Eine geschlossene und womöglich mehrere Schulen ausbildende Lehre des Bibliotheksmarketing gibt es trotz einiger Veröffentlichungen zu dem Thema nicht. Daher: Kombination aus Marketinglehre allgemein und bibliothekarischen Anwendungen. Es gibt auch kein einheitliches Lehrgebäude des Marketings überhaupt. Je nachdem, welches Lehrbuch man nimmt, werden bestimmte Teilbereiche gar nicht behandelt oder sie werden unterschiedlich zugeordnet. Die Terminologie ist uneinheitlich. So wird beispielsweise der persönliche Verkauf manchmal zur Kommunikations-, manchmal zur Distributionspolitik gerechnet. Ich habe keinen Ehrgeiz, meinerseits ein einheitliches Lehrgebäude zu errichten. Mir geht es darum, Grundbegriffe und Orientierung innerhalb des Fachgebiets und im Verhältnis zu anderen Fachgebieten zu vermitteln, ferner will ich Problembewußtsein vermitteln, und vor allem in der Bibliothekspraxis verwertbare Kenntnisse.
Im Grunde behandele ich in diesem Heft alles, was Bibliotheken tun. Der Schwerpunkt liegt auf ÖB, aber auch WB-Spezifika und Sachverhalten, die bisher nur im Dokumentationswesen eine Rolle spielen, werden erwähnt - die Spartentrennung ist antiquiert und ist nur mit Rücksicht auf veraltete, aber immer noch anzutreffende Arbeitsmarktstrukturen zu rechtfertigen.
Alles, was Bibliotheken tun - auch Katalogisierung (9.15.4), Bestandsaufbau, Auskunftsdienst usw. - oder tun können, unter Marketing-Gesichtspunkten gesehen. Die stoffliche Seite - also etwa die Frage, was Bibliothekare im Auskunftsdienst eigentlich tun - setze ich dabei weitgehend als bekannt voraus.
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