PDF-Druckversion (220 KB)

Diese Seite gehört zu http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h189/

Letzte Änderung: 08.04.2012

5 Reader Interest Classification, Interessenkreiserschließung, Themenbibliotheken

Reader Interest Classification und Interessenkreiserschließung sind Instrumente für die Erschließung von Beständen in Öffentlichen Bibliotheken vermittels Aufstellung.

5.1 Reader Interest Classification

5.2 Interessenkreiserschließung

5.2 Themenbibliotheken

6 Ausblicke

6.1 Datenbankmodellierung

Es fehlen Standards für

6.2 Gestaltung von OPACs

Die IFLA hat 2005 Richtlinien für die Gestaltung von OPACs formuliert (deutsch 2010: Richtlinien für die OPAC-Anzeige / IFLA Division of Bibliographic Control, Task Force on Guidelines for OPAC Displays (Hrsg.) Berlin 2010). Wesentliche Aussagen sind:

 

Freilich fehlen einige Normen und Standards für die Gestaltung von OPACs und anderen Retrievalinstrumenten. Fragen sind z. B.:

7 Arbeitsorganisation

Die lehrbuchmäßige Stellung der Formal- und Inhaltserschließung im Geschäftsgang von Bibliotheken lässt sich folgendermaßen beschreiben:

  1. Marktsichtung und Auswahlentscheidung
  2. Vorakzession, d. h. Prüfung, ob die ausgewählten Titel ggf. bereits bestellt oder geliefert sind,

    bei digitalen Publikationen ggf.

    1. Vergleich verschiedener Angebotsformen unter technischen und unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten, z. B. Online-Datenbank vs. CD-ROM/DVD, Fortführung desselben Titels zugleich als Printpublikation
    2. Produkttest
    3. Klärung der Preis- und Lizenzbedingungen
    4. Klärung der Preis- und Lizenzbedingungen
  3. Bestellung. Hiezu gehört im Einzelnen:
    1. Erstellen des Bestelldatensatzes
    2. Entscheidung über den Lieferanten und ggf. den Lieferweg
    3. Klärung der Preis- und Lizenzbedingungen
    4. Klärung der technischen Voraussetzungen
  4. Zugangsbearbeitung (Rechnungskontrolle, Inventarisierung), bei digitalen Publikationen ggf. Vertragsunterzeichnung. Hierzu gehören:
    1. Entgegennahme der Lieferung, Lieferungskontrolle
    2. Rechnungskontrolle
    3. Inventarisierung (Eigentumskennzeichnung, ggf. Vergabe einer Zugangsnummer)
    4. Weiterleitung der Rechnung an die zuständige Stelle, z.B. Universitätskasse
  5. Inhaltserschließung. Verbreitet sind:
    1. Indexierung durch Schlagwörter
    2. Indexierung durch eine Klassifikation. Bei Freihandaufstellung ist die Notation zugleich Grundlage für die Signatur (das Standortmerkmal)
  6. Formalerschließung. Zur Erschließung gehören:
    1. Erfassen der Metadaten
    2. Erfassen der Exemplardaten (Verbuchungscode, Nutzungsparameter)
  7. technische Medienbearbeitung: bei digitalen Publikationen Installation und Freischaltung im Netz, bei körperlichen Medien gehören im Einzelnen dazu:
    1. Anbringen des Signaturschilds, das den Standort wiedergibt
    2. Anbringen des Buchsicherungsträgers
    3. Anbringen des Verbuchungsträgers
    4. ggf. buchbinderische Bearbeitung (Foliierung, Einbindung in einen stabilen Einband)
  8. Schlusskontrolle
  9. Bereitstellen zur Benutzung, d.h.
    1. Umsetzen des Status am Exemplardatensatz von "In Bearbeitung" auf "Ausleihbar"
    2. meistens Einstellen ins Regal
    3. ggf. Bereitlegen für den Besteller und Benachrichtigung des Bestellers
    4. bei digitalen Publikationen ggf. Werbung und Nutzerschulung, weil erfahrungsgemäß digitale Publikationen nicht immer befriedigend genutzt werden
  10. bei digitalen Publikationen ggf. zusätzlich
    1. Mitarbeiterschulung
    2. Bereitstellung einer Helpdesk-Funktion
    3. Bereitstellung von FAQs

Freilich ist diese Abfolge in der Praxis oft modifiziert, weil

Fremddatenlieferanten zur Inhaltserschließung sind insbesondere

Der Arbeitszeitbedarf für die Formal- und Sacherschließung in Bibliotheken lässt sich mit folgenden Zahlen verdeutlichen:

ArtBibliothekJahresleistung eines VollzeitäquivalentsQuelle
Formal-
katalogisierung
Großbritannien: British Library3.160Vitiello (1996), G.: The production and marketing of national bibliographic services in Europe. In: Alexandria 8, No. 2, S. 97-116.
Italien: Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze1.433
Schweiz: ETH-Bibliothek2.900Umstätter (2005), Walther; Wagner-Döbler, Roland: Einführung in die Katalogkunde. Stuttgart: Hiersemann, S. 19
USA: Verbünde6.000
Deutschland: Wissenschaftliche Bibliotheken laut Deutscher Forschungsgemeinschaft1.500Die Ausstattung von Hochschulbibliotheken mit lokalen Bibliothekssystemen im HBFG-Verfahren (AHLB) (1992) / Dt. Forschungsgemeinschaft. In: ZfBB 39, S. 279-314.
Deutschland: Öffentliche Bibliotheken26.800Umlauf (2004), Konrad; Naumann, Ulrich: Richtwerte für Öffentliche Bibliotheken. In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen (2004). Hans-Christoph Hobohm, Konrad Umlauf (Hrsg.) Loseblatt-Ausg., 6. Ergänzungslieferung. Hamburg: Dashöfer, Abschnitt 4/3.3
Inhalts-
erschließung
Deutschland: Öffentliche Bibliotheken37.200

8 Katalogbenutzung in Bibliotheken

Insgesamt sind Erkenntnisse aus der Benutzerforschung über Katalogbenutzung wenig in die Konstruktion und das Design von Bibliothekskatalogen eingeflossen.

Wichtige Erkenntnisse sind: