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Studium
vorbei..und nun? |
Im
Zentrum des Studentischen Kolloquiums standen dieses
mal nicht die Studenten am
Institut für Bibliothekswissenschaft, sondern solche,
die es einmal waren - die Absolventen.
Sechs Ehemalige waren einer Einladung gefolgt.
Nach der Begrüßung gab es
eine kleine Vorstellungsrunde, in der jeder Absolvent
kurz erzählte,
was er studiert hatte, wann er das Studium abgeschlossen
hatte und was er inzwischen macht.
Dies waren:
Herr G.(BiWi/Informatik, 1999) arbeitet
an der StaBi in der EDV-Abteilung und als Privatdozent
am IB
Frau S. (Geschichte/BiWi 2001) hat nach dem Studium
erstmal Kinder bekommen und arbeitet nebenbei etwas
als Historikerin (Zeitschriftenartikel, Werkverträge....)
Frau J. (BiWi/Informatik/Neuere Deutsche Literatur,
2000) hat sofort nach dem Abschluss eine Stelle als
Referentin in einer Firma für Management- und
Gründungs-Beratung im Technik-Bereich bekommen.
Dort ist sie für die Öffentlichkeitsarbeit
und für verschiedene Datenbanken verantwortlich.
Nach einer kurzen Kinderpause arbeitet sie dort etwa
10 Stunden pro Woche Teilzeit.
Frau Pannier (1973) war eher als Dozentin anwesend,
sie ist allerdings auch Absolventin des IB
Herr H. war seit einem Studium der Geschichte mit
postgradualem Studium Information Management in London
nur im Grundstudium am IB.
Nach dem Abschluss 2000 in London arbeitet er in einer
OPL in einer Rechtsanwaltskanzlei
Frau S. (2000) hat bisher keine Anstellung in einer
Bibliothek bekommen sondern arbeitete in verschiedenen
Jobs und macht jetzt ihren Doktor. Nach ihrer Erfahrung
ist es sehr schwierig als Absolvent des IB im gehobenen
oder höheren Dienst unterzukommen.
Frau V. (1975) arbeitete zunächst in ÖBs
und der Redaktion. Nach der Wende gab es Probleme
mit der Anerkennung ihres Abschlusses. Seit 1992 arbeitet
sie im Information Resource Center der Amerikanischen
Botschaft.
Darüber hinaus waren mehrere Studenten, Dozenten
und einige Gäste anwesend.
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viele
verschiedene Lebensläufe an einem Tisch
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Probleme
BAT und Öffentlicher Dienst
Bereits während der Vorstellung wurden mehrere
Probleme angesprochen. Eines davon ist die mangelnde
Bekanntheit des IB und dass Absolventen der Bibliothekswissenschaft
nicht im BAT vorgesehen sind. So sind weder Anstellungen
im gehobenen (FH) noch im höheren Dienst (Refendariat)
möglich.
Allerdings wiesen Frau Weiland (StaBi) und Herr Gragert
darauf hin, dass es viele neue
Abschlüsse aus dem Bereich der Information Professionals,
(z.B. als Diplom-Informationswirt
an der der FH Darmstadt), wir damit also nicht alleine
dastehen.
Frau Pannier nannte das Verhältnis von 600 Bewerbungen
auf 2 kürzlich an der UB ausgeschriebene Referendriatsstellen.
Herr Heinz gab zu bedenken, dass sich mit der allgemeinen
Umstellung auf Bachelor/Master
und die Einführung der Fachangestellen für
Medien und Kommunikationsdienste vielleicht einiges
ändern wird.
Allgemein war die Einschätzung jedoch eher, dass
ein Aufbrechen des Laufbahnrechtes BAT und
der Strukturen im Öffentlichen Dienst eine Sisyphusarbeit
ist. Wenn Ausschreibungen allerdings
offen gestaltet werden und die Arbeitgeber wollen, ist
eine Öffnung möglich.
Dies ist jedoch nur selten der Fall.
Bekanntheit des IB und der Bibliothekswissenschaft
Das IB und die dort erworbenen Qualifikationen sind
sehr unbekannt.
Die geringe Bekanntheit der Bibliothekswissenschaft
und Stellenwert hängen auch mit dem Selbstverständnis
und Selbstbewusstsein des Faches zusammen. So ist es
nicht allgemein
bekannt, was Bibliothekswissenschaftler besser als alle
anderen können.
Dabei kam der Einwand, dass stärker zwischen Ausbildung
(praktische Tätigkeit) und
Wissenschaft (Forschung) differenziert werden müsse.
Allgemein wurde deutlich, wie wichtig
Öffentlichkeitsarbeit ist. Sowohl Bibliotheken
und das Bibliothekswesen allgemein als auch das IB sollten
stärker bekannt gemacht werden.
Dass nur ein einziges Institut für Bibliothekswissenschaft
in Deutschland existiert, ist zwar ein
Nachteil, kann aber auch positiv genutzt werden, da
wir damit etwas Besonderes sind.
Als Adressaten für mehr Lobbyarbeit
wurden genannt:
Die Berufsverbände (BIB, VDB, DBI
und die Gewerkschaften)
Die Kultusministerkonferenz, Hochschulrektorenkonferenz
und der Wissenschaftsrat.
Dort werden wesentliche Entscheidungen getroffen.
Weitere Erfahrungen
Die technische Komponente hat stetig zugenommen. Es
bleibt nichts anderes übrig, als der Technik einen
größeren Schwerpunkt beizumessen. Dem konnte
Herr Heinz nur sehr kräftig beipflichten.
Auf die Frage nach Praktika und deren
Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen wurde erwidert,
das 4-6
Wochen zu kurz seien, und nur einen Einblick ermöglichen.
Um wirklich arbeiten zu können, sollte
ein Praktikum mindestens ein halbes Jahr dauern. Allerdings
helfen Kontakte durch Werkverträge,
Praktika, Konferenzen, Diskussionen in jedem Fall.
Nach dem SKIB setzten noch einige der
Studenten und Absolventen, die Diskussion in gemütlicher
Runde in der Destille fort.
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für
das Fach kämpfen bedeutet auch für die
Absolventen kämpfen |
Fazit
Es war ein interessantes SKIB, bei dem sehr viel diskutiert
wurde. Leider war die Stimmung
teilweise etwas pessimistisch. Es darf bezweifelt werden,
ob die anwesenden Absolventen wirklich
repräsentativ waren. Zusammenfassend lassen sich
unter Anderem folgende Punkte festhalten:
Absolventen des IB sollten auf
keinen Fall erwarten, im öffentlichen Dienst
unterzukommen. Dies ist nur in wenigen Ausnahmefällen
(z.B. in Verbindung mit Informatik) möglich.
Die Perspektiven im Dokumentationswesen (Datenbanken,
Informatik...) sind eindeutig besser.
Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig
Öffentlichkeitsarbeit ist sehr wichtig
Zusatzqualifikationen und -Tätigkeiten spielen
bei der Einstellung eine wesentliche Rolle
Absolvententreffen sollten wiederholt und intensiviert
werden (Alumni)
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