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LIBREAS PODCAST # 10

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Spieldauer/Running Time: 28min 32sec

Interview mit Eric Steinhauer

Der Bibliothekar und Jurist Dr. Eric Steinhauer war im November 2008 Gast am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft und stand uns für Fragen rund um die Verankerung von Open Access im Hochschulbereich bzw. -recht zur Verfügung. Die Fragen stellten Maxi Kindling und Sandra Lechelt, die bei all dem Plausch leider vergaßen, ein Foto zu machen.

 

Transkription zum Interview

LIBREAS PODCAST #10
Interview mit Dr. Eric Steinhauer
Maxi Kindling, Sandra Lechelt (Interview, Transliteration)
Sprache/Language: Deutsch
Spieldauer/Running Time: 28 min 32sec
Datei/File: mp3/26,1 mb
Bitrate: 128 kBit/s
Aufnahmedatum/Recorded: 18. November 2008
Veröffentlicht/Published: 22. Dezember 2008
Über: Open Access, Hochschulrecht, Digitale Pflichtabgabe

[00:11]
LIBREAS: Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, herzlich willkommen zur 10. Ausgabe des LIBREAS-Podcast. Heute soll es uns um Open Access und die Verankerung im Hochschulrecht gehen. Dazu sitzt bei uns – das sind Sandra Lechelt und Maxi Kindling – der Rechtsexperte Dr. Eric Steinhauer, stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek Magdeburg. Herzlich Willkommen!


Eric Steinhauer: Danke, herzlich Willkommen!

[00:31]
LIBREAS: Wo besitzt Open Access in der Hochschule eigentlich Relevanz?

[00:34] Eric Steinhauer: Open Access in der Hochschule ist im Wesentlichen in zwei großen Bereichen Thema. Einmal bei den Bereichen der wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Lehrenden und Forschenden an der Hochschule, hier vor allen Dingen bei wissenschaftlichen Zeitschriftenaufsätzen. Da ist ja auch das Thema Zeitschriftenkrise, womit Open Access auch eine sehr starke Dynamik bekommen hat. Ein zweiter großer Bereich ist der Bereich der Studienarbeiten. Der ist in der Diskussion derzeit noch nicht so drin, aber Bachelorarbeiten, insbesondere aber auch Masterarbeiten, Staatsexamensarbeiten, Magisterarbeiten haben durchaus das Niveau und das Potenzial, dass sie publiziert werden können. Auf der Schnittmenge zwischen diesen beiden Arten, also wissenschaftliche Veröffentlichung im engeren Sinne einerseits und Studienprüfungsarbeiten andererseits, stehen die Dissertationen. Dissertationen sind, von ihrem Verständnis her, selbstständige wissenschaftliche Arbeiten, das steht außer Frage. Sie sind aber zugleich auch Arbeiten, die einer bestimmten Prüfungsordnung genügen müssen. Und diese Prüfungsordnung sieht auch Vorschriften vor, die das Publizieren dieser Arbeiten regeln. Das kann ein Ansatzpunkt sein, nämlich hier auch einmal Open Access einmal zu thematisieren.

[01:41]
LIBREAS: Wie verhält sich denn in den verschiedenen Bereichen jetzt eine Open Access-Publikation zur gleichzeitigen Verlagspublikation?

[01:48]
Eric Steinhauer: Grundsätzlich ist das gar kein Problem. Wenn ich einen Text schreibe, habe ich als Urheber sämtliche Nutzungsrechte und Verwertungsrechte an diesem Text. Das heißt, ich als Urheber, als studentischer, als wissenschaftlicher Autor, bestimme, wer meinen Text publiziert. Wenn ich den Text Open Access publiziere, mache ich das in der Regel mit einer Lizenz und über die Lizenz kann ich eben festlegen, was man an diesem Text noch sonstwie machen kann. Und ich kann selbstverständlich auch einem Verleger ein entsprechendes Nutzungsrecht einräumen, dass er eine Buchpublikation macht oder eben einen Zeitschriftenaufsatz druckt. Die Frage ist nur, ob der Verleger dazu bereit ist, wenn der Text anderweitig öffentlich zur Verfügung steht, eben nicht exklusiv im Verlag kostenpflichtig bezogen wird.

[02:35]
LIBREAS: Momentan wird in Deutschland auch sehr viel diskutiert darüber, ob man Wissenschaftler dazu verpflichten kann, ihre Publikationen open access auf Hochschulservern zur Verfügung zu stellen. Wie würden Sie die gegenwärtige Diskussion einschätzen?

[02:46]
Eric Steinhauer: Also im Bereich Wissenschaft denke ich, muss man das sehr differenziert sehen. Was ist Wissenschaft? Wer ist Wissenschaftler? Wir haben sehr viele Fachkulturen mit unterschiedlichen Gepflogenheiten zu publizieren. Und in diesen unterschiedlichen Gepflogenheiten kann man eine pauschale Open Access-Verpflichtung nur sehr sehr schwer implementieren. Dann gibt es etwas, was in meinen Augen sehr wichtig ist, das ist das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit. Und das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit schützt ja auch den Prozess des wissenschaftlichen Publizierens. Ganz wesentlich für dieses Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit ist das Selbstbestimmungsrecht der Wissenschaft. Dass also die Wissenschaft selbst entscheidet, sich selbst organisiert, wie sie ihre Prozesse strukturiert und wie sie ihre Prozesse macht. Deswegen denke ich, sollten die Wissenschaftler selber entscheiden, ob sie Open Access publizieren und wie sie open access publizieren. Was man vielleicht von gesetzgeberischer Seite hier machen sollte ist, dass man diese Entscheidung auch wirklich tatsächlich ermöglicht. Wenn Publikationsbedingungen durch Verlage so gestellt werden, dass der Wissenschaftler praktisch keine Möglichkeit hat, sich für oder gegen Open Access zu entscheiden, dann ist hier der durch die Wissenschaftsfreiheit eigentlich geschützte Entscheidungsbereich in meinen Augen nicht mehr gewährleistet. Und hier sollte der Gesetzgeber vielleicht einmal tätig werden durch ein Zweitveröffentlichungsrecht, wie es ja schon im zweiten Korb für Paragraph 38 Urheberrechtsgesetz diskutiert worden ist. So kann der Wissenschaftler dann nach einer bestimmten Frist selbst entscheiden, es ist seine Entscheidung, ob er Open Access publiziert oder nicht Open Access publiziert. Das würde ich erst einmal im Grundsatz so zur Verpflichtung und zu Open Access sagen.

Differenziert kann man das noch sehen, wenn es um bestimmte Forschungen geht, für die ganz speziell Gelder bereit gestellt werden. Hier kann natürlich der Geldgeber an die Bereitstellung der Forschungsgelder durchaus die Bedingung knüpfen, dass die Publikationen open access bereit gestellt werden. Das ist solange kein Problem für die Wissenschaftsfreiheit wie im Übrigen - ich rede jetzt mal von den Hochschulen - die normale wissenschaftliche Arbeit derjenigen, die dort forschen und lehren, durch die normale Ausstattung gewährleistet wird. So dass dieser zusätzliche Bereich der Forschungsgelder eben eine zusätzliche Möglichkeit ist zur Forschung und da kann auch man durchaus mit Verpflichtungen arbeiten. Hier sehe ich auch von grundrechtlicher Seite her eigentlich keine Schwierigkeit.

[05:01]
LIBREAS:
Eine Verpflichtung kann also die Wissenschaftler nicht von Open Access überzeugen. Welche Anreize können Sie sich vorstellen?

[05:04]
Eric Steinhauer: Also eine Pflicht kann eigentlich nie einen Anreiz begründen. Ich glaube, die große Problematik für Wissenschaftler ist, dass Open Access umständlich ist. Die Hochschulen und die wissenschaftlichen Einrichtungen sollten weniger über Verpflichtungen nachdenken, sondern mehr über Service und über Werkzeuge, dass Wissenschaftler sehr einfach ihre Publikationen open access einstellen können. Hier wäre auch wiederum eine Frage an den Gesetzgeber, nach derzeitiger Regelung ist es eben wirklich so, dass ich bei Verlagsverträgen sehr genau aufpassen muss, ich mich also juristisch richtig kundig machen muss. Und das möchte vielleicht jemand, der sich hauptberuflich mit Physik und Chemie und so beschäftigt, nicht unbedingt tun. Und hier einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der es dem Wissenschaftler in jedem Fall ermöglicht, open access zu publizieren – da wären wir wieder bei diesem Zweitveröffentlichungsrecht – wäre eine sehr große Komplexitätsreduzierung bei diesem Thema. Der Wissenschaftler muss sich mit Urheberrecht gar nicht mehr beschäftigen, er veröffentlicht einfach irgendwo und er weiß, er kann nach einem halben Jahr und wie auch immer diese Embargo-Frist ist, sein Werk noch einmal auf dem Repository der Hochschule oder auf seiner Homepage oder wo auch immer publizieren. Das wäre schon ein ganz wichtiger, einfacher Schritt in Richtung Open Access. Und dann wird er merken, dass seine Veröffentlichung gut sichtbar ist, dass er aus Ecken angesprochen wird auf seine Veröffentlichungen, mit denen er sonst nicht gerechnet hat. Und dann wird er die Vorteile von Open Access am eigenen Leib erfahren und dann auch mit eigener Überzeugung, denke ich, open access publizieren. Das ist ein längerer Prozess, wo man den Einstieg leicht gestalten muss, wo man die rechtlichen Bedenken und Überlegungen möglichst einfach gestalten sollte und dann muss die Praxis einfach den Erfolg bringen. Und dann ist es letzten Endes die Entscheidung des Wissenschaftlers, das sagte ich ja schon, das zu machen. Und ich denke die Vorteile für Wissenschaft beim offenen Publizieren liegen auf der Hand, so dass ich persönlich gar keine Zweifel daran habe, dass wenn die Bedingungen so gegeben sind, wie ich das gerade formuliert habe, dass sich dann auch Open Access tatsächlich in weiten Bereichen durchsetzen wird.

[07:04]
LIBREAS:
In dem Zusammenhang möchte die Frage aufwerfen, ob nicht Wissenschaftler durch fehlenden Service an ihrer Hochschule von einer Open Access-Zweitveröffentlichung auf Hochschulservern abgehalten werden, weil diese Versionen mitunter nicht verlagsredigiert sind und damit einfach nicht ausreichend Qualität aufweisen?

[07:15]
Eric Steinhauer: Gut, das ist natürlich die Entscheidung des Autors. Viele Verlage argumentieren ja auch so und sagen: Es ist gar nicht wünschenswert, wenn ich neben der finalen Version noch irgendwelche Vorstufen frei verfügbar habe. Das würde den wissenschaftlichen Nutzer eigentlich nur verwirren. Also ich glaube, hier muss man unterscheiden, wenn man an den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess mal herangeht zwischen einer Recherche und zwischen der wirklichen Lektüre. Wenn ich mir jetzt diese Modelle angucke, die auch oft Verlage vertreten: so diese Pay-per-View- oder Pay-per-Use-Modelle. Nehmen wir mal an, ich arbeite zu einem Thema und ich möchte mir dafür zwanzig Aufsätze, die fachlich zunächst mal einschlägig erscheinen angucken. Da müsste ich diese zwanzig Aufsätze bezahlen und tatsächlich nutze ich vielleicht drei. Die restlichen sind für mich einfach nicht relevant. Und da wäre es, finde ich, schon eine sehr sehr große Hilfestellung, wenn ich, vielleicht nicht die finale Version, aber doch eine Version, die so 98 % in die Richtung weist, mir schon einmal frei angucken kann. Dann kann ich nämlich einschätzen, ob dieses Dokument für mich überhaupt relevant ist oder nicht. Wenn ich sage, das ist für mich relevant, dann ist natürlich eine andere Frage, welches Dokument zitiere ich. Und da, denke ich, ist es dann doch letztlich die finale Version – so ist auch zur Zeit der Stand in der Wissenschaft - die dann zitiert wird. Und dann können auch Verlage durchaus mit Pay-per-View-Modellen ein Geschäftsmodell machen. Aber nicht so, dass man undifferenziert, egal ob man das braucht oder nicht, den gleichen Preis zahlt. So könnte sich eigentlich eine Bezahlstruktur einerseits mit der finalen Version, und andererseits eine Vorversion oder andere Paginierung oder wie auch immer, durchaus nebeneinander behaupten, weil das unterschiedliche Nutzungen sind. Ich glaube, die Verleger sind da einfach viel zu ängstlich. Denn nicht alles, was ich mir angucke, verwerte ich auch und brauche ich auch wirklich. Aber das, was ich brauche, da bin ich möglicherweise auch bereit einen Preis zu zahlen. Ob das die berühmten 30 Euro oder 30 Dollar sein müssen, steht wieder auf einem anderen Blatt Papier. Aber die Bereitschaft für das, was wirklich einschlägig ist zu zahlen, dürfte tatsächlich vorhanden sein. Anstatt nur, um mal reinzugucken, schon quasi ein Eintrittsgeld zu zahlen, wobei man nicht weiß, ob das, was man dort findet, einen wirklich weiter bringt.

[09:24]
LIBREAS:
Wie ist Ihre Meinung zu den derzeitigen Bemühungen um Wissenschaftsmandate in z. B. den USA, die Wissenschaftler, deren Forschung öffentlich gefördert wird, dazu verpflichtet, ihre Forschungsergebnisse open access zu publizieren?

[09:36]
Eric Steinhauer: Wenn man über Verpflichtung zu Open Access nachdenkt, dann kommt immer sehr schnell eine Argumentation die sagt: "naja, die Leute werden ja bezahlt." Und wenn sie bezahlt werden, warum ist das beim Wissenschaftler anders als sagen wir bei einem angestellten Journalisten oder Redakteur oder so oder Verlagsmitarbeiter. Der muss seine geistigen Werke – Urheber ist er selbstverständlich – aber auch dem Arbeitgeber zur Verfügung stellen. Da könnte man das ja auch im Wissenschaftsbereich machen. Und da wird immer ganz klar gesagt: Der Publikationsprozess als solcher ist jetzt frei, aber über Nutzungsrechte kann man vielleicht mal nachdenken. Nur: Nutzungsrechte, was heißt das?

Nutzungsrechte heißt ja nicht, ich habe alle Rechte. Sondern ich habe Rechte, die mit dem Arbeitsverhältnis, dem Dienstverhältnis in Zusammenhang stehen. Und steht Open Access mit dem Dienstverhältnis in Zusammenhang? Das ist erstmal eine Diskussion, die man auch noch führen muss. Was ich mir allerdings durchaus vorstellen könnte, wäre, dass an wissenschaftlichen Publikationen für die Hochschule Kraft des Dienstverhältnisses man mal über ein Nutzungsrecht nachdenken könnte für die Darstellung im Intranet. Das ist für interne Zwecke: Hochschulen evaluieren ihre Wissenschaftler, sie vergeben die Mittel leistungsbezogen. Wir haben jetzt durch das neue Besoldungssystem – Stichwort W-Besoldung – auch eine leistungsbezogene Komponente bei den Wissenschaftlern, wo in den Durchführungsrechtsverordnungen der einzelnen Besoldungsgesetzgeber in den Ländern interessanterweise auch Publikationen genannt werden. Und da kann man schon sagen: Naja, wenn ich für meine Publikation bezahlt werde, quasi durch eine Leistungszulage, dann kann ich vielleicht nicht mehr so sagen, dass ist nur ein privates Werk und es interessiert den Dienstherren nicht. Und da könnte man sicherlich drüber nachdenken, dass man das in einem internen System innerhalb der Hochschule zur Verfügung stellt. Das hätte jetzt nichts mit dem Paragraphen 52a zu tun – mit diesem Semesterapparat oder Forschungsapparat – sondern das wäre nutzungsrechtlich, die die Hochschule kraft des Dienstverhältnisses hätte, und auf dieser Grundlage würde sie es tun. Da müssten auch keine Abgaben an die VG Wort oder so bezahlt werden. Das ist glaube ich eine Sache, über die man sehr gut diskutieren kann.

Worüber man auch diskutieren kann, wäre jetzt in prüfungsrechtlicher Hinsicht, was die studentischen Arbeiten angeht, dass diese Arbeiten sämtlich digital eingereicht werden müssen zusätzlich. Aber aus verwaltungsrechtlichen Gründen, und hier ein Stichwort, was sicherlich an Relevanz gewinnen wird, das ist Plagiatsprüfung. Das kann ich nur machen, wenn ich eine digitale Version habe. Dann habe ich zwar eine digitale Version innerhalb der Hochschule, das heißt aber nicht, dass man aus der Verwaltung jetzt auf diese Prüfungsarbeiten gucken kann. Da wird man sicherlich die Studierenden fragen müssen und Nutzungsrechte einholen müssen. Also das mit diesen Nutzungsrechten ist immer so eine Sache. Man muss immer gucken, wie weit greift das überhaupt. Aber jetzt gerade für den wissenschaftlichen Bereich, um darauf noch einmal abschließend zurück zu kommen: Ich kann mir vorstellen, dass man über Nutzungsrechte nachdenken kann für die Präsentation im Intranet. Aber für die Publikation Open Access, wirklich für jedermann, glaube ich, gibt das konkrete Dienstverhältnis an der Hochschule XYZ eigentlich keine Grundlage.

[12:20]
LIBREAS:
Sie haben jetzt die Studierenden erwähnt: Könnte man sie theoretisch verpflichten, alle ihre Qualifikationsarbeiten elektronisch abzugeben z. B. im Rahmen einer Prüfungsordnung?

[12:31]
Eric Steinhauer: Ich denke, da muss man mehrere Ebenen unterscheiden. Die Prüfungsarbeit muss ja als solche überhaupt erst einmal vorgelegt werden, damit die Prüfung überhaupt durchgeführt werden kann. Und hier kann ich sicherlich aus der Logik des Prüfungsgeschehens heraus bestimmte Vorgaben machen, die dieses Prüfungsgeschehen unterstützen. Und Plagiatsprüfung ist etwas, was selbstverständlich ist für jede Prüfungsordnung: man darf eben nicht täuschen. Man hat das immer durch eidesstattliche Versicherungen so, aber gut, wer nimmt das ernst? Ich sag das einfach mal so, da kann man viel unterschreiben. Man will es vielleicht genauer wissen und da kann ich mir durchaus vorstellen, aus diesen Gründen, das man sagen kann: zusätzlich bitte digitale Abgabe. Aber dann natürlich nur Verwendung für die am Prüfungsgeschehen Beteiligten. Also nicht im Intranet des Instituts, der Hochschule, wie auch immer. Sondern wirklich nur im Prüfungsamt sozusagen für die Prüfer und für niemand anderen. Das ist sicher eine Sache, über die man nachdenken kann.

Aber nicht eine Verpflichtung, dass die Arbeiten wirklich auf einem Server Open Access stehen. Das kann eine Prüfungsordnung nach meinem Dafürhalten nicht tragen. Man könnte darüber nachdenken bei den Dissertationen. Die Dissertationen sind - von der Prüfungsordnung her - der wissenschaftlichen Öffentlichkeit angemessen zur Verfügung zu stellen. Das ist Teil der Prüfungsleistung. Ich kann eine wissenschaftliche Leistung - Wissenschaft ist ein Kommunikationssystem – nur dann wirklich erbringen, wenn die Leistung für die Wissenschaftler irgendwo sichtbar ist. Was heißt "in angemessener Weise"? Wir lassen ja verschiedene Dinge in unseren Prüfungsordnungen zu und wenn man heutzutage noch Mikrofiche zulässt, glaube ich, ist das eher die ungemessene Unsichtbarkeit. Also das kann man glaube ich nicht mehr als angemessen veröffentlicht gelten lassen heutzutage. Da wäre das Internet schon eine Möglichkeit, diese Sache angemessen zur Verfügung zu stellen, die da in der Doktorarbeit erarbeitet wurde. Ob das jetzt für jeden unterschiedslos verpflichtend sein müsste, das würde wiederum mal das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit mit beantworten. Man müsste mal sehen, wie sind die Publikationskulturen in den einzelnen Fächern.

Man könnte erstmal einen vorsichtigen Schritt - das sind ja alles Dinge, die sich entwickeln müssen vom Selbstverständnis her und dann kann man nicht mit der Brechstange drei Schritte auf einmal machen. Man kann das Ziel vor Augen halten und gucken, wie komme ich zu dem Ziel hin. Und ein Ziel wäre unter Umständen, dass man in Promotionsordnungen einen bevorzugten Publikationsweg reinschreibt. Dass man also sagt, die Arbeiten sind in der Regel online auf den Hochschulschriftenserver zu veröffentlichen. In begründeten Ausnahmefällen, so könnte man schon mal bestimmte Dinge schon einfach mal abfangen, da muss der Student, also der Doktorand, sich erklären und sagen: nee, aus den und den Gründen nicht, das muss auch begründet sein und vernünftig nachvollziehbare Gründe haben. Das wäre vielleicht einmal eine Möglichkeit, um das stark zu befördern, dieses Publizieren. Das hat auch viele Vorteile, gerade viele Hochschulschriften, die sehr sehr speziell sind, müssen eigentlich nicht als Verlagspublikation so durch die Gegend geistern. Eine andere Frage ist, ob man neben der Online-Fassung ein gedrucktes Buch hat. Das ist sehr sinnvoll gerade für umfangreiche Texte, aber da gibt es ja verschiedene Dienstleistungen wie Pro-Print oder Sachen des hybriden Publizierens. Da kann sich ja online und print sogar wunderbar ergänzen und in bestimmten Bereichen sogar noch verkaufsfördernd sein, weil durch die Online-Fassung und die Volltext-Durchsuchbarkeit plötzlich Leute auf das Werk aufmerksam werden, die ansonsten die Arbeit nie und nimmer gesehen hätten und insofern eigentlich ein gutes Werbemedium für diese Art von Nischenliteratur. Dissertationen sind eigentlich immer Nischenliteratur, da muss man sich keine Illusionen machen, damit verdient man kein Geld.

[15:59]
LIBREAS:
Wie ließe sich denn eine elektronische Abgabe von Qualifikationsarbeiten auf Institutsebene umsetzen?

[16:05]
Eric Steinhauer: Bei diesen digitalen Versionen von studentischen Prüfungsarbeiten, da rede ich jetzt immer von Abschlussarbeiten. Bachelorarbeiten vielleicht, aber auf jeden Fall Masterarbeiten, Magisterarbeiten... Die Sache der digitalen Abgabe für das prüfungsrechtliche Geschehen und die Plagiatsprüfung, das ist eine Sache. Die andere Sache ist, wie diese Arbeiten oder ob diese Arbeiten publiziert werden sollen. Es gibt ja mittlerweile auch schon Verleger, die diese Arbeiten publizieren, zu Bedingungen, die ich für nicht ganz angemessen halte. Das fängt schon mit der Preisgestaltung an; also im Verhältnis der Erwerbungsetats der wissenschaftlichen Bibliotheken - Privatkäufer werden bei Preisen von um die fünfzig Euro für solche Arbeiten weitgehend ausfallen halte ich das für völlig unverhältnismäßig, dass man solche Arbeiten in den Bibliotheken kauft. Sie werden in der Regel auch nicht gekauft.

Es ist aber sinnvoll, solche Arbeiten zu publizieren, weil vielfach interessante Fragstellungen drin sind. Das kann einmal interessantes empirisches Material sein, was so nicht greifbar ist. Das kann aber auch etwas sein, gerade jetzt aus dem Bereich Medienwissenschaft oder Bibliothekswissenschaft, so etwas wie "Bloggen" oder so. Das wurde ja zuallererst in Magister-, in Diplomarbeiten thematisiert. Jetzt kommen so langsam mal die ersten Dissertationen. Aber die ersten Arbeiten dazu sind eigentlich auf diesem Niveau angesiedelt. Und es ist sehr schön für jemanden, der sich damit jetzt mal wissenschaftlich beschäftigen möchte, diese Arbeiten auch wirklich verfügbar zu haben.

Nur wenn man sich das mit Dissertationen anguckt: es erscheinen sehr viele Dissertationen und es ist ein großer Aufwand für die Bibliotheken, diese Dissertationen alle gedruckt vorzuhalten und nicht umsonst wird es als sehr angenehm empfunden, dass gerade in der Medizin ein Großteil dieser Arbeiten nur noch elektronisch publiziert werden. Ich rede mal über Speicher, Magazinspeicher und derartige Dinge. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass die ganzen Abschlussarbeiten auch noch herkömmlich publiziert werden könnten… Das lässt sich doch bibliotheksorganisatorisch überhaupt nicht verarbeiten – von Etatfragen mal ganz abgesehen. Deswegen glaube ich dass eine vernünftige Publikation dieser Arbeiten nur online erfolgen sollte. Dann sollte aber auch den Studierenden die Möglichkeit gegeben werden, ihre Arbeiten auch zu publizieren. D. h. ich erwarte hier eigentlich ein aktives Angebot von Seiten der Hochschule für – das muss man wirklich einschränkend sagen – wirklich gute Arbeiten. Anders als bei Dissertationen, wo die Wissenschaftlichkeit Kriterium des Bestehens ist, ist die Wissenschaftlichkeit für Magisterarbeiten oder Masterarbeiten kein Kriterium des Bestehens. Man muss einfach nur zeigen, dass man die Methodik seines Studiums auf der entsprechenden Stufe verstanden hat und mehr nicht. Das ist nicht zwingend eine wissenschaftliche Leistung, in dem Sinne, dass sie auch der wissenschaftlichen Öffentlichkeit als Beitrag zur Verfügung stehen muss, um überhaupt als wissenschaftliche Leistung zu gelten. Aber für gute Arbeiten sollte es die Möglichkeit geben und dann auch unter dem Label / dem Logo der Hochschule. Das ist auch ein Qualitätsausweis und ich denke auch, dass es die Möglichkeit geben sollte, gedruckte Exemplare zu haben. Eben auch im Print-on-Demand-Bereich und so und diese Exemplare lassen sich ja auch zu vernünftigen Kosten herstellen und auch zu vernünftigen Kosten vertreiben. Dann wird es vielleicht auch wieder interessant für Privatkäufer - Studenten, die ähnliche Themen bearbeiten, wenn man da von Preisen bis 20 Euro spricht, ist das sicherlich realistisch. Also da haben die Hochschulen erheblichen Nachholbedarf, diese Klientel auch für sich zu entdecken und gerade was den innovativen Bereich anbelangt, ist das eine sehr sehr interessante Literaturgattung, die sträflich vernachlässigt worden ist bislang.

[19:34]
LIBREAS:
Müssen im Zuge einer Verpflichtung zum Open Access-Publizieren von Seiten der jeweiligen Einrichtung überhaupt immer alle Publikationen, z. B. auf einem Institutional Repository abgelegt werden oder sollten noch Qualitätsunterschiede gemacht werden?

[19:44]
Eric Steinhauer: Es ist die Frage, wie man so ein Repository bewirtschaftet. Gerade ein institutioneller Server hat ja eigentlich den Anspruch, die Veröffentlichungen einer Institution abzubilden. Wer diesen Server ansteuert, erwartet im Grunde auf Grundlage der Gliederung der Institution im Wesentlichen alles dort auch zu finden. Ich denke, ein Repositorium ist keine Fachzeitschrift. Ein Repositorium ist nach meinem Verständnis einfach nur ein Regal, wo elektronische Bücher – ich sags mal – ungeschützt stehen. So wie ich in einer Bibliothek Schrott neben Genie stehen habe, das ist nun mal einmal so, da regt sich auch keiner drüber auf, so kann man das eigentlich auch bei diesem Repositorium so machen. Jetzt könnte ich wieder sagen: Naja, da ist das Label der Hochschule und da steht ein ganz anderes Renommee und sowas dahinter. Da kann man natürlich innerhalb dieses Repositoriums durchaus abstufen. Man kann durchaus Dokumente – vielleicht mit dem Logo der Hochschule – nur in einer bestimmten, begutachteten Liga zulassen. Während andere Dokumente eben nur schlicht als Publikation auf diesem Repositorium gelten, wie es bei Schriftenreihen auch so ist. Es gibt in Verlagen sehr mäßige Schriftenreihen, sehr gute Schriftenreihen. Das hängt ein bisschen den Herausgebern ab. Ich meine, alles kann ruhig auf ein Repositorium. Es ist auch für die Verwaltung einfacher als wenn man viele unterschiedliche Server hat. Das ist so wie in den Bibliotheken mit den Karteikästen früher – für jede Art hatte man eigene Karteikästen, dann meinte man, das sei ganz ungünstig… Dissertationen waren extra und dann hat man wieder alles zusammengemischt…Also ich denke man sollte gleich alles zusammen haben: Es ist einfach besser zu verwalten.

[21:29]
LIBREAS:
Und jetzt einmal in eine etwas andere Richtung gefragt: Inwieweit kann den Open Access zu einer besseren Vergleichbarkeit zwischen den Hochschulen führen?

[21:36]
Eric Steinhauer: Vergleichbarkeit heißt natürlich, dass ich Daten habe, die ich vergleichen kann. Es gibt ja verschiedene bibliometrische Geschichten: Impact Faktoren und so weiter, die für eine solche Vergleichbarkeit herangezogen werden derzeit. Da kann man sehr kritisch zu stehen, ob das tatsächlich dasjenige ist, was wirklich Qualität aussagt oder ob es nicht andere Methoden gibt. Wenn vieles im Internet oder das Meiste im Internet frei verfügbar ist und wenn zugleich viele Wissenschaftler ihre eigenen Literaturnachweise, ihre Forschungsnachweise auch entsprechend offen sammeln in irgendwelchen sozialen Netzwerken, dann lassen sich darüber, denke ich, sehr sehr interessante Zahlen bilden. Das Problem ist natürlich immer: Wenn es um Mittelvergabe geht, dann entscheiden Leute, die mehr dem Verwaltungsbereich zugeordnet sind. Die natürlich gerade fachlich nicht so in diesen Bereich einsteigen und ob die sich dann die Mühe machen, diese Zahlen vernünftig zu interpretieren, weiß ich nicht. Es könnte aber ein sehr interessantes Feld sein, gerade auch für Bibliothekare und Bibliothekswissenschaftler, hier so eine Dienstleistung zu erbringen und einfach quasi so eine Art Relevanzgutachten zu erstellen. Dass man eben nach vernünftigen, bibliothekswissenschaftlichen bibliometrischen Kriterien sagen kann, dieser Autor ist aus den und den Gründen relevanter als jener Autor. Das ist sicherlich besser, als wenn man dann einfach irgendeinen Impact Faktor oder sowas nimmt: dass man vielleicht in Zukunft bei Berufungsverfahren neben dem normalen Fachgutachten vielleicht auch ein informationswissenschaftliches oder wie auch immer geartetes Gutachten einholt... wäre mal eine interessante Perspektive. Es wird sicherlich nicht einfacher, es wird komplexer und die bisherigen Faktoren werden dann notgedrungen, wenn sie sich nicht in ihrer Zusammensetzung ändern, an Bedeutung verlieren. Denn dann spielt die Musik auf einem anderen Platz als da, wo sie vielleicht jetzt spielt.

[23:30]
LIBREAS:
Wo spielt sie denn jetzt?

[23:32]
Eric Steinhauer: Ja, jetzt spielt sie in vielen Fächern halt immer noch in den zentralen Zeitschriften und viele argumentieren immer und sagen: "Naja, wenn einer in den zentralen Zeitschriften ist, dann kann er jedenfalls nicht schlecht sein." Das kann natürlich sein, dass ich den ein oder anderen Guten dann übersehe, der vielleicht nicht so präsent ist oder in anderer Weise präsent ist. Das kann man vielleicht solange noch in Kauf nehmen, wie die Zahl der Guten, die rausfallen, überschaubar klein ist. Aber wenn sich jetzt wirklich eine Verlagerung in andere Netzwerke und Publikationsstrukturen abzeichnet, dann glaube ich, wird man das so nicht mehr machen können. Es hat auch sicherlich was damit zu tun, wenn neue Forschungsrichtungen entstehen. Es ist ja immer so: Es gibt plötzlich einen ganz neuen Ansatz, der vielleicht bei denjenigen Leuten, die jetzt als Gate-Keeper bei den klassischen Zeitschriften tätig sind, auf hohe Skepsis stößt; wo Leute einfach nicht reinkommen. Ich brauche heutzutage, um sichtbar zu sein, keine Fachzeitschriften. Ich kann auch andere Strukturen organisieren. Und wenn mal irgendwann ein interessanter neuer Ansatz, der in die klassischen Strukturen nicht reinkommt, sich anders organisiert und sich dann aber fachlich durchsetzt, weil er einfach nicht mehr ignoriert kann, dann glaube ich nicht, dass die Leute, die diesen Ansatz dann entwickelt haben, in das alte Modell umschwenken werden. Sondern sie werden in dem neuen Modell weiterarbeiten und dann wird sich, jedenfalls für diesen Bereich, in dieser Wissenschaft, ganz klar eine Verlagerung vom alten zum neuen Modell vollziehen. Und das sind, glaube ich, Entwicklungen, wir stecken so mittendrin. Das ist so ein bisschen so wie mit dem Buchdruck. Also Gutenberg hat ja im Grunde genommen keine Bücher gedruckt. Er hat Handschriften mechanisch reproduziert. Und fünfzig Jahre später wusste man, was ein Buch war. Und so ist es ja ähnlich mit den ganzen wissenschaftlichen Arbeiten im Netz. Wir sind noch sehr von der klassischen Vorstellung eines Journals mit Auflagen, Papierzählung usw. bestimmt. Es gibt einige neue Formen, aber so richtig ist das auch noch nicht da. Man experimentiert noch. Vielleicht wissen wir in zehn, in fünfzehn Jahren mehr, wo die Reise hingeht. Aber dass es so bleibt wie bisher, das glaube ich in gar keiner Weise.

[25:25]
LIBREAS:
Wir haben noch eine letzte abschließende Frage und zwar: Wie sehen Sie denn perspektivisch Open Access im deutschen Hochschulrecht?

[25:32]
Eric Steinhauer: Also wir haben ja jetzt über Verpflichtungen gesprochen und Verpflichtungen – das habe ich glaube ich auch ziemlich deutlich gesagt – bin ich immer ein bisschen kritisch gegenüber. Im Prüfungsbereich, bei Dissertationen, kann man da vielleicht noch anders herangehen. Aber ansonsten sollten die Wissenschaftler das selber organisieren. Ich glaube, der richtige Weg ist, niederschwellige Angebote zu machen. Einfache Bedienbarkeit und auch für gute Leute, und gute Leute gibt es schon im Studium, mit den Studienarbeiten den Einstieg in Open Access ermöglichen. Denn diese Leute lernen dann die Vorteile von Open Access kennen. Die ersten Publikationserfahrungen sind im Kontext von Open Access. Die guten Leute von heute, die heute ein gutes Magisterexamen, einen guten Master machen, die schreiben in der Regel morgen auch eine gute Doktorarbeit. Wenn die auch noch im Open Access-Bereich ist, und dann hat man hat man auch entsprechendes Feedback, ist es natürlich sehr sehr schön. Und dann werden das die Wissenschaftler von übermorgen. Und die sind mit Open Access groß geworden und sie haben die Vorteile kennengelernt, der Sichtbarkeit, haben gesehen, wie man sich vernetzen kann, und finden das vielleicht gar nicht mehr so spannend, mit Sichtbarkeitsrestriktion zu publizieren wie das gegenwärtig noch in weiten Teilen des Verlagswesens leider üblich ist. Und man könnte das so ein bisschen salopp als frühkindliche Open Access-Erziehung kennzeichnen. Die Hochschule hat im Bereich Prüfungsarbeiten, Dissertationen, im Wesentlichen die Vorhand. Sie kann da relativ stark Dinge gestalten, sie kann auch Strukturen gestalten und das sollte sie auch auf jeden Fall tun. Die Konflikte mit den Verlagen, dass ist natürlich auch eine Sache: Verlage sind Partner. Das muss man ganz deutlich sagen! Eine Hochschule oder eine Hochschulbibliothek würde einbrechen, wenn plötzlich die Hochschule geschlossen sagt: "Von heute auf morgen, ich mache Open Access!" Das kann gar nicht von der technischen, von der publikationstechnischen Seite her wirklich geleistet werden. Da braucht man Dienstleister, die das professionell machen können. Und da muss man sich sicherlich auch mal über Geld unterhalten. Dass man eben nicht, jedenfalls oberhalb eines bestimmten Basislevels eben nicht mehr alles ganz kostenfrei machen kann. Und dann sind es sicherlich auch interessante Geschäftsmodelle, aber es ist besser, man zahlt einmal Geld für eine Publikation, die dann immer für jedermann frei verfügbar ist, als dass man bei bestimmten Informationsressourcen jedes Jahr zittern muss, ob man im nächsten Jahr noch den Zugriff hat und ob man sich im nächsten Jahr noch die Information leisten kann. Insofern würde ich sagen: Strukturen aufbauen, früh die Leute mit Open Access bekannt machen und dann, denke ich, werden die Vorteile einfach die Akteure davon überzeugen, dass das sinnvoll ist, Open Access zu machen und dann werden auch irgendwann die Verlage feststellen, dass mit Open Access durchaus auch Geld verdient werden kann, wenn man gute Dienstleistungen macht und man sich als Partner der Wissenschaft erweist und das ist ein System, was dann letztendlich allen Beteiligten nützt. Da bin ich eigentlich ganz optimistisch. Strukturen schaffen, leichtes Anschieben durch das Recht, aber keine starken Zwänge, das verschreckt nur alle Beteiligten.

LIBREAS: Tja, dann hoffen wir, dass die Hochschule in diesem Sinne ihre Erziehungsaufgabe wahrnehmen wird und danken Ihnen ganz herzlich für dieses Interview!

[28:21]
Eric Steinhauer: Ja gern, vielen Dank!


 
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