Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft
Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft 189
Letzte Änderung: 11.05.2012
von Konrad Umlauf
Umlauf, Konrad:
Informationsaufbereitung : Vorlesungsskript / von Konrad Umlauf. - Berlin
: Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der
Humboldt-Universität zu Berlin, 2006ff. - (Berliner Handreichungen
zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft ; 189)
ISSN 1438-7662
Diese Seite ist noch im Aufbau. Die Vorlesung gibt einen Überblick über Informationsprodukte als Ergebnis der Informationsaufbereitung und über Methoden der Informationsaufbereitung. Behandelt werden: Indexierungsmethoden, Metadaten und Functional Requirements for bibliographic Records, International Standard Bibliographic Description und Regelwerke für die Formalerschließung, kontrollierte und freie Termini; Metatexte (Inhaltskondensate wie z.B. informatives, indikatives und kritisches Kurzreferat [Abstract], Literaturbericht; feuilletonistische Kritik; wissenschaftliche Rezension; bibliothekarische Begutachtung); Gegenstände, Arten und Formen von Katalogen in Bibliotheken; Klassifikation; Verbale Sacherschließung, Deskriptoren und Thesaurus, Regeln für den Schlagwortkatalog; Reader Interest Classsification, Interessenkreis-Erschließung; Arbeitsorganisation; Katalogbenutzung. Einige Links führen zu lizenzpflichtigen Ressourcen und funktionieren deshalb nur im Campus von deutschen Universitäten oder im Campus der Humboldt-Universität.
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Für die Vor- und Nachbereitung genügt das Skript. Ich empfehle, den Ausdruck während der Vorlesung mit Notizen zu versehen statt mitzuschreiben.
Empfehlungen für vertiefte Lektüren:
Bertram (2005), Jutta: Einführung in die inhaltliche Erschließung. Würzburg: Ergon.
"Ein wesentliches Anliegen dieses Buches ist es, Licht in das terminologische Dunkel zu bringen, das sich dem interessierten Leser bei intensivem Literaturstudium darbietet. Denn der faktische Sprachgebrauch weicht häufig vom genormten ab, die Bibliothekare verwenden andere Ausdrücke als die Dokumentare und Informationswissenschaftler." Vorzügliches, umfassendes Lehrbuch, didaktisch exzellent.
Stock (2008), W.; Stock, M.: Wissensrepräsentation. München: Oldenbourg.
Behandelt theoretisch anspruchsvoll Grundbegriffe, Metadaten, Folksonomien, Nomenklaturen, Klassifikationen, Thesauri, Ontologien, facettierte Wissensordnungen, Textwortmethode, Zitationsindices, intellektuelles und automatisches Indexieren, Abstracts, automatische Informationsextraktion. Bringt Ansätze und Sichtweisen aus Bibliotheken, Informationspraxis und Informatik zusammen, mitunter eigenwillig. Vorzügliches, aber nicht immer ganz einfaches Lehrbuch mit sehr weitem Spektrum und guten Zusammenfassungen.
Wiesenmüller (2004), Heidrun: Formale Erfassung. In: Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. Kuhlen, Rainer u.a. (Hrsg.). 5. Ausgabe. München: Saur, S. 167-177.
Wichtige Regelwerke im Überblick, Prinzipien: bibliographische Beschreibung, International Standard Bibliographic Description, Haupt- und Nebeneintragungen, Sucheinstiege, Zusammenführen, was zusammengehört, Ansetzungsformen, Verweisungen, Stammsätze und Normdateien, Ordnungsregeln; bibliographische Datenformate. Vorzügliche Einführung in die formale Erschließung.
Umstätter (2005), Walther; Wagner-Döbler, Roland: Einführung in die Katalogkunde. Stuttgart: Hiersemann.
Haller (2004), Klaus; Fabian, Claudia: Bestandserschließung. In: Die moderne Bibliothek. Haller, Klaus ... (Hrsg.) Müchen: Saur, S. 222-261.
Behandelt sehr eng an der deutschen Bibliothekspraxis Formal- und Sachkatalogisierung, Erschließung durch Kataloge und durch Aufstellung, wichtige Regelwerke (RAK, AACR, RSWK, RVK, DDC), Normdateien, Retrokonversion. Geht auch auf Fragen des Zeichensatzes (Unicode), der Sortierung, der Rechtschreibung, der Transliteration und Transkription ein.
Bezieht die Perspektive der Indexierer und ihre Arbeitssituation ein. Reizvoll ist besonders das lange Kapitel "Specialised Source Material", das die jeweiligen Besonderheiten beim Indexieren von Materialien wie Netzpublikationen, Belletristik, Karten, Bildern, multimedialen Darstellungen, Museumsobjekten, Zeitungen, Archivalien, Anwendungsprogrammen, Schall- und Musikaufnahmen, Videos, Websites.
Der informationswissenschaftliche Terminus Informationsaufbereitung wird oft wie folgt definiert: Informationsaufbereitung ist die Abbildung der Menge der Relevanzinformation auf die Menge der aufbereiteten Information vermittels Methoden der Informationsarbeit (Rainer Kuhlen). Teilweise wird der Terminus enger verstanden: Dann muss die Menge der Relevanzinformation eine Mehrzahl von Informationsobjekten (dokumentarischen Bezugseinheiten) umfassen. Der traditionelle bibliothekarische Terminus Erschließung ist einerseits enger und schließt Methoden wie Abstracting nicht ein, andererseits weiter, indem er auch Erschließung durch Aufstellung umfasst. Hier sollen alle Methoden im Bereich Archiv, Bibliothek, Dokumentation und Information, Museum eingeschlossen werden, wenn sie auch nicht alle gleichermaßen behandelt werden. Insgesamt hat sich bisher keine übergreifende und einheitliche Terminologie für Methoden, Verfahren, Hilfsmittel, Arbeitsergebnisse usw. der Informationsaufbereitung herausgebildet. Die zahlreichen Normen und Regelwerke sowie die Fachliteratur beziehen sich jeweils nur auf Teilbereiche der Informationsaufbereitung oder auf Anwendungen in bestimmten Typen von Informationseinrichtungen (nur in Bibliotheken, nur bei Informationsdienstleistern usw.).
Hier wird unter Informationsaufbereitung verstanden:
Informationsaufbereitung ist die Abbildung der Menge der Relevanzinformation im Informationsraum auf die Menge der aufbereiteten Information oder ihre räumliche Platzierung vermittels Methoden der Informationsarbeit
Die aufbereitete Information besteht aus Termini der natürlichen Sprache (z.B. bei Metatexten) oder aus Termini einer Dokumentationssprache oder aus einer Mischung von beiden (bibliothekarische Titelaufnahmen). Dokumentationssprachen stellen einen normierten Wortschatz und Regeln zu ihrer Anwendung bereit (z.B. eine Normdatei mit normierten Ansetzungen antiker Verfassernamen, ein Thesaurus zur Beschlagwortung oder eine Klassifikation).
| Beispiel | Informationsraum | Relevanzinformation | aufbereitete Information | Methode der Informationsarbeit |
|---|---|---|---|---|
| Ein Aktenkonvolut in einem Archiv wird ins Findbuch eingetragen | Bestand des Archivs | Inhalt, Provenienz und zeitliche Abdeckung der Akten | Eintragung im Findbuch | einfache / erweiterte / analytische Verzeichnung |
| Eine Musik-CD in einer Musikbibliothek wird klassifiziert | Bestand der Musikbibliothek | Inhalt der CD | Notation der Klassifikation, die den Inhalt zum Ausdruck bringt (z.B. LX 63196 Konzerte Beethovens) | Intellektuelles Klassifizieren |
| Ein Buch wird in einer Bibliothek beschlagwortet | Bestand der Bibliothek | Inhalt des Buches | dem Titel zugeordnete Schlagwörter | intellektuelles Indexieren |
| Ein Film auf DVD wird in einer Kinemathek katalogisiert | Bestand der Kinemathek | Angaben auf Jewel Case und im Vorspann über Film und DVD | Titelaufnahme, Katalogisat | Titelaufnahme, Katalogisieren |
| Ein Zeitschriftenaufsatz wird bei einem Informationsdienstleister zusammengefasst | alle Zeitschriftenaufsätze in der Datenbank | der Zeitschriftenaufsatz | Abstract | Abstracting (Anfertigung von Zusammenfassungen nach Regeln) |
| Eine Webseite wird durch eine Suchmaschine indexiert | der von der Suchmaschine indexierte Teil des Internets | die Wörter auf der Webseite | die daraus erzeugten Eintragungen in der Datenbank der Suchmaschine | automatisches Indexieren nach dem Extraktionsmethode |
effektives und effizientes Retrieval möglich machen,
Effektivität und Effizienz der Informationsversorgung steigern.
Beispiele für typische Fragen an Systeme, die Ergebnisse der Informationsaufbereitung präsentieren:
Wo finde ich die Akten über die Tätigkeit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften aus den 1950er-Jahren und wie weit kann ich sie einsehen?
Welche Musik-CDs mit Aufnahmen Beethovens gibt es?
Welche Werke über Informationsaufbereitung hat diese Bibliothek im Bestand?
Welche kurze Einführungen in das Thema Informationsaufbereitung sind für Studienanfänger geeignet?
Wie komme ich an den Aufsatz xyz von abc heran?
Gibt es eine Kurzfassung dieses Skripts über Informationsaufbereitung?
Was steht über Informationsaufbereitung im Internet?
Weit gehend vernachlässigt wurde bisher der Aspekt der Qualitätssicherung und -filterung bei der Informationsaufbereitung. Man hat das Thema Bereichen, die der Informationsaufbereitung vorgelagert sind, überlassen, z.B.:
Informationsdienstleister berücksichtigen beim Abstracting solche Zeitschriften, die von den Fachleuten als relevant eingestuft wurden; in den Abstracts verzichten sie dann auf eigene Qualitätsurteile.
Wissenschaftliche Bibliotheken gründen ihren Bestandsaufbau i.d.R. auf das Segment der wissenschaftlich relevanten Publikationen; bei der Informationsaufbereitung werden Niveau und Qualität darüber hinaus nicht gekennzeichnet.
Öffentliche Bibliotheken gründen ihren Bestandsaufbau i.d.R. auf das Segment populärer, aber qualitativ hochwertiger Publikationen und verzichten auf Publikationen, die "zu schlecht" sind. Nur im Bereich der Kinder- und Jugendbibliotheken spielt eine Kennzeichnung nach Alterseignung eine Rolle.
Zukünftig sollte sich auch die Informationsaufbereitung mit Fragen des Niveaus und der Qualität von Informationsprodukten befassen. Die (an sich schlichte) Informationsaufbereitung bei Internet-Buchhandlungen (www.amazon.de usw.) versucht, Qualität abzubilden als Ranking der Verkaufszahlen und Einschätzungen durch Kunden (kundenbezogener Qualitätsbegriff). Ansätze zur Einbeziehung des Qualitätsaspekts in die Informationsaufbereitung können sein:
Urteil des mit Informationsaufbereitung befassten Personals, wenn dieses zusätzlich zur Ausbildung als information professional noch eine geeignete Fachausbildung hat. Vorteil: wenig aufwändig. Nachteil: ev. wenig Anerkennung durch die Nutzer. Die teilweise bis in die 1970er-Jahre fortgesetzte Praxis der Bibliothekare an Öffentlichen Bibliothekare, eigene wertende Kurzannotationen zu verfassen, ist schwerlich ein gangbarer Weg für die Zukunft, wird aber im pädagogischen Kontext weiterhin praktiziert. Beispiel: Datenbank des www.fwu.de.
Urteil externer Experten. Vorteil: bei Berücksichtigung der "richtigen" Experten hochwertige Aussagen. Nachteil: aufwändig; bei Dominanz der "falschen" Experten: Verstetigung und Verdichtung von Vorurteilen und Fehleinschätzungen. Denkbar sind:
Auswertung der Verlinkung mit publizierten Rezensionen,
Verlinkung mit Empfehlungen der Nutzer, bei Hochschulbibliotheken getrennt nach Dozenten und Studierenden.
Auswertung der Zitierungen. Vorteil: bei digitalen Publikationen und Zitierungen leicht zu automatisieren (bereits angewendet beim Ranking der Treffer durch www.google.com); bei Zeitschriften, die in Zitierindexen ausgewertet werden, kann der darauf beruhende Impact-Faktor (Verhältnis der Zahl der zitierten zur Zahl der veröffentlichten Aufsätze) verwendet werden. Nachteil: Konzentration auf den Mainstream; aufwändig, wenn es sich um Ressourcen handelt, die nicht in einem Zitierindex berücksichtigt werden. Denkbar sind:
Auswertung der Zitierungen,
Auswertung von empfehlenden Bibliographien des Faches,
Auswertung von Literatur-Empfehlungen in Lehrbüchern.
| Ansatz | Erläuterung | Beispiele |
|---|---|---|
| Ordnung | Anwendung eines dem Nutzer bekannten Ordnungsprinzips |
Homer sagt (15. Gesang der Odyssee, Übers. von J. H.
Voß): „Das Beste bei allem ist Ordnung.“ |
| Informationsstrukturierung | unterscheidbare Elemente, die das Informationsobjekt beschreiben, werden Kategorien zugeordnet (in die vorgesehenen Felder der Datenbank eingetragen) |
Bei einer Titelaufnahme wird u.a. unterschieden zwischen:
|
| Informationsextraktion | relevante Wörter, Phrasen oder Texte werden dem Informationsobjekt entnommen |
|
| Informationsaddition |
|
|
Die meisten Methoden der Informationsaufbereitung kombinieren mehrere Ansätze. Beispiele:
Formale Katalogisierung
hauptsächlich Informationsextraktion,
stets: Informationsstrukturierung (Regelwerke zur Formalerschließung legen lückenlos fest, in welches Datenbankfeld welches Element der Titelaufnahme einzutragen ist)
teilweise: Informationsaddition (z.B. Hinzufügung von normierten Ansetzungen für antike Verfasser)
Ordnung: Festlegung von Sucheinstiegen (z.B.: Soll ein vierter Verfasser erfasst werden?)
Indexierung
Informationsaddition durch Zuordnung von inhaltsbeschreibenden Termini, die einem Thesaurus entnommen werden
Einige Regelwerke sehen vor, dass darüber hinaus auch freie Schlagwörter verwendet werden dürfen, besonders für die Bezeichnung von Personen und Körperschaften
Für die Informationsstrukturierung auf Basis einer Datenbank muss ein Datenformat definiert werden. Das Datenformat
benennt und definiert Felder, in die die zu erfassenden Elemente eingetragen werden (z.B. Urheber, Bezeichnung, Typ...),
legt Eigenschaften der Felder fest (z.B. alpha-numerisch, numerisch; Feldlänge; Wiederholbarkeit),
legt Funktions- und Steuerzeichen fest (z.B. ¬ vor Wörtern, die nicht indexiert werden),
legt ggf. Beziehungen zwischen Datensätzen fest (z.B. Gesamttitel und Stücktitel eines mehrbändigen Werkes).
Die verbreiteten Datenformate für Katalogdatenbanken in Bibliotheken sind im deutschsprachigen Raum MAB2 und in USA MARC21; zukünftig soll MARC21 auch in Deutschland angewendet werden.
Informationsprodukte als Ergebnis der Informationsaufbereitung kann man unterscheiden nach:
Umfang der Metadaten
Umfang des Produkts
Zweck, Zielgruppe
Periodizität
Repräsentationsform.
| Informationsprodukt (Beispiele) | Merkmale | Zwecke | typische Hersteller | Repräsentationsform |
|---|---|---|---|---|
|
Platzierung, Präsentation Lageplan UB Bielefeld |
real-räumliche Aufstellung gemäß nachvollziehbaren
Ordnungskriterien, z.B. gemäß einer Klassifikation. Leit- und Orientierungssystem erforderlich |
einfacher, unmittelbar einsichtiger Zugang zu körperlichen Medien | Freihand-Bibliotheken, Museen im Besucherbereich | real-räumlich im Nutzerbereich |
| Findbuch (Repertorium) | knappe, pauschale Angaben über den Inhalt einer Archivierungseinheit, vor allem über den abgedeckten Zeitraum und die Provenienz; Angabe des Standorts der Archivierungseinheit; ggf. Link zum digitalen Informationsobjekt | Erschließung von Archivierungseinheiten (meistens Aktenkonvolute, Konvolute von Briefen und Manuskripten) in Archiven hauptsächlich für die Archivare | Archive | online, Print, skriptografisch |
| Inventar (der Skulpturhalle Basel) | mehr oder minder umfangreiche, strukturierte Beschreibung der Objekte; Angabe des Standorts des Objekts | Erschließung von Objekten in Museen, hauptsächlich für die Kustoden | Museen | online, Print, skriptografisch |
|
Lokaler Bibliothekskatalog OPAC StB Altena |
knappe, strukturierte Beschreibung der Publikation; Angabe des Standorts des Exemplars; ggf. Link zum Informationsobjekt | Erschließung von Bibliotheksbeständen | Bibliotheken | online |
|
Bibliotheks-Verbundkatalog GBV-OPAC |
knappe, strukturierte Beschreibung der Publikation; Angabe des Standorts des Exemplars; ggf. Link zum Informationsobjekt | Erschließung von Bibliotheksbeständen | Bibliotheken | online |
|
Virtueller Katalog KVK |
knappe, strukturierte Beschreibung der Publikation; Angabe des Standorts des Exemplars; ggf. Link zum Informationsobjekt | Erschließung von Bibliotheksbeständen | Bibliotheken | online |
| Titelliste, Neuwerbungslisten (UB Mannheim) | knappe, strukturierte Beschreibung der Publikation; Standort; ggf. Link, ggf. Bestellmöglichkeit | laufende Bekanntmachung von Dienstleistungen | alle Typen von Informationseinrichtungen | Print, online |
|
Bibliografie, bibliografische Datenbank, Diskografie,
Filmografie www.buchhandel.de https://portal.dnb.de/ http://dispatch.opac.d-nb.de http://uk.imdb.com www.zavatar.de |
knappe, strukturierte Beschreibung der Publikation; Standort; ggf. Link, ggf. Bestellmöglichkeit | Erschließung oder Verzeichnung von Publikationen | Verlage, Medienhändler, Dokumentationsstellen, Datenbankhersteller | Print, online, CD-ROM |
|
Bilddatenbank http://bpkgate.picturemaxx.com www.picture-alliance.com |
mehr oder minder strukturierte, knappe verbale Beschreibung von Bildinhalt und Bildkontext; Link, Bestellmöglichkeit | Erschließung von Fotos | Bildagenturen | online, CD-ROM |
|
Suchmaschinen, Internetkataloge www.google.de www.web.de |
Indexe der Volltexte von Internet-Seiten mit Ranking der Treffer;
Präsentation von Informationsextrakten; Link systematische Linksammlung, ggf. mit Kurzbeschreibung; Link |
Erschließung von mehr oder minder kleinen Ausschnitten des Internets | Informationsdienstleister | online |
|
Feuilleton, Rezensionsdienst www.dvd-basen.dk/uk |
mehr oder minder lange Sekundärtexte unterschiedlichen Charakters (zusammenfassend, bewertend, kommentierend) | Literaturkritik, laufende Bekanntmachung und Bewertung von Neuerscheinungen | Zeitungen, Zeitschriften | Print, online |
|
Current-Contents-Dienst SSG-CC |
Inhaltsverzeichnis (ggf. Kopie) von Zeitschriften; ggf. mit Link, ggf. Bestellmöglichkeit | laufende Bekanntmachung neuer Aufsätze, selektiert nach Zeitschriften | Informationsdienstleister | Print, online |
|
Zitierindex Web of Knowledge |
sehr knappe, strukturierte Beschreibung der Publikation und der darin zitierten Literatur | Ermittlung der passiven Zitierhäufigkeit von Autoren, Aufsätzen und Zeitschriften | Informationsdienstleister | Print, online, CD-ROM |
|
Profildienst, Alertdienst WISO |
knappe, strukturierte Beschreibung der Publikation; ggf. Link oder Bestellmöglichkeit; ggf. auch Lieferung der Publikationen (bzw. Kopien) | laufende Bekanntmachung neuer Aufsätze, selektiert nach eng umgrenzten Fragestellungen | Informationsdienstleister | Print, E-Mail, online |
|
Standardrecherchen Econis |
knappe, strukturierte Beschreibung der Publikation; ggf. Link oder Bestellmöglichkeit | laufende Bekanntmachung neuer Publikationen nach vermuteten Interessen | Informationsdienstleister, Forschungsinstitute | Print, E-Mail, online |
| Register (zu den Seiten der DNB) | alternativer Zugang (meistens alphabetisch statt systematisch) zum Inhalt eines, seltener mehrerer Informationsobjekts/e | verbesserte Feinerschließung von Informationsobjekten | Verlage, Betreiber von Websites | Print, online |
|
Referatedienst (Abstracting Service) PsycINFO |
mehr oder minder kurze, standardisierte Sekundärtexte | Effizienzsteigerung der Informationsversorgung durch Informationsverdichtung | Verlage, Informationsdienstleister, Forschungsinstitute | Print, online |
|
Fortschrittsbericht, Literaturbericht, Review Spezialbibliotheken als Herausgeber von "State-of-the-Art-Reports" |
mehr oder minder lange, standardisierte Sekundärtexte (zusammenfassend, einordnend, wertend) | erhöhte Effizienzsteigerung der Informationsversorgung durch Informationsverdichtung | Informationsdienstleister, Forschungsinstitute | Print, online |
|
b2i – Wissenschaftsportal Bibliotheks-, Buch- und Informationswissenschaften |
vielfältig: Mischung aus Merkmalen mehrerer anderer Informationsprodukte; Standort, ggf. Links, ggf. Bestellmöglichkeit. Idee des One-Stop-Shops | erhöhte Effizienzsteigerung der Informationsversorgung durch Informationsaufbereitung, -verdichtung, -vernetzung und -bekanntmachung | Bibliotheken, wissenschaftliche Gesellschaften, Informationsdienstleister | online |
Mit den FRBR Functional Requirements for Bibliographic Records (deutsche pdf-Fassung: Funktionale Anforderungen an Bibliografische Datensätze) wurde 1998 erstmals ein Modell zur strukturierten Beschreibung von Informationsobjekten vorgelegt, das
Hierzu werden zunächst Entitäten der Informationsobjekte unterschieden:
| Entität | Erläuterung | Beispiel |
|---|---|---|
| Work (Werk): a distinct intellectual or artistic creation | Als neue Werke gelten: Paraphrasierungen, Bearbeitungen, Dramatisierungen, Adaptionen in einer anderen Medienart, Zusammenfassungen, Parodien, Variationen | Verdi, Giuseppe: Aida. Oper in vier Akten |
| Expression (Expression): the intellectual or artistic realization of a work in the form of alpha-numeric, musical, or choreographic notation, sound, image, object, movement, etc., or any combinations of such forms | Textvarianten, gekürzte oder ergänzte Fassungen, Fassungen mit zusätzlichem Material, Fassung mit Untertiteln; übersetzte Fassung; bei Musikwerken: Arrangement, Fassungen mit veränderter Besetzung | Aufnahme Wien, Wiener Philharmoniker 2001 |
| Manifestation (Manifestation): the physical embodiment of an expression of a work | Ausgaben auf verschiedenen Datenträgern oder online; Taschenbuch-/Hardcover-Ausgabe; Dia / Papierabzug | 3 CDs : DDD, Hamburg : Warner Music Germany, c 2001, 8573-85402-2 |
| Item (Exemplar) : a single exemplare of a manifestation | das einzelne Exemplar. Verschiedene Exemplare sind i.d.R. identisch. | Exemplar in der ZLB mit ID# 123456 |
| Person (Person): an individual | natürliche Personen als Urheber, an der Entstehung oder Expression oder Manifestation beteiligte Personen oder als Besitzer | Verdi, Giuseppe [Komp.], Nikolaus Harnoncourt [Dir.] Gallardo-Domâs, Cristina [Gesang], Borodina, Olga [Gesang] u.a., Libretto: Antonio Ghislanzoni |
| Corporate Body (Körperschaft): organization or group of individuals and/or organizations acting as a unit | Körperschaften (auch: Ausstellungen, Konferenzen, Messen, Festspiele) als Urheber, an der Entstehung oder Expression oder Manifestation beteiligte Körperschaften oder als Besitzer | Wiener Philharmoniker, Arnold Schoenberg Chor, Warner Music Germany |
| Concept (Begriff): abstract notion or idea | Wissensgebiet, Disziplin, Denkschule, Theorien, Themen als Gegenstand eines Works | Liebe, Eifersucht, Macht, Verrat |
| Object (Gegenstand): a material thing | fest oder beweglich, belebt oder unbelebt, natürlich oder menschliche Schöpfung als Gegenstand eines Works | entfällt bei diesem Beispiel |
| Event (Ereignis : an action or occurence | historische Ereignisse, Epochen, Perioden als Gegenstand eines Works | Herrschaftszeit der Pharaonen |
| Place (Ort) : a location | terristrisch, exo-terrestrisch, historisch, aktuell, geografisch, politisch als Gegenstand eines Works | Memphis und Theben |
Die Beziehungen zwischen den Informationsobjekten lassen sich wie folgt darstellen:
Primäre Beziehungen:
| Entität | Beziehung | Entität |
|---|---|---|
|
Work (Werk) |
ist geschaffen von |
Person (Person) |
| bzw. | ||
|
Corporate Body (Körperschaft) |
||
|
Expression (Expression) |
ist realisiert von |
Person (Person) |
| bzw. | ||
|
Corporate Body (Körperschaft) |
||
|
Manifestation (Manifestation) |
ist erstellt von |
Person (Person) |
| bzw. | ||
|
Corporate Body (Körperschaft) |
||
|
Item (Exemplar) |
ist in Besitz von |
Person (Person) |
| bzw. | ||
|
Corporate Body (Körperschaft) |
| Entität | Beziehung | Entität |
|---|---|---|
|
Work (Werk) |
hat zum Thema |
Work (Werk) |
|
Expression (Expression) |
||
|
Manifestation (Manifestation) |
||
|
Item (Exemplar) |
||
|
Person (Person) |
||
|
Corporate Body (Körperschaft) |
||
|
Concept (Begriff) |
||
|
Object (Gegenstand) |
||
|
Event (Ereignis) |
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|
Place (Ort) |
Den Entitäten sind Attribute zugeordnet, das sind Merkmale, die die Entitäten so beschreiben, dass Fragen der Nutzer daran anknüpfen können. Man kann folgende Fragestellungen der Nutzer unterscheiden. Diese Fragestellungen kann man als Ausdifferenzierungen der Fragen oben verstehen. Einerseits gehen diese Fragen sehr ins Detail, andererseits bleiben nach diesem Anforderungsprofil einige potenzielle Fragen unberücksichtigt, z.B. Fragen, die sich auf Zusammenfassungen eines Werks richten, oder Fragen nach dem Niveau.
(1) Suche nach Manifestations (Manifestationen). Beispiele:
(2) Suche nach einer bestimmten Manifestation (Manifestation). Beispiele:
(3) Identifikation eines Work (Werks). Beispiele:
(4) Identifikation einer Expression (Expression). Beispiele:
(5) Identifikation einer Manifestation (Manifestation). Beispiele:
(6) Auswahl eines Work (Werks). Beispiel:
(7) Auswahl einer Expression (Expression). Beispiel:
(8) Auswahl einer Manifestation (Manifestation). Beispiele:
(9) Erlangung einer Manifestation (Manifestation). Beispiele:
|
Work (Werk) |
|||
|---|---|---|---|
| Attribute (Auswahl) | Erläuterungen | Beispiele | relevant für welche Fragestellung |
| Titel | Titel des Werks, Einheitssachtitel | [Quartette, Vl 1 2 Va Vc / Ausw.] | (1) (2) (3) (6) |
| Form | Zuordnung des Werks zu einer Klasse gleicher Formtypen | Roman, Sinfonie, Karte, Foto | (6) |
| Datum | i.d.R. Jahr der Entstehung des Werks | ||
| Geplanter Abschluss | Angabe, ob ein Abschluss geplant ist | Schriftenreihe im Unterschied zum mehrbändigen Werk | |
| Kontext | Der historische, intellektuelle, künstlerische, sonstige Kontext der Entstehung des Werks | Bei Verdis Aida: Auftragswerk für das aus Anlass der Eröffnung des Suezkanals erbaute Italienische Theater in Kairo | |
| bei Musikwerken: Besetzung, Stimmen | in Bezug auf das Werk | Piano, Sopran | (3) (4) |
| bei Musikwerken: Werknummer | vom Komponisten, Musikwissenschaftler vergebene Werknummer | Nummerierung der Werke Mozarts nach dem Köchel-Verzeichnis | (3) |
| bei Musikwerken: Tonart | C-Dur, h-Moll | (3) | |
| bei kartografischen Werken: geografische Koordinaten | Bezeichnung des Kartenausschnitts durch Koordinaten | 53° nördlicher Breite, 47° nördlicher Breite, 6° östlicher Länge, 15° östlicher Länge | (3) (6) |
| ... | |||
|
Expression (Expression) |
|||
|---|---|---|---|
| Attribute (Auswahl) | Erläuterungen | Beispiele | relevant für welche Fragestellung |
| Titel | Titel der Expression. Kann nur aus einer Nummer bestehen, wenn das Werk in mehreren Teilen realisiert wurde | Mittlere Streichquartette | (1) (2) (4) (6) |
| Form | Form der Expression | typografisch, Notenschrift, musikalisch, Tanz | (4) (7) |
| Datum | i.d.R. Jahr der Expression | Jahr der Einspielung einer Musikaufnahme | |
| Sprache | Sprache der Expression | Übersetzung, Synchronfassung | (4) (7) |
| Erstreckung | Angaben über zusätzliche Inhalte | Director's Cut | (4) |
| Umfang | Umfang der Expression | Spieldauer | (4) |
| Benutzungsbeschränkungen | aufgrund rechtlicher Bestimmungen oder Verfügung des Urhebers | Sperrung von Archivalien bis x Jahr nach Tod des Urhebers | (7) |
| bei Fortsetzungen: Form der nacheinander erscheinenden Teile | Bände, Nachlieferungen bei einer Loseblattausgabe | ||
| bei Fortsetzungen: Erscheinungshäufigkeit | vierteljährlich | (3) (4) (7) (9) | |
| ... | |||
|
Manifestation (Manifestation) |
|||
|---|---|---|---|
| Attribute (Auswahl) | Erläuterungen | Beispiele | relevant für welche Fragestellung |
| Titel | Titel der Manifestation. Z.T. gibt es mehrere Titel, z.B. auf dem Behältnis einer DVD anders als im Vorspann | Formulierung auf dem Titelblatt oder Cover, z.B. Mittlere Streichquartette | (1) (2) (5) (6) (9) |
| Angaben zur Verantwortlichkeit | Personen oder Körperschaften, die für die Manifestation verantwortlich sind | Herausgeber eines Sammelbands, Übersetzer, Schauspieler | (1) (5) (8) (9) |
|
Ausgabebezeichnung und -zählung |
bezeichnet Unterschiede zu früheren Manifestationen derselben Expression | 2., aktualisierte und neu gefasste Auflage, Version 2.0 | (5) (8) (9) |
| Erscheinungsort | Sitzort des Verlags, Labels | Wiesbaden | (5) (9) |
| Verlagsangabe, Label | Harrassowitz | (5) (9) | |
| Erscheinungsjahr | (5) (8) (9) | ||
| Hersteller | Printed by ... | ||
| Reihentitel, Bandnummer | Band I, Folge 2 | (5) (9) | |
| Form und Anzahl des Trägermediums | Medientyp, Dokumenttyp, Materialbenennung | 6 Tonkassetten, 23 Mikrofilmrollen, gedrucktes Buch | (5) (8) (9) |
| Material des Trägermediums | wird in vielen Regelwerken mit der Form vermengt | Papier, Plastik, Polycarbonat | (8) |
| Aufnahmeverfahren | analog, digital | bei CDs: AAD, ADD, DDD | |
| Abmessungen des Trägermediums | 12 cm | (5) (8) | |
| Nummer der Manifestation | singulär für die Manifestation | ISBN | (2) (9) |
| Zugangsbedingungen | vom Lieferanten festgelegt | Preis, Lizenzbedingungen | (9) |
| Publikationsstatus | einmalig, fortlaufend | ||
| ... verschiedene weitere Angaben technischer Merkmale, z.B. mono/stereo; Verkleinerungsfaktor bei Mikroformen; Systemvoraussetzungen bei elektronischen Ressourcen; Fernzugriff (online); URL | |||
|
Item (Exemplar) |
|||
|---|---|---|---|
| Attribute (Auswahl) | Erläuterungen | Beispiele | relevant für welche Fragestellung |
| Identifikationsnummer | des Exemplars | Individualsignatur, Barcode | |
| Provenienz | früherer Besitz | ||
| Erhaltungszustand | |||
| Zugangsbeschränkungen | Lesesaal-, Ausleihexemplar; Campuslizenz | ||
| ... | |||
|
Person (Person) |
|||
|---|---|---|---|
| Attribute (Auswahl) | Erläuterungen | Beispiele | relevant für welche Fragestellung |
| Name | i.d.R. normiert. Die Praxis deutscher Regelwerke, bei der Sacherschließung andere Ansetzungsformen als bei der Formalerschließung festzulegen, widerspricht diesem Ansatz |
Louis <France, Roi, XIV> Ludwig <Frankreich, König, XIV> |
(1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) |
| Lebensdaten | d.h. auch Verfasser werden individualisiert | (1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) | |
| ... | |||
|
Corporate Body (Körperschaft) |
|||
|---|---|---|---|
| Attribute (Auswahl) | Erläuterungen | Beispiele | relevant für welche Fragestellung |
| Name | i.d.R. normiert. Die Praxis deutscher Regelwerke, bei der Sacherschließung andere Ansetzungsformen als bei der Formalerschließung festzulegen, widerspricht diesem Ansatz. | Humboldt-Universität | (1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) |
| Ort | (1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) | ||
| ... | |||
|
Concept (Begriff) |
|||
|---|---|---|---|
| Attribute (Auswahl) | Erläuterungen | Beispiele | relevant für welche Fragestellung |
| Bezeichnung des Begriffs | Wirtschaftswissenschaft, französische Literatur | (1) (6) | |
|
Object (Gegenstand) |
|||
|---|---|---|---|
| Attribute (Auswahl) | Erläuterungen | Beispiele | relevant für welche Fragestellung |
| Bezeichnung des Objekts | Eiffel-Turm, Apollo 11 | (1) (6) | |
|
Event (Ereignis) |
|||
|---|---|---|---|
| Attribute (Auswahl) | Erläuterungen | Beispiele | relevant für welche Fragestellung |
| Bezeichnung des Ereignisses | Zeitalter der Aufklärung, das 19. Jahrhundert, Französische Revolution | (1) (6) | |
|
Place (Ort) |
|||
|---|---|---|---|
| Attribute (Auswahl) | Erläuterungen | Beispiele | relevant für welche Fragestellung |
| Bezeichnung des Ortes | Paris, Landkreis Salzwedel, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer | (1) (6) | |
In herkömmlichen Regelwerken
zur Inhaltserschließung sind die Schlagwortkategorien anders definiert als in den FRBR, z.B. umfasst die Entität Person der FRBR ausschließlich natürliche Personen, die Schlagwortkategorie Person nach den Regeln für den Schlagwortkatalog auch fiktive, mythologische und biblische Personen (z.B. Papageno, Odysseus, Judas).
Grenzen des Datenmodells der FRBR:
Es werden keine Aussagen getroffen über Reihenfolge und Interpunktion der Attribute in einer bibliografischen Beschreibung.
Es werden keine Aussagen getroffen über Normierungen hinsichtlich der Ausprägungen der Attribute (z.B. Louis <France, Roi, XIV> oder Ludwig <Frankreich, König, XIV>).
Metatexte als Bestandteil aufbereiteter Information werden nicht angesprochen.
| Anforderungen | Umsetzung |
|---|---|
|
In Freihandbibliotheken i.d.R. systematische Aufstellung der Sachliteratur. Andere Fragestellungen (z.B. nach Verfassern) können dann nicht durch Aufstellung beantwortet werden. |
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Die meisten Bücher über Radtouren behandeln auch Fahrradtechnik. Eine Aufstellungssystematik, die in der Hauptklasse Sport eine Unterklasse für Radsport und in der Hauptklasse Technik eine Unterklasse für Fahrradtechnik enthält, taugt nicht. |
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Schlecht wäre die Trennung der Bücher von den CD-ROM-Beilagen: Bücher im Regal nach Systematik, CD-ROMs im Schrank nach Zugangsnummer. |
| Anforderungen | Umsetzung |
|---|---|
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In den meisten OPACs ist nur ein Teil der Felder retrievalfähig. Fast immer sind nur verbale Beschreibungen und zugeordnete künstliche Termini einer Auswahl von Objektmerkmalen vorhanden. Wenn die Repräsentanten Bilder enthalten (z.B. Amazon), sind diese i.d.R. nicht unmittelbar retrievalfähig. |
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I.d.R. geben Bibliothekskataloge die Signatur an. Beispiele
für weitergehende Lösungen:
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Für Katalogisierungsregelwerke und -praxis in Bibliotheken formulierte die IFLA als Ergebnis einer Folge internationaler Konferenzen eine "Erklärung zu den internationalen Katalogisierungsprinzipien" (2009). Danach sollen Katalogisierungsregelwerke vor allem folgende Anforderungen erfüllen:
Kataloge sollen danach so gestaltet sein, dass Benutzer in der Lage sind:
Folgende Methoden kann man unterscheiden:
Freie Termini sind Termini, die dem Informationsobjekt entnommen sind oder dem Indexat ohne Weiteres hinzugefügt werden. Voraussetzung ist für die Entnahme ist, dass das Informationsobjekt Wörter enthält (Problem z.B. bei nicht betexteten Fotos).
Folgende freie Termini werden bevorzugt zur Indexierung verwendet:
Kontrollierte Termini werden (auf der Basis von vorhandenen Informationsobjekten oder vorab) Informationsobjekt übergreifend festgelegt (normiert), in einer Normdatei festgehalten und dem einzelnen Informationsobjekt zugeordnet, wenn bei der Erschließung des einzelnen Informationsobjekts erkannt wird, dass der betreffende kontrollierte Terminus für dieses Informationsobjekt zutrifft.
Beispiel für einen Normdatensatz aus der Personennamendatei:
Beispiel für einen Normdatensatz aus der Schlagwortnormdatei:
Bevorzugt werden kontrollierte Termini verwendet für:
Selten werden Erscheinungsorte und Verlagsnamen als kontrollierte Termini verwendet, noch seltener weitere Merkmale der bibliografischen Beschreibung. Beispiel für die Verwendung der Erscheinungsorte als kontrollierte Termini: Katalog 1501-1952 der Bayerischen Staatsbibliothek und Systematik.
Beschreibung von Indexierungssprachen
Folgende Begriffe sind bei der Beschreibung von Indexierungssprachen wichtig:
Metadaten (Daten über Daten, d.h. stark strukturierte Beschreibungen der Informationsobjekte, z.B. Titelaufnahmen, Schlagwörter, Klassifikationsmerkmale, Header in HTML-Dokumenten) werden erzeugt, indem anhand eines Strukturschemas die entsprechenden Aussagen über das Informationsobjekt (z.B. Wie lautet der Titel, wer ist der Verfasser, was ist das Thema?) diesem zugeordnet oder entnommen werden. Der Sachverhalt geht auf die Antike zurück; der Terminus Metadaten stammt aus dem Vor-Internet-Zeitalter, er erlebt seinen Durchbruch im Zusammenhang mit Versuchen, das WWW zu erschließen.
(Nach dem Ort Dublin <Ohio>, wo seit 1995 Workshops zur Entwicklung dieses Kategorienschemas stattfanden.)
Das DC-Kategorienschema stellt ein Minimum an Kategorien zur Verfügung, die digitale Ressourcen so beschreiben, dass sie identifiziert und besser gefunden werden. Über eine Indexierung des Volltexts hinaus sollen genormte Angaben zur Beschreibung der digitalen Ressource erfolgen. Die Idee ist, dass spezielle Suchmaschinen die von den Autoren im Header der digitalen Ressourcen angegebenen DC-Metadaten indexieren und somit eine dem Google-Ansatz qualitativ überlegene Erschließung möglich wird. Das ist außerhalb der wissenschaftlichen Online-Publikation bisher in sehr bescheidenen Ansätzen der Fall. Fast alle Suchmaschinen ignorieren DC-Metadaten.
Das DC-Kategorienschema ist in DIN-ISO 15832-2003 kodifiziert.
| Metatag | Erläuterungen |
|---|---|
| Title / Titel | Der für die Ressource vergebene Name (Titel) |
| Creator / Verfasser, Urheber | Derjenige, der in erster Linie für die Erstellung des Inhalts verantwortlich ist |
| Subject / Thema, Schlagwörter | Das Thema des Ressourceninhalts |
| Description / Inhaltliche Beschreibung | Die Darstellung des Ressourceninhalts |
| Publisher / Verleger oder Herausgeber | Person oder Körperschaft, die für die Veröffentlichung bzw. Verfügbarkeit der Ressource verantwortlich ist |
| Contributor / Weitere beteiligte Personen oder Körperschaften | Weitere Personen oder Körperschaften, die zum Inhalt der Ressource beiträgt |
| Date / Datum | Ein Datum, das ein Ereignis im Lebenzyklus der Ressource darstellt, z.B. Entstehung, erste Publikation, Aktualisierung |
| Type / Ressourcenart | Art des Ressourceninhalts, z.B. Dataset, Event, Image, Text... |
| Format / Format | Dateiformat, z.B. text/html, application/zip, image/jpg |
| Identifier / Identifikation | Die eindeutige Bezeichnung, meistens der URL |
| Source / Quelle | Hinweis auf Ressourcen, von denen die vorliegende Ressource abhängt, z.B. Diese Seite gehört zu... |
| Language / Sprache | Die Sprache(n) des Inhalts der Ressource |
| Relation / Beziehung zu anderen Ressourcen | auch Reference genannt. Zum Bspl.: bezieht sich auf... |
| Coverage / Abdeckung | Geografische, zeitliche oder fachliche Erstreckung des Ressourceninhalts |
| Rights Management / Rechteverwaltung | Informationen über die Rechte, die an der Ressource und sie betreffend vorhanden sind, z.B. lizenzpflichtig |
Zu jedem Metatag soll nicht nur der Inhalt angegeben werden, sondern auch, welcher Norm oder welcher Regel die Angabe des Inhalts folgt. Beispiele:
Die Formalerschließung (Synonyme: formale Erfassung, formale Analyse, Formalkatalogisierung, alphabetische Katalogisierung, Objektdokumentation, Titelaufnahme; z.T. auch: bibliografische Beschreibung, bibliografische Aufnahme - aber die letzten beiden Termini schließen z.T. die Inhaltserschließung ein) richtet sich vor allem auf formale Merkmale des Dokuments, z. B. Verfasser, Titel, Ausgabe, Dokumenttyp. Sie soll dazu führen, dass dem Benutzer die Fragen unter 1.5 beantwortet werden können, soweit sie nicht den Inhalt betreffen. In der deutschsprachigen Bibliothekstradition werden Formalerschließung und Indexierung (Sacherschließung, Inhaltserschließung) als scharf getrennte Aufgaben angesehen, nicht so in der angloamerikanischen Bibliothekstradition und in der Tradition der Informationsdienste (Dokumentation).
Erforderlich ist ein Beschreibungsschema oder Datenformat (Synonyme: Datenerfassungsschema, Datenbasisschema, Datenkatalog, Kategorienschema), das die zu erfassenden Merkmale enthält und definiert. Regelwerke zur Formalerschließung müssen folgende Fragen beantworten:
| Formulierung in der Vorlage |
... wird nach RAK in folgender Form erfasst, z.T. zusätzlich zur Vorlageform: |
|---|---|
| Kunst & Kultur | Kunst und Kultur |
| Symphony No. 1 in C major | [Sinfonien op. 21] |
| Volume VI | 6 |
| Friedrich der Große | Friedrich <Preußen, König, II> |
| Louis de Broglie | Broglie, Louis de |
| Eduardo de Filippo | De Filippo, Eduardo |
Als grundlegender Standard ist die International Standard Bibliographic Description (ISBD) anerkannt. Geregelt ist darin, welche Elemente zu erfassen sind, in welcher Reihenfolge sie angeordnet werden und welche Deskriptionszeichen sie voneinander trennen. Die ISBD(G) – das G steht für general = allgemein – sieht folgendes Schema vor:
Jeder Bereich der Angaben (Sachtitel- und Verfasserangabe, Ausgabebezeichnung usw.) enthält eine Reihe von Elementen, z.B. sind für den Bereich Erscheinungsvermerk vorgesehen:
Erster Erscheinungsort, zweiter Erscheinungsort...
Name des Verlags oder des Distributors
Angabe zur Funktion des Distributors (z.B. in Kommission)
Erscheinungsjahr
Herstellungsort
Name des Herstellers
Herstellungsjahr
Außerdem ist die Interpunktion geregelt. Nicht geregelt sind in der ISBD die Form der Merkmalsausprägungen, z.B. S. Fischer Verlag oder S. Fischer oder Fischer.
Für spezielle Medientypen liegen Varianten der ISBD vor:
ISBD(A): ältere Monografien
ISBD(CM): Kartenmaterialien
ISBD(CR): fortlaufende Sammelwerke (Serials and Other Continuing Resources)
ISBD(ER): Elektronische Ressourcen
ISBD(G): allgemein (general)
ISBD(M): Monografien
ISBD(NBM): Nicht-Buch-Materialien
ISBD(PM): Musikdrucke (printed music).
Die ISDB(ER) sehen beispielsweise u.a. folgende Elemente vor:
Die ISBD (Consolidated Edition 2007, Neuausgabe 2011) fasst die Varianten unter einheitlichen Gesichtspunkten zusammen.
Verbreitet sind folgende Regelwerke, die mit * umfassen Angaben zur Formal- und Inhaltserschließung:
IAEA-INIS-1 INIS: Guide to Bibliographic Description (International Nuclear Information System) im Bereich der naturwissenschaftlich-technischen Dokumentation.
DIN 1505-1 bis DIN 1505-4: 1984-1998: Titelangaben von Dokumenten, Zitierregeln. Die Norm ist in der Bibliothekspraxis bedeutungslos; dort wird das Regelwerk RAK angewendet.
ISO 690-2: Information and documentation – Bibliographic references – Part 2: Electronic documents or parts thereof. Regeln für die bibliografische Beschreibung von elektronischen offline- und online-Dokumenten in Bibliografien und Zitierungen. Die Anwendung ist im Vergleich zum DC metadata element set weniger verbreitet.
* Allgemeiner Datenerhebungskatalog für die Dokumentation in der Bundesverwaltung. ADEK 2. Bonn: Bundesministerium des Innern 1975.
* DIN 31631-1 bis DIN 31631-7: Kategorienkatalog für Dokumente: Zusammenstellung von Datenelementen für die formale und inhaltliche Beschreibung von Dokumenten, Institutionen und Projekten, aus denen die Anwender eine Auswahl für ihren Bedarf treffen können.
* Regelwerk Mediendokumentation, angewendet von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten; für Fernsehsendungen enthält es Erschließungskategorien z. B. für Fernsehbearbeiter, Choreograf, Übersetzer, Showmaster, Ausstattung u. a. m., bei der Erschließung von Musik geht es vom musikalischen Einzelwerk aus, nicht vom einzelnen Tonträger als physischer Einheit aus.
Maßgeblich in Bibliotheken sind:
AACR2: Anglo-American Cataloguing Rules, 2ed edition, 2002 revision, Standard in Bibliotheken im englischsprachigen Raum und international weit verbreitet. Dt. Ausgabe 2001.
RAK: Regeln für die alphabetische Katalogisierung, Standard in je einer Variante für Wissenschaftliche (RAK-WB) und für Öffentliche Bibliotheken (RAK-ÖB) im deutschsprachigen Raum seit Mitte der 1970er-Jahre
RAK-Alte Drucke: Sonderregeln für alte Drucke
RAK-NBM: Regeln für die alphabetische Katalogisierung von Nichtbuchmaterialien, Standard in Bibliotheken im deutschsprachigen Raum (sie sind an die Stelle der überholten RAK-AV – für audio-visuelle Materialien – getreten)
RAK-Musik: Regeln für die alphabetische Katalogisierung von Musikdrucken, Musiktonträgern und Musik-Bildtonträgern, Standard in Bibliotheken im deutschsprachigen Raum - verschiedene, in der Anwendung in Musikbibliotheken miteinander konkurrierende Fassungen, zuletzt 2003: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:101-2008041105
RAK-Karten: Sonderregeln für die Formalerschließung von kartografischem Material
RAK-PB: Regeln für die alphabetische Katalogisierung in Parlaments- und Behördenbibliotheken. Die RAK-PB spielen in der Praxis nur eine marginale Rolle
RAK-RNA: Sonderregeln für die Erschließung von Nachlässen und Autographen
RAK-UW: Sonderregeln für unselbstständige Publikationen, Entwurf.
AACR2 und RAK scheinen komplizierter und schwieriger zu sein als andere, insbesondere dokumentarische Regelwerke. Der Grund ist, dass sich RAK und AACR2 auf extrem inhomogenes Material beziehen, während dokumentarische Regelwerke zur Formalerschließung stärker homogenes Material voraussetzen (z. B. keine antiken und mittelalterlichen Verfasser, keine Noten, kein Bedarf nach katalogmäßiger Zusammenführung verschiedener Ausgaben desselben Werkes).
Wichtige Unterschiede zwischen RAK und AACR2 sind:
Die AACR2 fassen den Begriff "Verfasser" (creator) weiter als RAK. Auch Bearbeiter, Kommentatoren, Textdichter, bildende Künstler bei Bildbänden und Museumskatalogen gelten als Verfasser.
Nach RAK werden weniger Personen und Verlage erfasst als nach AACR2. Die Titelaufnahme enthält weniger Information. Allerdings sind nach AACR2 unterschiedliche Beschreibungsgrade (d. h. unterschiedlich ausführliche Katalogisate) möglich, die teilweise auch das Weglassen weiterer Beteiligter usw. erlauben.
RAK-WB und ihre Sonderregeln sind in einzelnen Bestimmungen so weit auseinander gedriftet, dass eine Zusammenführung und Vereinheitlichung dringlich wäre. Die AACR2 sind dagegen in dieser Hinsicht konsistent. Als Beispiel sei erwähnt, dass die Ausgabe eines Werks als gedrucktes Buch und die verlesene Fassung auf CD nach RAK zu im Ansatz verschiedenen bibliografischen Beschreibungen führen:
Der Steppenwolf [Tonträger] / Hermann Hesse. Ungekürzt
gelesen von Will Quadflieg. -
Hamburg : Universal Music, 2002. - 6 CDs : stereo, ADD ; in
Behältnis 13 x 14 x 2 cm
+ Texth. (12 S.)
(Deutsche Grammophon : Literatur)
ISBN 3-8291-1229-7
Bei den Regeln für die Ansetzungen fordern die AACR2, alle gleich lautenden Ansetzungen oder Sucheinstiege durch Ordnungshilfen zu unterschieden, d. h. zu individualisieren. Gleichnamige, aber verschiedene Verfasser werden durch Namenszusätze unterschieden, das sind meistens die Lebensdaten. Auch Körperschaften und Sachtitel werden individualisiert. Die RAK sehen eine Individualisierung nur bei gleichnamigen Körperschaften vor.
Die AACR2 setzen Körperschaften ebenso wie die RAK unter der offiziellen Namensform an. Bei Gebietskörperschaften bevorzugen die AACR2 jedoch die englischsprachige Form, wenn es in englischsprachigen Nachschlagewerken eine gibt. Freilich sehen die AACR2 generell vor, dass bei Anwendung des Regelwerks in Ländern mit anderen Sprachen der Bezug auf Nachschlagewerke in der betreffenden Sprache erfolgen soll. Im Ergebnis würde dasselbe Regelwerk zu unterschiedlichen Ansetzungen in verschiedenen Ländern führen. Eine internationale Vereinheitlichung wäre nicht erreicht. Deshalb wird diskutiert, die verschiedenen Namensformen bei Körperschaften vermittels einer Konkordanz, z. B. International Standard Authority Data Number (ISADN) zu verknüpfen. Unabhängig davon wurde festgestellt, dass RAK- und AACR2-Ansetzungen von Körperschaften nur zu 40 % übereinstimmen.
AACR2 und RAK werden demnächst abgelöst durch Resource Description and Access RDA. Vor allem folgende Bibliotheken und Organisationen stehen hinter dem 2008 veröffentlichten RDA-Standard: American Library Association, Canadian Library Association, CILIP (Chartered Institute of Library and Information Professionals), Library of Congress, Library and Archives Canada, British Library und National Library of Australia.
Der RDA-Standard weist folgende Merkmale auf:
Mit RDA wird der Aufwand bei der Katalogisierung bedeutend größer als heute – es müssen mehr Daten erfasst werden -, aber der Erfolg beim Information Retrieval und der Nutzen, den Kataloge stiften, wächst auch beträchtlich. Der RDA-Standard entfaltet deshalb eine Dynamik, die einerseits eine hervorragend durchdachte internationale Arbeitsteilung und andererseits einen konsequenten Datenaustausch und eine Fremddatenübernahme in großem Stil fordert. Allerdings erlaubt RDA auch verknappte, auf wenige Kernelemente reduzierte Katalogisate.
RDA steht nicht nur als textliches Regelwerk zur Verfügung, sondern als web-basiertes Tool (www.rdatoolkit.org), das die Nachnutzung von Metadaten aus externen Quellen unterstützt. Auf Basis von RDA erstellte Bibliothekskataloge werden einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung des Semantic Web leisten, indem sie Begriffe, Benennungen und Bezeichnungen zusammenführen und Suchmaschinen erlauben, mehr zu leisten als Zeichenfolgen abzugleichen.
Bisher fehlen in allen Regelwerken Normierungen für:
Deutsche Kartenkataloge vor Mitte der 1970er-Jahre, die für den Zugang zu älterer Literatur z.T. noch bedeutsam bleiben, soweit noch nicht in die EDV konvertiert, legten meistens das Regelwerk Preußische Instruktionen PI (Instruktionen für die alphabetischen Kataloge der preußischen Bibliotheken, 1899, maßgebliche Fassung 1908) zugrunde. Eigenarten der PI:
Indexieren ist die Zuordnung von Termini, die den Inhalt, ggf. auch die Form eines Informationsobjekts beschreiben, zu diesem bzw. zu seinem Repräsentanten. Synonyme: Inhaltserschließung, Inhaltsdokumentation. Die zugeordneten Termini können
Typen von Indexierungssprachen
Weiterhin kann man Indexierungssprachen danach unterscheiden, wie sie mit komplexen Sachverhalten umgehen, z.B. dem Thema Öffentlichkeitsarbeit durch Universitäten:
Vorteil: größere Indexierspezifität
Nachteil: umfangreicheres Vokabular der Dokumentationssprache,
erforderliche Regeln für die Wahl der sprachlichen Mittel
Regelwerke zum Indexieren müssen folgende Fragen beantworten:
Regelwerke und Anleitungen:
Metatexten (Texte über Texte) sind verkürzte verbale Beschreibungen eines Informationsobjekts, z.B. Inhaltsreferate, Abstracts, Rezensionen.
Metatexte informieren über eine mehr oder minder eingegrenzte Auswahl der folgenden Aspekte. In vielen Metatexten verzichtet man auf Angaben zu etlichen dieser Aspekte, weil die bibliografische Beschreibung (die Metadaten) bereits Auskunft geben, teilweise wird die Angabe weggelassen, weil sie aus dem Kontext des Metatextes evident ist. Beispielsweise wird in wissenschaftlichen Referateorganen nie gesagt, dass die Referate sich an Wissenschaftler richten. Je heterogener Zielgruppen und Verwendung der Metatexte sind, desto mehr Explikation ist erforderlich.
Je nach der Art der Auswahl, dem Zweck und Adressaten der Besprechung unterscheidet man vier Arten:
In Metatexten kann man teilweise gezielt suchen, und zwar:
Das dokumentarische Inhaltsreferat entstand aus dem Bedürfnis, in Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Planung und Rechtsprechung die unübersehbar gewordene Fülle an Fachinformation durch Informationsverdichtung besser zugänglich zu machen. Damit der Verwender prüfen kann, ob die anhand der Deskriptoren oder der Klassifikation gefundenen Artikel-, zum geringeren Teil auch Buchnachweise für ihn geeignet sind, wird der Inhalt der Artikel, Bücher, Patente, Amtsdrucksachen usw. zusammengefasst wiedergegeben. Man unterscheidet nach DIN 1426 folgende Typen von Inhaltskondensaten:
Relevant im Dokumentationswesen ist vor allem das Kurzreferat in seinen verschiedenen Formen. Für seine Erstellung legt DIN 1426 Regeln fest, damit die Informationsverdichtung in objektiver Weise, unabhängig von Kenntnisstand und Formulierungslust des Dokumentars, erfolgt, was freilich nur eingeschränkt erreichbar ist. Kurzreferate müssen folgende Kriterien erfüllen:
Weitere Unterscheidungen bei Abstracts sind:
Durch Anwendung von Erkenntnissen der Textlinguistik will man die intellektuelle Tätigkeit des Abstracting optimieren. Verfahren der Künstlichen Intelligenz, bei der vorhandenes Wissen durch Rechner mit den Inhalten neuer Dokumente verglichen wird, sollen automatisches Abstracting möglich machen.
Gegenstand dokumentarischer Inhaltsreferate sind entgegen der üblicherweise angeführten Definition, wonach sich die Dokumentation mit dem Erschließen und Nutzbarmachen von Dokumenten aller Art befasst, nahezu ausschließlich wissenschaftliche und Fachveröffentlichungen für die professionelle Verwendung. Populäre Veröffentlichungen, seien es Kochbücher, Gesundheitsratgeber, Artikel in Illustrierten, Kinderliteratur oder Broschüren zur Verbraucherinformation sind zwar teilweise bibliographisch erschlossen, aber fast nie Gegenstand dokumentarischer Inhaltsreferate.
Beispiele für Datenbanken mit Abstracts:
Beispiel für ein Abstract aus: PsycINFO
Die wissenschaftliche Rezension ähnelt der kritischen Variante des dokumentarischen Inhaltsreferats: Sie stellt Fragestellung und Ziel des rezensierten Werkes dar, stellt knapp den Inhalt vor und misst die Ergebnisse an den Fragestellungen. Darüber hinaus ordnet sie das rezensierte Werk in den wissenschaftlichen Zusammenhang ein und setzt sich differenziert mit den wesentlichen Ergebnissen auseinander. Zitate aus dem Werk oder aus anderen Werken sind belegt. Absicht der wissenschaftlichen Rezension ist es, die erreichten Arbeitsergebnisse kritisch zu reflektieren, das rezensierte Werk auf diesem Hintergrund zu würdigen und im besten Fall der wissenschaftlichen Forschung neue Erkenntnisse und offene Fragen auf den Weg zu geben.
Die Domäne der wissenschaftlichen Rezension sind die Geistes- und Sozialwissenschaften; ihr Gegenstand sind vor allem Bücher, weniger häufig Zeitschriftenartikel. Wissenschaftliche Rezensionen erscheinen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und in Rezensionsorganen; Rezensionsorgane sind Zeitschriften, die nur aus wissenschaftlichen Rezensionen bestehen. Rezensionen werden erschlossen durch:
IBR. Internationale Bibliographie der Rezensionen geistes- und sozialwissenschaftlicher Literatur. München: Saur.
Beispiele für wissenschaftliche Rezensionsorgane:
Ursprünglich hatte die Literaturkritik in Zeitschriften und Zeitungen, als sie im 17. und 18. Jahrhundert im Zusammenhang der Aufklärung entstand, die Funktion eines öffentlichen Räsonnements über literarische Wertmaßstäbe und Werke. Dieser Aufgabe wird die Literaturkritik in den Massenmedien heute kaum noch gerecht; teils steht die Unterhaltungsfunktion des Feuilletons, auch dort, wo es Buchbesprechungen enthält, im Vordergrund, teils ist seine Funktion uneinheitlich und unklar. Die Buchbesprechungen in Lokal- und Regionalzeitungen haben vor allem die Funktion eines redaktionellen Seitenfüllers, wenn die Seiten durch wichtigere Beiträge nicht ganz gefüllt werden konnten oder damit umgekehrt die Zeitungsseiten nicht ausschließlich durch Inserate gefüllt werden sollen. In überregionalen Zeitungen und in Zeitschriften sind Buchkritiken durch Beliebigkeit und Subjektivität des Urteils gekennzeichnet; in zahlreichen Fällen enthalten sie nicht einmal die grundlegendste Information über das besprochene Werk, nämlich eine hinreichende Objektbeschreibung (Verfasser, Titel, Verlag, Preis oder weitere bibliographische Daten) und eine angemessene Inhaltsangabe.
Die Essayistin Barbara Sichtermann (Die Woche, 23. Februar 1996 S. 31) beklagte 1996 die schleichende Verlagerung der Aufmerksamkeit im Publikum vom Werk auf dessen Kritik, ... so daß die Inszenierungen der Kritik mehr Raum und Interesse beanspruchen als die Werke, die sie kritisiert. ... Die Kritik ist inzwischen so ahnungslos (häufig), ungeduldig (meistens), apodiktisch (gerne) und selbstverliebt (immer öfter), daß man regelrecht riecht, wonach ihr der Sinn steht, wie gerne sie diesen letzten Klotz an ihrem Bein los wäre: das Buch und die Nötigung, es zu lesen.
In einem Gespräch mit der Berliner Zeitung Der Tagesspiegel brachten 1994 die drei Schriftsteller Irene Dische, Jens Sparschuh und Michael Wildenhain ihr Unbehagen an der Literaturkritik auf den Punkt (Der Tagesspiegel, 2./3./4. April 1994 S. 15):
Die Literaturkritiker wechseln so unter der Hand ganz flink die Positionen, und dann wird unkenntlich, daß es ja eigentlich doch des Kritikers persönliche Meinung ist. Es würde nur helfen, und es hilft auch dem Autor, wenn ein Kritiker argumentative Zusammenhänge anführt. Wenn er selbst einen Text konstituiert, mit dem man etwas anfangen kann (Jens Sparschuh). Viel wesentlicher ist, daß es im Prinzip keine irgendwie geartete verbindliche, an Kategorien orientierte Auseinandersetzung über Literatur, Ästhetiken, politische Gehalte gibt. Diese Auseinandersetzung ist längst abgebrochen und daher gibt es eben tatsächlich die Privatmeinung (Michael Wildenhain). Ich meine, die Kritik hat eine unglaubliche Macht doch nur an der untersten Ebene. Wenn man an einen bestimmten Punkt gekommen ist, nicht mehr. Günter Grass wird seine Bücher immer verkaufen. Es gibt Leute, die irgendwann unabhängig sind, da kann man sagen, was man will. Und dann finde ich es eine Verschwendung, daß die großen Kritiker sich konzentrieren auf die sogenannten großen Schriftsteller. Da braucht man doch gar nichts zu sagen (Irene Dische).
Feuilletonistische Buchbesprechungen findet man u.a. über www.perlentaucher.de.
Die bibliothekarische Begutachtung ist eine Besprechung, die das Personal an Öffentlichen Bibliotheken
Besonders wichtig sind deshalb in der Begutachtung Aussagen über die folgenden Aspekte:
Insgesamt sind bibliothekarische Begutachtungen wenig normiert, freilich sind auch die Qualitätserwartungen der Abnehmer unterschiedlich. Nach Sylvia Asmus werden die Begutachtungen zur Kinder- und Jugendliteratur im ekz-Informationsdienst den Anforderungen weitgehend nicht gerecht.
Die wichtigsten Organe bibliothekarischer Begutachtungen sind:
Bei der automatischen Indexierung leistet Software die Extraktion geeigneter Indextermini oder die Addition aussagefähiger Deskriptoren.
Mitunter werden automatisch generierte Metadaten intellektuell nachbearbeitet (geprüft, ggf. ersetzt, ergänzt, gestrichen; teilautomatische Verfahren). Das erhöht die Mengenleistung gegenüber dem rein intellektuellen Indexieren.
Verfahren der automatischen Indexierung müssen die Probleme des Indexierens mit freien Termini behandeln. Dies soll an einem Beispielsatz erklärt werden.
Dietze, Unternehmensberater mit dem Schwerpunkt Suchtberatung, bringt hier die in den USA und Grossbritannien seit Jahren bewährten Methoden der betrieblichen Alkohol- bzw. Suchtprävention allen Vorgesetzten, Betriebs- und Personalräten und betrieblichen Suchtbeauftragten zur Kenntnis.
Insbesondere stellen sich folgende Aufgaben:
Meistens werden hierzu die im Folgenden dargestellten Verfahren in Kombination angewendet.
Ziel ist, Komposita und Flexionsformen auf die Grundformen der Wörter zu reduzieren.
Wörterbuch basierte Verfahren ordnen alle vorkommenden Flexionsformen und Komposita den Grundformen zu. Problem: Wörterbuchpflege ist erforderlich.
Regelbasierte Verfahren bilden die Flexionsregeln in einem Algorithmus ab, der auf die Wörter in den Informationsobjekten angewendet wird. Je flexionsärmer und morphologisch weniger komplex eine Sprache ist, desto besser sind die Ergebnisse.
Ziel ist, geeignete Indextermini zu identifizieren. Diese werden extrahiert. Geeignet sind solche Indextermini, die für den Inhalt charakteristisch sind. Man geht von folgenden Annahmen aus:
Wörter, die in einem Informationsobjekt häufig auftreten, können es besser repräsentieren und sind für das Retrieval besser geeignet als Wörter, die seltener darin vorkommen (mit Ausnahme der Stopppwörter, die besonders häufig vorkommen, aber gar nichts aussagen und deshalb eliminiert werden).
Wörter, die in einer Sammlung von Informationsobjekten nur in wenigen Informationsobjekten vorkommen, sind besser geeignet, diese aufzufinden als Wörter, die in vielen Informationsobjekten vorkommen.
Folgende Ansätze kommen zum Einsatz:
Ermittlung der Termfrequenz im Dokument: Wie oft kommt ein Terminus
im Dokument vor im Verhältnis zur Anzahl der Termini im
Dokument?
Beispiel blauer Satz:
23 Wörter (ohne Stopppwörter, nach Kompositazerlegung),
Sucht kommt 3 x vor.
Termfrequenz des Terminus Sucht im blauen Beispiel = 3/23 =
0,13.
Ermittlung der Termfrequenz in der Dokumentensammlung: Wie oft kommt
ein Terminus in der Dokumentensammlung vor im Verhältnis zur
Anzahl der Termini in der Dokumentensammlung?
Beispiel:
Die Dokumentensammlung umfasst 100.000 Wörter, der Terminus
Sucht kommt darin 350 x vor.
Termfrequenz des Terminus Sucht in der Dokumentensammlung =
350/100.000 = 0,0035.
Ermittlung der Signifikanz eines Terminus: Differenz der beiden Termfrequenzen = 0,13-0,0035 = 0,1265.
Je höher die Signifikanz eines Terminus, desto besser ist er zum Indexieren geeignet.
Ermittlung der Anzahl der Dokumente, in denen der Terminus vorkommt:
In wie vielen Dokumenten der Sammlung kommt der Terminus vor?
Beispiel:
Der Terminus Sucht kommt in 100 der 1.000 Dokumente vor.
Ermittlung der inversen Dokumenthäufigkeit: Wie häufig
kommt der Terminus im vorliegenden Dokument vor in Relation zur
Anzahl der Dokumente, in denen er vorkommt?
Beispiel:
Häufigkeit von Sucht im blauen Beispiel: 3.
Anzahl der Dokumente, in denen der Terminus vorkommt: 100.
inverse Dokumenthäufigkeit = 3/100 = 0,03.
Je höher die inverse Dokumenthäufigkeit eines Terminus, desto besser ist er zum Indexieren geeignet.
Es erweist sich jedoch, dass die beiden Ergebnisse modifiziert werden müssen: In einer Dokumentensammlung zur Informatik kommt der Terminus Computer in vielen Dokumenten vor und zugleich im einzelnen Dokument häufig; er ist wenig zur Recherche geeignet. Deshalb ermittelt man Schwellenwerte für gute Indextermini; hochfrequente und niedrigfrequente Termini werden ausgeschieden.
Auf Basis der Termfrequenzen lassen sich Ähnlichkeiten zwischen Dokumenten errechnen (Klassenbildung) und Ähnlichkeiten zwischen Klassen von Dokumenten (Bildung einer Klassifikation); das Maß der Ähnlichkeit lässt sich grafisch als Abstand darstellen, Beispiel (Brockhaus Enzyklopädie digital 2005, Artikel Bibliothekswissenschaft in Relation zu verwandten Themen):
Je länger die automatisch indexierten Texte sind (mindestens Referate, besser Volltexte), je homogener ihr Vokabular (z.B. fachsprachliche Texte eines Fachgebiets), je größer die Dokumentensammlung, desto besser sind die Ergebnisse des automatischen Indexierens.
Seit den 1990er-Jahren nehmen die Anwendungen des automatischen Indexierens zu:
Eine Reihe von kommerziell entwickelten Standardanwendungsprogrammen (z.B. Text Categorization Shell TCS, AIR/X, MILOS, intelligentCAPTURE) wird angewendet, bes. in der Pressedokumentation in Zeitungsverlagen.
Beispiel www.dandelon.com: Eine Gruppe von Bibliotheken (Landesbibliothek Vorarlberg, UB St. Gallen, FH-Bibliothek Gelsenkirchen, UB Mainz u.a.) lässt die gescannten Inhaltsverzeichnisse von Büchern sowie Volltexte von Zeitschriftenartikeln automatisch Indexieren und retrievalfähig aufbereiten.
Beispiel Milos: In den Projekten Milos I und II wurde in den 1990er-Jahren an der UB Düsseldorf die Anwendung von Verfahren der automatischen Indexierung auf Metadaten der formalbibliografischen Beschreibung erfolgreich erprobt.