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Promotionskolleg im Sommersemester 2004 am Institut für
Bibliothekswissenschaft

ein Bericht von Jakob Voss

Zum Ende der Vorlesungszeit fand am Freitag/Samstag, dem 16. und 17.7.2004 am Institut für Bibliothekswissenschaft das Promovendenkolleg für das Sommersemester 2004 statt.
Dankenswerterweise konnte ich als Gast dort teilnehmen, um hiermit darüber zu berichten.
Dissertationsverfahren dürften für die meisten Studenten nicht sehr relevant sein, sie machen aber einen wesentlichen Teil der Forschung und Lehre des Instituts aus und bieten einen guten Einblick in die aktuelle Forschung und ihre praktische Umsetzung.

Promotionskolleg SS 2004
Die Doktoranden beim Vortrag in der Saur-Bibliothek..

Neben den leitenden Professoren Herr Umstätter, Herr Plassmann und Herr Umlauf nahmen nach meiner Zählung am Freitag 20 Promovenden und (mit mir) 3 Gäste an der Veranstaltung teil. Den Großteil der Teilnehmer kam aus Deutschland, daneben 3 Schweizer und 3 Diplomanden aus China, Indien und Iran.

Zunächst gab es eine Vorstellungsrunde, in der die Teilnehmer kurz etwas über sich und ihr Dissertationsthema berichteten. Die Mehrheit der Promovenden arbeitet zurzeit in Biblio-
theken (von der Stadtbibliothek über die Parlamentsbibliothek bis zu einem Bibliotheksleiter einer Hochschulbibliothek) Archiven, an Fachhochschulen, Forschungsinstituten oder in einem Verlag.
Von der Ausbildung wurden Fachhochschulen in Köln, Stuttgart, Leipzig und Hamburg genannt; auch einige Absolventen des IB waren dabei.
Nach der Vorstellungsrunde berichteten Professor Umlauf und Professor Umstätter von der aktuellen Situation des Instituts.

Den Hauptteil der Veranstaltung machte die Vorstellung der einzelnen Dissertationsthemen durch die einzelnen Promovenden dar.
Nach einem festen Zeitrahmen hatte dazu jeder etwa 5-30 Minuten Zeit, um grundlegende Fragestellungen, Methodik und erste Ergebnisse vorzustellen.
Es folgte jeweils eine kurze Runde, in der jeder weitere Anregungen und Fragen stellen konnte. Neben den Inhalten und dem Stand der Arbeit wurden auch arbeitspraktische Fragen zur Arbeitsmethode und -situation angesprochen (viele Promovenden erstellen
die Dissertation neben ihrer normalen Arbeit).

Die vorgetragenen Dissertationsthemen waren durchweg sehr interessant.
Unter anderem wurden folgende Themen genannt und teilweise vorgetragen:

* Nutzung und Nutzen von elektronischen Informationsangeboten
* Auswirkung von Portalen und Content-Management-Systemen
* Portale
* Vermittlung von Informationskompetenz
* Medienpädagogik
* Zitationsanalyse
* Aufbau eines Online-Archivs
* Untersuchung des Impact-Factors
* Interaktive Online-Bibliographie
* Die Rolle der Bibliothek für das Wissensmanagement einer Universität
* Bibliothekarische Ausbildung
* Emotionales Bibliotheksmarketing
* Formalerschließung
* Datemodelle für die verbale Sacherschließung (RSWK)
* Fachinformation in der Archäologie
* Terminologie der Inhaltserschließung
* Bibliotheksbau

Promotionskolleg SS 2004
..und beim informellen Dialog

Freitagabend gab es ein geselliges Beisammensein in der "Deponie", wo im zwanglosen Gespräch Anregungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft werden konnten.

Einziger Kritikpunkt der gelungenen Veranstaltung wäre, dass einige angemeldeten Doktoranden unangekündigt fehlten und die Veranstaltung sowie der konkrete Ablaufplan nicht rechtzeitig genügend bekannt gemacht wurden. Auch eine Gruppierung der Vorträge nach Themen wäre sinnvoll.

Das nächste Promovendenkolleg findet am 10./11. Dezember 2004 statt.
Auf Anfrage und nach Anmeldung werden auch interessierte Studenten als Gast
teilnehmen werden können.

21.Juli 2004