Institut für Bibliothekswissenschaft

Humboldt-Uni zu Berlin

Berliner Handreichungen zur Bibliothekswissenschaft
. 126

Entwurf und prototypische Implementierung eines Metadaten-Rahmenwerks für die Digitalisierung an der Universitätsbibliothek Regensburg

von Helge Knüttel

Knüttel, Helge:
Entwurf und prototypische Implementierung eines Metadaten-Rahmenwerks für die Digitalisierung an der Universitätsbibliothek Regensburg / von Helge Knüttel. - Berlin : Institut für Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, 2005. - viii, 47 S. - (Berliner Handreichungen zur Bibliothekswissenschaft ; 126)
ISSN 1438-7662

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Abstract

An der Universitätsbibliothek Regensburg werden in mittlerem Umfang Digitalisate erstellt. Bislang fehlte für die Digitalisate eine Erschließung mit deskriptiven, administrativen und strukturellen Metadaten, die in geeigneter Weise die Benutzbarkeit und die Langzeitarchivierung der digitalen Dokumente unterstützt hätte. Eine vergleichende Untersuchung bibliothekarischer Metadatenmodelle und -formate für die Digitalisierung ergab die besondere Eignung des Metadata Encoding and Transmission Standard (METS) als Metadatenformat für die Digitalisierung an der Universitätsbibliothek Regensburg. Der METS unterstützt ausdrücklich die Funktionalitäten des Referenzmodells eines Open Archival Information System (OAIS) und läßt sich durch standardisierte Erweiterungen an zukünftige Bedürfnisse anpassen. Die neuartige Erschließung ließ sich problemlos in den Geschäftsgang integrieren.

Ausgehend vom METS implementierte ich prototypisch ein Java-basiertes Erschließungswerkzeug, das komplett modular gestaltet ist, um größtmögliche Flexibilität für die Verarbeitung unterschiedlicher Dokumente und Dateiformate sowie für zukünftige Erweiterungen zu erreichen. Das Programm ist plattformunabhängig und als Client-Applikation konzipiert. Es soll die Erschließung der Digitalisate soweit wie möglich automatisieren.

Bei der Planung des Metadaten-Rahmenwerks erwies sich ein System zur Vergabe von Persistent Identifiern (PIDs) als notwendig. PIDs werden für CD-ROMs, METS-Dokumente und Dateien benötigt. Beim Übergang von der Speicherung der digitalen Dokumente auf CD-ROMs zu einem Online-System können die CD-ROM-PIDs entfallen. Das implementierte System zur Vergabe von PIDs kann jederzeit leicht zu einem URN-System mit Resolver weiterentwickelt werden. Neben der PID-Vergabe dient es auch der Authentizitätsprüfung für die digitalen Dokumente.

Ich demonstrierte die mögliche Erzeugung von Präsentationsformen der digitalen Dokumente, mittels XSLT aus den in METS-Dokumenten kodierten Metadaten. Dadurch ließ sich die Benutzbarkeit der Digitalisate deutlich verbessern.

Diese Veröffentlichung geht zurück auf eine Master-Arbeit im postgradualen Fernstudiengang Master of Arts (Library and Information Science) an der Humboldt-Universität zu Berlin.