklung 5.1.6 Relaunch (Produktverjüngung) 5.1.7 Produktentwicklung 5.1.8 Diversifikation Benchmarking 5.1.9 Angebotselimination 5.3 Bibliothekarische Marktplatzierung 5.3.1 Bibliotheken 93 5.3.2 Voluntaristische Verfahren 5.3.4 Kultur- und technikkritische Ansätze 5.3.6 Plazierung nach Bock und Schneider 5.3.7 Conspectus 5.3.8 Rollendefinitionen |
6 Produktpolitik 6.1 Dimensionen der Produktpolitik 6.1.2 Verwenderansprüche 6.1.6 Produktziele 6.1.6.1 Billige Massenprodukte 6.1.6.2 Exklusive Produkte 6.1.6.3 Intelligente Produkte 6.1.6.4 Solide Produkte 6.1.6.5 Gängige Produkt 6.1.6.6 Me-Too-Produkte 6.1.6.7 Designorientierte Produkte 6.1.6.8 Spezialitäten Konjunktanalyse zur Ermittlung der akzeptierten Entgelte 6.1.7 Produktausstrahlungseffekte 6.1.8 Anpassungsstrategien 6.1.8.1 Profilierungsstrategien 6.1.8.2 Zielgruppenvariation 6.1.8.3 Produktvariation 6.1.8.4 Produktinnovation 6.1.8.6 Produktelimination |
| 6.3 Produktpolitik
in Bibliotheken 6.3.1 Bestandskonzept, Erwerbungspolitik Handlungsalternativen zur Optimierung einer Lehrbuchsammlung Literaturbedarf in UBen Verfügbarkeitsstudien 6.3.2 Informationsdienstleistungen 6.3.3 Bibliographische Dienste 6.3.4 Präsenznutzung Zeitschriftennutzungsanalysen 6.3.5 Forum, Begegnungsstätte, Kommunikationszentrum 6.3.6 Kulturmanagement, Programmarbeit 6.3.6.1 Ziele und Rahmenbedingungen 6.3.6.2 Veranstaltungen 6.3.6.3 Planung und Durchführung Checklisten für Veranstaltungen 6.3.6.4 Checklisten für Ausstellungen |
7 Distributionspolitik 7.2 Bibliothekarische Distributionspolitik 7.2.1 Raumorganisatorische Einbindung 7.2.2 Bibliothekstypen und -formen 7.2.3 Bibliotheksnetz und -kooperation 7.2.4 Öffnungszeiten 7.2.5 Lieferdienste 7.2.5.1 Blockausleihe 7.2.5.2 Zeitschriftenumlauf Document Delivery 7.2.6 Leihverkehr 7.2.7 Virtuelle und digitale Bibliotheken |
| 8 Entgeltpolitik 8.2 Bibliothekarische Entgeltpolitik 8.2.1 Preise, Entgelte, Gebühren, Beiträge, Zuschussbedarf 8.2.2 Gegenstände der Entgelte Konjunktanalyse zur Ermittlung der akzeptierten Entgelte 8.2.3 Wirkungen und politische Argumente 9 Kommunikationspolitik 9.3 Bibliothekarische und betriebswirtschaftliche Perspektive Corporate Design (Visuelles Erscheinungsbild) Corporate Image (Organisationsimage) Corporate Communication 9.12 Öffentlichkeitsarbeit 9.12.1 Ziele, Inhalte Sponsoring-Mustervertrag |
9.10 Zielgruppen der ÖA u. Werbung 9.10.1 Unterhaltsträge 9.10.2 Mitarbeiter (Interne Öffentlichkeitsarbeit) 9.10.3 Allgemeine Benutzerschaft 9.10.4 Formale Benutzergruppen 9.10.5 Informelle Benutzergruppen 9.10.6 Allgemeine Öffentlichkeit 9.6 Bibliothekarische Kontaktarbeit 9.8 Anwendungsberatung, Benutzerschulung 9.8.1 Schriftlich 9.8.2 Persönlich 9.8.3 Medial 9.9 Kundenbindung |
| 9.11 Werbung 4.2.2 Wahrnehmungsfaktoren 4.2.3 Kognitive Faktoren 4.2.4 Emotionale Faktoren 9.11.1 Ziele, Inhalte 9.11.2 Formen 9.11.2.1 Massenumwerbung 9.11.2.2 Gruppenumwerbung 9.11.2.3 Einzelumwerbung 9.11.2.4 Direktwerbung |
9.13 Werbestil 9.13.1 Grundsätze 9.13.2 Stile 9.13.2.1 Basarstil 9.13.2.2 Distinguierter Stil * 9.13.2.3 Solider Stil * 9.13.2.4 Guter Beraterstil * 9.13.2.5 Technischer Leistungsstil * 9.14 Werbebotschaft 9.14.1 Begriff 9.14.2 Leistungswerbung 9.14.3 Preiswerbung 9.14.4 Imagewerbung 9.14.5 Emotionale Werbung, Humor |
| 9.15 Mittel,
Träger, Maßnahmen, Medien 9.15.1 Personengebundene Maßnahmen 9.15.1.1 Persönliches Gespräch 9.15.1.2 Besprechungen, Arbeitsgruppen 9.15.1.3 Gremienarbeit 9.15.1.4 Vorträge, Konferenzen 9.15.1.5 Präsentationen, Demonstrationen Multiplikatorenveranstaltungen 9.15.1.6 Führungen 9.15.2 Verpackung 9.15.3 Schaufenster, Vitrinen 9.15.4 Bestandserschließung 9.15.4.1 Kataloge und Verbünde 9.15.4.2 Aufstellung und Präsentation 9.15.4.3 Inhaltsreferate 9.15.4.4 Profildienste 9.15.5 Maßnahmen im und am Gebäude 9.15.5.1 Außenbeschilderung, Plakatständer 9.15.5.2 Leit- und Orientierungssystem 9.15.5.3 Leitweg 9.15.5.4 Warenträger, Display, Dekoration 9.15.5.5 Warenleitbild |
9.15.6 Plakate 9.15.7 Drucksachen und Websites 9.15.8 Werbegeschenke, Warenproben 9.15.9 Presse 9.15.9.1 Presselandschaft 9.15.9.2 Inserate 9.15.9.3 Pressemitteilungen 9.15.9.4 Fach- und Zielgruppenblätter 9.15.9.5 Pressespiegel 9.15.10 Video, Radio und Fernsehen Trailer 9.15.10.1 Radiolandschaft, Uni-Radio, -Fernsehen 9.15.10.2 Pressemitt. oder selber sprechen E-Mails 9.15.11 Werbung in fremden Publikationen 9.15.12 Streuplanung 9.15.13 Veranstaltungen 9.15.14 Ausstellungen |
| 9.16 Produktausstrahlungseffekte 9.17 Etat für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit 9.18 Einsatz ehrenamtlicher Kräfte 9.19 Grenzen der Werbung 9.20 Planung und Organisation |
10 Formulierung und Umsetzung
eines Marketingkonzepts 10.1 Von der Rollendefinition zum Zielkonzept 10.2 Vom Zielkonzept zu strategischen Zielen 10.3 Von strategischen Zielen zu operativen Zielen 10.5 Zielkontrolle 10.5.1 Leistungsindikatoren zur Leistungsmessung 10.5.2 Qualitätsmanagement Literatur - Ergänzung |
Status dieser Veröffentlichung:
Dieses Dokument ist das Vorlesungsskript zur Vorlesung Bibliotheksmarketing. Es
beruht auf der Publikation:
Umlauf (1997i), Konrad: Bibliotheksmarketing. Berlin: Institut für
Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin (Berliner Handreichungen zur
Bibliothekswissenschaft und Bibliothekarausbildung. 34) = http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h34
und enthält wichtige Tabellen und anderes Anschauungsmaterial aus diesem Buch,
ferner aus weiteren Quellen. Das Material geht also einerseits über das Buch hinaus,
trifft andererseits aus dem umfangreichen Stoff des Buches eine Auswahl, um den Stoff in
einer Vorlesung von 2 SWS handhabbar zu machen. Die Gliederung ist gegenüber dem Buch aus
didaktischen Gründen leicht verändert, verwendet aber mit dem Ziel einer eindeutigen
Konkordanz dieselben Gliederungsziffern der Kapitelüberschriften wie im Buch, so daß die
Kapitelnumerierung scheinbar nicht stimmig ist. Ebenso ist die Numerierung der hier
wiedergegebenen Tabellen identisch mit der im Buch (auch die Seitenzahlen der Seiten, auf
denen die Tabellen im Buch stehen, sind hier genannt); deshalb entstehen springende
Nummern. Die im Buch nicht enthaltenen Tabellen und graphischen Darstellungen sind nicht
numeriert.
Inhalt dieser Veröffentlichung:
Diese Vorlesung stellt die Handlungskompetenzen und die instrumentellen Kenntnisse, die
beim Bibliotheksmarketing gebraucht werden, ausführlich dar und akzentuiert sie mit
Beispielen aus wissenschaftlichen und Öffentlichen Bibliotheken. Behandelt werden Marketing als Philosophie und als
Instrumentarium, Handlungsfelder des Marketing, Marketing-Mix, Marketing-Zyklus, Internes
Marketing, Marketing-Management, Nichtkommerzielles (generisches) Marketing, Marktanalyse,
Gemeinwesenanalyse, Befragungen, Kontaktarbeit, Nutzungsanalysen, Marktplazierung,
Zielgruppen, Organisationsidentität, Organisationskultur, Leitbild,
Produkt-Märkte-Matrix, Produktpolitik, Produktziele, Kulturmanagement, Programmarbeit,
Distributionspolitik, Kommunikationspolitik, Öffentlichkeitsarbeit, Kundenbindung,
Werbung, Pressearbeit, Marketingkonzept.
Berufsbild 2000 (1998). Bibliotheken und Bibliothekare im Wandel. Erarbeitet von der Arbeitsgruppe Gemeinsames Berufsbild der BDB unter Leitung von Ute Krauß-Leichert. Berlin: Bundesvereinigung Dt. Bibliotheksverbände = http://www.bdbverband.de/seiten/berufsbild/berufsbild.html
In diesem Berufsbild legen die bibliothekarischen Verbände erstmals sparten- und laufbahnübergreifend Kompetenzen und Handlungsfelder bibliothekarischer Tätigkeiten dar. Auszug:
3 Werbung und Öffentlichkeitsarbeit 3.1 Ziele Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sollen
Wert und Bedeutung der Bibliothek und den Nutzen ihrer Dienstleistungen ins Bewußtsein bringen und sie zu entsprechendem Handeln veranlassen. Entsprechendes Handeln heißt
Maßstab der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit ist ihre Wirkung hinsichtlich dieser Ziele. Sie sind nicht Selbstzweck. Insbesondere Öffentliche Bibliotheken und wissenschaftliche Universalbibliotheken in öffentlicher Trägerschaft betreiben auch Kulturmanagement, sei es in Form von Ausstellungen, Autorenlesungen oder Kleinkunstveranstaltungen. Auch Kulturmanagement kann, richtig eingesetzt, einen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit leisten. In diesem Sinn haben die meisten kulturellen Angebote von Bibliotheken über die Funktion für die Öffentlichkeitsarbeit hinaus einen kulturellen Eigenwert erlangt. Sie werden zu einem eigenständigen Kulturmanagement und bereichern das Kulturleben ihres Umfelds (Gemeinde, Stadt, Region, Universität) oder gewinnen einen eigenen pädagogischen oder sozialen Wert (z. B. Leseförderung, Seniorennachmittage, Spielbörsen). In anderen Fällen stellt die Bibliothek Räume und Geräte für Unterricht und Lehre, Eigenstudium, Gruppenarbeit, Beratungen und Bürgeraktivitäten als Teil ihrer Dienstleistungen zur Verfügung. In Zukunft müssen Bibliothekare deutlicher unterscheiden einerseits zwischen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, deren Erfolgsmaßstab außerhalb dieser Handlungsfelder selbst liegt, und andererseits dem Kulturmanagement, dessen Erfolgsmaßstab das kulturelle Niveau und der Beitrag zum kulturellen und sozialen Leben der lokalen und regionalen Gemeinschaft ist. 3.2 Inhalte Im einzelnen beinhaltet Werbung und Öffentlichkeitsarbeit: Bibliothekare
3.3 Tätigkeiten Diese Inhalte drücken sich in einem breiten Spektrum von Tätigkeiten aus. Beispielsweise
3.4 Arbeitsergebnisse Nicht minder vielfältig sind die Arbeitsergebnisse. Als Beispiele seien aufgeführt:
Entscheidend sind Initiative, Kreativität und Aktivität des Personals. Ein Teil der Tätigkeiten geht in Dienstleistungen über oder ist untrennbar mit Dienstleistungen, Kulturmanagement oder Leitungs- und Managementaufgaben verknüpft. 3.5 Kompetenzen Die methodisch-fachlichen, die technologischen und die fachwissenschaftlichen Kompetenzen spielen bei Werbung und Öffentlichkeitsarbeit eine Rolle beispielsweise für eine angemessene Auswahl der Exponate einer Ausstellung, die Beherrschung eines DTP-Programms für die Gestaltung von Infoblättern oder für die Formulierung klarer und kurzer Texte eines Leit- und Orientierungssystems. Im Vordergrund stehen
3.6 Qualifikation und innerbetriebliches Gefüge Tatsächlich können Bibliothekare in der Regel natürlich nur begrenzt über die fachlich-methodischen Kompetenzen für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit verfügen. Sie sind nicht zugleich ausgebildete Graphikdesigner oder Journalisten. Nur in wenigen großen Bibliotheken ist es möglich, für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit speziell qualifiziertes Personal einzustellen. Meistens ist es sinnvoller, fallweise die Leistungen einer Werbeagentur zu kaufen statt eigene Werbekaufleute oder Graphikdesigner zu beschäftigen. Die Aufgaben in Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Kulturmanagement erstrecken sich auf alle Qualifikationsstufen des bibliothekarischen Berufs. Die folgende Tabelle gibt eine ungefähre Zuordnung, die jedoch je nach Betriebsgröße und Inhalt des Aufgabe im einzelnen modifiziert auftritt.
3.7 Qualitätsmaßstäbe Qualitätsmaßstab der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit ist zunächst der Erfolg in Bezug auf die gesetzten Ziele: Bekanntheitsgrad steigern, Image und Akzeptanz verbessern, Ressourcensicherung. Eine Klassenführung beispielsweise ist dann gut gelungen, wenn viele Schüler als dauerhafte Bibliotheksbenutzer gewonnen werden. Ein Werbebrief der Fachbibliothek eines Unternehmens an die Mitarbeiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist dann erfolgreich, wenn die Mitarbeiter nun durch eine kluge Ausschöpfung der Bibliotheksressourcen zielgerichteter, schneller und einfacher an die benötigten Informationen herankommen und auf diese Weise die Wertschöpfung im Unternehmen gesteigert und die Kosten gesenkt werden. Beim Kulturmanagement ist neben quantitativen Maßstäben (vor allem Besucherzahlen) auch der kulturelle Eigenwert der Angebote im kulturellen und sozialen Umfeld der Bibliothek ein wichtiger Qualitätsmaßstab. Aber auch hier wird man perspektivisch einen Beitrag zur Imagegestaltung der Institution erwarten. Viele Maßnahmen entziehen sich freilich einer unmittelbaren Erfolgsmessung. Erst ein Ensemble kontinuierlicher und klug aufeinander abgestimmter Maßnahmen bringt den Erfolg. Dies zu leisten ist die zentrale Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit. 3.8 Perspektiven Auf dem Hintergrund des raschen gesellschaftlichen Wandels und des wachsenden Kostendrucks wird die Existenz bestehender Einrichtungen zunehmend nicht mehr ohne weiteres akzeptiert. Öffentlichkeit und Geldgeber fragen zu Recht immer häufiger:
Zugleich wird die soziale Produktivkraft der Kultur und ihr identitätsstiftendes Potential mehr und mehr erkannt und gebraucht. Beides läßt Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Kulturmanagement an Bedeutung gewinnen. Insbesondere werden Bibliothekare Maßnahmen der Werbung, der Öffentlichkeitsarbeit und des Kulturmanagements stärker in einen konzeptionellen Zusammenhang bringen müssen, der auf die Ziele der Bibliothek bezogen ist. Auch in Zukunft wird es um Werbung für vorhandene Angebote gehen, immer stärker indes um einen Dialog mit dem Unterhaltsträger und den Nutzern der Bibliothek über die Frage: Welche Dienstleistungen werden gebraucht? Welche Kosten sind dafür angemessen? 3.9 Richtlinien Voraussetzung einer erfolgreichen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sind stets qualitätvolle, zuverlässige und den Bedarf treffende Dienstleistungen der Bibliothek, d. h. vor allem ein überzeugendes Medien- und Informationsangebot, verläßliche und verbindlich vorgetragene Auskünfte, termingerechte und handhabbare Informationsdienstleistungen, eine zuvorkommende Beratung. |
Qualitätskontrolle anhand benutzer- und auftragsbezogener Maßstäbe |
|
Abstimmung der Marketing-Instrumente aufeinander.
Bibliothekarische Beispiele:

Beispiel für mangelnde Abstimmung (wortreiche, weitschweifige Einführungen und Ausführungen für die Datenbankrecherchen an der UB Bochum)
Wichtig ist, daß die Zusammenhänge zwischen Produkteigenschaften und dazu passender Distributions- und Kommunikationspolitik beachtet werden. Diese Zusammenhänge nennt man Produktausstrahlungseffekte.
Abbildung 3 Marketingzyklus aus: Eine Marketingkonzeption für Öffentliche Bibliotheken (1987). Peter Borchardt... Berlin: Dt. Bibliotheksinstitut (Dbi-Materialien. 71), S. 89:

Bei Einführung von Marketing in der Praxis fängt man nicht oben (Zieldefinition) an (Gefahr endloser Debatten ohne Umsetzung). Sondern zunächst Optimierung von Teilbereichen, z.B.
3.1 Generisches Marketing (Transaktionsansatz)
Abbildung 4 Interessentengruppen, Märkte, Austausch nach: Kotler, (1978), Philip: Marketing für Nonprofit-Organisationen. Stuttgart: Metzler, S. 31:
a) Erwerbswirtschaftliche Unternehmen
gibt |
Kapital |
erhält - erzeugt |
Güter u. Dienstleistungen |
konsumiert |
Eigentümer |
Unternehmen |
Kunden |
||
bekommt |
Dividenden |
zahlt - bekommt |
Zahlungen |
bezahlt |
b) Hilfsorganisationen
gibt |
Geld, Zeit |
erhält - erzeugt |
Leistungen |
bekommt |
Spender |
Hilfsorganisation |
Klienten |
||
erwartet |
Dankbarkeit |
dankt - bekommt |
Eigenbeitrag |
leistet |
c) Interessenverbände
erzeugt |
Leistungen |
bekommt |
Interessenverband |
Mitglieder |
|
erhält |
Beiträge, zeitlicher Einsatz |
leistet |
d) Dem Gemeinwohl dienenende Organisation
erzeugt |
Leistungen |
bekommt |
Organisation |
Allgemeine Öffentlichkeit |
|
erhält |
Steuergelder |
bezahlt |
Abbildung 5 Unternehmen, Kunden, Steuerzahler (eigene Darstellung):

Steuerzahler (allgemeine Öffentlichkeit) und Klientel (ein Teil davon) sind nicht dieselbe Gruppe; ein anderer Teil der allgemeinen Öffentlichkeit, nämlich die Entscheidungsträger (= Gemeinderäte, Politiker) deckt sich nicht mit der Klientel. Dagegen sind in der Beziehung zwischen Kunden und Unternehmen die Entscheidungsträger der Nachfrage (Kunden), die Zahler (Kunden) und die Klientel (Kunden) identisch.
3.2. Marketing, Daseinsvorsorge, Subsidiarität, Partizipation
Abbildung 6 Von der Zieldimension zum Indikator:
Bibliotheksziele |
Mitarbeiterorientierung > |
< Kundenorientierung | Öffentlicher Auftrag > |
< Wirtschaftlichkeit |
Zieldimension |
Zieldimensionen werden durch Subziele verfeinert z. B. Kundenorientierung |
| nächster Schritt: |
Subziele |
Leistungskriterien definieren die Zielerreichung z.B Angebotsakzeptanz |
| nächster Schritt: |
Leistungskriterien |
Indikatoren quantifizieren die Ausprägung der Leistungskriterien z.B. Kundenmeinung |
| nächster Schritt: |
Indikatoren |
Über die Indikatoren läuft der interkommunale Vergleich z.B. qualitative Skalenwerte aus Kundenbefragung |
4.1.1 Rechtliche Restriktionen
Konkurrenzbeziehungen:
Abbildung 7 Tabellen zur Konkurrenzanalyse:
| eigene Charakteristik |
Alternativ anbieter 1 |
Bedarf bei |
Anerkennung |
eigene räumliche |
eigene personelle |
eigene mediale |
eigene finanzielle Voraussetzungne |
|
| Spezial- sammlungnen |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Kulturelle Dienstleistungen |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Bürgerinfo- service |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Auskunftsdienst |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Aufsuchende Dienste | . | . | . | . | . | . | . | . |
| Individuelles Lernen |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Lese- förderung |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Erholung, Unterhaltung |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Informations- vernetzung |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Dienstleistungen für die Öffentlichkeit |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Dienstleistungen für die Verwaltung |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Dienstleistungen für die Wirtschaft |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Dienstleistungen für institutionelle Partner |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Medienaus- leihe |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Öffnungszeiten |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Verkehrs- anbindung |
. | . | . | . | . | . | . | . |
4.1.3 Organisationspotentialanalyse
Stärken-Schwächen-Analyse der UB-Magdeburg aufgrund Benutzerbefragung 1995, Quelle: Controlling und Marketing in wissenschaftlichen Bibliotheken (1998-1999). Berlin: Deutsches Bibliotheksinstitut (Dbi-Materialien 177, 186, 193), Bd. 1 S. 63:

Abbildung 10 Stärken-Schwächen-Analyse Bremen-Huchting aus: Die effektive Bibliothek (1992). Endbericht des Projekts "Anwendung und Erprobung einer Marketing-Konzeption für Öffentliche Bibliotheken". Red.: Peter Borchardt. Band 1: Texte; Band 2: Anhänge. Berlin: Deutsches Bibliotheksinstitut (Dbi-Materialien 119); gekürzt:
| Stärken: | Schwächen: | Vorschläge und Maßnahmen: |
| 10. Katalogsituation: -
wird durch die EDV- |
- bisher: 2 Systematiken /personal- intensive Katalogpflege/diverse Zettelkataloge für Nutzer nur schwer durchschaubar/nicht nicht aktuell/ umständliche und in- direkte ZK-Recherchen/keine Verbindung zu anderen Biblio theken am Ort und überregionalen Verbünden | - Umsystematisierung der fehlenden Sachgruppen
nach SfB (Ziel: 1 Syste- matik) in Arbeit- völlige Modifikation durch EDV:
ein OPAC erschließt alle Bestände vor Ort und im Gesamtsystem (ZK). |
| 11. Bestand: -
Stichproben in bezug auf Aktivierungs- grade liegen ähnlich hoch wie
in Düsseldorf |
- detailliertes Berichtswesen zu einzelnen
Sachgruppen (Umsatz, Aktivierungsgrad etc.) erst dem- nächst mit EDV
möglich - insgesamt zu mageres AV- Medienangebot - zu wenig direkte Orientierung auf die Zielgruppe Jugendliche, junge Erwachsene - Anschaffungen meist nur inner- halb der Kaufroutinen möglich |
- nach der EDV-Einführung regelmäßige
Überprüfung der Aktivierungsgrade und des Umsatzes nach einzelnen
Sachgruppen (detailliertes Berichtswesen) -Versuche mit "fachlichen Interessenkreisen" (readers interest classification) - flexibleres und schnelleres Anschaffen bei Stadtteil- wünschen außerhalb der Kauf-Routinen - stärkere Berücksichtigung des AV-Medienbereiche - zielgruppenspezifischere Bestandsangebote (und Kennzeichnung) |
| 12. E-Abteilung: -
großzügige Räumlichkeiten und Arbeitsmöglichkeiten |
- keine Leitsysteme im Sachbuch- bestand (lange
Suchwege) - E-Bibliothekare in der Auskunft wirken oft beschäftigt (Verwaltungstätigkeiten) - zu knappes AV-Medienangebot (gerade für junge Erwachsene) - für Stadtteilbewohner abseitige Lage der Bibliothek |
- 2. E-Bereichs-Stelle bzw. konzeptionelle Integration
SB-Stelle - möglichst wenig Ausführung von Verwaltungstätigkeiten am Auskunftsplatz - im Fachbuchbestand ange- messene Leitsysteme - besserer Ausbau der AV-Bestandes |
Abbildung 11 Tabelle zur Analyse der Bibliothekspotenziale (eigene Darstellung)
| Schulnoten von 1-6 einsetzen. Wir bewerten die Öffnungszeiten usw., wieweit sie dem Bedarf entsprechen, wieweit sie die Personalkapazität ausschöpfen, wieweit wir sie überhaupt in eigener Entscheidung ändern können, wieweit sie unserer Zielpriorität entsprechen...
Je dichter die Noten in jeder Zeile beieinander liegen, desto besser. Starke Abweichungen = Handlungsbedarf |
||||||||
Dienst am Kunden |
||||||||
| Öffnungszeiten | ||||||||
| Auskunftsdienst | ||||||||
| Ausleihberatung | ||||||||
| Thekendienst | ||||||||
| Heimausleihe | ||||||||
| Blockausleihe an Schulen | ||||||||
| Blockausleihe an Kindereinrichtungen | ||||||||
| Blockausleihe an Senioreneinrichtungen | ||||||||
| Blockausleihe an Krankenhäuser/Arztpraxen | ||||||||
| Fotokopierer | ||||||||
| Benutzer-PCs | ||||||||
| Benutzerarbeitsplätze | ||||||||
| Anmutungsqualität der Räume | ||||||||
Medienangebote |
||||||||
| Medien zurückstellen | ||||||||
| Medien ordnen | ||||||||
| Medienneuzugänge bearbeiten | ||||||||
| physischer Zustand der Medien | ||||||||
| Buchauswahl für Kinderfreizeit | ||||||||
| non-prints für Kinderfreizeit | ||||||||
| konventionelle Spiele für Kinder | ||||||||
| konventionelle Spiele für Jugendliche u. Erwachsene | ||||||||
| Buchauswahl für schulbezogenen Bedarf | ||||||||
| Buchauswahl für ausbildungsbezogenen Bedarf | ||||||||
| Buchauswahl für beruflichen Bedarf (allgemein) | ||||||||
| Buchauswahl für beruflichen Bedarf (einzelne Berufe) | ||||||||
| Buchauswahl für Fort- und Weiterbildung | ||||||||
| Buchauswahl für Alltagsmanagement | ||||||||
| Buchauswahl für Freizeit, Reise, Hobby (instrumentell) | ||||||||
| Buchauswahl für Freizeit, Unterhaltung (nicht-instrumentell) | ||||||||
| Sprachlehr-Medien mit MC etc. | ||||||||
| MC Persönlichkeitsbildung | ||||||||
| MC Berufstraining | ||||||||
| MC Literatur | ||||||||
| MC Rock u. Pop | ||||||||
| MC Volksmusik | ||||||||
| MC Klassik | ||||||||
| CD Rock u. Pop | ||||||||
| CD Klassik | ||||||||
| Video Unterhaltung | ||||||||
| Video Kinder | ||||||||
| Video Reise, Hobby | ||||||||
| Video Berufsbildung | ||||||||
| CD-ROM für Unterhaltung | ||||||||
| CD-ROM für Infotainment | ||||||||
| CD-ROM für Beruf | ||||||||
| CD-ROM für Bildung/Wissen | ||||||||
| Disketten Unterhaltung | ||||||||
| Disketten Programm-Software | ||||||||
| Disketten Lernsoftware | ||||||||
| Disketten Beruf | ||||||||
| Disketten Alltagsmanagement | ||||||||
| Zeitschriften Kinder | ||||||||
| Zeitschriften Jugendliche | ||||||||
| Zeitschriften Beruf | ||||||||
| Zeitschriften Freizeit, Hobby | ||||||||
| Zeitschriften Unterhaltung | ||||||||
| Zeitschriften Bürgerbeteiligung | ||||||||
| Zeitungen | ||||||||
| Informationsbroschüren | ||||||||
| fremdsprachige Medien | ||||||||
| Erschließung durch Aufstellung, Präsentation, Beschilderung | ||||||||
| Erschließung durch Kataloge | ||||||||
Öffentlichkeitsarbeit |
||||||||
| Lesungen, Vorträge für Erwachsene | ||||||||
| Ausstellungen | ||||||||
| Kinderveranstaltungen mit Fremdpersonal | ||||||||
| Kinderveranstaltungen mit Eigenpersonal | ||||||||
| Büchertische bei anderen Veranstaltungen | ||||||||
| Klassenführungen | ||||||||
| offene Benutzerführungen | ||||||||
| Buchvorstellungen in Schulen | ||||||||
| Buchvorstellungen in Kindereinrichtungen | ||||||||
| Buchvorstellungen in Senioreneinrichtungen | ||||||||
| sonstige Kontaktarbeit | ||||||||
| Pressearbeit | ||||||||
| Rundfunkarbeit | ||||||||
| Medienverzeichnisse, gestreut | ||||||||
| Medienverzeichnisse gezielt für Gruppen | ||||||||
Management |
||||||||
| Planung und Leitung | ||||||||
| Marktforschung | ||||||||
| Personalverwaltung, Dienstplan | ||||||||
| Materialverwaltung | ||||||||
| Gerätewartung | ||||||||
| Raumverwaltung | ||||||||
Marktpotential = Anzahl der Käufer x Menge pro Käufer x Preis.
Für öffentliche Bibliotheken:
Marktvolumen = Der Anteil am Marktpotential, den alle Anbieter zusammen erreichen.
Den Abstand zwischen dem aktuellen Marktvolumen und dem aktuellen Marktpotential nennt man operative Lücke.
Marktanteil = Anteil des eigenen Unternehmens am Marktvolumen (umgangssprachlich wird Marktanteil meist anders verstanden, Bibliothekare sprechen oft gedankenlos von Marktanteil im Sinn von Anteil der Benutzer an der Bevölkerung. Aber die gesamte Bevölkerung kann man nicht sinnvoll als Marktpotential ansprechen.)
Aufteilung des Gesamtmarktes für ein Produkt in Teilmärkte und die spezifische Bearbeitung der Segmente.
Vorgehen:
4.1.6 Produktlebenszyklusanalyse
Abbildung 12 Produktlebenszyklus nach: Koppelmann (1993), Udo: Produktmarketing. 4. Aufl. Berlin: Springer

Abbildung 14 Kundenprofil nach: Koppelmann (1993), Udo: Produktmarketing. 4. Aufl. Berlin: Springer. S.77

Abbildung 15 ABC-Analyse (eigene Darstellung)
Wichtig- |
B- Aufgaben |
A- Aufgaben |
D- Aufgaben |
C- Aufgaben |
|
| Dringlichkeit Þ | ||
In den Feldern A bis D drückt sich eine abnehmende Priorität aus.
4.4.1 Gemeinwesenanalyse
4.4.1.1
Methodik, Fragestellungen
Datenquellen:
intern - extern
vergleichend - lokal
4.4.2
Befragungen
4.4.2.1 Methodik, Fragestellungen
Benutzerbefragung UB Düsseldorf 1995, Unzufriedenheiten. Quelle: Controlling und Marketing in wissenschaftlichen Bibliotheken (1998-1999). Berlin: Deutsches Bibliotheksinstitut (Dbi-Materialien 177, 186, 193), Bd. 1 S. 34:

Häufige Ergebnisse bei Befragungen an UBen:
Abbildung 36 Stiftung Lesen Prioritäten der Nutzer, aus: Leseverhalten in Deutschland 1992/93 (1993). Mainz: Stiftung Lesen:

5.1.1 Leitbild, Organisationsziele
Richmond Public Library Mission Statement
Quelle: http://www.rpl.richmond.bc.ca/Rplinfo/welcome/mission.html
The mission of the Richmond Public Library is to provide access to informational, educational, cultural and recreational library materials and services in a variety of formats and technologies; to be responsive to the public library needs of the community; and to uphold the public's freedom of access to information. |
|
| Roles of the Richmond Public Library | Values of the Richmond Public Library |
| Lifelong
Learning The Library encourages lifelong learning and is a place for personal development and discovery which enriches and empowers every citizen in our community. Resource Centre The Library provides free and easy access to information in print, audio, video, electronic and computer formats; equipment and facilities for public use; and well trained and knowledgeable staff to meet the informational needs of the public. Building Community The Library provides leadership and serves as a source of information for citizens and community organizations, and is an avenue for local organizations to reach the broader community. Gathering Place The Library is a warm and welcoming place for patrons and community groups and their activities. |
The Library Board
and staff are committed to:
|
Leitbild der Technischen Informationsbibliothek Hannover
|
|||||
| Rolle | Unterziele | Positive Maßnahmen | Negative Maßnahmen | ||
| Kommunales |
Die Angaben in dieser Tabelle sind als beispielhafte Vorschläge zu verstehen. | ||||
|
|
|
|||
| Bildungs-,
Ausbildungs- |
|
|
|
||
5.1.2 Corporate
Identity, Corporate Culture
Abbildung 43

Die Organisationsidentität ist das gewollte Selbstverständnis der Organisation. Natürlich ist es zunächst die Betriebsleitung, die gerade dieses Selbstverständnis will. Gut ist sie, wenn sie dieses Selbstverständnis allen Mitarbeitern vermittelt, oder sie hat dieses Selbstverständnis gemeinsam mit den Mitarbeitern erarbeitet dies erfordert einen innerbetrieblichen Prozeß der Selbstverständigung, der in der Formulierung eines Leitbildes (synomym: Organisationsmission, engl.: mission statement, basic belief) gipfelt.
Die Elemente der Organisationsidentität sind die folgenden; sie werden in Abbildung 43 zusammengefaßt:
Abbildung 42 4-Felder-Matrix nach: Koppelmann (1993), Udo: Produktmarketing. 4. Aufl. Berlin: Springer. S. 85 gibt die empfehlenswerten Strategien und damit die angestrebte Plätze auf den Märkten an, je nach den Voraussetzungen bzgl. der Produkte und der Märkte.
Märkte |
|||
| alt | neu | ||
|---|---|---|---|
| Produkte | alt
|
Marktpenetration | Marktentwicklung |
| neu
|
Produktentwicklung | Diversifikation |
|
"»Benchmarking ist die Suche nach Lösungen, die auf den besten Methoden und Verfahren der Industrie, den best practices, basieren und ein Unternehmen zu Spitzenleistungen führen.« (Robert C. Camp) Die wesentlichen Elemente des Benchmarking:
Benchmarking bezeichnet damit das systematische Vergleichen und Lernen vom anderen Unternehmen mit dem Ziel, durch die Adaption sog. Best Practices zu einer nachhaltigen Verbesserung der eigenen Position zu gelangen bzw. Schwachstellen zu beseitigen.
Faktoren, die den BenchmarkingErfolg bestimmen:
Benchmarking ist besonders geeignet für wettbewerbsfreie Einrichtungen. Suche nach Benchmarking-Partnern:
Insbesondere soll der Critical Success Factor (nicht formalisiert) identifiziert werden. Aus den Methoden, der Organisation, den Prozessen der Partner das Beste auswählen.
5.3.2 Voluntaristische Verfahren
Bildung |
||
Kultur |
|
Information |
Unterhaltung |
5.3.6 Plazierung nach Bock und Schneider
| 1. Priorität | Informations- und Medienangebote |
|
| 2. Priorität | Informations-und Medienangebote |
|
| 3. Priorität | Bildungs-und Vermittlungsaufgaben |
|
|
||
|
||
|
Definitionen für die Indexwerte beim Preservation
Commitment
DFG Sondersammelgebiete, Richtlinien zur Abgrenzung der Sondersammelgebiete und zur Beschaffung von Literatur
6.1.6 Produktziele
6.1.6.1 Billige Massenprodukte
Ziel ist, bekannte und eingeführte Produkte in großen Stückzahlen kostengünstig herzustellen und preiswert zu verramschen
Teuer (Ausschluß breiter Käuferschichten, Seltenheit) und hoher Anmutungsanspruch (mit diesen Produkten grenzt man sich gegen die breite Masse ab)
Hohe Gegenstands- und Sachansprüche, einfach, aber dabei durchdacht. Eine geniale Idee liegt zugrunde. Innovativ
Anmutungs- und Wahrnehmungsansprüche spielen eine geringe Rolle, Gegenstands- und Sachansprüche müssen aber auf gutem Niveau befriedigt werden.
Imitation von exklusiven, intelligenten oder soliden Produkten auf bescheidenerem Niveau; Anmutungs- und Wahrnehmungsansprüche spielen keine Rolle, Gegenstands- und Sachansprüche werden auf durchschnittlichem oder knapp unterdurchschnittlichem Niveau befriedigt.
Merkmal ist nicht das Niveau, sondern: man wartet ab, ob ein neues Produkt sich auf dem Markt durchsetzt, und versucht dann, in der Wachstumsphase ohne eigene Entwicklungskosten und ohne eigenes Risiko der Markteinführung etwas vom Umsatz abzubekommen.
6.1.6.7 Designorientierte Produkte
befriedigte durchdachte Sach- und Gegenstandsansprüche, unverwechselbare Ästhetik und hohe soziale Anmutungsansprüche
wie die exklusiven Produkte, aber mit besonderer, individueller Dreingabe
6.1.7 Produktausstrahlungseffekte
= Produktmerkmale, die den Einsatz von besonders geeigneten Instrumenten der Distributions-, Entgelt- und Kommunikationspolitik nahelegen. Übertragen auf Bibliotheken (Schwerpunkt solide und intelligente Produkte): Bibliotheken sollten:
6.3.1 Bestandskonzept, Erwerbungspolitik
Handlungsalternativen zur Optimierung einer Lehrbuchsammlung
|
Bewegtenquote Anzahl bewegte |
hoch |
temporär notwendig | Halten, Ausbauen |
| niedrig | Aussondern | ggf. Verlustexemplar | |
| niedrig | hoch | ||
|
Ausleihquote = Umsatz = Anzahl Ausleihen dividiert durch Gesamtzahl Exemplare |
|||
Literaturbedarf in UBen, Quelle: Bibliotheken '93 aufgrund Empfehlungen des Wissenschaftsrats, ähnlich Empfehlungen des Beirats für Wissenschafts- und Hochschulfragen des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst

Wieviel der gewünschten Literatur ist zum aktuellen Zeitpunkt
verfügbar?
Studie an der UB Magdeburg 1995, Quelle: Controlling und Marketing in
Wissenschaftlichen Bibliotheken (Combi) (1998-99). Bd. 1. Berlin: Dt.
Bibliotheksinst. (Dbi-Materialien. 177), S. 197-209.
Benutzerfragebogen

Fehlerarten

Fehlerquellen gemäß Branching-Analysis

6.3.4 Präsenznutzung
Zeitschriftennutzunganalysen
Kriterien zur Wahl der Methode:
Methoden:
Vergleich der Nutzungsanalyse mit Expertenbefragung
Ownership versus access Entscheidungen
6.3.6 Kulturmanagement,
Programmarbeit
6.3.6.1 Ziele und Rahmenbedingungen
Abbildung 49 Kulturpolitische Begriffe, Ziele, Formen (eigene Darstellung)
| Schlüsselbegriff | Kulturpol. Ziel | charakterist. Formen |
| Kulturanthropologie | den Menschen zur Selbstverwirklichung und Emanzipation zu verhelfen | unspezifische Veranstaltungen |
| Kulturtopographie | den Menschen zur Übereinstimmung mit seiner Heimat zu verhelfen | Mundartlesungen, Folklore |
| Kulturökologie | den Menschen zur Selbsterkenntnis, Selbstbesinnung zu verhelfen | Bauchtanz, Batik, Bibelkreis |
| Kulturökonomie | kulturelle Angebote für ökonomische Zwecke (Stadtmarketing, Wirtschaftswachstum) nutzbar zu machen | kulturelle Stadtinszenierung |
| Mitmachkultur | den Menschen zur Selbstentfaltung durch kulturelle Eigenbetätigung zu verhelfen | Psychodrama, Gruppenspiele, organisierte Graffiti |
| Leseförderung | das Lesen als Kulturtechnik zu erhalten und zu fördern | Lesenächte, Lesewettbewerbe |
| Literaturförderung | Literatur und Autoren zu fördern | Autorenlesungen, Literaturstipendien, Stadtschreiber |
| Freie Gruppen | Kulturellen (semi-)professionellen Gruppen außerhalb öffentlicher Institutionen Entwicklungsmöglichkeiten zu geben | Freie Theater-, Musik-, Kleinkunstgruppen |
| Amateurkultur | Bürgern Raum zur kulturellen Betätigung in ihrer Freizeit zu geben | Amateurtheater, -chöre, Ausstellung des Fotoclubs, Schülerband |
| Alltagskultur | den Bürgern zum bewußten Umgang mit den alltäglichen kulturellen Ausdrucksformen zu verhelfen | Ausstellung über Kopftücher bei deutschen und türkischen Frauen, Ausstellung über Graffiti, Stadtfeste |
| Hochkultur | zum Schönen, Wahren und Guten zu führen, kulturelle Repräsentation der Elite | Kammerkonzert, Oper, Sprechtheater |
| Eventkultur | durch große Namen und festliche Ereignisse ein saturiertes Lebensgefühl zu steigern | Pomp, Duck and Circumstances |
| Arbeiterkultur | den Arbeitern Kultur zu bringen oder ihnen zu einem eigenen kulturellen Ausdruck zu verhelfen | Arbeiterliteratur, -theater, Schalmeienkonzerte |
| Soziokultur | besonders im Wohnkiez Brücken zu schlagen zwischen Kunst und Alltag, damit dieser als veränderbar erlebt wird | Kulturladen, Geschichtswerkstatt, Dokumentarfilm über Stadtplanung von unten |
| Kulturelle Minderheiten | den Austausch und die Toleranz zwischen Minderheiten und der Mehrheit fördern | kurdisches Neujahrsfest, Tanzgruppe aus Somalia, sorbische Folklore |
| Kultur für alle | allen Bürgern die Teilhabe an kulturellen Werten und die kulturelle Selbstbetätigung zu ermöglichen | unspezifisch |
| Kulturelle Bildung | den Menschen zur Erweiterung ihrer kulturellen Kenntnis und Selbsterkenntnis zu verhelfen | Aquarellkurs, Literaturgesprächskreis |
| Unterhaltung | dem legitimen Bedürfnis nach Ablenkung und Zerstreuung Raum zu geben | Show, Musical, Unterhaltungsfilm |
| Soziale Befriedung | durch kulturelle Angebote Betätigungsfelder und Sinn zu stiften, um Vandalismus zu verhindern | Jugendfreizeiteinrichtungen |
6.3.6.2 Arten von Veranstaltungen
Jubiläen: z.B. 10 Jahre im neuen Gebäude, 75 Jahre Stadtbibliothek mit Festvortrag über die Rolle der Bibliothek in der Informationsgesellschaft
6.3.6.3 Planung und Durchführung von Veranstaltungen
Rechtliche Aspekte
Anlässe, Reihen
Planung, Organisation, Kosten
Abbildung 50 Checklisten Veranstaltungen, aus: Öffentlichkeitsarbeit (1982) und Werbung Öffentlicher Bibliotheken. Ein Arbeitshandbuch. Höhl, Martha (Hrsg.). Berlin: Dt. Bibliotheksinstitut (Dbi-Materialien. 14):
Checkliste für Vorträge, Disussionsrunden u.a. Veranstaltungen
Checkliste für PR-Aktionen, z.B. "Runde Ausleihzahlen"
Checkliste für Autorenlesungen
Vertragsmuster
6.3.6.4 Ausstellungen
Abbildung 51 Checkliste Ausstellungen aus: Öffentlichkeitsarbeit (1982) und
Werbung Öffentlicher Bibliotheken. Ein Arbeitshandbuch. Höhl, Martha (Hrsg.). Berlin:
Dt. Bibliotheksinstitut (Dbi-Materialien. 14).
Checkliste I Austellungen (Blatt 1)
Checkliste I Austellungen (Blatt 2)
Checkliste II Austellungen
Erfassungsbogen
Leihvertrag (Blatt 1)
Leihvertrag (Blatt 2)
Document Delivery (Dokumentlieferdienste)
7.2.7 Virtuelle und digitale Bibliotheken
8.2 Bibliothekarische
Entgeltpolitik
Konjunktanalyse
(conjoint analysis) zur Ermittlung der akzeptierten Entgelthöhe
multivariates Verfahren (Messung mehrerer Merkmale gleichzeitig, d.h. unter Berücksichtigung ihrer Interdependenzen) zur Quantifizierung nicht direkt messbarer metrischer Größen anhand ordinaler Merkmale
1. Definition der Produktmerkmale und ihrer Ausprägungen
(kaufrelevant, vom Anbieter beeinflussbar und realisierbar, voneinander
unabhängig, kompensatorische Ausprägungen)
2. Formulierung der relevanten Stimuli = Kombination je einer Ausprägung mit
den übrigen Produktmerkmalen in je einer Ausprägung
3. Probanden bilden ein Ranking der Stimuli
4. Statistische Auswertung der Rankings unter der Fragestellung, welche
Ausprägungen in Kombination mit welchen anderen Ausprägungen welchen Platz auf
der Ranking-Skala belegen (Nutzwerte)
Beispiel:
|
Merkmal |
Ausprägungen | |||
| Bestellservice | vom Arbeitsplatz aus | in der Bibliothek ohne Beratung | in der Bibliothek mit Beratung | |
| Lieferservice | an den Arbeitsplatz | Abholung in der Bibliothek | ||
| Lieferzeit | 4 Stunden | 48 Stunden | 10 Tage | 30 Tage |
| Gebühr | 5,00 DM | 10,00 DM | 20,00 DM | 40,00 DM |
Beispiele für Stimuli (Bei 4 Merkmalen mit je 3 Ausprägungen ergeben sich 43 64 Stimuli):
|
Stimulus A |
|
| Bestellservice | in der Bibliothek ohne Beratung |
| Lieferservice | an den Arbeitsplatz |
| Lieferzeit | 10 Tage |
| Gebühr | 20,00 DM |
|
Stimulus B |
|
| Bestellservice | in der Bibliothek ohne Beratung |
| Lieferservice | Abholung in der Bibliothek |
| Lieferzeit | 48 Stunden |
| Gebühr | 5,00 DM |
Ergebnis für Konstruktion eines Dokumentlieferdienstes an der
UB Düsseldorf:
1. Der wichtigste Einflussfaktor ist der Preis mit 58 % Anteil an der gesamten
Präferenzbildung, aber Unterschiede je nach Gruppe (Wissenschaftler,
Studenten).
2. Der zweitwichtigste Einflussfaktor ist die Lieferzeit mit 32 % Anteil an der
gesamten Präferenzbildung.
Studierende bewerten das Bündel Lieferung in 48 Stunden, Bestellung in der Bibliothek, Abholung in der Bibliothek mit 7,00 DM, wobei die Verlängerung der Lieferzeit auf 10 Tage die Zahlungsbereitschaft auf 4,00 DM sinken lässt.
8.2.3 Wirkungen und politische
Argumente
Gebührenerhebung, Quelle: Deutsches Bibliotheksinstitut
| Ortsgrößengruppe nach der Ein- wohnerzahl |
Öffentliche Bibliotheken (Bibliothekssysteme) | |||||
1995 |
1994 |
|||||
insgesamt |
mit Benutzergebühren |
insgesamt |
mit Benutzergebühren |
|||
absolut |
in Prozent |
absolut |
in Prozent |
|||
| über 400.000 | 31 |
11 |
35,5 |
30 |
12 |
40,0 |
| 100.000 bis 400.000 | 119 |
55 |
46,2 |
118 |
47 |
39,8 |
| 50.000 bis 100.000 | 137 |
62 |
45,3 |
137 |
51 |
37,2 |
| 20.000 bis 50.000 | 447 |
140 |
29,5 |
466 |
128 |
27,5 |
| bis 20.000 | 1371 |
308 |
22,5 |
1390 |
289 |
20,8 |
| insgesamt | 2132 |
576 |
27,0 |
2141 |
527 |
24,6 |
9.12
Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations)
9.12.1 Ziele, Inhalte
Sponsoring-Mustervertrag Sponsoringvertrag
Name der Bibliothek vertreten durch Anschrift Firmenname vertreten durch Anschrift § 1 Vertragspartner II stellt zur Förderung von
Vertragspartner I zweckgebundene finanzielle Mittel zur Verfügung. Im Gegenzug
verpflichtet sich Vertragspartner I den/das Firmennamen/Firmenlogo an geeigneter Stelle
gut sichtbar zu plazieren und/oder in geeigneter Weise zu erwähnen (Werbung). Näheres
regelt § 3. § 2 § 3 Vertragspartner I verpflichtet sich im Gegenzug folgende
Werbung für Vertragspartner II in den Räumen der Bibliothek/ a.a. Ort
.............................................................................................................................................
für die Dauer:.........................................................................
zu gewährleisten. § 4 § 5 § 6 § 7 § 8 § 9 § 10 § 11 § 12 Vertragspartner
I........................................ Vertragspartner
II........................................
http://www.zlb.de/projekte/sponsor.htm
Zwischen
Vertragspartner I
und
Vertragspartner II
Die Vertragspartner vereinbaren zum Zwecke des Sponsoring nachfolgende Leistung/en auf
Gegenseitigkeit:
Ausgeschlossen ist Werbung folgenden Inhalts
Vertragspartner II überweist bis zum ............................. Vertragspartner I
einen Geldbetrag in Höhe von ..........,.. DM
................................................................................... (in
Worten) auf das Konto Nr ................................... , Bank
..................................................................., BLZ
.............................., unter Angabe des Zweckbindungsvermerks:
zur
Verwendung...................................................................................................................
Die für die vereinbarte Werbemaßnahme benötigten Materialien, Abbildungen, Software,
Träger etc werden auf Kosten des Vertragspartner II Vertragspartner I rechtzeitig i.S.
des § 3 zur Verfügung gestellt.
Die Vertragspartner I überlassenen Werbemittel dürfen nur zu dem in diesem Vertrag
vereinbarten Zweck verwandt werden. Weitere oder andere Nutzungen bedürfen der vorherigen
Zustimmung des Vertragspartner II.
Es besteht Einvernehmen zwischen den Vertragspartnern, daß durch die Verwendung der
überlassenen Werbemittel auf, an oder in Produkten/ Eigentum von Vertragspartner I
Vertragspartner II keine Rechte an den Produkten/ Eigentum, insbesondere Urheber- und/oder
Wettbewerbsrechte erwirbt.
Vertragspartner I übernimmt keine Gewähr für den Werbeerfolg. Die Haftung durch
Vertragspartner I für Verlust oder Schäden jeglicher Art an den zur Verfügung
gestellten Werbemitteln, soweit diese nicht grob fahrlässig oder vorsätzlich durch
Beschäftigte des Vertragspartners I verursacht werden, ist ausgeschlossen.
Dieser Vertrag kann jederzeit ohne Einhaltung einer Frist im beiderseitigen Einvernehmen
aufgehoben werden. Das Recht zur ordentlichen Kündigung durch Vertragspartner II ist nur
unter Wahrung einer Frist von ............................................. vor dem
gesponserten Ereignis möglich, soweit Vertragspartner I noch keine vertraglichen
Bindungen im Vertrauen auf diesen Vertrag eingegangen ist. Das Recht zur
außerordentlichen Kündigung bleibt davon unberührt.
Sollten in dem Vertrag eine oder mehrere Bestimmungen aus tatsächlichen oder recht-lichen
Gründen unwirksam sein oder werden, so wird die Wirksamkeit der übrigen
Vertrags-bestimmungen hierdurch nicht berührt. Die Vertragsparteien verpflichten sich
vielmehr, die unwirksamen Bestimmungen durch eine dem wirtschaftlichen Erfolg möglichst
gleich-kommende Regelung zu ersetzen.
Nebenabreden sind nicht geschlossen. Die Aufhebung, Änderung oder Ergänzung des
Vertrages bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform. Kündigungserklärungen haben
der jeweils anderen Vertragspartei zumindest mit eingeschriebenem Brief zuzugehen.
Der Vertrag tritt mit Unterzeichnung in Kraft.
Gerichtsstand ist (Sitz der Bibliothek)
Ort, den.........................
Ort, den.........................
9.10 Zielgruppen der ÖA u. Werbung
9.10.4 Formale Benutzergruppen
= formal definiert durch eine Adresse oder eine Adressensammlung und somit direkt ansprechbar.
9.10.5 Informelle Benutzergruppen
= Teil der allgemeinen Benutzerschaft, an die man durch Selbstselektion und Wahl des Informationskanals der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit herankommt (z.B. Senioren, Kakteenliebhaber).
Zitat aus: Kerr (1999), George: Kundenbindung in Öffentlichen Bibliotheken. Gütersloh: Verl. Bertelsmann Stiftung, S. 42 = http://www.stiftung.bertelsmann.de/publika/download/index.htm :
= beabsichtigte Beeinflussung von marktrelevanten Einstellungen und Verhaltensweisen ohne formellen Zwang unter Einsatz von Werbemitteln (z.B. Prospekten) und bezahlten Medien.
Abbildung 21 ekz-Plakate = Beispiel für ein Plakat, das diese Kriterien mit Einschränkung erfüllt.
1. Handlungen,
2. Einfache prägnante Bilder,
3. Komplexe Bilder,
4. Konkrete Begriffe,
5. Abstrakte Begriffe.
Emotionale Stimuli werden vor
allem vermittelt durch (Prioritätenfolge):
1. Handlungen (vor allem Berührung),
2. Musik,
3. Geräusche, Stimmlage,
4. Gerüche (z.B. Kaffeeduft),
5. Bilder, besonders Gesichter, Beispiel: Abbildung 77 Bibliothekszeitung
der Stadtbibliothek Ludwigsburg 1986
6. Worte.
Emotionale Werbung = wenig Information über das Produkt, hauptsächlich emotionale Reize, Beispiel: Abbildung 25 Marlboro
9.13.2.1 Basarstil
http://www.aldi.com/

9.13.2.2
Distinguierter Stil (für Bibliotheken bei entsprechenden Voraussetzungen geeignet)
http://www.s.shuttle.de/buecherei/

9.13.2.3 Solider Stil
(für Bibliotheken geeignet)
http://www.fh-sw.de/sw/bibliothek/bibl-wue/index.html

9.13.2.4 Guter
Beraterstil (für Bibliotheken gut geeignet)
http://www.ugl.wayne.edu/

9.13.2.5
Technischer Leistungsstil (für Bibliotheken gut geeignet)
http://www.hbks.uni-sb.de/home_98/b_institution_bibl.htm

9.14.2 Leistungswerbung
http://www.dla-marbach.de/einricht/bibl/bibliothek.html

9.14.4 Imagewerbung
http://www.mainburg.de/html/bibliothek.htm

9.14.5
Emotionale Werbung, Humor
http://www.drik.org/

Beispiele für emotionale Werbung in verbaler Form (von Studenten der HBI):
Bücher und mehr (statt: Die Bibliothek hat viele Seiten)
Papier ist ungeduldig: Die neuen Bücher ...
Es kostet zwar nichts, aber zu uns kommt selten jemand umsonst
Futter fürs Gehirn
Wir spannen Sie auf die Folter
Laufend neue Sportbücher
Keine Ahnung gilt nicht: Computerbücher aus der StB
ROM liegt nicht in Italien
Wenn Sie RAM für ein Molkereiprodukt halten: Computerbücher aus der StB
Kassetten am laufenden Band
Spielend ans Ziel kommen
Null Bock auf Langeweile: Komm in die StB
Stadtbücherei! Oder wollen Sie das Beste verpassen
9.15 Mittel,
Träger, Maßnahmen, Medien
Gewünschte
Informationskanäle an UBen
Quelle: Benutzerbefragung 1995
| Priorität | UB Düsseldorf | UB Magdeburg |
| 1 | Plakat | Plakat |
| 2 | Handzettel, Broschüre | Internet |
| 3 | Auskünfte der Bibliotheksmitarbeiter | Auskünfte der Bibliotheksmitarbeiter |
| 4 | Lehrveranstaltungen | Uni-Zeitung |
| 5 | Informationsveranstaltungen | Handzettel, Broschüre |
| 6 | Tageszeitung | Lehrveranstaltungen |
| 7 | Internet | Tageszeitung |
| 8 | Uni-Zeitung | |
| 9 | Uni-Radio |

9.15.4.1 Kataloge und Verbünde
9.15.4.2
Aufstellung und Präsentation
dienen
Maßnahmeneinsatz hängt ab von:
Maßnahmen:
9.15.5.3 Leitweg
Abbildung 75 Leitweg Buchhandlung Phönix Bielefeld aus: Kreft (1993),
Wilhelm:
Ladenplanung. Leinfelden-Echterdingen: Koch

9.15.5.5 Warenleitbild
Abbildung 76 Warenleitbild
aus; Kreft (1993), Wilhelm: Ladenplanung. Leinfelden-Echterdingen: Koch
9.15.7 Drucksachen und Websites
BIS Oldenburg: einheitlicher WWW-Auftritt (http://www.bis.uni-oldenburg.de/index.html), angenehm leere Seiten, nur Schlüsselbegriffe enthaltend
Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek Weimar: WWW-Auftritt ist klar gegliedert, geradlinig, sachlich, übersichtlich. Aber teilweise Überfrachtung mit verbaler Information http://www.weimar-klassik.de/haab/b3i_200d.html
Bibliothek der Los Alamos National Laboraties: Logo einheitlich auf Papiermaterialien, im Web und der Raumbeschilderung. http://lib-www.lanl.gov. Die Gestaltung des Webauftritts der Bibliothek ist eine Variante des LANL-Auftritts. Ebenso verwenden einzelne Projekte derartige Varianten. http://lib-www.lanl.gov/lww/welcome.html. Die Web-Seiten bestechen durch Übersichtlichkeit und starke Informationsverdichtung – alles Wesentliche, nichts Überflüssiges wird gesagt.
Württ. Landesbibliothek Stuttgart: Logo wird nicht überall eingesetzt; im Internet dasselbe Logo mit Schatten http://www.wlb-stuttgart.de/index.html, sachlicher, leistungsorientierte Webauftritt, der viel einheitlicher ist als die Vielfalt der Papiermaterialien (verschiedene Handzettel u.v.a.m.) mit unterschiedlichen Schrifttypen und verschiedenartigen Anmutungen von hausbacken bis edel.
Bibliothek der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Einheitliches Design der Publikationen der Organisation (erscheinen in einem Verlag); u.a. Bundesadler als Logo. Der Webauftritt ist nüchtern http://www.baua.de/info/index.htm, stellt vor allem Dienstleistungen dar (Zeitschriftenschau, Profildienste). Sehr gute Anpassung der Darstellungen (Sprache und Anmutung) an die Zielgruppen (Wissenschaftler, Experten, Multiplikatoren).
9.15.9.3
Pressemitteilungen
Abbildung 84 Rezeption Artikel aus: Lehre und Forschung 10/1996 über
Zeitungslesen.

Abbildung 85 Verteilung der Presseartikel über ÖBB (Quelle: eigene
Untersuchung
1997):

9.16 Produktausstrahlungseffekte
Kommunkationspolitik, die für Bibliotheken infrage kommt bei Dominanz intelligenter, solider und gängiger Produkte. Bibliotheken sollten danach
9.17 Etat für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit
Empfehlung des DBI-Projektes ÖA aus den 80er Jahren: 5 % des Erwerbungsetats
Abbildung 88 Vergleichstabelle Etat ÖA (eigene Darstellung)
| Nr | Ort | Einwohner am 1.1.95 | Anzahl Aus- stellungen 1995 |
Anzahl Veran- staltungen 1995 |
Teilnehmer- zahl der Veran- staltungen |
Teilnehmer je Veran- staltung |
Veran- staltungen je 1.000 Einwohner |
Anteil Kinder- veran- staltungen |
DM für Öffentlich- keitsarbeit 1997 |
| 4 | Hamburg | 1.705.872 |
140 |
2.222 |
52.090 |
23 |
1 |
40 % |
76.000,- |
| 12 | Frankfurt a.M. | 652.412 |
225 |
644 |
17.396 |
27 |
1 |
90 % |
25.000,- |
| 29 | Leipzig | 481.121 |
941 |
1.334 |
33.435 |
25 |
3 |
/ |
/ |
| 173 | Ludwigsburg | 86.213 |
0 |
170 |
5.163 |
30 |
2 |
70 % |
52.000,- |
| 156 | Dessau | 92.535 |
6 |
320 |
10.097 |
32 |
3 |
80 % |
25.700,- |
| 236 | Sindelfingen | 59.474 |
8 |
4 |
190 |
48 |
0,07 |
0 % |
0 |
| 255 | Suhl | 54.379 |
25 |
123 |
4.409 |
36 |
2 |
70 % |
270,- |
| 264 | Hof | 52.658 |
8 |
34 |
1.235 |
36 |
1 |
60 % |
1500,- |
| 266 | Wittenberg | 52.637 |
90 |
135 |
3.147 |
23 |
3 |
93 % |
700,- |
| 310 | Soest | 46.688 |
1 |
59 |
28 |
? |
1 |
0 % |
0 |
| 415 | Neu-Isenburg | 35.850 |
12 |
80 |
2.800 |
35 |
2 |
/ |
/ |
| 481 | Naumburg | 31.122 |
50 |
42 |
1.691 |
40 |
1 |
20 % |
7000,- |
| 747 | Ludwigsfelde | 20.550 |
1 |
134 |
2.813 |
21 |
7 |
90 % |
1000,- |
| 754 | Westerstede | 20.472 |
1 |
9 |
/ |
/ |
0,4 |
20 % |
3400,- |
| 944 | Wolgast | 15.805 |
0 |
52 |
1.261 |
24 |
3 |
50 % |
3000,- |
| 1963 | Wurzbach | 2.461 |
0 |
14 |
147 |
11 |
6 |
/ |
/ |
| 1786 | Zolling | 3.745 |
2 |
4 |
287 |
72 |
1 |
100 % |
1000,- |
/ = keine Angabe erhältlich
10.3 Von strategischen Zielen zu operativen Zielen
Beispiel zu einer Zweigbibliothek und zur Zentralbibliothek:
| Rolle | operative Ziele 1998 | Positive Maßnahmen | Negative Maßnahmen | ||
| Kommunales Infozentrum |
|
|
|
||
| Bildungs-, Ausbildungs- unterstützung |
|
|
|
||
Die Maßnahmen müssen mit Namen (wer machts?) und Datum versehen sein (bis wann?).
10.5.1 Leistungsindikatoren zur Leistungsmessung
Verbreitete Leistungsindikatoren sind:
ISO 9000ff.
Mögliche Qualitätsstandards für öffentliche Bibliotheken: