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Philosophische Fakultät I, Institut für Bibliothekswissenschaft |
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Telefon |
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Materialien zum
Bibliotheksmarketing
(Vorlesungsskript)
Berlin: Institut für Bibliothekswissenschaft der
Humboldt-Universität zu Berlin 2000
(Berliner Handreichungen zur
Bibliothekswissenschaft. 62)
http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h62
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| Abstract Berufsbild 2000 1 Einordnung,
Fragestellungen |
3 Nichtkommerzielles Marketing 3.1 Generisches Marketing (Transaktionsansatz) 3.2 Marketing, Daseinsvorsorge, Subsidiarität, Partizipation 3.3 Kommunales Marketing und Verwaltungsreform 4 Marktanalyse 4.1 Instrumente und Dimensionen der Marktanalyse 4.1.1 Rechtliche Restriktionen 4.1.2 Konkurrenzanalyse 4.1.3 Organisationspotenzialanalyse 4.1.4 Marktpotenzialanalyse 4.1.5 Marktsegmentierung 4.1.6 Produktlebenszyklusanalyse 4.1.7 Programmstrukturanalyse 4.1.8 Portfolioanalyse 4.4 Bibliothekarische Marktanalyse 4.4.1 Gemeinwesenanalyse 4.4.1.1 Methodik, Fragestellungen 4.4.1.2 Ergebnisse, Beispiele 4.4.2 Befragungen 4.4.2.1 Methodik, Fragestellungen 4.4.2.2 Ergebnisse, Beispiele 4.4.3 Bibliothekarische Kontaktarbeit 4.4.4 Nutzungsanalysen 4.5 Marktanalyse und Handlungsstrategien |
| 5 Marktplatzierung 5.1 Instrumente und Dimensionen 5.1.1 Leitbild, Organisationsziele 5.1.2 Corporate Identity, Corporate Culture 5.1.3 Produkt-Märkte-Matrix 5.1.4 Penetrationsstrategie 5.1.5 Marktentwicklung 5.1.6 Relaunch (Produktverjüngung) 5.1.7 Produktentwicklung 5.1.8 Diversifikation Benchmarking 5.1.9 Angebotselimination 5.3 Bibliothekarische Marktplatzierung 5.3.1 Bibliotheken 93 5.3.2 Voluntaristische Verfahren 5.3.4 Kultur- und technikkritische Ansätze 5.3.6 Plazierung nach Bock und Schneider 5.3.7 Conspectus DFG Sondersammelgebiete 5.3.8 Rollendefinitionen |
6 Produktpolitik 6.1 Dimensionen der Produktpolitik 6.1.2 Verwenderansprüche 6.1.6 Produktziele 6.1.6.1 Billige Massenprodukte 6.1.6.2 Exklusive Produkte 6.1.6.3 Intelligente Produkte 6.1.6.4 Solide Produkte 6.1.6.5 Gängige Produkt 6.1.6.6 Me-Too-Produkte 6.1.6.7 Designorientierte Produkte 6.1.6.8 Spezialitäten Konjunktanalyse zur Ermittlung gewünschten Produktgestaltungen 6.1.7 Produktausstrahlungseffekte 6.1.8 Anpassungsstrategien 6.1.8.1 Profilierungsstrategien 6.1.8.2 Zielgruppenvariation 6.1.8.3 Produktvariation 6.1.8.4 Produktinnovation 6.1.8.6 Produktelimination |
| 6.3 Produktpolitik
in Bibliotheken 6.3.1 Bestandskonzept, Erwerbungspolitik Handlungsalternativen zur Optimierung einer Lehrbuchsammlung Literaturbedarf in UBen Verfügbarkeitsstudien 6.3.2 Informationsdienstleistungen 6.3.3 Bibliographische Dienste 6.3.4 Präsenznutzung Zeitschriftennutzungsanalysen 6.3.5 Forum, Begegnungsstätte, Kommunikationszentrum 6.3.6 Kulturmanagement, Programmarbeit 6.3.6.1 Ziele und Rahmenbedingungen 6.3.6.2 Veranstaltungen 6.3.6.3 Planung und Durchführung Checklisten für Veranstaltungen 6.3.6.4 Checklisten für Ausstellungen |
7 Distributionspolitik 7.2 Bibliothekarische Distributionspolitik 7.2.1 Raumorganisatorische Einbindung 7.2.2 Bibliothekstypen und -formen 7.2.3 Bibliotheksnetz und -kooperation 7.2.4 Öffnungszeiten 7.2.5 Lieferdienste 7.2.5.1 Blockausleihe 7.2.5.2 Zeitschriftenumlauf Document Delivery 7.2.6 Leihverkehr 7.2.7 Virtuelle und digitale Bibliotheken |
| 8 Entgeltpolitik 8.2 Bibliothekarische Entgeltpolitik 8.2.1 Preise, Entgelte, Gebühren, Beiträge, Zuschussbedarf 8.2.2 Gegenstände der Entgelte Konjunktanalyse zur Ermittlung der akzeptierten Entgelte 8.2.3 Wirkungen und politische Argumente 9 Kommunikationspolitik 9.3 Bibliothekarische und betriebswirtschaftliche Perspektive Corporate Design (Visuelles Erscheinungsbild) Corporate Image (Organisationsimage) Corporate Communication 9.12 Öffentlichkeitsarbeit 9.12.1 Ziele, Inhalte Sponsoring-Mustervertrag |
9.10 Zielgruppen der ÖA u. Werbung 9.10.1 Unterhaltsträge 9.10.2 Mitarbeiter (Interne Öffentlichkeitsarbeit) 9.10.3 Allgemeine Benutzerschaft 9.10.4 Formale Benutzergruppen 9.10.5 Informelle Benutzergruppen 9.10.6 Allgemeine Öffentlichkeit 9.6 Bibliothekarische Kontaktarbeit 9.8 Anwendungsberatung, Benutzerschulung 9.8.1 Schriftlich 9.8.2 Persönlich 9.8.3 Medial 9.9 Kundenbindung |
| 9.11 Werbung 4.2.2 Wahrnehmungsfaktoren 4.2.3 Kognitive Faktoren 4.2.4 Emotionale Faktoren 9.11.1 Ziele, Inhalte 9.11.2 Formen 9.11.2.1 Massenumwerbung 9.11.2.2 Gruppenumwerbung 9.11.2.3 Einzelumwerbung 9.11.2.4 Direktwerbung |
9.13 Werbestil 9.13.1 Grundsätze 9.13.2 Stile 9.13.2.1 Basarstil 9.13.2.2 Distinguierter Stil * 9.13.2.3 Solider Stil * 9.13.2.4 Guter Beraterstil * 9.13.2.5 Technischer Leistungsstil * 9.14 Werbebotschaft 9.14.1 Begriff 9.14.2 Leistungswerbung 9.14.3 Preiswerbung 9.14.4 Imagewerbung 9.14.5 Emotionale Werbung, Humor |
| 9.15 Mittel,
Träger, Maßnahmen, Medien Gewünschte Informationskanäle an UBen 9.15.1 Personengebundene Maßnahmen 9.15.1.1 Persönliches Gespräch 9.15.1.2 Besprechungen, Arbeitsgruppen 9.15.1.3 Gremienarbeit 9.15.1.4 Vorträge, Konferenzen 9.15.1.5 Präsentationen, Demonstrationen Multiplikatorenveranstaltungen 9.15.1.6 Führungen 9.15.2 Verpackung 9.15.3 Schaufenster, Vitrinen 9.15.4 Bestandserschließung 9.15.4.1 Kataloge und Verbünde 9.15.4.2 Aufstellung und Präsentation 9.15.4.3 Inhaltsreferate 9.15.4.4 Profildienste 9.15.5 Maßnahmen im und am Gebäude 9.15.5.1 Außenbeschilderung, Plakatständer 9.15.5.2 Leit- und Orientierungssystem 9.15.5.3 Leitweg 9.15.5.4 Warenträger, Display, Dekoration 9.15.5.5 Warenleitbild |
9.15.6 Plakate 9.15.7 Drucksachen und Websites 9.15.8 Werbegeschenke, Warenproben 9.15.9 Presse 9.15.9.1 Presselandschaft 9.15.9.2 Inserate 9.15.9.3 Pressemitteilungen 9.15.9.4 Fach- und Zielgruppenblätter 9.15.9.5 Pressespiegel 9.15.10 Video, Radio und Fernsehen Trailer 9.15.10.1 Radiolandschaft, Uni-Radio, -Fernsehen 9.15.10.2 Pressemitt. oder selber sprechen E-Mails 9.15.11 Werbung in fremden Publikationen 9.15.12 Streuplanung 9.15.13 Veranstaltungen 9.15.14 Ausstellungen |
| 9.16 Produktausstrahlungseffekte 9.17 Etat für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit 9.18 Einsatz ehrenamtlicher Kräfte 9.19 Grenzen der Werbung 9.20 Planung und Organisation |
10 Formulierung und Umsetzung
eines Marketingkonzepts 10.1 Von der Rollendefinition zum Zielkonzept 10.2 Vom Zielkonzept zu strategischen Zielen 10.3 Von strategischen Zielen zu operativen Zielen 10.5 Zielkontrolle 10.5.1 Leistungsindikatoren zur Leistungsmessung 10.5.2 Qualitätsmanagement Literatur - Ergänzung |
Status dieser Veröffentlichung:
Dieses Dokument ist das Vorlesungsskript zur Vorlesung Bibliotheksmarketing. Es
beruht auf der Publikation:
Umlauf (1997i), Konrad: Bibliotheksmarketing. Berlin: Institut für
Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin (Berliner Handreichungen zur
Bibliothekswissenschaft und Bibliothekarausbildung. 34) = http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h34
und enthält wichtige Tabellen und anderes Anschauungsmaterial aus diesem
Buch, ferner aus weiteren Quellen. Das Material geht also einerseits über das Buch
hinaus, trifft andererseits aus dem umfangreichen Stoff des Buches eine Auswahl, um den
Stoff in einer Vorlesung von 2 SWS handhabbar zu machen. Die Gliederung ist gegenüber dem
Buch aus didaktischen Gründen leicht verändert, verwendet aber mit dem Ziel einer
eindeutigen Konkordanz dieselben Gliederungsziffern der Kapitelüberschriften wie im Buch,
so daß die Kapitelnumerierung scheinbar nicht stimmig ist. Ebenso ist die Numerierung der
hier wiedergegebenen Tabellen identisch mit der im Buch (auch die Seitenzahlen der Seiten,
auf denen die Tabellen im Buch stehen, sind hier genannt); deshalb entstehen springende
Nummern. Die im Buch nicht enthaltenen Tabellen und graphischen Darstellungen sind nicht
numeriert.
Inhalt dieser Veröffentlichung:
Diese Vorlesung stellt die Handlungskompetenzen und die instrumentellen Kenntnisse, die
beim Bibliotheksmarketing gebraucht werden, ausführlich dar und akzentuiert sie mit
Beispielen aus wissenschaftlichen und Öffentlichen Bibliotheken. Behandelt werden Marketing als Philosophie und als
Instrumentarium, Handlungsfelder des Marketing, Marketing-Mix, Marketing-Zyklus, Internes
Marketing, Marketing-Management, Nichtkommerzielles (generisches) Marketing, Marktanalyse,
Gemeinwesenanalyse, Befragungen, Kontaktarbeit, Nutzungsanalysen, Marktplatzierung,
Benchmarking, Zielgruppen, Organisationsidentität, Organisationskultur, Leitbild,
Produkt-Märkte-Matrix, Produktpolitik, Produktziele, Kulturmanagement, Programmarbeit,
Distributionspolitik, Kommunikationspolitik, Öffentlichkeitsarbeit, Kundenbindung,
Werbung, Pressearbeit, Marketingkonzept.
Berufsbild 2000 (1998). Bibliotheken und Bibliothekare im Wandel. Erarbeitet von der Arbeitsgruppe Gemeinsames Berufsbild der BDB unter Leitung von Ute Krauß-Leichert. Berlin: Bundesvereinigung Dt. Bibliotheksverbände = http://www.bdbverband.de/seiten/berufsbild/berufsbild.html
In diesem Berufsbild legen die bibliothekarischen Verbände erstmals sparten- und laufbahnübergreifend Kompetenzen und Handlungsfelder bibliothekarischer Tätigkeiten dar. Auszug:
| 3 Werbung und Öffentlichkeitsarbeit
3.1 Ziele Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sollen
Wert und Bedeutung der Bibliothek und den Nutzen ihrer Dienstleistungen ins Bewußtsein bringen und sie zu entsprechendem Handeln veranlassen. Entsprechendes Handeln heißt
Maßstab der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit ist ihre Wirkung hinsichtlich dieser Ziele. Sie sind nicht Selbstzweck. Insbesondere Öffentliche Bibliotheken und wissenschaftliche Universalbibliotheken in öffentlicher Trägerschaft betreiben auch Kulturmanagement, sei es in Form von Ausstellungen, Autorenlesungen oder Kleinkunstveranstaltungen. Auch Kulturmanagement kann, richtig eingesetzt, einen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit leisten. In diesem Sinn haben die meisten kulturellen Angebote von Bibliotheken über die Funktion für die Öffentlichkeitsarbeit hinaus einen kulturellen Eigenwert erlangt. Sie werden zu einem eigenständigen Kulturmanagement und bereichern das Kulturleben ihres Umfelds (Gemeinde, Stadt, Region, Universität) oder gewinnen einen eigenen pädagogischen oder sozialen Wert (z. B. Leseförderung, Seniorennachmittage, Spielbörsen). In anderen Fällen stellt die Bibliothek Räume und Geräte für Unterricht und Lehre, Eigenstudium, Gruppenarbeit, Beratungen und Bürgeraktivitäten als Teil ihrer Dienstleistungen zur Verfügung. In Zukunft müssen Bibliothekare deutlicher unterscheiden einerseits zwischen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, deren Erfolgsmaßstab außerhalb dieser Handlungsfelder selbst liegt, und andererseits dem Kulturmanagement, dessen Erfolgsmaßstab das kulturelle Niveau und der Beitrag zum kulturellen und sozialen Leben der lokalen und regionalen Gemeinschaft ist. 3.2 Inhalte Im einzelnen beinhaltet Werbung und Öffentlichkeitsarbeit: Bibliothekare
3.3 Tätigkeiten Diese Inhalte drücken sich in einem breiten Spektrum von Tätigkeiten aus. Beispielsweise
3.4 Arbeitsergebnisse Nicht minder vielfältig sind die Arbeitsergebnisse. Als Beispiele seien aufgeführt:
Entscheidend sind Initiative, Kreativität und Aktivität des Personals. Ein Teil der Tätigkeiten geht in Dienstleistungen über oder ist untrennbar mit Dienstleistungen, Kulturmanagement oder Leitungs- und Managementaufgaben verknüpft. 3.5 Kompetenzen Die methodisch-fachlichen, die technologischen und die fachwissenschaftlichen Kompetenzen spielen bei Werbung und Öffentlichkeitsarbeit eine Rolle beispielsweise für eine angemessene Auswahl der Exponate einer Ausstellung, die Beherrschung eines DTP-Programms für die Gestaltung von Infoblättern oder für die Formulierung klarer und kurzer Texte eines Leit- und Orientierungssystems. Im Vordergrund stehen
3.6 Qualifikation und innerbetriebliches Gefüge Tatsächlich können Bibliothekare in der Regel natürlich nur begrenzt über die fachlich-methodischen Kompetenzen für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit verfügen. Sie sind nicht zugleich ausgebildete Graphikdesigner oder Journalisten. Nur in wenigen großen Bibliotheken ist es möglich, für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit speziell qualifiziertes Personal einzustellen. Meistens ist es sinnvoller, fallweise die Leistungen einer Werbeagentur zu kaufen statt eigene Werbekaufleute oder Graphikdesigner zu beschäftigen. Die Aufgaben in Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Kulturmanagement erstrecken sich auf alle Qualifikationsstufen des bibliothekarischen Berufs. Die folgende Tabelle gibt eine ungefähre Zuordnung, die jedoch je nach Betriebsgröße und Inhalt des Aufgabe im einzelnen modifiziert auftritt.
3.7 Qualitätsmaßstäbe Qualitätsmaßstab der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit ist zunächst der Erfolg in Bezug auf die gesetzten Ziele: Bekanntheitsgrad steigern, Image und Akzeptanz verbessern, Ressourcensicherung. Eine Klassenführung beispielsweise ist dann gut gelungen, wenn viele Schüler als dauerhafte Bibliotheksbenutzer gewonnen werden. Ein Werbebrief der Fachbibliothek eines Unternehmens an die Mitarbeiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist dann erfolgreich, wenn die Mitarbeiter nun durch eine kluge Ausschöpfung der Bibliotheksressourcen zielgerichteter, schneller und einfacher an die benötigten Informationen herankommen und auf diese Weise die Wertschöpfung im Unternehmen gesteigert und die Kosten gesenkt werden. Beim Kulturmanagement ist neben quantitativen Maßstäben (vor allem Besucherzahlen) auch der kulturelle Eigenwert der Angebote im kulturellen und sozialen Umfeld der Bibliothek ein wichtiger Qualitätsmaßstab. Aber auch hier wird man perspektivisch einen Beitrag zur Imagegestaltung der Institution erwarten. Viele Maßnahmen entziehen sich freilich einer unmittelbaren Erfolgsmessung. Erst ein Ensemble kontinuierlicher und klug aufeinander abgestimmter Maßnahmen bringt den Erfolg. Dies zu leisten ist die zentrale Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit. 3.8 Perspektiven Auf dem Hintergrund des raschen gesellschaftlichen Wandels und des wachsenden Kostendrucks wird die Existenz bestehender Einrichtungen zunehmend nicht mehr ohne weiteres akzeptiert. Öffentlichkeit und Geldgeber fragen zu Recht immer häufiger:
Zugleich wird die soziale Produktivkraft der Kultur und ihr identitätsstiftendes Potential mehr und mehr erkannt und gebraucht. Beides läßt Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Kulturmanagement an Bedeutung gewinnen. Insbesondere werden Bibliothekare Maßnahmen der Werbung, der Öffentlichkeitsarbeit und des Kulturmanagements stärker in einen konzeptionellen Zusammenhang bringen müssen, der auf die Ziele der Bibliothek bezogen ist. Auch in Zukunft wird es um Werbung für vorhandene Angebote gehen, immer stärker indes um einen Dialog mit dem Unterhaltsträger und den Nutzern der Bibliothek über die Frage: Welche Dienstleistungen werden gebraucht? Welche Kosten sind dafür angemessen? 3.9 Richtlinien Voraussetzung einer erfolgreichen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sind stets qualitätvolle, zuverlässige und den Bedarf treffende Dienstleistungen der Bibliothek, d. h. vor allem ein überzeugendes Medien- und Informationsangebot, verläßliche und verbindlich vorgetragene Auskünfte, termingerechte und handhabbare Informationsdienstleistungen, eine zuvorkommende Beratung. |
Qualitätskontrolle anhand benutzer- und auftragsbezogener Maßstäbe |
|
Abstimmung der Marketing-Instrumente aufeinander.
Bibliothekarische Beispiele:

Beispiel für mangelnde Abstimmung (wortreiche, weitschweifige Einführungen und Ausführungen für die Datenbankrecherchen an der UB Bochum)
Wichtig ist, dass die Zusammenhänge zwischen Produkteigenschaften und dazu passender Distributions- und Kommunikationspolitik beachtet werden. Diese Zusammenhänge nennt man Produktausstrahlungseffekte.
Abbildung 3 Marketingzyklus aus: Eine Marketingkonzeption für Öffentliche Bibliotheken (1987). Peter Borchardt... Berlin: Dt. Bibliotheksinstitut (Dbi-Materialien. 71), S. 89:

Bei Einführung von Marketing in der Praxis fängt man nicht oben (Zieldefinition) an (Gefahr endloser Debatten ohne Umsetzung). Sondern zunächst Optimierung von Teilbereichen, z.B.
3.1 Generisches Marketing (Transaktionsansatz)
Abbildung 4 Interessentengruppen, Märkte, Austausch nach: Kotler, (1978), Philip: Marketing für Nonprofit-Organisationen. Stuttgart: Metzler, S. 31:
a) Erwerbswirtschaftliche Unternehmen
gibt |
Kapital |
erhält - erzeugt |
Güter u. Dienstleistungen |
konsumiert |
Eigentümer |
Unternehmen |
Kunden |
||
bekommt |
Dividenden |
zahlt - bekommt |
Zahlungen |
bezahlt |
b) Hilfsorganisationen
gibt |
Geld, Zeit |
erhält - erzeugt |
Leistungen |
bekommt |
Spender |
Hilfsorganisation |
Klienten |
||
erwartet |
Dankbarkeit |
dankt - bekommt |
Eigenbeitrag |
leistet |
c) Interessenverbände
erzeugt |
Leistungen |
bekommt |
Interessenverband |
Mitglieder |
|
erhält |
Beiträge, zeitlicher Einsatz |
leistet |
d) Dem Gemeinwohl dienenende Organisation
erzeugt |
Leistungen |
bekommt |
Organisation |
Allgemeine Öffentlichkeit |
|
erhält |
Steuergelder |
bezahlt |
Abbildung 5 Unternehmen, Kunden, Steuerzahler (eigene Darstellung):

Steuerzahler (allgemeine Öffentlichkeit) und Klientel (ein Teil davon) sind nicht dieselbe Gruppe; ein anderer Teil der allgemeinen Öffentlichkeit, nämlich die Entscheidungsträger (= Gemeinderäte, Politiker) deckt sich nicht mit der Klientel. Dagegen sind in der Beziehung zwischen Kunden und Unternehmen die Entscheidungsträger der Nachfrage (Kunden), die Zahler (Kunden) und die Klientel (Kunden) identisch.
3.2. Marketing, Daseinsvorsorge, Subsidiarität, Partizipation
Abbildung 6 Von der Zieldimension zum Indikator:
Bibliotheksziele |
Mitarbeiterorientierung > |
< Kundenorientierung | Öffentlicher Auftrag > |
< Wirtschaftlichkeit |
Zieldimension |
Zieldimensionen werden durch Subziele verfeinert z. B. Kundenorientierung |
| nächster Schritt: |
Subziele |
Leistungskriterien definieren die Zielerreichung z.B Angebotsakzeptanz |
| nächster Schritt: |
Leistungskriterien |
Indikatoren quantifizieren die Ausprägung der Leistungskriterien z.B. Kundenmeinung |
| nächster Schritt: |
Indikatoren |
Über die Indikatoren läuft der interkommunale Vergleich z.B. qualitative Skalenwerte aus Kundenbefragung |
4.1.1 Rechtliche Restriktionen
Konkurrenzbeziehungen:
Abbildung 7 Tabellen zur Konkurrenzanalyse:
| eigene Charakteristik |
Alternativ anbieter 1 |
Bedarf bei |
Anerkennung |
eigene räumliche |
eigene personelle |
eigene mediale |
eigene finanzielle Voraussetzungne |
|
| Spezial- sammlungnen |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Kulturelle Dienstleistungen |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Bürgerinfo- service |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Auskunftsdienst |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Aufsuchende Dienste | . | . | . | . | . | . | . | . |
| Individuelles Lernen |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Lese- förderung |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Erholung, Unterhaltung |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Informations- vernetzung |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Dienstleistungen für die Öffentlichkeit |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Dienstleistungen für die Verwaltung |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Dienstleistungen für die Wirtschaft |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Dienstleistungen für institutionelle Partner |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Medienaus- leihe |
. | . | . | . | . | . | . | . |
| Öffnungszeiten |
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| Verkehrs- anbindung |
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