Humboldt Universität zu Berlin Institut für Bibliothekswissenschaft
Institut - Aktuelles
Studium
Forschung
Studenten
Linklisten

Der einsame Weg zur Information
Die "Lange Nacht der Wissenschaften 2004" am Institut für Bibliothekswissenschaft am 12. Juni 2004

Ben Kaden

Neugier

Um es gleich vorwegzunehmen:
Die Aussage der idw-Pressemeldung "Lange Nacht der Wissenschaften in Berlin und Potsdam war auch 2004 ein Erfolg" (link) können wir leider so nicht bestätigen.
Es gab zur "Langen Nacht der Wissenschaften 2004" nur 65 Besucher am IB.
Um aber all denen, die daraus möglicherweise den Niedergang eines Faches ableiten möchten, den Wind aus den Segeln zu nehmen: mit diesen Werten lagen wir vermutlich im Bereich Berlin-Mitte durchaus im oberen Mittelfeld.

Da uns der geringe Zulauf die nötige Zeit lies, konnten wir in aller Ausführlichkeit die Veranstaltungen im Hauptgebäude, der Universitätsbibliothek und auch in den umliegenden Gebäuden besuchen.

Und ob es nun die Bauchtanzgruppe der Humboldt Universität war, die wenigstens ihre erste Vorführung eher als einsame Trainingseinheit absolvierte, der Buchrestaurator der Universitätsbibliothek, der zwei Besuchern demonstrierte, wie man Einbände repariert, die Capella Academica, die im Audimax vor schätzungsweise 10 bis 15 Zuhörern Werke von Carl Stamitz spielte oder das Team für die Kinderbetreuung am Institut für Bibliothekswissenschaft, das
überpünktlich die Bastelbögen und Kinderbücher mangels Nachfrage wieder zusammenräumen konnte: Sie alle hatten sicher größere Hoffnungen und waren insgesamt vom geringen Echo enttäuscht.

Ob es generell am Angebot lag ist schwer zu sagen: natürlich bietet ein Fach wie die Bibliothekswissenschaft nicht die Möglichkeit zu spektakulären Demonstrationen, wie es der Physik möglich ist. Natürlich fehlt ihr die traditionell große Anziehung der medizinischen Angebote. Auch kann es nicht mit bengalischem Feuer wie die Chemiker aufwarten.

   

Und dennoch hätte das Programm mehr Beachtung verdient. Es war ausgesprochen vielfältig, sehr liebevoll vorbereitet und wenn man etwas bemängeln möchte, dann vielleicht das eher zu umfangreich ausgelegte Veranstaltungsangebot.

Jedenfalls waren die wenigen Besucher, die den Weg ins IB fanden, durchaus mit dem Gebotenen zufrieden.
Unzureichendes Engagement kann man jedenfalls niemandem vorwerfen - eher scheint es, dass der Auftakt zur Fußball-Europameisterschaft, der doch recht hohe Teilnahmepreis, das generell große Freizeit- und Kulturangebot an Junisonnabenden in Berlin und vielleicht auch der mangelnde "Event-Charakter" der Veranstaltung dazu führte, dass man die Flaneure in der Dorotheenstraße am Samstagabend sehr bequem zählen konnte.

Möglicherweise ist das Gesamtangebot auch zu gestreut, gibt es zuviele kleine Einzel-
veranstaltungen - jedenfalls im Umfeld des HU-Hauptgebäudes - um größere Besuchermengen an einer Stelle zu binden.
Generell sollte das Programm rund um das HU-Hauptgebäude vielleicht doch etwas stärker konzentriert werden - der Idealfall wäre ein aufeinander abgestimmtes Zusammenwirken von Veranstaltungen z.B. in einem Rahmenthema.
So könnte die Humboldt Universität neben ihrer Multidisziplinarität auch die Vernetzung der einzelnen Disziplinen demonstrieren.

Links:
Lange Nacht der Wissenschaften - Hauptseite
Lange Nacht der Wissenschaften - IB-Seite

Informationsrecherche im Internet mit Hilfe der Google Web APIs - ein Vortrag von Philipp Mayr und Fabio Tosques zur Langen Nacht der Wissenschaften
pdf - 884 kB

im Foyer des IB
   
im Hof des HU-Hauptgebäudes
Hof des HU-Hauptgebäudes, 17:00 Uhr - noch ist es still ..
Tanzen
..später wirbeln die Tänzer..
Foyer des IB
..im IB wartet man. Immerhin finden alte und neue Formen von Bibliothekskatalogen Beachtung.

nach oben