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Philosophische Fakultät I, Institut für Bibliothekswissenschaft |
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Telefon
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030/2093-4493, -4230, -4236 030/2093-4335, -4206 konrad.umlauf@rz.hu-berlin.de
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Die folgende Übersicht listet in einer groben Systematik Modelle für das WWW-gestützte Informationsmanagement Öffentlicher Bibliotheken auf und gibt jeweilige Beispiele. Die Reihenfolge ist nicht als Schrittfolge von einfach zu kompliziert zu verstehen.
1. Werbliche Homepages ohne Interaktivität
Information in Bild und Text über die Einrichtung und ihre Angebote, Adresse, Öffnungszeiten, Veranstaltungen, ev. auch Jahresbericht, Fotos der Mitarbeiter, virtueller Rundgang, Ziele, Leitbild usw. Beispiele:
Stadtbibliothek Mainburg http://www.mainburg.de/html/bibliothek.htm
Cleveland Public Library (USA) http://www.cpl.org/Locations.asp?FormMode=VirtualTour
2. Werbliche Homepages mit Interaktivität:
Enthalten sind auch interaktive Elemente wie OPAC, ggf. mit Einsicht in Benutzerkonto, mit Vormerkung, Leihfrist-Verlängerung, E-Mail an die Bibliothek, u.a. Beispiele:
Stadtbibliothek Rheine http://www.internetopac.de/w_rheine/index.asp?
Stadtbibliothek Heilbronn http://stadtbuecherei.stadt-heilbronn.de/WWWOPAC/index.asp?
3. Thematisch spezialisierte und vertiefte Informationsdienstleistungen für die Selbstbedienung:
Die Bibliothek bietet auf WWW-Seiten von ihr ausgewählte und zusammengestellte thematisch spezialisierte und mehr oder minder tiefe Informationen, etwa über Wirtschaftsfragen, Literatur, für Kinder. Es muss sich um deutlich mehr als Werbung für oder Hinführung zum körperlichen Bestand handeln, aber die Übergänge sind fließend. Beispiele:
Public Library of Charlotte & Mecklenburg County (USA) http://www.bizlink.org/
Stadtbücherei Stuttgart http://www.stuttgart.de/chilias/literatur/index.htm
Toronto Public Library (Kanada) http://www.tpl.toronto.on.ca/KidsSpace/index.htm
4. Statische Linksammlungen:
Die Bibliothek stellt Linksammlungen ins Netz, die der Erschließung des WWW dienen. Wichtig sind eine sinnvolle Gliederung, Annotationen und die Qualitätsprüfung. Insbesondere die Qualitätsprüfung soll den Unterschied zu kommerziell betriebenen Internet-Katalogen herstellen. Einige dieser Linksammlungen sind aus bescheidenen Bookmark-Sammlungen hervorgegangen. Beispiele:
Stadtbücherei Altena http://www.stadtbuecherei.de/bookmark.html
Zentral- und Landesbibliothek Berlin http://www.zlb.de/linksammlungen/index.html
Hamburger Öffentliche Bücherhallen, kostenfreie Datenbanken http://www.internet-datenbanken.de/
5. Linksammlungen als Datenbank:
Bei sehr umfangreichen Linkssammlungen bietet es sich an, diese nicht auf statischen Html-Seiten zu führen, sondern als Datenbank. Sinnvolle Zugriffselemente sind - ähnlich wie in Katalogen - Stichwörter aus dem Titel, die Körperschaft, der URL, Stichwörter aus der Annotation, Deskriptoren, Notationen einer Klassifikation, Klassenbenennungen der Klassifikation. Auch hier muss durch Profil und Qualitätsprüfung der Unterschied zu kommerziellen Internet-Katalogen herausgestellt werden. Die Linksammlung kann in den OPAC integriert sein. Beispiele:
Stadtbibliotheken Bremen und Paderborn, Zentral- und Landesbibliothek Berlin und Büchereizentrale Schleswig-Holstein www.gbv.de/cgi-bin/ileks.pl
6. Interaktive, individuelle Informationsdienstleistungen:
Der Benutzer wendet sich mit einer Auskunftsfrage oder einer Dokumentbestellung über das WWW an die Bibliothek und erhält per E-Mail oder anders die Antwort, eine Dokumentkopie usw. Bei den fortgeschrittensten Angeboten erfolgt die Bearbeitung nach dem Vorbild von Chatrooms im Echtzeitbetrieb. Beispiele:
New York Public Library (USA), gebührenpflichtige Recherche von Wirtschaftsinformation http://www.nypl.org/research/sibl/index.html
Aarhus Kommunes Biblioteker (Dänemark), die Fragen und Antworten werden in einer Datenbank gespeichert und sind für die Öffentlichkeit recherchierbar http://www.aakb.bib.dk/respons
Toronto Public Library (Kanada) http://www.tpl.toronto.on.ca/OnlineRef/index.htm
7. Aufwertung des OPACs:
Der OPAC wird erweitert,
Beispiele:
OPAC der UB Bielefeld
Beispiele:
Lande Memorial Library (USA), Links zu Rezensionen in Amazon.com http://www2.hampton.lib.nh.us
Beispiele:
UB Bielefeld Metasuche
Beispiele:
GBV
Online Ressourcen
Bibliothèque Publique d'Information Paris (Frankreich), Zugriff auf CD-ROMs
über den OPAC http://www.bpi.fr
Bibliothèque Municipale des Fresnes (Frankreich), Recherche im OPAC mit
integrierten Nachweisen der CD-ROMs und von WWW-Ressourcen http://www.mairie-fresnes.fr/scripts/opsys.pl?MODULE=3W9900
Beispiele:
Dokumentlieferdienst JADE http://www.ub.uni-bielefeld.de/netahtml/jaso1.html
8. Werbliche E-Mails:
Die Bibliothek bittet ihre Benutzer um deren E-Mail-Adresse und um Angaben zum gewünschten Profil der Information. Im Idealfall werden die versendeten Nachrichten automatisch erzeugt, beispielsweise aus dem Erwerbungsmodul der Bibliotheksverwaltungssoftware heraus anhand der Schlagwörter oder Notationen der Neuerwerbungen. Oder die Bibliothek legt Adressenlisten für den E-Mail-Versand an. Beispiele:
Aarhus Kommunes Biblioteker (Dänemark) http://www.aakb.bib.dk/hb/bibnyt - Abonnenment
9. Dienstleistungen über Mobiltelefonnetze:
Die Bibliothek macht Katalogabfragen über geeignete Dienste bzw. Protokolle der Mobiltelefonnetze oder versendet auf diese Weise werbliche Nachrichten an ihre Nutzer. Beispiele:
Stadt- und Landesbibliothek Wien, Katalogabfrage über das WAP-Protokoll http://wap.wstlb.at/
10. Zugang zu elektronischen Zeitschriften(aufsätzen):
Nützlich als Linksammlung sind Zugänge zu elektronischen Zeitschriften. Während in Universitätsnetzen die Zugänge zu kostenpflichtigen E-Journals durch Lizenzverträge freigeschaltet sind, verfahren die Verlage bei Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland bislang äußerst restriktiv. Beispiele:
Elektronische Zeitschriftenbibliothek der Universitätsbibliothek Regensburg mit Angabe, ob der Zugang allgemein öffentlich über das WWW oder nur von Computern im Universitätsnetz aus oder nur von Uni-PCs gegen besondere Bezahlung aus möglich ist www.bibliothek.uni-regensburg.de/ezeit/ezbproj.htm
Im Projekt EZUL werden Bibliotheken (Technische Informationsbibliothek Hannover, Bayerische Staatsbibliothek München) zu Händlern von Aufsätzen aus elektronischen Zeitschriften. Der Benutzer recherchiert vom Arbeitsplatz oder von zu Hause aus auf dem Server der Bibliothek, bestellt über die Bibliothek; diese kauft und beschafft vom Server des Verlags, um an den Benutzer zu verkaufen und elektronisch zu liefern. www.tib.uni-hannover.de/allginfo/ezul.htm
Skokie Public Library (USA) http://www.skokie.lib.il.us/info/readyref/premium.html
11. Digitalisierung vorhandener körperlicher Bestände:
In etlichen Bibliotheken und verwandten Einrichtungen laufen Projekte, die die Digitalisierung urheberrechtlich freier Medien aus den Bibliotheksbeständen zum Ziel haben; dabei stehen solche Unternehmen im Vordergrund, bei denen die digitalisierten Inhalte über das World Wide Web zugänglich gemacht werden (digitale Bibliotheken). Voraussetzung sind für diesen Zweck lohnende Bestände, die in Öffentlichen Bibliotheken (z.B. Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Stadt- und Landesbibliothek Potsdam) selten anzutreffen sind.Projektbeschreibungen der laufenden deutschen Projekte unter http://www.dbi-berlin.de/vdbhome/vdbho1.htm.
Denver Public Library (USA), Fotos aus dem amerikanischen Westen http://gowest.coalliance.org
Geschichten aus der Berliner Märzrevolution mit eingescannten Flugschriften aus dem Bestand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin http://www.zlb.de/projekte/1848/index.html
12. Von der Bibliothek moderierte Chatrooms:
Die Bibliothek bietet einen Chatroom an und moderiert ihn. Thema könnten bevorzugt belletristische Lektüren sein, über die Bibliotheksbenutzer und Bibliothekspersonal sich austauschen. Beispiele:
Aarhus Kommunes Biblioteker (Dänemark), Anmeldung erforderlich http://www.aakb.bib.dk/hb/klubben
Morton Grove Public Library (USA) http://www.webrary.org/rs/TOL.html
13. Internet-Portale:
Internet-Portale sind komplexe Kombinationen von mehreren oder allen diesen Modellen. Mit anderen Worten, durch bibliotheksbezogene Internet-Portale erschließt sich unter einer einheitlichen, sinnfälligen Oberfläche der Zugang
Beispiele:
Digitale Bibliothek Nordrhein-Westfalen http://www.digibib-nrw.de/Digibib
Digital Library Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg http://www.swbv.uni-konstanz.de/diglib/
Literaturhinweise:
Umlauf (2000k), Konrad: Inhaltserschließung in Bibliotheken. Berlin: Institut für Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin (Berliner Handreichungen zur Bibliothekswissenschaft. 82) = http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h82/
Hapel (2001), Rolf; Pirsich, Volker; Giappiconi, Thierry: Zukunftsorientierte Internet-Angebote in Öffentlichen Bibliotheken. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung = http://www.bertelsmann-stiftung.de/documents/Zukunftsorientierte_Internet.pdf
Letzte Aktualisierung: 25.1.2002