Schon jetzt ist es z.T. nicht mehr möglich
ein Studium der Bibliothekswissenschaft mit anderen
Fächern zu kombinieren, da sich die Studienordnungen
nicht mehr miteinander vereinbaren lassen.
Erfolgt hier keine rasche Abstimmung, ist mit einem
„Verlust an Studierenden“ zu rechnen.
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| Prof. Umlauf präsentiert
den Vorschlag der Institutsleitung. |
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Es geht also längst nicht mehr um das „ob“
und darüber, dass es eigentlich schon fünf Minuten
nach zwölf ist, herrscht ebenfalls übergreifender
Konsens.
Es geht den Kritikern des von der Institutsleitung vorgeschlagenen
Modells in erster Linie um zwei Aspekte: 1.
die im Entwurf vorgesehene vergleichsweise radikale
Verringerung der Präsenzzeiten der Studierenden
und die Verteilung der der verbleibenden Stunden auf
eigene Themenbereiche (Module)
2. die Formulierung der Modulbeschreibungen sowie inhaltliche
Unstimmigkeiten.

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Die
Zahl der Stunden vor Ort würde sich insgesamt
auf ca. ein Drittel reduzieren,
was das Präsenzstudium in
den Augen der Kritiker schlicht in ein Fernstudium
verwandeln würde. Gerade im Bereich des Grundstudiums,
in dem Fähigkeiten zum selbstständigen
wissenschaftlichen Arbeiten nicht als selbstverständlich
vorausgesetzt werden können, ist die Zahl
der Präsenzstunden zu gering.
Aus der Studierendenschaft kam der –
schon häufiger hervorgebrachte – Hinweis,
dass die Ressourcen für
ein solches
Studium am Institut nicht in ausreichendem Maß
vorhanden sind. Dies beginnt bei der Zugänglichkeit
und Ausstattung der Räumlichkeiten und reicht
bis zur Bibliothek und dem in ihr vorhandenen
Literaturbestand.
So sind einige Grundlagenwerke
nicht in ausreichender Menge verfügbar.
Hier gilt es in jedem Fall neue Konzepte
der Informationsversorgung für die Studierenden
zu entwickeln, welche ein erfolgreiches „blended
learning“ bzw. eine primär auf multimedialen
Kommunikationsmöglichkeiten beruhende Lehre
erst möglich machen. |
PD Wolfgang Jänsch weist
mahnend auf den Zeitverzug hin und plädiert
für Synergie-
effekte mit dem Fernstudium |
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Weiterhin bleibt
die Frage, inwieweit diese Möglichkeiten wirklich
effektiv angenommen werden. Bisherige Erfahrungen mit
Forensoftware, gemeinsamen elektronischen Lern-plattformen
und Videokonferenzen sowie auch Untersuchungen zum Thema
„Kanalreduktion“ zeigen,
dass diese Kommunikationsmöglichkeiten die face-to-face-Situation
im Direktstudium kaum ersetzen, allenfalls unterstützen
können.
Angemerkt wurde zudem, dass die speziell
in der Studierendenschaft an diesem Institut in den
letzten Semestern entstandene „Gemeinschaft“,
einhergehend mit einer - wie das Wintersemester 2003/04
bewiesen hat – ungemein hohen Identifikation eines
großen Teils der Studierenden mit Institut und
Fach, durch eine Verringerung der Anwesenheitszeiten
am IB gefährdet sei. Lehrveranstaltungen erfüllen
neben der Funktion der Inhaltsvermittlung durchaus auch
eine soziale Aufgabe.
Zu diesem Punkt
wurde schließlich ein kleiner Konsens
dahingehend erzielt, dass die Zahl der Präsenzstunden
auf der Grundlage vorhandener Kapazitäten noch
einmal überdacht werden sollte.
Zwar ist ein Universitätsstudium – im Gegensatz
zu einem Fachhochschulstudium – generell
methodisch stärker auf ein Selbststudium ausgerichtet,
jedoch sind die oben genannten Argumente zu berücksichtigen
und gerade bei Studienanfängern scheinen höhere
Betreuungszeiten angebracht.
Ergänzend wurde angemerkt, dass die in der verabschiedeten
Studienordnung festgelegte Zahl der Betreuungsstunden
das Maß vorgeben, welches rechtlich verbindlich
und gegebenenfalls durch Studierende einklagbar ist.
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| Manche Zuhörer bleiben
skeptisch. |
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Der zweite Kritikpunkt bezog sich auf
die Ausformulierung der Modulbeschreibungen.
Hier wurde von den Kritikern argumentiert, dass eine
Verwendung konkreter Begriffe die Lehrinhalte besser
abbilden könnte.
Dem wurde widersprochen: eine zu konkrete Formulierung
würde eher bindend wirken.
Für eine in die Zukunft zielende Prüfungsordnung
müsste man gerade darauf verzichten, aktuell bestimmende
Themen ("Modethemen") verbal zu fixieren,
da kommende – heute noch nicht in ihrer Wirkung
absehbare - Entwicklungen mitunter Veränderungen
in den inhaltlichen Rahmenbedingungen mit sich bringen.
Insofern scheint es sinnvoller, die Formulierungen so
offen wie möglich zu halten.
Eine jeweils zeitgemäße inhaltliche Schwerpunktsetzung
würde ein noch ins Leben zu rufendes „advisory
board“, also ein wissenschaftliche Beirat garantieren.
Dieser soll als kommunikative Brücke zur Praxis
dienen. Ein ausschließlicher Zuschnitt des Studiums
auf die Bedürfnisse der Praxis scheint in Anbetracht
des wissenschaftlichen Anspruchs einer akademischen
Ausbildung unzureichend. Vielmehr muss - wie treffenderweise
erwähnt wurde – ein wissenschaftlicher Überbau
gegeben sein, der eine Reflexion über die Inhalte
berücksichtigt.
Als Fazit bleibt, dass
es notwenig ist - da einerseits ein relativ großer
Dissenz zwischen den beiden Parteien gegeben zu sein
scheint, aber andererseits eine hohe Dringlichkeit zur
Verabschiedung der Studienordnung besteht - die nächsten
drei Monate für die produktive Zusammenarbeit zu
nutzen, um einen konstruktiven Weg zur Zusammenführung
der Ansprüche beider Seiten zu finden.