Ferien vorbei, ein
neues Semester hat begonnen, die Türen und Fenster
des Instituts werden wieder aufgestoßen, um
neuen Wind und frischen Tatendrang einzulassen.
Mit dem frischen Wind kamen auch 80 motivierte, neugierige
Studienanfänger, um Stufe für Stufe die
bibliothekswissenschaftlichen Gefilde in Berlin zu
erkunden. Neben einem gut besuchten Semesteranfangsfrühstück,
das von den älteren Semestern arrangiert wurde,
gab es mehrere Einführungsveranstaltungen und
eine abendliche Party im Foyer, um das neue Semester
willkommen zu heißen.
Auch Erstsemester sollen in
diesem kleinem Wintersemesteranfangsdiskurs zu Wort
kommen und ihre ersten IB-Eindrücke schildern.
Dazu wurden ihrer zwei flugs vom Flur weggeholt und
zum Interview gebeten.
Beide waren einhellig der Meinung, gut am Institut
aufgenommen worden zu sein. Dabei waren die Angebote
in der Einführungswoche sehr hilfreich. Besonders
das Erstsemesterfrühstück trug dazu bei,
erste Kontakte zu knüpfen. Da nicht nur hier,
sondern natürlich auch in weiteren Informationsveranstaltungen,
eine Reihe von fachspezifischen Fragen beantwortet
wurden, fühlen sich beide gut über das Institut
und den Aufbau des Studiums informiert.
Wie so oft wurde jedoch
auch bei ihnen die Vorstellung des hemmungslosen Auslebens
der eigenen Bibliophilie ein wenig erschüttert.
Der zunehmende Umfang der für dieses Studium
wichtige technischen Komponente, mit der Notwendigkeit
weitrechender Computerkenntnisse etc. ernüchterte
die Befragten. Sie sind aber gewillt diese Herausforderung
anzunehmen und sich die geforderten Fähigkeiten
im Umgang mit PC/ digitalen Medien anzueignen.
Hierfür besuchen sie beispielsweise das Studentische
Tutorium. Nicht nur ihre Teilnahme zeigt, dass dieses
Angebot gut angenommen wird. Die Befragten zeigten
sich jedenfalls begeistert von dem Engagement der
Fachschaft und finden es richtig gut, aktiv in das
Geschehen mit einbezogen zu werden.
Den regulären
Lehrveranstaltungen begegnen die zur Rede Gestellten
mit einiger Kritik. So wird nach ihrer Meinung der
rote Faden mancher Seminare nicht ganz klar. Die Interviewten
vermissen eindeutige Erwartungshaltungen der Dozenten
an die Studierenden. Es komme vor, dass Inhalte und
Ziele der Lehrveranstaltungen nicht nachvollziehbar
sind. Hier scheint also große Unsicherheit zu
herrschen. Daher wäre ein zunehmend offener Dialog
zwischen Studierenden und Dozenten direkt in den Veranstaltungen
wünschenswert.
Nichtsdestotrotz sehen
die Befragten durch ein Studium der Bibliothekswissenschaft
eine Reihe von beruflichen Chancen, die sich u.a.
in der Verbindung mit den weiteren Studienfächern
begründen. So ganz einig ist man sich in dieser
Hinsicht aber doch nicht. Auf der einen Seite wird
die Existenz eines klaren Berufsbildes vermisst, während
man auf der anderen Seite die Möglichkeiten eines
großen, zukunftsweisenden Beschäftigungssektors
schätzt.
Ob Bibliothekswissenschaft
das Fach sein wird, dem sie in ihrem gesamten Studium
treu sein werden, können die Befragten zu diesem
Zeitpunkt verständlicherweise noch nicht sagen.
Eine angenehme Atmosphäre im Institut, und die
Bereitschaft einer Reihe von Studierenden höherer
Semester das IB aktiv mitzuformen, seien aber ansteckend.
Ihr seid nicht
allein!
Schilderungen eines weiteren Studienanfängers.
von Sebastian Höhne
Aller Anfang
ist schwer. Das ist im Allgemeinen bekannt und trifft
auf viele Situationen zu. Für die ersten Schritte,
die ersten Schultage, die ersten Fahrstunden. Die
Hilfe jedoch, die ich in manch anderen Begebenheiten
vermisst habe, bekam ich noch vor dem Beginn des Studiums.
Natürlich wurde sie mir nicht in den Schoß
gelegt, doch es bestand von Anfang an die Möglichkeit,
Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sei es seitens der Studenten
oder der Professoren. Einfach fragen, hieß -
und heißt Heute noch - die Devise. Die Freundlichkeit
aller Helfenden ließ meine Aufregung schnell
schwinden. Wie viele andere, nutzte auch ich die Einführungswoche
um mir überhaupt erstmal einen Überblick
zu verschaffen. Richtig interessant wurde es dann
allerdings erst in der letzten Oktoberwoche, da die
meisten Proseminare begannen.
In den letzten Wochen habe ich die meisten Lehrveranstaltungen
mitgemacht, schon einige, meist nette, Leute kennen
gelernt und schon das ein oder andere Blatt mit Fakten
gefüllt. Es ist sicherlich viel Unwichtiges dabei,
aber was man hat, hat man.
Ich bin einer unter vielen, aber das stört mich
nicht, es hilft viel mehr. So beruhigt es ein wenig,
zu wissen, dass es noch Andere gibt, die keine Kombinationsfächer
haben, die lieber früher kommen und einen Stuhl
am Tisch haben, als ein Fensterbrett. Manche sind
nicht perfekt am Computer, kennen noch nicht alle
Fachtermini oder Abbreviationen, aber wozu wären
wir auch sonst hier? Sicherlich, hier und da sind
Mitstudenten, die einen belächeln, wenn man in
der freien Zeit schon mal das ein oder andere Buch
liest, oder sich auf andere Weise als Erstsemester
zu erkennen gibt. Aber auch das stört mich nicht
wirklich, weil ich, wie schon gesagt, nicht der Einzige
bin, dem es so geht. Vielleicht hilft dies ja meinen
Kommilitonen. Ihr fühlt euch vielleicht allein,
seid es aber nicht. Auch wenn ihr vielleicht nur die
Namen von zwei oder drei Anderen aus einem Seminar
kennt, denen (und mir) geht es nicht anders. Die meisten
von uns schauen auch vor jedem Seminar noch mal an
den Plan, ob es wirklich in dem Raum stattfindet,
in dem wir es vermuten. Jeder fängt mal klein
an und manche werden zu ganz großen, das klingt
vielleicht wie kitschiges Gewäsch, mich zumindest
hat es überzeugt.